besten Secretâr über da- tolle Benehmen der Bureaukratie in Baden sehr beklagt. Graf L ininqen, der Katholik und bis jetzt als ein Ehrenmann bekam l ist, dürfte sehr gut wissen, daß durch Drohungen und Einschüchterungen vom Heil. Stuhle nichts zu erlangen ist.
Das militärische Einschreiten gegen die „clericale Partei" im badischen Odenwalde scheint von kräftiger und rascher Wirkung" gewesen zu sein, denn die Einlegung von Execu- tionsmannschaften soll in den nächsten Tagen aufhören und das Bataillon Weber vordersamst in Wertheim und Mosbach eincasernirl werden. Es ist dieß bei der bekannten Armuth des Odenwaldes sehr zu wünschen.
München, 17. Juni. Der apostolische Nuntius am königl. baierischen Hofe, Msgn. bi Lucca überbrachte vor einigen Tagen Herrn Prof. v. Liebig das Diplom der päpstlichen Akademie der Wissenschaften bei nuovi Lincei, welche bensel- ben zu einem ihrer fünfzig correspondirenden Mitglieder ernannt hat.
München, 21. Juni. Die Antwort Oesterreichs und Preußens auf die in Bamberg vereinbarte Note ist eingetrof- fen. Nach der „N. M. Z." sind die Zeitungsnachrichten, daß Meinungsverschiedenheiten zwischen Oesterreich, Preußen und den in Bamberg vertretenen Staaten beständen, völlig unbegründet; beide deutsche Großmächte haben nichts dagegen, die Convention vom 20. April beim Bundestage einzubringen und die Anschlußfrage durch das deutsche Centralorgan behandeln zu lassen
In Rheinhardsbrunn bri Gotha waren am 16., wie dem Fr. J. geschrieben w'rd, die Directoren fast sämmtlicher mitteldeutscher Eisenbahnen zu einer Konferenz versammelt, um den internationalen Verkehr fördernde Verabredungen zu treffen.
Hannover, 18. Juni. Die Bürgerwehr wird in ■ diesen Tagen neue Waffen erhalten. Die Angelegenheit ist geordnet, und die Bürgerwehr wird demnach fortbestehen.
Berlin, 20. Juni. Wie wir hören, beabsichtigt der König von Portugal Maj. auch dem Diesseitigen königlichen Hofe einen Besuch abzustatten. — Das „Korrespondenz- Bureau" läßt sich versichern, eS sei bereits entschieden, daß Hr. v. Usedom nicht wieder auf den Gesandtschaftsposten in Rom zurückkehrt. Wir dürfen versichern, daß bisher darüber noch nichts entschieden ist.
Was die Ant ort des Kaisers von Rußland auf die von Preußen unterstützte Note des österreichischen Cabinets vom 3. Juni betrifft, so glaubt die „Zeit", daß der Kaiser auf die Forderung Oesterreichs und Preußens insofern eingehen, daß die Feststellung einer Demarkationslinie und eines Waffenstillstandes verlangt werden wird. Während des Waffenstillstandes sollen Verhandlungen mit den Westmächten angeknüpft werden, deren Ziel dahin gerichtet sein soll, daß mit Zurückgeben der russischen Truppen gleichzeitig von den Westmächten Garantien wegen der Entfernung der englischen und französischen Truppen und Flotten von dem türkischen Gebiete gegeben werden. ?Die Vermittlerrolle bei diesen Unterhandlungen soll Preußen zugedacht sein.
In den Zeitungen beginnen Plänkeleien gegen einzelne unserer positiven Prediger, welche ^sich von der Kanzel herab sehr energisch gegen die Westmächte und für Rußland ausgesprochen haben. Hofprediger Krummacher und Superintendent Sander aus Elberfeld, der zu der jüngsten Pastoralconferenz hierhergekommen war, werden besonders angegriffen. — Der königl. preußische Militärbevollmächtigte Graf Münster-Mein- höfel und der kaiserliche Generaladjutant v. Grunwald haben St. Petersburg verlassen, um Se. M. den König an der preußisch-russischen Grenze zu begrüßen. Man behauptete in diesen Tagen wieder mit vieler Bestimmtheit, der Kaiser von Rußland werde sich selbst an Die russische Grenze begeben und hier eine Zusammenkunft mit dem König haben.
Die neue preußische Anleihe soll, wie wohl früher in der Absicht gelegen, nicht nur Banquiers, sondern mittelst einer Eröffnung von Subscriptionen, für welche Die Listen bei verschiedenen Behörden ausgelegt werden sollen, realisirt werden.
teilte hervorgehoben, daß seine Regierung das katholische Kkr- chengut nie in irgend einer Weise angetaftet, oder durch ihren Verwaltungsmodus nach dem Beispiele der meisten anderen deutschen Staaten verkürzt habe, obgleich ihr der ReichSdepu- tâtionshauptschluß vom 25. Februar 1803 den günstigsten Anlaß schon früher dazu geboten habe." Sie fügt die Bemerkung hinzu: „Man wird diese strenge Gerechtigkeitsliebe gebübvend anerkennen." — Hierzu wird es nun wohl schwer» lich kommen, indem diese noch so starke Accentuirung den überall durch Zahlen bewiesenen Thatbestand nicht zu alteriren vermag. Es zeigt aber die Bemerkung von der beklagenS- werthesten Unkenntniß des eigentlichen Gegenstandes der Con- troverse in Baden, welchen der edelmüihige Erzbischof als treuer Oberhirt seiner ihm von Gott anvertrauten Heerde nicht langer fortbestrhcn lassen durfte, und gleich dem großen Bekenner Clemens August Freiheit und Leben einzusetzen bereit war, um der Kirche ihre ureigenen Rechte zu vindiciren. Die Staatsomnipotenz hat den ehrlich gemeinten §. 63 jenes Hauptschlusses, wonach „jeder Religion der Besitz und ungestörte Genuß ihres eigenthümlichen Kirchengutes und Schul- fonds verbleiben soll", diplomatisch dahin ausgelegt, daß ihr die Verwaltung gebühre, hat diese dann unter drei vielbändige Behörden vertheilt, als da sind: Oberkirchenrath, Kreisregie- rnng und Ortskirchenvorstand, welche sich des gefährlichsten Rechnungscommunismus, wie erwiesen vorliegt, schuldig gemacht haben. Das dem Erzbischof gesetzlich zugestandene Mitaufsichtsrecht war darauf beschränkt, daß demselben ein Ausweis über Einnahme, Ausgabe und das Vermögen unter der Verwaltung des resp. Kirchenrathes stehenden Fonds" mitgetheilt wurde. Nach einer solchen im Jahre 1825 dem Erzbischöfe eingereichten Uebersicht pro 1850 betrug der Ausfall 67,731 fl. 37 kr., ohne daß ersichtlich gewesen, wodurch das Deficit entstanden. Eben darum hat der Episcopat der oberrheinischen Kirchenprovinz mit Recht beklagt, daß die Verwaltung des ' Kirchenvermögens eine Umkehr aller Rechtsbegriffe über das Eigenthum sei, und diese Klage ist namentlich in Baden seit der unglücklichen Kirchenverordnung vom Jahre 1830 laut geworden. Weit entfernt, sich rühmen zu dürfen, in Beeinträchtigung der Kirche hinter anderen Staaten noch zurückgeblieben zu sein, hätte Graf Leitungen einen Theil des auf seiner Regierung schwer lastenden Vorwurfes der größten Undankbarkeit gegen die Kirche auf sich genommen, indem nach Klüber'S Angabe der Staat durch ^ie Säkularisation von 1803 der Kirche 1719 Geviertmeilen Landes und ein Capi- tal von 420 Millionen Gulden entzogen, trotz alledem seine Hände nach dem zur Sustentation des kirchlichen Haushaltes Nothwendigem immer noch gierig ausgestreckt hat. Weg mit dem Oberkirchenrath, weg mit den Kirchcnrechnungskammern in den Kreitregierungen, weg mit den Ortskirchenvorständen, die den Pfarrern die Kerzen und die Hostien für den Altar- dienst vorzählen, so wird man, wie in Baden, so auch in Rom sagen: mag der Staat eine Aufsichtsbehörde hinstellen, die da zusehe, daß wirklich das Vermögen der Kirche und Schule zu deren geheiligten Zwecken verwendet werde. In den erzbischöflichen Betriebsplan darf die Regierung in keiner Weise eingreisen; die Kirche ist Herrin ihres Vermögens und sie hat in dem Bischöfe sich selbst den Verwalter bestellt. Unter allen Corporationen im Staate ist die Kirche, ein Hort der bürgerlichen Gesellschaft, die alleruneigennützigste, da sie nur für ihrer Angehörigen zeitliches und ewiges Wohl bedacht ist, während alle andere mehr oder minder für ihren Beutel spcculiren. Merkwürdig, daß nur sie von der widerrechtlichen Staatsanmaßungen betroffen wird, ihr Eigenthum nicht selbstständig verwalten zu sollen. Wenn Graf Leiningen die Gerechtigkeit deS AdministrationSmodus so sehr betheuert, möge er doch bedenken, daß seine Regierung nichts besser thun kann, als der Kirche die selbstständige Verwaltung ihres Eigenthums zu belassen, um sich gegen jeden Vorwurf sicher zu stellen. So die „D. Vh."
Nach Berichten der „D. VH." aus Rom ist Graf Leiningen von der Nachricht über die letzten Vorgänge in Laden auf's Tiefste betroffen worden , und, wie dem gut unterrichteten „UniverS" aus Rom geschrieben wird, hätte sich sogar ,
Auch soll von dem durch die Kammern bewilligten Credit i. 30 Millionen Thaler vorläufig nur Die Hälfte zu 94 Proz^ und zu 4'/, Prozent Zinsen flüssig gemacht werden. Die Ei«, Zeichnungen dürften schon am 1. Juli D. J. beginnen.
Der hiesige sehr bedeutende Wollmarkt geht seinem @nbe entgegen. Das Geschäft war äußerst lebhaft und rasch. Sonntag Morgen in Der kurzen Zeit bis zum Anfang Gottesdienstes (9 Uhr) waren für circa 50,000 Thlr. Woll verkauft.
Die griechische Angelegenheit soll namentlich dem hiesig, Gabinet noch viele Schwierigkeiten bereiten. Der gegenwärtig Diesseitige Gesandte in Athen, Herr v. Thile, welcher für Gesandtschaftspostcn in Neapel bestimmt gewesen sein soll, nj wie es heißt, auf den Wunsch des Königs Otto in Grieche land belassen worden. Letzterer soll Herrn v. Thile viel Ba trauen schenken.
Wien, 18. Juni. Es wurde berichtet, „daß Seitens d« ; französischen Regierung Dem Diesseitigen Gabinet eine Nott übergeben worden ist, in welcher erklärt wird, daß Dieses jedem Versuch, die orientaliche Frage zu nationalen Demo«, strationen zu benutzen, entgegen treten würde." Eine ähnlich, Note ist nun auch, wie man der „D. Allg. Z." schreibt, j Seiten des englischen Cabinets überreicht worden.
Nach der „B. H." hat eine nicht unbeträchtliche AnM österreichischer Kaufleute am 16. Die Erlaubniß von der Öligen Regierung erhalten, für das anglo-fränkische AuM, Corps in der Türkei Die Lieferungen von Lebensmitteln noch Gallipoli hin zu übernehmen. — Der „Bresl. Ztg." wirb i gemeldet, daß mit Schlachtvieh-Lieferanten, von Denen btt j größte Theil aus Galizien und der Bukowina stammen, Ben trage auf 25,000 Stück Ochsen abge chlossen sein sollen, welche aus Dem Landwege über Semlin und Widdin ihm Bestimmung zugeführt werden würden.
Aus Brody, 14. Juni, wird dem Lloyd getrieben; Die, Ausfuhr von Pferden, Horn- und Borstenvieh anèRch ! land nach Oesterreich ist gestern an unserer Grenze verbot*n und unsere Stadt somit um eine nahmhafte Erwerbs- unb Nahrungsquelle gebracht worden. — Ich erfahre nachtrâM, daß die in Volhynien und Podolien ausgehobenen unb mit Sensen versehenen Bauern lediglich Die Bestimmung baba Die aus den Militärcolonien zum Kriegsdienste einberusm * Leute in Der Feldarbeit zu ersetzen, Damit ihr Boden nicht i unbebaut und der Ertrag verloren bleibe. SBauernfamilw, f die blos Ein männliches Glied zählen, werden von Dieser eigenthümlichen, übrigens ziemlich gerechtfertigten Recrutimj verschont. — Den jüdischen Gemeinden in Rußland ist k- deutet worden, keine Gebete mehr für das Glück der ruMi Waffen zu verrichten. Die Regierung scheint kein großes 'bn- s trauen in die Aufrichtigkeit der anbefohlenen Gebete eint! ■ Volkes zu setzen, das sich in jenem Lande eben keiner gr* Begünstigung erfreut.
Ueber die russischen Truppen beweg »ngen lang! der österreichischen Grenzen, vernimmt man noch ^ gendes. Nachrichten aus Belz vom 2U. Mai Zufolge steht â russisches Corps in der Stärke von etwa 50,000 Mann W Bugflusse bis an Die Weichsel; von Zamosk und Krylow ini- gefangen sind auf jede Viertelmeile Allarmstangen angebrW, wobei mehrere Männer beständig Wache halten. Auch w! Chmiclow wird bestätigt, daß sich Truppenmassen bei Jarnos . Zusammengehen ; bei Pulawy an der Weichsel und CzeuMau an Der Eisenbahn werden Hauptmagazine errichtet ynb Mke Theuerung macht sich in dortiger Gegend fühlbar. In unb um TomaSzow soll ein Jägerregiment unter General Kom- | lowic und auch ein Brigadestab ^General Adlerberg) lügen, i in Sliatyn, Chodiwance und Tarczow (Uhnow gegenüber) i sind Abtheilungen des "neunten Infanterieregiments Jegiersb - 5 bis 10 Mann in einem Hause einquartiert; die Angaben über die Stärke dieses Corps variiren von 20,000 bis 30,000 Mann und noch mehr. Meldungen aus Zbarasz und Peb- ' woloszycka sprechen von zwei am 8. d. M. zu Krzeaiienitt Podolski eingerückten Kosakenregimentern. Bei Hoty» werft» außer der bereits fertigen Brücke über den Dnister noch andere errichtet. An Verschanzungen bei dem StädtchenZ»»'
men, fragte mit der größten Ruhe und Freundlichkeit: „Tili geht fort? Das thut mir leit, jedesmal freute ,es mich, wenn ich auf meinen Spaziergängen zufällig ihr Rosengeficht sah."
Der Rentmeister aber sagte, vielleicht nur um etwas zu sagen, denn die übermäßige Unbefangenheit d,r Gräfin hatte uns alle befangen ge macht: „Ich habe gehört, eS seien von jeher unten in der Schloßmühle so schöne Töchter gewesen."
„Ja leider", versetzte ernst die Gräfin. Dies „Leider" konnten wir durchaus nicht mit ihrer ersten Aeußerung reimen und später erst sollte uns die Aufklärung werden.
Nach Tische kam Graf Eckhard, der Bruder der Gräfin, und theilte ihr die frohe Nachricht seiner Verlobung mit einem ihr persönlich befreundeten liebenswürdigen Mädchen mit. Sie nahm die Kunde sichtlich erfreut, aber mit ihrer gewöhnlichen Ruhe und Ernsthaftigkeit auf. Selbst bei den fröhlichsten Anlässen habe ich sie nie na v Frauenweise aufgeregt und heiter plaudern gesehen. Hätte ich nicht bei allem den maßlosen Hochmuth und Familienstolz durchschimmern sehen, ich hätte sie um dieses Ernstes und dieser Ruhe willen wie eine halbe Gottheit verehrt.
Den Nachmittag brachte das Geschwisterpaar miteinander meistens allein zu, der Graf wurde von einer gewissen Unruhe getrieben und hielt nirgcnkS lange Stich. Ich schrieb diese Beweglichkeit seiner Furcht, Tili zu verlieren, zu. Beim Thee erschien er gerade nur, um eine Tasse zu schlürfen und entfernte sich dann sogleich, um erst beim Nachtessen wieder zu erscheinen, und auch da, nachdem er den letzten Bissen in den Mund gesteckt, stand er wieder von der Tafel auf, indem er bei seinem Schwager Geschäfte, die nicht aufzuschieben seien, vorschützte.
(Fonsetzun« folgt )
△ Die FrohnleichnamSprocession zu Limburg.
DaS Hochamt ist zu Ende — auS dem weitgeöffneten EingangS- thor der Domkirche strömen die Schaaren der Andächtigen, um sich draußen auf dem geräumigen Kirchplatzc zu dem großartigen Geleite, das man dem „König voll der Ehren" auf feinem Umzuge durch die Straßen der Stadt und ihrer nächsten Umgebung geben will, zu ordnen. Schon während deâ Gottesdienstes haben sich Hunderte von frommen Wallern, die verhindert waren, dem feierlichen Hochamte beizuwohnen, vor den Hallen des Domes ringefunden. Hoch am blauen,
klaren Firmamente strahlt die goldene Sonne und stimmt das andächtige Herz des Beters, das die wegen Der ungünstigen Witterung erfolgte Verlegung des Jubelzugrs vom Frohnleichnamstage auf den darauf folgenden Sonntag mit banger Kümmerniß erfüllt hatte, zum Danke gegen den Höchsten.
Die männliche Jugend, wehende, blumengezierte Fahnen an der Spitze, hat sich in Reihen aufgestellt und setzt sich unter der Aufsicht ihrer Lehrer in Bewegung. Ihr folgen die Jünglinge mit ihren Bannerträgern, aus frisier Brust ein Loblied zu Ehren deS Heilandes beginnend. Mehrere Innungen, die der Bauhanvwerker voran, schließen sich ihnen an; feierlich und ernst schauen die Bildnisse der heiligen Schutzpatrone der Gewerke, die auf den Jnnungsfahnen prangen und von den jüngeren Handwerksmeistern getragen werden, auf die Schutzbefohlenen hernieder. Abwechselnd mit den heiligen Gesängen der Waller ertönen die harmonisch-ernsten Choralmelodien des städtischen M ul i kv erei n es, der nunmehr an uns vorüberzieht. Ihm folgt der Domchor, dessen Mitglieder je zu drei sich unter ihrer stolzen VercinSfahne gesammelt haben. Nach ibm kommen die Mit- glierer des Jünglingsbundes ebenfalls unter eigenem Banner, an welche sich wieder einige Zünfte anschließen.
Zwei lange Reihen weißgelleiveter, junger Mädchen, Lilien — daS Symbol der Unschuld — in den kleinen Händen tragend und von einigen Ordensschwestern geleitet, zeigen sich nunmehr vor unseren Augen und füllen unser Herz mit wohlthuender Erinnerung a i die goldene Kinderzeit, da daS Wort des Psalmistcn auch von uns noch gelten konnte: „Von den Lippen der Unmündigen hast du dein Lob bereitet, o Herr!" Ihnen folgen eine Schaar schon etwas älterer Mädchen, ebenfalls in weißen Kleidern und mit Kränzen im Haar; sie tragen zierlich gearbeitete Körbchen, aus denen sie den Weg deS Herrn mb Blumen bestreuen.
'DaS Klingen der Glöckchen kündigt uns das Nahen deS Aller- Heiligsten. Die Fahnen der Bäckcrzünft mit dem Bildnisse deS heiligen Franziscus, der gewürdigt wurde, die Schmerzen des Gekreuzigten zu empfinden, wehen nach altem Herkommen an der Spitze der unmittelbaren Begleitung des hochwürdigsten Gutes. Es folgen die Standartenträger mit dem Geleuchte, sogenannt von den Kerzen, welcheauf den mit hohen, von Holz geschnitzten Statuen der Heiligender, zierten Stangen brennen. Eine Anzahl Chorknaben, die Rauchfaß und Glöckchen tragen, schreiten dem hochwürdigen Cleruo voran, dessen Mitglieder zum Theile unmittelbar vor dem Baldachin gehen, zum
Theile unter Demselben ihre Stelle gefunden haben. Langsam ® würdevoll schreitet der Priester, der die werthvolle Monstranz mit» : Sanctissimum trägt, unter dem schützenden Gezelte einher, dessen von vier Meistern, des Wollweberhanvwcrkee getragen wirv. ö Mitglieder der städtischen Behörden mit brennenden Kerzen M die Enden des priesterlichen Gewandes. Dicht hinter ivm wir den hochwürdigsten Herrn Bischof im Festornate. Die uorg . Glieder res Gemcindevorstandes und einige andere Notable. brennende Kerzen tragend, schließen sich dem Clerus an. Nun ! : die nach übrigen Innungen mit ihren Fahnen; hinter ihnen ewn die Bundesjungfrauen, die Brust mit dem blauen Vcreinsbam> u ziert, den bei Weitem zahlreicheren Zug der andächtigen Frauen, welche in unübersehbaren Reihen Die Procession
Die Straßen, durch welche Der Zug sich bewegte, haben wr o^ , schmuck angelegt. Wald und Flur hatten dazu beitragen ;
fen Freubentag zu verherrlichen. Grüne Baumzweige Häuser und bildeten einen kühlen, schattigen Laubgang. Lang pelte Fahnen, die bis zu Dem Erdgeschoß hernieder hingen, web den Dächern und Deuteten Dem Zuge seine Richtung an; dw L aber zierten buntgewirkte Teppiche und sinnige Bilder . seiner Heiligen. Von Den vor den Hausthüren errichteten, Blumen, Bilcern und Teppichen von frommen Händen auSgtlV '^ z Altären stiegen dichte Weihrauchwolken zum klaren Hlmmei - , ■ das geschnitzte Bildniß des Gekreuzigten, von zwei brennende ^ umgeben, verzierte Den Hintergrund der Dankaltäre. Dtk «srrap mit duftendem Laub- und Blumenwerk bestreut. ®i< ’
Unterdessen ist der Zug auf dem Kornmarkte angeront» • ^, Reihen ordnen sich zur Seite und bereiten der Begleitung [(! g würdigsten Gutes eine breite Bahn. Der Baldachin len i Priester tritt hervor und stellt das Vcnerabile auf dem m i ^ Kunst errichteten Altare nieder. Mit lauter Stimme mW g^^t Geistlicher das Evangelium und einige Gebete. Rach « & „ ।
wird der Segen gespendet — Der Priester erhebt die die fromme Menge finkt auf Die Kniee. Die G^..„e â brin- ; fromme Kinderhände streuen Blumen und mächtige Boue i ? gen Der Start und Umgegend Kunde von der heittgen Lobgs's» gcnsspenduttg. Die andächtige Schaar erbebt sich, die fro ' „g wM sänge erschallen von Neuem und die Prozession sRifeboW^li Bewegung. Weiter geht es «u:ch Die Barfüßergaffe, Di Anlaâ' I die Vorstadt, über eine der städtischen Promenaren,