giösen Gefühle dann erblicken wollte, so wurde bei der allerh. Stelle eine Vorstellung in diesem Sinne voegebracht, welche die Verschiebung der 'aiigesetzten Oper aus nächsten Sonntag zur Folge hatte, wofür nun heute „StradeUa" gegeben wurde.
Weimar, 15. Juni. Gestern hat der frühere Minister, Herr v. Wybenbrugk, Weimar für immer verlassen. Er wird auf seinem Vanbgute Tegernsee verweilen.
Berlin, 16. Juni. Die „Allgemeine Zeitung" brachte dieser Tage die auffällige Mittheilung, daß Frankreich mit Dänemark wegen eines Durchmarsches französischer Truppen aus dem nördlichen Lager (bei St. Omer) durch Holstein nach Kiel in Unterhandlung stehe, und daß Dänemark sich dahin erklärt habe: es sei durch Verträge mit Rußland gebunden, dergleichen Operationen nicht zu gestatten, >S würde aber der thatsächlichen Ausführung des Durchmarsches keinen Widerstand entgegensetzen. Rach beute hier Uugegang-ucu zuverlässigen Rachrichten weiß man in Dänemark nichts von der angeblichen Forderung Frankreichs und von der angeblich daraus ertheilten Antwort. — Die Cb-fs der vier Roihsä ild'- schen Handlungöhäuser sind heute von hier wieder abgereist.— Eine Mobilmachung scheint nun auch für uns näher zu rücken. Man bezeichnet mit Bestimmtheit bereits die Anueeeorps, deren Mobiltsirung erfolgen soll; das preußische, das pommer'sche, sächsische und posen'sche. — Die Kabinette von Oesterreich und Preußen haben sich in der schon früher von und an gedeuteten Weise über die Rückanwort auf die Bedingungen der Bamberger Conferenzstaaken geeinigt, und werden in diesen Tagen die betreffende Note an diese erlassen. — I» der Diplomatte stehen für die nächste Zeit mehrfache Veränderungen bevor. Der Freiherr v. Canitz Dallwitz. Sohn deS frühe- c ren Ministers der auswärtigen Angrlegenheiten, erhält an ^.Stelle des Grafen Bernstorf den GesändtschaslSposten in Neapel. Aus den bisher von ihm bekleideten Posten in Turin Herr Brassier de St. Simon, wenn derselbe, wie ihm frei gestellt worden, darin willigt, ein treten, und in diesem Falle dann Graf Westphalen Gesandter in Stockholm, sonst aber in Turin werden. Graf Oriola vertauscht Rio de Janeiro mit Kopenhagen. Ueber die Angelegenheit des Herrn v. Usedom in Rom ist noch nichts entschieden, daher sind auch die Cvu- jecturen über die künftige Besetzung dieses Postens noch ganz unhaltbar. Herr v. le Coq, der siühcre StaatSsecretair im auswärtigen Ministerium, ist zyr Disposition gestellt. — Die Zurückkunft Sr. f. Hoh. des Prinzen von Preußen von seiner Jnspectionsreije durch die östlichen Provinzen dürfte erst am 3. oder 4. Juli zu erwarten jein, da Höchstderselbe einen etwa 5- bis ötägigen Besuch aus seinen in Westpreußen belegenen Herrschaften Flatow uub Krojanke beabsichtigt.
Es wurde, schreibt man der Köln. Zlg." aus Berlin, von den diesseitigen Staatsmännern der Versuch gemacht, Oesterreich dahin zu stimmen, daß cs sich zujucdcn stellen lasse, wenn die russische Antwort auch nur einen Theil der österreichischen Forderungen bewillige. Von Serien Oesterreichs wurde dagegen mit aller Bestimmtheit erklärt, daß es " weder mit der einfachen Wiederherstellung des Status qu o ante sich begnügen, noch auch aus eine Verzögerung der Enljcheid'ung mir den Waffen eiligeren könne. Es ist ferner authentisch , daß Oesterreich die Note vom 2. d. als die in der Convention vom 20. April vorgesehene Aufforderung betrachtet. Nach der Kass. Z. hätten die vier Mitglieder des Hauses Rothschild Berlin „unverrichteter Sache" verlassen. Jetzt ist nur noch das Angebot der rheinländischen Bankiers unter der Firma Oppenheim (Köln) und der mitinleresfirlen Darmstädter Bank übrig. Dazu kommt eine demselben affociirte Offerte Foulds aus Paris für den Belauf von 3 Millionen.
Der „Schw. M." meldet aus Berlin: Der letzte und entscheidende Schritt zur Lösung des verschlungenen Knotens ist uunmehr geschehen. Graf v. Benckenborff, der den König bis Stettin begleitete, überbringt ein eigenhändiges Schreiben unseres Monarchen au seinen kaiserlichen Schwager, worin er Letzteren dringend zu einer Zusammenkunft in der Nähe der preußisch-russischen Grenze einladen laßt. Alle oifteiöfen und
wohl ab r sie brüllen hören, von den letzteren ragegcn sah ich erst kürzlich noch ein sehr schönes Ercmplar, konnte aber leitet nicht zu Schusse kommen, da es meiner in einer Entfernung von etwa 30 bis 40 Schritte? ansichtig warb unr sich eiligst in ein undurchdringliches Akazicnbickicht zurückzog. Große Wildschweine iWarztntchwrinc, l'ha- cochoerus) sind sehr häufig; sie wohnen in EidhSË in den Wäldern. Eden so häufig sind Gazellen uno Antilopen, letztere in zwei ober drei Arten. Wilde Büffel bevölkern die sumpfigen Ufer deS Sees und sind des Fleisches und der Haut wegen eine gute Beute. Doch ist ihre Jagd gefährlich^ Bei einer meiner Jagdparthien drehte sich einer, den ich mit einem Schlisse verwundet hatte, plötzlich um, warf sich auf meine Leute, die schon des Sieges gewiß zu sein glaubt, ii, tödtete zwei Pferde und verwundete einen Mann sehr schwer. Ein anderer, den wir unterwegs, etwa 50 Meilen von hier, auftrieben, lief nach der Laravanenstraßc zu, und als er dort durch die lange lange Reihe von Karneolen seinen mückzug abgeschnitten sah, stürzte er auf eins - derselben, rannte es um und verwundete es so gefährlich an der Brust, daß es den Tag darauf erstochen werden mußte. . . . Die hiesigen schwarzen Damen stechten ihre Haare mit einem unendlichen Aufwand von Futter in zahllose kleine Zöpfchen, die in der Mitte des Kopfes w einen Kamm neiei iigt werden, der täuschend einem Dragonerhelm sieh,. Bisweilen tragen sie auch kleine Löckchen rund um den «opr herum, welche die Form und Größe und. Dank dem Fetl! auch .Konsistenz der Späne einer Bohrmaschine haben. Die Vorderzähne , ne roth, die Eckzäbne schwarz, so daß man lebhaft an ein Schach- 8 »innert wird, wenn sie den Mund austhun. Sie schminken sich • rwar Arme und Eicsicht mit Indigo, was ihrem Teint einen lächerlichen blauen Ton gibt. . . , Mein Empfang hier war i»Wnb: der Sultan schickte mir schon 50 Meilen weit 150 Reiter ■ und sein eigener Br der holte mich drei Stunden weit mit 1 âdmee von 3aoo Mann Cavallerie feierlich ein. Rädere Nach« und eine Menge geographischer Neuigkeiten kommen nächstens ter? ^k'"d>uß an Freund Petermann in London oder Professor Rit- : n Berlin ; die große Karavanc aber, die in einigen M naten von I a ,’W1, bringt euch Allen wieder viele und lange Briefe. Eure ■ 'äs"" nur getrost durch Oberst Hermann in Tripolis an den I lea»»h ? ^'»consul Gagliusfi in Murzuk; von da aus ist öfter Gc- ° "Otit, Kleinigkeiten hierheizuschicken, als ihr denkt. Goti bckohlkn l"
balbofficiösen WidcrlcgklNgen dikser Nächricht verdienen keinen Glaube». Es geschah qleichMs mit Rücksicht auf die eventuelle Zusammenkunft beider Mvligrchen, daß der Prinz von Preußen mit dem Könige in Königsberg zusammentrifft. Die Jiispection der Jnfanterieregimenter in Preußen und Polen ist blos der ostensible Grund. Nimmt der Kaiser von Rußland die Einladung nicht an und erfolgt eine ablehnende Antwort auf die österreichische Note vom 3. Juni, so werden sofort nach der Rückkehr 150,000 Mann mobil gemacht. Dieß ist der Stand der Sache.
Berlin, 17. Juni. Nach einer Börsennachricht würde vorläufig nur ein Theil der Anleihe, das heißt 15 Millionen, zn 4% Prscent mit 1 Proccnt Provision, Cours 94. ausgegeben. Die Seehandlung soll Betheiligung annehmen.
Nach den neuesten Nachrichten fand sich die englische Flotte 29 Kriegsschiffe stark und mit 18 französischen Kriegsschiffen vereinigt, am 13. zu Barösund, 20 englische Meilen diesscit Sweaborg, und sollte demnächst nach der SnM Hochland abgehen. Wie es heißt, wird man Sweaborg nicht angreifen, sondern dircct nach Kronstadt gehen.
Dresden, 16 Juni. Nam dem „Dicsd. I." ist auf der Bamberger Conferenz der Antrag auf ein ausdrückliches Auerkenutnltz der Berdienstc Rußlands um Deuifchiaud weder von sächsischer noch von anderer Seile gestellt worden, „aus 6cm einfachen Giui.de , weil sich die Conferenz nicht mit geschichtlichen Studien, sondern mir den Anforderungen der Gegenwart zu beschäftigen hatte."
Wien, 15. Juni. (N. Pr. Z.) Die heutige Frohnleich- namsprocesston bot ein Bild jenes altheikömmlichen patriarchalischen Gepränges und jener würdigen Pracht, wie man sie hier seit Jahren nicht geschaut hat und die nach hiesigen Traditionen mit dem Begriffe des Festes innig verwebt ist. Der feierliche Umzug aus der Domkirche zu St. Stephan begann nach 7 Uhr Morgens und endete um 10’/2 Uhr. Außer Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin wohnten ihm II. kaiserl. HH. die Erzherzoge Franz Karl, Ludwig Joseph, Rainer, Ernst und Joseph, dann die Erzherzoginnen Elisabeth (Gemahlin des Erzherzogs Karl Ferdinand) und Marie (Gemahlin des Erzherzogs Rainer) bei Den Zug bildete der gesammte kaiserliche Hofstaat, die geheimen Räthe und Kämmerer, die Ordeiiritter, die Leibgarden, das Domcapitel und sämmtliche Pfarreien, der Universitätskörper, her Gemeinderath und Magistrat, der Bürgermeister an der Spitzc, die Zünfte und Innungen u. s. w. Die kirchlichen Functionen hielt der Fürst-Erzbischof Dr. Ritter v. Rauscher. An hohen Würdenträgern waren die gesummte Generalität, der ReichS- rath, die Minister, der Statthalter, die Spitzen der Behörden rc. zugegen. Auf den Straßen und Plätzen, durch welche die Procession sich bewegte, paradirte Militär und bildete Spaliere. Ein combinirles Grenadier-Bataillon auf hem Graben gab nach dem Schluß der kirchlichen Feicr dic^üblichcn Ge- neral-Dechargen. Tic ansgerückte Mannschaft deftlirtc dann aus dem Burgplatze vor Sr. Majestät dem Kaiser. Wie alljährlich, so hatten sich auch diesmal unabsehbare Massen der Bevölkerung tbeilnebmenb bei der Feier eingefnuden. — Die Vermuthungen über ein nahe bevorstehendes großes National- Anlehen oder anderweitige Finanzmaßrcgcln im Interesse unserer Landeswährung, die man mit den bereits erwähnten Berathungen einer von dem Finanzministerium veranlaßten Conferenz von Fachmännern in Verbindung bringen wollte, sind so schnell verstummt, als sie entstanden waren; wenn ihnen auch nicht alle thatsächliche Begründung abzustreiten sein dürfte, so scheint eS doch, daß die Gelb- und Geschäftswelt den in Rede stehenden Conferenzen größere Bedeutniig und eine nähere, concretere Wirksamkeit beigelegt hat, als den jetzigen Umständen entsprechen mag. — Der hiesige Lloyd ist vermöge Vertrages mit der Gesellschaft, welche dieses Blatt gegründet hat, in das Eigenthum des bisherigen Admlnntra- tors und thatsächlichen Redacteurs, Herrn Eduard Warrens, übergegangen.
Gras v. Medem, Sohn des früheren faij. russischen Gesandten am hiesigen Hofe, ist am 14. aus ^t. Petersburg
Zur Tagesgeschichte.
** Am 13. b. rource das von Sr. Maf. dem Kaiser von Oesterreich den im I. 1794 im Lazareld des Schlosses zu Bensberg an ihren Wunden ihrer bei Jemappes, Aldenhoven und ankern Treffen jener 3cu verstorbenen österreichischen Soldaten gestiftete auf bem BeerkigungSplaß bei Bensberg errichtete Denkmal feierlich enthüllt. Das Monument besteht aus einer gothischen, oben in ein Kreuz auslaufenken Säule, von eisernem Gillerwerk umgeben. Die einfachen Inschriften lauten: vorn: ..Ruhestätte österreichischer Krieger. 1794" , hinten: „Errichtet 1854. Franz Joseph, Kaiser von Oesterreich." An der rechten Seite befiabtt sich ber Doppeladler mit dem faif. Wappen, links ein Phan» taficwappen mit MiUlärdlemen.
*• In England sieht man das Dampfschiff „City of Glasgow" als verloren an. Das Schiff war sammt Lacnng für 500,oou Pfo. Stelling veisichert. Es hat allem Anschein nach in ren riesenhaften Eisfelder, i seinen Untergang gefunden, welche massenweise das atlantische Meer Wochen lang hinunierschwanimen. Das Schiff verüeß am 1. Mär: bib.rpool und keine Spur ist bisher von ihm gefunden worden. Es hatte 111 Kajaken - und Salonvaffagicre, 293 Hinter- bcckpaffagicrc uno eine Mannschaft von 76 Seeleuten an Bord.
** Man errävlt, daß Kaiser Feidinand der jungen Suberin Elisabeth bei Gelegenheit Ihres Besuches in st'loschkowiß die Ueber-aschung bereitet habe, ein Zimmer vcS Ploschkowitzcr Schlosses ganz so anomalen und einrichten zu lassen, wie es Ihre Majestät als Prinzessin in Possenhofen inne hatte. Sogar eine von ior im väterlichen Hause unvollendet gelassene Arbeit soll die hohe Frau auf einem Tischchen wltdergefundcn haben.
** Ueber das furchtbare Erdbeben, welches die Stadt San-Sal- vator verwüste, hat, erfährt man folgendes Nähere: Ter erste Stoß ließ sich am Gründonnerstage verspüren, jedoch richtete derselbe Line Verheerungen an. Am Nachmittag des Ostersonntags aber erfolgte ein so starker Stoß, daß Hunderte von Häusern nieoerstürjtm und bie Lust mit Staub erfüllten. Es sollen 5000 Menschen tabei um's Leben gekommen sein, ter Schaven an Eigemhum wird auf 4 Millionen Dollars geschätzt.
** In bem königl. Schloßgarien zu Stuttgart wird sehr eifrig an der Ausrichtung von Postamenten zu zesn weiteren Statuen auS karrarischem Marmor von der Meisterhand Hofer'S gearbeitet. Die Siatucn sollen Ende dieses Monats hi» hintreffen und wo möglich
hier angekommen. Es heißt, derselbe babe wichtige Mitthelr hingen für die russische Gisändtschaft überbracht.
Krakau, 13 Juni. Diesen Abend sind wir durch die . plötzliche Ankunft des Erzherrogs Karl geibinanb (Sobn des , verstolbenen Ercherzogs Kurl Lndwist) überrascht worden. ? Ee ist zum Befehlshaber des Armee CorpS in der Bukowina f bestimmt, wohin er sich sofort über Lemberg begeben wird.
Militärische Demonstrationen der russischen Trup- i pen an den östlichen und nordöstlichen Grenzen deS Reich- - mehren sich.
Frankreich.
Dem Moniteur wird aus Athen vom 7. d. berichtet: f Die am 4. im Piräus angelangten britischen Truppen wur- . den am 5. mittelst französischer, österreichischer und britischer < Boote ans Land gebracht. Das Erscheinen der österreichischen ■ Flagge neben den unsrigen brachte eine sehr lebhafte Senfa- | tion hervor. Das beste Einvernehmen herrscht zwischen den i französischen und britischen Soldaten. Das Ministcrinin leitet die Geschäfte in vollständiger Einigkeit. Die Loyalität, Um- i sicht, Entschiedenheit seines Verfahrens wendet ihm die Gc- | müther zu. Die drei abgesetzten Generale haben sich unterworfen. Tb. Grivas, Tzavellas und viele andere Offiziere sind zurückgekehrt, um von dem Amncstiedecrete Gebrauch zu machen. Der letzthin von den Türken erfochtene Sieg hat die Pacifikation von Epirus beschleunigt und vervollständigt. DaS Gerücht von einem Siege Karatassos in Macedonien ist falsch.
Das Journal des Debats läßt sich aus Deutschland mittheilen, die Antwort des Kaisers Nicolaus auf die Somma- tion Oesterreichs werde voraussichtlich weder eine förmliche Annahme, noch eine kategorische Verweigerung sein, und es sei zu hoffen, daß der Czar nun auf das im Wiener Proto- coll gemachte Anerbieten eines europäischen Congresses werde eiligeben wollen.
Eine telegraphische Depesche meldet aus Havre, daß gestern daselbst von Ncw-Uork der „Franklin" eiugetroffen und mit ihm der Sohn des Prinzen Jerome Bonaparte (aus erster Ehe, die wegen Unebenbürtigkeit der Gemahlin des Prinzen aufgelöst wurde.)
Der Präfect M Gersdepartcments hat in seinem Departement aller Orten das dort häufig übertretene Gesetz anschla- gin lassen, welches den Verkauf von Getreide jeder Art auf dem Halm bei Strafe verbietet.
Belgien
.Brüssel, 16. Juni. Außer dem Chef der „liberalen" Partei, dem früheren Minister Charles Rogier, ist noch ein anderes Mitglied deS Ministcriums Rogier, der ebenfalls sehr liberale Herr d'Hoffschmidt, bei den Wahlen durchgcfallcn. Das Land ist eben der liberalen Phrasen müde, mit welchen diese Freimaurerclique ihres Terrorismus und ihrer Stelle», jägerei jo meisterhaft zu verhüllen verstand! An vielen Orten hat das Landvolk bei den Wahlen den Ausschlag gegeben.
Die „Jndcp. Belge" vom 14. Juni, welche das Ergebniß sämmtlicher Wahlen mittheilt, jagt (und cs ist ihr, als einem ministeriellen Blatte, hierin unbedingt zu glauben): man könne sich nicht verhehlen, daß dieselben die politische Lage zu Gunsten der fleritaleu Partei völlig ändern.
Niederlande.
Haag, 17. Juni. Die Wahlen sind nun allenthalben beendigt und bereu Ergeb!'iß ist bekannt. Die Partei Thor- decke gewinnt 5 Stimmen. Die Mitglieder der zweiten Kammer werben sich eintheilen, wie folgt: Ministerielle 31, Partei Thorbecke 18 Katholiken 14, Änti-Revolutionäre (Partei Groen) 5.
I» Holland, bemerkt das „Mainzer Journal", geht eS mir der ultraprotestantischen Partei schon wieder z u E n d e, nachdem sie das berüchtigte Bischofsacsetz gemacht und es einen Augenblick lang geschienen hatte, als liege das Regiment dieses confessionell gemischten Landes in ihren Händen. Ein Führer dieser Partei nach dem anderen fällt bei den Neuwah- len zur zweiten Kammer durch, jo nun gar am 15. b. zu Zwolle das salbungöreiche Haupt derselben, Herr Groen van Pri uster er, der nur 738 Stimmen erhielt, während
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*’ Die Tochter kcs Directors Renz, eine trotz ihrer Jugend bereits ausgezeichnetc Reiterin hat bei brr letzten Vorstellung in Wien das Unglück gehabt, vom Pserre zu stürzen und einen Arm zu brechen. — Einer ter Strauße mußte in Folge eines Beinbruches ge- töctet werken.
” Am 13. b. M. ist in Berlin, 55 Jahre alt, die Wittwe Albert Lortzing's geü»ibr:i, „nach langen Leiden', wie bie To- beéan.eige besagt.
Literatur.
In der „Geschichte her Stakt Strehlen in Pr.-Schteffen von Fr. 1. Görlich" finken wir S. 523 eine nicht uninteressante Notiz über die Abstammung des unglücklichen Dichters Nicolaus Lenau, He bem Schwager desselben, bem österrciwltwen Hofvuchdal'er A. I. Schurz zu versanken ist. „Die Familie Niemtz (au» N.emdrs ge- nannt) gehörte zu ben Vornehmen ber Stadt Strebten bis in vaS 18. Jahrhunvert uno bereitete bie höheren Stadtämter. Der Notar Adam Franz Nunbts rettete am 6. October 1706, wo ein Brand faâ bie ganze Stakt in Asche legte, bie meisten Armive bei Rathhau'kS in die Canzlei, murre Rathmann, Waisenberr unb starb als Procc», sul 1725 ben 25. März. Sein Sohn Augustin trat 1737 in rra Milllärstand uno starb zu Wien 1777 alS Xttular • Oberftlieutmant, ber seinen einzigen Sohn JowpS derselben Saniere wikmete. Joseph nahm jedoch fruo feinen Abschied und suchte und erhielt vas AkriS- kiploin 1820 als Edler oon Strehlen au, weil feine Vorfahren in Strehlen heimisch gewelen. Jpin wurde am 13. August H02 Nicolaus Franz (ber Dichter) geboren, der in Prepburg und Wien sturirte."
Mole sch ott in Htiktlberg arbeitet an einer „Physiologie für Gebildete". Dieselbe soll in zwei starken Bänken in zahlreichen Ad« bilkungen erscheinen. Auch von Heikel off in Nürnberg, dem re# schätzten Veteranen ber deutschen Baukunst, wird ein neues intenffan« teS Werk vorbereitet: „Die Kunst kes Mittelalter« in Schwaden, Denkmäler ter Baukunst, Bildnern und Malerei, ebenfalls mit zahl, reichen Abbildungen.