Einzelbild herunterladen
 

Nassauische Allgemeine Leitung

Bestell cm« en neunten an in Wiesbaden die Expedition (Wilh. Fr-edeick'la>e Duchbanclunp, kanflgafseNr. 42) auiwactS alle Postanstaân. Inserate: die vier- spaltige PetNzciitWder deren Raum 3 tr.

1854.

Nr. 141

Montag, 19. Juni.

Bestellungen auf das dritte G-uartai der Nassauischen Allgemeinen Zeitung werden baldigst erbeten

Der letzte Hirtenbrief des Erzbischofs von Freiburg.

Der Hochwürdigste Herr Erzbischof von Freiburg hat ge­gen den Vorwurf, welchen sie ministerielle Presse gegen Ihn zu erbeben gewagt: er habe seinen Eid gebrochen, in die- fen Tagen folgenden Hirtenbrief erlassen:

Her m a ii n von V icar i, durch Gottes Erbarmung und des heiligen apostolischen Stuhles Gnade'Erzbischof von Freiburg, Metropolit der oberrheinischen Kirchenprovinz rc. re. entbietet dem Hochwürdigc» KârnS und allen BiSthumsange- hörigen Gruß und Segen von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesu Christo.

Geliebteste! In allen ihren Drangsalen hat die beilige Kirche stets im bitteren Leiden ihres göttlichen Stifters Trost und Kräfligni'g gefunden, zumal die Leiden der Kirche keine anderen sind, 'als die Leiden des Erlösers selbst, welcher in seiner Kirche fortlebt bis zum Ende der Tage. Umringt von schwerer Bedrângniß finde auch ich und findet Ihr, Hoch­würdige Brüder und geliebteste Diöce anen mit mir den süßesten Trost in dem Hinblick auf unseren leidenden und sterbenden Erlöser; ja nicht blos Trost schöpfen wir aus der Gnadenqnelle des Kreuzes, sondern auch Freude, dieweil wir gewürdigt sind, mit dem Herrn zu leiden, Aniheil zu nehmen «ii Seiner Schmach, an Seiner EÜiiedrigung , an Seinem Schmerz. Niedcrgeworfeii vor dem Bilde des Gekreuzigten, schreibe ich diese Hirtenworte an Euch, Hochwürdigc Brüdei und geliebteste Diöcesanen, vor Allem, um Euch den innig­sten Dank anszusprechen für die allseitige Tbeilnahnie, für die' vielen und manchfachen Beweise der Liebe und Anhänglichkeit, die ich während meiner Vcrhaftnng eihbmi, und Euch kund zu thuen, welch' unaussprechlichen Trost id' in Euerer Liebe, Euerer Trauer, Euerem Gebete gefunden über mancherlei Un­bill, die ich namentlich in letzter Zeit habe erdulden müssen.

Geliebteste, ich bin ein 82jâhrjger Greis, stehe an der Schwelle der Ewigkeit', glaube fest und unerschütterlich an den ewigen Richter Jesum 6 bi ist um, den obersten Bischof der Seelen, welcher mich, seinen unwürdigen Knecht, berufen, die­sen Theil Seiner durch Sein kostbares Blut so theuer er­kauften Heerde zu weiden, und welcher bald vor iei neu Richter- stuhl mich laden wird, um Rechenschaft zu verlangen über die Führung meiius - sogar Engeisschultern ui schweren bischöfliche« AuUcs. Mr bereift es nicht , dass ich unter solchen Umständen in der Aiièübung meines Amtes stets die reiflichste Ueberlegung anroeube, und in meinen oberhirtlichen Verfügungen einzig und allein dem Drange meines Gewif- seiis folge.

Gott der Allerhöchste sei ewig dafür gepriesen, daß er in seiner Gnade trotz meines hohen Greisenalters, trotz meines langen, wahrlich mühe- und arbeitsvollen Lebens die Geistcsfrische und die Stärke des Willens in mir erhalten, so daß ich feierlich protestire gegen die durch Schriften und Reden sogar amtlicher Personen 7 untèr Euch verbreitete Lüge, als werde ich als Werkzeug einer gewissen Partei oder gewisser Personen gebraucht, und als seien die Erlasse und Verfügungen, die meinen Namen unter der Stirne tragen, nicht der Ausfluß meines Willens. Wie Jesus Christus von Herodes als ein Blödsinniger ist behandelt und mißhandelt worben, so wollen die Feinde der Kirche mich, Eueren Ober« Hirten, der Geistesschwäche und der Willenslosigkeit zeihen, mn dadurch meine Anordiiungcn zu entfrosten und um Euch zum Ungehorsam zu verleiten, unter dem frevelhaften Vor­

geben, als sei nicht ich es, der die oberhirtlichen Befehle er­lassen eine wahrhaft diabolische Arglist. Doch während die Feinde der Kirche mich einerseits als ein willenloses Kind zu schildern sich bemühen, erklären sie mich andererseits als einen gemeinen Verbrecher, als einen Mann, der verdiene den Gcrichtcn überliefert und von denselben verurtheilt zu werden.

Auch darin, Geliebteste, bin ich gewürdigt, in die Fuß stapfen unseres göttlichen Meisters zu treten, wie daS Heilige Evangelium erzählet (Luk. 23, 1. 2 ):Die ganze Versamm­lung stand aus und sührte ibn (Jesum) zu Pilatus. Sie fingen aber an, ihn zu verklagen und sagten: Diesen haben wir befunden als Aufwiegler uusercs Volkes und als Eillen, der verbietet , dem Kaiser Zins zu geben, indem er sagt, er sei Christus, der König."

Sind es, Geliebteste, nicht ähnliche, ja die gleichen An­klagen, die man gegen mich, Eueren Oberhirten, erhebet?

Weil ich der Wahrheit Zeugniß gebe, weil ich die Frei­heit und Selbstständigkeit des Reiches Jesu Christi wahre Ultd vertheidige, weil ich behaupte, Christus sei der König seiner Kirche, und diese in Ordnung und Vcrwaltuiig ihrer Angelegenheiten, in Verwaltung nud Verwendung ihres Eigen- tbumcö der weltlichen Gewalt nicht unterworfen, soiidern der von dem Gottmenschen gestifteten und mit dem heiligen Geiste ausgerüsteten Hierarmie zur Regierung und Leitung überge­hen, werde ich als Unruhestifter, als Aufwiegler, als Ueber; ireler der Gesetze, als Verletzer der laudesherrlichen Hohcitè- rechte, als Meineidiger im Angesicht des ganzen Volkes/äuge klagt und gebrandmarkt.

Es ist ein bitterer Leidenskelch, der mir kürrgeboten wird; doch aus Liebe zu meinem Erlöset, der aus Liebe zu uns noch weit größere Schmach auf sich genommen, trinke ich ihn gerne und freudig. Im Bewußtsein, nur meine Pflicht erfüllt, zu haben, würde ich lieber schweigen, und stille duldend mei­nen Schmerz mit den Schmerzen des Herrn vereiniget und ibn dem Allerhöchsten anfopstrn. Doch die Rücksicht aus Euch, Hochwürdige Brüder, geliebteste D'.öcesaucn , die 'Rücksicht auf mein Oberhirtenamt, das Gott mir übertragen, gebietet mir zu reden.

Darum erhebe ich mich, gestärkt durch den heiligen Geist, im Bewußtsein meines apostolischen Amtes aus meinem erz-; bischöflichen Stuhle, und prob stire vor dem Angesicht des all­wissenden und allhfiligeg Gottes nub gor der ganzen Welt gegen die wider mich erhobenen Anklagen, und bedeute bei Allem, was heilig ist, daß ich einzig und allein das Recht meiner Kirche vertheidigt, meine mit ewiger Verantwortlichkeit verbundene Pflicht erfüllt, daß ich, wie immer, so auch jetzt dem Kaiser gegeben, waS des Kaisers, aber auch Gott, was Gottes ist.

So ungerecht die Anklage wider Jesum, als verbiete Er dem Kaiser den ZinS zu geben, da er doâ! durch Wort und Beispiel das Gegentheil gelehrt, ebenso ungerecht ist die wider ; mich erhobene Beschuldigung, als hätie ich den meinem gnä­digsten LaudeSfürsten gelobten Eid gebrochen.

Kann eine ärgere Anklage gegen einen Diener der heilt gen Religion, namentlich gegen einen Bischof, erhoben werden, als die Anklage des EidbrucheS und des Meineides? Müßtet Ihr nicht mich von ganzer Seele verabscheuen, so das Brai.d- ; mal des Eidbrucheö aus meine Stirne gedrückt werden könnte ? Wahrlich, wenn ich mir eines solche» Frevels bewußt wäre, würde ich es nimmer wagen, ein Hirtenwort an Euch zu richten.

Doch Geliebleste, Euer 82jâhriger Erzbischof, Euer im Dienste der Kirche ergrauter Oberhirte, der sehnlichst wünscht aufgelös't zu werden, um bei Christo zu sein, ist kein mein­eidiger, kein eidbrüchiger Mann. Geliebteste, ich weiß, Wem und Wa 6 ich geschworen, und meinem Eide bin ich getreu geblieben bis auf den heutigen Tag. Es ist noch nicht lange, als wilder Aufruhr und Empörung durch unser geliebtes Baterland wütheten , als Volksauswiegler und Feinde der menschlichen Gesellschaft nud der Ordnung das geheiligte Band löste, welches Fürst und Volk umschlang,' den so milden, lieb­erfüllten Landesvater aus seiner Residenz und seinem Lande trieben, dann eine Schreckensherrschaft gründeten und für sich eidlich beschworene Treue und Gehorsam verlangten. Da­mals war die Feuerprobe für Heilighaltung des dem Landes­fürsten geleisteten Eibschwurs. Und Wer bestand diese Feuerprobe? Ach, nur wenige, sehr wenige bewahrten damals rein ihr Gewissen.

Beamte, Diener d e s S t a a t s, Diener d e s L a n- bessürsten, huldigten der provisorischen Regie­rung, nahmen Aemter von ihr an, brachten die Grundsätze der Revolution zur Geltung. Aber was that ich?-- Obwohl stündlich in Todesgefahr, verweigerte ich standhaft und unerschütterlich der r)volutionâren Regierung den Eid, bewahrte unter allen Bedrängnissen meine Treue und Liebe zu meinem rechtmäßigen Staatsoberhaupte, floh nicht von mei­ner Heerde, sondern blieb, ungewiß, ob Gefängniß oder Tod mich erwartet, in ihrer Mitte, um so viel in meinen Kräfien stand, meine Priester und Diöcesanen in Erfüllung ihrer Un« tertbanenpflicht zu erhalten und zu stärken.

Und nun erheben sich sogar Solche, welche damals nicht schnell genug der provisorischen Regierung hu l d ig e n ko n n te n, w e l ch e A n d e r e noch zur Leistung des Eidichures an dieselbe zu ver­leiten suchten, wider mich, und beschuldigen mich des Eid­bruches und des Meineides. Daß sie ob solchem frevent­lichen Beginnen nicht crröthen! Daß sie es wagen, mit sol­chen Anschuldigungen vor das Volk zu treten!

Wodurch soll ich denn meinen Eid gebrochen haben?

Dadurch, daß ich Gott mehr gehorche, als den Menschen? Aber der Eid wird ja dem Allerhöchsten abgelegt, kaun also nie zu Etwas, was Ihm, dem Heiligsten mißfällt, kann nie zu einer Sünde verpflichten. Kein Eid kann demnach von der Wahrung und Vertpcidiguug der Rechte der Kirche Gottes abhalteu, das allein aber habe ich "ge­than , und zwar nvthgebrungeu, getrieben von meinem Ge­wissen.

Oder soll der Eidbruch darin bestehen, daß ich in kirch­lichen Angelegenheiten landesherniche Verordnungen nicht für maßgebend Halte? Aber ich habe ja nicht geschworen, daß ich solchen unbefugter Weise von der weltlichen Gcwall er­lassenen Verordnungen über kirchliche Angelegenheiten Gehor­sam leisten wolle, ein solcher Schwur wäre ja ein großer Frevel gewesen, sondern ich habe ja den S t a a t s gesetzen Geborsam gelobt, also den Gesetzen, die in die Sphäre des Staates gehören, den Gesetzen, denen jeder Staatsbürger ohne Unterschied der Religion unterworfen ist. Wo und wann habe ich ein solches Staatsgesetz' übertreten? Es haiidell sich im gegenwärtigen Conflicte keineswegs um die Staatsgesetze, sondern um Kirchengesetze, über die zu verfügen dem Staate keinerlei Recht zusteht, und welche zudem durch völkerrrchiliche Verträge garanlirl sind; daß ich aber die Kirchengesetze heilig halten und zur Ausführung bringen wolle, habe feierlich

Der Pechmüller.

Rachtstück aus dem Thürlagerwalve von Ludwig Bechstein.

Sortupung.)

Der in sich gekehrte Reisenrc gab dein Verlangen seines Führers nach, der Liqueur des Herrn Christoph Teiwnieier war wirklich vom besten und der Führer sprach weiter:

Ja sehen Sie, mein guter Herr, es mögen nun hundert und et» Uche Jahre her sein, ober etwa u.ch etwas länger, ich weiß das nicht so genau, renn ich bin nicht dabei gewesen, aber wahr ist's. Sie tonnen mir's auf meine Ebre glauben, da hatten wir hier zu Reich- manneeorf im Goldberg uuv tin Bensberg und in anderen Bergen

Golvgruben uno 12 Pochwer« uno nun denken Sie, jetzt haben wir keine einzige Grube mehr, ein bischen Eiwn und Porzellansand, das ist ber ganze Beitel, der noch gegraben wird. Geht das natur»

Ich fßgC ncin , es ist mit dem Teufel ^gegangen -- ja zu das ist das rechte Wort, zugegangen ist alles. Lehen Sie a ^j uns eine Wittfrau, bie hatte einen einzigen Sohn und Ma« K*w ein Bergknappe; denn das Bergwerk florirte über alle h über Burlche war ein Bergmann. Wciin's Sonntag war, Wt die Pracht sehen sollen, da hatten Männer und Leiber e a" unB goldne Hüte und Haubcn auf, und die Orgel " Kirche war von Silber, bie ist hernach nach Saalfeld gekom- . ^d noch, aber 300 Starter tief unter der Erde, weil fic von *^ ~ und Altar, Kanzel und Taufstein, daS war alles auch ' unb Gold und wenn die Kirche aus war, da gingen bie den-, Mein unb auf die Kegelt ahn und da segelten sic mit gol- ant- I und golvenen Kugeln - ja, Hcrrl damals, da war mein» n ^ht ist's zum Erbarmen. Nun aber, daß ich wieder auf frau K ut Rede komme, so war berfelbige Bursch , der alten Wi t- toQ. jbn, ein Bergmann, und da hatte fich's zugetragen, daß ein» @h h,;n purer Goldklumpen gegraben worden war, so groß wie eine (ttS.n unD "uw geformt, wie ein Sessel, der war auf 4000 fl. TOert h nc da kam der Herzog von Sachsen, der wollte das Berg- ein >,> ^ ?" und da fuhr er auf dem goldenen Stuhl in die Grude her c sauge Bergknappe mußte mit ihm einfahren und auch wie- aen b7m ""* "stil es dem Herzog gar wohl gefallen und von wc- voll D»s??^"sdu ^sups- schenkte der Herzog dem Jungen eine Hand- <ufaten. Wie nun so ein junger Bursche ist, das werden Sie

Wohl wissen, mein lieber Herr, flott ist so ein Bursch ; das viele Geld rrückt, W in der Tasche und Kirmes war's auw, es war gerade um die jetzige Zeit warten Sie einmal! den Wievielten schreiben wir renn heute? Richtig, gestern war Michaelistag , den 30. September schreiben wir, und da wirb's wieder jährig sein, daß sie den Burschen hängten und seine Mutter, die alte Here, den gotteslästerlichen Fliich that."

Sehen Sie, mein guter Herr!" suhr der Führer fort,das ging nämlich so, weil der Bcrgknaop ra? View Geld sehen ließ und auf« geben ließ, da gab cs bald Neider und war absonderlich Einer, der war ^^^^n erst sein Feind Sie -können ßch'Mchon denken, warum? Nun um eines Mädchen willen - der ging heimlich hin zum Gericht und klagte den Knappen an, er habe Gowerz unterschlagen uno ver­kauft, hält's in Ducaten verwandelt, ehe es in die-Saalselder Münze gelangt sei. Zu Saalfeld ist nämlich die Münze, müssen Sie wissen. Und auf selbiges falsches Zeugniß hin, das der Bösewicht beschwor, wurde der arme Bursche emgezogen, gefoltert, das Geständniß ihm abgepreßt und er zum Strang verurtheilt. Da mochten er und seine Mutter feine Unschuld noch so sehr betheuern - und auch schwören wollen, daß er das Geld vom Herzog erhalten, man ließ sie nicht zum Schwur und mochte auch beim Herzog nicht aufragen und so wurde der arme Junge gehenkt. Das Herz möcht' einem bluten!"

Der redliche Führer stano still und vermählte sein Mitgefühl mit einem Schluck seines Stärkungsmittels, bot das Fläschchen auch wie­der dem Fremden, doch dieser dankte und zwar sehr ernst uno wan­delte weitet. Sogleich setzte jener seine Erzählung unaufgefordert fort.

Wie nun alles Flehen und Bitten nichts geholfen h tte und der arme Kerl baumelte, da raunte die Alte, sei e Mutter, wie eine Ra­sende heim und nahm ein Nösel das ist das Quart von einer Kanne müssen Sie wissen, lieber Herr und füllst mit Mohnsa­men und lief damit an die Einfuhr des allerreichsten Stollens im Gold- be-g und machte ihr HexenhokuSpokus, denn eine Here war ft-, daS ist ausgemacht, und warf den Mohn in den Stollen und schrie in aller Teufel Namen: so viele Körnlein Mobneo jetzt bimibroden, so viele Jahre sollen alle euere Goldberge verflucht unb verwünscht sein, so wahr ihr meinen armen guten, einzigen Sohn unschuldig gehenkt habt 1"

Herr das war schrecklich und wie der Same dinunter fiel, da war's, als wär' jedes Körnlein eine Kanonenkugel , so donnerte, knallte und krachte eS drunten und ein Schacht nach dem andern brach ein und das ganze Bergwerk kam zu erliegen und die ganze H.rrlich-

feit , Pracht und Rnchlhum zu Reichmannsdorf hatten ein Ende, die goldenen Röcke und Hauben hörten auf und man trug wieder Bcder- mannsröcke, wie auf unseren anderen Dörfern und die Kegel und Ku­geln kamen weg und Krieg und Pestilenz kamen auch - da ging al­les zu Grunde und jener schreckliche Fluch ward noch bis dato nicht von dem Ort genommen und es ist noch immer kein Golderz wieder fündig geworden und kann auch noch ein paar hunderttausend Jahre .dauern denn denken Sie seiest, mein guter Herr, wie vi le Körn­chen Mohn gehen nicht in ein Nösel ich^möcht' sie nicht zâdlen und sollt ich all' mein Lebtag keinen einzigen Schnaps mcor trinken."

Unruhig walzte sich in dieser Nacht ter Pechmüller auf seinem La­ger. Der Alp drückte ihn, das Gold war der Alp, das air seiner Seele lastend lag. Es war sein - sein aber der Jüngling burft er ihm alles nehmen? - Und wenn nun der Soldat nicht wie­der zum Borschein kam, wer wußte drum? Waren nicht die Franzo- seit die Unterdrücker Deutschlands, waren sie nicht Todfeinde? Muß­ten nicht tausend und a erlaufend Söhne deutscher ter und Mutter zum Heeresdienste gezwungen, den Kalbfellen des nimmmatten S/o- berers folgen, von denen am Ende keiner wieder heimkehrle? Was lag daran, wenn ein Franzose in Deutschland verloren ging?

Aber Mord aber das Gewissen aber Gott! Doch daS Geld, das gab er nun einmal nicht wieder her aber den armen Teufel tobten? Nein - ihn verhungern und um fein men lassen ? Nein, das wäre leufli ch. Aber was denn thun? Wenn er ihm nun davon half und sie kamen unv suchten ihn, den Pechmüller, und fanden keinen und brannten das Haus nieder mit der Wöchnerin da­rin und dem kleinen Neugeborenen? Schauderhafte Gerank n, die keinen Schlaf in des Mannes Augen kommen ließen, seinen Frieden, keinen Enschluß.

Auw Ai mand du Lenoir schlief nicht lange er batte süß geträumt von Hcimäth und Glück und erwachte nun in der Schauerhöhle. Dl« finstersten und angstvollsten Gedanken kamen über ihn.

Es war noch früh, kaum graute^ der Herbstmorgen , da rasselten schon die Trommler den Schlag der Tagreveille durch Gräfenthal; ei­ner kam bis nahe an die Thalmühlen und schlug seinKamerad komm, Kamerad komm! - der Müller fuhr vom Lager auf, ebenso die Ein­quartierten, jeder rüstete sich schnell mit allem Gepäck mit Ober- un» Unteracwehr; es war Befehl gegeben, gleich nach dem Wecken zum Verlesen sich zu sammeln und Mann für Mann enteilte der Mühle.

Des Pechmüllers Sohn führte ein Geschäft durch die obere Kam