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Wiesbaden. 1851

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â RI td) Prti«! oierteljäbriß für und den Thun, und Tar.S'.aien poubkz.rk " 2 tl., sonst 2 fl. 24 tr.

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Nr. 139

Freitag, 16 Sunt

Bestellungen auf das dritte Quartal der Nassauischen Allgemeinen Zeitung werden baldigst erbeten

Dcutichtand

^ Wiesbaden, 14. Juni. (Sitzung der ersten Kammer.) Nach Ucbergabe einiger Petitionen, von denen eine von der Gemeinde Reckenthal, Amts Montabaur, worin Beschwerde aeaeu die Ueberweisung eines Bürgers der ehemaligen Ge- meiiibe Scspenroth erhoben ist, durch den Abg. Bellinger zur baldigen Berichterstattung befürwortet wurde, erfolgte die Be- rachimg M Gesetzentwurfs, die Reorganisation der Kriegs­schule betreffend Die Minorität der Eommiision (v. Eck) hatte beantragt,den Entwurf der Regierung zur nähern Erwägung zurückzugebeu, insbesondere darüber, ob nicht durch einen mit andern deutschen Staaten abzuschließenden und demnächst der Stättdeuversammluiig zur Genehmigung vorzu- legenden Staatsvertrag eine gemeinschaftliche Anstalt zur Heran­bildung von Offizieren zu erlangen sei. Gegen den Antrag sprachen RegierungScommissär Werre n und Abg. Bellinger; für denselben v. E ck und Marburg. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Dafür, also für die Ableh­nung des ganzen Gesetzentwurfs stimmten v. Eck, Gourde, Hoffman n und Marb u rg.

1 (Die zu errichtende Militarschule hat deu Zweck, junge Leute zu brauchbaren Offizieren heranzubilden) wurde alsdann ohne DiScussion nach dem Eiitwurf angenommen.

Zu §. 2 ward von dem Abg. Bellinger ein Antrag auf Festsetzung eineS 4jährigen Cur,us gestellt. Deis.loe wurde nach längerer Debatte, wobei Bellinger und Diehl für deiiselben, Möller, Höchst KrauS und Wilhelmi gegen denselben sprachen, abgelehnt. Ebenso fiel der Autrag der Commission auf Bestimmung eines dreijährigen Eursus. Darauf wurde die Fassung des Entwurfes (In der Militär- jchule werden in einem dreijährigen bis vierjährigen EursuS die den Offizieren erforderlichen allgemeinen und Fachwissen­schaften gelehrt) angenommen. Ferner wurde ein von der Commission zu diesem Paragraph beantragter Zusatz, worin noch als Uiilerrichtsgegcnstânde der- Kriegsschule aufgezählt sind: französische und englische Sprache, Geographie, Ge schichte, Mathematik, praktische Bermessungen, Slaturwissenschas- ten, Waffenkunde , Befestigungskunst, Terra nlehie, Taklik, Reglements, Zeichnen, Fechten, Schwimmen, Tanzen und Rei­ten. Der coiifejsioneUe ReligionSunleiricht wird den Zöglin­gen von den betreffenden Geistlichen ertheilt. Für diesen Zu­satz sprachen Diehl und Bellinger; dagegen Möller. Dersâ wurde mit großer Mehrheit angenommen. Daraus wurde der ganze Paragraph mit diesem Znsatzc angenommen.

$ 3. wurde nach dem Anträge der Eommission in folgen­der Fassung angenommen:Jedem Nassauer ist der Eintritt in die Militär schule gestattet, wenn er den in den 8§. 5, 6, 7, u. 8 gestellten Anforderungen genügt."

Die Anahme des 8 4 des Entwurfs:Ausländer, welche die in den folgenden §§. gestellten Bedingungen erfüllen, kann der Eintritt in die Militärschule gestattet werden," ersolgtohne DiScussion.

§ 5. ^ßur Aufnahme in die Militärschule sind dieselben Kenntnisse wie zur Aufnahme in die dritte Classe der Herzoglichen Gelehrten Gyuasien oder in die zweite Classe Herzoglichen Real - Gymnasiums erforderlich. Aspiranten haben eniw.der das Zeugniß der Reife zum Aufsteigern in die genannten Gym nasialclafsen beizubringen oder ein Examen abzulegen") wa­ren von der Commission 2 Anträge gestellt: 1) von Diehl und Graf Walterdorfs:Alle Aspiranten haben vor ihrer Aufnahme in die Militäischule einer Prüfung vor einer aus

Lehrern der Militärschule, des Gelehrten- und des R.al- kirchliche Kämpfe aufgeregten, betrübten und armseligen Zeit,

Gymnasilims zufammeligcsctzien Commlssion zu bestehen", und 2) von Kraus und v. Eck:Den ersten Satz nach dem Entwurf allzunehmen, dagegcu den zweiten Satz in folgender Weise zu fassen: Die Aspiranten, die eine Ledranstalt des HerzogthumS besucht haben, müssen sich durch ihre Zeugnisse, Diejenigen aber, welche eine Lehranstalt des Auslandes besucht oder Plivaiunterricht genossen haben, durch eine von einer aus Lehrern der Milttärschule, deS Gelchiten- oder Real- GymnasiulnS zusammengesetzten Commission zu bestehendes Examen über ihre gesetzliche Relse auewelsen." Abg. Höchst war gegen jede weiter Pcüfuugscvmmisston und empfiehlt die Annahme deS Paragraphen nach dem Entwurf, wonach jeder Aspirant sich an jedem Gymnasiums examiniren lassen könne. Nachdem die AntrtzgsteUer ihre Allsichten veriheidlgt halten, wurde der Antrag der Abg. Kraus und v. Eck mit 7 gegen 6 Stimmen angenomm.n.

Zu § 6 war an den Commisstonsmitgliedern v. Eck, Höchst, KrauS der Antrag gestellt, das achtzehnte Lebens- jahra statt deS im Entwurf vorgeschlagenen siebenzehnten Lebens­jahr für die Eilitretenden feftzusetzen. Der Antrag wurde angenommen. Ebenso wurde nach dem Antrag eines Mit­gliedes der Commission (v. Eck) der zweite Satz des Para­graphen (Unteroffizieren und Soldaten, welche sich die vor geschriebenen Kenntnisse aneignen, kann der Eintritt in den Uliterricht noch bis zum 24. Lebensjahr gestattet werden; sie müssen vorher zwei Jahre in der Linie gedient haben, bleiben jedoch während der Schuljahre in ihren Bechällnisseu casernill") abgeäubett und lautet:Unlerojfizi.re und Sol- balen, welche ;c. ist auf ein von ihnen elnzureichendes Gesuch der Eintritt u. f. w. gestaltet. (Schluß folgt.)

ID Camberg, 12. Juni. Gestern waren wir hier Zeuge einer erhebenden und ergreifenden Feierlichkeit. Die hiesige Bauzuiifl, Maurer, Zimmerleule, Dachdecker, Schreiner, Schlos­ser, Glaser, Tüncher, Die sich eine neue, werlhvolle Fahne an­geschafft, hatte den Herrn Pfarrer, Decanatsverwaller W e h r- srltz, gebeten, dieselbe während des Hochamts feiertlch zu weihen, wobei die Zunftmltgkieder zugleich den Wunsch kund gaben, durch eine solenne Gcneralcommunion sich an der Feier­lichkeit beteiligen zu dürfen. Als die Glocken zum Hochamte gerufen, fanden wir in der festlich geschmückten Kirche, deren weite Räume bereits von einer dicht gedrängten Masse har­render Gläubiger erfüllt waren, die Zunftgenossen in re>ervir- ten Bauten kniend, vor ihnen die reiche, mit den Bildnissen der aUersellgsten Muller mit dem göttlichen Kinde, u, b des hl. Joseph prangenden Fahne im Mtllelgauge des Langschlf- ses ausgestellt. Das Hochamt begann und als es bis zum Credo gekommen, bestieg der Herr Pfarrer die Ka> zel und setzte nach einer einleitenden Betrachtung über die Bedeutung des Festes der hl. $)reifalngteit Die Gemeinde in Kenntniß, welche besondere Feier dies Fen heuer hier verherrlichen solle. In einem kurzen, klar und tchaif geleugneten geschichtlichen Rückblicke zeigte er, wie Die Zünfte aus Dem Geiste der ka khvlischen Kirche hervorgegangen, im Boden Der Kirche wur­zelnd Die schönsten Früchte getragen, in einer ZZt aber, in einer Zett aber, wo dieser Boden immer mehr und mehr ge. lockert worden, allmählich auch Die Zünfte auseinander gefal­len und an Die Stelle starker, kräftig gegliederter Einheit ein selbstiüchliges, mark- und haltloieS Allei,.stehen mit all den traurigen folgen der menschilchen Selbstincht und ihren Le>- deiijchasleli getreten sei. Milten in all Dem Jammer einer durch Theuerung und Noth, Kriegsunruhen, poiUiiipe und

sei es ihm daher ein erhebendes, hocbcrfrculiLcS Gefühl, die Mitglieder der Bauzunft Sambergs als Männer des Glau­bens, der Hoffnung und brr Liebe begrüßen zu können; als Männer, die ihiem katholischen Glauben, ihrer eiiiiLlt'ffe- unerschütteriicheu Anhänglichkeit an die Kirche so berilich Zeug­niß gegeben, indem sie nicht nur die neue Zun flf.hu. der Kirche darbringt Nd dieselbe zugleich zur Kirche «sahne ge­weiht wissen, sondern auch an der Feier solcher Fabneuweibe durch den gemeinsamen Genuß des heiligsten Sacramento sich betheiligen wollten; als Männer, die in den für die neue Fahne gewählten Bildnissen daS öffentliche Bekenntniß abzu­legen sich nicht gescheut, daß sie ihre Hoffnung nicht in stolzem Selbstbewußtsein nur auf de eigene Kraft'und Ge­schicklichkeit, fondmi in frommer Demuth auf den durch die Fürbitten der erwählten Zunftpatroiie bei mittelten Beistand dessen setzten, der um die Welt zu erlösen es nicht veischmäht, der schlichte Sohn einer schlichten Handwerkerfamilie zu sein; als Männer endlich, deren warme, lebendige Liebe in diesen vielfach bedrängten Zeiten kein Opfer gescheut, um eine so werthvolle Fahne zu beschaffen und der Kirche darzubrin- geu. Nach beendigter Predigt trat der Pfarrer im Cbor- maiitel an den reich gezierten Marien Altar, wo auf 6 massi­ven Leuchtern mächtige Botivkerze» während des ganzen Hoch­amts brannten. Während der jüngsten Meister Einer mit der Fahne an den Altar trat, ergriffen 6 der ältesten Meister diese Kerzen und nahmen neben der Fahne Plag, worauf die Einsegnung unter den dazu bestimmten Kirchengebeten begann; und als der Priester die Hand erhob, um die neue Fahne, die Bauzunft und die versammelten Gläubigen zu segnen, warf sich Alles auf die Knie und das Krachen dreier Schüsse sprach eS weil hi..auf, daß der Segen gegeben werde im Na­men des Balers und des Sohnes und des heiligen Geistes. Es folgte noch eine kurze, ebenso kräftige als herzliche An­sprache an die Mitglieder der Bauzuuft; dann nahm das Hoch­amt an dem Hauptalkar seinen Fortgang und als nun die Kommunion des Priesters vorüber war, traten die Zunftge- nossen in würdiger Haltung zum Tische des Herrn, empfingen das hl. isacrameut und das Zusammenläuten aller Glocken ' verkündete es der frommen Stadtgemcinde, welch ein sa önes Elaubensbekenntniß die an der Communioubank versammelten Männer der Bauzunft in diesem Augenl licke öffentlich ableg­ten. wirkt kaum etwas ergreifenderes, als solch eine Ge- neratcoulmunion von Männern, und man konnte den tiefen Eindruck derselben auf allen Gesichtern losem Das war ein Fest christlicher Meister und wir gedachten in dankbarem Gebete der Bemühungen des hochwürdigen G.s.Uenpalriarchen Kolping, der es sich zur Lebensaufgabe gesetzt, für diese so wesentliche Schichte her Gesellschaft in unserm deutschen Bater- lanbe wieder eine christliche Zukunft zu gewinnen. Wir ver­ließen die Kirche mit dem fronen Bewußtsein, daß, wo noch ein so kräftiger Stamm christlicher Familienväter voiHan­den, die B-rsuche wahnwitziger Artik.lschreiber, wie jüngst einer von Camberg aus in der Miltelrh. Zta. sich am Pran­ger der Lüge gezeigt,spurlos vo. übergehen müssen.

Nach dem nachmittägig n Gottesdienste versammelten sich die Mitglieder der Bauzunft in dem Gastzimmer ihres Zuuft- valers mit andern wackern Bürgern zu einem Glase Wein und, da eben bekannt wurde, daß Se. Hoheit der Herzog die jüngst von dem Ministerium über acht von dem Herrn Bischose besetzte Pfarreien verhängte Temporaliensperre aufgehoben habe; so wurde diese Freudendolschast mit einem begeisterten Toaste auf den geliebten Landesfürsten begrüßt, dessen nicht enden

Der Pechmüller.

Nachtstück aus dem Thürrngerwalve von Ludwig Bechstein.

> Sorneeuifi)

Ein Schauer durchbebte den Jüngling, als er Den wie eine Rutpe geformten Wolkcnsircifeu sah.

Ha! Die Rutve des Himmels 1 rief er in seiner Sprache aus. O mein Vaiecland ! Dir gelten Diese Zeichen ! Du hast Dir Die Ruthe aufgebuncen und deine Söhne werden von ihr hinweggeperrschl , weit hinweg von dem vaterländischen Boden, wie Sclaven eines Tyran- nen gegen ein Land, das sie alle verschlingen wird, gegen ein un» bekanntes, wüstes, wildes Land, das erobern zu wollen eine Thor- heit, erobern zu können ein Wahn ist. Diesem Lyranncnoruck sich zu kmziehkii, ist kein Verbrechen! Zu lange schon folgte ich gezwungen "n verhaßten Fahnen, vom Herzen Der theueren Eltern, aus den Ar* wen Dtr liebenden Braut und Geschwister mit Gewalt gerissen."

Schmerzlich blickte Der Jüngling zum Himmel aus.

Und wenn ich jetzt gleich, wenn ich viele Nacht noch ginge?" Migte er ft$Wenn ich cer Frau deS Hauses - Die so gut scheint miet; vertraute sie schaffte mir wohl einen treuen GeleitSmann - sie ist plauverhast ich wage cs nicht. Der Mann? 0 finster, wir sind ihm unliebe Gaste - ich kann ihm darob !^')urnrn. Der Sohn mit dem ist nichts zu beginnen. Ikb Kann ich fliehen - allein fliehen? Ich kann nicht. Schrieb guter Vater!wage keinen übereilten Schritt - harre, ' Sohn, bist du in einem Ge irgslanbc bist, wo Berge, Dlanf S er die Verfolgung erschweren, aber auch dann entfliehe Nicht â damit du nicht aufgefangen wirst. Im Flachlanv wimmeln Lar ^^^ Do" Truppen Da kommst du nicht durch und zurück.

' bis ich selbst vir nahe bin, ich folge Dir, als HanvIungS- ij eil Der verkleidet, mit guten Pässen versehen, von Ort zu Ott und der bir naben und Winke geben, sobalv ich erachte, daß cs an ftedt^^^ ^' ' den bedenklichen Schritt, auf welchem Tov unv Leben darè» iU ^âgen. Um den funfuuvzwanzigsteu des Monais September N>., °" '"ich erwarten, da wird Dein Regiment über das Thüringer buMt sto-^ ziehen, die Compagnien werden ziemlich vereinzelt in die _ cr unc Serge getrennten Gebirgsorte gelegt werden. Dann uno so lange dauere und hoste!""

" ^^ ~~ 9 ^stt , Die bestimmte Zeit ist vorüber und der Vater

traf nicht ein, sandte mir sein Zeichen! Wir paben schon fast daS Gebirge hinter uns! Sollte der Vater Unglück gepaot paden? DaS wäre entsetzlich!"

Boe. widerstrebenden Gefühlen gemartert, von bangen Sorgen ge­quält , ging der Zuiigling in das Haus, als eben über den östlich das Tyal d gränzenden Bergen der Mond beraurfam.

Die Kameraden schliefen schon auf tyren Sacken, die Tornister als Kopfkissen, Die Mantel als Decken; Die Müllerin ichien den bevorzug­ten Gast zu erwarten .uno flüsterte:wir haben Droben noch eine Kam­mer mit einem Bett ist doch besser, als in cer Muhle. Sie schlafen weicher ruhiger, schlafen Sie recht wohl, mein guter jun­ger Herr! -

Gute Nacht, liebe Madame! Und ich danke Ihnen sehr!' erwi- derle Der Zungling und navm feinen Torniger uns Musktte.

Der Pechmuiler empfing aus der Hand seiner Frau die brenneube Lampe, er verschloß das Haus, leuchtrte Dem jungen Soldaten in Die Schlafkammer voran, die einsam lag, nach cem Wald zu. Der Jüngling warf einen Blick in Die mondbeglânztc frgche Herbstnacht und senkte.

Nun? Was fehlt Zhm? Fehlt Zhm noch was?" fragte der Pech- müller in seiner gemeinen Redeweise.

Ach, ich bin sehr unglucfi»!" erwiderte Der junge Franzose , vom Gefühl überwältigt.Ich will nicht zieyen in das kalte Ruß and ich mag nicht bleiben Soldat hinaus in den Wald desertir!" Das schwere Wort war gesprochen, der Jüngling eischrack, daß cs heraus war und schon reute ihn, fich initgetyeill zu haben gegen den finsteren Mann. Aber nun war gescheyen, nun mußte er suchen, des Mannes Beistand zu gewinnen.Im schönen Frankreich pabe ich eine Braut und eine gute Mutter, Bruder und Schwester. O lie­ber Freund! Verstecken Sie mich, morgen und noch ein zwei Tage es wird vielleicht kommen ein Mann, ein Commis voyagenr wird fragen nach Armand du Lrno>r so heiße ich ipm sagen Sie dann, wo er mich findet und wir wollen Ihnen danken ewig von ganzem Herzen."

Ei!" sagte auf diese vertrauliche Mittheilung der Pechmüller,da höre ich ja schöne Dinge! Wenn Der Aiueieu echappireii will, wer wird zuerst gefragt? Ich. Bei wem wird oifütrt und vigilirt? Bei mir. Die Franzosen , seine Landsleute, kümmern sich den Teufel drum unv stecken mir Die Muhle uberm Kopf in Brand, wenn sie ihn bei mir nicht finden. Nein M.sjeu, ras ist ein kitzlich Ding, daS kostet Hals

und Kragen. 3$ will cs lieber Dem Hauptmann zu wissen thun, was er für Hcivcn -al ! La gibt cs noch ein Trmkgelv zu verdienen. In Deutschland deseriirt kein eorlicher Soldat, weiß Er vaS Mosjeu?"

Der Franzose erschrack zum Tov.

O nicht verralvcn! nicht verrathen, mein guter Wirch !" rief er flehenv.3* kann auch geben Trinkg-Id! Mehr als mein Eapitân !" Damit füöpfte der Sprechende Die Montur auf, löste eine Leder- gu>t vom Leibe unv vielt daraus dem überraschten Muller eine Hanv voll Älapolconsb'or hin.

Nehmen Sie das nehmen Sie Alles nur verrathen Sie mich nicht! Verbergen Sie mich, helfen Sie mir!"

Beim Anblick des Kolbes, dessen er so viel beisammen noch nie gesehen, zuckt, n ZudaSgevanken durch die Seele des Pechmüllcrs. Daß das Geld der Schwiegertochter ihm zwar das Haus schuldenfrei g » macht, ihn aber ^onst n.ch nicht von allen Schulv-n befreit und daß nun Sohn und Schwiegertochter dafür als hubest per in der Mühle wohnten und walteten, vas war dem Pechmüster stets ein stiller 21 er» ger. Das Verhältniß Brüche ihn, machte ihn mürri ch wenn es ivm glückte, wenn er so viel Geld gewann, so gab er den Sintern das Zvre zurück, ließ sie in die Start ziehen, der Sohn konnte ein anderes Bewerb ergreifen, ober, wollt' er Müller bleiben, eine ei» gen Müvle erw.rben, eS gab deren n ch genug im Zopicngr.nve. DaS Walbwaffer floß für Alle jahraus, jahrein, da war nie ein Stillstand. Und er war dann wieder allein Herr unv Meister in der Müole.

Der Pech aüllcr sprach:ich brauch sein Geld nicht! Soll ich eS Ihm aber verwahren und Ihn dazu so will ichs wagen weil Er mich dauert. Es wäre doch schade um so ei i junges Blut. Geb' Er Die Geldkatze und nehm' Er seinen Tornister (ein Gewehr lass' Er nichts liegen. Ich will Ibn an einen Dit binbiiugen, wo Jvw kein Teufel sucht unv findet, den ich allein nur kenne. Freilich wag' ich mein Leben dabei!"

In Der Kammer hing eine Laterne. Der Pechmüller nahm sie vom Haken, stellle Die Hanvlampc hinein und pi,ß den Soldaten folgen. Dieser voll Hoffnung und Vertrauen patte die Hände zum Webet er» hoben und sendete in unausgesprochenen Worten Dank unv inbrünstig geS Flehen zum Himmel empor.

Ziii Gemach blieb ein kleiner Dolch, den der junge Soldat bei sich führte und abgelegt hatte, auö Versehen und Eile liegen

Leise ging der Pechn,üller eine schmale Hintertreppe hinab, die in einen engen, mit Holz und Brettern überfüllten Hofraum führte, schob