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»Uassaulsckt Allgemeine Zeitung erscheint, Sonn- . ettteteemmra lâgli^ Preis- vi»t«lj>chnq fflr »iöâdeu und Den Thurn une Tar>S'M>cn Pogreiirk 2 fl., sonst 2 ff. 24 kr.

Nassauische Allgemeine Zeitung.

ÄrMungen neLm-n an in S3ir»tat#n die Erpkt^on (Wilh.zr^etNâ'scLk BuL Handlung, f'anflflaih «r 42) auSwans alle Postanstalten. Inseiake: Die oter« spaltige ^mtitti« erer oeren Raum 3 fr.

Wiesbaden. 1834______________________________ Nr. 138.__Donnerstag, 15. Juni.

Bestellungen auf das dritte «Quartal der Nassauischen Allgemeinen Zeitung werden baldigst erbeten.

Das Subject des Kirchlichen Eigenthums.

Badische und Nichtbadische Zeitungen suchen die bekannte« Maßnahmen des Badischen Ministeriums in Bezug auf die Verwaltung deS katholischen Kirchenvermögens durch die Be­hauptung zu rechtfertigen, der in dem Erlasse des Hrn. Erz- bischofs von Freiburg vom 5. Mai d. J. nebenbei erwähnte Saß, der katholischen Kirche in ihrer Gesammtheit und nickt der einzelnen Kirchengem inde stehe dem letzten Grunde nach das Eigcnthuni am Kochen gute zu, sei völlig neu und gefährde die Rechte der Pfarrgemeinden. Wäre man nicht gewohnt, daß sich die Unwissenheit namentlich in kirchlichen Fragen breit zu machen pflegt, so könnte man sich über die fragliche Behauptung nicht genug wundern, indem dieselbe aller und jeder Begründung entbehrt. Zuvörderst bat der Erzbischof von Freiburg, wie derselbe auch in seinem io eben erschienenen vortrefflichen Hirtenbriefe vom 3. d. M. bemerkt, «irgendwie zu erkennen gegeben, daß den Gemeinden ihr stiftungsmäßiges Nutzungsrecht auch nur von ferne geschmälert werden sollte. Dazu hätte der Erzbischof auch gar­nicht dzzs Recht, und der Papst würde ibn schon in die ge­bührende Bahn zu führen wissen, wenn er über seine Befug­nisse hinaus ginge. Bon einer Gefährdung der Rechte der Gemeinden kann also überall nicht die Rede sein. Das badische Ministerium weiß dies auch gewiß sehr gut. Was sodann das Princip betrifft, daß die GefamMlknckc Eigen- thümerin alles für kirchliche Zwecke bestimmten Vermögens sei, natürlich u n b e s ch a d e t der st i f t u « g S m ä ß i g e n Verwendung für örtliche Zwecke; so ist dieselbe schon längst von der Doctrin ausgestellt worden. Bei den ältern katholischen Kircheurechtslehrern war diese Ansicht sogar die zcwöhnliche, wie sie denn auch dem EinbeitSpriucip der katho­lischen Kirche sich consequeut anschließt. Dagegen huldigten allerdings die protestantischen Kirchenrechtslehrer mehr der gegentheiligen Meinung, und seit dem Endedesvorigen Jahr­hunderts fanden sie allgemach auch Anklang bei den katho­lischen Schriftstellern. Schon Glück in seinem Pandectencom- mentare bemerkt dies bei der Lehre von den Sachen, und be­grüßt darin von seinem Standpunkte aus einen Fortschritt. Es war dieser Umschwung um so beachtenswerther, als noch das le tzte Rei ch sg tsetz, der D epu t«ti o n Sre c vom 25. Feb ru ar 1 803 (§. 63), jede christliche Religio nspartet als solche als E igenth üm erin -l-hMß.-K 84-4 -' » ö it teä -^-g ^ . ^ ^.^ - e i e. */te «UV geworfene Frage hat jedoch bei Weitem mehr theoretisches als praktisches Interesse; letzteres tritt erst dann ein, wenn, waS heute kaum geschehen wird, eine Pfarrgemeiude in ihrer Ge­sammtheit ihre bisherige Kirckengcmcinschaft verläßt, z. B- aus der katholichen Kirche in die protestantische eintritt. Aber gerade für einen solchen Fall ist ohnehin schon durch den 8. 38 des Edictes vom 30. Januar 1830 vorgesehen, daß die Fonds einer solchen Gemeinde nach wie vor für katholisch- kirchliche Zwecke verwendet werden müssen, und wenn wir recht untterMtet sind, so ist auch bezüglich der evangelisch- christlichen Landeskirche das gleiche Princip vertreten worden, als die frcigcmeindlichrn Bewegungen Anlaß gaben, die Even tualität des Uebertriltes einer ganzen Kirchengemeinde zu den Lichtfreunden inS Auge zu fassen. Wir haben hier nicht zu untersuchen, ob das Glaubensbekenntniß und der Verfassungs- bau in der protestantischen Kirche für eine wissenschaftliche Begründung deS Satzes, daß alles für Religidnszweckr be­stürmte Gut Eigenthum der Gesamnukirche sei und den ein­

Der Pechmüller.

Nachtstück auS dem Thüringcrwalvt von Ludwig Bechstein.

Traulich murmeln die Waldbäche und rollen zum Thalgrund, einen sich im Schoße grünender Liesen, brausen im Wehr und stürzen sich mit jugendlicher Kraft auf der Mühle Schaufelräder uno die Räder wälzen sich um und um und es pocht und poltert, so Tag für Tag, und fast in jeder Nacht und fern pocht der Ettenhammer, der gewal­tige PuIssLlag des Walvthales.

Das Mühlhaus liegt friedcnvoll; umbuscht von Erlen und beschat­tet von schlanken Ulmen und Pappeln. Eilt gut gepflegtes Gärtchen liegt nahe dabei und dahinter streckt sich ein weiter Wiesenplan voll duftiger Waldblumen. Belebte Straßen ziehen von den Bergen herab 'n die Thalcnge nach dem naeen Gebirgosiäctchen, über welchem der Rest eines alten Ritterlchloffes aus dunklem steilem Grauwackeschiefer« Klé hängt, einst der Stamin- und Herrensitz im Rcichscrbmarschälle von Pappenheim.

Der Bach, welcher die Mühlräder treibt, heißt die Zovte, d»S nahe « adichen heißt Gräfenthal. Es ist ein lieblicher Anblick, wenn die wenn Sonne mit ihlkn letzten Strahlen das Waldthal vergoldet,

Der«- Werten heimkehren mit ihren melodisch klingenden Glocken;

der K ^"^ Schimmer der Höhen; der blaue Duft in den Thälern, Wmaragdjjlanz der Wiesen hinter dem Mühlhaus.

r wüten auf der Wiese steht ein großer schwarzer Stein, just m ^'"dstein, denn ein Grenzstein ist cs nicht, es ist hier keiner- Grenze. - Ss ist ein Grabstein. -

, 'dar im Herbst deS ZahreS 1812, am 26. September. DaS friedliche Waldthal erfüllte TrommelfchaU, Hörnerrnf, gellen« pimen der Prckelflötrn. Napoleon wälzte ren Nachstrom feiner aen dRußland; einige Compagnien französischer Infanterie zo- einr» ^'"be; trafen in Gräfenthal ein und waren befehligt, dort Eina bei, Rasttag zu halten. Auch die Mühle erhielt mehrere Mann

die "'erung und riese kam unwillkommen genug, denn eS hatte

biefrn ^"" des MüllerPhns ihm ein Söhnchen geboren, just an

Verdruß ^' ^ ^^ i«r Freude die Sorge und zum Jubel der

srtiâ" ""e Müller - sie hießen ihn nur den Pechmüller, weil er unsr-^^p einer Pechhütte gewesen war - war ein mürrischer, "lreunvlicher Mann , doch wußte er gute Miene zum bösen Spiel zu

zelnen Gemeinden nur die stiftungsmäßige Nutzung deS ihr zugewendeten Kirchengutes zukomme, eben so viele Anhalts­punkte gewähre wie in der katholischen.

Dagegen müssen wir erwähnen, daß schon lange vor dem Ausbruche des jetzigen Kirckenconflictes die nahmhaftesten katholischen Recht leerer wiederum zu der alten Doctrin zu­rückgekehrt sind. So, um Anderer zu geschweige«, der jetzt zu Mainz als Siaalsprociirator angesteUte Dr. Seitz in sei­nem schon 1840 Herausgeacbeueu Werke:Das Recht des Pfarramtes"; ferner der K. Pr. Stadtgerichtsdirector Evelt zu Soest in einer 1845 veröffentlichten Schrift:Die Kirche und ihre Institute auf dem Gebiete des Vermögensrechtes"; endlich Professor Walter zu Bonn in der 1846 erschiene­nen zehnten Auflage seines rühmlichst bekannten Kirchen- rechtes. Was der letztere Schriftsteller in diesem Werke (§. 251) über den Fragepuuct in gewohnter Klarheit sagt, ist um so bemerkenswerther, als derselbe in den frühern Auf­lagen sich gegentheilig geäußert hatte und erst durch die sehr gelungene Abhandlung Evelt's veranlaßt wurde, seine bishe­rige Meinung als unrichtig aufzugeben. Wir erlauben uns darum auch, die betr. Stelle hieher zu setzen. Sie lautet folgender Maßen:Die Kirche bildet ihrem Wesen nach eine Einheit und ist durch die Verbindung ihrer Glieder unter einem sichtbaren Oberhaupte auch äußerlich als solche orga- nisirt. Dieser Organismus ist jedoch nicht loweit durchgeführt, daß auch das Kirchenvermögeu eine einzige Masse ausmachte, woran das Eigenthum der ganzen Kirche als einer morali­schen Person zustände; sondern die Art, wie das Kirchengut entstand und sich vermehrte , brachte es von selbst mit sich, daß dasselbe in einzelne Massen getheilt blieb, woran die locale kirchliche Anstalt, für welche es er wrbcn oder gestiftet war, das Eigenthuul kiatte. Diese Anstalt war in der ältesten Zeit die bischöfliche Kirche, weil diese nach der damaligen Verfas­sung mit allen ihr anhängenden Gläubigen einen einzigen Körper ausmachte. Daher war auch alles Kirchenvermögen unmittelbar der Verwaltung und Beaufsichtigung des Bischo­fes untergeben. Als aber aus der Theilung des Kirchenver- mögens Pfarreien und andern Anstalten mit festen Stiftungen erwuchsen, so erhielt die Verwaltung einen engern localen Character, und es wurde der Ortskirche und andern örtlichen Instituten eine juristische Persönlichkeit beigelegt. Demgemäß ist das Eigenthum am Kirchengut jetzt aus einem doppelten Ge» trachten. Allein gleichwie jede einzelne Kirche oder Stiftung nur ein Glied eines höhern Ganzen ist, so bleibt auch. ihr Vermögen ein Theil des gestimmten Kirchengutes der Diöcese und fällt, wenn das Institut zu existiren aufhört, an das Ganze zurück, um in der seiner Bestimmung angemessensten Weise verwendet zu werden. Die Vorstellung, daß das Eigen­thum am Kirchengute der Psarrgemeiiide als einer Corpora­tion zustehe, hat sowohl den Geist dieses Verhältnisses wie den B.ldungSgaug des kirchlichen Eigenthums gegen sich. Diese von iclen, namentlich von Savigny System II. §. 88 und bisher auch von mir vertheidigte Meinung hat Evelt ! gründlich widerlegt.

Zur Situation

Ueber die jüngste Note Oesterreichs an Ruß­land berichtet die A. A. Z. aus guter Quelle: Die Erklä­rung, welche das kaiserliche Cabinet in der vorigen Woche

machen und die Franzosen hatten auch eine Weise, sich unwiderstehlich zu zeigen, nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern, abson­derlich bei störrischen, wie der Pechmüller, der Die Hausthüre verschlos­sen und verriegelt hatte uno das Werk gestellt, daß cs still stand, als wäre ewiger Feierabend. Einige französische Kcrnflüchc und zu deren Unterstützung einige Kolbenstöße waren die Schlüssel, welche die Thure schleunig erschlossen. Der Mangel an Raum, den der Elgenthümer des Hauses pantomimisch anreutete, war nicht fähig, die Leute mit ihrem Eumuarlierungsblllet zur Umkehr zu bewegen, sie machten,es sich in Dem Mühlraum selbst auf der Stelle bequem, ruckten sich Die vollen Korn- und Mehlsäcke zum Lager zurecht und zündete» sich ihre Pfeifen an

ES waren gemeine Franzosen?, Bauernsöhne, großer Umstände so wenig gewohnt, als sie selbst Lust hatten, deren zu machen. Ein Jüng- Ung aber war unter ihnen, dessen Gcsichtsbildung vorthcildaft adstach von der feiner Kameraden und die Gesichtsbildung nicht allein , son­dern seine Bildung an sich. Still und bescheiden begnügte er sich mit Dem geringsten Plätzchen und überraschte die Müllerin, dir sich in der Küche beschäftigte, plötzlich mit der deutschen An-cre:Marame, ich bitte Sie, geben Sie mir Waschwasser und eine Serviette l"

Hoch erfreut, daß bei den Einquarlierten roch ein Mann war, dem man sich verständigen konnte, gab Die Müllerin das Verlangte und setzte mit großer Zungengcläufigkcit auseinander, wie sic alles au,die- tcn wolle, die Herren Franzosen zufrieden zu stellen, sie mochten sich nur ruhig verhalten, da ihre Schwiegertochter, die mit Dem «oh» im Haute wohnte, erst heute nieDergefommen sei. Wenn es dem Soane Frankreichs auch etwas schwer fiel, die thürlng'sche Munvart les Wal- des zu verstehen und manches Wort ihm entging, so faßte er doch Den Sinn der Rede, klopfte der Müllerin lächelnd auf Die Achsel und sagte: liebe Madame! haben Sie nicht Sorge! Wir find gut, wir wollen nicht machen Lärm." ..

Die Müllerin knirte freundlich - das war ein prächtiger junger Herr, meinte sie, der müffe aus einem guten Hause sein, man sehe ihm Die Artigkeit und Vornehmigkcit an, zweimal habe er sie schon Madame genannt ei, das habe Re noch nicht gewußt, daß sie auch eine Madame sei. Das werde sie sich merken und cs tiMileiiiS der Madame BitriolwerkSbefitzerin, der Madame Schiefertafelgroßhändlerin und der Madame Tuchsabrikantin zu verstehen geben.

Einige Worte des jungen Soldaten reichten hin, sie von den ihm gemachten Eröffnungen zu unterrichten und ihnen die Verheißung guter

nach St. Petersburg in Betreff der Angelegenheit wegen Räu- mnng der Donaufürstenthümer expedirte, ist ihrem Wesen nach stanz verschieden von derjenigen Auffassung in einem Tbcil der deutschen Presse, die darin eine Art Ultimatum zu finden glaubte. Die k. f. Regierung bezeichnet darin ihren Stand- punct als einen einzig durch die Interessen des'Kaiserstaats gebotenen, und rechtfertigt ihre Erklärung daher auch weder durch den Hinblick aufjdie mit Preußen abgeschlossene Convention, noch auf die vermittelnde Stellung, welche man dem Wiener Cabinet in neuester Zeit mehrfach beizulegen versucht war. Oesterreich ist keine vermittelnde Macht; dieser Gedanke wird in der Dcpesche ganz bestimmt dargelegt, und deßhalb auch von vornherein jede Verpflichtung abgrlehnt, die Westmächte zu Gegenconcesstvucn zu bestimmen, falls die kaiserl. russische Regierung sich zur Räumung der Donaufürstenthümer und des übrigen türkischen Gebiets in einer bestimmten Zeit bereit erklären sollte. Um eint bestimmte und klare Erklärung über den Semi in, bis zu welchem die russischen Truppen über die die russische Gränze zurückgekehrt sein würden, bittet die De­pesche in eben so freundlicher als bestimmter Form, zugleich in der Hoffnung, daß dieser Termir ein möglichst näher sein möge. Zugleich wünscht die kaiserlich österreichische Regierung, daß die Anberaumung des erwünschten Termins von Erklä­rungen begleitet sein möchte, welche als Grundlage zu Ver­handlungen mit den Westmäcktkn dienen, und einen Waffen­stillstand herbeiführen könnten. Erst nach Absendung der De­pesche winde den befreundeten Regierungen der Wortlaut der­selben mitgctheilt, und die Zusammenkunft mit dem König von PrenßtN .in Tetschen scheint namentlich den Zweck gehabt zu haben, durch eine mündliche Verständigung einer Inter­pretation dieses Schritts der kaiserlichen Regierung zn begeg­nen, welche auS dem alleinigen Vorgehen derselben sich erge­ben könnte.

Inwieweit die T e t s ch e n e r Zusammenkunft ihre Erörterungen auf die allgemeine Lage der europäischen Ver- Hältnisse ausgedehnt und eine gleichmäßige Auffassung derselben von Seiten der beiden deutschen Großmächte gefördert hat, dieß muß zunächst Gegenstand mehr oder minder schwankender Hypothesen bleiben. Was die zur unmittelbaren Erledigung vorliegenden besonderen Fragen betrifft, so handelte cssich zunächst um zweierlei : um das Verhalten PreußeuS gegenüber der am 3 Juni von Wren nach Petersburg abgeganacnen paaürLëu ^iiut, wiHeiervcn ui den Bamberger Cousercuz- beschlüssen einen bestimmteren Ausdruck gewonnen. Beide Fragen standen im unmittelbarsten Zusammenhänge mit dem preußisch österreichischen Bündnißvertrage, und eS liegen bereits sichere Anzeichen vor, daß in Betreff derselben ein rasches Eiuverständmß erreicht worden ist. Was den ersterwähnten Punkt angeht, so bringen mehrere Blätter folgende gestern von hier abgegangeue Depesche:Der Flügelakjulant St. Majestät, Oberst-Lieutenant von Manteuffel, wird demnächst nach Petersburg reisen mit einer preußischen Note, welche die österreichische Sommation an das russische Cabinet wegen Räu­mung der Donaufürstenthümer unterstützt." Die Depesche fügt hinzu, daß das Gerücht von einer bevorstehenden Zu­sammenkunft des Königs mit dem Kaiser von Rußland in Ostpreußen unbegründet ist. In Betreff deS Verhaltens der Bamberger Conferenz-Beschlüssen haben die beiden deutschen Gioßstaateii sich dafür entschieden, daß der Beitritt zu dem zunächst zwischen ihnen geschlossenen Verträge durch eine förm­liche Beschlußnahme der Frankfurter Bundesversammlung fei«

Bewuthunq mitjutbeilen unv Diese Verheißung erfüllte sich auch auf DaS Vollständig«?. Die Müllerin spcnrctc mit voller Haue, sehr zum Mißmuth ihres Mannes; es gab eine kräftige Suppe, Rauchfleisch, Wurst, Kartoffeln, Bier, Branntwein und gutes Brod , freilich kein Franzbrok.

Die Franz>>'en aßen wie die D efrier, wanken wie die Bürstenbin­der und sagten:Gut, o viel gut, Madame."

Der Pechmüller ärgerte sich über alle Maß.» über die Plauderhaf. tigkeit icincr Rrau und über ibre große Gastlichkeit und sprach brum­mend zum Söhne: ,ich meint, Die Alte müßt' ubergeschnappt feint Wäre sie-noch in Den Dreißigen, To dächt' ich, sie hätte sich in Da» französische Milchgesicht verschamcrirt."

Der Sohn des Müllers war ein trockener, schwrigfamer Mensch er ließ Den Vater schwatzen, antwortete gar nichts und geruhig weiter. Reden war feine Sache nicht, aber er war thätig uno küm­merte sich um wenig Dinge, die nicht im Kreise seine Geschäfts lagen. Er hatte ein gutes, wohlhabendes Mädchen gchciralhct, von Deien Aus­steuer das elterliche Mühlhaus schuldenfrei geinacht worden war; nun wohnte er alS Theilhaber am Geschäfte mit im Hause machte den flei­ßigen Mühlknappen und saß als solcher mit seiner Frau am Tische der Eltern oder sie an dem seinen. Beide Familien bildeten vorerst noch nur Erne.

Nach dem Essen suchten die Soldaten gleich die Ruhe, bis auf den jungen Franzosen, der bisweilen nach seiner Uhr sah und auch ein wenig vor das Haus ging. AuS dem nahen Städtchen schall.en Die Trommeln und Pfeifen oeä Zapfenstreichs, der dessen Straßen das Thal entlang durchzog. .

Der Mond war aufgegangen, doch noch nicht über die östlichen Berge herüber; die Höhen verklärte fein Strahl, die Thäler schlum­merten im Adendschalteii. Der Gegend ganzer Charakter, Der einer ernsten Schönheit, 'rat hervor, schroffe Höhen, enge rhalrinnen, un­absehbare Wälder voll tiefer, schweigender, melancholischer Einsamkeit. Drüben, westlich, über rem Schloß, stand eine bleiche Wolke, fast an- iiifeßnt, wie Der große Comet, der im vorigen Jahre im Herbst er­schienen war. (Fortsetzung folgt.)

An der LOldstraße.

Wie das scheue Reh vor dem Stahle des Jägers, so flüchtet die Muse Der Romantik vyz Den eisernen Schienen per Kultur. Die