sich jeder sagen, daß cs in einem solchen Falle nicht bei einem bloßen Durchmärsche bleiben kann, sondern daß wenigstens die Endpuncle der betreffenden Route den Westmächten gesichert werden muffen. Es wird übrigens daraus aufmerksam gemacht, daß die Tönning-Flensburger Bahn, deren Capital und Concession bekanntlich in englischen Händen sind, fertig geworden, und daß diese Route nicht durch deutsches Bundesgebiet geht, und mithin eine Menge von Schwierigkeiten auch nicht berührt, welche aus der ersteren jedenfalls entstehen würden.
Ein Correspondent der „A. A. 3 " schreibt aus Pera. Wir leben in den Tag hinein und erwarten, was im Abendlande über die Türkei beschlossen wird. Die Zukunft dieser Länder liegt in Deutschlands Hand, seinen Regierungen fällt ihr Geschick anheim. Daß Oesterreich vor Allen dazu berufen ist, daß nur Oesterreich darüber endgültig beschließen kann, bestätigen nicht blos Thatsachen, sondern auch die Presse der Weltmächte, namentlich Englands, beginnt dieß einzusehen. Daß Oesterreichs junger Kaiser nicht blos die Macht, sondern auch den Willen hat, diese Macht zur Wahrung der Interessen Deutschlands zu gebrauchen, wird hoffentlich dem Osten wie dem Westen klar werden, nach der Kraft und Energie der Entschlüffe, welche sich aus dem gewaltigen Machtaufgebot, das der Kaiser selbst angeordnet, erkennen läßt. Von dem Einen hoffen wir überzeugt sein zu können, daß, wenn Deutschland handelnd in den orientalischen Conflict eingrcift, cs ge» bietend nach allen Seiten auftritt, einig und mit einer Macht- entfaltung, welche jeden Widerspruch schweigen macht. Kein Opfer ist zu groß, keine Anstrengung zu gewaltig, wenn dadurch die Sicherheit des Erfolgs verbürgt wird. Einigkeit und Machtentfaltung wird für die deutschen Großmächte die Richtschnur sein müssen. Deutschland kann nur abwartend oder entscheidend auftreten, keine Mittelrolle ist verträglich mit seiner Macht und Würde. — Hier ist cffectiv der türkische RegierungsorganiSntUs vollständig zum Erliegen gekommen, da keine Quelle mehr fließt, um die Organe zu ernähren. Lou Nachschub an die Armee u. s. w. ist gar nicht mehr die Rede; AlleS ist im Stocken. Ohne den Lvrdobcr- CoMmissär der Türkei, der gelegentlich einmal dem Halbtodten mittels Daumenschrauben noch einige Lebenszeichen abpreßt, würde man kaum mehr glauben, daß noch Odem in dem hinfälligen Körper wäre. Das Papiergeld hat auch in der Armee eingeführt werden müssen, aber auch dieses Mittel wird den Dienst »«sagen ; wenn nicht bald das Ausland einige Gcldprllen dem Todtkranken verabreicht, so stirbt er vor unsern Augen an Entkräftung.
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* F?ifè^*^'% 14. Zmu. Die „Mittelrh. Z.", welche in schlecht vr yehltem U^muth über die bevorstehende friedliche Äusg-eichuvg der ki:chlj-rn Wirren in unserem Herzog- thum der ^^v^^ über die von Sr. Hoh. dem Herzog verfügt: >;;•?’■•! der Dempcttèlicnsperrr die Bemerkung bei- zufügetl F’; f 'M, d D die brtr. a. h. Entschließung nur vordehâ'tsH >?r Rechte deß Staates gegenüber der katholischen Ktt-r c-solgt sei, tritt nun, da wir ihre Mittheilung als unrichtig L'-tt' s?t hrden, mit der neuen Behauptung auf, daß -er ^yHaHMgstr Bischof in Limburg 'seinerseits sich vcrpfli;,::^, mit s'^t* weiteren Maßregeln inne zu halten, bis daS ^iinfJM d^r Lcreinbarung mit dem Papste bekannt ist, die brr^ Vermittelung deS holländischen Gesandten erstrebt werden soll.
7 ftr können aus daS bestimmtest« versichern, daß dieseS (mghunt der ViDeser von Unterhandlungen wohl selbstver- Mndlb» Einstelltl aller weiteren Maßregeln mit der Aufhe burrg der Lempora liensp er r e in keinem Zusammenhang steh«.
Der „Spätes Volkrholle" *irb hierüber unter dem Datum: Aus Naffau, 10. Juni, folgendes geschrieben: Ihr Blatt hat vor einigen Wochen eine Erklärung der bischöflichen Stelle an dar. herzoglich nassauische StaatSministerium veröffentlicht, dergk^âh in unserm OiSthum die Kirchenfrage den gleichen Verlauf ’u nehmen drohte wie in Baden. Die Weis-
E—" ........ — ^.^^.^^-g^ig^SBMflanQBnMi^^
Im Spiel.
Ich mache mir nichts aus dem Spi len.
So hewathen Sie.
Ich bin 58 Jahr alt.
So geben See Gesellschaften.
Das macht mir kein Vergangen.
Nun Haden Sie denn gar reine Liebhaberei?
Doch; r mache gern Messer.
Ei nun, so machen Sie Messer. Fangen Sie einen Laden an in der Tolerostraße.
Ich glaube aber, vaß in dieser Luft der Stahl nicht gut wird.
Was thut das, so ma^en Sie schlechtere Messer.
Willst du nicht mein Effecte werden, iWali? Du riskirst keinen Schilling.
Herr Sheffield, ich nehme großen Antheil an Ihnen, weil Sie mir der teste Engländer zu «ein scheraen, den ich kennen gelernt habe. Ich sah Sie einmal meinen — auf cm Packeiboot; dieses waren gewiß die ersten Thränen eines Engländer«, die je auf ein Packetboot gefallen sind. Von der Stunde an nahm ich mir vor, Ihnen nützlich zu werden. Sie sind ein - ebor'ner Arbeiter, lieber Freund, leben Sie als ^rreiirr und Sü werden glücklich fern. Di: gelben Handschuhe drücken Sie schwerer als ein Zentner Hiebt Werden Sie wieder ein Messers nied; ich will Ihnen eine Werkstatt miethen , für Arbeiter slegen — —
Uuv mein Lffoeie werden!
Das r ' t nicht lieber Shes 'ttd. Sehen Sie hier in meinen Paß. D;r Messerschmied prallte drei Schritte zurück. Wie, ter Fürst P. M . . . . ?
Ja, ich bh ein russischer Hirst und reise, um die Engländer zu flubiren. Zu tiefe * Zweck habe ich in drei englischen Häusern als Bedienter 'nirnden und England wird einst von mir hören. Seien Sic nur gar:’ ruhig, 'irr S-offlel», ohne Um.'-änve. Sie fangen morgen Ihr alte: SE" Jt v^-iscer an, und ich kaufe -das erste Dutzend Messer, welches in Ihrer Fabrik grmacht wird. — — -
Lbosstcld b>ieb der Freund de« .surften und besuchte ihn oft. Wer zu geiler Zeit nach Neapel kam, konnte aber auf der Toledostraße - über einem Laden die Jnichrbt lesen: „Der Messerschmied von Birmingham."
Shoffield war von jener Seit an der glücklichste Mann von der Welt. Jeden Sonntag besuchte er die Hunvsgrotte und wenn er noch
Heft unseres durchlauchtigsten Herzogs hat das Land vor dieser Kalamität bewahrt: so eben ist die Temporalicusperre, welche gegen die vom Hrn. Bischof >iilgesetzien Pfarrer und bezüglich deS Priestcrseminars von dem Herzog!. Staalsmini- sterium verhängt worden war, in Folge einer höchsten Entschließung außer Kraft gesetzt worden. Weiterhin haben Se. Hoheit die Einleitung treffen lassen, daß schon in der allernächsten Zeit wegen einer Regelung deS Verhältnisses zwischen Kirche und Staat durch Vermittelung der holländischen Gesandtschaft in Rom Verhandlungen eröffnet und in ilneM durchaus loyalen und versöhnlichen Geiste dem wünschens- werthen Ziele entgegengeführt werden. Diese Entschließungen unseres Landesherr«, welche von den katholischen Unterthanen oder vielmehr von allen confervativ Denkenden nur auf das Freudigste begrüßt werden können, und weiterhin die bekannte gemäßigte und umsichtige Haltung unseres Oberhirten geben eine beruhigende Bürgschaft, daß in der Zwischenzeit keine störenden Conflicte zwischen der Staats- und Kirchengewalt bei unS vorkommen werden, ohne daß jedoch den Principien etwas vergeben würde, welche der Episeopat der oberrheinischen Kirchenprovinz als unveränderliche Richtschnur seiner Amts- verwaltnng bezeichnet und der Herr Bischof von Limburg bisher in jedem gegebenen- Falle eben so fest als besonnen gewahrt hat.
— Dem Vernehmen nach soll der frühere preußische Kriegsminister, General v. Bonin, morgen den 15. d. zum Gebrauche der Kur hier emtrcffen und int Gasthause zum Adler absteigen.
Eltville, 8. Juni. Die Handhabung der Orts- Polizei läßt noch immer vieles zu wünschen übrig. Auch hier sind viele Mängel noch nicht beseitigt, wiewohl sie schon öfters öffentlich gerügt wurden. Insbesondere scheint unsere Gemeindebehörde zu übersehen, daß sie auch zur Ueberwachuug der Sittlichkeit berufen ist. Umsomehr kann sie aber hier bei Zuwiderhandlungen ihren Anordnungen Geltung verschaffen, wenn die beschuldigten Individuen ni.lt einmal hier ansässig sind, sondern nur den temporären Aufenthalt genießen. Es kann dieses unsittliche Treiben der Ortsbehörde nicht fremd geblieben sei» und sie sollte daher sich eifrigst bemühen, solche Handlungen zur Bestrafung zu bringst. Wir wollen es bei dieser Andeutung bewenden lassen, da das, was wir sagen, so offenkundig ist, daß es bereits allgemeine Entrüstung her- vorgerufen hat. Ein zweiter Mißstand in Ausübung der Ort-polizei ist die mangelhafte Aufsicht auf die Straßen- reinigung. Erst am Sonntag Abend ereignete sich aus bis fer Vernachlässigung ein Unfall, der leicht schlimme Folgen hätte haben können. Die Chaise de« Müllers Moog von hier fuhr auf offener Straße über einen Schuttbaufcn und schlug um; nur ein glücklicher Zufall schützten ihn und seine Familie vor bedeutenden Verletzungen. Warum wird die Straße nicht gesäubert ? und — wenn dieß unthunlich — warum werden an solchen Stellen nicht Laternen angebracht? — Auch in Bezug auf die Sonnbagsfeier wäre manches zu sagen. Als besonders störend bezeichnet man das Benehmen eines hiesigen Tapezirers, der gerade den Sonntag dazu bestimmt zu haben scheint, selbst während des Gottesdienstes, zu hämmern und zu klopfen. Wir führen gerade dieses Beispiel nur an, weil es erst am Pfingstfest sich wiederholte und zwar in einer Behausung, bereit Einwohner sonst für recht religiös gelten. Eine nebenan wohnende Kranke hatte durch das den ganzen Tag andauernde Pochen sehr zu leiden. Wir wünschen, diese Zeilen möchten ihren Zweck, die Gemeindebehörde zu entsprechenden Anordnungen zu bestimmen, recht bald erreichen.
Ems, 13. Juni. Heute Morgen um 7 Uhr starb dahier Herr von Scharnhorst, General der Infanterie aus Berlin.
Frankfurt, 12. Juni. Wie wir hören, ist Herr M. A. v. Rothschild von hier nach Berlin abgereist. Es liegt die Vermuthung nahe, daß seine Reise dem projectirlen preußischen Anleihen gilt, und es heißt, daß die preußische Regierung vorerst die Hälfte, 15 Millionen, flüssig zu machen beab chtige.
Speyer, 11. Juni. (M. I.) Heute vor 11 Jahren, -
am Leben wäre, so würde er den genannten Tag zuverlässig an die. fern, feinem Lieblingoort, zu finden sein.
Eine Erinnerung an Puschkins Tod.
In dem Augenblick, wo über dem Czarenreich die Wetter fich so drohend zusammenziehen, daß ein Theil der faiferidjen Familie eine Wallfahrt nach einem der alten Moskau'lchen Klöster unternimmt, während das ungeheure Reich sich wie in Ein großes Feldlager um« wandelt, ruft die Bodenstedt'sche Nachbildung der Werke Puschkins und Lermontoffs eigenthümliche Erinnerungen wach. Es fing 17 Jahre her, als man von St. Petersburg erfuhr, Graf Puschkin fei, im Pi- stolcnduell von einem Franzosen zum Tod getroffen, verschieden. Der unbestrittene Ruhm des Mannes, des russischen Volks größter Dichter zu sein, seine Jugend, seine hohe Stellung am Hof und in der Gesellschaft von St. Petersburg, und die peinlichen Umstände, die feinen Hingang begleiteten, die Verbannung nach dem Kaukasus, die kurz darauf den zweitgrößten Dichter der Nation, Michail Lerniontoff traf, weil er den Tod seines Fr»undes in stürmischen Worten beklagt und die Rache des Himmels und deS Czars über den fremden Mörder heraufdeschworen hatte — alles trug dazu bei, den dainals aus St. Petersburg erschallenden Klagen in ganz Europa eine wenigstens augenblickliche Aufmerksamkeit zuzuwenren.
Alrrandcr Mussin Graf Puschkin soll fünf Vorfahren gezählt haben, welche die Acte unterzeichneten, durch welche das Haus Romanow znm Thron gelangte. Schon das genügte seiner Familie, eine hohe Sicklung im Kaiserstaat anzuweisen. Seine Mutter übrigens war die Enkelin eines Peter dem Großen eschensten angeblichen Regerfürsten — eines Lieblings Peters, der als Großmeister der Artillerie starb. Der Dichter selbst verläugncte in seiner Physiognomie so wenig, als Alexander Dumas die Beimischung südlichen Blutes. Sein Geist ward vor allem von Lord Byron gebildet, dessen Gedichte er in frühern Jahren stets an feinem Sattel trug. England und Frankreich hat er nie gesehen; Bessarabien, die Krim, der Kaukasus, Kleinasien (in der Krim war eine ^eit lang dem Ge eralgouverncur Grafen Woiouzoff beig geben, in Kleinasien machte er unter Paskiewitsch den Feldzug von 1829 mit), lieferten ihm anziehendere Lanvschafts- und Heldenbilder, als ihm Paris und London tu geben vermocht hätten Der liberale Anhauch seines Geistes zog ihm selbst unter Alexander eine
ebenfalls am Dreifaltisikeilösonntage, in den hehren Râuvlkh unseres KaiserdoMeS selbst bestimmte König Ludwig, daß der Dom im Innern würdig reftnurirt und alsdann begonnen werden solle. Nachdem nun diese Heistellung und die he„, lichen, Fresken Schraudolphs vollendet sind und unser Dom fortwäbrend die nUguneuie Bewunderung erregt, fand Henie nach 10 Uhr in demselben ein feierliches PonNficâlaM statt bei welchem unser ehrwürdiger Oberhirt celebrirte und eine vortreffliche musicallscye Messe unsers auch als Cpmpopjst hx, kannten Benz executirt wurde. König Ludwig, welcher seit einigen Tagen auf seiner Villa Ludwigshöhe bei Eben ko den weilt, war mit seiner liebenswürdigen Tochter, der allgemein I hoch verehrten Frau Großherzogin von Hessen, zu uns herüber gekommen, wohnte mit derselben dem Hochamte bei und besichtigte zum erstenmal unsern Kaiserdom, nachdem dieser noch seinen Intentionen und großenthcils mit seinen Mitteln vollkommen restaurirt worden. Auch Se. k. Hoheit der Großherzog von Hessen ist gestern in Ludwigshöhe eingetroffen.
AuS Baden, 18. Juni. Man trifft bereits Vorbereitungen zur Dienstentlassung des hochwürdigsten Erzbischof Aus Karlsruhe schreibt nämlich Einer der sieben Weisen Grie- chcnlands dem schwäbischen Götterboten: „Man- hört gegenwärtig häufig die Frage auftversen, welche Strafe den ssri- bischof treffen wird, wenn die Anklage gegen ihn begründet gefunden werden sollte. So viel wir wissen, ist die Aiiklnge auf zwei Puncte gerichtet, einmal aus das Verbrechen des Mißbrauchs der Amtsgewalt und sodann auf das Verbreche» der Aufreizung Dritter zum Ungehorsam. Die Strafe, welche unser Strafgesetz bezüglich des ersteren bestimmt, besteht in der Dienstentlassung, und es ist ausdrücklich in dem Erbliche bemerkt, daß davon sowohl weltliche wie (!) geistliche Diener getroffen werden. Das zweite Verbrechen ist mit K- sängnißst'rafe bedroht, deren Größe dem Ermessen des Mess anheimgestellt ist." Der Hats endlich gefunden! meint bilè A Vbl." Die Sache ist also sehr einfach: wenn das batikt Gericht den Erzbischof „des Mißbrauchs der Amtsgewalt* für schuldig erklärt, so wird er ohne Gnade und BarmherziM seines „Dienstes" entlasten. Wenn derartige ExpectorakiSiiM nicht so übermäßig lächerlich wären, so sonnte man sich im Hinblick auf unsere weit vorangeschrittene Cultur vcrsuiht fühlen, über solch' scandalöse Ignoranz ernstlich zu meinen.
In Folge eines großherzoglichen Ministerialerlaffes vom 22. Mai d. J. soll gegen alle katholische Geistliche, welche bi! erzbischöfliche Verordnung über das Kirchenvermögen d. d. 5. Mai factisch durchznführen suchen, polizeilich mit Geld ob» Gefängnißstrafen eingeschritten werden, falls nicht gerichllichek Verfahren begründet ist. Gleiches Verfahren soll ftatiftnM, wenn Geistliche die Kanzel dazu mißbrauchen, AnoidilUG» der Regierung zu krilistren und Mißstimmung und U^uiiio denheit zu erregen.
Wir lesen im Münchener Volksbotcn folgenden auffâm den Artikel: „Der Volksbote findet sich in dem Fall, nachstehende Thatsachen berichten und verbürgen^ zu sonnen. Vor den jüngsten Maßregeln gegen den Hochw. Herrn Erzbischof von Freiburg war der Regent von Baden bereits ziibm Entschluß gekommen, die Rechte der katholischen Kirche aM- erkennen Md eine gütliche Beilegung des obschwebcnden KailiM eintreten zu lassen. Diese Absicht wurde der preußischen Regierung mitgetheüt. Darauf erhielt der preußische Geftâ am Bundest^, Herr v. Bismark, schleu' igen Befehl, sichmch Karlsruhe zn begeben, wo er dann erklärte, die badische Regierung möge der katholischen Kirche nicht die beaMW Zugeständnisse machen; die preußische Regierung b etrachte | den Streit mit d em- Er zbischof von Freibvr- ; als eine gemeinsame Sache ves Protestantismus und werde die badische Regierung mit allen Preußen zu Gebote stehenden Mitteln unterstützen. Auf die Vorstellungen des preußischen Gesandten iü dann der Umschlag erfolgt, in Folge dessen das bekannte Strafverfahren gegen den Hochw. Herrn Erzbischof begonnen und auch seine, seitdem gerichtlich aufgehobene Verbastung vorgenommen wurde. Kurz zuvor hat der bekanntlich von Baden nach Rom gesandte ®raf Leiningen dort zur Beile-
zwcijävrige Verbannung auf fein Landgut zu, aus der ihn erst Melaus erlöste, was indeß seine Gedichte nicht vor oft grausamer M- stümmclung durch die Zensur schützte. Seine Gattin war eine re- berühmtesten Schönheiten von St. Petersburg. Er pèlegte sie ßo(l i<l" Madonna zu nennen, war aber eifersüchtig wie Othello auf rit " tausend Huldigungen umgebene Frau.
In beu Kreisen der nordischen Hauptstadt spielte damals eine M( Rolle ein eleganter junger Franzose, mit Namen d'Antoès. JW*- lättdische Ge andtc, Baron Heeckercy, liebte ibn mir seinen ' adoptirte ihn auch später förmlich und gab ihm seinen Namen, hatte als Legitimist Frankreich verlassen, und soll feine Ausnaln" die sonst sehr schwer zugängliche russische Chevaliergarde einer ^ . Empfehlung der Herzogin v. Berry verdankt haben, welche r»« • junge Helden zu schätzen wußte. Er war in Puschkins ‘ L führt, und plötzlich hörte man er fei der Schwager des DWtlâ worden. Die bösen Zungen von St Petersburg hatten in iv-o H Verehrer der Gräfin Puschkin selbst erkennen wollen, der rie w ‘ ^ nur geheirathet habe, weil bei Puschkins Eifersucht saukgestachM Zischeleien und anonyme Briefe) dieß das einzige Mittel (V^ . im Familienkreise zu bleiben. Es genügte aber nicht, Puschkins > wohn zu beschwichtigen, um so weniger, als Baron Heeckerc»,. " ^ - Heirath mißbilligt hatte, einmal sich gegen Frau von P"schk«n Worten habe hinreißen lassen: „Wenn Sie alle Ihre Acbha -r । Ihre Schwestern verheirathen wollen, werden Si- nicht genug - steril Haden." Mag dieses Wort von der chronique scanl funden worden sein oder nicht — gewiß ist: Graf Pu'w Schutte, welche den jungen d'AntbèS veranlaßten, ihn zu forde> -^^ buben Schwäger schlugen sich auf Pistolen: Puschkin, von »f ^ des Gegners in den Unterleib getroffen, sank zusammen, rim .^, 4 aber wieder auf, setzte sich auf einen nahen Stein und feueru .nCpf scits; seine Kugel glitt auf der Brust des Franzosen von euu gl ab und verwundete den Arm. Puschkin hatte mittlerweile m * ^ Pistole sich reichen lassen, die er — als er kühlte, daß die Ki- ^, schwanden — nach dem Kopf des verhaßten Feindes schleuv> ' dem sie zweimal f inen zitternden Händen entfallen war. $ 46 Puschkin, der nach seinem Hause gebracht worden, lev ^nt . Stunden so qualvollem Toveskampf. Er stieß keine Klagen ^gch Anklagen mehr aus. Ueber die Zukunft feiner Frau — NC ,ch M | los, aber unbescholtenen Rufs zurückließ — tröstete wn ^[fjßij1
den letzten Stunden von Kaiser Nicolaus erhaltenes, n