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®tü<llunfieit ittbrtirit a« in W^eSbakeii dir Ekperaio (®i(6.^hebricf''fd't SucMiaitMunp, Lanqgaffk Nr 42, äuSwârl« alle Poüanstalirn. — Inserate : btt vier.
fpaltifit ^eu-flf oder re-en Kaum 3 kr.
Wiesbaden. 1834
Nr. 136.
Dienstag, 13 Juni
Lum Äircheitconflict in Duden.
Der Eiitstehungsgrund und Charakter der neuesten Vorgänge bei dem kirchlichen Conflict in Baden bezüglich der Locaististungen und der StiftungSvorstände, sagt die A. A. Z. stellt sich in einem unbefangenen Beobachter in folgender Weise vor. Die kirchlichen Localstiftungen einer jeden Gemeinde stehen unter der Verwaltung eines sogenannten Sllftungsvor- standes. Diese StiftungSvorstände sind nach großherzogltchen Verordnungen von 1820 und von 1826 in folgender Weise * organisirt. Sie bestehen aus dem OrlSpfarrcr, als dem Vor- sitzenden; ferner aus einer Anzahl von der betreffenden Kirchengemeinde gewählter Mitglieder; endlich aus eine® von rem Stiftungsvorstand gewählten Rechner. Die vorgesetzten Behörden dieser Stiftungsvorstände sind in aussteigcnder Linie : das betreffende Amt, die betreffende Kreisregierung, der katholische Oberkirchenrath. In wichtigern Fällen bedürfen die Beschlüsse der Stiftungsvorstände von dorther Bestätigung, sowie letztere dorther überhaupt höhere Weisungen erhalten. Im ; Verlauf des objchwebeudeu Kichenconflicts ist nun der Fall eorgekomuien, daß excommünicirten Priestern, welche als solche unter keinen Umständen katholische Pfarrer sein können (wie z. B. dem Decan Hanry zu Neuburg bei Freiburg), dennoch durch Beschluß der oben genannten Regie, ungSbchörbcn der Fortbezug der Psarrpfründe' zudecrciirt worden ist, im Wldcr- Ipruch gegen das Urtheil der kirchlichen Behörde, welche nach -er badischen Gesetzgebung (erstes ConstitutionS-Miet vom Jahr.1807) gerade bei der Excommunication ganz selbständig erfahren kann und einer landesherrlichen Bestätigung nicht - edars. Durch diesen Pfründebezug von Seiten eines excom- - i -miicirtcn Priesters wird das kirchliche StistungSgul offenbar I 'einem Zweck entzogen, im Widerspruch gegen §. 20 der I l abischen Verfassung, welcher besagt, daß „das Kirchengut i inb die eigenthümlichen Güter und Einkünfte der Stiftungen L mim Zweck nicht entzogen werden dürfen." Andererseits ist ; .eii von dem Erzbischof (ohne Mitwirkung der Regierung) s imannten Pfarrern der Genuß der Psarrpfründe gleichfalls - iurch die Regierungsbehörden und durch Weisungen derselben I an die Stlstuttgsvorstänbe vorenthalten worden. Um nun zu verhindern, daß nicht etwa diese, den StistungSzweckeu cnt- gegentreleuden Weisungen der Regierungsbehörde durch Weijun- zen deS Erzbischofs au die StiftungSvorstände, oder auch > durch die Einwirkung der Pfarrer alS Präsidenten der Stlf- lutlgsvorftänbe behindert wurden, hat das großherzogliche Mini' I sterium durch Verordnungen vom 27. März d. I. und vom ’ 18. April b. I. den Rechnern der Localstiftungen befohlen, daß sie etwaigen Weisungen des Erzbischofs keine Folge leisten I dürfen, und es hat ungeordnet, daß die Erlasse der Staatsbehörden in Localstistungssachen nicht mehr wie bisher durch ■ die Pfarrer, sondern unmittelbar ohne die Vermittlung des Pfarrers an den Rechner gehen sollen. Diese Maßregeln der ' Regierungen, modurch der kirchlichen Behörde jede Einwirkung gegen eine stiflungswidrige Verwendung der kirchlichen Local- sonds entzogen wurde, vermochten den Erzbischof zu dem , Circular an die SlistuugSvorstande. Darin wird allerdings | die bisherige Organisation der StiftungSvorstände, welche aber I die Regierung selbst schon früher alterirt hatte, zum Schutz : der süjtungsgcmäßen Verwendung deS KirchenvermögenS ab. geändert. Durch dieses Circular wird nämlich Sn die Stelle der Beaufsichtigung drr Slljtungsvocstänbe durch die StaatS-
- behörben für die Zukunft eine Beaufsichtigung durch die kirchlichen Behörden (die Decanale und den Erzbischof) angevrd- net, die Mitglieder und Rechner der StiftungSvorstände welche sich dieser erzbischöflichen Anordnung nicht fügen, sollen von dem Vorsitzenden Pfarrer entlassen, und durch neu zu wäh- WIIWEMlMa^FWTgaMHmwiiKtmiKm^^
lende ersetzt werden. Die Schuldner des Localfonds sollen von dem Pfarrer belehrt, und kirchlich angehalten werden, : nur den von dem Erzbischof anerkannten Stiftungsvorständen und Rechnern ihre Schuldigkeit zu entrichten. Um den Wirkungen dieses erzbischöflichen Circulars vom 5. Mai zu begegnen, hat das Ministerium des-Jnnern durch eine nicht öffentlich verkündete, den Aemtern mitgetheilte Veordnung vom 6. d. M. befohlen: daß der Vorsitz in den Stiftungsvorständen in Zukunft nicht mehr von den Pfarrern, sondern von den Beamten, (wenn sie katholisch sind, sonst durch von ihnen zu ernennende Stellvertreter) geführt werden soll; daß alle Mitglieder der Stiftungsvorstände, welche der erzbischöflichen Weisung folgen, entlassen, und durch andere, nicht wie bisher von der Gemeinde zu wählende, sondern von dem Beamten zu ernennende, ersetzt werden sollen. Demnach stehen sich jetzt in den katholischen Gemeinden erzbischöfliche und landesherrliche StiftungSvorstände einander gegenüber; damit ist eine neue Quelle von Aufregungen, Erbitterungen und Zerr würfnissen gegeben. Wo die StiftungSvorstände sich für den Erzbischof erklären, werden sie von dem Beamten entsetzt, wenn sie fortfahren zu functioniren, strafgerichtlich verfolgt; die „Sliftungskiste" (d. i. die Kiste, welche die Obligationen der Stiftungen und alle Werth-Papiere enthält) wird dem Pfarrer abgenommen, der sie bisher überall in Verwahr hatte, und die Staatsbehörde nimmt sie zu sich. Obgleich man mir dem größten Nachdruck überall hervorhebt, dieses geschehe um die Localstiftungen gegen den Erzbischof zu schützen, so sieht dennoch ein großer Theil des Volks, namentlich des Land- Volks dieses mit großem Mißtrauen. In vielen Fällen haben die Pfarrer die Stiftungskiste in den Kirchen oder Sakristeien versteckt, und veranlassen dadurch die Beamten, besonders die eifrigen oder kirchenseindlichen unter ihnen, jene Kisten mit Gewalt von diesen Orten wegzunehmen, was den widrigsten Eindruck macht. Eine weitere Schwierigkeit für die Regierung ist in vielen Fälle» bas Zusammenbringen eines neuen StiftuugSvorstands, indem sich jedermann dieser Ernennung zu entziehen sucht, und diejenigen, welche die Stelle anneh- men, bei dem kirchlich gesinnten Theil der Gemeinde fein Vertrauen haben. Auf dem Land, zum Theil auch in Städten, haben Beamte durch Drohungen und Einschüchterungen die StiftungSvorstände zusammengebracht, was aber, wenn solche Vorfälle zur öffentlichen Kenntniß kommen, im Interesse der Regierung nur höchst unangenehm sein kann. In denjenigen Fällen andererseits wo der Stiftungsvorstand sich gegen den Erzbischof und unbedingt für die Regierung erklärte, kami der Erzbischof geistliche Censuren auwenden, welche, wenn sie angcwendet werden, Beunruhigung und Zerwürfnisse mancher Art Hervorrufen müssen. In allen Fällen kommen viele Schuldner deö Localfonds in die peinlichste Lage, indem gewiß viele derselben in ihrem Gewissen sich verpflichtet sühlen werden, nur den von dem Erzbischof ausgestellten und bestätigten Stistungsvorständen Zahlung zu leisten, während die Staatsbehörden und die Gerichte sie anhalten, den Stiftungs- vorständcn der Regierung Zahlung zu leisten. > ES geht aus allem diesem hervor, daß durch diese letzten Vorgänge der kirchliche Conflict in die Masse des katholischen Volks gedrun- i gen ist; er ist dadurch um so störender und bedenklicher geworden, und eine baldigste Lösung desselben ist eine dringende Nothwendigkeit.
Derrtschlund.
H Bad-Ems, 12. Juni. Gestern beehrte S. kaij. H. der Erzherzog Stephan in Begleitung des Prinzen von Oldenburg und seines Hofmeisters auf einer Fußreise von ! Schloß Schaumburg auè unsern Badeort mit einem kurzen
Besuch. — Die am 10. anSgegebene Kurliste zählt 806 Nummern; darunter sind viele fürstliche Personen aus Rußland, als die Frau Fürstin Lieven, die bekannte Diplomatin (ein langjähriger Kurgast von Ems), die Frau Fürstin Kotschuby, Frau Fürstin Bellosefsky, der Herr Fürst Lieven und viele andere hohe Herrschaften ans allen Ländern. In dieser Nr. 10 derf Kurliste ist unter den im Lesecabinet offen liegenden Zeitungen noch immer die „Nass. Allg. Ztg." aufgeführt.
Frankfurt, 12. Juni. Der geistliche Rath Beda Weber bat kürzlich eine Schrift vollendet, die von kirchlichen und confissionellen Zuständen des südwestlichen Deutschlands * handelt.
Heidelberg, 8. Juni. Gestern wurde in Auerbach an der Bergstraße 'eine zahlreiche Versammlung von geistlichen und weltlichen Mitgliedern der evangelischen Kirche aus Baden, Großherzogthum Hessen, Frankfurt, Nassau und der bayerischen Pfalz gehalten. Im vorigen Jahre war eine ähnliche Zusammenkunft am nämlichen Tage veranstaltet worden, die bloß zur persönlichen Annäherung und zum Austausch von Ansichten und Grundsätze^ bestimmt war. In der gestrigen Versammlung wurde, nach einer Ansprache deS Prof. Schenkel von hier, durch den hiesigen Kirchenrath Prof. Hundeshagen der Beruf der Kirchenältesten zum Gegenstände eines ausführlichen, vorzüglich historischen Vortrags gewählt. Ja der darauf folgenden Besprechung wurde der Beschluß gefaßt, einen Preis auf daS beste kurze Handbüchlein für Kircheuge- mèinderäthe (Kirchenälteste) zu ietzen, und eS wurde zur Prü- fung der eingehenden BewerbungSschriflen ein Preisgericht auS 5 Mitgliedern der Versammlung, je eines aus den 5 oben genannten Ländern, niedergesctzt. Den Vorsitz bei dieser Der- Handlung führte Consistorialrath Ebrard auS Speyer.
Aus Freibu'rg geht der „A. A. Z." von Herrn Prof. Alban .Stolz die Erklärung zu: „Weder „die Mehrzahl der Mitglieder" noch „außerordentlich viele" der Mitglieder des GesellenbundeS hätten sich bei jener Demonstration bethciligt; auch nicht ein einzigcS Mitglied deS GesellenbundeS sei bei jenem Vorfall verhaftet und eingekrrkert worden. Der Cor- respoudent möge, selbst jene Listen, worauf er sich beruft ein- sehen, und daraus sich überzeugen, daß ein einziger Handwerker, welcher zum Gejellenbund gehört, im Gefängniß sitze, und daß dieser erst später wegen eines andern Vorfalls verhaftet worden.
Altenburg, 10. Juni. (Lcipz. Z.) Dem Vernehme» nach wird der gesammte literarische Nachlaß deS verewigtem- Staatsministers Bernhard August von Lindenau ru nächster Zeit in Folge einer Tcstamentsbcstimmung des Verstorbenen vernichtet werden, welche also lautet: „Von allen bei meinem Ableben in meinem Nachlaß befindlichen Litcralicn, Mauuscrip- ten, eigenen und fremden Briefen soll durchaus nichts bekannt gemacht oder zur Einsicht und Benutzung dritter Personen mitgetheilt, sondern alles dahin Gehörige von meinem Universalerben in den ersten Wochen nach meinem Ableben ver-O brannt werden."
Braunschweig, 7. Juni. Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, 1) den Magistrat zu ersuchen, durch daS Commanbo der Bürgerwebr die Ablieferung der von der Regierung zurückverlangten Waffen anordnen zu lassen, 2) die Auflösung der Bürgerwehr zu beschließen, und 3) die Bereitwilligkeit zur Anschaffung von 500 Gewehren auf Rechnung der Stadt ausznsprccheu, sobald die Organisation einer damit zu bewaffnenden Bürgerwehr weit genug gediehen sei.
Magdeburg, IO. Juni. Eine neue polizeiliche Maßregel hat die hiesige freie Gemeinde betroffen. Es soll dieselbe nun fortan ihren Gottesdienst an Sonn- und Festtagen erst
Der reiche Mann.
(^vllikyurg.)
!*
An der liondonbrlicke hielt das Schiff an ; Shosfield kroch aus seinem i Versteck hervor und eilte, immer noch in Furcht vor der verfolgenden s Äerechrrsteit, zu einem Collegen, welcher in der Mye seine Werkstatt I Hier hielt er sich zwei Tage lang verborgen, während welcher I Zeit er sein liegenees Gut zu Geib machic, sich einen Paß verschaffte sU'd eine Karle nahm auf das Dampfboot Bull, Capitän Kor zur ' Wit nach divorno. Nach so viel ausgestandrnen Strapatzen war eS Görlich, daß der Messerschmied fast immer schlief, so lange die Uiber« laprt kauerte. Er erwachle nur durch den Du,l des Mittagsmahles s vker wenn ihm John im Traum erschien. —
Was ist das für ein John, fragte ihn einst der Capitän Kor, von dem Sie im Schlafe so viel sprechen?
Syvisteid wurde weiß wie eine Wand und murmelte; O w h! ich habe m,ch verrathen.
ein ^11“11 aber sagte zu seinem Lieutenant: Dieser Mensch muß von • ^eebrocVer fein. Die Passagiere sahen ihn seitdem schief kkle der an und ruckten bei Tafel von ihm weg. Endlich lan- er seinen '” ^vorno und Sheffield athmete erst wieder auf, als gina be n><^ auf dem Packetboot Pharamond, welches nach Neapel leiwler itM ?111 Pier war er völlig unbekannt und es wurde ihm wenn er ?m ^ nicht abermals zu verrathen , pflegte er, Die , sich einen Foulard um den Mund zu binden, spracken "i1“» nach Sheffields Ansicht lauter Italiener; sie italienisje "^^ u d ha ten, wie er sich gestehen mußte, ächt
; es »aren aber lauter Engländer.
Chaisen » d" Familie Turnpikc, sechüzehn Personen und zwei «Ue bu’h , ' ârnpike und Gemahlin nebst zwölf Kindern; letztere eothwangig, aber dumm von Aussehen. Die zwei schwarz^ Schwier'"" sie stanken, trugen männliche Züge und
Familie Dulwich, bestehens aus dreiundzwanzig brüte $ mit, °run cr "fU” Bedienten in galonirter Livree. - Eine reiche 6er tlc Bartons und außerdem noch viele einzelne ftMben h^ vcnen der Arzt eine Reise nach Neapel ver- Harolds Damen saßen im Wagen und lasen im Child schliefen , und die Berenten standen unbeschäftigt beisam-
men und blickten tiefsinnig, ohne etwas zu denken, vor sich nieder.
Mit dieser Fracht beladen schwamm der schnelle Pharamond an den lachenden Gestaden Italiens hinab; — die männlichen und weiblichen Eligeen Englands wollten sich in dem reizenden Neapel für schweres Geld ein wenig Freude — die Gesundheit der Seele — kaufen.
Um sich die Zeit zu vertreiben, rückte sich Shosfield einen Klapp- stuhl zurecht und fing an, mit seinem Taschenmesser an einem Stück Holz zu schnitzen. Die Bedienten umringten ihn und sahen ihm zu. Wenn aber ein Stäubchen einem oder dem anderen englischen Herrn auf den Aermel fiel, so stürzten gleich drei bis vier mit Bürsten herbei und fegten eö weg. Ueber diesen schönen Unterhaltungen ward es Abend. Das Verdeck wurde leer und jede Familie stieg in ihr Zimmer hinab. Nach einiger Zeit schlief Alles und eS war so still, daß man hätte glauben könnnen, sie wären noch Alle wach.
Den ankeren Morgen wurde Sheffield durch ein eigenthümliches Geräusch erweckt: vierzig Engländer spülten sich in dem gemeinsamen Zimmer den Mund aus. Hierauf öffneten sic ihre Necessaires und fingen an Toilette zu machen. Sie rafirten sich mit großem Ernst vor ihren Spiegeln, die von dem Schwanken des Schiffes hin und her flogen, so kaß sie öfter ihre Beine und Fußspitzen als die Gesichter darin sahen. Dieß dauerte etwa zwei Stunden. In den zwei^karauf folgenden wurden die Nägel gereinigt und abermals zwei Stunden auf das Anzwängcn der engen Handschuhe verwendet. Jetzt stieg man auf das Verdeck und grüßte — aber nur mit den Augen — die Da- men, welche Ther tranken. Ein Engländer, durch den Dust des Na- tionalgetränkes begeistert, machte die Zähne ein klein wenig auseinan- der, so weit, daß man eine feine Mefferschneike dazwischen bringen konnte, und sagte: tee 1 worauf sogleich die 39 übrigen das Wort wiederholten. Die Diener flogen, aber Shosfield war wie erstarrt. An dem ersten und einzigen Wort, das sie sprachen, halte er natur* seine Landsleute ersannt. Bor Schrecken wurve er sogleich seekiank und mußte sich auf den Leib auSgcstrcckt auf das Verdeck nieberlcgen, wobei seine weiße Weste.übel zugerichtet wurde.
Zwanzig Stunden später wurve das Mecr ruhig unv Shosfield bat einen Schiffsftllner, den er englisch reden hörte, um cin^ Glas Ma- reira. Der Kellner reichte cs ihm und sagte: in drei Stunden find wir in Neapel. In Neapel? rief Shoffielv.
Ja, Mylord, sagte Jener, indem er ein zweites Glas einschenktc.
Eine schöne Stadt, he?
Ja, Mplord.
Nicht wahr, ließ Ywr sinv lauter Engländer?
Ja; es sind Millionäre, wie Sic, Mylord. Glückliche Leute. — Sonderbar! Mir sind sie nicht so vorgckommen. —
Dieser junge Mensch gefällt mir, dachte Shosfield und ließ sich noch ein Glas Madeira geben.
Wie Heißest du?
Bei den Franzosen Jean, bei ken Engländern John.
Dem Mcfferschmted lief es eiskalt über den Rücken und er mußte tief Athem holen.
Fehlt Ihnen etwas, Mylord? DaS Meer ist ganz blank und ruhig.
Es ist nichts, lieber John. Wo bist Du her?
AuS Neapel.
Nnv wie nennt man dich dort?
Mikali.
Gut, ich will dich Mikali nennen. Willst du bei mir bleiben ? Ich gebe dir 60 Pfund jährlich und nach 10 Jahren eine Pension.
Sehr gerne Mylord. Sehen Sie dort, das ist der Beiuv.
So, der Vesuv; richtig das ist er; ich habe ihn auf einem Taschentuch. Wo werde ich dich in Neapel wieverfinden, Mikali?
Im Hotel della Victoria. Fragen Sie nach Hrn. Martin, so heißt der Wirth , der Landlord.
Jst'S ein Engländer? . .
Ja, für die Engländer, aber eigentlich ist's ein Franzose. Hier ist feine Adresse; Sie können nicht irre gchen. —
Der Pharamond landete an. Von den 300 Kirchthürmen Neapels schlug es acht Uhr. Der Vesuv rauchte. Eine Helle, goldklare Luft lag über dem Posilipp, den Hügeln und dem lachenden Golf. Die Engländer bürsteten ihre Kleider ab u»d zogen neue Handschuhe an; die Em.länderinncn packten ihre Sonnenschirme aus unv Shosfield suchte seinen Paß. Er reiste nämlich unter einem falschen Namen, ven er aber unglücklicher WeJe jetzt vergessen hatte und ter nur im Paß stand. Er war also nicht im Stande, auf die oft wie -erholten und immer dringender werdenden Fragen der Polizeidiener zu antworten. Endlich sunt sich das Papier, ganz ugten in seinem Koffer. Darin nannte er sich Morfield.
Das Hotel della Vittoria war von den Engländern, die dort wieder auf andere Engländer stießen, bald überfluthet und Shosfield erhielt , weil er ohne Familie, ohne Dienerschaft und zu Fuß ankam, ein Zimmer ohne Bett, so daß er in einem Sessel hätte schlafen müssen. Ucbrigcus fand er bis ganze Einrichtung deö Gasthofes, Auf-