Herr v. Mayrhoffer wird morgen früh dem Mlnisterprästden- te» durch einen österreichischen Gesandtschaftörath vo gestellt werden; Graf Thun ist nicht anwesend. -- Ich wuß aus guter Quelle, daß Herr v. Werther in nächster Zeit noch nicht nach St. Petersburg abgeben wird, sondern daß es beliebt ist, diesen Posten in seiner gegenwärtigen Bacauz noch eine Zeit lang zu belassen. Herr v. Werther dürfte inzwischen dem Miuisteiprästdenlen im auswärtigen Amte als Rathgeber und Helfer sehr willkommen sein, denn er ist ein ausgezeichneter Kenner des Orients. — Die französtschen Sympathien des Labinets von Gravenhaag, die ich Ihnen schon neulich an- deutete, haben sich gegenwärtig in einer wegen Limburg ab- gegebenen Erklärung desselben deutlich geäußert. Es weißt j.de Theilnahme am österreichisch-preußischen Schutz- und Trutz- bündulsse zurück. Merkwürdigerweise gibt es hier gut unler- richtkte Männer, welche in dieser Zurückweisung russischer Sympathien sehen wollen; sie irren, und es ist, um ihnen ihren Irrthum nachzuwetseu, nur nothwendig, auf die Geschichte biejks EablneteS zurückzugeben, das dem Baron Andrä, dem französischen Gesandten im Haag, zum guten Tbeil seine E^sienz ve>dankt. — Die preußische Anleihe von 30 Mill. soll nunmehr realisirt werden.
Eine Berliner Korrespondenz der „A. Ztg." läßt sich in folgender Welfe vernehmen: An den Mannschafte» der eben aus dem Killer Hafen wieder ausgelaufenen französischen Flotte haben scharfe Beobachter nickt jene Kampflust — die bekannte Iuris francese — wahrnehmen können, die man überhaupt bei allen französischen Laud.' und Seelrupven gewöhnlich vor- ausseßt. Ein Augenzeuge schreibt überwiese Mannschaften: Sei es nun, daß sie sich zu fern von der Heimath oder auf einem ihnen nur halb zuständigen Element fühlten, oder daß sie eS schwer ertragen die zweite Macht zu sein, zuletzt auzu. kommen und halb und halb unter dem Kommando der lieben Engländer zu stehen — ich weiß nicht, mir macht daS Ganze mehr den Eindruck einer befohlenen Expedition als eines glänzenden Revanchezuges für die Jahre 1812 und 1813. Und wenn es von jeher zweifelhaft gewesen ist, wie viel die vereinigten Flotten auf der Ostsee eigentlich wollten, so fängt es jetzt an bei Manchem zweifelhaft zu werden, wie viel sie eigentlich können. Man hat auf der Flotte schon sehr ernst, lich davon gesprochen, daß, wenn dieselbe im Winter in Kiel bliebe, die Commandanten ihre Frauen nackkommen ließen. Es ist offenbar ein „Krieg von drei Jahren", aus deu man eS abgesehen hat. Damit will ich doch keineswegs gesagt haben, die französische Flotte würde bei Gelegenheit nicht die. selbe Bravour bewahren, welche die französischen Kriegsschiffe so oft gegen einen überlegenen Feind hn den Tag legten. Dem bravsten Seemann kann man eS nicht verargen, wenn er in einem für ihn völlig fremden Meere nicht mit beson« derem Behagen einem Feind entMensegelt, der sich hinter seinen Klippen versteckt, und sich, statt mit hölzernen Mauern, mit soliden Erdwällen schützt. Von Napier behauptet man biethet sei im verwichenen Jahre uack den.russischen Gewässern fischen gegangen, und habe bei dieser Gelegenheit manche nützliche Notiz eiugesammelt. Erwarten ließe sich so etwas schon von dem dicken „Charley". Daß die Situation von Tag zu Tag ernster wird, geht gerade aus jener scheinbaren Ruhe hervor, die in den Verhandlungen eingetreten ist. Oesterreich und Preußen werden sich vor jeder Ueber- stürzung hüten, aber dafür auch ihre letzte Entscheidung um so bestimmter treffen. Die Sache läßt sich an, als ob der Kampf zuletzt sehr blutig werden sollte. Daß die Engländer gewitzigt wurden, wird sie um so vorsichtiger, aber auck um so hartnäckiger machen, und wenn das österreichische Ultimatum kein geneigtes Ohr in PeterSurg finden sollte, so kann man sick auf einen Krieg vor. riesenhaften Dimensionen gefaßt machen. Der traditionelle Stolz Rußlands hat sich verbissen, und wild sckweilich nachgeben. Darüber wird wohl der Herzog von Koburg zuverlässige Mittheilungen auS Wien gebracht haben, daß bester» reich die Frage außerordentlich ernst nimmt, und lieber gar nicht au fängt, als mit halben Maßregeln nichts auszurichten. Diese Gefahr ist,
Schachtel der „allumettes chimiqties“ verkaufen, oder für einen den promethtlschtn Funken mit großen Höflichkeitsporasen ihm darreichen.
Luch vor den Thüren der Cafe's finden wir GamiuS unv Blomen- waniier, sie im Vorübergehen eine förmliche Nachleie nach den fterb» neben Ueberrestrn der Cigarren halten. Selbst wenn sie unter Aiche Vergraben liegen, suchen sie wie die Hyänen nach ihrem Opfer, theils um io gleich ihre Begierde zu stillen , oder es in Tabak zerstampft in der kurreu Pfeife zu genießen. Von den Biosamen der Reichen er» nopren sich vie Armen. Der Tabak als Geuußmittel »erben, et die ^PN eie Nationen. Vereinigt mit den 100,000 Deutschen, die rortwahrend in Paris aushalten, wird das deutsche Bier unv der «il -^0* aus dem französischen Volk, aus diesem Volk des bi» ”n ^01^ 6tr Ausdauer und der Geduld machen und sind r m Einklang, so werden auch die Völker im Einklang sein. tz^ ?°""'che Gastronomie, d. h. die Svnfb die Völker durch gleiche der« knm^ Tiaiik von einander abhängig zu machen und zu verdi ü- tation °n - ^ Hauptstudium unserer Staatsmänner bilden, die Restau- Genie "ne erfolgreiche sein, die Zeit wird sic bringen, aber ein ein köniöna "l' ful eben ein so kosmopolitischer Koch, rote dieser „raucht "^"'"g, 6e früher in's Leben zu rufen. Dann werden Trummer ttc" nicht diejenigen sein, die, vom Feinde zerstört, in nicht über » ' fmmi lene g ücklichen Eilanec, deren Bewohner einberfareitf n!nfr 0011 Hau ern, sondern nur von Cigarren flanirenb so hä, fia ""° der Kirchhof der Geschichte, aus dessen Gräbern fein, als ein c^ Gespenster wie Eumenlden hervortauchen, wird nichts bte Genü ss"^^^^ Aschbecher, reffen sanft ruhende Asche nur auf 'f' ">cht auf die Leiden der Menschen binden en!
(Berl. M.-ZZ
Zur Taqesgcschichte.
^üblin^i ^^J1 *e ” ' 3,1 Mai, schreibt man dem „Nürnb. Corr.": nnssteuuna Pof^' ^^eliige Speculation auf die Industrie« J^liiiA ^ligeschmiten in der JUustrirten Zeitung - b>e speculation rn^°< ®fr Frühling bringt Freude, 7 lauter gute Nau!r,^n AfGstrlrte Zeitung Ruhm und Genie's ^bt ein gr%erfö âsti e^^"^ -'V^^ é "rauchen können. Carriere Wn feine ÄuÄ ^ M yer in Kur« epte, Geirel macht feine Gedichte, sondern wendet auf
wie wir zuverlässig hoffen, auch für Preußen beseitigt. Bringt die letzte Stuude den ersehnte» Frieden nicht, so hört auch von unserer Seite das Transigiren auf, und die ehernen Würfel werden schrecklich dahin rollen. Die Vorbereitungen zu einer allemeinen Mobilmachung sind so gut als beendigt, und binnen Kurzem auch der nöthige Bedarf an Pferden ganz im Stillen ausgekauft.
Der A. A? Z. wird gerschrieben: Die Nachrichten über das Ostseegesckwader fließen ungemein spâilich. Charles N-'vier scheint nicht besonders mitteilsam zu sein, denn zu wiederhol- tenmalen hat der Courier, der das Dampfschiff mit den Depeschen des Admirals für die hiesige englische Gesandtschaft in Danzig erwartete, ohne Briefe wieder abgehen müssen. Ein von einem Offizier der Flotte abgesandtes Schreiben sckil- dert Napier als auffallend ernst und nachdenklich; seine Umgebung rechnet übrigens mit Sicherheit darauf, daß Schweden aus der Neutralität heraustreten und am Krieg theilnehmen werde. Auffallend groß war der Courierwechsel zwischen London und Sivckholm währeiid der letzten vierzehn Tage. Ueber die Fasiung der öftermdMâen Aufforderung an Rußland, die Donaufüistentbümer zu räumen, wird man schon dadurch eint' germaßen aufgeklärt, daß der Ausdruck „Ultimatum" sorgfâl« tig veimi den und statt seiner der Titel „Sommation" beliebt ward. Offenbar enthält sich die kais. Regierung der Aufetzung eines bestimmten Termins für die Räumung, wodurch die Möglichkeit ausreichende: und ablehnender Erwiederungen eröffnet wird, ohne daß das Wiener Cabinet deßhalb zum Aeus- serften zu schreiten brauckl. Durch die Untcrstützung Preußens gewinnt diese Aufforderung nicht an Gewickt, da man in St. Petersburg den guten Willen Preußens, Rußlands Lage nicht weiter zu erschweren, zur Genüge kennt, und in dem Beitritt nur eine widerwillig gewährte Adhäsion erblicken wird. Die Sommation wird etwa am 8. d. M. in St. Petersbu g an» langen. Es ist bekannt, daß die Differenz, welche die plötzliche Abreise deS Prinzen von Preußen nach Baden-Baden veranlaßte, sofern sie persönlicher Natur war, sofort ausgeglichen wurde. Tiefere Meinungsverschiedenheiten werden sich im brief lichen Verkehr und beim Wiederseben wohl applaniren, aber nickt tilgen lassen. Ju jedem Fall wird den Festlichkeiten, die zur silbernen Holl zeitsfeier des Prinzen veranstaltet werden, der Cbarakter einer Demoiistraliou, die von vielen Seiten hineingelegt, gesucht und gefunden wird, dadurch genommen, daß der König selbst sich mit vollen Herzen auf die Feier stellen und persönlich an ihr theilnehmen wird.
Prag, 3. Juni. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sind um 4 Uhr 33 Minuten im besten Wohlsein in Prag eingetragen und haben sich vom Bahnhöfe durch die festlich geschmückte Stadt unter begeisterten Jubelrufen von Seiten der Bevölkerung in die kaiserl. Burg begeben.
Wien, 4. Juni. Die Times enthält folgende telegraphische Depesche: „Es wird glaubwürdig versichert, daß aller persönliche Verkehr zwischen dem österreichischen, und dem russischen Hofe seit den letzten vierzehn Tagen unterbrochen worden ist. (?)
Man hofft hier, schreibt man der „A. A. Z.", mit einiger Zuversicht auf die Hochherzigkeit und Besonnenheit des Kaisers von Rußland, daß die Aufforderung Oesterreichs betreffend die Räumung der Donaufürstcuthümer, nicht erfolglos bleiben werde. Diese Ansicht theilen hochgestellte Militärs. Die strategische Position der k. k. Truppen in Siebenbürgen ist eine solche, daß die Räumung der großen Walachei so wie so erfolgen müßte. Erfolgt sie durch die Russen freiwillig, und ziehen sich letztere hinter den Pruth in ihre starke Defensive zurück, so käme dann die Reihe an die Westmäckte ein Ultimatum der deutschen Mächte zu erwarten. Um diesem eventuellen Ultimatum gehörigen Nachdruck zu geben, wurde die Armee in Italien auf den Kriegsfuß gebracht, und nur auf diese Weise kann man gch vom militärischen Standpunkt die letztere Maßregel erklären. Hätte man nur die sechs Ar- meecorps aus der nordöstlichen Grenze Mobil gemacht, so wäre dieß eine einseitige Maßregel gewesen. Unser biederer, characterseste Kaiser tritt aber nach beiden Seiten bin offen
sein ! arlnâckiges chronisches Leiten in Breslau sie f wedische Heilgymnastik an, unv Dingelstedt trifft die Zurüstungen zu den Muster- vorstellungen. Alles tiefstes Geheimniß , die darzustellenden Stücke, wie deren Be etzung, unv was die Blätter bisöer darüber gesagt, Alles Vermuthung. Die Vorstellungen beginnen mit dem 10. Juli unv sollen mit dem 28. beendigt sein. Mit dem Ausstellungsgei'âuvc übrigens ffnv die LebenSmi tel Hank in Hand in die Höbe gegangen; man hat sich in Gasthäusern bereits auf Arystallportionen eingerichtet; nämlich hinsichtlich der Durchsichtigkeit. Für einzelne Zimmer wätrend der Münchener Saison wcrven per Monat bereits 18 bis 20 Gulven gefordert.
** Der Ehrenbecher, welchen die österreichische Armee dem Retter des Kaisers, Ritter von Ettenreich, spenv-t, wird als ein wahres Meisterstück gcschileerl Er wiegt mehrere Pfund. überragt mit dem Aufsatze die Höhe von einem Schuh und bar in seinem Umfange sechs Felder. Auf fünf derselben find verschiedene Zweige veS militärischen Berufes in erhabener Arbeit dargesteUt, auf dem sechsten ist die gra» viele Widmung zu lesen. Unter diesen sechs Felkern sshen in drei Nischen die Attribute des Krieges, und zu ihren Fuß,n sieht man in altertbümlicher Schrift die belnssenden Prädicate: „treu", „fromm" und „gut". DaS Ganze frönt eine auf kein Aufsatz befindliche Sta» iuttte rer „Austria" mit segnend erhobenem Arme.
** Der am 13. Mai in New-Jork angekommene Postbampfer „Washington" war am 2. Mai dem von Liverpool nach Boston bestimmten Schiff ..Winchester" (von Boston) begegnet, das in Folge eines heftigen Sturmes vollkommen leck geworden war und zu sinken begann. Der „Winchester" führte gegen 550 Passagiere, und vorüber- segelnve Schiffe, kie dem Wracke B istanv leisteten, so weil eö in ihrer Macht stand, hatten einige Paffapicre ausgenommen. Der „Wasying- ton" nahm 415 Passagiere unv 32 Mairosen an Bork, unv seine Offiziere waren kie Letzten, welche mit dem Capitän keS „Winchester" das stnkende Schiff verließen. Eine halbe Stunde Nachher sank das Schiff.
** Bei einem Ballfest, das kürzlich der französische Gesandte in London gab unv daS Vie Königin von England mit ihrem Besuche beehrte, befanden sich auf der Tafel auch Kirschen, daS Pfunv zu 6 Thaler und Pfirsiche, Vas Dutzenv zu 14 Thaler.
auf, und Oesterreich will die orientalische Frage auf ehrliche Weise — im Falle der Notb mit Waffengewalt — schlichten.
Wien, 5. Juni. AuS dem letzten VicrteljabresauSweis über die Leistungen d.r GenSd'armerie vom 1. Febr. bis letzten April ergibt sich, daß wegen Moid und Todtschlag 202, wegen Raub 409, wegen Diebstahl, Veruntreuung und Betiug 19,514, wegen Bettelns, Vagabuudirens, Paß- und Ausweis« losigkeit 52 347 und wegen sonstiger gegen die öffentliche oder private Sickerbeit unternommenen minder strafbaren Handlungen : 120,537 Personen durch die Landesgensd'armerie zur Hast gebracht wurde».
N ck einer Mittheilung der „Ostd. P." auS Consta«, tinopel umfaßt der Oesterreich ertheilte Consens der Pforte auch die Dona u fü rstenlb üm er, so daß dasselbe das Recht habe, dort einzurücken und daselbst im Interesse der Türkei Ordnung zu schaffen, ohne daß österreichtschersetlS eine formelle Kriegserklärung an Rußland vorherzugehen vraucke. — Durch ein Decret vom 31. Mai ist die Ausfuhr und der Transport von Waffen oder Kriegsmunllion nach Rußland untersagt, und österreichische Kauffahrcr dürsen auf ihrer Seereise nur die Waffen mituehmcn, welche die Schiffsmauu- schast nöthig hat.
Wien, 6. Juni. Den neuesten Nachrichten von der untern Donau zufolge ist Silistria nur cernirl. — In Folge befriedigender Zusicherungen des Bundesraths wird der Militärcordon gegen Tessin nächstens aufgehoben werde n.
Von der österreichisch-polnischen Grenze, 1. Juni. In der vorigen Woche hat der Stellvertreter des Fürsten Statthalters im Königreich Polen, General Rüdiger, eine allgemeine Entwaffnung des Civilstandes angcorbnet. Jeder Einwohner, der einen Erlaubnißschein zur Führung von Jagdgewehren besaß, wurde vorgelaben nnb mußte diesen Schein sammt den Gewehren und sonstigen Waffen binnen 24 Stunden abliefern unter der Androhung, daß er sonst eine gerichtliche Verfolgung zu gewärtigen habe. Nur den Beamten ist der fernere Gebrauch von Waffen gestattet.
Krakau, 1. Juni. Unsere Truppen schieben sich immer weiter an die östliche Gränze, gegen Pobolieu, die Moldau und Siebenbürgen vor. Ein großer Theil der hiesigen Besatzung ist auSmarschirt, in ihre Stelle wird das böhmische und mährische Armeecorps nachrücken.
Hermannstadt, 4. Juni. Laut Nachrichten des Siebenbürger Boten betrug der Verlust der Russen bei dem am 28. gegen Silistria unternommenen Stürme 186 Todle und 379 Verwundete. Der einzige Sohn des kais. russischen Generaladjutanten Grasen v. Orloff ward durch das Auga geschossen und schwebt in Lebensgefahr. Einer weiteren Nachricht deS genannten Blattes zu Folge, wurden am 27. v. M. drei Escadrons mit vier Kanonen bei Turnu Mogorelli von 5000 Türken umzingelt; 107 Mann der ersteren einsamen glücklich über den Alt. (Spätere zuverlässige telegraphische Nachrichten aus Bukarest vom 2. d. M. bringen die beruhigende Mittheilung, baß Graf Orloff zum Behufe besserer Verpflegung von Kalarasch nach Bukarest gebracht wurde.)
Frant.rem,.
Paris, 4. Juni. Der heutige Moniteur theilt mit, daß die Pforte keine neue Maßregel gegen Griechenland ergreifen würde.
Der commandirende General deS Militär-Bezirks v»n Lille hat Befehl erhalten, sich mit einer Deputation von Offizieren sämmtlicher Truppencorps der Besatzung nach der belgischen Gränze zu begeben, um den König der Belgier bei seiner Anwesenheit in Charleroi und Mons im Namen des Kaisers der Franzosen zu begrüßen.
Die Denkwürdigkeiten der berüchtigten Celeste Mogador wurden vorgestern bei allen Buchhändlern in Beschlag genommen; die Maßregel kommt jedenfalls ziemlich spät, da die meisten Exemplare meistens verkauft waren.
Dem Sl.-A. f. W. wird geschrieben: Sie werden bcmer- fen, daß der Moniteur die kaiserliche Garde weder in der Armee von Paris noch im Lager von St. Omer figuriren läßt. Dies scheint zu bestätigen, was ich vor mehreren Tagen
Literatur.
** Der letzte Band der Denkwürdigkeiten des Königs Joseph ist so eben in Paris erschienen. Dieser Büiw enthält unter anderin wend, vollen Actenstücken eine Anzahl von Briefen reü jetzigen Kaise-s LouiS Napoleon , die derselbe zur Zeit der Straßburger Affaire geschrieben hat. Wie man uns aus Paris schreibt, hat Herr Ducosse, welcher die Herausgabe der „Memoires du toi Josef" besorgt, dem Kaiser vorher kiese Briefe vorgelegt und angefragt, ob er dieselben zur Veröffentlichung geeignet halte. „Ich habe nichts an der Geschichte zu verändern!" soll der Kaiser geantwortet haben.
e* Seit einten Tagen ist Saphir aus Wien in Berlin. Scho- ner ist er nicht geworden, aber älter. Eine deklamatorische Abeuv- Unterhaltung im Schauspielhause, um welche er ambirte, ist Projekt geblieben. Der Geschmack nach seinen ab estankenen Späßen ist ver unendlichen Mehrzahl des deutschen Pudliciuns längst abhanden gekommen. Karl Beck, welcher in den testen Jahren meist in Breslau und Berlin lebte, ist nach seiner Heimath Ungarn znrUckqekehrt.
Geh. - Rath Dr. Tiedemann hat seine an anatomischen und physiologischen Werken überaus reich? Büchersanimlung für 6000 ff. an die Harward-Universität in Cambridge bei Boston in Norvamerika verkauft.
Theater.
** Sie Angelegenheit der großen Oper zu Paris ist vorläufig beendigt. Die vier neuen Unternehmer, Pereire an der Spitze, schic, ßen jeder 500,000 Fr. ein. Die Hälfte dieser zwei Millionen roll zur Bezahlung ver «chulden dienen, die andere Hälfte den Betriebsfonds bilven. Herr Roqueplan bleibt Direktor für Rechnung der neuen Unternehmer mit 25,000 Fr. Jabrgchalt. Die Regierung ihrerseits soll sich zur Erhöhung veS Zuschusses für die Oper verstanden haben.
** Die „Akiicaiicrin" von Meyerbeer soll nicht mehr so lange auf sich warten lassen. Sie wird dem „Nordstern", der in Paris volle Casten macht, bald Nachfolgen. Indessen soll die Anicaneriu sich mit rer Zeit in eine Europäerin, die Negerin in eine Weiße verwandelt haben, da sich feine Sängerin finden wollte wegen des schwarzen An- strichS, obgleich fiey doch mancher Künstler im Leben genug anschwär- zcn lassen muß.