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WSWO Nassauische Allgemeine Leitung

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Wiesbaden. 1834

Nr. 129.

Samstag, 3. Juni.

Verhandlungen der K'tändeversammlung.

^Wiesbaden, 1. Juni. (Sitzung der vereinigten Kammern.) Tagesordnung: Prüfung der Existenz - Etats, 1. für das StaatSministerium, Abtheilung des Innern, Cap. I. Ministerialcollegium, 2. für das GesammMaatSmiuisrerium, 3. für das Kriegsdepartement. 4. für die Landesbank.

Ad 1. Besoldungen........ 62,900 fl.

2. Canzlciaufwand ....... 11,000

3. Reife- und Ueberzugskosten . . . 6,500 80,400 1650 fl. weniger, als in 1853.

Der Personalbestand besteht aus 1 Präsidenten , 7 Refe­renten, 8 technischen Mitgliedern, 28 Personen vom Hilfsper­sonal und 3 Pedellen. Sodann functioniren noch 15 Mit­glieder technischer Kollegien und des evangelischen Kirchen­senates. Diese Anzahl hat sich gegen 1853 um 3 Personen vermindert.

Abg. Diehl spricht für den Minoritätsantrag, die Func-- tionsgehalte des evangelischen Kirchensenates zu streichen; Abg. Rau erklärt sich ebenfalls für den Minoritâtsaiitrag, mit dem Bemerken, daß er über die Begründung dieses Antrages jetzt nichts Specielles vortragen wolle, weil erst seit Kurzem über denselben Gegenstand bei Berathung über die Centralorgani­sation ausführlich verhandelt worden sei.

Abg. Rau fragt, warum noch 4 Bautechniker auf dem Etat ständen, da doch der Ausschußbericht erkläre, daß Einer von diesen bereits anderswohin versetzt sei. Reg. Comm. Faber bemerkt, daß die Besoldung für diesen Daubeamten in vorliegendem Etat aufgeführt sei, weil die Versetzung erst nach Aufstellung des Etats angeordnet worden, daß aber die Auszahlung des Gehaltes nicht auf das Ministerial - Budget genommen werde.

Abg. Rau erklärt sich damit befriedigt, bemerkt jedoch, daß er früher die Ueberzahl der 4 Bautechniker beanstandet, aber bei der H. Regierungscommission so wenig, wie bei der hohen Versammlung Zustimmung gefunden habe; jetzt zeige es sich, daß er doch Recht gehabt und daß die 4 Bautech- niker nicht auf dieses Budget gehörten.

Die angeforderten Summen wurden bewilligt.

Ad 2. Kosten des Landtags..... 20,000 fl.

Dundeskosten und Aufwand für Ge­sandtschaften und Consulate . . 25,514 Ministerialbesoldungen ..... 14,200 Canzlciaufwand ....... 750 Reisekosten ........ 500

Außerordentliche Unterstützungen (zu

Bewilligungen an die Armen) . 10,000

Summa . 71,314

Diese Anforderungen wurden bewilligt.

Ad 3. Der Ausschuß wies darauf hin, daß es dermalen Aufgabe der deutschen Stände sei, kleine Rücksichten auf Geldopfer in den Militâr-Etats ganz entfernt zu halten.

In 1853 waren für die Militär-Existenz bewilligt 498,636 fl. 45 kr.

In 1854 sind angefordert worden 511,297 fl. 16 kr. jetzt also mehr........ 12,660 fl. 31 kr. und wurden bewilligt.

Abg. Knapp beantragte, die hohe Kammer wolle be- schließen, die Regierung zu ersuchen, in Zukunft dafür besorgt zu sein, daß die Militärpferde im Jnlande angekauft werben müßen. - Abg. Münch unterstützte diesen Antrag. Ge neral v. Habeln bemerkte, daß, nach vorherigem AuSschrei- ben in den KreiSblättern zu Wiesbaden und Limburg

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Der Graf Terzi.

Dichtung und und Wahrheit aus dem Leben eines Kaisers.

Nisus, König von Athen, wurde von Minos , König von Kreta, m seiner Hauptstadt belagert. Das Orakel verkündete Minos, er habe keme Hoffnung auf Eroberung der Stadt, so lange NisuS noch im Be­sitze eines einzigen purpurrothen Haares fei, welches sich auf seinem «cheitel unter Tausenden von schwarzen Haaren befände. Da versprach Minos der Tochter seines Feindes die Ehe, falls sie ihn in Besitz dic- les Purpurhaares setzen würde. Sie schnitt es dem Vater im Schlafe ab und warf es dem Belagerer über die Mauern zu. Mi ws eroberte ".wen, aber dem Grundsätze treu:man liebt den Verrath, aber nicht den Verräther," vermählte er die unnatürliche Tochter mit dem Tode!

Und was soll diese historisch-mythologische Reminiscenz, schöne Gra­un (meinte ein kräftiger blondhaariger Krieger, der in dem glänzen- b" Lvudoir einer Barberigo saß, die jenes blonde Haar unter ihren ^chen Fingern abwechselnd schlichtete und kräuselte.

meinc Erzählung bedeuten soll? war die Antwort, nichts, fund- $ ""^r ihren schönen blonden Haaren ein dunkles Haar ge- »s^s auf ihrem Scheitel so absticht , wie das purpurrothe Nisus'.

^af Terzi aus Mantua , ein persönlicher Freund des Kaisers wäbnt- "^ "' der kaiserlichen Armee , war es, der die eben er« Gräff» "e. "' Florenz mit seiner Braut, der schönen verwittweten also im su "^0 wechselte. Es war im Beginn des Jahres 1783, ball des Carnevals. Letzterer sollte durch einen Masken- imcbmnfi "^ werden, welchen der Großherzog Leopold von Toscana aab rac ^'ser Leopold II., seinen Florentinern an diesem Abend Terzi und die schöne Venetianerin sollten diesen Ball be« sam-^"? diesem Feste galt die Sorgfalt, welche die zarte Hand Ro- cxdem schönen Haare iircs Geliebten zu Theil werden ließ. kiner^ e überlasse Sie Ihren Zofen, holde Rolaura! die Sie mich mit raur.gcn Wahrheit überraschen. Bei uns Blonde» bedeutet ein wird den herrannahenden Tod. Das absterbendc schwarze Haar werß, das blonde schwarz.

Wiedrrt-Ü^ Ia(tl.te und drückte dem Scheidenden zärtlich die Hand auf lier« ?. ^^ ot>ne einen Heinen Stachel im Herzen red Cava- SKale >.,ri?u^ soffen. Daß sie eine derlei Bemerkung heute zum ersten machen konnte und mußte, siel ihm in seiner männlichen Eitel­

Die nächste Nummer des Blattes erscheint Dienstag den 6. d. Mts.; am zweiten Pfingstfeiertage Mittags eine Beilage.

Musterung der Pferde gehalten, aber nur wenige vorgeführt worden seien. Nack Einsicht der Acten wolle er noch nähere Erläuterungen geben. Abg. Rau stellte den Antrag, die Beschlußfassung über Knapp's Antrag auszusetzen, bis diese Erläuterungen gegeben seien. Jener Antrag wurde vom Abg. Braun unterstützt und mit Mehrheit angenommen.

Ad 4. Für die Landesbankdirection werden angefordert und bewilligt ........... 11,624 fl. Abg. Braun hält einen Vortrag über das Bedürfniß, für Handel und Industrie eine Privatbank zu errichten.

(Sitzung der Ständeversaramlung vom 2. Juni ) Tagesordnung: 1) Medicinalpflege. 2) Forstoerwaltung. Ad 1. Besoldungen..... 25,226 fl. 40 kr. Reise- und Ueberzugskosten . 23 600 Canzlciaufwand .... 980 Jrrenhausanstalt .... 7,549 50

Hebammen-Lehr- und Entbin­dungsanstalt' .... 2930 34 Sanitätsberichte .... 400 Summa . '62,287 fl. 2 kr.

Diese Anforderungen wurden bewilligt.

Der Ausschußantrag, die Herzog!. Regierung um Vorlage des Gesammtbudgets der Jrrenhausanstalt zu ersuchen, veran­laßte eine längere Discusston, wurde aber fast einstimmig an­genommen.

Berichterstatter Heydenreich erklärte ausführlich, daß die Medicinalbeamten hinsichtlich des Mediums der Besoldun- gen gegen andere Staatsdiener zurückgesetzt seien; ein desfall- siger Antrag wurde aber abgelehnt.

Ad 2. Besoldungen ....... 13,550 fl. Canzleiaufwand und Inventar . . 300 fl. Reisen.......... 4976 fl.

Zuschuß zu Oberförsterbesoldungen . 1070 fl.

Der Ausschußantrag, diese Beträge zu bewilligen und Herzog!. Regierung um Vorlage eines Gesetzes, die Revision der Forstorganisation und Regulirung der Oberförsterbesoldun­gen betr., zu ersuchen wurde angenommen. Die Minorität des Ausschusses hatte sich gegen den Antrag erklärt, ertheilte aber ihre Zustimmung, nachdem der sAbg. Rau bemerkt, daß es sich zunächst um Revision der Forstorganisation handle, über die schon im Jahr 1852 eine 2malige Lesung Statt ge- funden habe, daß die Besoldungen, deren Festsetzung kein Ge­genstand einer Budgetsberathung sei» könne, bei allen Beam- ten-Kategorien möglichst gleichgestellt, dabei aber die Steuer kraft des Landes gebührend berücksichtigt werden müsse.

(Sitzung der zweiten Kammer, 1. Juni.)

Abg. Metzler interpellirte über die Eisenbahnsrage.

Die Wahl desAbg. Cramer wird für richtig anerkannt. Der Ausschußantrag über Braun's Antrag, Reform der Grubenbesteuerung betr., H. Regierung um Vorlage eines hierauf bezüglichen Gesetzentwurfes zu ersuchen, wird einstim­mig angenommen.

Abg. König inlcrpellirt, ob der Jagdgesetz-Entwurf defi­nitiv zurückgenommen und warum die Regierung die be- vorstehenden Jagdverpachtungen verboten habe.

Ventschland.

-^ Camberg, 1. Juni. Der in der neuesten Nummer der Mittelrheinischen Zeitung enthaltene Artikel von hier, worin die Verkündigung des Kirchenbannes über Bürgermeister Ost von Schwickershausen berichtet wird, enthält außer der Bann- Verkündigung unddem außerordentlichen Eindruck dieser Verfluchung auf die Gemeinde und die Umgegend", nichts

keit auf. Die gcscheidtcsten Männer sind so eitel! Bei dem zarten Gesch echte wäre die Unruhe verzeihlich gewesen. Wie sagte jene geist­reiche französische Dame? Er liebt mich nicht mehr, er bemerkte heute das Muttermal auf meiner Wange.

Dem sei, wie ihm wolle, der Graf erschien im venetianischen Do­mino auf dem Maskenbälle und fand den Saal voll zum Erdrücken. Von allen Seiten huschten die MaSken an ihm vorüber, neckende Worte in verschiedenen Idiomen fielen von allen Seiten auf ihn hin, denn die herrliche Gestalt mit ihrer edlen Haltung mochte vielfach intereffi» ren. Er aber blickte unruhig durch den Saal und suchte die Erkorne. Bald erschien sie, ihm kenntlich durch den seidenen Mantel, von dem er wußte, daß er ihn vor ganz kurzer Zeit auf der Ottomane ihres Zim­mers hatte prangen sehen. Eine andere Dame aus der Gesellschaft gab ihr den Arm.

Gräfin Barberigo war noch nicht lange in Florenz und daher konnte sie hoffen, unerkannt durch die erleuchteten Räume wandeln zu können und sich einem Vergnügen yingeben zu können, welches damals noch den Reiz der Neuheit für sich hatte. Die geistreiche Frau hatte für alle hiugeworfenen Scherzworte der Masken treffende Reparties, gleichviel ob in italienischer orer französischer Sprache. Die blaue Maske er« regte bald einiges Aufsehen durch den schlagenden Witz ihrer Antwor­ten. Mehr als einmal drängte es den Grafen, sich ihr zu nähern und sich zu erkennen zugeben. Aber ein unbestimmtes Gefühl von Eife, lucht gesteigert durch den Mißmuth, der augenblicklich am Gru.-d seines Her­zens lauerte, ließ es ihn immer wieder unterlassen. Es gab aber Mo­mente, wo er sich dieser Gefühle schämte. Nichtsdestoweniger folgte er ihrem Triumphzuge ungesehen, und jeder, der geliebt hat, wird es verstehen, daß ihn die Huldigungen zuweilen ärgerten, die ihm zum Trotze die Barberigo mit eben so viel Unbefangenheit als Grazie an- zunebmen schien.

Um zehn Uhr erschien der Hof. Der liebenswürdige Großherzog Leopold kam mit feiner Gemahlin am Arme und wanderte, umgeben von seinem Gefolge, zu wiederholten Malen durch die Säle. Er grüßte freundlich nach allen Seiten un» blickte wohl;efällig auf die vergnüg- ten Gruppen, die den Ridotto erfüllten. Seine Larve hielt er in der Hand, eine Höflichkeit gegen seine Gäste, die ihn erkennen und wissen sollten, wie froh ihn ihre Heiterkeit machte. Ich mache die Bemerkung sagte Leopold in deutscher Sprache zu einem einsamen Domino, der sich dicht hinter ihm hielt, daß jene blaue MaSke ein nicht geringeres Gefolge hat, als ich selbst. Wer ist diese Dame, die unsere Gäste so

Wahres. Namentlich ist es eine elende Lüge, daß Hr. Decanatsverwalter Wehrs ritz sich bereit erklärt habe, den rc. rc. Ost von seinem Unterthanen- und Dienst-Eide zu ent­hoben. Auch die von dem Artikelverfasser geschilderten Ge­fühle und Aeußerungen der Bevölkerung nach Verkündigung des Kirchenbannes existiren nur auf dem Papier und sind Producte seiner Phantasie, die er in der gewohnten Weise den Menschen dieser Art unbedenklichfür die Stimme dcS Volkes" ausgibt. UebrigenS erkennt hier in dem Artikelvcr fasser Jedermann einen seines aufrührerischen und un­christlichen Treibens wegen abgesetzten Schulleh­rer, dem es so wenig an Gelegenheit gefehlt hat zu erfah­ren, ob seine Ansichten und Bestrebungen mit denen der un- endlichen Mehrheit der hiesigen Bevölkerung übereinstimmen, daß er regelmäßig sein Glück auswärts versucht. Wahr­haft ekelerregend aber sind die weiteren Ergüße über beschworne Bürgertreue, den Gehorsam, welchen das Volk dem Staatsoberhaupt und der Regierung schulde, u. dergl in dem Munde eines Mannes von den Antccebentien des Artikel- Verfasiers. Ich muß gestehen, ich schämte mich nicht nur, mir graute ob solcher Bundesgenossen!

O Camberg, 1. Jnni.Gestern wurde der schon ge­meldete große Kirchenbann über Bürgermeister Ost auch der versammelten Gemeinde von der Kanzel in jener für chterlich barbarischen Formel verkündet. Ost wurde verflucht von dem Wirbel bis zur Zehe, verflucht wurde all sein Thun und Laßen, was er berühre, selbst die Erde, in welcher er verwesen werde; verflucht wurde sein Weib, wurden die Kinder, die er gezeugt und noch zeugen werde! Der Eindruck dieser Verfluchung auf die Gemeinde und die Umgegend ist wirklich außerordentlich, aber nicht in der Art, wie die Priester erwarten mochten. Dank den früheren Be­strebungen unserer Regierung, das Volk menschlich zu bilden.*) Dank unseren Schulen und den recht wackeren Lehrern, welche in Schwickershausen gewirkt: das Volk hat menschlich em­pfinden gelernt, und die Ausbrüche der Barbarei erfüllen es mit Abscheu und Verachtung. Die schlichten Land- leute von Schwickershausen haben über Dogmen bisher nicht gegrübelt, waren kirchlich aus religiösem Sinne: gestern wur­den sie aufgeschreckt aus ihrer Gemüthsruhe.Wir erwarten Segen und hören Fluch in dem Gotteshause; bezahlen mir Priester um uns zu verfluchen?" sagen die Leute. Man vergleicht den Spruch des Heilandes:Ich bin ge­kommen um selig, zu machen und zu retten, was verloren war!" mit dem Treiben der Priester, welche den Mann ver­fluchen, welcher seine Pflicht als Bürger erfüllte. Wahrhaft gräßlich aber erscheint den Leuten die Verfluchung un­schuldiger Kinder, und selbst noch nicht geborener Ge­schöpfe. Man sagt:Wäre der Bürgermeister ein Verbrecher, so müßte man suchen feine Kinder zu guten Menschen zu er­ziehen, nicht zu verfluchen.""

So berichtet d. d. Camberg, 29. Mai die Mittelrheinische Zeitung in ihrer Nummer 127. Wir sind in der Lage, der gemeldeten Verfluchung des Bürgermeisters Ost, seines WeibeS, seiner Kinder und KindeSkinder u. s. w. die wirklich verlesene Excommunications-Sentenz nachstehend an die Seite zu stellen. Sie lautet wie folgt:

Wir Peter Joseph rc. rc. haben in Erwägung:

1) daß nach der Lehre der heil. Schrift derjenige, der dem Altare dienet, auch vom Altare leben soll;

*) Der Verfasser des Artikels will allem Anschein nach glauben machen, sein früheres Treiben habe nur dahin gezielt, die Regierung in diesen Bestrebungen zu unterstützen. Er steht mit dieser Behaup­tung nichl allein. Die Red.

dauernd zu fesseln weiß? Ich würde es gerne wissen, wenn es ohne Verletzung der Maskenfreiheit geschehen könnnte.

Du sollst eS sogleich erfahren, falls ich noch klug genug bin eS herauszubringen , sagte der Domino und entfernte sich auf geräusch­lose Weise auS dem großberzoglichen Cortege, um sich der Gruppe zu nähern, die sich um die Barberigo versammelt hielt.

Er trat hart hinter sie, und fand sie un Gespräche mit einer Ve- netianermaSke von vornehmer Haltung, welche das Italienische mit et« nein fremdartigen, aber nicht unangenehmen Accente sprach. Der Do­mino begann zu lauschen.

Sie haben eS errathen, schöne MaSke, so hörte er den fremden Cavalicr sprechen, daß meine Wiege nicht diesseits der Alpen stand. Ich komme allerdings weit her von Mitttrnacht.

Sie find ein Deutscher? fragte die Gräfin.

Vielmehr aus einem Lanke, Signora , welches hoch im Norden über Deutschland liegt; wenn meine Landsleute deutschen Boden be« treten, so sehen sie sich nach Orangen um.

Hu, wie mich friert! sagte die Gräfin, und dennoch scheuten Sie nicht den weiten Weg, um dieses classische Land zu besuchen.

Und um dessen classische Schönheiten zu bewundern!

Galant genug für einen Hyperboräer. Zch danke im Namen mei­ner Lanrsmänninen!

Sie beziehen diese Galanterie, wie Sie sie nennen, auf andere?

Wenn sie kirecte an mich gerichtet war, so hatte sie wenig Begrün­dung Wir sind auf einem Maskenball.

In diesem Lande der Harmonien kann es nicht anders sein, als daß Geist und Schönheit sich verbinden, gab der Nordländer zur Ant­wort.

Und so ging ed fort. Ihrem Haupte entfiel eine Rose. Der Do­mino, der den Großherzog gedutzt hatte, bob sie auf und reichte sie der Gräfin dar. Sie dankte mit einer leichten Verbeugung.

Diese Rose, meinte der Schwede, fühlt sich unheimlich in der Nähe der schönern Gefährtinnen, die auf gewissen Wangen blühen. Haben Sie Mitleid mit ihr, und spenden Sie sie Jemanden zur Er­innerung an diesen Abend!

Sie sind unbescheiden, Mann von Mitternacht! Wenn diese Rose ihre unbequeme Stellung verlassen soll, so ist cs billig, daß sie sich unter den Schutz desjenigen begebe, der sie so eben vom Tode durch Zertreten gerettet hat. Und damit reichte sie die Blume dem Do­mino hin.