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Nassauische Mgeumne Zeitung.

SnleOuttfirn nf6mrn an in ©teél'aren Mr CrrDeMtion (jßilb. ,iurt>rid>*idir Si:d>6antlunfl, ranggaff, Kr 42) ausivaü- alle Ponanünlirn jatrair: d e v^er- fpaltißtpeiitjrii« oder deren Plaum 3 fr.

Wiesbaden. 1884

Nr. 126.

Mittwoch, 31 Mai.

Ser Aircheneoiiflict in Vaden und die letzten Vorgänge in Freiburg.

Die badische Regierungsprcsse und eine andere gibt es nicht wiederholt es täglich bis zum Ekel; die Bestrebun­gen des Hrii. Erzbischofs fänden bei demgesunden Sinne" der kâtbolischen Bevölkerung Badens keine Sympalhiecn. Ge­gen diese Behauptung sprechen jedoch drei unwiderlegbare LhMacheu. i) Trotz den gewiß günstigen Aussichten haben bis jetzt dennoch keine Austriite aus der katholischen Kirche stattgcfuuden,sollte man aber nicht erwarten, daß wenig­stens einige wohldienerischeStaatskatholiken" in der Entrü­stung über die bieiarchischen Bestrebungen bereits so weit ge­gangen wären, jede Gemeinschaft mildemhochverrätherischen" Erzbischöfe aufznklären ? Viele derselben trauen offenbar nur dem Winde nicht recht. 2) Die Truppenseudung in den O- denwald und Tanbergrund, mag dieselbe auch nur alsmi­litärische Promenade" bezeichnet werden- spricht noch augeii' fcbeinlicker für die ziemlich lebhaften Sympathien der dortigen Bevölkerung, welche eben der Regierung am besten bekannt sein müssen; denn sonst wäre eS viel zweckmäßiger gewesen, Kartoffeln anstatt Soldaten in jene von Armuth und Roth heimgtsuchten Gegenden zu senden. 3) Nur Die Androhung von Geld- und Gesängnißstrafen, Hockvcrratbsproccffen und Einquartierung konnte an den meisten Orten die katholischen SüfiungSvoistände bewegen, sich zu Gunsten der Staatsregie­rung und gegen den Hrn. Erzbischof zu erklären. Tie badi- sLe Regierung weiß recht wohl, wie man sich diewahren" Sympathien des Volkes erwirbt. Doch in noch einem Puncte müssen wir derselben vollkommen Recht geben. Die Regie­rung hat nämlich von vornherein die Katholiken damit zu be­ruhigen gesucht, daß es sich bei dem Kirchenstreite durchaus nicht um den Glauben handle und in dieser Beziehung find die weifen Absichten derselben offenbar vielfach verkannt worden: wenn. nämlich die Regierung nur die Rechte und das Vermögen der katholischen Kirche für sich hätte, glauben Dürften dann die Katholiken, waS und so viel sie wollten. Das wird erst jetzt klar! Die Verhaftung des Obeihirten wird durch das Vergeben zu begründen versucht, er hätte sonst mit seinenMitverbrechern" colludiren können. Abge­sehen davon, daß j der Denkende in dem Verfahren des boch- würdigen Metropoliten in Bezug auf das Kirchenvermögen eine kirchliche Handlung, also eine vor die geistliche Gerichte gehörigr^Sache, überdies einen Act der Nothwehr gegen die von der badischen Regierung eingeführten Neuerungen und Bedrohungen des Kirchenvermögens erblickt; so liegt in kei­nem Fall hier ein Verbrechen vor, ist al o auch eine Crimi- naluutersuchung nicht gerechtfertigt, und wird auch nie gerecht­fertigt werden, da in dem cvnstitnlioncllen Baden unge­achtet der klaren Bestimmung der Verfassung saclisch ein unverantwortliches" Ministerium besteht. Da aber ferner der Jnquistt das s. g. Verbrechen zugestand und an die Flucht eines 82jährigen Mannes nicht gedacht werde» kann, so läge nach den badischen Gesetzen, auch wenn unser Oberhirte wirk­lich ein weltliches Verbrechen begangen hatte, nickt entfernt ein Grund zu dessen Verduftung vor. Letztere ist demnach nichts als ein Staatsstreich, zu dessen Ausführung gerichtliche Formen gewählt werden und in ihrer Wirkung ist sie ein weiterer Nagel an dem Sarg der Unabhängigkeit der Gerichte. Es ist auch nur Eine Stimme über den unerhörten Vor- gang im ganzen Laude! Man unterlegt demselben allgemein die Absicht, die gewaltsame Durchsicht uiig der Kirchenvermö- gensoidoniianzen zu sichern, und dem Oberhirten nicht nur jede Vertheidigung gegen die Seitens der Kirchenvergewalti- ger ausgehenden Entstellungen der Wahrheit zu nehmen, son- jBER^MBMMgäaaäESSägiw^^^s^amaMfaWMsraggmEgggBtEScgrawsE^i^^^caMwraffRcaa^^

Der Maienhof.

Sine schwäbische VolkSgeschichte.

(SortffWfl)

Endlich, eine Stunde vor Mitter, acht, klopfte Michael am Haus. Magdalene trocknete die Thrän, n und ging hinab, ihm aufzumachen, oder trocken und kalt erwiederte sie seinen herzlichen Gruß.Ist dir etwas" f fragte er noch freundlich.Nichts"! antwortete sie und wartete sich ab, um zu Belt zu gehen. Sie fragte nicht, wie es ihm rgangen, sie zeigte nicht die mindeste Begierde nach den Neuigkeiten, w er mitgcbracht haben mochte, die empsindlichstc Kränkung für den Ehrenden, der si^ auf diese etwas zu gut gethan hatte.

nuit i Qrl n^r bwe solche Begegnung nicht gewöhnt; auch er schwieg 'u red? .^ö^ sich zürnend nieder ohne ein weiteres Wort. Er war in etrern ^l" aufgebrochen vom Marktoric Rabe bei der H imaiv aber, war büttein Qln an der Straße gelegenen WirivShause, das viel besucht kehrend n ^" Bekannte augerufen, die, ebenfalls vom Markte Heim- »ichi sorüb$ fin ^"ies thun wollten. Er konnte Evrenhal'er ten In rer warmen Stube aber, an den votlbefeß» ihm cr,. "nier-den allen B>kannte» beim schäumenden Siete ward's dern aul ? ieaulich, daß er sich nicht losreiben konnte, ehe die an. litten Man hatte ihn aufgezogen mit seiner altvätcr- Ârena mt a n'11 c* ""d meinte, er würde von seinem Weibe loch zu Magdalene»-""^ »eüalten. Er hatte mit einem recht warmen Lob krafiigen geaniwortei, übrigens, um den Berdacht zu ent. Magdalene,,- -ch"'' zuweilen wieder Dieter zu kommen. Nun bei Reden im sn ""freundlicher Begegnung dachte er erst wirrer über die ten nicht ^kfüause nach, und es kam ihm vor, als ob seine Bckann- Siebe emni ^^ *? 'rfd,t gehabt hätten. Hatte Magdalene ihn mit watd hnm ^"^" wie sonst, so hätte er empfunden, daß eS in der Hei- Äm ^I""'icher sei, als im Bierhause.

Zum eruen^". Morsten fanden sich beide in sonderbarer Spannung, gern in,u J?0/^" ^r ^* entzweit , und wenn beide auch wieder dem anbrrJ a 1 116 jlrtrtl^n 'räri'n' so wußte keines, wie es mit Michaels n6 ^fn Anfang zur Versöhnung zu machen ließ Nun } unD Magdalenens Empsindlichk.it nicht zu.

koren i ?i ""â äich die alte Maienbäucrin doch auch nicht ver- konnte' fhro gD^^" sinken, so gegeben, daß ein Blinder sie greifen

' ^ Meinung »der das Borkommniß kund zu thuu. Darüber

der» auck alle weiteren Vel0>diiuiiqkti, welcke der katholiscke» Kircke ihr Vermögen gegen Fremde Eingriffe gesickert hätten, Iiiimöglick zu macken. Man erinnert daran, daß die über das allgemeine Kirckenvermögen von der Staatsadministra- tioii durck den Erzbischof geforderte Recknungsablage nickt zu erlangen ist und daß das immerhin betrâcktlicke OrtSkircken- vermöWr leickt zu weiteren Fliiaiizspcculatioiien reizen könnte. Da cs aber die ordentliche Kirckenbehörde unter ihre reckts- mäßige Aufsicht nehmen will, ist zum erstenmale eine cmpstnd- liche Seite getroffen und der Augenblick für dierettende Thal" gekommen. Jetzt mußte geschehen, wogegen man sich io lange gesträubt hatte. Es durfte der kiickeufeindlicheii Bureaukratie das Gesetzwidrige ihres Verfahrens vorgehalten werden, das kümmerte sie nicht, sie hat eine gute Haut: aber wenn die Kirche ihr Vermögen sichern will, da ist Gefahr im Verzüge, daS darf nicht gestattet werden. Die officiellen Reisen im Lande nehmen wieder überhand, die Beamten ver­breiten Flugschliftc» gegen den Oberhirten, drohen mit Exe- culionstrnppen, wenn die Katholiken ihre Etiflungkiften nickt berauschen oder nicht Alles unterschreiben wollen, was vor­gelegt wird; es wird verleumdet in den Zeitungen und ge­gen die Kirche gehetzt; die offenen Katholiken werden einge- sperrt und Jedem, der seiner Kirche treu sein will, droht Cii- minaluuterfuchung; wo Drohungen nicht reichen, werden Be­stechungen angewandt, und den Gemeinden vorgeredet, das O.lSklrchenvermögen gehöre eigentlich ihnen, der Erzbischof aber wolle eS nach Rom schaffen. Aber trotz diesem Ter­rorismus erklären sich viele Gemeinden für ihren Oberhirlen u.es herrscht eine bedeiiklicheGährung durch das unglücklichcGrenzianb! Nach übereinstimmenden Berichten desD. Vbl." und der D. Vd.", den-n wir obiges entnehmen, sah der Hochw. Herr Erzbisckof bei Beginn seiner Vernehmung voraus, welch ein Ende die Procedur nehmen werde und sprach gegen die ihn Umgebenden, während Stadtamtmaun von Senger die Haussuchung vornahm, seinen Dank gegen Gott aus, daß er gewürdigt werde, für die Freiheit btr Braut Jesu Christi leiden zu können, und hatte keinen andern Eckmeiz, als daß die Kircke nun geknebelt werde, indem man ihrem Oberhirlen den Mund zu ihrer Vertheifigung schließe. Ueberhaupt soll der greise Kirchensürst mehr Math und Festigkeit gezeigt ha­ben, als der gegen ihn entsendete Beamte, der nur mit Zit- lern mit) Bebe» dem ungebeugten Vorkämpfer der Kircke die Verhaftung auSsprechen konnte und stck nach vollbrackter Thal von Pollzeimaiinickaft heimgeleiten ließ. Um die vor dem erzbischöstichen Palast versammelte Menge ausejuanderzutreiben, sollen, als Militär-PatroulUen, mit Gensd'armen und Polizei- dienern vermengt, eingeschriile», zwei protestantische Offiziere v. Böcklin und Sckacffer, so wie einige Polizeidtener blank gezogen und eingehaue» habe». Die b.nannten Offiziere wurden durch Corps Burscke derSuevia" grfordert, stellten aber die mitgetheilte Thatsache in Abrede. Dienstag den 23. d. Mts. begab sick Senger in die erzbischöfl. Cauzlei, und verlangte von dem Boi staude derselben die Herausgabe des Conccpis der neuesten erzbiscköfl. Verordiiung vom 19. b. M. wonach der Clerus unter Androhung der Suspension ver­pflichtet wird, das Hirtensckreiben vom 5. d. M. in Betrrff des Kirchenvermögens zu verkünden und zu vollziehen." Der genannte erzbiscköfl. Beamte wurde sckvn Tags zuvor vor das Criminalgericht" (v. Senger) nebst dem erzbiscköfl. Expeditor geladen, und ihnen dort zugemuthet, anzugeben, wer die Ver­ordnung vom 5. b. verfaßt und berausgegeben habe und wo sich das Concept derselben befinde. Diese lehnten jedoch dieses Ansinnen damit ab, daß sie erklärten: sie könnten den Eid der Tienstversckwiegeuhcit, den sie gelobten, nicht brechen und säben sich obendrein nicht verpflichtet, in kiichlicheir Din

iHf.««?.rectwm^ «an vvm'^'i'i«^lr»E«mo»oi»^.«li-i»«l'.»

ärgerte sich Michael nach inevr und eie Verstimmung konnte sich nicht so schnell wieoer auslösen. Um so Inder unternahm er am folgenden Sonntag Nachmittag einen Gang in raS Straßenwirtyshans. Er habe es versprochen, sagte er zu Harve, und in der Toat gestand er sich, daß seine Bekannten recht gehabt hätten: er versauerte in seiner Einöde.

E, gefiel ihm heute noch viel besser dort als das letztemal. Man war viel bitterer und aufgeweckter zusammen, als wenn man etwa einen Bekannten in feinem Hause besuchte. Änch war's gar angenehm, daß eaS Haus so neben draußen lag; man konnteunbe'Lneen" hm- gehen. Wenn man dagegen einmal des ZaorS tut ©one in den Stern sich wagte, so konnte man gewiß sein , daß Me Weirer am äußerst.» Dorfcndt einem die Schoppen nachzählten. Eine Karte dort auzu'ühren hatte noch niemand gewagt, wäre daS Spiel auch nur um Bohnen gegangen.

Der Arbeitsorang, den der Frühling brachte, und eine liebevolle Behandlung voA Seiten seines Weibes hätten dem Reize noch entge­gen wirken können, den bald riefe Zerstreuungen mächtig auf ibn auS- iibten. Magdalene aber ward nun Malter. Die beiden jungen Eltern waren entzückt ton tent Kinde, einem hübschen Knaben; doch äiiße le sich jedes in seiner Art. Maakalene wuree saft frleft wieder zum Kuid, sie konnte es nicht satt bekommen, rasselbe zu sehen, zu pflegen, seine ersten Bewegungen, selbst feine Athemzüge in seinem ruhigen Schlafe zu beobachten. Michael freute sich desselben nicht minder, aber er konnte doch nicht an der Wiege sitz n, oder das Kind wickeln helfen.

Seine Freure d>äugte ibn daher noch mehr hinaus, um sich andern mitzutheilen Magdalene litt nun lange an großer Schwäche und konnte die Stube nicht verlassen; da wurde dem jungen Manne zu Haus immer langweiliger. Er wartete nicht erst die Sonntage ab, um m's Straßenwlnhshaus zu gehen; traf er d -w immer Ge« fellschafi an lustigen Siakiherren, wenn auch feine Bekannten vom Dorf nicht Zeit halten, einen Besuch kort zu machen. Allmälig genaß nun freilich Magkatzne wieder, aber sie lebte fast ganz ihrem Kinde. Michaels verändertes Benehmen kränkle sie tiefer, als er ahnen konnte. Sie dachte nicht daran, raß ihr Mann sie lieben und dennoch an der übrigen Welt noch an Interesse nehmen könne. Das war ja bei ihr selbst ganz anders, und auch von ihrem Vater, dem weiland Maien­bauer, hatte sie nicht gesehen, daß er je auswärts Unterhaltung suchte. Nun drängten sich ihr all die Erinlierungen wieder auf an die Ge­ringschätzung, die sie in früheren Jahren hatte erdulden müssen. Auch

ge» w Blieben Behörden Rede zu stehen. Diese Erkläiung wUide auck jetzt von beiden wiederholt, worauf Senger be- meikte:Geben sic das Concept nur heraus, der Erzbisckof will es ja!" Der Cânzteivolstayd entgegnete:Damit wir darüber in'S Reine komm,», schlage ick IViten vor, mit mir zu Sr. Excellenz zu gehen," worauf Senger die Amismiene verlor und bemerkte:Ick habe cS ja nur als Entlastung ge­gen den Erzbisckof erheben wollen, die Sacke eilt nickt, wir brauchen jetzt »ickl binzugehen." Er machte hi.rauf noch, jedoch ohne Erfolg denselben Verfuck mit demselben Vorgehen bei dem erzbischöfl. Registrator. Seither hat cs klcinlickeu Verfolg,li gen und groben Rechtsveiletzuiigen nicht gefehlt. Es wurde sogar ein Mädcken aus einer achtbarer Bürgers­familie von einem Polizeicommissär ohne Weiteres verhaftet und auf die Hanplwacke gebracht. Der wackhabeude Offizier verwendete stck, als dasselbe in das Amtsgefängniß abgcsüdrt werden sollte, für dessen Freilassung, aber ohne Eifolg. Eist als daS Mädcken um Schreibzeug bat, um einige Zellen an den Hofgerichlspräsidenteii zu richten, entfernte sich der Scherge, ohne weiter auf der Abführung zu bestehen. Als Donnerstag Abend die Polizei es sogar wagte, ruhig gehende Kiichengäu- ger auöeinanderzutreiben, entstand in der Hauptstraße eine so bedenkliche Gäbruug, daß jene sich entfernen und Militaiipa- trouiUen zu Hülle rufen mußte. Regierullgsdirector Schauff soll auch schon den Kriegszustand in der Tasche haben.

Der Erzbischof von Freiburg hat bei dem großderzog- lieben Ministerium uacksteh-mden Protest eiugereickt:An daS hochpreisliche großhcrzoglicke Llaatsministerium. Den chrfurclts- vvllst Unterzeichneten hat der großhetzogl. Amimann v. Sen­ger gestern, nach dessen Vorgehen n Folge allerhöchster Er­mächtigung, wegen Mißbrauchs seiner Amtsgewalt in Unter­suchung gezogen. Der gehoisamst Unterzeichnete fühlt sich in seinem Gewissen verpflichtet, gegen diesen Act feierlichste Ver­wahrung einzulegen, indem er an dem Grundsatz fest halt, daß in kirchliche» Dingen weltliche Gesetze nicht maßgedend sind, daß es sich im vorliegenden Fall um kirchliche Anord- naII gen handelt, zu welchen er nach canoaischen Recht befugt ist und hierfür niemand als den hl. Vater für seinen Rickier anerkennt. Dem Slrafgefetzbuch kann der rhrfurchtsvoU Uu* terzcicknkte in diesem Fall nicht unterworfen sein, denn in seinem Amt als E,zbischos, insofern es sich um kirchliche An­ordnungen handelt, ist er kein Unteuhan Die Handl,:ngs- weise des gehorsamst Unterzeichneten kann nur nach kirchliche» Gesetzen beurtheilt werden, eine entgegengesetzte Auffassung würde dahin führen, daß er auch Gei.tze «K oorr^keU-iche Anor. nungcn rkspectiren müßte, welche das katholische Dogma, den Cuit und die Disciplin angreifen, ja den ganzen katho­lischen Glauben aufheb.n. Ueber die Frage, ob der gchoisamst Unterzeichnete innerhalb seiner Competenz gebandelt habe, können unmöglich die badischen Gerichte entscheiden: darüber steht, nach der Grundversaffung der Luboliid)cu Kirche, welche im Großherzogthum so heilig zu halten ist, wie irgend ein Beifassurigsgej.tz nur dem heiligen Stuhle, als meinem aUcl- lugen Richler auf Erden, das Urtheil zu. Die Anfechtung dieses Grundsatzes käme einer Vernichtung der katholischen Kirche gleich. Glaubt dennoch die allerhöchste Regierung der­artige Gravamina gegen den ehrfurchtsvollst Unterzeichneten erheben zu müssen, so können solche nur zwischen allerhöchst- derselben und dem hl. Vater auf diplomatischem Wege ver­handelt und erledigt werden. Auf dieser Erklärung, welche der ehrfurchtsvollst Unterzeichnete einem höchstpreislichen Staats- Ministerium ganz gehorsamst abzugcben sich bechit, wird er fest und unerschütterlich beharren, und Allem, was da sollt men möge, mit Zuversicht entgegenseheu. Freiburg, den 20. Mai 1854. (gez.) t Herm a n n."

B^aa w^ «gMa^»

Michael, fluchtet, sic, renke nun eben wie rie ankern uuo sehe über sie weg Manchmal Härle sie ruich eine freun bliebe .'citte ihn mruef» halten mögen, aber ihn buten um ras, was er selbst nicht »ber'S Her; bringen sollte, ras wollte sie um keinen Preis. "Hatte sie gezürnt uns gescholten, so hätte eine Erklärung und auf riese eine 'Verödung folgen mögen. Ader Sw eiten war nicht Magka ewiiS Saar. Sie zürnte schweigend, »nv Vertrauen nur Ossende et waren ra.in.

Michael, alleuteaib-n bewunrert nur von Magda eite selbst her» wöbnt, konnte reu Druck seines häuslichen Zustanrrs Nicht ertragen; er suchte Eiitschärigung, und fand sie niegâs bess r, als un Stianen- wirthshause, r o der reiche Hoivauer und ttaitlube, chemal ge Aeiiller st ein gar geachteter Gast war. Selbst hie Sigetverr» mochten gern einen OioeurS mit ihm fuhren, und Ku ne le, rie Kellnerin, schien ibn vor allen Gästen anszuzeichiwn Es war ein ungewöhnliches Mäd­chen und trug nicht wenig zur Sehe tbeit res Wirthshauses bei. DaS Bier hatte erst dann den rechten Woalgesch ^ack, n enn sie mit ihrem schelmische Lächeln und einem freuneltchenWohl d.komm'S" es vor r n Gast lücecrgestelit, uns rie kicke Wi-tam »avm's nicht wenig übel, kaß man rar so gar wenig Dank dafür zu wissen säum, wum sie selbst sich rer Mähe der Aufwartung unterzog. Doch war rieft selten nöthig , denn die sinke Dirne wußte llebermögliaaeS zu leisten, und eine wahre Freude wai'S, die ScwegluDfeit rer irischen Gestalt anzuseorn Uniibe t essliv ar er war Anneles UnterhaltungSgabe. Rie konnte das Gespräch stocken, wenn sie zugegen war; irre »aerschöpf- liche Munterkeit wußte auch reu t übstn igsten Gast nurzuheilern lind ihr treffender Witz ren gki4gühigsteit Gegenständen Interesse zu ver­leihe».

Keiner der Gäste konnte sich einer Bevorzugung von ihr rühmen. Schönen Worten, die man ihr gab, Wime sie auSwweichen, indem sie dieselben zu allgemeiner Belustigung in'S Lächerliche zog Wer gar eine Unbescheidenheit sich zu Schulden kommen ließ, sonnte ferner war« ten, bis sie Wirthin selbst sich zu feiner Bedienung bequemte. Für den jungen Mai nbauer aber schien sie eine unvcrholene Vorliebe ge« Wonnen zu haben, seit dem ersten Abend, an dem er einkehrte und in so warmer, herzlicher Weise sein Weib rühmte und von seinem häuS- lieben Glücke sprach. Ihre Augen b testen doppelt freunokeb, wen > sie auf ibn sich richteten. Am liebsten, wenn sie ein Wileven Ruhe hatte, setzte sie sich in seiner Nähe nieder, brachte auch wohl das Gespräch auf» Militärleben und ließ sich davon erzählen.

Freilich erschien nach einem solchen Abende dem Michael der ein-