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Ai. »affautf*« «««mein« Zeitung erfäeiitf. Sonn. M autaenommen Malich V^'«» »'rrttlj-M für ma-«baden und den Thurn und TariS'schen Postdej«rk .

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spaltige Petitzcile oder deren Raum 3 fr.

Wiesbaden. 1834

Nr. 125.

Dienstag, 30. Mai.

Amtliche Nachrichten.

Seine Hoheit der Herzog haben dem Oberappella« tionsgericktsrath Stahl, sowie dem Domânenrath Phil- gus in Anerkennung ihrer langjährigen treu geleisteten Dienste die goldene Civilverdienstmedaille zu verleihen geruht.

HöLstdieselben haben den an das Kreisamt zu Lim­burg bestimmt gewesenen Justizamtssecretâr Appel von San? gmsä'walbacb als Secretär an das Justizkimt zu Weilburg, den Justizamtssecretär Müsset in Weilburg in gleicher Eigen­schaft an das Justizamt zu Wallmerod und den Justizamts- secretâr Eberhard von Wallmerod als Sekretär an das Kreisamt zu Limburg gnädigst versetzt.

Seine Hoheit der Herzog haben den Medicinal- ' Assistenten Dr. Kissel von Hachenburg nach Westerburg zu i versetzen geruht

Die durch die Versetzungen der Pfarrer Schellenberg ' zu Ustngen, Koch zu Wörsdorf und Hatzfeld zu Breitscheid s zur Erledigung gekommenen SchuliuspecNvnen sind in dem bisherigen Bezirke des Pfarrers Schellenberg dem Pfarrer Döhring zu Wehrheim, in dem bisherigen Bezirke des Pfarrers Koch dem Pfarrer Hatzfeld zu Wörsdorf und in dem bisherigen Bezirke des Pfarrers Hatzfeld dem Pfarrer Schilling zu Fleisbach übertragen worden.

Lehrer Conrad zu Vielbach ist in den Ruhestand ver­setzt, Schulvicar Heinz zu Waldaubach zum Lehrer in Viel­bach ernannt und der Schulcaudidat Decker von Roth mit Verschling der Schulvicarstelle zu Waldaubach beauftragt werden. Lebrergehülfe Steden von Dornassenheim ist zum Lehrer in Oberreifenberg und der mit Versehung der Lehrer­gehülfenstelle zu Königstein beauftragte Schnlca»didat Dom­bach zum Lehrergehülfen daselbst ernannt worden.

Todesfälle. Am 8. Mai ist der Pfarrer Endres zu Weyer und am 12. der Steuercommissär Steup zu Hada­mar mit Tod abgegangen.

* Das Lauct Diucentius Hospital zu Limburg.

In einer Zeit wie die unserige, in der das Ringen und Jagen nach vergänglichem Glücke und sinnlicher Wohlfahrt die Herzen der Zeitgenossen erfüllt, so daß man fast glauben sollte, ein edleres und höheres Gefühl fände keinen Raum mehr in demselben, während andrerseits die Roth des alltäg« lichen Lebens Allen, denen nur ein bescheidenes Maß irdischen Glückes zu Theil geworden, beinahe alle Lust und Fähigkeit zu einem freien Aufschwünge des gedrückten Geistes zu rau­ben droht, bereitet es dem Menschenfreunde eine doppelte Wonne, von einer Anstalt berichten zu können, die von dem immer noch kräftigen Walton der Nächstenliebe und der christ. lichen Erbarmung ein beredtes Zeugniß ablegt. Eine solche Anstalt aber ist das Hospital des heiligen Vin­ce n t i u s zu Limburg.

Edel und hochherzig war der Gedanke, bescheiden und unzureichend aber das Vermögen, mit welchem mitleidsvolle und gottvertrauknde Männer es unternahmen, ein Institut in das Dasein zu rufen, welches der Pflege und Wartung armer und bedürftiger Kranken vorzugsweise geweiht sein sollte, nicht minder aber auch solchen Leidenden, die gegen eine angemes- jene Vergütung treue und liebevolle Behandlung, die ihnen auf anderem Wege in ausreichender Weise nicht werden konnte, beanspruchten, Aufnahme zu gewähren. Ein Legat des ver­storbenen Herrn geistlichen RatheS Haas im Betrage von 4000 Gulden bildete den Grundstock des hierzu nothwendigen Fonds und erlaubte den Ankauf des zum Hospitale auser­

sehenen Hauses. Mit einer weiteren Summe von 2000 Gulden, welche Frau Wittwe Trombetta beisteuerte, so­wie mit dem Ertrage einer angestellten Collette, bei der sich der Wohlthätigkeitssinn der Bewohner L i m b u r g's in hervorragender Weise bethätigte, konnte man den Ausbau des Gebäudes und dessen erste innere Einrichtung unternehmen. Wohlthätige Hände schenkten der Anstalt von allen Seiten Leinwand, Kleidungsstücke, sowie Bett- und Küchengeräthe aller Art; besonders verdient ein reiches Geschenk Ihrer K. Hoheit der Frau Herzogin-Mutter, bestehend in Kleidern und zwei Stücken Tuch, anerkennende Erwähnung. So konnten, nachdem am 13. November 1850 die Ein­weihung der Hauskapelle durch den hochwürdigsten Herrn Bischof stattgefunden hatte, zwei Mitglieder des wohlthätigen Ordens der barmherzigen Schwestern das Haus beziehen und der erste Kranke ein Protestant aus Hannover ausge­nommen werde». Gleichzeitig ward ein Hausgottesdienst in der Weise eingerichtet, daß in der Kapelle täglich einmal Messe gelesen und Nachmittags eine Andacht gehalten wurde. Die Zabl der Kranken vermehrte sich rasch, so daß im Jahre 1852 ein dritter Stock erbaut und dem Hause ein Neubau von 45 Fuß Länge beigefügt werden mußte. Im Juli des­selben Jahres ward auch eine höhere Töchterschule im Hause eröffnet, für welche zwei Schulschwestern berufen wurden; gleichzeitig mit letzteren traf auch, da die vorhandenen Kräfte zur Wartung und Pflege der Kranken nicht ausreichten, die dritte Krankenschwester ein. Die Schule gewann einen schnel­len und erfreulichen Aufschwung, so daß gar bald die An­stellung einer dritten Schulschwester nothwendig wurde und, nachdem die erforderlichen Einrichtungen zur Aufnahme einiger Internen getroffen waren, erfolgte die Annahme zweier jugend­lichen Pensionäre, welche außer Erziehung und Unterricht in dem Hause selbst auch Kost und Wohnung erhielten und der Obhut der Schulschwestern in Allem anvertraut wurden. Durch die stets wachsende Anzahl der zur Aufnahme sich meldenden Kranken ward die Zahl der bereits thätigen Kranke: sckwestern auf vier erhöbt, so daß sich gegenwärtig sieben Schwestern in den Krankendienst und in den Unterricht der Schülerinnen theilen. Die Schwester-Oberin ist aus Münster in West- phalen, während die techs andern aus Württemberg, dem Elsaß, Karlsruhe, Rastatt und Mainz berufen wurden.

Geschützt gegen den Lärm und das Getümmel der Stra­ßen liegt das St. VincentiuS-Hospital im nord östlichen Theile der Stadt auf dem sogenannten Roßmarkte, unfern der bischös- lichep Wohnung, dem Priestersemüure, T^m Pfarrhause und dem Elemeutarschulgebäude. Von Außen überrascht eS den Besucher durch sein heiteres und freundliches Aussehen, wie nicht minder durch die hellen und hohen Fenster, die Siebt und Sonnenschein von allen Seiten in das Innere gelangen lassen. Wir ziehen die Glocke; der Pedell des Hauses oder in seiner Verhinderung eine der Schwestern öffnet unS die Pforte; wir treten ein und fühlen uns umweht von einem Geiste des Friedens, der Liebe und der heiligen Ruhe. Im Erdgeschoße befindet sich die helle und geräumige Küche, so­wie links vom Eingänge daS Zimmer des Pedellen. Die blank gescheuerte Holztreppe hinauf gelangen wir in den ersten Stock und gewahren zu beiden Seiten eines mäßig breiten Ganges die Eingangsthüren eines großen Krankensaales, der Lingerie, des Refektoriums , eines der Lehrsäle und eines Zimmers, das zur Einrichtung einer Apotheke bestimmt ist.

Weiter hinauf treten wir im zweiten Stocke in die kleine, aber freundliche Capelle. Fast die ganze Ausstattung des zum Gottesdienste hergerichteten Raumes, wie ins Besondere die Bilder der Heiligen und eine kleine Statue der heiligen Jung­

frau, welche die Wände und den Altar zieren, sind Geschenke frommer Freunde des Hauses, von denen wir nur die ent­schlafene Frau Wittwe Trombetta erwähnen. Außerdem befinden sich noch im zweiten Stocke, ein großer und kleiner Krankensaal, das Zimmer der Oberin und ein zweiter Lehr- saal für die höhere Töchterschule. Der dritte Stock enthält die Wohnung des Hausgeistlichen, den OperationSfaal, die Schlafstätten einiger Schwestern und die Zimmer für die Krankenpensionäre, d. h. für solche Personen, welche ferne von dem Getümmel und dem Lärm der Welt gegen ein mäßiges Jahrgeld ihre Tage in den stillen und friedlichen Mauern des Hospitales zu beschließen wünschen. Hinter dem Hause und angrenzend an den bischöflichen Garten befindet sich ein großer Hof und ein Garten, der nicht allein den Bedarf der Küche an Gemüse, Kräutern u. s. w. liefert, sondern auch den aus dem Wege der Genesung begriffenen und minder leidenden Kranken als Spaziergang dient und durch eine in demselben angebrachte Kegelbahn zu ihrer Zerstreuung und Erholung beiträgt. Eine nicht unbedeutende Vergrößerung hat derselbe unlängst durch die Großherzigkeit der Herren Gebrüder Franz und Karl Trombetta eryalten, welche bei Gclegenh-itdes Verkaufes ihres zum Postlocale bestimmten väterlichen HauseS dem Hospitale ein großes Stück Gartenland unentgeltlich abtraten.

Die Zahl der Kranken, welche in dem Hause Wartung und Pflege finden, beträgt gegenwärtig im Durchschnitte dreißig bis vierzig. Die Aufnahme eines solchen hängt einzig und allein von der Entscheidung des HoSpitalarztes ab und nur in dringenden Fällen ist die Oberin hierzu ermächtigt. Einen besonderen Ruf hat die Anstalt bereits durch die vielen glück­lichen Operationen gewonnen, die von dem Hospitalarzte, Herrn Medicinalrath Dr. Heydenreich, unternommen und ausgeführt wurden. Nur durch die Sorgfalt, die Geschicklich­keit und den gewissenhaften Eifer, mit welchem Herr Dr. Hey­denreich sich der Behandlung der Kranken unterzieht, wie nicht minder durch die freundliche und liebevolle Pflege, welche die edlen Krankenwärtcrinnen den Leidenden aiigedeihen lassen, war eS möglich, daß so Viele, welche unter anderen Verhâlt- niffen nimmermehr Genesung und Heilung hoffen durften, ge­sund und neubelebt das HauS verlassen konnten. Jbr Dank lohnt den segensreichen Mühen und Anstrengungen, denen die gotterfüllten Jungfrauen sich willig und freudig unterziehen, ohne eine andere Entschädigung für das Opfer der Jugend und Gesundheit erwarten zu dürfen, als das beseligende Ge­fühl, Vielen, die ohne ihre Hülfe dem Elende verfallen wären, Engel der Tröstung und des Heiles geworden zu sein. Von viev Uhr des Morgens bis spät in die Nacht weihen sich die Schwestern der Barüiherzigkeit ihrem schweren und anstrengen­den Dienste, ja. es vergeht keine Stunde der Nacht, in wel­cher nicht eine derselben die Zimmer der Kranken besucht, um für ihre Bedürfnisse und ihre Pflege zu sorgen. In gleicher Weise wie für das körperliche Wohl ist auch für das geistige Heil der Kranken Fürsorge getroffen. Seit wenigen Monaten ist für das Hospital ein eigener Geistlicher angestellt, der im Hause wohnt und außerdem auch noch als Lehrer an der höheren Töchterschule, sowie an der Realschule thätig ist. Um fünf Uhr verrichten die Schwestern mit den Kranken das Morgengebet; um sechs Uhr und um sieben Ubr werden in der Capelle heilige Messen gelesen, welchen alle Bewohner des Hauses, deren Zustand es erlaubt,, beiwohnen.

Jeder Kranke hat bei dem Eintritte in das HauS seine Kleidungsstücke, sowie sein Geld gegen Quittung abzuliefern und erhält das Abgelieferte beim Weggange aus dem Hospi­tale wieder. Den Kranken, wie denen, die das HauS be­suchen, ist das Tabakrauchen in den Krankenzimmern und auf

Der Maienssof.

Eine schwäbische Volksgeschichte.

igorffebunß.)

war keine so stattliche Hochzeit, kein so glückliches Braut- paar gesehen worden, wie in diesem Jahr am Donnerstag nach Ostern.

"der nach der Trauung in den Stern zog und die Musik ani rauschte, die Gläser klirrten und die Gäste alle '^^"' ba lebte Michael erst recht auf; er sprach mit allen Tan ' e. m^ allen Burschen an und rief alle Mädchen zum frin es schien ihm gar nicht genug zu werden, sein Glück und nenm. "°Wesuhl überströmen zu lassen; alle Leute sollten Theil daran pi^rla9üal,cnc dagegen zeigte sich schüchterner als je; sie schien ihre za fürchten vor dem Geräusch, das um sie summte, und an ihm» Hasteten unverwandt an ihrem Bräutigam, als fände sie Die^nl« ^ emzigen Halt in der Verwirrung, die um sie strömte, pures h, ste schüttelten die Köpfe und sagten:Sie ist noch ein Schuh I,s Tu? Leute werden mit einander noch manches paar Leute auf ^6 6k in den rechten Gang kommen". Die jungen dem Tamb " Tanzboden dagegen winkten sich zu und flüsterten;Auf nem Platz-. "'> la, und an den Wirthslischen ist der Michael an fei» die Fuchse«! er's aber auf dem Maienhof aushalten mag, wo geben"! d" Eulen einander gute Nacht bieten, das mag Gott rädjbcni .sting vorüber und am andern Tag fuhr Abends, Ehepaar mit dem Wirthe abgerechnet worben war, das junge war Man^^r»» "Ochsten Verwandten nach dem Maicnhof. Nun Hauch anwekt-« glücklich; als die Wälder sie wieder mit frischem ihnen mit fpin»' Guckuk ihnen entgegen rief und ter Maienhof sie sclia wie dlumengeschmückten Fenstern entgegen blickte, lächelte fUll hielt d, und als der Wagen unter den Nußbäumen innig in hi, l*atI f>e herunter hob, da schaute sie ihm tief und ben: brauen mtn Un6 fagie:Jetzt erst kann ich dich recht lieb ha- Wangen hm1? mua angst vor den Leuten" ! Und als seine Ver- toareti unh » 1 "". feinem eigenen Tische, wieder weggefahren Sinb bernniksV^a'kne ihn bei der Hand nahm und froh wie ein nern, in d»> ihr Gârilein , in tun Hof zu den jungen Hüh- Hand au frp(Ttotaa/ "° 6e die Kühe streichelte, den Kälbern auS der fressen gab und den Rossen Hafer hinwarf, damit sie auch

etwas von der Hochzeit schmeckten, und als Michael all dieß mit den Augen eines nunmehrigen Hofbauern und Eigenthümers betrachtete, da schien ihm selbst der Hof gar nicht mehr einsam zu liegen.

Glücklich und still wie die Kinder lebten die jungen Ebclcute zu­sammen. Michael warf sich mit rüstigem Eifer in die A>beit. Der Geschäftsdrang des Frühjahrs hatte ihn gleich zum Anfang recht in die Bahn geführt, und ihm war daS neue Bewußtsein, auf eigenem Grund und Boden zu arbeiten, von hohem Reize. Um so schöner ward ihm dann auch der Feierabend, wo Magdalene immer gleich freundlich und unmuthig ihn am reinlich gedeckten Tische empfing. Sie kam nicht viel auf's Feld, wo ihr die Arbeit zu schwer war; um so fleißiger aber wirthschaftete sie zu Hause, in der Küche, im Garten und bei Vieh und Geflügel. Nach dem Nachtessen aber, das anders schmeckte als einst in der Kaserne, gingen sie noch eine Strecke in den Wald spazieren, wo der Gesang Nachts so schön hallte, oder sie saßen unter die Nußbäume, wo Magdalenens Nelken und Rosen so lieblich herüber dufteten, und sprachen von allerlei.

Hätte inan's Michael gesagt, da er noch unter den Kanonieren in Ludwigsburg war und den Sonntag kaum ziibrmgcn zu können meinte, wenn er nicht Urlaub nach Stuttgart hatte, daß er einst sich in solche Einsamkeit begraben müßte, er wäre lieberder Welt ein Enve" ge­laufen. Im Dorfe aber konnten die Leute nur staunen, wenn daS junge Paar jeden Sonntag mit freundlicherem Gesicht erschien, und wenn man auch lachte, weil sie nie eines ohne das andere vom Hofe weggingen und wieder zusammen heimkehrten, so ließen sich die Glück­lichen das nicht anfechtcn. Michael hatte nicht nur das innige, tief liebende Gemüth Magdalenens kennen gelernt; er selbst war inner­licher und dadurch froher, obwohl stiller geworden.

Doch jetzt kam der Winter wieder, die Feldarbeit hatte ein Ende, das Dreschen endlich beschäftigte bis zu Neujahr. Dann aber ward's ganz still auf dem Hofe. Wenn Michael auch das Vieh besorgte, das Futter ichnilt, bald da bald dort an einem Geräihe flickte, wozu ein rechter Bauer immer das Handwerksgeschirr im Hause hat, ein paar Stunden blieben jeden Tag noch übrig. Jn's Dorf zu gehen war bei den schlimmen Wegen und tiefem Schnee selten möglich; er mußte nun in der Stube auSharren, wo die Weiber sammt der Magd span­nen. Die wenigen Neuigkeiten, die man je zuweilen vom Dorfe er- haschen konnte, waren bald besprochen; seine Erinnerungen auS dem Soldatenleben hatte er so oft schon preisgegeben, daß er selbst ihrer überdrüssig war. DaS Singen klang nicht gut in der Stube, beson­

ders beim Hellen Tage, und die Pfeile allein konnte einem so jungen leichtblütigen Mann nicht d e Zeit vertreiben. Den Wciberii wurde es besser; sie hatten iur Spinnrad und ihre Küche und Magdalene außerdem am Kindszeug zu arbeiten. Die Schwiegermutter zwar meinte, es ließe sich täglich eine Zeit schön und gut mit der Bibel und Arndt's Paradiesgärtlein zubringen; der ehemalige Artillerist aber, wenn er auch aus anerzog,n<m> Respect gegen das heilige Buch ihr nicht zu widersprechen wagte, sand doch meistens, wenn sie darauf kam, daß es Zeit für ibn wäre, den Stall zu besorgen, oder etwas ander S nöthiges zu treiben. Vielleicht war aber auch der Schwiegermutter herbe, strenge Art nicht geeignet, tiefere Gefühle im Herzen des stolzen jungen Mannes anzuregen.

Michael pflegte jetzt fleißig nach dem Himmel zu sehen, ob nicht bald ander Wetter komme, damit man hinaus könnte uns sehen, wie andere Menschen lebten. Endlich brachte der Februar Thauwettcr und Hernach irocknenre Winde. Eben in diese Zeit fiel ein Markt in einem entfernten Orte. Michael behauptete nothwendig hingehen zu müssen, obwohl vie SchwieMinutter dieß nicht begreifen wollte, da in nächster Zeit noch mehrere Märkte in der Nähe zu e>warten waren. Magdalene nahm'S ihm ein wenig übel, daß er mit so gar heiterem Gesicht von ihr Abschied nahm, denn sie konnte ihn jetzt nicht mehr, wie sonst, begleiten. Doch schaute sie ihm lange nach; er aber sah sich nicht um, sondern schritt rüstig vorwärts mit aufgerichtetem Haupte, wie einer, den die offene Welt hinaus, aber nichts rückwärts zog. Magdalene war an viele Liebe gewöhnt. Ihre Empfindlichkeit hatte in der letzten Zeit sich nur weniger geäußert, weil sie nie verletzt wor­den war.

Im Laufe des Tages zwar überwand sie den Unmuth; das HauS war ihr so leer ohne Michael und sie freute sich auf feine Rückkunft ; nebenbei regte sich doch auch einige Neugier auf die Nachrichten , die er vom Lauf der Welt im Umkreis mehrerer Stunden mitbringen würde. Als die Schwarzwälder Ubr, deren Zeiger sie unzählige mal beschaut halte, endlich sechs Uhr schlug, stellte sie das Spinnrad bei Seite, um ihm eine Strecke weit entgegen zu gehen, denn um diese Zeit wollte er kommen, wie er gesagt hatte. Sie war eine Viertel­stunde lang gegangen; er kam immer noch nicht; sie setzte si h ein Weilchen auf einen Baumstamm nieder; aber eS war naß und frostig, überdieß dunkelte eS im Walde schon Oats. Sie mußte wieder um­kehren. Er kam immer noch nicht, und schon brachen ihr vor Unmuth die Thränen aus. Endlich kennte man auch mit dem Nachtessen nicht