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EsgsB Nassauische Allgemeine Zeitung

Bestânge» nehmen an in ®.f#6«W« Die 8wbitle* (WUd.Frredrich'ub, Sumhandlunq, Vanggaffe ^, 4,) -n«w<iil« alle poftenftaltm. jnferatr i d e »ter« spatlige -ein,eil» »Nr deren Aaum 8 fr.

Wiesbaden. 1834.

Nr. 124

Montag, 29. Mai.

Vie Uabegreiflichkeilen der badischen Negierung.

(Schluß.)

Wir wollen von den nun eingetretenen Verfolgungen von den Verletzungen deS Pctilionsrechtes, des Postgeheimnisses rc. schweigen. Sie verschwinden gegen das Späbersystem das sich von der Regierung aufgemuntert bis in die Tiefe deS Privatlebens drängt und das Land systematisch demoralisirt. Mitglieder der Familie, Freunde, Berussgenossen, Nachbarn trauen sich nimmer Mehr, eine schmähliche Angeberei verzehrt den letzten Rest der Treue. Und das wird öffentlich gepflegt in einem Land, daS vor wenigen Jah- ren erst auS der Revolution schwer verwund, t hervorgegangen, in welchem der innere Friede noch au» allen Wunden blutet!

Auf dem Weg inländischen Rechtes läßt sich nicht mehr helfen, weil man alle Wege verfassungsmäßigen Rechtes ver-

Die Gerichte haben sich dem Gang der Polizei zugesellt, da sie sich an daS formelle bureaukratisch zugerichtete Recht halten. DaS Land hat ktinen SlaatSgerichlshof, vor welchem da» höhere Verfassung-recht seine Stimme gegenüber diesem untergeordneten formellen Recht erheben könnte. Die Mini- sterverantwortlichkeit gilt praktisch nicht, und der vorwie- gend auS abhängigen Beaml enund Burgcrmel stern bestehende Landtag entbehrt deS Vertrau­en- des Volke-, welchem zudem das Petition-recht ver­sperrt ist. Leider hat auch da- Ministerium den Lande-fürsten persönlich in den Kirchenstreit hineinziehen lassen. Das geschah durch da- Schreiben deS Lande-Herrn, worin er die Haltung deS OberkirchenrathS belobte und durch daS Schreiben an den Bürgermeister von Freiburg, wodurch er das Verhalten der Freiburger Bürger­schaft anerkennt. m r

Auch hier hat der Erzbischof völlig nach der Verfassung gehandelt. Er hat in seinem Hirtenbrief vom 11. November 1853 ausdrücklich erklärt, er führe den Streit nur mit dem verantwortlichen Ministerium und nicht mit der Krone, und diesen Weg hat er auch in seinem späteren Verfahren nnbcirrt eingehalten.

Uebeiblicken wir nun am Schluffe noch einmal die Haupt- feiten und Folgen des badischen KirchenstreilcS.

1) Dieser Streit ist kein Streit um hierarchische Herr, schafl de» Episkopates gegenüber der Landeshoheit; denn der oberrheinische Episkopat fordert blo- die LULL«esentlichsten Rechte für l>w Wirksamkeit der Kirche, welche aus dein Dogma hervrgehen, und welche daher nicht blos der Episkopat, son­dern jeder Gläubige dort fAbern darf, wo die Katholiken Gewissensfreiheit und öffentliche Religionsübung hLben.

2) Dieser Kirchenstreit ist kein Streit zwischen dem R O' maniSmuS uub dem deutsche n StaatSlhum; denn die oberrheinischen Bischöfe fordern bloS solche Recht«, die sich auf rein kirchlichem Boden halten, und welche die Kirche in den germanischen Staaten stetS früher besessen hat. Gerade die RechtSsorderungen der oberrheinischen Bischöfe bringen durch das Begehren der Selbstständigkeit der kirchlichen Cor- Poration ihre Staaten zu dem germanischen Staotscharacter zurück, dessen Wesen ganz besonders die Pflege der körper­schaftlichen Freiheit ist.

3) Dagegen ist dieser Streit ein Streit des Histori- schen Rechtes gegen das moderne Gesetzesrecht. , Die Rechte, welche die Bischöfe forberq, find materielle, organisch und geschichtlich mit der Nation »erwachsene Rechte, sie sind

burd) den westphälischen Frieden, durch den ReichSdeputationSba uptschluß von 1803, durch die Bundesacte gewährleistet.

4) Dieser Streit ist ein Streit des gemeinen europäi­schen Rechtes gegen den TerritorialiSmus der Polizeistaatlich- keit. Scbon hi der Revolution vom Jahre 1840 war eS die Sehnsucht der Besten in der Nation, an die Stelle des willkürlichen PolizeistaateS den objectiven Rechtsstaat zu stel­len. DaS patriotische Unternehmen scheiterte; die odcrrheini- schen Bischöfe haben das Berdienst, auf legitimen Wege diese Richtung fortgeführt zu haben.

5) Dieser Streit ist ein Streit zwischen der Bersassungs- rechttlchkeit und dem Bur.aukratiSmuS; denn die Bischöfe fordern nur durch die Verfassung verbürgte Rechte, welche die Bureaukratie der Kirche vorzueuthalten strebt.

6) Dieser Strtet ist ein Streit der katholische« Kirche gegeu ihre von den Staatsregierungen beabsichtigte Protest« li lisi rung. Bekanntlich ist in dem protestanli- schen Bekenntniffe der Landesherr auch der Inhaber der ober­sten Kirchengewalt, während die katholische Kirche ihre eigene, vom Staate unabhängige Kirchengewalt hat. In Baden wollte die Staatsgewalt nach protestantischem Grund­sätze die Regierung der katholischen Kirche an sich reißen, welchem Bestreben der Episkopat widersteht.

Betrachten wir nun die Folgen dieses Streites, so zeigt siche ne unverkennbareStärkung de» katholischen Bewußtseins in der deutschrn Nation und in der euro- pâischen Menschheit. Der oberrheinisch «Kirchen streit ist der wichtigste Kampf der katholischen Kirche seit der Reformation, denn in ihm treten nicht nur einzelne Gerechtsame der katholische» Kirche, sondern ihr gan- zeS Rechlsshstcm in dle Schranken. Die größten Jntercssen der deutsch,?» Nation und der Menschheit spielen in diesem Streite, daher auch die unermeßticheReaction des europäischen katholische» Bewußtseins gegen die Wunde, die man der katholischen Kirche in Baden schlagen wollte; daher die zahlreichen Zustimmun­gen des Episkopales, der Geistlichkelt und der Katholiken Europa's an den ehrwürdigen Erz­bischof von Freiburg, der unter den ungünstigsten Um­ständen, ein 80jähriger Greis, den Kampf in reiner Zuver­sicht auf Gott und sein Recht aufgeuommen und zum Siege geführt hat. Der Streit ist aber auch, höchst fruchtbar für die nationale Einheit. Star^ batte der oberrheinische Episkopat in seinen Denkschriften das Reichsrecht betont, die Katholiken Deutschlands haben sich in diesem Streite wieder als Brüder Einer Kirche kennen gelernt und auf's Neue die Solidarität in ihren Rechten und Interessen ezkaum. Die Erfahrung der Rechtlosigkeit der katholischen Kirche vor deren Lanbesbehörden, ihre Hilsslosigkeit gegenüber dem deut­schen Bunde hat stärker als je die Sehnsucht nach einer Ord­nung der Dinge hervorgrrufen, in welcher erhaben über die Landesherrlichkeiten eine nationale Autorität Recht spricht und sichert.

Selbst auf die Protestanten Deutschlands hat dieser Streit seine heilsame Wirkung nicht verfehlt. Sie haben sich im Ganzen als ruhige Zujchauer erwiesen und die Aus­gezeichnetsten unter denselben haben unverhoh­len dem Erzbischof von Freiburg ihre Ehrfurcht ausgesprochen, und ganz natürlich, denn wenn eine pro­testantische Staatsgewalt das, was die badische Regierung der katholischen Kirche gethan, der von ihr unabhängigen katho­lischen Kirche bieten baif, was wird erst das protestan­

tische Bekenntniß von ibr zu erwarten haben, da sie über dasselbe bischöfliche Rechte übt?

Die Regierung hat aber in diesem Streite erfahren- gen, wie die öffentliche Meinung der Nationen des WelttbetlS sich von ihr zurückzieht, wenn sie sich am Heiligsten vergreife. Es war eine peinliche Verdemüthig ung für sie, nur die schamlosesten Blätter der europäischen Presse auf ihrer Seite zu sehen. Zugleich war es aber eine heilsame Lehre für ste, in einer an Cha ratte­ren so armen Zeit, so großen und so reinenCha» ratteren zu begegnen, wie in dem Erzbischof von Frei- bürg sich einer ihrer gesinnungslosen Bureaukratie entgegengestellt hat. Wenn je, so muß sie jetzt erkennen, baf die Legitimität der Krone von der Achtung der ewi­gen Legitimität der Kirche Gottes bedingt ist.

In diesem Streit halber Allmächtige laut gesprochen, ul^d die ganze Gewalt der Mächti­gen dieser Erde ist in ihre Schwäche zurülkAe- fünfen. Die Ki rche hat gesiegt und in ihr die Grundfeste des Rechtes des Holkes und der Ge­wissen. DaS wird der Erfolg lehren.

Veittlchluttd.

A Vom Lande, 28. Mai. DieMittelrheinische Zeitung" bringt in ihrer Num. 123 einen Artikel, d. d. Wi S- baden vom 24. Mai, worzn siè nachzuweisen sucht, daß die Justiz mit der Verwaltung sich nicht vereinigen lasse und führt darin zweien Mitglieder» der ersten Ständekammer, welche sich für die Wiedervereinigung ausgesprochen haben, einen Auszug aus einem Berichte der 1843r Deputirt »Versamm­lung vor, welcher bei Règulirung der Besoldungen der Civil- diener von dem Ausschuss« damals erstattet worden war und welchen dieselben als damalige LandtagSmitglieder mit unter­zeichnet haben. Die betreffende Stelle lautet:Es ist ohne Zweifel nur d em entschiedenen Talente möglich, die große Verschiedenheit, welche in beut Standpuncte der Justiz- und VerwaltungSdeamten liegt, richtig aufzusaffen, sich dcssel- den immer bewußt zu sein und in den einzelnen Fällen bei der GeschästsauSführung nach den so verschiedenartigen Stand- puncten zu verfahren. Man könnte sagen, Justiz und Admi­nistration fordern verschiedene Menschen." Der Verfasser des Artikels hat wohlweislich den Umstand unberührt gelas­sen, daß das Jahr 1848 zwischen 1843 und jetzt liegt. In 1843 versprach man sich ganz Anderes und Besseees von der Trennung der Justiz und Verwaltung als dieselbe in Wirk- Uchkeu sich .gHzei^ hat. Wer die durch Trennung der Justiz von der Verwaltung für die Unterthanen entstandenen, mit Kosten und Zeitaufwand verbundei.en Beschwerlichkeiten ii^ Betracht zieht, wer weiß in welche Processe die Gemeindeein- wahner verwickelt werden; wer da weiß, wie die Gemeindeeln- nahmen zuui Nachtheil der Sassen verprozeßt werden, welcher bedeutender Kostenaufwand für die Staatscasse durch Vermeh­rung des BeamtenperjonalS, Beschaffung von Localitäten rc. entstanden find, wie oft die Beamten zum Nachtheil deS DiensteS in Conflicte gerathen , die Amtsangedörigen vom Kreisamte ans Justizamt und umgekehrt geschickt werden und selbst die Beamten fich selbst gegenseitig chicaniren; wer über­haupt steht, daß durch die Trennung in feiner Weise sich etwas gebessert hat und nur Nachtheile herbeigeführt worden find, muß wahrlich zu anderer Ansicht kommen und zu der Ueberzeugung gelangen, daß das gemachte Experiment nicht gelungen, daß die bestehende Einrichtung für ein kleines Land nicht paßt und sich mit gutem B-wußtsem für die Wieder­vereinigung der Justiz und Verwaltung auSsprechen und wer­den wohl alle die in den frühern Nummern der Mittelrhei-

Der Maienhof.

Eine schwäbische Volksgeschichte.

.Fortsetzung.)

Magdalene war, obwohl eines reichen Bauern Kind, doch an feinerlei DergletWni Aufmerksamkeit gewöhnt. Sie war von Natur innigen und zarten Gemüths , den Waldblumen ähnlich, die fast ihre einzigen «indheitgespielen gewesen waren; aber sie wußte sich fast eben so wenig initzuthcilen als diese. «Still ging sie unter den andern Mädchen hin, wenn sie je unter ihnen gesehen ward; was sie sprachen, war ihr meist fremd, und nur wenn sie einen Gesang anhuven, klang ihre Stimme hell unter den andern. Sie galt für blöd, kinrisch und unfähig. Auch ihre zarte, zierl'che Gestalt, ihr feinet Gesicht wurden übersehen neben den volleren Formen, vem tieferen Wangenroth ihrer Spielen. Sie selbst fühlte recht wohl, daß sie geringgeschätzt wurve. «re war leicht verletzlichen Gemülhö von Naiur und vurch Die nach- Liebe der Eltern noch empfindlicher geworden. Darum zog sie absichtlich zurück, und auS der natürlichen Schüchlernyeit ward ran<ro^tc Menschenscheu. . . tau t^18 Aufmerksamkeit that ihr wohl, denn sie fühlte, daß die- aufrichtig gemeint und ohne Spötterei war. Als sie aber Nach- " "ach der Kinderlehre noch einen Spaziergang mit Den Alters machte und Michael dazu kam, zum hohen Vergnügen all der '""t den n er jetzt eine lebhafte Unterhaltung aufpann, da ^ hoch vor innigem B ranüzen. denn sie fühlte, daß er wretroegen Da war. Und auch Michael fühlte sich recht wohl in Mag- »aieneno Nähe, Denn es bäuchte ibm, sie unterhalte einen gut, wenn neamp nicht sprach, man sah, daß ihre Seele roch bei allem war, was man sagte, und es war oft, als ob sie durch einen ihrer Blicke »ur rechten Rede verhelfe. m , ein V ^a^ bald bekannt, daß des Schultheißen Michael auf 3 Makel« «ng habe. Diese wurde hübscher als je, und wenn auch noch mu und schweigsam, war sie doch nicht mehi scheu unv zurückyaltenv. Din? V âr Magdalenen nun recht traurig zu Muth, als rcr vg 'rr kam unv sie Sonntags Der unterwascheuen oder verschneiten ihrem vQLbtr "*$* wrdr in's Dorf gehen sonnte. Zum erstenmal in Derhff . n Eum es ivr vor, als lebe man auf Dem Hofe doch recht beim udgeschloffen Einsam brachte sie Die Weihnachten zu; Jahresschluß aber wurde eS ihr ganz schwer um's Herz. Heute

war man im Dorfe geselliger als je; oft hatten die Mädchen ihr vorerzählt, wie heiter dieser Abend* in den Lichtstuden zugebracht werde, und Magdalene hatte wahrhaftig nie die geringste Lust nach solch einem tollen Lärm empfunden; aber jetzt! es wollte sie bedünken, al wäre es doch gar trübselig, wenn nur Fuchs uns Eichhorn, zur Noth ein paar Schuhus einen begrüßten zu solch feiert cher Stunde, wo bei der wehmüthigen Flucht, dem bänglichen Wechsel der Zeit man so gerne von antyrn sich sagen läßt, raß man nicht allein sein werde, komme auch, was da wolle.

So lag sie bis nahezu Mitternackt wachend im Kämmerlein, borchte dem scharfen Brauien des Windes, der die Tannen stöonenv machte, und schaute durch die Ritzen des Fensterladens dem Sviele der Sterne zu, das sie mit ven Wolken trieben. Endlich schlug die große Schwarz- wälveruhr in der Wohnstube unten zwölf, laut uns vernehmlich, daß eS rurch'S ganze Haus tönte. Jetzt warv's laut im Dorw. Auf uuv ab knallten die Schüsse laut unv freuet > und kündeten manchem Mäd­chenherzen an, daß ein anderes treues Gemüth jetzt ihrer mit gutem Wunsche gedachte. Da fuhr der Hofhund Velleno auf und ein Schuß tönte beim Hause. Magdalene meinte zu träumen; aber es knallte wieder, unv noch einmal, laut uuv kräftig; die Wälder gaben den Knall mit zehnfachem Wiederhalle zurück. Magdalene zitter e vor freudiger Ueberraschung; vas war roch eine warme, ernstgemeinte Liebe, die durch Nacht und Schnee kam, ihr das Neujahr zu wünschen!

Jnveß vernahm sie, daß eine Stimme den Hund beruhigte und dann T itte dem Häuft sich näherten. Er war alw noch nicht fort, gegangen. Nach einer Welle vernahm sie von unten die Warte:Bin ich keines Wunsches werth" ? Nun überwand sie Die Scheu, legte hastig den Rock an und trat an o Fensterlein.Ich wünsch' Dir em gutes neues Jahr" I lispelte sie.Unv sonst nichts dazu" ? war leine bittenoe Gegenrede.Nun, ich wünsch' Dir alles, was du selber dir wünschest"! antwortete sie mit klopftnrem Herzen. -Dann ist'S was Gutes. Ave, Mavele, ich wünsch' Dir nichts anderes, als mir selbe,"! tönte es mit gedämpfter unv doch freu iger Stimme, unv sie vernahm nur noch Die Tritte des Wegellenden im krachenden Schnee. Jetzt erst besann sich Der Huno auf die versäumte chsticht uno holte sie durch um so anhaltenderes Nachvellen ein. Unten öffnete sich aber mit vielem Geräusch ein Fenster und eine rau >e Stimme ließ sich verneh­men:WaS soll der heidnische 8ärm ? Sultan, saß an"! Doch antwortete nur noch Der Widerhall in der lautlosen Nacht.

Von Da an wußten die junge.. Leuie, daß sie einanver lieb hatten

und sich so gut Die Treue halten würden, als wenn schon der Hand schlag geschehen wäre. Die Eltern merkten's auch wohl unv hatten nichts dawider. Michael hatte, obgleich er jüngerer Sohn war, doch ein schönes Vermögen, und Da seines Vaters Gul schon an seinen Bruder gegeben war so schien vasUnterkommen" auf rem Maien« Hofe für ihn aan; tauglich. Doch wollten sie noch niwts davon reeen hören, denn Magdalene war noch so gar jung und Michael nicht mi- litärirei, und eine Heirath so lange vorher auszumachen nicht üblich. Die jungen Leute erhielten darum wenig Gelegenheit sich tu sehen, kaum am Sonntag nach dem Kirchgang, wenn Weg und Wiltterung es erlaubten.

Im daraus folgenden Herbst aber, da Michael zum Manöver ein« berufen wurde, nahm er sich das Herz unv ging auf reu Hof, um Magdalene ohne Hehl einbbüet Gott" zu sagen. Er ward auch Nicht unireunvlich emofangen. Der Bauer kant ihm seinen Most zu, scherzte recht heiter, wie er roch neugierig sei, wer ernst den Hof ubcr- kommen werde, unv zählte ihm vor, welche Namen in vier Menschen­altern darauf gewesen. Die Mutter aber drückte ein Auge zu und rief Magdalene nicht ab, als diese unter den Nutzbäumen noch ver­weilte, um ihm Are zu sagen. Auch freien sie's gar Nicht in Acht za nehmen, daß er beim Weggehen einen Strauß mit den schönsten Bän­dern an der Mutze stecken hatte, den man bei seiner Ankunft sicherlich nicht an ihm gescocn batte.

Michael sand's in der Stadt dießmal unerträglich langweilig. Diese steinernen Häuserreihen kamen wat so öoe vor un» das Geräusch auf der Straße betäubte ihn; »nm r stand ihm der Maien-of an der stillen Waldecke vor Augen mit seinen Nusräumen und den bunten Nelkenstöcken vor dem Fenster. Er berriff jetzt nicht, wie er es zwei Javre lang so halte auwaiten können, uio wünschte sich noch um ein paar Jahre hinaus, hinüber über die schöne lustige Jugcnozeit, der er sich sonst so gefreut hatte.

Ei ie gewaltige Veränderung war vorgegangen, als er nach Mo­natsfrist heimkehrte. Der Maienbauer war an <iner rasch oerlauftnen Krankheit gestorben. Bild darauf, um Neujahr, ließ die »erwittwete Maiendäuerln in einem bef rundeten p mse im Dorfe verlauten, daß Magdalene jetzt rov beirathen müsse, weil sie selbst in ihrem Alter sich nicht die Bewirtschaftung des ganzen HasgureS iufb :rvrn könne In Folge oeff'ii, was ihm noch am s lbigen Tage zu Dorrn kam, kaufte der Schulth, sein Vater für die noch übrige Zeit reS Milr- tärvienstes loS; darauf wurde in aller Form auf vem Maieusos der