mal bei dem Gang unserer Politik nichts leichter ist als sich wieder zu verständigen. Oder mußte es nicht längst ^uffal» len daß regelmäßig unsere Regierung, wenn sie einen Schritt rechts gethan hat, nach links einlenkt? Das Mißtrauen in- desicii das in weiten Kreisen herrscht, ist so groß, daß man offen davon spricht die Reise der Königin nach Dresden, die einfach dem Widersetzen theurer Verwandten gilt, habe keinen andern Zweck als eine Besprechung mit der Erzherzogin Sophie, und zwar zu Gunsten Rußlands I Vorläufig dürfte sich her diplomatische Gang der orientalischen Frage in dem Äno ^„punct zusammenfassen lassen, welchen Gras v. Alveusleben in Wien zu lösen bestimmt ist. In welcher Foim werden Oesterreich und Preußen ihre Forderungen in Sr. Petersburg steilen? Unser Cabinet scheint ein Ultimatum schlechterdings vermeiden zu wollen, um sich auf »ermittelnde und degütt- geâ Vorschläge zu beschränken. Damit aber dürfte der öfter, . Regierung nicht gedient sein, d ren Interesse es gebieterisch erbèischt daß der Streit bald möglichst zum Austrag komme, und die kostspielige bewaffnete Neutralität ihr Ende erreiche Als ausgemacht kann man eS betrachten, daß die Entlassung deS Hr». v. Bonin hauptsächlich den Zweck hatte die fned ltdjeii und freundnachbarlichku Adst ten, von welchen man dies seits auch bei den tu Gemeinschaft mit Oesterreich in Peters bürg zu stellenden Auffoiderungen erfüllt ist, in einem mög lichst bellen giebt erscheinen zu lasDn. W >s irgend erneu krlegs lustigen Schein auf Preußen weifen konnte, wird ernstlich vermieden, wobei übrigens noch immer die Möglichkeit vor liegt daß Preußen, wenn das Maß seiner Geduld eischöpfl ist, seine WiUenSmeinui'g um so entschiedener geltend machen würde. Bis i< kt bin ich der festen Ueberzeugung daß Preußens Monarch gar nicht daran denkt gegen Rußland maxieren zu taffen.' Ausgefallen ist daß Baron v. Budberg den-Herrn EkhinaS nach Potsdam zur königl. Audienz begleitete. Tags .„vor schon Halte der griechische Abgesandte eine längere Besprechung mit dem Minist. rpräfikâen. Auch GeheiiMalh Dönuiges conferirte mit dem Hrn. v. Manteussel. Es ist zu fürchten daß alle diese Be>ha„dlnngen kein b.ftnu tivls Resultat baden werken, da daS Wiener Cabinet keine speciellen Verbindlichkeiten ctngebcn zu wollen scheint.
Wien, 18. Mai. Der Aufenthalt JI. MM. des Kaisers und der Katrin in Laxenburg wl.d sich, dem Vernehmen zufolge, höchstens bis zur lebten Woche des laufenden Monats verlängern und der Monat Juni zu Ten beabsichtig- ten Besuchen in mehreren P r 0 v I N z I a l h aZi p I st ä d t e N verwendet werden. Brünn und Prag, Pest und Ofen, vieUeidt auch Gratz, Klagenfurt, Laibach, Tuest und Venedig bin freu bei Ehre theilhaftig werden, das Kaiserpaar in ihrer Mille zu sehen. So weil bis jetzt die Bestanmungen fefifteben, werde,, Ihre Majestäten am 1. Juni in B,ünn eintreffen, dort die gleichzeitig stattsindende LandcSproductcnanSsteUung bestch tiatn und am 3. die Reise nach Prag sortieren. In der uns Eschen Haupistadt wird die Ankunft derselben Mitte Juni erwartet; der Aufenthalt in dem bis dahin zum Empfang in Stand gesetzten königlichen Schlosse in Ofen wird mehrere Tage dauern. Im Lause des Sommers dülste« sich die Ma- jeßälcn zunächst nach Schönbrunn, dann nact Ischl begeben.
Der Preußische Gesandte am hiesigen Hofe, Graf A r n i m- Heinrichsdorf, wird im Laufe des Jnni aus Gefundheitsrück- sichten eine dreimonatliche Urlaubsreife nach Marienbad an- freten.
Wien 19. Mai. (A. A. Z.) Nach offiziellen Nachrichten haben in neuester Zeit ruffischerjeus weder auf nördlicher noch westlicher Gränze Oesterreichs Truppenbewegungen und Con- eentrirungen stattgesunden. Die Dragonerdivtfion, 40 Schwadronen, marschirt vorwärts gegen Bukarest.
Die in der letzten Zeit circulirenden Gerüchte über ein Ultimatum, welches von Oesterreich aus nach St. Petersburg abgegaugen fein soll, reduciren sich lieberm Vernehmen nach darauf, daß m o d i s i c i r t e A u s g l e i ch u n g s v o r s ch l ä g e an Rußland durch die Vermittelung Oesterreichs nach St. Petersburg abgegangen sind.
^- Wie die neuesten am 20. b. in Wien eingetroffenen Nachrichten vom KricgSjchauplatze melden, werden kie Russen die
große Walachei nicht räumen; aück werden die FreicorpS nicht aufgelöst. — Silistria wird seit dem 13. b. vom Lüder- schen CorpS belagert; ein Erfolg der Belagerung ist nicht bekannt.
Der Wiener Presse ist folgende telegraphische Depesche zugegangen: „Bukarest, 16. Mai. Der Hauptangriff aus Silistria von der Wasserseite ist gegen den östliche» Flü gel der Festungswerke gerichtet. Die Cernirung von der Landsete ist noch immer nicht eff etuirt. Lüders scheint aber mit seinem linken Flügel die Position von Rassova umgangen zu haben und wurde bereits am 13 d. M. bei Kalveja, einen Marsch von Silistria, die Avantgarde unter General G'olenhj lm avisirt. Man schätzt den Verlust den die Russen bei dieser Operation erlitten buben sollen aus 6000 Mann. — Von Kiajova wird russischerseits berietet, daß dort seit dem Abzüge des Generals Lipraudi die größte Auar- äie herischt und täglich Pinnd rnngen Vorkommen.
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Paris, 19. Mai. Aus Washington ist Oberstlffutenant Summer mit besondern Aufträgen der Univusreglerung für die französische hier eingelroffen — Im Kriegs- und im Maiiiumlnlsteriuln ist man fouwäbrend in regster T batikest. Dieser Tage ist eine Anzahl neuer Danipsichiffe bestellt wor- b.ii; sämmtliche Arsenale nnd Weikstäit.n des Staats arbeit le» uuauspöllich. — Nach der neueste.. Verfügung des Ma- rineminiftitS ist die den ruisisân Sch'ffen gewäbrte O vöcheul. liebe Frist zur Rückkehr nach Rustand bloß ckür die aus eug- । llsweu uub franWiA'en, nicht aber aus ircnttaleu Hafe» ausgelaufene» ruff. Schiffe giltig.
Dem „Mottiteur". Wild au5 Turin beschrieben: 60 italienische Ftüalunge sind zu Sarazaua gclaud.t; sie wankt-n fiep nach ter lvöeamscpen Grenze hin. Sie waren bewaffn,t und kündeten sich als Vortrab einer größcin Schaar an. Ein Kriegskalnpfboot ist von Genua mit Tmppen Nach Dar za na abgefahren; die Truppen werden jene gente verfolgen, ber-'n thölimie Expedition keine ernste Folge haben kann. Der Mo- Nlieuc schreibt viele Demonstration der geheimen Xbâtißfeit injfiicber Agenlen zu.
Der „91. Pr. Z." wird berichtet.daß der franz. Gesankte in Turin ken Befehl erhallen hat, bie dortige Regierung auf ojst.clöjtM Wege zu fragen, was man von ihr er war len könnte trenn die Westmäa t ihr eine Allianz vorscvtüDi, kerzufotge Piemont ein HüifscoipS von 12 — 20,000 iWaiiti im Oriente zu stell, n haben wurde.
Taffelbe Schiff, das den General Forep, Befehlshaber der 4. Division der o-Umtauschen Arntee, aus der kiè Ereig-^ niffe eine griechische Lccnpationsarmee gemacht Haven, nach Athen führt, hat auch HeiiN V. Bourröe, mit einer außerordentlichen Mission daselbst beauftragt, mitgenommen. Dieser Diplomat hatte zu Marseille seine letzten Instructionen abge- wailct und sich von dort nach Toulon begeben. Em Marseiller Blatt, der „Semaphore", kennt den Inhalt bei selben: „Hr. Bourrèe hat Befehl, von der griecblschen Regie,uug die seit 1828 fälligen JmerWü der an Fraukreicb gefchntdeteu 100 Mill. zu fordertt, uub nimmt augeidem mündliche Aufträge an den franz. Gefandten, Hrn. Forth-Rouen mit. Weüu die Antwort bet griechischen Regieruiig nicht genügend aus fällt, so werden die franz. Truppen den Piräus und Athen so wie die andern Hauplpuncle des F-stlandes und des Archipels besetzen " Unter diesen Umständen kann die Besetzung kaum auSbleiben.
Eine heute hier ejugetroffene telegraphische Depesche mel bet aus Constautinopel, daß bie Ersetzung Bely Pascha's auf dem Betjchaftcrposteu in Paris burd) Namik Pascha, welche bereits beschlossen war, nicht bewerkstelligt werden wird Bely Pascha bleibt aus dem von ihm bekleideten Posten am französischen Hofe.
Nikderlande.
Hakg, 15. Mai. Der König ist einer großen Gefahr glücklich entgangen, indem auf einer Spazierfahrt die Pferde feines Wagens durchgingen. Erst nachdem sie durch mehrere Straßen gerannt waren, gelang eS, sie zum Stehen zu bringen. Der König hatte Gelstesgegen vart genug, um sitzen
zu bleiben. — Die Concession eines Kanals von Amsterdam nach der Nordsee ist noch nicht genehmigt, wie verschiedene Journale (und wir nach diesen) gemeldet haben, doch lautet der darüber erstatte Bericht bei Commission für daS Project günstig.
Bei dem Gegenbesuch, welchen der Sultan tem Prinzen Napoleon abstatiele, stellte ihm letzterer den General K! pka vor. Man folgert daraus, daß derselbe demnächst znm Ober- beseblShaber der türkischen Armee in Asien ernannt werden wird. In Scutari befinden sich, j-tzt schon 12,000 Mann britische Truppen. Das Eliitreff-n französischer Truppen in Cou» stantiuopel scheint sich noch verzöge,n zu wollen.
Öroübrilüttiiicii.
London, 18. Mai. In der gefhigen Uuterhaussitzung erwiderte Lord John Russell auf eine Aufrage bes Herrn Bright, die auf Griecheulaud bezügliche diplomatische Corre» sponk.nz b-fiude sich bereits unter bei Pr-ffe und werde von d r Regierung beiden Hänjeru des Parlamenis ganz in Kurzem vorgelegt werde».
Ein Theil unserer fashiouablen Welt richtet sich zu Som- MètakisMgeu eigeiilhümlicher Alt. Die meisten Aichleigen- tvnnicr treffen Austilieu in See zu stechen, doch gebts bicfp mal nicht i ach Lissabon, ober Ttneiiffa, oder Neapel, sondern Bie e wollen in bie Ostsee um den in Aussicht stevestden Kampf zwischen Napier uub Kronstadt in der Räbe allzu,ebeu.
Tie nun endlich voiübergegaugene Arbens Einstellung in Preston, welche 37 Woche» anbielr, bat »ach de» voritt« neubeii Ausweisen den veibrüdeite» Arbeikerclass. ii lOél.OOO g. an Beiträgen gesollt. Der Verlust an Arbeitslob» beträgt daS Dreifache dieser Summe. Der Schaben, der den Fabriks» eiacuibümeru erwuchs, war vielleicht nicht minder bedeutend.
Lvlldo»», 19. Mai. Im Obe, H i uie gab Ren-castle und im Unitihilije Loid Graham bie Grünke dafür an, warum sie glaubt ii, daß die an ebliche Wegnabme der brnlscheu Fce- gatle „Tiger" bei Odessa nicht wahr sei. Eme Unlerhaiiv- lnng wegen Austausches der Gefangenen habe mit Osten- Sack- n slallg' funden und die ruff. Äesangeuen seien ausge- liifett wo-den. Das Uri'erbaus war mit Mi neuen Kriegs» steuern beschäftigt, die ohne Opposition bewilligt wurden.
Jia im
G cnua, 14 Mai. Drei Compagnien Scharfschützen wutbui Illig auf einem Dampffr nach Spezia abgeseiikel, wozu folgender Vorfall Aulaß bot : TagS vorher waren an her östlichen Küste von Spezia 50 — 70 bewaffnete mit Muultwn Verse bene Individuen gelandet, enlflohtn jedoch bei der An- näb-rung des Militärs in das G-birge. Einige wurden verhaftet, 150 Flinten, Munition , Kugclgnßformen u. bgL mit Beschlag belegt.
Der Cailolico di Genova meldet, ans Anlaß des auffäl» ltgen Eintreffens bedeutender Namen der italienischen Emigration zu Genua habe der Herzog v. Guiche zu Turin eine in kräftigen Ausdrücken abgefaßte Note überreicht, worin die dlkßfälligen Bedenken, iiiSbejoubere auch im Hinblicke auf andere Mächte, ausgesprochen sind.
Florenz. Der Großberzog von Toscana wird in der zweiten Hälfte des Mai zu Florenz von seiner Reife nach Deuischland ziirückerwartct. Man glaubt, daß nach feiner Rückkehr der Belagenittgsstand zu Livorno aufgehoben werden dürfte. — Lord Minto, der bekannte zweideutige Agent Pal« merfton’icber Politik, gedenkt Toscana zu verlassen und bereitet sich zur Rückkehr nach England. (Lord Minto ist am 16. bereits in Turin eingetroffen.j
Neapel, 12. Mai. Ungeachtet die militärischen Uebun* gen bereits vorbei und auch die Musterungen der beweglichen Coloune, woran der König lebhaften Antheil nahm, zu' Ende find, so wurden die Truppen doch nicht wie in früheren Jah. ren kasernirt, sondern- bleiben auf dem Kriegsfuße und wird die bewegliche Colonne ein Lager beziehen.
Donaufür ttenlpümer
Berichte aus Bukarest und Galacz vom 10. melden übereinstimmend, daß die Position Raffowa seit 28. April in den Händen der Russen sei. DaS Städtchen selbst ist ein Schnllhausen.
das Leben mehr genossen als Diejenigen, welche am eigenen Hecide Mit einer Frau gespaltet haben.
Wenn der Satz wahr ist, daß die Grundlage des Staates die Familie ist, so ist seine Steuer hoch genun, um den zu ftrareii, ter hochverrâtberlsch tiefe Grundlage nicht ai.erhnnen will.
Der Hagestolz entgeht den, Staate lebende Wesen, also Aebeiis- kraft und Consumtionskraft; er entzieht ihm Capital, denn als einzelnes Jnvlviduin wird er von allen Äbgaocn nur wenig beiroff-n; er entgeh! ihm intelligent, denn man kann nicht wissen, welche großen Geister durch ihn ungeboren bleiben
Der Hagestolz erfahr- Nichts von den Sorgen einer ssamile, von bösen Frauen, Garoinenprevigten, mißrathenen Kindern, verlöre- neu Söbni-n und ausstaltuugöbedurfiigen Töchtern---ist die Frei- hnt von diesen wahrhaften Vcbcnoabaaben nicht einer hohen Enlschä- vMng werth?
Jüdkr Ehestand ein Vergnügen, so müssen die an ihrem ein» ihr Theil, an ihrem Vermögen, gestraft werten die durch der A^"bkn und Zurückziehkn Mißvergnügen verbreiten. Ist lief I nb "Uk 8 a st, so ist es nicht mehr als billig, daß die Uw tragen helfen" ^^"bürdelen die materiellen Sorgen abmpmen uno t&aU^A Meue Steuer mehr auf Spiritus, denn er wird tag« firner ? r 8agen des Yebene nothwendiger ! keine Vergnügungs- » X v verspricht tagtäglich weniger Erfolg! keine Steuer auf und Aufklärung - besteuert die Mämier, me den Mono- der» in der Jugend geschwärmt, nicht im Herzen, Wil
1 uus dem Kopfe tragen - besteuert die alten ZunggkseUcn! —
Zur Tagesgeschichte.
bat ^aV^™ Qm Hârlemcr Meer werten eifrig fortgesetzt. Man eine bekanntlich wuegetrocknet und ist jetzt im Begnff, ,/Polvcr«« "'il zu errichten, welche alle die neu entsta. denen den ab.ipr' bitt die einzelnen , dem Meere durch Wälle unv Grä- dem Bon""'^"^" Landstücke, noch einmal umschl.eßt. Man findet auf Dinne „ v ^" neuen Landes von Zei, zu Zeit die interessantesten fortfeh/rtt. ^) Archäoloq Wirt, wenn erst die Gultu dieses BovenS
« i f ' bine Uniersuchnimen mannigfâcp defriersgi finten.
«l|r der ersten, 2 Stunden langen Strecke der München-Starn
berger Eisenbahn von P. fing bis Planegg ist am 12. v. M. tie l tzte ©wiene eingelegt worden , uno es steht sohin die baldige Eröffnung tiefer in das Wurmtbal und vorläufig bis zum Wallfahrlorte Maria Eich bei Planegg führenden Bahn in bestimmter Aussicht.
“* Hr. Fehle in Berlin bereist kunstUche Steine aus Gement, die tem Marmor täuschenv ähnlich sind und vor diesem ten Vorzug der Billigkeit Haven. Diese Steine, denen jede beliebige Farbe und Po- litur gegeben werden kann, haben fiw bereits in oer Pra is bewährt und find vieltacv bei Neubauten an Stelle des weit theuerern Sandsteins angewentet Worten. $ .............................—.....——-
• • Tue K-op geiltet» und Tischrückereien hatten die Ehre, im Senat zu Washington am 17. April zur Sprache zu kommen und eine längere Debatte hervorzurufen. Es war nämlich eine Petiton mit 15.00U Unterschriften eingelaufen, welche den Senat aufforoe-le, eine Commission eincufegen, welche den Gcgcilstanv einer gründlichen Uii» terfurpung zu unterziehen habe.
Professor Dr. Ya n to ist, der fich noch in Köthen airfbäff, sott fein Heilverfahren gegen den Krebs wesentlich vereinfacht haben, in tem er ras GDiorbrom als ten Hauptdestanrtykil seines MitielS mit Hliiweglastung anderer Zusätze wirken läßt. Gme in Dessau crichieneue Schrift über Landvlfi's Heilmethode' theilt viele Movisieation des Ver- sapiens näher mit.
* • Nach ten oificiellcn Vorlagen kostet der Transpo t jedes einzelnen biitifWen Solvaren nach Gallipoli, incl. der Verpflegung, turäj« schnitilich hundert Prr. Stlg. Die Ausgaveu tut tie zur Besör- Oiruiig der Truppen nach der Levanle verwanrten Transport • Schöffe werten auf monatlich 2 Mill. 610,000 Pf. St. oeraniiplagt!
* * Aus Mailand Wirt vom 13. Mai berichtet, daß tie Seidenraupenzucht , dir wichtigste Eiwervsquelle ter Monarchie, ihren regel« mäßigen Fortgang nahm. Beuchte aus Sudsrankreich stellen dort eine reiche Kotonsausbeute in Aussicht.
Musik.
** Die Musik ter Zukunft ist jetzt in Gestalt W Tannhäuser. Ouvertüre auch zu den Engländern gekommen und bâf dort eine sehr un« gastliche Ausnahme gefunden, weuigstc.its von Suten -ver Zeitungskri- t.f. ueSTr die unglückliche Ouvertüre , oie in ter neuen ppilbarmoni. sehen Gesellschaft zu London zur Aufführung gekommen ist, bemerkt der
Mmos ter „Daily NeisS', daß ihm nie eine solle „Anhäufung inif» lautenden Getöses" (accumulation of discördanl noises) vorgekoinmen sei , wahren» ter Radamantvuo t.r „Times" sagt „Oie <um er >en Male einer engt-wrn Zuhörerschaft vorgefütme, beinahe unwögliche Quoeiture red Herrn Richard Wagner, welche ml erstaunliche- Prä- cifton gespielt war», würee voitreffliw fir eine Pantomime 0'er ein Osterschampiel (in Gngianp die niedrigste Sorte läppischer unv uiiitn« Niger Possen) geeignet sein. Sie ist e.ne schwache Pa okie, nicht Hek» tor Berlioz, sondern seiner schlechtesten Nachahmer. Sv viel Lärmen um Newts, wiche pompoaste und leere Alltagllchkrit haben wir sehen gehört " Gegen solche Beurtveiler müssen indeß auch die Gegner der Wagner'schen Musik ihre Verwerfung aussprechen. Diesel den gestrengen Herren aus England haben fiton oft den mißtönendsten uno leersten Klingklang gelobt und 3. B. die Verri'schcn und Balfe'iwen Opern in einer Weise besprochen , wie wenn es sich wirk ich um die Besprechung von epochemachenver Musik handelte. Der musikalische Geschmack ist in England nicht zu fn<b<n. Alleidings aber darf sich der englische Kr Ufer in gerechtem Nationalgesuhle der Wagner'schen Ausartungen gegenüber stolz in die Brust werfen und mit @eüierü gung auf die tou(ün|lterifiten Leistungen des eigenen Volkes blicken; denn so Vielstedt fest, die gegenwärtigen englischen Komponist n schwe» den durchaus in keiner Gefahr, je eine Musik der ^u Futift zu schreiben.
** Der Kölner Männer- Gesangverein hat die Engländer daich den Bor rag des Rule Brittannia seor rmzückt. Die Engländer haben eS noch nicht einmal dasin g bracht , ihr eigenes Volkslied auf eine musikalisch gebildete Weise auSzukuhren.
"Zn Bonn wird ein großes Musik- und Sängerfest für Ke ersten Tage des August projcctirt.
Theater.
** Vor Kurzem ist das Theater in Canterbury wo Kean (der Pater), Mircieavy, Miß O'Neill, Raeame Vestris uto M'br dramatische Berühmtheiten ihre ersten Lorbeern gewann n, »erfaur worden. Es wurde am 2l. Jan. 17JO eröffn te und war von einen Theater- unternehmer Namens B ker erbaut worden. Wie gering d a in al S die Gesa te der Schausvieter waren , famr man aus den Umstände ersehen, daß Sean nur 10 Sch. 6 P. (3 Thlr. 15. Sgr.) rhielt.