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Nassauische Allgemeine Zeitung.
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Wiesbaden. 1834
Nr. 119.
Montag, 22 Mai
Veutichland P
»f Wiesbaden, 22. März. Folgendes ist der Wort, taut der in der vorgestrigen Sitzung der zweiten Kammer auf die Interpellationen des Al'g. Rau von Seite der Herzog!. Regierung durch den Reg.-Comm. Hrn. Giesse ertheilten Antworten:
1. Das bischöfliche Amtsblatt betreffend.
Zufolge 8- 2 des höchsten Ediktes vom 1. März 1853 Mterliegen alle Erlasse der kirchlichen Behörden, welche in staatliche.oder bürgerliche Verhältnisse eingreifen, der Geneh. rmguug des Staates. Durch diejenige Nummer des bischöflichen Amtsblattes, welche ohne staatliche Genehmigung erschienen ist und welche Anlaß zu der bersten Regier» ngsver» fjigung gab, wurden bischöfliche Erlasse publicirt , welche unzweifelhaft in staatliche und bürgerliche Verhältnisse eiugriffeu, ja selbst zur Nichtbeachtung hierüber bestehender gesetzlicher Vorschriften aufforderten. Zur Aufrechthalrung der Bestimmung des »»gezogenen höchsten EdictS sah sich also die Negierung genöthigt, zur Beschlagnahme dieser Nummer des bischöflichen Amtsblattes zu schreiten. Die Regierung glaubt hierdurch den mildesten Weg eingeschlagen zu haben, um die Bestimmungen des höchsten EdictS vom 1. März v. I. in Vollzug zu setzen.
II. Das Intelligenz blatt betr.
Auf die von dem Hrn. Abg. Rau bezüglich der in Absicht liegenden Erweitc ru ng P e s I nte ll ig e n zb latte s gestellte Anfrage habe ich zu erwidern, daß es cms einer Mhkennung der Befugnisse der, Regierung und der Stände beruht, wenn die Anordnung der Redaction des bezeichneten Llaties und der Verbindlichkeit des Haltens desselben durch die Behörden einschließlich der Bürgermeister zum Gegenstand der Verhandlungen der verehrlichen Versammlung gemacht werden will, weßwegku keine Veranlassung zu einem weiteren Ein gehen auf diesen Gegenstand vorliegt.
III. D ie Tkmporaliensperrc betr.
Schon aus Veranlassung der früheren in der ersten Kammer gestellten Interpellation des Herrn Abg. Domherrn Diehl in gleichem Betreff war die Herzog!. Regierung im Eiuverstandniß mit dem Herrn Interpellanten selbst in der Lage zu erklären, daß die obschwebende Kirchenfrage, welcher der Gegenstand der Interpellation angehört, nicht in das Bereich der Kammerdebatten zu, ziehen sei. Die Herzogliche Regierung glaubt hiernach unter Bezugnahme auf die damals abgegebene Erklärung auch auf die neuerdings gestellte Jnter- pellalion des »Herrn Abgeordnete» Ra« in dieser Angelegen- heff eine in die Sache eingehende Antwort nicht ertheilen zu sollen.
IV. Die Abgabe von Back- und Sa a t fr üch - t e n betr.
Auf die Anfrage des Herrn Abg. Rau über Verabfolgung von Back- und Saatfrüchten wird aus die Erklärung, welche auf eine denselben Gegenstand enthaltende Anfrage des Herrn Abg. Heydenreich erfolgt ist, Beziehung genommen, indem in dieser ausdrücklich erklärt worden ist, daß allgemeinere Unterstützungsmaßregeln nicht für nothwendig erachtet und daß die nicht bedeutenden Quantitäten der herrschaftlichen Früchte ohne Verzug-zur Versteigerung gebracht werden sollem
Dem Abg. Knapp wurde auf seine 'Interpellation in Betreff der Ablösung der Erbleihen, der Mühlen - und Bann- rechte, Wiedereinführung der Denunciationsgebühren bei Feld- md Forstfrevel» folgende Antworten ertheilt.
Auf die von dem Hrn. Abg. Knapp gestellte Anfrage hinsichtlich der Ablösung der Erbleihen hat die Regierung zu erwidern, daß in Gefolge deS Beschlusses der zweiten Kam
A Whittington und seine Katze.
Eine englische Sage aus Bern vierzehnten Jahrhundert.
Richard Whittington wußte nicht, wo er das Licht der Welt erblickt, noch auch hatte er jemals seine Eltern gekannt. Schon fünfzehn Jahre alt streifte er immer noch heimathlos im Lande umher, verwildert wie r'n Zigeuner, zerlumpt wie ein Irländer, und fristete sein Leben von tcn kärglichen Gaben, welche mildthätige Hände ihm reichten.
Durch sich selbst bringt man eS zu Nichts und Richard hatte, so Nskit seine Erinnerung reichte, Niemanden anders gekannt, als seine «a?ne Wenigkeit.
Daß er einen Namen trug, hatte er erfahren, denn als ihn seine JiabentHtrn hilflos in die Welt hinausstießen, haten sie ihm einen Zet- ^f seine Lumpen geheftet , auf dem die Worte geschrieben stanven: Kind nennt sich Dick Whittington, geboren 1302" , und a's A öM die ihn aus christlichem Erbarmen ausgenommen hatte, starb, kaum fünf Jahre zählte, hatte sie ihm dies Papier, in 1Bnen kupfernen Büchse verschlossen, an den Hals gebangt.
" ^ite ihm ein Knabe, größer und stärker als Rickard, die kl,in? «^knommen , meinend vielleicht sie sei von Gold, und da der Maudes einen vagabundirenden Kesselflicker fand, der ihm die- berana ^"'S6 Pfennige abfaufen wollte, so nahm er das Papier wer warf es hinweg, wie man die Schale einer Mispel hin a r ^^11 man sie gegessen hat.
Doku«/. Eo Richard Whittington nicht einmal mehr das einzige w mit ■ lUr$ das er sich eines Tages hätte ausuwisen können, und sei ,** seine verlassene Lage nachdachte, so meinte er doch, er A. iu bedauern.
fi ' Herbstmorgen des Jahres 1317 saß er an dem Rande dre an » "bd' die nach London führte, uns schaute den Vöglein zu, srss^ , .ssd Aesttn der Bäume ihr Frühstück sich abpickten, während er liciülb, ^abte, woher das seinige nehmen. An ihm vorbei wurden dem W r^ von der Anime oder von ihrer Mutter, die ihnen auf tA'*®0^ reife Birnen schälte, zur Schule geführt.
in Dick "sten Augenblicke stieg ein boshafter Gedanke des Neides es sf( dann fühlte er eine Thräne feine Wange feuchten , denn gar Nl-n? 'in, daß er auf der großen weiten GorleSerbc doch auch die Birn e^bn besitze, ter ihn liebe. Endl ch erhob er sich und hob iNknslyalexi auf, die zu Boren gefallen waren.
mer der Stândeversammlung über den deßfallsigen Antrag desselben die Herzog!. Ministerialabtbeilungen de« Innern und der Finanzen beauftragt worden sind, die zu dem Ende ge- wünichten Notizen über sämmtliche im Herzoglhum vorhandenen Erbleihen einzuziehen und vorzuiegen. Diese bis jetzt noch nicht vollständig bewirkte Vorlage ist in Erinnerung gebracht worden und muß sich die Regierung vorbehalte», sobald die dazu erforderlichen Vorarbeiten beendigt sein werden, der hohen Kammer weitere Mittheilung zu machen. Die Regierung ist jedoch bei dieser Veranlassung wiederholt zu erklären in dem Fall, daß sie auf eine zwangsweise Ablö ung der Erb- leihen nicht glaubt eingehen zu dürfen.
Auf die bereits früher in Anregung gekommene Wiederaufnahme der Verhandlungen wegen Aufhebung der Mühlen- Bannrechte und der gleichmäßigen Regulirung der Wasserlaufabgaben sind beide Fragen wiederholt einer sorgfältigen Prüfung unterzogen worden. Was die Aufhebung der Mühlenbannrechte betrifft, so ist im Hinblick aus die mannichfachen Schwierigkeiten, welche deren Beseitigung sowohl hinsichtlich der Ermittlung der zu gewährenden Entschädigungen, als auch hinsichtlich der zu diesem Zweck zu beschaffenden Mittel darbietet beschlossen worden, vorläufig diesem Gegenstände keine weitere Folge zu geben.
Dagegen soll die gleichmäßige Regulirung der Mühlenab- gaben in nähere Erwägung gezogen werden und es sind zu dem Ende die erforderlichen Gutachten eingezogen worden. Sobald der Gegenstand zur Vorlage bei der Ständeversamm- lung genügend vorbereitet sein wird, wird deßhalb weitere Mittheilung erfolgen.
Durch diese Erklärung erledigt sich zugleich die darauf Bezug habende Interpellation des Herrn Abg. Knapp. *
Auf die Anfrage des Herrn Abg. Knapp, betr. die Wiedereinführung der Den u u ciati onsgebüh - reu bei Feld-, Forstfrevel und Feldbeschädigungen beehre ich mich zu erwidern, daß über diesen Gegenstand Begutachtun- gen stattgefunden und derselbe in weitere Erwägung genommen werden wird. Die Verhandlung ist aber nicht soweit vorgeschritten, baß eine Vorlage hierüber an den diesjährigen Landtag zugesagt werden kann.
O Limburg, 15. Mai. Durch einen in der Nr. 111 dieser Zeitung erschienenen Artikel ist ber- its der Ansicht widersprochen worden, als ob die hiesige Gemeinde, beziehungsweise der Kirchenvorstand sich weigere , eine gegenüber dem Hochwürdigsten Herrn Bischof un.^ Hochdessen Domcapitel bestehende Verbindlichkeit deS èocaMrchëufonds schnldiger Maßen zu erfüllen, und als ob diese Renitenz zu der Einstellung der bisherigen Gottesdienstabhaltung in der bischöflichen Capelle geführt habe. Der Kirchenvorstand findet sich übrigens ver» aulaßt, seiner Seits ausdrücklich zu erklären, daß die Gemeinde dem Domänensiscus niemals die Verbindlichkeit zur Zahlung der Kosten jener Gottesdienstabhaltung abgenommen hat, wie ihr denn auch diese Zahlung seit dem 26jährigen Bestände des Bisthums nie angesonnen .worden ist, und zur Bestätigung seiner Erklärung nachstehend die einschlägigen Aktenstücke zu veröffentlichen, nämlich die protocollarischen Verhandlungen vom Jahre 1820 und 1832, und zwei an den früheren Herrn Stadtpfarrer Corden gerichtete Briefe des verstorbenen Herrn Geheimen Kirchenrathes Koch, welche jenen Verhandlungen vorausgegangen sind und den Schlüssel zu deren Verständniß geben.
I. Wiesbaden, 10 October 1819. Hochgeehrtester Herr und Freund! Nach einer 14tägigen Abwesenheit bin ich erst vorgestern Abend wieder hier eingetroffen; daher hat sich meine Antwort auf Ihr Geehrtes vom 30. v. Mts. bis hier- her verzogen und ohne meine Schuld. Was nun die Ange-
Die glücklichen Kinder sahen dies. Zuerst fürchteten sie sich und die Frau blieb stehen um sie zu vertheidigen. Da sie aber den armen Dick die ausgerafften Bicruenschalen gierig verschlingen sahen, begriffen sie schnell, das müsse ein Knabe fein, der Hunger habe. Der Kühnste von ihnen, der zugleich auch der Evelmüthigste war, trat zu Dick und gab ihm sein großes Stuck Weißbrod.
So frübstückten die Vögel, die Kinder und Whittington an diesem Tage zusammen.
Nunmehr begab sich der arme Waisenknabe auf den Weg. Da derselbe bergan stieg, so hatte er bald einen Fuhrmann eingeholt, der ganz behaglich auf seinem Karren saß und sein Pferd langsamen Schrittes gehen ließ. Armuth lehrt höflich sein: Lick grüßte mit der Hand aus dem einfachen Grunde, weil eine Kappe ihm ein unbekanntes Ding war und er deßhalb auch nicht nöthig b itte, eine solche abzii. ziehen. Der gute Fuhrmann glaubte, eine Höflichkeit s i die andere werth, und fragte Dick, obgleich es noch früh am Tage war, ob er nicht müde sei.
„Warum fragt Ihr mich das, Herr"? sprach Whittington mit der Furcht eines armen Kindes, welches glaubt, daß man seiner spotte.
„Weil ich, wenn wir Beide den eiben Weg verfolgen, mein Junge, nicht absteigen würde, um Dir Gesellschaft zu leisten, aber Du könntest Dich alsdann auf meinen Samen setzen. Schlecht gefahren ist nach meiner Ansicht bisweilen besser als gut gegangen", war des Fuhr. Manns Antwort.
„Und wohin fahret Ihr denn, Herr"? fragte Richard mit größerer Zuversicht.
„Je nun, ich fahre nach London.... Und Du" ?
„Nach London' ? rief der Knabe verwundert aus, „ich könnte also mit Euch auf Eurem^Karren nach London fahren" ?
- Whittington hegte schon lange große Lust, London zu sehen, denn man halte ihm gesagt, die ©traSni seien Bon mit Gold gepflastert und wer nur einmal dort sei, könne sich leicht alle Taschen mit Schätzen füllen.
„Ja, mein Junge", erwiederte der Fuhrmann. „Steige also auf, wenn Du willst".
Man kann sich denken, daß Whittington sich nicht lange bitten ließ. Bei ihrer Ankunft war der Abend schon hereingrbrochen Jm Herbste und selbst im Sommer wird es in diesem alten London frühe Nacht Der Fuhrmann scklug den,Weg nach seiner gewöhnlichen Herberge ein, nachdem er Whittington an der ersten besten Straßenecke
[egenbeit wegen Verlegung des Gottesdienstes aus der Hospitalkirche in die derFranziskanerbemfit, so hätte ich sehr gewünscht, daß der ©tüDtratb zu Limburg das wahre Interesse der Sradt richtiger beurtheilen möge, als er tbut, wenn er dieser Berle- gung entgegen ist. Sie wissen wohl, daß ich für meine Person weder für noch gegen die Stadt Limburg eingenommen, daher in Beziehung auf sie ganz unpartbeilsch bin; dagegen habe ich daS Beste der Kirche und der neuen kirchlichen Ein- riytungen im Auge, und wenn ich daher den Umständen und Verhältnissen nach der Meinung hin, daß die^ Stadt Limburg am besten sich zu dem neuen Bischofssitze eigne, so ist diese Meinuiig der Stadt Limburg nützlich; und wenn der Stadtratb für die Stadt sorgen will so erfordert eS Pflicht und Klugheit, der Ausführung dieser Meinung nicht nur kein Hinderniß zu legen, sondern zur leichtern Ausfübri-ng selbst allen Vorschub zu leisten. Davon nun, daß der Sladkrakb sich jener Verlegung widersetzt, ist bereits die Folge entstanden, daß nun die Franziskanerkirche unverzüglich geschlossen werden wird und damit ist bann alles Nützliche und Gemüthliche, was die Stadt Limburg zum Bischofssitz empfi.hlt, verloren, und 'fie bat nun nichts mehr, waS sie von andern Städten im Herzogtbum in dieser Hinsicht voraus hätte. Damit, daß die Stadt Beiträge zur Unterhaltung der Franziskanerkirche geben will, ist nichts gethan, selbst wenn sie die ganze Baulast übernehmen wollte. Es muß eine wirkliche Pfarr- oder wenigstens Suc- cursalkirche mit ständigem förmlichen Sonntags- und Feier« tagsgotlesbieust daraus werden, wenn der Zweck der neuen Einrichtung erreicht werden soll. Die Uebertragung des Gottesdienstes aus dem Hospital, wo er forthin ganz unnölbig und überflüssig wird, weil die Domkirche und die Franziskanerkirche so eingetheilte und geordnete Gottesdienste erhalten müssen, daß den Bewohnern von Limburgnichts zuwünschen übrig bleibt, ist daher durchaus nöthig. Dem Bischöfe eine Kapelle zu errichten, findet nirgends Schwierigkeit; die kann man in jeder geräumigen Wohnung ihm leicht einrichten. Dieses ist also die Absicht sticht, warum die Franziskanerkirche beizubehalten wäre, sondern um das ganze ehemalige Kloster sammtKirche für den neuen Zweck zu benutzen und schicklich einzurichten. Nun begreife ich aber gar nicht, ^aS die Stadr dabei gewinnt, wenn sie die Hospitalkirche wirklich erhält, und auch nun die Franziskanerkirche verlieret? und wenn sie nun noch obendrein die Aussicht einbüßt, den bischöflichen Sitz zu erhalten, entbehrt sie da nichts? und wo ist ein Gewinn, der dieser Entbehrung gleich kommt? und ich kann ohne Hehl hinzusetzen, daß schon von einer Seite her die Meinung ist geäußert worden : nun, wenn der Stadtrath so eigensinnig sei, der Verlegung jenes Gottesdienstes zu widerstreben, den Bi- schofssitz nach .... zu verlegen. Das werden die Folgen sein. Und warum widersetzt sich dann der Stadtrath jener Verlegung? Glaubt er etwa, daß dadurch sein Recht am Hospitale geschmälert werde. Keineswegs. Ob eine Kirche beim HoSpital ist oder nicht, das ändert am Rechte nicht das mindeste. Wie dann, wenn z. B. niemals eine Kirche dabei gewesen wäre, würde Limburg alsdann weniger Recht am Hospital haben, als es jetzt hat? Die Stadt Oberursel hat auch ein Hospital und keinen Gottesdienst darin, deßwegen wird sie doch ihre Rechte zu behaupten wissen. Ich habe in der Regierung mit dem HoSpital nichts zu schaffen, und habe folglich auch bei dieser Verlegung keine hierauf Bezug habende Absicht; im Gegentheile ist es mir ganz recht, wenn jeder sein Eigenthum und seine Rechte zu behaupten sucht. Das kann aber eben so gut geschehen, wenn der Gottesdienst ver.
abgcfe^t hatte. Unterwegs hatte thu, nämlich ver küine Reisende auS Höflichkeit seine Lebensgeschichte mitgetheiit uns da der Fuhrmann tah, er fei die freiwillige, wenn auch unschulvige Ursache, daß London um einen Vagabunven reicher geworden , so sonnte er sich niche dazu »erstehen, öffentlich diele Berontworllickkeit auf sich zu nehmen. Darum hatte er auch unterwegs seinem Reisegemorten nichts von fernem Miliidvorratoe angeb’oten, denn er fand denselben für zwei Hungerare Mägen zu klein.
Wer sich aber darob erstaunt fühlte war unser Witthington na» cs war ihm sonv-rbar zu Muthe als er die Straße, anstatt mit Gold, mit Köth bereckt sah, er selbst aber ohne Geld, Brod und Freund dastand.
Die Armuth ist zwar überall ein großes Unglück, ' in den Städten aber ist sie noch mehr als dies, sie ist ein Verbrechen. Da unser Whittington Hunger und Durst spürte, backte er, an dem Herre eines dieser vielen Häuser würde sich wool ein Plätzchen für ihn finden und als ein unschuldiger Junge vom Lande schickte er sich an, die Vorübergehenden Herren und Damen um ein Nachtlager anzuflehen.
Niemand jedoch würdigte ihn eines Blickes, nur ein dicker Mann, der viel gegessen und getrunken zu haben schien, fuhr ihn mit rauher Stimme an:
„So arbeite doch, Taugenichts! Schämst Du Dich nicht zu betteln in Deinem Alter" ?
„Rechr gerne -, versetzte Whittington; „würden Sie wohl so gütig fein, mein Herr, mir Arbeit zu geben" ?
Wenn man nicht Lust hat, gewisse Bitten zu erhören, so gibt man sich den Anschein, als fände man sich durch sie beleidigt. So machte es auch der dicke Mann.
„Uno- Ischämie Crealur"! rief der Bösewicht, erhob seinen Stock und schlug Whiitingion so stark damit auf een Kopf, raß das Blut rieselte. Darauf setzte er keinen Weg weiter fort, glücklich durch den Gedanken, ein schlechtes Subject gebessert zu haben.
Von Allem, was Whittington Baratts weiter erlebte, weiß man nur, daß. als er am andern Morgen aus feiner Ohnmacht oder feinem Schlare erwachte, er sich auf der Toürfchwelle eines Hauses von gutem Aussehen ausgestrcckt fand; es war dies die Wohnung des He>rn Kaufmann Fitzwarren. Ob man Whittington nun dahin gebracht hatte, weil man Herrn Fitzwarn n für einen barmherzigen Samaritaner hielt, oder ob dies aus Bosheit geschah, weil man die Hartherzigkeit der rotydorstigen Cicelp, feiner Hausyälteiin, kannte; dar»