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Nassauische Allgemeine Leitung.
8cKcll«nge« nehm-n an in W Eadka Mr ffrrr’-ition (jßili. grirtridVid'r $udi64ntlunfi, VaiAgafli Nr 42) auSwâriS alle Post aast allen. — Jnserale : 6t e ottr. jpaitiße Henljeite otn er: cn Raum ,3 tr.
1834
Nr. 117.
Freitag, 19. Mai.
Zeilungsschau.
Die eng1isck--fran;ösisch^Allianz. — Preußen: kein Verbündeter Rußlands. — Zur letzten Krisis in Preuße». — Die preußisch- österreichische Convention.
•* Der „A. A. Z." wird aus C o n sta n tin o p e l geschiie- ben: Wie die kürzlich zwischen dem französischen Gesandten und der Pforte ausgebrochene Differenz wieder ausgeglichen wurde, wissen Sie ohne Zweifel sckon. Die Pforte gab nach, die katholischen Griechen dürfen unter dem Schutz der sianzöstschen Gesandtschaft hier bleiben. Die schismatischen Alitchen sind über diese Bevorzugung der katbolischen Griechen höchst ausgebracht. Man kann es kaum anders als eine» großen Fehlgriff nennen, daß, gerade in dem Augeublick wo Frankreich mit England für die Unabhängigkeit der Pforte gegen die russischen Prätensioncn eines Patronats über ne griechische Kirche zu Feld zieht, Frankreich sein allerdings schon älteres Sckutzrecht über die orientalischen Katholiken neuerdings in so auffallender Weise geltend zu machen |u$t. Man hätte das besser unterlassen, denn wenn Frankreich so sorlwährend auf seinem Patronat über die Kalholiken besteht, wie will man es dem Czar wehren, eu. gleiches Patrons auch über seine Glaubensverwandten in Ampruch zu nehmen? Unb wer gewinnt am Ende dabei ? Immer nur Rußland. Ein Schreiben gleichen Inhaltes geht der „Times aus Con- staiitiiiopcl zu. Wir lesen unter dort unter Ändern, Folgendes: „Die Affaire mit dem französischen Gesandten hat einen Abschluß gefunden, der ein Definitivum benannt werden mag, aber der sehr wohl auch ein Präcedens für neue Forderungen unb eine frische Ermuthignng für eine Eavalicr-Diplomalie fein könnte . ... Die französische Diplomatie mag sich eines neuen Triumphes rühmen und die römische Propaganda sich über den Eifer ihrer Vertheidiger erfreuen . . . Wäre England eine unbebeuteiibe Macht, so möchte ein Bruch dieser Allianz erfolgen , welche zu kitten vierzig Jahre gekostet hat und welche zu zerstören ein Tag hinrcicht . . . Lord Strat sord führte den Refchid Pascha dahin , eine Willfahrung ab; zulehncn, die ein Edict religiösen Characters (das die römisch- külholischen Griechen von der Austreibung ausgenommen Härte) veranlaßt haben würde, welches die MoSkowlttschen Forderungen zum Theil (somewhat) gerechtfertigt hätte, welche im Principe identisch sind und nur darum gefährlicher, weil die Protegilten der letzteren nach Millionen und nicht nach Hunderten zählen .. . Das (nach Zurückweisung jenes ersten Edikts erfolgte) zweite Documenk (der türkischen Regierung, welches di^ einzelnen- rümis-che» HellE«-—rramhaft jju&Q ward ein scharfsinniger Diplomat nur als die alte Forderung in einer neuen Form betrachten können .... Es ist von derselben Stelle (Lord Stratford) als gefährlich bezeichnet worden. Die Affaire ist jetzt zu Ende, so weit cs fein kann, während ihre Folgen für Jahre bleiben möchten. „Die englische Di- blomatie hat eine Niederlage erlitten." . . . Der Katholicismus ist der Hebel, den Frankreich stets bereit ist anzusetzen, und Schüler der Encyclopädie , welche niemals zu Hause in eine Kirche gegangen sind, machen hier (in Con- ßaullnopcl) Proselyten und sind beeisert, Griechen und Euty> ciinner in den Gnadenstand zurückzuführcn. Es kommt gar nicht darauf an, daß diese Diplomaten ber Konfession ange- hören, für die sie arbeiten. Es ist nur eine Frage deS N a- tionaleinslusses, unb der Christ ist noch viel mehr Franzose. Mr. Au pick, der sich so viel um die heiligen Plätze sür die Katholiken bemüht hat, war ein Protestant, und ein Jude oder St. Simonist würde eben so für die Sache des PMes eisern. Ein Leitartikel desselben Blattes enthält solgendkn bedeutungsvollen Satz: „England und Frankreich
George Sand.
Biographische Skizze.
iForifttzunst.)
. Mit großem Selbstvertrauen machten sich die beiden jungen Schritt. Heller an's Werk; nach Verlauf von sechs Wochen war ein Buch voll, endet mit dem Titel: „Rosa unv Bla nka over die Schauspie, lerin und vie Nonne". Aber ihre Müde, einen Verleger ba- w zu finden, war vergebens, bis Latouche einen alten Bucvvänvler ^zu bestimmte, das Mänulerrpt für 400 Fr. zu kamen. Nun handelte sich noch darum, unter welchen Namen die Arbeit erscheinen solle, nennen wir uns? fragte Aurore.
Unmöglich Darf ich meinen Namen auf bad Titelblatt schreiben, 'M Bandeau. Erfahr! mein Vater, daß ich Literat geworden bin, ° er mich verfluchen.
lachte Latouche, welcher mit seinen Schützlingen vertrauter » W)tn war, schneide Sandeau in zwei Theile unv dein Vater wird Nchj erkennen.
r)„Mn Rath fand Billigung; des Buches Verfasser nannte sich Sand.
jungen Schriftsteller glaubten nun ihr Glück gemacht zu haben; unh Sanveau die 400 Fr. für unerschöpflich, schlief länger M ach an körperlicher Pflege nichts ab. Sic frcquentirten das an.,, ".Mrs, »nd um für den Theaterputz die Caffe nicht zu sehr "zugrcifen, legte Aurore in dieser Zeit zuerst Männerkleider an; "ahmen Plätze im Parterre und kehrten Arm in Arm Abends • Zulick over machten, wenn vie Rächt schön war, noch große
1 kjl.P^bänge, ..hx gc gg (n ^r Dachstübchen wieder einschloffen. In wichen Falle hatte Dann aber auch Sandeau einen triftigen Den ganzen Tag über sich auszuruhen unv zu schlafen. —
§ ®0 lebten Beide harmlos wie Brüver zusammen, bis Die kleine rieth'^ verbraucht war unv das Elcnv von neuem anklopfte. Man riw, Baronin zu einer Reise nach Berry, um dort bei Den Ge- teil b^bine gesetzliche Rente von ihrem Vermögen für sich auszuwir. ei'.■ c reiste auch ab, nachdem sie mit Sandeau Den Plan zur eine verabredet und in Capitel eingetheilt hatte, von teilen tn Theil Sandeau während ihrer Abwesenheit bearbeiten, den an
haben ihre Flotten und Heere der Türkei gesandt, weil sie Rußland das Recht bi streiten, eine gewisse Anzahl der Bevölkerung des Or'entö zu „protegiren" . . . und einer der zur Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit der Pforte nach Con- stantinopel abgeorbneten Gesandten erhebt Ansprüche zu Gunsten eines Theils der Griechen, welche ebenso unverträglich mit der Autorität des Sultans , als die Forderungen des Fürsten Mcnczikoff selbst find.
Es wurde wiederholt auf die inneren Widersprüche hingewie- sen, die an der Aufrichtigkeit einer englisch französischen Allianz und an der Möglichkeit zweifeln lassen, die unnatürliche „entente cordiale“ auf die Dauer zu erhalten. Ein tiefergehender Differenzpunct als der eben angeregte läßt sich wohl nicht denken. Die „N. Pr. Z." nennt den eben geschilderten Vorfall „ein neues Krankheiiöbulletin der sraiizösisch-englischen Allianz."
** Wir entnehmen einem längeren Leitartikel der ministeriellen „Zeit" folgende Stellen: „WaS verlangt man denn von Preußen? Oesterreich ist durch seine territorialen Verhältnisse den Ereignissen viel näher gestellt, es wird viel birecter davon berührt; gleichwohl hat Oesterreich bis jetzt noch keine entschiedene Stellung den Ereignissen gegenüber angenommen. Zwar hat es ein Armeecorps an der Donau ausgestellt; zwar bringt heute der Telegraph die Meldung, daß eine neue Aushebung von 95,000 Mann „zur Sicherung der Reichsgränzen" verfügt sei; ob und welches bestimmtes Ziel aber diese Rüstungen haben, darüber mangelt noch jede verlässige Einsicht. Man kann darin zur Zeit noch kaum etwas Anderes erkennen, als Vorbereitungen für gewisse Eventualitäten, zu welchen Vorbereitungen Oesterreich, nach seinen Institutionen, nach seiner Wehrversassung und seinen Na tionalitâlöverhäünissen mehr Zeit bedarf, als Preußen. Wir haben schon gesagt, daß ein Ultimatum, trotz aller darüber umlaufenden Gerüchte, von Seiten Oesterreichs an Rußland noch nicht ergangen ist; so lange dieß aber nicht geschehen, so lange von Petersburg eine „letzte" Erklärung nicht eingetroffen iü, so lange, dünkt uns, sind alle emphatischen Expecloratione» der österreichischen Presse über den Zweck der Rüstungen und über die Absichten des Wiener Ca- binets ohne alle Bedeutung. Preußen hat mit Oesterreich und den Westmächten denselben Standpunkt: es will den Frieden herstellen, weil eine Fortdauer des Krieges seine wie Deutschlands Interessen gefährdet; es will den Frieden, aber auf der Grundlage der teriitviialeu Integrität, weites diese ,ur Eehaltuug deS europäischen Gleichgewichts für nothwendig hält. Auf dieser Basis fußend, hat Preußen in dem mit Oesterreich geschlossenen Aüi- auzvcltrage bestimmte Pflichten üteruommeH. Pie cs-zrt-ersüüeu, sobald die weitere Entwicklung der Verhältnisse dies erfordern sollte, jedcn Augenblick bereit und im Stande ist, ohne ge. nöthigt zu sein, schon jetzt eine kriegerische Aufstellung vorzunehmen, wo diese Verhältnisse noch nicht vorliegen. So viel dem Wanderer zur Antwort. (In dem Leitartikel der Samstagsnummer des Wanderer hieß es nämlich: „Von dem Gedanken eines Kriegs gegen Rußland wird man zum Kampfe gegen die „Verbündeten" vorschreiten müssen." Wer sind die Verbündeten, gegen die „man" kämpfend vorschreiten muß? fragt die „Zeit": nach dem Wanderer sind cs Griechenland und Preußen!) und, wenn es sein kann, zur Gewinnung einer andern Anschauung über die „Verbündeten Rußlands", soweit Preußen dabei in Betracht fällt.
** Die Nachricht, der Prinz von Preußen gedenke in den ersten Tagen des Juni wieder in Berlin emzutreffen, beruht wie dem „N. E." geschrieben wird, nicht auf Thatsachen, sondern auf der Wahrscheinlichkeitsbercchnung, der Prinz werde der Berufung auf seine Pietät entsprechen und am Sterbetage des verewigten Königs in Cbarlott.nburg erscheinen. Wieman
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deren sie selbst in Berry vollenden wollte. Iulius versprach, recht fleißig zu sein — avet Der Schlaf ließ ihn zum Schreiben nicht kommen ; bei Auroren» Rückkehr hatte er kaum begonnen. Die junge Frau Dagegen war desto thätiger gewesen ; sic überreichte ihrem Freund das vollnän. ige Manuskript der „Jnciana".
Lies und verbessere.
Als Sandcau gelesen, erklärte er den Roman für ein Meisterwerk, an dem Nichts zu ändern sei.
Herrlich! meinte Die junge Frau g-schmeichelt, so wollen wir die beiden Bande zu einem Verleger tragen.
Sanveau weigerte sich indessen entschieden, den Roman unter seinem Namen ei scheinen zu lassen.
Ich bin zu redlich, um Dir deinen Ruhm zu stehlen; ich würde in meinen eigenen Augen stufen.
Vergebend rief Amore Herrn Latouche zu Hilfe, um ihren jungen Freund zu bestimmen, dem Romaü seinen Namen zu geben. Sanveau beharrte bei seiner Weigerung.
Das ist schrecklich, sagte Aurore halb wehmüthig , halb erzürnt; was nun anfangen ?
Sind Sie wirklich so verlegen, meine Liebe, wo es sich nur noch um den Vornamen handelt? lächelte Latouche, Denn Sand ist gemeinschaftliches Eigentoum. Geben S.e den Kalender; ich will Ihnen helfen. Heu.c ist Der 23. April, der Tag des h. George. Wohlan, so schreiben Sie George Sand uns Alles ist in Ordnung
Von je^t an zeichnete Madame Duvevant alle ihre Arbeiten mit diesem io berühmt gewordenen Namen
Die Pariser Buchhändler ahnten wunderbarer Weile einen großen Erfolg, schützten aber den Grundsatz vor: ein Verleger Dars nicht lesen können, damit sie ein Werk zu beurtheilen, aber auch zu bezah. len abweisen
Die „Indiana" wurde daher auch nur mit 600 Franks honorirt.
Aber niemals erregte ein Buch größeres Interesse; größere Neugierde; jedes Journal machte feine Bemerkungen; man erzählte sich Die wunderbarsten und widersprechendsten Aueevoteu von dem Verfasser; man stritt, ob er Mann v er Frau sei. Wo bi er nur zu treffen? wo findet man sie? fragten sich die Belletristen und Schöngeister von Paris.
Glücklich über ihren neuen Ramen, welcher die Weibe des yiubmc empfangen harte, wollte sie gar nicht mehr anders genannt werden als George und behielt die Männerkleider, welche ihr besonders ge-
dem erwähnten Blatt versichert, ist ter am 11. au len Prinzen abgefanbte Brief nicht vom Könige, sondern vom General Gröben in hobem Wrage getrieben. Die Form dec Cabinetsordre, durch welche der Prinz seiner Functionen enl- hoben worden, soll dahin laute--, -s sei ihm ein Urlaub auf unbestimmte Zeit für das Ausland bewilligt und er fei während dieser Zeit seiner (mehrfach bezeichneten) Functionen enthoben. Di<s alles bemerkt der bete. Corr. sammt aus guter Quelle, obgleich sich der Inhalt einer Cabinetsordre selbstver- standen nicht duraus verbürgen läßt. — Dem „N. Corr.„ wird ferner geschrieben: Die Mission Alvensleben erinnert wieder an den Inhalt der preußisch österreichischen Convention vom 20. April. Bekanntlich ist Preußen dadurch verpflichtet, für Oesterreich einzutreten und demselben feinen Besitzstand zu decken, wenn Oesterreich, die deutschen Interessen als gefährdet ansehend und nach vorgängiger Verständigung mit Preußen, sich activ am Kampfe betheiligt. Die resclvirteu A-ti- cel geben dann die Fälle an, in welchen das Einverständniß zwischen Preußen und Oesterreich als existirend vorausgesetzt wird. Man erfuhr später, daß diese Fälle namentlich in der Inkorporation der Fürstcuthümer und dem Balkan Ucbergang beständen. Jetzt verlautet aber, daß Oesterreich nach längerer Discussion es durchgesetzt hatte, den Angriff auf die Balkan Linie dem Ucbergang, welchen Fall Preußen im Auge hatte, in dem Vertrage substituiren zu lassen. Darnach läßt sich ermessen, welche Momente v. Alvensleben in Wien gellend mad^ wenn es sich um die Vertretung der preußischen Auffassung handelt. — Der neue Kriegsminister v. W a l- dersee ist bekanntlich, wie sich der „Staatsanzeiger" auSge- drückt hat, „vorläufig" ernannt worden. Einige noch entschiedenere und russenfreundlicherc Mitglieder der jetzt einflußreichsten Partei sollen, falls die Ernennung ihren Wünschen entspricht, noch weiter gehen und Stockhausen Vorschlägen wollen! Es wird jedoch'in Zweifel gezogen, ob ihnen trotz der jüngsten großen Erfolge auch Dies noch gelingen werde. Auch mag die Nachricht aus dem eigenen Lager der Partei absichtlich verbreitet sein, um Waldersee als gemäßigt erscheinen zu lassen.
** In der „ÄMf. Z." wird durch eine Privatmittheilnng, d. d. Wien, 14. Mai, der Schleier, der bisher noch über die wichtigsten näheren Bestimmungen der Convention vom 20. April verbreitet lag, schon bedeutend mehr gelüftet. Die Mittheilung lautet im Wesentlichem dahin : Der Vertrag stellt die Ansicht an die Spitze, daß Die unbestimmte Fortdauer der Besetzung der unter der Hoheit der Pforte stehenden unteren Donauländer durch -Rußland die poirttschcn, mora- lischku und materiellen Jntenssen des gejammten deuuchen Bundes und somit also auch die der Staaten von Oesterreich und Preußen geiährde, und daß eine solche Gefahr in d.m Maße wachse, als Rußland forifahre, auf türkischem Gebote vorzudringen. Nachdem diese Anschauungsweise festgestellt worden ist, beschäftigt sich der Inhalt der Convention mit der Frage, welche Mittel sich barbitten möchten, um zunächst auf friedlichem Wege ein Zurückziehen der russischen Truppen aus den Donaufüistenthümeru zu erreichen. Hierbei werden zunächst die den Christen durch den Sultan gemachten Zugeständnisse im Auge gehalten, indem Oesterreich und Preußen darin einen genügenden rechtlichen Grund für die Forderung eines Zurückziehens der russischen Truppen aus den Donau- Fürsteulhümern erblicken und sich zunächst verbinden, dies durch gemeinsame Schritte wo möglich in St. Petersburg zu erreichen. So wie Preußen bereits am 8. April dort ljurauf Bezug habende Vorschläge gemacht hatte, so verpflichtet sich nun auch nach Inhalt der Convention Oesterreich noch einmal in Gemeinschaft mit Preußen , das Verlangen an das
fielen, von nun ganz bei. Zwar bewohne sie now sechs Jahre lang ihr Mansarrenstüvchen, aber auf den Promenaden, ausi veu Bou e« vards, wo man ivr in einem kurzen eng anschließenden ikberroef, über dessen Kragen das schönste schwarze Haar in Locken fiel, mit dem Spazierstöschen in der Hand, eine Man lla mit rent anmuthigsten Anstand rauchend, begegnete, drängten sich alle berühmten Perwnlich- keiten zu ihr; sie ging mit ihnen wie mit Brüdern um und bezauberte sie Dur» sorglose unv geistreiche Heiterkeit.
Mitten in der Trunkenheit von Erfolgen und im Umgang mit Den Cclebritäten von Paris beging sie vas Unrecht, den treuen Gefährten . ihrer bösen Tage, wenn nicht ganz zu vergessen, doch sehr zu vernachlässigen.
Sanveau war eine edle Natur; zu stolz um zu klagen. hätte er auch wohl nie eine Unterstützung von ihr angenommen. Zwar lebte er mit ihr nicht auf einem gespannten Fuße, aber er fühlte sich durch ihr Benehmen sehr gekränkt, und um nicht thatenlos in Vergessenheit und Gleichgültigkeit zu gerathen, verließ er Paris. Er reiste mit irr« rifsenem Herzen, allein, ohne <Held, nach Italien, wo er achtzehn Mo- nate lang in Neapel, freilich in Den drückendsten Verhältnissen, lebte. Dennoch' stand er mit ihr in fortwährendem Briefwechsel, der von der Achtung und innigen Theilnahme zeugt, welche Sanvcan für sie stets gehegt hat. Ein SchiffScapitän lernte den jungen Mann kennen unv schätzen, so daß er sich bewogen suhlte , ihn mit sich nach Marseille zu führen, wo er sich für ihn weiter intereisirte.
Indessen beschäftigte sich George Sand damit, neue Perlen in die Krone ihres Ruhmes zu winden. „Valentine" erfibien 1832, sechs Monate später „Lelia". Diese, so wie die größere Anzahl ib er Ro- mane enthielten beredte unv lebhafte Angriffe auf Die Einrichtung der Ehe. Eine Anzahl Kritiken zankten über steten Skandal; man be. swulvigtc Die Schriftstellerin, daß sie die Gesellschaft in ihrem Grund zu untergraben beabsichtige. George Sano betrachtete eben die in ihren Schriften niesergelegten Ansichten als Die gerechtfertigten Angriffe gegen Bündnisse, wie jenes, zu welchem auch sie mit Dem Baron Dnve- oant gezwungen worden war; sic bekämpfte in vcrichievenen Formen, wie sie vorgab, nur jene Ehen, ynen Der Höhere Zusammenhang fehlte, Die Uebereinstimmung Der geistigen Individualität, eie auoglei- »enoe Harmonie der Cvaraktere nur der Empfindungen. Allerdings mangelt es nicht an Beispielen, daß Verbindungen von uahcilvriiigen- Den Folgen begleitet sind, welche i»r-n sicheren Halt nicht in der Ber. wanvtschatt der Seelen haben. Dagegen machte George Sans keinen