fite 9hi(faaif<i>e Mflcmetrt Sfitmiß e: Meins, So,u> M Mfaenömmht, täfisiA. »»: t-ierteljäTmn für o tieSbaéen uns den Thurn und T.n^'ichen P»Itde;rrk 8 fl., sonst 2 st. 24 fr.
Ualsauische Allgemeine Zeitung.
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Wiesbaden. 1854.
3u0'd)unihß und Umschwung.
Wir können uns nicht erinnern, schreibt man dem Lloyd vom Rhein", einen so raschen Umschwung der öffentlichen Meinung erlebt zu haben, wie sie in jüngster Zeit im westlichen Deutschland in Beziehung auf Oesterreich stattgefunden hat. Bon der Abneigung, mit welcher die einst unvermeidlichen dietatorischen Maßregeln betrachtet wurden, ist man übergesprungen zur Hochachtung für die Staatsmänner, welche seine Geschicke leiten, und schließlich zur Dankbarkeit und aufrichtigen Sympathie für die Entschlossenheit, mit welcher das Haus Habsburg wieder die Führerschaft Deutschlands übernommen hat und mit kühnem, eines alten Heldcngeschlcchtes würdigem Muthe sich anschickt, die Interessen der Nation, welche vom Auslande so lange mißachtet worden, gegen eine rücksichtslose, erobernde Macht »ölölgcnfalls mit den Waffen zu vertheidigen. Die große» Reformen, welche die jetzigen Staatsmänner Oesterreichs im Innern durchgesetzt, indem sie die Aufgabe, welche die Revolution sich nur unklar gestellt hatte, von ihren Schlacken reinigten und kühn, aber practisch erfaßten und mit nicht ermüdender Ausdauer durchführten; die großen Verbesserungen, durch welche Oesterreich seinen ge- sammten innern Organismus veredelt hat und die es im Verhältniß zu den übrigen Staaten Europa die meisten Fortschritte machen ließen, haben selbst den Sinn der radical- sten Feinde Oesterreichs umgewandelt. Man erkennt vor Allem an, daß nichts Halbes geschieht und daß man Achtung haben muß vor Oesterreichs Energie, wenn cs seine Feinde trifft und vor dem Mangel an Kleinlichkeit, der seine Maßregel» der Versöhnung auszeichuct. Endlich hat die entschlossenere Haltung des Wiener Cabinets den Umschlag vollendet. Es wäre unmöglich, zu leugnen, daß Preußen bis dahin aus- schließlich vor Oesterreich die Sympathien des westlichen Deutschlands besaß. Es hat sich seit einigen Jahren eine so auffallende Abneigung gegen die „Kleinstaaterei" aller Schichten der Gesellschaft bemächtigt, daß die Angelegenheiten der kleineren Staaten von deren Angehörigen selbst' mit bisher nicht dagewkseiicr Gleichgültigkeit betrachtet werden, und selbst das parlamentarische Element (die Siändevcrsamnilnngen) seinen meisten Einfluß verloren hat. In dieser Abneigung hatte man sich gewöhnt, Preußen als den großen deutschen Staat, als Führer des Zollvereins auch gewissermaßen als die Macht zu betrachten, mit welcher einst die Geschicke der deutschen Nation verknüpft würden. Diese ganze Sympathie ist gänzlich verschwunden. Man reise den Rhein auf und ab und man hört nichts als mißbilligende Aeußerungen, Über die innere und äußere Politik, während sich die Gemüther Oesterreich zuweiideii wegen seiner entschiedenen Haltung gegen Rußland, das nun einmal als der Feind der Nationalinteresfen in allen Schichten betrachtet wird. In solcher Stimmung fängt man denn auch an, Die innere Politik Oesterreichs mit nüchternen Augen zu betrachten; die Vorurtheile verschwinden allmälig. Man gesteht zu, welche große Reformen in der Handelsgesetz- gebuiig, in der Rechtspflege, in der Verwaltung geschehen sind, während man in Preußen «möglichst rückwärts steuert. Namentlich haben die neueren Finanzmaßregeln großen Beifall gesunden; man hegt die Ueberzeugung , daß Oesterreich auf diesem Wege neugeboren aus der langen Krise hcvorge- hen wird.
Wir stellen dieser Stimme vom Rhein einen Bericht gegenüber, welcher dem „D. Vbl." aus Wien zugeht und den Umschlag der dortigen Stimmung, das Steigen der Begciste-- rung für den jungen ritterlichen Kaiser, das Vertrauen zu seiner Einsicht. Energie und seinem redlichen Wollen schildert. ®n Frankfurter Journal und ähnliche „Geister", so lautet
Das Todtenhemd.
Eine Begebenheit , die kürzlich in Westphalen erzählt wurde.
görtfebunfl.)
» Es war ein armseliges Gemach , die beste Stube im Hause des Kotters Peter Artmann, und roch war sie heute so festlich wie mög- geschmückt, zum letzten Aufenthalte ihres unglücklichen Bewohners, großes Bett, dessen gewürfelte Umhänge die Armuth des Betts verhüllen mußten, stand in der Ecke; an ven kahlen, weißen Landen hingen einige Hcilig-èubilder , denen tiébetb’ö Hand grüne jj">eige zum Schmuck an beiden Seiten verlieben, auch auf cem Tlschc, dem einzigen Möbel außer ein paar alten Stühlen, stand ein großer neinernef Krug, gefüllt mit bis zur Decke reichenden Zweigen, dem wun M naheliegenden Waldes, dessen Bäume man durch die kleinen relÄ" tcr Fenster gewahren konnte. Der Boden der Hammer war Är tweißem Sande bestreut und in der Mitte stand ein ein- den - harzer Sarg; drinnen lag der Kötter mit gefallenen Häu- trüb'e Seiten sechs zinnerne Leuchter mit Talgkerzen, die gar war e w ^Eichte glimmten. Am untern Ende des Sarges aber traurig n io Rührendes zu sehen , daß bei dessen Anblick Zeder die Köttere ^ung vergessen haben würde. Es war Lisbeth, des Gestalt achlzebnjährige Mädchen. Ihre schlanke, biegsame Um ihre ^at unr mit einem alten, gedruckten Gewände bekleidet, aen und ,letn nur ein schwarzes, hallverblichencs Tuch geschla- »tereifinrd schönen, flachsblonden Haaren trug sie ein kleines, doch so k° Mützchen, wie es die Sitte des Landes ist - aber sie sah Noch 6p,I,' Zierlich wie eine verkleidete Waldnymphc aus. Zhr irisch», d^ südliches Gesicht ruhte in den gefallenen Händen und einem ,.- Fingern tropften dicke Thränen auf des BaterS nur mit blicke „nd^b" Tuche bedeckte Füße. Was sie dachte in diesem Augen- bitl(t wus sic leise vor sich binmurmelte, das war eine bittere, dir fD /^"bstanklage: Möge unser Herr Gott mir vergeben, daß ich schwer f1^ Srcufce gemalt 1 Seitdem du todt bist, fällt es mir thog ""s das Herz, daß ich seit meiner Kindheit so geringen Sin» ha,t- , ^'"em Kummer und Herzeleid genommen! Die Mutier und ff klagen und Vorwürfe für dich, ich hätte dich trösten können deinen n ' n’^ dir berathschlagen , wie unser Elend abznwenden, 1 vorn durch Zureden besänftigen und dich mit dem Unabänder
Nr. 111.
der Artikel des „D. Vbl.", haben noch immer die fixe Idee, von panslavistischcu, ungarischen und italienischen Rcvoiutioiis- gelüsten in Oesterreich zu träumen, d. h. beharrlich den Gedanken von sich zu weisen, daß die Revolution bei uns fac- tisch überwunden und ein caput mortuum sei. Dem ist aber wirklich so, und die Gothaner oder Democraten oder sonstigen professionellen Weltverbesserer mögen sich noch so sehr davor sträuben; es ist für's Erste in Oesterreich in ihrer Waare nichts „zu machen". Es gibt allerdings Panslavisten, und es gibt auch magyarische und welsche Sprudelköpfe, die da meinen, daheim noch den Punct finden zu können, von welchem aus die Welt (in aus ihren Angeln heben ließe; (und dieser Punct wäre am Ende ihr winziges, particulari- stischcs Ich); — allein glücklicher Weise spiegelt sich in dem Krächzen der Nachtvögel niwt mehr die Stimmung der Nationen ab und jene bleiben am Ende — lichtscheue Eulen unter den Singvögeln. Die jüngste Vergangenheit hat recht deutlich gezeigt, wie ganz anders die öffentliche Meinung sich zu gestalten anfängt; und wie wenig Gewicht auch aus gewisse Demonstrationen zu legen ist, so haben sie doch, wenn ihre Spontaneität keinem Zweifel unterzogen werden kann, immerhin eine nicht zu mißkennende Bedeutung. Bei den La»- dksdcputationen aus den slavischen^ aus den ungarischen und italienischen Kronländern sind Worte gefallen, die Manchem vielleicht als Komplimente, als banale Formen erscheinen mögen; doch sic waren von Umständen begleitet, welches ihr ganzes Kolorit verändern; sie bekamen so zu sagen Flügel, welche ihnen einen höher» Schwung verliehen und ihrer Tragweite ein Erkleckliches zusetzten. Ich habe z. B. Kroaten und Magyaren — mitunter welche von ziemlich verbissener Nationalität — gesprochen, die mit strahlendem Auge von der Km» psangsstunbe des Kaisers kamen; und die Thränen glänzten ihnen an den dichten Schnurrbärten und die Stimmen zitterten ihnen bei Wiederholung der Apostrophen, die der Monarch an sie gerichtet hatte, und ich wette, daß sie heute sammt und sonders die berühmte Scene des Preßburger Landtags unter Maria Theresia mit Freuden wiederholt hätten. Ich habe auch mit welschen Depuürten gesprochen, die, wenn eS sich um Politik handelt, ihn südliche Natur ganz gut verleugnen und kalt, eiskalt zu sein wissen; sie ließen wenig von dem durchblicken, was im Audienzsaale der „Burg" vorge» gangen war; sie hüllten sich in den Mantel der Vorsicht, „um eine Welt zu weit für die schlotternden Lenden ihres inwendigen Grollens"; dennoch merkte man ihnen ab, Laß sie innerlich bewältigt seien und wenn vom Kaiser die Rede war, meinten sie gemüthlich : „é una speranza“ (Er ist eine Hoffnung!) — Das Wort ist zwar nüchtern genug: allein darum kann man es doch füglich als ein Verdammungsurtheil für die unverbesserlichen Mazzinisten betrachten, deren Hdff- nung auf den Dolch und Raub gerichtet ist; — in den slavischen und ungarischen Provinzen wird diese Wirkung um so mehr der Fall sein, da dort noch Treu und Glauben minder abhanden gekommen sind, als unter den versunkenen Epigonen der Römer! Es mögen daher Diejenigen, welche Oesterreich durch Vorspiegelungen aller Art als einen Riesen auf thöner- nem Rcoolutionsuntergestell verdächtigen und Deutschland gegen dasselbe verstimmen möchte», sich die Grillen von pa»- slavistischen, magyarischen und welschen Conspiiationsvelleikäten aus dem Sinne schlagen; es wird in keinem unserer Kronlande etwas Bedrohliches geschehen, einmal weil Nichts ge- schchen kann, und hauptsächlich, weil die Stimmung nachgerade eine ganz und gar andere geworden ist, als sich die Philosophie der Propagandisten träumen läßt.
Diese Gefahren so bedrohlich als möglich zu schildern, scheint das gemeinsame Losungswort die kürzlich ausgegebene
lichen versöhnen; aber ich dachte nur an Franz, den ganzen Tag nur an die Stunden, wo ich mit ihm zusammen,war, und ich war glücklich, während du in Elend, Groll und Kummer verkamst und das ist sündhaft für ein Kind — deshalb hast du auch gewiß mir zur Strafe diesen entsetzltchen Tod erleiden müssen, um mich aus meinem.sündigen Leichtsinn anfzurütteln! Aber tch will büßen mein ganzes Leben lang den Leichtsinn meiner Jugend — ich gelobe hier an deinem Sarge, daß ich meine Liebe für ihn mit dir begraben lassen will — ich will ihn nie mehr sehen — mit ter Mütter will ich dies Hans des Unglücks verlassen, ehe uns der Schulze hinauswerfen läßt! Morgen, ja morgen 'chon !
Schluchzen erstickte die Worte des armen Kindes, dessen reines Herz ihm seine Liebe und sein Glück wie die schwärzeste Sünde im Hause des Unglücks erscheinen ließ. Sie wollte wirklich morgen mit ihrer Mutter in die nächste Stadt, wo eine alte Muhme, die ein Häuschen am Thure besaß, ihr schon längst ein Kämmerchen angebo- ten hatte. Ihre geschickten Hände, deren Fletß in letzter Zeit das einzige Einkommen dcö Hauteo herbeigeschafft, sollten durch Nähen die Mutter ernähren — an Franz wollte sie schreiben, heute Nacht, wenn sie wieder bei der Leiche wachte, daß er nicht kommen solle, und morgen nach dem Lelchcnschmause, auf den schon ihre Mutter Brod und Kuchen buck, dem halbverfallenen Kottcn für ewig Lebewohl sagen.
Da schreckte sie ans ihren tiefen, schmerzlichen Träumen ein rascher Schritt auf, der sich dem Hause näherte, sie hoffte und fürchtete zugleich, daß es Franz sein werde. Dann hörte sie ihrer Mutter Schritte in der Küche und gleich darauf vernahm sic einen immer heftiger werdenden Wortwechsel; aber sie unterschied nichts als die Stimme der Mutter und des tödtlich gefürchteten Schulze. Der war es.
Die Beidcn draußen näherten sich im heftigen Reden der Zimmer- thür, da ergriff Lisbeth eine unbeschreibliche Angst vor Franzens Vater, vielleicht dachte sie auch, daß ihre Licbc zum Sohue verrathen worden nnv fein Zorn jetzt ihr gelte. Sie wußte sich nicht anders zu retten als durch eine Flucht hinter die Vorhänge des Betts in der Ecke. Gerade als sie diese über sich zusammcnzoz, sprang die Thür auf und der Schulze trat ein Run hörte Lisbeth mit erstarrendem Herzen ihre Mutter sagen: Da, seht hin, hier liegt er und hat Euer Hemd an, Schulze, reißt cs ihm selbst ab, wenn Ihr vor Gott cs wagt — ich ziehc cs ihm nicht aus, ich nicht und auch Nicmand an» dcre, dafür stehe ich Euch! ....
Der Schulze entgegnete ihr fein Wort mehr, sondern ging wirklich
Freitag, 12. Mai.
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Parole der Oesterreich feindlichen Presse zu sein. Ein ecla- tantes Beispiel für dieses verabredete Auftreten geben das Mannheimer Journal vom 10. d. (welches heute Morgens hier eintraf) und die gestern Abend erschienene „Millclrhei- iiische Zeitung." Beide bringen als Originalartikel einen gleichlautenden Aufsatz über „P a n sl avi s mnS", welcher den genannten Blättern somit auS einer und derselben Quelle zngekommeii sein muß. Der einzige Unterschied ist, daß das Mannheimer Journal bereits die Nutzanwendung des Artikes bringt, welche sich die Mittelrh. Reining wahrscheinlich für ihren heutigen Leitartikel: „Der Panslavismus. II" aufgespart hat und ihren Lesern mitthrikeu n^rb, vorausgesetzt, daß wir durch unsere indiscreten Enthüllungen die krtz- tcrcn des ihnen zngedachten Genusse.-, wieder einmal in den Träumen von dem naben Untergang des Kaiserstaatcs behaglich zu schwelgen und dem mclancholis! en Taten des Nachtwächters am Kranz, der schon seit Jahren „die letzte Stunde des Hauses Habsburg" singt, andächtig zu lauschen, nicht gänzlich und für immer beraubt haben.
^eulsdilntih.
Wiesbaden 11. Mai. Die gestrige Assisscnverhand- lung betraf die Anklage gegen Carl Mehl von Kestcrk, wegen Verausaabuug eines falschen Preußischen Fünfthalcrschei neS. Carl Mebl, 28 Jahre ast, Maurer, der sich im vorigen Spätbjahre längere Zeit mit einem sehr verdächtigen Men- schen, Balthasar Polz von Weilburg, der erwiesenermaßen im Besitze einer größeren Anzahl falschen Papiergeldes war, zur Untersuchung wegen schleunigster Flucht aber nicht gezogen werden konnte, berumgetrieben hatte, ist beschuldigt: bei dem Kaufmann Kaut zu Camp am 26. Nov. v. I. einen falschen preußischen Fü»fthalerschein auszugcbcn versucht und mit diesem Versuche, da er wußie, daß der Schein falsch war, im Einverständniß mit dem Verfertiger ober dessen Begünstiger gehandelt zu haben. Der Angeklagte wurde von den Gc- schwornen des Versuches ber wissentlichen Verausgabung falschen Geldes (jedoch o ne Einverständniß mit dem Verfertiger oder dessen Begünstiger) für schuldig befunden unb von dem Asstssenhofe zu einer Gefângnißst-afe von vier Wochen vcrur- theilt. Die Kosten wurden niebergefebiagen.
).( Limburg 10. Mai. Die am vorigen Sonntage vor (nicht l») der Predigt mit anderen Verkündigungen publicirte Bermchrung der Gottcsdienstabhaltllngen im hiesigen Dom ist von der „Mittclrb. M " in einer Weise vor das Zeitungspublicum gebracht worden , welche zu Mißdeutungen führen uiuß. Wir begegnen denfèkveiOVllrch ifâWchcudr Mit-' theiluug des Sachverhaltes.
Bekanntlich ist ’baö Bisthnm Limburg nickt nassauischer Seits allein dotirt worden, joubern gemeinschaftlich mit Fraiik- furt. Dieses verpflichtete sich, jährlich eine Averjum von 5000 fl. zu entrichten, einen ber fünf Domherren, der zu Frankfurt als Pfarrer zu residiren habe, allein zu besolden und für jeden frankfuitiscken Seminaristen eine Verköstigungs- Entschädigung von 300 fl. zu bezahlen. Dagegen sollte bann Nassau das Bisthum mit allen feinen Erfordernissen fun- biren, insbesondere auch b ie Kosten des Cultus in der neu zu errichtenden Domkirche und in der bischöflichen Capelle tragen. Wenn man erwägt, daß ber jährliche Geldbedarf deS BiStbums nur auf 21,600 fl. veranschlagt war, und Frankfurt blos 6600 Katholiken , Nai- fait aber (zur Zeit des Vertragsabschlusses) beiläufig 140,000 zählte: so wird man leicht finden, daß unser Herzogtum in seltenem Grade glücklich — pactirte, ’inbcm cs ihm gelang, ein volles Viertel ber Kosten des BislhumS der freien Stadt Frankfurt zu Lasten zu bringen.
im verflocktcn Trotz unb Zorn festen Tritts auf den Sarg zu und die Leuchter mit dem Fuße zu Seite schiebend, hob er den einen Arm des Todten auf, um ihm das Hemd abzureißen. Sramntg sagte er: Du sollst nicht in meinem Hemd im Grabe liegen, dafür, daß du mich schon halb todt geärgert hast I
Lisbeth, Alles vergessend über das abscheuliche Beginnen an der Leiche ihres Vaters, eilte aus ihrem Versteck neben die Mutter, die mit gläsernen Augen dem leittzenschanderischen Beginnen deS Schulzcii zusah. Da öffnete sich die Tvür leise und Franz trat herein. Als er sah, was sein Vater vorhattc, wollte er auf i n zustürzeü, um ihn zu bindern, aber in demselben Augenblicke stieß rer Schufte einen so furchtbaren Schrei aus, daß Franz am Boren gebannt stehen blieb.
Der Schulze, der sich über die Leiche gebeugt halte, um den Acr- mèl des Heindes herabzurcißen , sank in die Knie und mnie immer» fort: Laß mich los ! Laß mich los ! Und als Fran; und Therese und ihre Tochter jetzt dinzucllten, saven sie zu ihrem Entsetzen, daß Orr Todic, ber uod> immer starr und bleich mit geschlossenen Augen im Bcttr lag, mit feiner kalten Hand den Vorderarm seines grausamen „Bauern" so fest umspannt hielt, daß biefer sich trotz Winden und Krümmen nicht von dem Griffe des todten Mannes zu befreien vermochte. Franz wollte, fein Grauen überwindend., beut jammernden Vater helfen — aber feine Bemüdungen fruchteten niLrS; wie eherne Klammern saßen die Finger des Torten um ben Arm des lebenden Feindes. Therese rief ; So straft Gott! Ich danke dir, großer Herr Gott, daß du dich der Armen annimmst!
DeS Schulzen Wuth überstieg jede Beschreibung. Auf den Knieen am Sarge seines Feindes sich windend tmo im Bestreben los zu fom» men, riß er io heftig, daß er zuweilen den Torten, ber an ihm hing wie eine feflgcMmuebete Kette, halb aus dem Sarge herausbob.
Hole ein Messer, Franz, keuchte er endlich, als alle seine Bestrebungen, sich zu befreien, nichts fruchteten, hole ein Messer unb schneide ihm die Hand ab!
Fran; fuhr zurück. Da fei Gott vor, Vater — aber ich will ben Pastor holen, vielleicht daß der durch sein Gebet Euch von des Torten Hand befreit.
Zähneknirschend ließ sich der Schulze wieder auf die Knie nieder und sagte: Aber spute dich, lange halte ich cs nicht aus! (Schluffs.)