Dis SlasiauNöc Mgrmehit Zrttm-K eâin!, wonn- üuSökNEmen, ltiqliâ Preis: i'urteljälmq für v.heSbaèen und den Tburn und Tar:S'l>1ien PoNbeUrk 2 ft, faust 2 fl. 24 fr.
Srileflttngen nehmen an in Wiesbaden die $tt>tbitton (Wilh. Feiedrich'scke Vllbhanrluna, Vanggaffe 9?r. 42) auSmanS alle Postanstalten. — Inserate: tue vierspalt, ge Pelitjeile oder deren Raum 3 tr.
Wiesbaden. 1834
---------—— .llin»!™WWI^^»!iaM^
Nr. 109
Mittwoch, 10. Mai.
Ueber Lette» erung der Nergwerke.
Da in dieser Sitzung unserer Landstände das schon (ân-' ßcre Zeit angekündigte neue Gesetz über Besteuerung der Bergwerke zum Verhandlung kommen soll, so wird eS nicht unangemessen sein, diesem wichtigen Gegenstände einige Aufmerksamkeit zu widmen.
Nach dem bisherigen Brauch, der in dem, bei uns allgemein gültigen Besteuerungsprincip begründet ist, wird von dem Reinertrag der Bergwerke der 80ste Theil pur simplum für die Lanbeèsteuercasse erhoben. Dann haben bie Bergwerke zu den Gemeindesteuern der Gemarkungen, in denen sie liegen, nach Maßgabe der benötigten Steuersimpel beizutragen und sind außerdem noch gehalten, zwei Freikuxe zu bauen, für welche der 65ste Theil der Ausbeute vom Staate e'ngr hoben wird.
Diese Besteuerung kann im Allgemeinen nicht als den Bergbau benachtheiligend angesehen werden und würde auch für den Staat eine hübsche Einnahme bilden, wenn es nicht zu schwierig wäre, den wahren Werth der gewonnenen Mineralien auf leichte Weise zu ermitteln. Da nämlich den Grubenbesitzern die freie Verfügung über ihren Haushalt gesetzlich zusteht, so ist es eben nicht zu verwundern, wenn die bezüglich der Verwerthung re. in vielen Rechnungen gemachten Au- gaben, nicht sehr zuverlässig sind. Es hat demnach diese Be- steuerungsart den doppelten Fehler, baß sie die Interessen des Staats und der Gemeinde nicht zureichend wahrt und zugleich auf die Gewerken und deren Bedienstete demoralistrend wirkt. Auch ist durch dieselbe der Staat noch weiter dadurch in Nachtheil, baß er gezwungen ist, die zahlreichen, aus der übergroßen Zersplitterung der Bergbauobjecte entspringenden Rech, nungen einer genaue* Revision und Abschließung zu unterstellen, wodurch die Kräfte den Bergbehörden in einem solchen Maaße in Anspruch genommen werden, daß die technische und polizeliche Beaufsichtigung der Bergwerke darunter leiden muß.
Die bisher priucipmäßig aufrecht erhaltene Verleihung von sehr kleinen Grubenfeldern, besonders für Eisenstein, Braunstein rc. in denen der Betrieb immer sehr kostspielig bleiben wird und die Anwendung vollkommenerer technischer Hülfsmittel nicht gestattet, trägt — neben der dadurch herbeigeführten großen Verwüstung des nutzbaren Bodens, wodurch der Bergbau aus seinem naturgemäßen guten Einvernehmen mit der Land- und Forstwirthschaft gerissen wird 2:. — nicht wenig dazu bei, baß die Bergwerke verhältnißmâßig nur geringen Ertrag abwerfen. Durch diese Kleinwirtyschaft, die man sonst überall als nicht mehr den allgemeinen Fortschritten der Gc- werAyätigkeil angemessen erachtet und zu beseitigen sucht, entstehen aber auch noch andere große Nachtheile für unseren Bergbau und unser Land, deren Erörterung jedoch bezüglich der Bestcucruug nicht wesentlich ist.
Die berührten Uebelstänbe sind mehr als hinreichend, die bisherige BesteuerungS-Methode als unzureichend und wenig zweckmäßig erkennen zu lassen; wenn man auch der Ansicht sein mag, daß der gewählte Zeitpunct — da dem neuen Bc» steuerungsgesetz erst ein anderes über die staatsrechtlichen Grundlagen des Bergbaues ec. , wodurch derselbe aus sicheren Rechtsboden gestellt würde, vorauSgehen mußte — nicht der richtige sei.
Der Entwurf zu dem neuen BesteuerungS - Gesetz für die Bergwerke ist zwar noch nicht zur Oeffentlichkeit gelangt, weß- halb sich denn auch noch nicht über dessen Qualitäten urtheilen läßt; da aber die Scheelsucht und der Kleingeist, welche sich bet uns überall «indrängen , gewiß nicht müßig gewesen sind, auf diesen Entwurf einzuwirken und denselben — wo mvßlicb gememschädliche Elemente unter dein Vergeben,
Das Todteuhemd.
Eine Bcgcbeiihcit, tie kürzlich in Westphalen erzählt wurde.
Das Hau» Pes reichen Schulzen Bernhard Moll In. t nicht weit . von einem schönen, großen, jetzt zur königlichen Domäne gehörenden I W°lde und wre von einem kleinen Walke ist es selbst umschlossen, denn so mächtig sind Die Gicbcnfiamme , Ne es nach westvdälisckcr r Sitte umstehen^, daß sie nur in nächster Nähe das rothe, rieftac Dam £ gewahren lassen. In dem Hanse herrscht nach alter Sitte dre Daus. ; fran in einem großen Kreise von Kucchien und Mâgden, welcbe^mal des Tags sich zu ihren Mahlzeiten um sie am der großen Diele' nie Küche und Tenne des Hauses zugleich ist, versammeln, grau Jenna I pflegt dabei jeden Tag zu bedauern, daß ihr der Himmel nicht anstatt , des „unnützen Burschen" zur Stutze eine flinke Tochter gegeben.
Der „unnütze Junge" wird aber auf das zärtlichste von. ihr geliebt verdient câ auch, denn er ist ein hübscher, gnthmütiger und flei- , der seiner Mutter herzlich zugethan ist, so sehr zn.ze- $u seiner Vertrauten in einer für ibn Höchst wichti- , „ gemacht hat. Der Schulze hatte nämlich 10 „Kot. h "eute, welche zu ihm in einer Art bäuerlichen Basal-
■ s â erhältniffcs standen. Der„Kötter" muß seinem „Bauern" uud Felb eine gewisse nur kleine Summe Geldes, aber i unt Arbeitsdienste leisten. Der Schulze war fei« I besonders zugeihan, aber einen , den Kötter Peter Niemand auf dip Welt, und gerade I unsäglichen Schrecken"""^ %; ^ ^" 3cmm '" ^em wunde"« war, hätte sie vielleicht über, war lsldich da» für einen westpdälischen Sebuhenfobn ebenso oberen Rürft^ Graf Plettenberg oder ein Merveldt teflantifthrn ^g i"u H"z an die Tochter eines bürgerlichen, pro- aber gar khnmni^ Beamten verlieren wollte. Nun »schlecht, sie die grauen sind ein schwaches Ge- Ngewesen, leatc a-h \ ^t" 3enna ö Zorn , der anfangs gewaltig j nur verbot sie Augen ihres Kindes gegenüber; ß daß sie M twisteri, seiner (fliehten zu verrathen, I »en daraus Wen '"''"" das Mädchen Hoffnun- nurrc' bie sich doch nun und nimmer erfüllen
die inländische Industrie zu heben und für spätere Generativ nen zu sorgen, einzuimpfen : so ist eS Pflicht der Presse, schon im Voraus darauf aufmerksam zu machen.
Es wäre zu wünschen, daß solche Befürchtungen, die sich fast aller Bergbautreibeliden bemächtigt haben, unbegründet wären und daß der Gesetzentwurf sich der in jeder Beziehung trefflichen BergvcrwaltungSordiiuug von 1826, die in großartigen , wahrhaft staatsmännischen , der innersten Natnr der Bergwerks-Industrie angepaßten Umrissen, den Weg vorge- zeichnct hatte, welcher hätte eingehalten werden sollen, würdig zur Seite stellte.
Man kann wohl mit einiger Sicherheit voraussetzen, daß nur wenige Grubenbesitzer gegen ein besseres und für den Staat einträglicheres Besteueriings - Gesetz sind ; 'besonders wenn sie der großen Last enthoben werden, welche mit der Rechuungsstellung verbunden ist — und wenn der Staat die Steuern und Freikuxgelder wenigstens theilweise dazu benutzt, der Bergwerk» - Industrie, mit dem , derselben nöthigen Anstalten : mit Bergschule, Knappschafts-Institut, mit tüchtigen, besser gestellten Technikern unter die Arme zu greifen. Die Art und Weise der Besteuerung, durch die der Bergbau möglicherweise mehr bedrückt würde, wie durch die Steuer selbst, und daß dem Bergbau keine zu großen Lasten aufgebürdet werden, kann den Grubenbesitzern dagegen viel weniger gleichgültig sein; da der Bergbau dadurch nicht allein bis zu einer gewissen Grenze unmöglich gemacht würde: sondern auch der Staat durch die reducirte Steuerkraft seiner Einwohner viel mehr verlieren würde, als er durch die Besteuerung der Bergwerke selbst zu gewinnen. Vie Aussicht hätte.
Man kann es nicht genug hervorbeben, wie wohlthätig unser Bergbau in seiner naturwüchsigen Kraft, trotz der ihm anklebenden Unvollkommenheiten auf die productive Existenz unserer armen Bevölkerung wirkt und wie er in einem großen Theile unseres Landes fast die einzige nachhaltig fließende Quelle des Erwerbs für dieselbe ist. Die Noth würde in diesen Landestheilen schon auf einen hohen Grad gestiegen sein und der Staat zu außerordentlichen Hülfsmaßregeln schreiten müssen, wenn nicht jährlich Millionen in der Gestalt von Arbeitslohn unter die große Zahl der .hülfsbcdürftigen sonst unbeschäftigten Arbeiter und kleinen Gewerbtreibenden rc. versteht würden.
Es erfordert daher sowohl bezüglich dieses Punktes, als auch auS anderen staatswirthfchafllichen Rücksichten die ernsteste, gewissenhafteste Eiwägung, ob das neue BesteuerungS Gesetz geeignet erscheint, den bestehenden Mängeln abzuyelfe», ohne die Entwicklung, des Brr^bs««.: ^u hemmen und die groß-en fiuchtbringendcu Capitalien zu vertreiben, die in unserem Bergbaue angelegt sind oder noch darin angelegt werden können. Es ist dabei gegen nichts mehr zu warnen, als für Inländer und sogenannte Ausländer verschiedenes Maaß der Besteuerung einzuführen, oder unter dem Vorgehen, für den Nachhalt sorgen zu wollen re. Beschränkungen im Betrieb und der Förderung der Bergwerke rintreten zu lassen. Wir würden dadurch nicht allein unserer Bergwerks-Industrie unheilbare Schläge versetzen, sondern auch die allgemeine Rechtssicherheit, die ohnehin durch den raschen Wechsel in unserer Gesetzgebung nichts gewonnen hat und wodurch das öffentliche Vertrauen zu unsern staatlichen Einrichtungen nicht befestigt wurde, verletzen, unter deren Voraussetzung die Capitalien im Bergbau bei uns angelegt worden sind. Besser, viel besser wäre eS dann, den alten Besteuerungs-Moduö behübebalten, biS eine Veränderung desselben zugleich mit anderen Garantien für den Bergbau, die ihm nöthiger thun, als ein Besteuerungs-Gesetz, ins Leben treten können.
WW»«SZ2«MS.ML»M:
könnten. Und Franz sagte: Freilich nicht. Und tie Mutter sagte: Der Vater schlüge die Lisbeth eher todt, als sie inS Haus als Tochter neb» men. ... Ja, ja! seufzte Franz. Als Lisbeth's Vater unsern wegen des Eichenkamps, den dieser früher bewohnte, ve.klagte, verbot er mir auf das strengste, je Lisbeth in ihrem „Kotten ' aufzusuchen,. so wie er ihr auch unser Haus verbot. Wir trafen uns aber täglich in der Försterwohnung.
Der Mutier wurde jetzt Bieles klar von Franzens Ausgängen in's FörstcrhauS , seinen Vorlcsungcu der Zeitung behn „Pastor" und der- gleichen. Sie legte den großen, reingescheuerten Rahmlöffel, womit sie schon lange in die Milchkaniincr gehen wollte, nieder, nahm auf der Bank an" dem offenen Heerdfcuer Platz und sprach, die Augen traurig auf den Sohn gerichtet;
■ Da ist's wohl meine Pflicht, dir Alles zu sagen und dir zu erklären , woher die Feindschaft keines Vaters mit Artmann stammt, damit du siehst, daß Dir gar kerne Hoffnung bleibt. Du weißt vielleicht schon, daß, als dem Großvater und Lisbeth's Großvater noch lebten, Peter Artmann Knecht hier auf dem Hofe war. Dein Vater, obschon mit ihm von gleichem Alter, ließ sich mehr nicht mit ihm ein, als es durchaus nothwendig war, denn du weißt, er liebt geringe Leute nicht, und kein Großvater hat mir oft gesagt, daß er von klein Kind auf stolz und verschlossen gewesen ist und oft so barsch mit den Axbeitsleuten gesprochen hat, daß selbst er ihn deßhalb ordentlich vornahm. Gegen Artmann aber, der Pferdeknecht war, und Pferde waren von jeher deines Baters Vergnügen, war er ganz besonders grob weil ihm der nichts nach seinem Willen machte und sich wohl einbil- dete, es besser zu verstehen, wie man das Vieh behandeln muß, über« dem auch von je ein Trotzkopf und curioler Mensch gewesen ist. Aber wahr bleibt es, daß auch die übrigen Knechte und Mächte im Hause nicht gern mit deinem Vater zu thun hatten unv sich oft über ihn bei dem Alten beklagten
Gerade so wie beute , schaltete Franz ein, wo Alle mit dir oder mir verhandeln wollen, dem Vater aber Jeder auS dem Wege geht. Aber was hatte er kenn mit Lisbeth's Vater damals?
Der war, wie ich dir sagte, fuhr die Mutter fort, Pferdeknecht und zwar ein tüchtiger, fleißiger Knech, wie mir dein Großvater selbst gesagt hat. Du hast ja den alten Mann noch gekannt, den einzigen Menschen auf Erden, vor dem deinem Vater bange war, denn wenn der Alte bös wurde, zitterten Menschen und Vieh, ringsum! Einen Tag hatte er nun keinem Vater erlaubt, auf die Messe in der Stadt
Deutschland.
* Wiesbaden, 10. Mai. Gegenstand der gestrigen ersten Assisenverbandlung war die Anklage gegen CaSpar Delia ii von Schlangenbad wegen Raubs und BeltelnS. Johann Caspar Delian, 31 Jahre alt, Taglöhner , war beschuldigt, am 26. Januar l. J. den Fuhrmann Christian H i l g e von Langenseifen auf der über Wambach nach Schlangenbad führenden Chaussee mit einem Prügel bewaffnet, angehalten , ihm in drohender Weise Brod oder Geld abverlangt und gegen denselben körperliche Gewalt dadurch verübt zu haben, daß er denselben am HalStuche gerissen und auf den Boden zu werfen gesucht habe. Die weitere Anklage ist auf mehrmaliges Betteln gerichtet. Der Angeklagte, schon mehrfach bestraft, ist anfangs Januar l. J. aus dem Corrections- Hause, wo er wegen Landstreicherei rc. sechs Monate lang in» haftirt war, entlassen worden. Der Angeklagte wurde von den Geschwornen für schuldig befunden und von dem Asstsen- Hofe zu einer Zuchthausstrafe von 6 Jahren unter Niederschlagung der Kosten verurtheilt.
Die zweite Verhandlung- betraf die Anklage gegen Lorenz Kullmann von Harheim wegen Diebstahl. Der Angeklagte wurde von den Geschworren für schuldig befunden und von dem Assisenhofe zu einer CorrectionShausstrafe von drei Mo- naten unter Niei erschlagung der Untersuchungskosten verurtheilt.
Vom Rhein, 5. Mai. Im „Rbtingauer Bürgerfreund * findet sich unter vorstehendem Datum folgender Artikel: „WaS ich Ihnen so eben berichte, wird vielleicht von vielen Ihrer Lesern ungern gelesen. Wie Sie richtig neulich berichteten, sind zwei Nonnen in Hallgarten angekommen und halten sich seit einiger Zeit daselbst aus, einzig und allein damit beschäftigt, die dortigen Kranken zu verpflegen. Um daS Elend, das hier herrschte, sich vorstellen zu können, muß man es eigentlich selb e gesehen haben; denn es geht über alle Beschreibung hinaus. Durch die unermüdliche, ja wahrhaft erstaunliche Sorgfalt hat sich das aber prächtig geändert. Die Kranken haben ihre Pflege auf die nobelste Weise; Arzneien, Speisen, Wäsche Stubeiireiiilichkeiti, kurz alles, was zur Wiederherstellung der Gesundheit unter so schlimmen Umständen, wie hier, nothwendig ist, mit einer in der That nicht genug zu rühmenden Genauigkeit, Ordnung, Unverdrossenheit und einer Unterordnung unter die ärztlichen Vorschriften, die nicht besser sein könnte. DaS nennen wir die wahre Frömmigkeit, die man an den Früchten erkennt. Was werden nun Diejenigen hierzu sagen, die so hart gegen die Klöster aburtheilen?" —
Mainh 9: Mai. Dr. Müller-Melchiors, welcher vor einigen Wochen von seiner Reise nach Neuyork zurückkehrte, ist gestern neuerdings verhaftet worden, man hört bis jetzt noch nichts über die Veranlassung.
Die in Allem, was die Demokratie betrifft, wohlunterrichtete „Mittclrh. Ztg.", bringt hierüber einen ausführlichen Bericht. Nach derselben wurde Dr. Müller-MelchiorS am 8. Nachmittags 12% auf öffentlicher Straße von dem Polizei- commissair Künstler und einem Polizeisergeanten in Verhaft genommen. Auf die Erklärung Müller-Melchiors, daß er nicht verhaftet werden könne ohne Erlaubniß der im Augenblicke tagenden zweiten Kammer der Landstände, erklärte der Polizei- coinmissair, daß er auf Grund eines Vorführungsbefehls des Untersuchungsrichters Dr. Schmitt die Verhaftung vornehme. Nachdem Müller-Melchiors sich von der Existenz dieses aus „Betheiligung an einem hochverrätherischen Unternehmen" ba- strten Verfahrungsbefehles überzeugt und erklärt hatte, nun der Gewalt zu weichen, wurde er von dem besagten Beamten auf's Untersuchungsamt geführt und dort bis um 4 Uhr fest gehalten. Jetzt erst erschien bet großh. Untersuchungsrichte*
■mmrnaw^mwmrMiiiiiM^MMMMMM,■«
zu reiten und zwar auf dem besten Gaul im Stalle, denn sein einziger Sohn sollte alle die andern Schulzen- und Bauernsöhne beschämen. Dein Vater unterhielt sich aber etwas zu gut auf der Messe in der Stadt und es war schon dämmerig, als er dort aus dem Thore ritt, obgleich er seinem Vater hatte versprechen müssen, zum Nachtessen wieder zu Hause zu fein. Er war auch zum Nachessen wieder da, aber er und der Schimmel wußten auch, wie das zugegangen war, und Peter Artmann merkte cs auch, als er den Gaul in den Stall führte und den Schweiß, mit dem er bedeckt war, abrieb ; aber er sagte nichts, als ihn der alte Schulze frug, ob das Pferd versorgt und ob eS munter fei. Doch am nächsten Morgen, als der Alte gerade mit seiner Frau den Kaffe trank und dein Vater dabei stand, um von ihm zu hören, was den Tag im Felde geschehen konnte, kam Peter herein und sagte ohne Scheu, der Schimmel liege im Verenden, er habe die ganze Nacht bei dem Thiere gewacht, aber er habe ihm nicht mehr helfen können, denn dein Vater habe cs zu sehr zu Schanden gejagt; er habe eS gleich gedacht, als ibm am Abend vorher dein Vater den Zügel zugeworfen, denn so zugerichtet sei das Thier gewesen, daß'er es kaum mehr erkannt. .... Der Alte stürmte in den Stall, deinem Vater schrie er zu, er solle nur mitgehen. Als er nun wirklich sein schönstes und bestes Pferd röchelnd in den letzten Zügen fand, wandte er sich um und gab, in Peter Artmann's Beisein, deinem Vater einen furchtbaren Schlag in's Gesicht. Obgleich dieß dein Vater von feinem Alten stillschweigend hinnabm, so hat er sich doch damr gerächt, denn seit dem Augenblicke verfolgte er den Pferdeknecht mit feinem bittersten Haß. Der alte Kötter starb, Peter Artmann übernahm das „HeuerhauS" und den „Kotten" und glaubte wohl, alS erst mehrere Jahre später dein Großvater starb, dein Vater H be feine Meldung damals und die dadurch heivorgerufcne Strafe vergessen. Aber dèm war nicht so. DaS Erste, was dein Vater that, als er den Hof hier übernahm, war, daß er Peter Artmann den Kamp nahm und ihm dafür den entfernter» , sch'cchter» „Eisch" zuwies. Daß Artmann ihn nun verklagt und als er den Proceß verlor, appellirt hat, rechnet ibm kein Vater bitter an uno sein Haß gegen den Kötter ist wo möglich noch gestiegen. Peter Artmann hingegen bat auch Unrecht, feine Klagen fruchten nichts, als daß sie allen Wohlstand aus seinem Hause bringen. Er, der früher vier Kühe hielt, hat jetzt nicht eine mehr, Alles hat er verkaufen müssen, um die Kosten zu bezahlen und Weib und Kind müssen darben, damit er seiner Rache genugthun kann — und diese Rache besteht doch nur darin, daß er deinen Vate