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Aâmsche Allgemeine Zeitung.
SriitHmiflfn nr6mrn an in WlkSbadcn die strpediNon (IMti.g’rietrich'idir ®ud>6nnb(unfl, sauggaffe Nr 42, auSwarls alle Pvstanüalltn. — gnfemte: tut nirr,#) spall gc iitut}fi(r orte Deren Raum 3 kr.
Wiesbaden. 1854.
Nr. 108.
Dienstag, 9. Mai.
Kwistchk Rachrichic«.
Seine Hoheit der Hel zog haben dem Hvfmarscksll Grafen v. Uexküll - Gy ldenband die Erlanbuiß, daS ihm von Seiner Majestät dem A mige von Württemberg vcr- liehene Comthurkrenz de« Ordens der Württembergischen Krone anzunehmen und zu tragen gnädigst ertheilt.
"Seine Hoheit der Herzog haben den Herzoglichen Braunschweigischen Legationsrath Dr. Liebe zu Hochstihrem Geschäftsträger am Königlich Preußischen Hofe zu ernennen geruht.
Höchstditselbe» haben den Eduard Holzhauer zu Moskau zum Consnl daselbst gnädigst ernannt.
Seine Hoheit der Herzog haben den KreisamtS Secretär König von Limburg als Secretär an das Justiz- amt zu Langciischwalbach und den Justizamtssecretär A p V e! von Laugenschwalbach als Seereiär an das Kreisamt zu Lich- bürg zu versetze» geruht.
Seine Hoheit der Herzog haben dm Lell-zager Köpp zum Oberjäger, die Forsteandidaten Speck von Hadamar und Krückeberg zur Platte zu Folstaccessiste», ersteren bei der Oberförsterei Hadamar und letzteren bei der Oberförstern Platte, und den Forsteandidaten V. Schott aus Bläsiberg zum Accesststen bei der Ministerialabthellung d.s Innern zn ernennen geruht.
H öch stdi e sc lb e n haben den Eandidaten der Heilkunde Dr. Heinrich Vogler von Ems zum zweiten Medicinalaeces- siste» "für den Bezirk Nassau mit dein Wohnsitze in Ems gnädigst ernannt.
Der von des Herrn Fürsten von II um und Taxis Durchlaucht erfolgten Präsentatio^ des Pvstverwalterö Anton Elz zu Limburg zum Posthal'cr daselbst ist die landesherrliche Lc- statigung ertheilt worden.
Friedrich Weukeubach von Dillenburg und Johann Höchst von Obertiefenbach sind in Folge der im Monat März L I staitgefundencil theoretischen (ersten) Concursprüfung in die Zahl der geprüften Eandidateid der Bergbau- und Hüttenkunde und Gustav Heberlein von Braubach nach erstandener Plüfnng als Caudidat der Markscheidckunst ausgenommen worden.
Der Caudidat Eyring von Wiesbaden ist zum Pfarr- vicar in Bierstadt ernannt worden.
Die durch das Ableben des Pfarrers Molly zu Massen beim zur Erledigung gekommene Echulinspectivu ist dem Pfarrer Ebcrz zu Nordenstadt übertragen worden.
r H e r m a u n zu Mosbach Biebrich und Ulrich zu Limburg sind in gleicher Eigenschaft, ersterer nach Usingen, letzterer nach DkWäbaür, Lehrer Becker an der Realschule zu Usingen an diejenige zu MoSbach-Biebrich und Lehrer Wolf an der Realschule zu Montabaur an diejenige zu Limburg versetzt worden.
In den Vorgängen au; 3. Mai.
* Wiesbaden, 8. Mai. Da der Abg. Heydenreich sich als den Verfasser und Einsender des in Nr. 102 d. Bl. erschienenen Kainmerberlchtes selbst genannt, so können wir nunmehr den über die Haussuchung auf unserem Reduc- tionSburcau in der „Miitelrh. Zeitung" erschienenen, anscheinend officielleu Artikel, der nöthigen Beleuchtung uiiterzirheu. In demselben wird hervorgehvben, daß wegen der schnellen Veröffentlichung der Regierungserklärung die Vermuthung nahe lag, cs sei die Redaction durch unerlaubte Handlung eines Dritten in Besitz des Aktenstückes gelangt. Darauf be
^*^*^1^3^^?^ ^Wc«l^^tâLM»'!L,i7LW»i!r^^'-L.^,r'.-»»-^^v^'e-._' ~y-g .•?■»■ ^--. ^i-yy^»T;~ t;-'.-? -r'tB'^ ^VL^^t^LLII^^d^^^^^^tt^tt^^ILIV^SrL^^L.^Lâr^Md-^^^LL.^V ^:^^ADL2tFNM37^tLSr^èLL^t<«^^> - ^"^^»^^ ^ Wtl
Erinnerungen aus der guten alten Zeit.
(3di(u6 )
Während die Schreiber in der Amtsüubc sich mit at'.rtci Witwn und lautem E plaurer für das lange SchrvEgen emsaiäriaten, würd.» aut der Staktschreiberstafel erst noch Ertral.-ckerbisseu aasaetraaein Äreb c, Braten, süße Speisen und Nachtisch ter streng ringe- halten.cn HgySordnung und ter Flaschen in «btzeigender Linie durste aber gewiß Nicuiand im Hause Mangel leiten. In der «ladtschrei- berei war vollauf das ganze Jahr, die Frau Sladtsrhrribrri» feste ihres Herzens Stol;, nicht wie eine Dame heutzutage, in einen off neu Schreibtisch mit eleganten Albums, welche die Herzen der Besucher mit geheimen Schreck erfüllen , weil sie dieselben mit einem Mwuu- ßenen poetischen, orer theuer ersäuften künstterischen Beitrag her iebern müssen, auch nicht in eine Etagère mit zierlichen Kleinigkeiten wohl aber in eine wohlgesülltc Speisekammer, deren Anblick jedwedes Herr erfreuen mußte. Da hingen Schinken, Speckseiten, Würste und ge- rauchcrtcs 'Skis* jeder Größe und Gestalt; umher stauten Schma'r- ?a'‘'a «o» kolossaleu Dimensionen, Buttciballen und Eier in ungezählt er dtciige, alles in geeigneten Gefäßen. Daber ist in den alten Hän- i n noch solche Rücksicht auf den Umfang ter Küche und Speisekam- mer genommen, während in unsern Tagen eine Küche von drei Schrit- . und ein Spk'sckasten genügen müssen für eine Wohnung, tue Salons-, Speise-, Musik- und Besuchzimmcr in Menge zählt.
» ^Bbtncn Tagen wurren wohl auch die Schranken des ®:an« >.csunteuchlcdö etwas bei Seite geschoben. Ans Bällen zum Beispiel der Sehrerber auf einen Walzer, écotpife oder Me- einer -.echter des Hauses Anspruch machen. Solche Atten- erwartet, nur mußte auch in der gebührenden Ord- eugagirt merten, also das- eines der litellosen Subjecte sich
B ®07 dem Herrn Amtssubstituten sich zu melden.
t dauslichen Feste war aber die alljährliche Metzel- erbobr? ^bâchaltcn wurde. Um den Genuß des Festes zu theil \ a^ ba<? stunze Personal der Schreiber thätigen An- welcke Arbeit nehmen, mit Speckschneiren u. kgl., und ^"Wesenheit und Mithülse der Töchter auch den wurde, mit denen bei dieser Gelegenheit lauft war fqI ^'N Zerrn Beutemnüller u. s. M. ein Spaß er« ’ ^rr Jucipient durfte sich noch mehr beim Geschäft bc»
merken wir, daß gerade in jenen Kreisen , von welchen die vielbesprochene Maßregel gegen, uns ansging, die Vermuthung, die Redaction sei auf erlaubte Weise in Besitz ds Ac teiistückcS gelaugt weit näher liegen mußte, daß dieses sogar die einzige natürliche Erklärung und jede andere eine ge suchte war, da man dort wußte, baß das fragliche Aktenstück vierundzwanzig Stunden zuvor der Ständeversammlung übergeben wurde und cs notorisch ist, daß die KüMmerberichte in der „Nass. A. Z." wie jene der „Mittelst). Z " seit der erfolgten Beichräuknug der OeffWilia feit der ^Verhandlungen von Abgeordneten erstattet werde». Wir glauben, daß man sogar die Abgeordneten genau kennt, welche sich der Mühe der Berichterstattung unterziehe'.. Es frägt sich also, ob man gehofft, sich diesmal zu täuschen, oder ob das uns zur Last gelegte Verbrechen darin besteht, daß wir nicht zu 'erkennen vermochte», wie die Veröffentlichung eines der Oeffcntlichkeit übergstwnen ActenstückeS unlicbsa u vermerkt werden oder gar den Anlaß zu einer criminelle» Procedur geben tonnte. Daß unS die Weisung zukam, den Druck des Actenstückes vorzu- bemtm , im Falle dasselbe in der an dem demselben Vormittages abgelMtenen Kammerfitzung werde verlesen werden, haben wir bereits erklärt.
Auffallender als die deniokratische MittelrheiniWe Zeitung trstt die gcsinnmigsverwandte Köln. Zlg. auf. In derselbe« erklärt ein CorreSpondenc aus. dem Nassauischen unterm 4. Mai: Die Mittheilung des Docnmeiites sonnte nur durch die JudiScretion eines Gönners der Nass. Ä. Z. unter den Beamten der Regierung selbst geschehen fein. Aus diesem Grunde wurde der Redacteur sogar mit-Verhaftung bedroht, wenn er den Namen des Verfassers oder Einsenders nicht nenne. Und weiter: Man scheint um deswillen mit solcher Energie in die sem „an sich unwichtigeren" Falle eh zuschresten, weil das Mc- nistcrinur fürchten mag, aus dem eigenen Lager auch bei a n bereu Gelegenheiten die Gegner bedient zu sehen. Es ist demnach eine strenge Untersuchung zu gewärtigen.
ES ist nnuöthia, über diese üuwürd ge JnsiMatiön, durch welche der. Einsender den auffallenden Vorgang vergebens zu beschönigen sucht, auch nur ein Wort zu verlieren. Der erwähnte Corresponbenk geht noch weiter. In einem zweiten Artikel vom 5. d. wagt er sogar die VerleumdNi'g, der Abg. Heydenreich habe sich „als Sündeubock" gemeldet und für den Essender der Regieriingoerklärsing ansgegeben. Bei dem allseitig bekannten und bewährten ehrenbasten Cha- racter des erwähnten Ahgeord> eien hieße es denselben beleidigen, wollten wir irgend etwas zu fein« Verlne^oigung an- .jäbwu Wer âh. .der Verftkfsfc sicher öenwu- virtini sei, et hat der Regierung einen schlechten Dienst erwiesen , und wir wünschen, es möge ihr gelingen, sich vor solchen „Freunden" zu schützen.
Wiesbaden, 6. Mai. (Sitzung der .zweiten Kammer.) Ueber die vom Abg. Rau dorgeleseiie Erklärung des Abg. Heydenreich entspann sich folgende Debatte:
Reichmann: Es ist nicht daS erstemal, daß in die Verhandlungen der Stand.veriammluug Gegel-stände gezogen werden, die deren Wirkungskreife ganz fremd sind. Dieß geschieht auch jetzt wieder durch die von dem Abg. Rau vor- gklescne Eiklärung deS Hrn. Abg. Heydenreich. Es soll hierdurch der Inhalt eines Zeitungsartikels zum Gegenstände der Kammerverbandlungen gemacht werden. Es wird Beschwerde geführt über das Verfahren der hiesigen Pol zeibe börde gegen den Redacteur der Nass. Momenten Zeitung. Wenn aber Grund zu einer solchen Beschwerde vorläge, so wäre dieselbe doch nicht bei der Ständeversammlung, sondern bei der der hiesigen Polizeibehörde vorgcsetzteii Oberbehörde
Zeitigen , indem er das Schüsselchen zum Blut unterhielt und dem Metzger durchgängig üilftrtdte Hand leistete. Dafür aber wurde schon den Tag über Kesselfleisch in reichlichen Portionen verweilt und Abends die MeyèHnpse mit größter Heiterkeit verspeist, bei welcher Gelegen», bcit auch die feierliche Würde des Herrn Principes in gemüthlichem Humor unierging; Ganz war freilich der Standeeunterfchled nichr gevobru ; die Würste des untern Personals zeigten mehr und mehr eine AiniW an Speck die bloß durch reichliches Gewürz ergänzt war, die Flaschen dagegen mit Ausnahme ter des gebicteaden Herrn, waren von gleichem Inhalt und nicht gemessen or er gezählt, so daß sämmtliche Gesellschaft höchst befriedigt ras Mahl verließ.
' Nicht minder festlich wurde cer Herbst (die Weinlese) in dem Weinberg teS Herrn Sladtsg-reiberS abgehalten, der mit einem äußerst geschmackvollen Garicnbans geziert war. Außer dein Hausprrsoyal und den zahlreichen Gästen nahm sämmtliche Honoratiorenschait des Städtchens an ter Festivität Antheil. Die Schreiber versahen sich je nach Maßgabe ihrer buaren Mittel mit Pulver und Feuerwerk, tte Herrn ©WH tuten brachten sogar Raketen und Feuerraver auf den Platz, welch letztere jedoch jedesmal verunglückten, trotz dem, daß der Stadttnecht (der Amtsoieuer des Stadtschreibers) und der Jncrpicnt mit Stöcken cazu gestellt wurden, um tte widerspenstigen zu treiben. - Nach einer äußerst reichlichen BewuHung, bei welcher die Trau- ben, die köstlichsten Gabe» des Herbstes, nur Nebensache waren, kam der Abend, an dem sich die zunehmende Heiterkeit durch Schießen und Feuerwerk Luft machte, bis ein glorreicher Rückzug mit Fackeln eifolgte. SD ft durfte cer Jubel sogar noch mit einem Tanz im großen Zimmer der Stadtschreiberci rcschlossen werden, wo ein etwas helleres Elavier flaut, auf dem Jungfer Mine mit großem Applaus eine Eeofsaile mit zweierlei Walzer"spielte, bis sie leibst vom galanten Substituten engagirt wurde, welcher nach ter Maulllommel res Herrn Maier, wozu Hc-.r Nüßler den Tact trat, einen Hopswalzer mühselig mit ihr vollendete.
Noch gloireicher entfaltete sich daü Personal ter Stadtschreibeiei während der Schlittenfahrten, tte dort vom ersten befahrenen Schnee an arrangirt wurden. Der Herr Stadtschreiber mit seiner Frau Liebsten fuhr mit stattlichem Gespann in einem grün und rot» bemalten Schlitten voraus. Sämmtliche Schreiber theilten sich in tie Ehre, t:e Tochter, Nichten und Bäschen der Familie führen zu dürfen, welche sich freilich meist auf „Reibern" behelfen mußten; nur ter Amtssubsti- tut führte Jungfer Caroline im Triumph in dem glücklich erbeuteten
anzubringen gewesen. Zudem enthält die vorgelesene Erklärung weder einen Antrag, noch eine Interpellation an die Regierung, kann mithin auch keinen Anlaß zu weiteren Verhandlungen geben.
Nan: Die von mir vorgetragene Erklärung des Hrn. Abg. Heydenreich betrifft einen die Ständeversammlung sehr nabe berührenden Gegenstand. Es handelt sich nämlich über das Verfahren der Polizei gegen die Veröffentlichung eines der Ständeversammlung in öffentlicher Sitzung übergebenen Acteiistnckes. Ich stimme darin mit dem Herrn Abgeordneten von Wiesbaden überein, daß gegen das Veriahren der Polizei bei der vorgesetzten Administraliv- bebörbe Beschwerde hätte geführt werden können; der Herr Abgeordnete Heydenreich war aber auch berechtigt, diesen Gegenstand bei der Ständcyersammlnng zur Sprache zu dringen. Letzteren Weg hat er nun vorgczogen. Sollte es woh! für die Ständeversammlung uninteressant sein, über eine so wichtige, sie betübreude Angelegenheit, welche allgemeines Ans ehen erregt, von einem ihrer Mitglieder wahren Aufschliiß zu erhalten? Man darf nicht zu geneigt sein, die Rechte der Kammermitglieder btcbrâtiEen zu wollen.
Präsidium. Ich habe bm Abg. Rau in dem Vorlesen der Erklärung des Abg. Heydenreich nicht unterbrochen; weil ich in dieser Eiklärung eine Protestatio» eines Abgeordneten zur Wahrung des allen Kammermirglicdern zustehcnde« Rechtes zur Veiöfseutlichiing der übergebenen Actenstücke gefunden habe.
Reichmann. Ich bin ebensowenig wie der Abg. Rau geneigt, ritt'.' Beschränkung des Rechtes der Kammermitglieder zuzulasseii. Ich habe fraglichen Artikel in der „Raff. A. Z." auch ganz durchgelcseu, in den dort erzählten Vorgängen aber nichts gefunben, was die Rechte bei Kammermitglieder beeinträchtigen könnte, wohl aber daraus die Ueberzeugung geichöpft, daß durch die so schnelle Veröffentlichung fraglichen Actcnstückâ ein Verdacht gegen andere Personen als Kammcrmit- glieder wegen eines verübten Verbrechens und zwar schweren Verbrechens begründet erscheine. Ich wiederhole aber, die vorge- leseue Erklärung enthält weder einen Antrag, noch eine Interpellation, und die darin vorkommenden allgemeinen Ausdrücke über Reckte der Ksmmermitgliedek können keine Veranlassung IN untreren Verhandlungen geben.
Vogler: Diese Verhandlungen bestätigen daS, was ich schon früher mehrmals beschwerend darüber vorgebracht habe, daß in der Nass Allg. Zeitung ganze • Kammer - Protocolle, noch ehe und bevor sie hier vorgelesen und genehmigt worden sind, uerirffenriubt wurden.
R a u. Auf die Bcmcrkuugen des Herrn Abgeordneten für Nassau will ick nur erwiedern, daß überall, wo es Land- stände gibt, die Kammerverhandlungen möglichst schnell durch die Zeitungen veröffentlicht werven. Wollte man erst das Vorlesen und die Genehmigung der Protokolle abwarten, so müßten auch die Zeitungseorrcspondenten aus den Localen der Ständeversammlnngen entfernt werden. Wer nur etwas mit der Publicistik bekannt ist, wird also aus einer frühzeitigen VeröffentlickUiig ber Kammerverbaudlungeu keinen Vorwurf gegen irgend eine Zeitung erheben wollcii.
Dem Herrn Abgeordneten für Wiesbaden habe ich Folgendes zu erwiedern. In fraglicher Angelegenheit handelt es sich um zwei Hauptpuucte, nämlich: 1.) Ist der ausgesprochene Verdackr, daß, an einem dec Ständeversammlung gehörigen Actenstücke ein Diebstahl begangen wurden, wirklich begründet ? 2.) hat ein Kammermilglied daS Recht, ein in öf- sentlicker Sitzung übergebenes Actenstück zu publiciren?
Die von einem Abgeordneten mithgetheilte Erklärung welche über beide Puncte Licht verbreitet, ist dem Wirkuiigs^,
Schlitten tes Müllers, der tie Gestalt einer Tulipane hatte und vorne mit einer Äeer rau geschmückt war. Der klingelnde Zug, in dessen Nachtrab aus Mangel eines RöÜengeschirrs auch Kuhglocken ertönten, fuhr sodann auf einen benachbarten Hof, wo die Zeit mit Tanz mit Spiel bis tief in tie Nacht hinein verjubelt wurde und bei der fröhlichen HcimfaSlt im Dunkel der Nacht manch schüchterner bis dahin versiegelter Schreibermnub sich öffnete und sogar wagte, die Einziehung deS Schlittenrechis zu versuchen.
Wie schön aber ist vollends die letzte und glänzendste Festlichkeit in ter Stadtschreiberci ausgefallen, als der galante Substitut, ter durch dtc' Verwendung rcS Stadtschreibers eine Ertraprobatorstellc erhalten, sich entschloß, uns tie Hand der gereiften Jungfer Mine zu werben, somit auch tie stillen Wünsche des Amtssubstitutèn laut werden durften, ter mit ter Hand feiner Caroline die Aussicht auf Amts- nachfolge erhielt und als nun d esc erfreuliche Dovpclverlobung gefeiert wurde! Die nähere Beschreibung des Festmahls bei dieser Veranlassung.ist .n unsern Zeiten fast unmöglich geworren, wo für ei re bürgerliche Küche das Kochbuch einer Frau Stadtschreibcrin zu ten Chimären gehört. — Gut aber war eS, daß die Jungfer Töchter noch in ten Glanzzeiten des Hauses versorgt wurden, denn die Hin» terlaffcnschast zeigte sich, wie häufig ter Fall war, viel geringer, als tie Welt vermuthet hatte, ta selbst ein fürstliches Einkommen zur Bestreitung dcs enormen Aufwandes nicht immer biiircichcn wollte.
Nun ist all diese Herrlichkeit fast spurlos untergegangen, vergebens suchen wir in groß und keinen Städten nach einem so gastlichen Hause, wie einst tie Stab;Treiberei war, nach einem ähnlichen Verhältniß twisten Principal und Untergebenen, das neben aller steifen Förmlichkeit doch wieder etwas Patriarchalisches hatte. Der ni- vellircnde Geist ter Zeit duldet seine so erhabenen Häupter mehr, und obschon daS Institut der Stadischreibcreicii noch keiner grauen Vergangenheit gebär; , so klingt cS doch schon wie uralte Tradition im Munrc des Volkes: „er hat einen Hochmuth wie ein Statztschreiber."
Das „Doctor"-Unwesen in den Vereinigten Staaten.
Skizze von Fr. @crstä der.
(Schluß.)
Die Aerzte in Little-Rack in Arkansas — damals zum „fernen Westen" gehörig — bildeten überdies in den Jahren 1837 bis 1840