sonen weissagen den AuSbruch eines Sturms schon vor Ver. lauf von wenigen Tagen. Deßhalb ist auch der Donauüber- aang der österreichischen Truppen, wenn auch jetzt noch nicht erfolgt, ein Ereigniß, das bald zu den Thatsachen zählen wird. Auch die Grenzregimenter marschiren bereits. Die Hauptquartiere der dre großen Abtheilungen sind, und zwar jenes des scrbisch'banaiischen Corps unter Feldmarschall'Lieulenant Graf Coronini in Temeswar, das des 9. Corps in Scmlin und jenes der eroatisch-dalmatischen Armee in Agram. Das große Hauptquartier der gesammten dritten Armee aber steht in Ofen und erwartet die Befehle des Erzherzogs Albrechts über seine nächste Bestimmung.
Se. kais. Hch. der Erzherzog Albrecht ist am 1. Mai auf dem KriegSdampfer „Albrecht" zur südöstlichen Armee ab- acreist.
Wien, 4. Mai. An der Börse wurde von sonst Wohlunterrichteten mitgetheilt, daß das österreichische Anlehen durch Czörnig abgeschlossen worden sei.
Frankreich
Paris, 5. Mai. Heute ist im Moniteur das erwartete Decret über die Wiederherstellung einer Kaisergarde erschienen. Dieselbe wird aus zwei Brigaden Infanterie und einer solchen aus Cavallerie, Gensd'armerie, Artillerie und Genie zusammengesetzten bestehen.
Dänemark
Kopenhagen, 2. Mai. „Dagbladet" enthält außer der Nachricht von der (bereits telegraphisch gemeldeten) Ueber; tragung des Portefeuilles des Innern an den Geheimenrath Till isch, noch die Mittheilung, daß der Justizminister S dnei zurücktritt, der Premierminister Oerstedt das Justüministe- rium übernimmt und dieser nunmehr Premierminister wie auch Cultus- und Justizminister für das Königreich Dänemark wäre und der Etatsrath Dahlström, bisher Chef des ersten Departements unter dem Justizministerium, zum Diretor in demselben ernannt sei.
Großbritannien.
London, 2. Mai. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses beantragte Lord Palmerston eine Maßregel zur Verbesserung der Miliz-Acte. Wenn man erwäge, welch ein großer (!) Theil der britischen Armee ins Ausland gegangen sei, und daß noch größere Truppensendungen ihm beinahe aus dem Fuße folgen würden, so leuchte die Nothwendigkeit ein, die Miliz zum heimischen Dienste heranzuziehen. Auf mehrere Anfragen von verschiedenen Seilen erklärt Lord Palmerston, er habe den Inhalt dieser Bill nur auf das dringendste Bedürfniß des Augenblickes beschränken wollen, weil ihm daran liege, daß sie so rasch als möglich Gesetz werde; doch sei er mit der Abfassung einer andern Bill zur Consolidirung des Milizsystem überhaupt beschäftigt. An die Mobllisirung der irischen Miliz denke man in diesem Jahre nicht, theils aus ökonomischen G.ünden, und theils, wellman sie vor der Hand entbehren könne. — Es ist darüber hin- und hergestritten worden , was eine Flotte im Angriffe auf eine Festung, oder im Kampfe mit Strandbatterien auszurichten vermöge. Der Earl von Hardwicke, einer der Lords der Admiralität, äußerte sich darüber bei einem Bankett, welches die Londoner königliche Akademie ihr Künste am vorigen Sonnabend veranstaltet hatte, ungefähr folgender Maßen: „Zuvörderst erinnere ich daran, daß Schiffe dazu bestimmt sind, den Kampf mit Schiffen, nicht aber mit steinernen Mauern aufzunehmen, und bitte das Publicum, die doppelte Gefahr zu bedenken, welcher wir uns aussetzen würden in jedem Kampfe, den unsere Flotte anders, als gleichfalls gegen eine Flotte unternähme. Wenn wir einen solchen Kampf vermeiden: so haben wir nichts für unsere Oberherrschaft zur See zu befürchten. Auch glaube ich nicht, daß wir anders handeln werden; denn sonst würden wir wohl eine starke Reserve im Lande zurückbehalten haben. Wenn aber unsere Schiffe gegen Mauern kämpfen wollen, so müssen wir uns auf unglückliche Nachrichten gefaßt machen. Für die entgegengesetzte Ansicht pflegt man freilich« große Beispiele anzusühren: Kopenhagen und Algier. Dieselben sind jedoch nicht stichhaltig. In dem einen wie in dem andern Falle hängt der
(blaue Pillen, Quecksilber) bei sich führen.
m^ ^ke, schoren außerdem der reine Calomel und Opium- tropfen. Andere legen sich auf Omtments oder Salben, denen irgend ^"!r^^b"baUge Krait zugeiprochen wird, um ihren hohen Preis zu entschuldigen (denn die Steintopfchcn sind schwer in der Welt herum» arrtÄ ®tauberfslli bei Allen das schwere Geschütz solcher
Derartige Sachen zu vertreiben, bedienen sie sich oft d-r sinnreich. Zen und raffinirtesten Mittel, und der Farmer im Lande hundert Mal getauscht, fallt immer wieder in eine neue, ungeahnte Falle Ein rmzes Beispiel dafür mag genügen.
Zwei echte Iankce-Pedlaes hatte eine Partie Salbe liegen die sie loswerden konnten; diese an den Mann zu bringen und auch noch einen ansehnlichen Preis dafür zu bekommen, beredeten Ke einen förmlichen Plan, dem sie ihrer Reiseroute anpaßten. Einer von ihnen te voran als „Gentleman": mit nichts als seiner Satteltasche aus er hielt an jeder Farm, sprach mit allen Leuten, erkun- sich nach den verschiedenen Preisen der Producte und des Vieh- daß er bald zu verstehen gab, daß er ein Viehhändler, bald, er Getrewehändler sei, und — nachdem er allen, mit denen auch wob ' ^ Handschuh, die Hand geschüttelt und ihre Hände er den lang vertraulich in der seinen gehalten, nimmt sleaen — m er bel Seite und fragt ihn, ob er nicht ein Mittel kein Mlle-r ew°, fatale Sache, aber keine Apotheke in der Nähe — heiß über den " ^ (^ l a g hätte. Dem Farmer läuft c« siedendhat solch ckelbaf e^'? bcn Ausschlag" - der freche Barsche Hand aefrhiifLf ^""lhelt und ihm wohl fünf Minuten lang die Fremde " sich das überlegt, wird er böse, aber der genem Bluke davon!" ^tX llnb rcitct mit traurigem, niedergeschla- Sarnen ^ m™i"^ kommt der andere Peklar. Die ganze gebürstet- in der Äsl "^ hat sich gewaschen und gebadet und ien T ist auch fcho^ »ach dem nächsten Städl- tige Sache,i i» °" ~ Schwefelblüjhe oder sonst oerar» schuliert^scincn Mack mieh?^1 letzt an Kaufen! Der Krämer Ihr einmal^ 2 AT„ • J ‘ft bereit, aufzubrechen. - „Wenn k'nem jungen Burschen "der bört", sagt er noch zu seine Hände betratet bat K L^“"^ bic 9an'c Z"t über de« Ausschlag " ' "’$ ^e ein unfehlbares Mittel gegen
eutscheidungsvolle Sieg oder die Niederlage an einem Haare. Wären die Kanonen von Algier in anderen Händen gewesen, als in denen der Algerier, so glaube ich, es wären wenige Schiffe zurückgekehrt. Durch Unterbandlungen wurde jene An- gelegcnbcit zu einem guten Ende geführt. Allein bei Algier eben so wohl wie bei Kopenhagen hätten wir sehr leicht unsere Flotte verlieren können. Ich wünsche, daß das Publi- cum sich diese Lehre in Bezug auf das schwarze Meer und auf die Ostsee zu Nutzen machen möge. Allein ich glaube, es ist kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß wir uns diesmal solchen Gefahren aussetzen werden. Der gegenwärtige Feldzug wird also wahrscheinlich ohne eine ernstliche Schlacht vorübergehen, die russische Flotte müßte sich denn aus ihren Häfen herauswagen. Ich hege alles Vertrauen zu der Einsicht unserer Befehlshaber, dem Eifer und dem Muthe unserer Offiziere und der Tapferkeit unserer Matrosen. Große Operationen, wie die, auf welche ich angespielt habe, werden wahrscheinlich nicht ohne Befehl der Regierung unternommen werden und die Flottenbefehlshaber, welchen die Sicherheit )hrcr Schiffe und Schiffsmannschaften sowie die Unabhängigkeit dieses glücklichen Landes anvertraut ist, werden es hoffentlich vermeiden, sich in einen Kampf einzulassen, in welchem sie dem Feinde gegenüber im Nachtheile sind." — Traurige Nachrichten für blutgierige Zeitungsleser! Der Czar aber wird darüber lächeln. — Cardinal Wiseman ist nach einer mehrmonatlichen Abwesenheit von Rom nach London zurückgekehrt.
Italien.
Turin, 28. April. Sir R. Peel, der sich bekanntlich am Bord des in Grund gefahrenen „Eicolano" während der Katastrophe befand, ist gestern von Genua kommend hier ein- getroffen. Im Momente des Zusammenstoßes befand er sich in seinem Wagen auf dem Verdecke und sprang, als er die Erschütterung verspürte, in die See , wo er sich als guter Schwimmer leicht zu retten vermochte.
Ein Bericht des „Parlaments" aus Genua schreibt die Schuld an dem Untergang des „Ercolano" dem Steuermann der „Sicilia" zu, der vielleicht der Schifffahrtsbränche noch nicht genügend kundig gewesen, da es die erste Fahrt der „Sicilia" war. Thatsache sei es, daß vom „Ercolano" mehr als Ein Zeichen gegeben wurde, um die Sicilia" zu bedeuten, daß sie sich rechts zu halten habe; allein sei es, daß diese Zeichen nicht verstanden oder nicht gesehen oder nicht beachtet wurden, die „Sicilia" habe ihren Weg unbekümmert fortgesetzt und den „Ercolano" gerade in dem Augenblick in die Mitte getroffen, als dieser dem Zusammenstoß durch eine Wendung zu entgehen suchte Der Capitän und der zweite Commandant der „Sicilia" sollen in Haft sein. An Bord des untergegangenen Schiffes befanden sich, wie es heißt, auch 170,000 Lire in Gold.
Rom, 25. April. Die Sendung des Grafen v. Leiningen, schreibt- malt ter^X VH., ist vollständig gescheitert, noch ehe man zu irgend welchen Verhandlungen geschritten. Die badische Regierung scheint den edlen Grafen lediglich in der Absicht hierher gesandt zu haben, um den guten Leuten Sand in die Augen zu streuen. Man wird denn doch sagen können (wie das „Franks. Journ." bereits gesagt hat): Wir haben Alles versucht, mit Rom ist nicht zu unterhandeln. Graf Leiningen ist, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, nicht einmal hierher gesandt worden, um zu unterhandeln, sondern um die Stimmung der hiesigen maßgebenden Kreise zu erforschen. Der heil. Stuhl hat indessen seine Ansicht längst kund gegeben, noch vor dieser nach dem Beispiele Piemonts erfolgten Sendung. Wie ans den verschiedenen Erklärungen des heil. Vaters zu ersehen, sind die Grundlagen der Ausgleichung des Conflictes in den vom hochwürdigsten Erzbischöfe im Einvernehmen mit den übrigen Bischöfen der oberrheinischen Kirchenprovinz gestellten und im Klrchenrechte durchaus begründeten Principien gegeben. Man erwartet allerdings, daß von einer anderen Seite die Handlungen der weltlichen Regierungen der besagten Kir- chenproviuz günstiger beurtheilt werden würden. Seien Sie
„Gegen den Ausschlag!" wie ein Lauffeuer schießt das Wort durch die Farm; der Pevlar hat den Hof schon Verlagen und die Kinder kommen hinter ihm drein gestürzt. Der Farmer kauft ihm seine esalbe ab, und der Mann braucht nur zu sagen, was er dafür haben will. Natürlich hilft sie auch, denn die Leute bleiben gesund — weil dem Ersten eben auch nichts fehlte.
Im Westen von Amerika, und größtentheils aus wirklich gebore. neu Amerikanern bestehend, eristirt auch eine Quantität von „Dampf- Doctoren" (steam doctors), die als ein besonderes Heilmittel echt indianische Dampsbäder veiorbnen, von heißen Steinen hergestelll, auf denen Waffervämpfe erzeugt werden, während der Patient indessen in einem niederen, von dicht ‘ umgehäugten wollenen Decken hcrgestelltcn Zelte sitzt.
Die Medicinen, die sie dabei geben, sind mehr harmloser Art, da sie meines Wissens sogar nur selten Solomet annjenben. Einfach sind dieselben jedenfalls und der Bequemlichkeit wegen numerirt von Nr. 1 bis 6 Cobelia, eine Giftpflanze, die dort wild wächst und welche der Indianer auch besonders als Surrogat von Tabak gebraucht, bildet einen Hauptbestandtheil — eben so spanischer Pfeffer. Gegen Fieber verordnen die Methodisten unter ihnen, die sonst keine Spirituosen trinken dürfen, sehr gern auch dogwood seine Art wilder Eornclins- kirschcn mit jedoch ungenießbaren Beeren) und wilde Kirschcnrinve, von dem sie — als Medicin natürlich — auch meist alle eine Kruke irgendwo im Hause (bei uns lag sie unter dem Bette) „weggestaut" haben. sForts. folgt.)
Zur Tagesgeschichte.
** Die „Presse" bringt folgende auffallende Nachricht aus Wien: „Seit der wunderbaren Entdeckung Dagucrre's wurden auf dem Gebiete der Daguerreotppic und Photographie mit jedem Jahre mannigfache Fortschritte gemacht. Unter diesen Verbesserungen scheinen und die nach einem ganz neuen Verfahren von dem hiesigen Photographen Hrn. Bernhard Friedmann im Müllcr'schcn Gebäude in der Avlergasse erzeugten Portraits, welche er Tachptypien nennt, und die in der nächsten Zukunft noch einer großen Vervollkommnung fähig sein dürften, eine besondere Aufmerksamkeit des PublicumS zu verdienen. Die bei dieser Methode erreichten Vortheile sind wesentlich. Bisher konnten nämlich Daguerreotppen nur auf Metallplatten dargestellt werden, welche
indessen versichert, daß der heil. Stuhl auf besondere Verhandlungen niemals eingehen wird.
In der Sixtinischen Capelle wurde diesen Morgen, wie Se. Heiligkeit der Papst es angeordnet hatte, ein solennes Todtenamt für das Seelenheil der Königin Maria II. von Portugal celebrirt. Laut der Ankündigung der Feier wollte Se. Heiligkeit der Papst selber diesen Act vollziehen: er ward jedoch durch eine Unpäßlichkeit daran verbiudert. (Se. Heiligkeit der Papst ist von derselben bereits wieder hergesteUt. Der plötzlich erfolgte Umschlag der Temperatur in empfindlich kaltes Regenwetter flößte den Aerzten , wie man der A. A. Z. vom 26. meldet, zwar einige Besorgniß über den krankhaften Zustand Sr. Heiligkeit des Papstes ein, zumal da sich auch Brustbeklemmungen einstellten, und man zweimal hatte zur Ader lassen muffen. Doch entschied sich bereits am zweiten, Tage nach eingetretener Krisis das Befinden Sr. Heiligkeit für das erste Stadium der Genesung.) In der hiesigen portugiesischen Nationalkirche Sant Antonino fand bis heute wie cs sonst Sitte ist, noch kein Requiem für die dahingeicbie- dene Landesfürstin statt. — Prof. Balzer ist von hier nach Neapel abgereist, da die Verhandlungen über Anton Günthers Philosophie bereits soweit vorgeschritten sind, daß sie dcrCoii- gregation zu eigner Berathung vorliegen.
Kudioni».
Riga, 29. April. Gestern wurden vom Lootser-Tburm 3 englische Kreuzer gesehen; dennoch sind 3 Kauffartheischjffe eingekommen. — Zwei englische Kriegsschiffe haben sich Duna- münde (vor Riga) genähert, wurden aber von den russischen Batterieen beschossen und zogen sich zurück. In Reval waren nach dem Aufbrechen des Eises 218 Kauffahrteischiffe eingelaufen.
Petersburg, 28. April. Mittelst Allerhöchsten Tagesbefehls im Militär-Ressort, d. d, 11. April, werden befördert: Se. Großh. Hoheit der Generalmajor Herzog Georg von M e ck e n bürg - Stre li tz zum Generallieuteuant mit Belassung bei der Artillerie und seiner bisherigen Würden und Functionen.
Die „Preuß. Corr." erhält über das Bombardement von Odessa Mittheilungen , denen sie folgende Elnzclnhcitcn entnimmt : Am 20. April Nachmittags erschien an der dortigen Rhede eine Flotte, bestehend aus 10 englischen und 9 französischen Linienschiffen, darunter 6 Dreidecker und 9 Dampfer. Am folgenden Tage wurde von denselben ein Boot unter Parlamentärflagge an das Land geschickt, um, wie es heißt, die Auslieferung aller dort befindlichen russischen Kauffahrteischiffe und Geschütze zu fordern. Am 22. früh um halb 7 Uhr eröffneten 9 Dampfschiffe eine heftige Kanonade auf den Pratikhafen, in welchem die russischen quarantäuesreien Schiffe sich befanden. Eine aus der Spitze dieses Hafens befindliche Batterie von 8 Kanonen erwiderte dieses Feuer, wurde aber nach 7- oder 8stündigem Kampf und nach der Explosion ihres Pulvervorrathes demontirt. Die Zahl der angreirenben Schiffe hatte sich mittlerweile beträchtlich vermehrt. Der Pratikhafen gerieth in Brand und die darin befindlichen Schiffe wurden theils, um ihre Wegnahme zu verhindern, von den russischen Truppen ang. bohrt, theils wurden sie ein Raub der Flammen. In der an dem Pratikhafen gelegenen Vorstadt veranlaßten die feindlichen Bomben mehrere Feuersbrünste; auch in die Stadt selbst sind viele Kugeln gefallen, ohne jedoch großen Schaden anzurichten. Der Quarantänchafen, in welchem drei fremde Schiffe, unter ihnen auch zwei preußische, liegen, blieb unversehrt. Am Abend des 22. um 6 Uhr wurde das Feuer von beiden Seiten eingestellt. Im Laufe des TageS wurden bedeutende Verstärkungen an Geschütz und Truppen aus der Nachbarschaft herbeigezogen. Man schätzt die Besatzung der Stadt auf etwa 30,000 bis 35 000 Mann. Am 23. Mittags, bis wohin die der „Preuß. Corr." zugegangenen Berichte reichen, dauerte die Waffenruhe fort; doch lag das englisch-französische Geschwader unbeweglich auf der Rhede.
Die Strandbatterie am Ende des Practika-Hafens wurde nach der Ostd. Post mit großer Tapferkeit vertheidigt; sie wurde bis 7 Uhr Abends, also durch volle 12 Stunden, von
sowohl durch die schwierige Manipulation der Vorbereitung, als durch ihre geringe Haltbarkeit, so wie durch die unangeneome Spiegelung, wobei der Beschauende den günstigen Stankp nct erst mit besam aufsuchen mußte, vieles zu wünschen übrig ließen. Durch daS System des Hru. Friedmann aber werden jetzt Dagnerrcotypen auf jedem glat- ten Materiale und in jeder beliebigen Größe ermöglicht. Sie find un» vertilgbar, können jeden Augenblick vollßändig geputzt werden, und die im Nu bewerkstelligte Zeichnung gewährt den überraschend momentanen Ansdruck der unter den Focus gebrachten Persönlichkeit. Ein anderer Vorzug dieser Bilder besteht darin, daß sie nicht wie bisher verkehrt, sondern stets in der naturgetreuen Stellung des porlraitirten Kopkes erscheinen. Durch die ungemein schnelle, nur drei bis acht Secuu. den währende SitzungSzeit empfiehlt sich diese Methode besonders für nervenschwache Personen oder Kinder denen es schwer fällt, länger still zu halten. Hr. Friedmann,^dessen photograpvikche Portraits sich wegen ihrer geschmackvollen Auffassung und lebendigen Ausfübrung bereits des allgemeinsten Beifalls erfreuen, gedenkt seine neuen Tachptopien, für tereu Patentirung in Oesterreich , Frankreich und dem Zollvereine er vor Kurzem die geeigneten Schritte einleitete, auf der nächstens zu München Platz greifenden Erposition bcuscher National-Industrie ausstellen."
** Zu St. Petersburg weiß man in wenigen Stunden Alles, waS zu Paris un» Loudon vorgeht. Bekanntlich besteht schon längst der klecirische Telegraph zwischen Petersburg und Waischati. Obgleich die telegraphische Linie von Warschau bis zur preußischen ©renjc noch nicht vollendet, ist der russische Telegraph schon in Verbindung mit dem deutschen Telegraphen - Netze, indem der polnische Telegraph in der Nähe von Myslowitz mit dem schlesischen Telegraphen in Verbindung gebracht ist. Der russische Telegraph darf keine Privat Nachrichten fördern, und so iss man in vollkommenem Dunkel über alle Vorgänge in Rußland, während die ruff. Regierung gleich von Allem in Kenntniß gesetzt ist was vorgeht.
In denjenigen Theilen des nördlichen Frankreichs, wo Weinbau betrieben wird, haben die letzten Fröste alle Hoffnungen zerstört, aus dem Süden, und namentlich aus Burgund aber wird gemeldet, daß der Frost dort keinen Schaden angerich.et habe, und der Wein die schönsten AnSnchten biete.
** Auf seinem Landsitze Mount bei Sheffield ist am 30. April der englische Dichter James Montgomery, 82 Jahre alt, gestorben.