Einzelbild herunterladen
 

bei qarantirttn Gleichberechtigung, wenn diese Kirchenbebörde als eine StaatSanstalt betrachtet wird. Fürwabr die Folgen von der Annahme des §. 7 würden ^ noch viel nachtheiliger sein alS die-Belästigung der Steuercasse mit einigen tausend Gulden für das evangelische Consistorium. Aus den ange­führten Gründen stimmt ich gegen di^en Paragraphen und bitte Sie meine Herrn. demselben ihre Zustimmung nicht zu ertheilen. (Forts, folgt.)

Vcirtschland. *

* Wiesbaden, 25, April. Das neueste Verordnungs­blatt Nr. 7 vom 22. d. enthält eine Bekanntmachung über die Verhältnisse und Abgaben der Handelsreisenden und der die Messen und Märkte beziehenden Handeltreibenden, mit Rücksicht auf den zwischen Oesterreich und Preußen untet dem 19. Februar 1853 abgeschlossenen Handels und Zollvertrag, eint Verordnung durch welche, -wie früher das Schlachten, nun auch daS Verkaufen von noch nicht vierzehn Tage alten Kälbern verboten wird, ferner die Bekanntmachung, daß dem Patrick Mc. Anaspie zu Liverpool ein Patent auf die Dar­stellung neuer Gemente zum Häuser- und Wasserbau, sowie auf eine neue Construction von Kalkbrennöfen und dem Uhr­macher C. Flügel in Königstein ein Patent auf ein verbessertes Echappement zu Pendeluhren ertheilt worden.

X Limburg, 24. April. Bei der heute dahier statt- gehabten Wahl eines Abgeordneten zur ersten Kammer fiel die Mehrheit der Stimmen der anwesenden Wähler auf Hrn. WalzwerkSbesitzer Gourdö von Dillenburg.

Bei der am 22. L Mts. zu Rennerod stattgehabten Wahl der Höchstbesteuerten Gutsbesitzer des dortigen Bezirkes ist Kaufmann Hoffmann von Rennerod zum Abgeordneten der ersten Kammer gewählt worden.

bb Bad Gms, 22. April. Unsere Kur hat dieses Jahr ungewöhnlich früh begonnen; daS schöne Wetter lockte schon seit einiger Zeit Fremde au« entfernten Gegenden hierher. Unter andern finden wir Polen, mehrere Nüssen, den berühm­ten Professor Welcker anS Bonn u. v. a. Unser schöne- Tbal ist aber auch jetzt mit deS Frühlings schönster Pracht geschmückt, und in unseren friedlichen Fluren und idyllischen Wäldern hört man nichts vom Kriegsg/tümmel. In stiller Zurückgezogenheit spenden unsere Najaden vor wie nach ihre köstlichen Gaben den leidenden Menschen, die jetzt wie früher in aller Ruhe ihre Kur gebrauchen können. Em- war von jeher während stürmischer, unruhiger und kriegerischer Zeiten ein Asyl, das nie durch den Lärm von Waffen gestört, wurde.

Aus Baden 19. April. Die Nachricht, daß Kauf­mann Krebs auf erhobenen RecurS eine Paßkarte erhalten habe, ist unwahr. Die Kreisregierung hat die stadtamtliche Verweigerung fürgerechtfertigt" erkannt und den Recurs deS Krebs unter Verfällung desselben in die Kosten verworfen. ES scheint also die Verwandtschaft zum Herrn Erzbischof poli­tisch verdächtig zu machen.

Hamburg, 20. April. (W. Z.) Dtr frühere kurhessi­sche Oberst v. Loßberg, welcher einst, wegen seiner Be­theiligung am badischen Ausstande, hier in Hamburg verhaftet und an Kurbessen auSgeliefert, jedoch zweimal von den dorti­gen Assisen fieigesprochen wurde, befindet M seit vorgestern wieder hier. Loßberg, der in seiner Vaterstadt Fulda hätte bleiben können, zog es vor (obgleich ein Mann von 53 Jah­ren und verheirathet) nebst seiner Frau nach America auS- zuwandern. Er schifft sich in den nächsten Tagen nach Newyork ein.

Berlin, 23. April. Wie man hört, ist den hier refidi- renden Gesandten der kleineren deutschen Staaten vorläufige Mittheilung von dem Abschlusse deS Vertrages zwischen Oe- sterrcich und Preußen gemacht worden, und haben dieselben darüber an ihre Regierungen berichtet. Nachdem die Ranfi- cation des Vertrages erfolgt s in zvird, soll derselbe in seinem ganzen Umfange bei den deutschen Regierungen zur Mitthei luug gelangen und diese zum Anschluß 'an denselben aufge­fordert werden. Wie man vernimmt, so soll sich bei den deutschen Staaten große Sympathie für die vertragsmäßige Vereinigung Preußens und Oesterreichs kund geben.

ein König über alle Könige auf Erden, ein großer König über ganz Arabien und Movrenlanv, ein geborner triumptzirendcr König in Je­rusalem, ein Helv und Besitzer des GraveS reo gekreuzigten Christus, entbieten Dir, Kaiser in Deutschland und König in Polen. und al. len Deinen Landesdelden, wie auch dem Papste'zu Rom, den Cardi. nälen und Bischöfen und Deinem ganzen Anhänge hiermit kräftig, daß wir gesonnen sind, Dich mit 13 Königen, 1 Mill. u. 300,000 Mann stark zu Roß und zu Fuß zu überziehen und mit unerhörter Tyrannei und-kischcr Kriegsmacht, die Du und die Deinen noch nie gesehen haben. Vor Allem wollen wir Dich in Deiner Hauptstadt Wien hcim- suchen und Dich, sowie den König von Polen und alle Deine Ver­bündeten mit bewaffneter Hand und Kriegsrüstung durch Brennen, Sengen, Rauben , Morden und gänzliches Verderben von Land und Leuten verfolgen, Dich und Pic Deinen mit dem schrecklichsten Tove, den wir erdenken können, umbringen, bombten und erwürgen taffen und zwar, weil Du selber unter den Christen eine schlechte und grau- same Regierung führest; darum will ich Dir, der Du in einem ge- nngtn Lande Deinen Sitz hast, Dein Kaiserlhum und Königreich ent» reiben, mit Feuer und Schwert Dich bezwingen , auch den Stuhl zu ütom mit seiner dreifachen Krone und Deinen Scepter unterdrücken, Nitdenchlagen und vernichten. Solches haben wir Dir, Kaiser in taeutich and und Dir, König in Polen und Deinem ganzen Anhänge hierdurch bekannt machen wollen, werden diese Worte auch bald zu Thaten umschaffèn und Dir dieses Alles wiederfahren lassen, wonach

>u sichten hast. Gegeben in unserer gewaltigen Stadt Stambul , welche enthält: 1659 Gassen, 90 Hoopitäler, 1000 öffent- We Jabfhben 997 Wasserbrunnen, 120 Märkte. 115 oerorrnete r ^r der Maulesel , 480 Wirthshäuser für Fremde, große und kleine Schulen, 1600 Mühlen, 4122 Moscheen und proste und gewaltige Stadt hat einen Umfang vön 4 beutfeben Meilen nnd auf bnx9iingmauer 360 große Thürme. Die- ^be ist von unseren Eltern den Christen abgenomnien, unv deren «Leiber und Kinder sind vor ihren Augen strangulirt und niederge- hauen worden. Wir wollen sie auch Dir und allen Christen zum Hohne und Spott bis zu unterem Ende behalten. Gegeben daselbst nach uu» lerer Geburt im 25ßen und 7ten Jahre unserer Regierung.

- ,. .. Molo Mahomet.

1 hieraus jedenfalls, daß die Großsprecherei keine Erfin- ^?<^/'euesten Zeit, und daß da« moderneJournal de Constan- tmvple" feiner Ahnen würdig ist.

Dem N. C. schreibt man aus Berlin vom 20. ds. : ' Heute zwischen zwei und drei Uhr ist der Allianzvertrag mit Oesterreich unterzeichnet worden. Es war im Laufe dieser Woche ein Auf und Ab der Nachrichten, daß es rathsam er« : scheinen mußte, mit der Meldung bis zum Abschluß zu war­ten. Am Sonntage nach der Audienz des General- v. Heß beim Könige sollte die Unterzeichnung wieder zweifelhaft ge- ; worden sein. Die Behauptung, daß eine Weigerung erfolgt j wäre, bestätigte sich indessen nicht. Inzwischen kündigte von Heß an, daß er sich zu der Hochzeit des Kaisers nach Wien begeben müßte. Man sagte, auch er wollte kein Ultimatum stellen, und die Angelegenheit blieb in der Schwebe. Noch gestern sollen die letzten Schwierigkeiten zu beseitigen gewesen sein. Heute früh erhielt endlich v. Heß auf eine telegraphi­sche Anfrage in Wien bin eine Antwort aus demselben Wege, welche ihn zur Unterzeichnung ermächtigte. Dieß schien min­destens aus einer Aeßerung hervorzugehen, die in einer Un­terredung mit einem höher» Offizier, welcher sich heute früh bei ihm verabschiedete, gefallen ist. Heute Nachmittag um die bezeichnete Stunde ist der Vertrag darauf unterzeichnet wor­den. Es bietet sich zuerst die Frage dar, was von dem ur­sprünglichen österreichischen Entwurf übrig geblieben ist und wer nackgegeben hat. Eine Nachricht, die aus officiösem La­ger zu stammen schien, gab an, Oesterreich habe im Wesent- licken seine Anträge durchgesetzt. ES stimmt Dieß mit der gestern laut gewordenen Vermuthung überein, daß die mehr oder minder deutliche Aufforderung Englands und Frankreichs an Preußen, seine Politik klarer hinzustellen, den Abschluß be­schleunigen dürfte. Nichtsdestoweniger kann ich diesen Punct nicht verbürgen. In militärischen Kreisen soll man Oester­reichs Politik noch immer als eine westliche ansehen. Um auf den heutigen Act der Unterzeichnung zurückzukommen, so sollte dieselbe bei dem österreichischen Gesandten v. Thun erfolgen, wahrscheinlich weil dieser, dessen Gegenwart sich von selbst er­gab, durch Unwohlsein verhindert war, sich auf daS Ministe­rium des Auswärtigen zu begeben.

Ueber den Inhalt deS gestern unterzeichneten österreichisch- preußischen Schutz- und Trutzbündnisfes berichtet derN. C." Nachstehendes uiittheilen. Durchdrungen von der Verpflich­tung, welche den deutschen Mächten die Vergeblichkeit aller bisherigen Vermittlungsversuche auf Grund der Unterzeichnung des neuen Wiener Protocolls auferlegt, haben Oesterreich und Preußen für die Dauer des Krieges zwischen Rußland und den Westmächten eine Convention geschlossen, welche, wie die der Westmächte, auf der gemeinschaftlichen Basis der Wiener ProtocoUe beruht und sich von jener nur nach den besonderen Interessen unterscheidet, welche durch den völkerrechtlichen Bruch Rußlands bezüglih der Westmächte einer- und Deutschlands andererseits verletzt sind. Dem entsprechend bestimmt daS Schutz- und Trutzbündniß: 1) Oesterreich und Preußen ga« rantiren sich die Aufrechihaltung ihres deutschen und außer­deutschen Besitzstandes gegen jeden Angriff; 2) sie verpflichten sich zu gegenseitiger Unterstützung, und zwar zu nötigenfalls agrejsiver, sobald der eine oder 6er andere deutsche Interessen gefährdet glaubt und der andere diese Anschauung theilt. Be­stimmte Fälle sind vorgesehen, wo Jiefe Unterstützung erfolgen muß. 3) Die deutschen Bundesgenossen werben aufgefordert, dem Vertrag beizutreten und die Paciszenlen gemäß der Bun­desacte zu unterstützen.

DiePr. C." sprach gestern die Erwartung auS, daß sämmtliche deutsche Bundesstaaten diesem den gemeinsamen Interessen gewidmeten Vertrage sich anschliegen und den im Artikel 47 der Wiener Sckluß-Arte vorhergcschenen Verpflich­tungen im vollsten Umfange Nachkommen werben. Da der Art. 47 der Schluß-Acte in der nächsten Zeit öfter genannt werden dürfte, so theilen wir denselben, wie den damit in Zusammenhang stehenden Art. 46 ihrem Wortlaute nach mit: Art. 4G. Beginnt ein Bundesstaat, der zugleich außerhalb deS Bundesgebiets Besitzungen hat, in seiner Eigenschaft als europäische Macht einen Krieg, so bleibt ein solcher, die Ver- Hällnrsse und Verpflichtungen de« Bunde- nicht berührender Krieg dem Bunde ganz fremd. Art. 47. In den Fällen, wo ein solcher Bundesstaat in seinen außer dem Bunde be-

I* Seit Einführung der Tabako-Regie in Franireich (1 Juli 1811) hat der Staatsschatz 595,000,000 Kilogramm Tabak verkauft und einen Reingewinn von 2,334,000,000 Francs.erzielt. Seit 1815 hat sich der Tabackveibrauch und der daraus erzielte Gewinn beinahe ver­dreifacht.

Im ersten Quartal 1854 hat die Gekammt-Einnahme von den L t. österreichischen »Staa-s-Eifcnbahnkn 3 810,858 gl. betragen. Die Jahreseinnahme dürfte sich sonach auf beiläufig 16 Millionen Gulden belaufen.

Ein reicher Kaufmann, NamenS Wolford, der RegentS-Park in London bewohnte, wo er die vorige Woche ^eflorben ist, hat ein Tc- Rament hinterlassen , daS fein enormes Vermögen dem Prinzen von Wales. Übermacht.

* Ida P feiffer, die bekannte Reifende, befand sich Ende Januar in Lima. Sie will von da dir Anden übersteigen und auf dem Amazonenstusse nach Cuzco gehen.

Literatur.

* In England erregen jetzt die Gedichte eine« einfachen Ar« beiterS, der Gerald Masscy heißt, große« Aufsehen. Er ist ein Auto- dldakt, der mitten in der Sorge um daS liebe Brod ec verti nte einmal 8 Pence in der Woche die Leiden seiner Mitmcmchen »nv ihre hShern menschlichen Ansprüche besingt. Er ist durch einzelne Ge­dichte imLeaver", inEliza CookS Journal" besannt geworden u«b bat unlängst eine Sammlung feiner Lieder unter dem Titel:Die Ballade vom Kinde Christabel und andere lyrische Gedichte" herauS- gegcben. Die Erwartungen, welche der dreiunvzwanzigjährige Dichter daduich erregt, sind sehr bedeutend.

** Der ehemalige Generalkonsul Frankreichs in Hannover, Herr Mollien, hat über die rothe Farbe, welche dem rothen und einem Theile des chinesischen Meere« eigen ist, eine Abhanclung publicirt, in der er nachweist, daß diese Färbung von einem Faserngewach», einer Art Mcergras, herrührt. Quintus Curtins behauptete bekannt- lich, das rothe Meer habe seinen Namen von einem Könige ErpihroS, während neuere Naturforscher der Ansicht sind, daß kleine Infusorien, Zoophyten, dieselbe veranlaßten

* Bon O. Müller'SDeutscher Bibliothek" (Frankfurt, Meidlger)

wird (wie wir bereit« mitgetheilt haben) die »ritte Lieferung .der l

ltgenen Besitzungen bedroht oder angegriffen wird, tritt für den Bund die Verpflichtung zu gemeinschaftlichen Vertbeidi- gungsmaßregeln oder zur Theilnahme und Hülfsleistung nur in so fern ein, als derselbe nach vorgängiger Berathung durch Stimmenmehrheit in der engern Versammlung Gefahr für daS Bundesgebiet erkennt. Im letzter» Falle finden die Vorschrif­ten der vorhergehenden Artikel ihre gleichmäßige Anwendung."

Wien, 22. April. Se. Majestät der Kaiser hat die Feier seiner Vermählung durch einen Gnadeuacl bezeichnet, welcher einen abermaligen Beweis der unvergleichlichen Huld und I Milde deS allgeliebten Monarchen bildet. Es sind nämlich in Folge eines an den Justizminister erlassenen allerhöchsten Handschreibens sämmtliche wegen Majestätsbeleidigung und Störung der öffentlichen Ordnung verurtheilte Individuen be­gnadigt und auch alle diesfalls schwebenden Processe, wenn kein weitere- Verbrechen dabei vorliegt, sofort fallen gelassen worden. Zur VermählungSfeier S. Majestät de« Kaiser- sind gestern der Großherzog von ToScana und der Herzog von Modena hier eingetroffen. Heute sind die Erzbischöfe von BreSlan, Agram, Kaloza, Lemberg, Prag, Olmütz, Per Pri­mas vo» Ungarn, der Patriarch von Venedig, und die Bi­schöfe von Brünn, TemeSoar, Zara, Debreczin, Karlstadt, Erlau, Großwarbein und Zengh in Wien angekommen. Von Rom ist der römische Prälat, Graf R. Licknowsky als außer­ordentlicher Abgesandter deS Papste- eingetroffen. Derselbe ist der Ueberbringer kostbarer Reliquien, welche Se. Helligkeit der künftigen Kaiserin zum Geschenke macht. Der Herzog von Cambridge hat heute Sr. Majestät dem Kaiser in besonderer Audienz das GratulationSschreiben der Königin Victoria über­reicht.

Einer allerhöchsten Anordnung zufolge werden neuerdingS zwei Infanterieregimente! auf den Krie-gSzu- stand gesetzt und zwar daS Regiment Erzherzog Ludwig Nr. 6 und daS Regiment des Königs der Belgier Nr. 27. Die Urlauber dieser Regimenter haben bis zu Ende des lau­fenden Monats einjurücken.

Die neuesten Berichten aus Montenegro, welche bis zum 16. d. reichen, erwähnen der angeblichen Proclamation, wel­che wie einige Zeitungen berichteten, Fürst Danilo an die Montenegriner erlassen habe, um sie zur Betheiligung am Kampfe gegen die Türkei als Freiwillige auszufordern, mit keiner Silbe. Im Gegentheile sind Nachrichten aus Cattaro hier, nach welchen Fürst Danilo an daS österreichische Cabi- net die bestimmteste Erklärung abgegeben habe, er werde die strengste Neutralität beobachten.

Frankreich.

Paris, 23. April. DerNtbniteur" enthält heute eine sehr ausführliche Widerlegung der Erklärung der russischen Regierung, worin diese die Verantwortlichkeit für den Aus­bruch des Krieges auf die Westmächte zu wälzen sucht. Der Artikel desMoniteur" bringt nichts thatsächlich Neues und weist die Verantwortlichkeit lediglich auf Rußland und dessen Uedcrgriffe zurück.

Die englische und die französische Regierung haben enb» lick die Bildung einer polnischen Legion genehmigt. Frank­reich liefert die Waffen und besorgt den Transport, England die Equipirung und den Sold. Die Legion wird rtur aus polnischen Soldaten und Osfizieren zusammengesetzt. Beachtens- werth ist, daß die Czartoryski'sche Legion verschieden ist von dem PolencorpS, welches die Prorte bilden will. Es fragt sich nun: wird die von den Alliirten bezahlte Legion nach der Levante gehen, oder ist sie vielleicht für eine Diversion an den bairischen Küsten und gegen Polen bestimmt? Die andere polnische Legion ist nur erst ihrem Princip nach geboren, aber bereits herrscht der größte Streit über ihre Verwendung. Graf Zamoyski und General Wysozki sind verschiedener Ansicht: der erste will die Polen auf dem klein-asiatischen Kriegsschauplatz, der andere nur an der Donau verwendet wissen. Die Herren v. Bruck und v. Wildenbruch haben im Namen ihrer Regie­rung feierliche Verwahrung dagegen eingelegt, buß die Polen in Europa verwendet würden, während sie gegen eine Abord­nung nach Kleinasien weniger Einsprüche erheben.

Die französische Regierung bat dem russischen Consul ju

Dünke graf" von L. Bechstein Anfang Mai erscheinen; eie vierte wird einen Roman von R. Prutzder Mufikantenthurm" br ngen. Dem­nächst wird H. KurzSonnenwirth", , die Familie Ammer" von E. Willkomm und ein neuer Roman von G. Kuhne folgen.

Charivari.

x DerKladaradatsch" macht einen Vorschlag zur @üte- Da die vereinigten Flotten im schwarzen Meer nur zum Zusehen anwesend zu sein scheinen, so sollten doch auf ten verschiedenen Schiffen wenigsten« Zuschauerplätze" für das Europäische Puolckum eingerichtet werden; auf diese Weise könnte man vielleicht auch immer noch die Tageskosten herausschlagen. Eine beigcgcbcne Illustration zeigt ein zu diesem Be­huf eingerichtetes Kriegsschiff, denFabius Cunctator". Auf den Se« gelstangen befiubet sich die Gallerie, auf dem Verdeck erhebt sich amphi- tyeatraiifch der erste Rang, an den Seitenborden ist das Parquet, breite Falltreppen bilden die Tribüne und ten Kasten a sleur deau das Parterre, dieKanoncaluken unv Cajütenfenster Sperrsitze unv Lo­gen. Hinten am Steuerruder zu dessen betreu Seiten die britiiJten Wappenthiere Löwe und Narval in süßer Ruhe schnarchen ist der Ein­gang zur Kasse. Unter den zahllosen Zuschauern, welche ihrerseits mit dem Operngucker zwei Kosaken verfolgen, welche ihrerseits mit i ife und Knute zwei Türken verfolgen, befinden sich selbstredend Muller und Schulze. Auf einem andern Bild bittet der Mann mit dem klei­nen Hütchen um Unterteilung einer Decke, er müsse über die noch nie. dagkweskne enténte cordiale feine# Neffen und der Königin Victoria au# den Wolken" fallen.

x Da#Hallischc Volksbl." bedauert, daß unter zwanzig tüchtigen Journalisten gewöhnlich zwei Drittel Juden sind Es ist aber weit mehr zu bedauern, meint der Kladaradatsch, daß unter zwanzig tütb» tigen Juden zwei Drittel Journalisten werden müssen. (Ttzut nichts, wenn fte nicht selbst hanteln, lassen sie doch m.t sich hanteln.)

* Di' Motivirung der Credit-Verweigerer in der preußischen Streiten Kammer zählt 21 Unterschriften. Den Reigen derselben eröffnet von Vincke, und der Letzie im Bunde ist Dr. Diestel Wir zwei­feln nicht , meint derBerliner Zuschauer', daß dieses Dokument in der preußischen Geschichtefoitleben wird unter vkm-Namca: Diestel- Vin ck e.