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Die Naffauis»» Müfiemeine Zeltung erscheint, Sonn« t-g ausgenommen, tâghA. Prei-i vieneljahrig tür w,e«badtii und den Thurn und Taii-'schen Poftbezirk 3 fl., sonst 2 fl. 24 fr.

Nassauische Allgemeine Leitung

Sestkll«n»e» nehmen «n in BifWâben Mt lkrvkpiii^, (Wild, isriedri»'»»» Bu»h«nkluna, VanaqiiTt #r t?,)' «u-wartS alle «postiirstdltrn. gnteraie: ne »ict* spalnge Peiujene »ter tuen *aum 3 ft, .

Wiesbaden. 1834.

' MI im .....|___»!!! . . Kirchlich-rolitilche Umschau aus Anlass des ^badischen Louflictes.*)

In Briden geht gegenwârtiq eine der sLmödcstcn und wibetlidsteu Verfolgungen der katbolischen Kirche vor sich. Von dieser soll hier nicht eigentlich die Rede sein; wir neh­men fit zur Veranlassung, nicht zum Inhalte desjenigen, was wir zu sagen haben. Daß die badische Regiernng den Kür- zeren ziehen werde, dafür lassen wir die Zeit und den lieben Gott sorgen. Dergleichen ist nicht dsr Gegenstand unserer Aufmerksamkeit oder Bekümmerniß. Das gegenwärtig f At­tentat der badischen Regierung ist nicht das eiste oder einzige in Deutschland. Wie die Großen und Mächtigen, so der- gleichen unternommen, dabei zu Rechte gekommen sind, wissen sie selbst am besten; dieß sei um des Zusammenhang- der Sache willen und zu Niemand- Kränkung gesagt, denn am wenigsten den Katholiken stünde eS an, ans gut gemachte Un­bilden zurückzukommen. Aber was einmal, und von ein paar Seiten verflicht worden ist, kann von anderen wieder versucht werden. Denn die historische Erfahrung pflegt nur allzuselten klug zu macken, am wenigsten eine fremde. Der endliche Au-gang wird freilich immer der gleiche sein; das ist un­angenehm für unsere Gegner, und ist nicht dasjenige, was wir sucken und begehren dürfen. Aus dem Uebel daS Gute zu bereiten, ist daS Vorrecht der göttlichen Welt-Regierung. Es ist wahr, daß die Kirche niemals groß, artiger, niemals göttlicher erscheint, als in der Verfolgung, daß sie darin ihre innerlichsten, ihre verborgensten, ihre unwiderstehlichsten Kräfte gewinnt. Ein umgekehrter Antâus wird sie dann von der Erde gegen den Himmel gedrückt, den sie leidend und betend berührt, und dessen väterliche Stärke in sie überströmt. Die Mächtigsten aller Mächtigen auf Erden haben das in einer dreihundert» jäbrigen über jene verhängten Verfolgung erfahren müssen und bezeugen können. Dessen ungeachtet ist die Kirche weit entfernt, die Verfolgung zu wünschen oder zu begehren, denn diese ist ein Uebel an sich; sie setzt, wenn auch der Kirche unschädlich, doch viele ihrer Glieder in Gefahr, und sie ist das größte Unglück für die Verfolger. Die Kirche hat, wie die Pflicht, so das Recht, ihre Ruhe und ihren Frieden, die Sicherheit ihres Bestandes, d. b. ihrer Wirksamkeit und ihrer Entfaltung hier auf Erden zu fordern. Sie hat dieses Recht unbedingt gegen Jeder- m a it ii, gegen jede Macht und jedes Gesetz; denn die Macht, die eS verweigerte, fände in dem Augenblick zur bloßen Ge­walt herab, und Las GLfltz.zur Konu deS^-UnrecktS. Aber- diese- ewige und unveränderliche Reckt der Kircke bedarf, nach den Bedingunger dieser Erde, damit eS sicher sei und untastbar walte, der menschlichen Formalisirung; d. h. wir bedürfen einer Anerkennung dieses Rechts in Gesetz und Ver­fassung, eines Rechtszustandes, der der Kirche gibt, waS der Kircke ist, und weil er ein solcher, d. i. weil er zugleich Mknschlickks, gesetzliches, verfassungsmäßiges Recht ist, gleich den Bestimmungen des westphälischen Frieden-, von Jeder­mann, auch von Andersgläubigen, anerkannt werden kann und, unter den gehörigen Bedingungen, werden wird. E i n solcher Recktszustand fehlt aber in Deutsch­land beut z u Tage ganz und gar, und bis auf die ersten Vorstellungen davon. ES ist di'ß die Frage, die wir meinen, und welche den Inhalt unserer Erörterungen bilden soll.

Die Lage und Verfassung Deutschlands, rücksicktlich deS

*) Auszug aus einem größeren Artikel der MünchenerHistorisch, politischen Blätirr."

Erinnerungen aus der guten alten Zeit.

(zorrs-Sun«.)

II.

9er Eroatenähne.

In be« DaterS Familie wurde ein Bild ausbewahrt, das den fKin- kern immer Gegenstand einer geheimen Scheu und respektvoller Be­wunderung war. Es stach heilidt gar auffallend von den zahmen Bildnissen von Papa und Mama ab. ES stellte einen Kriegsmann dar aus ber Zeit re« kreißigjätrigen Krieges in ber abenteuerlichen Tracht der Kroaten. Unter dem breitkrempigen, herabgeschlagenen Hui blitzte ein feuriges Paar Augen mit einem trotzigen und doch wieder tirnberzigen Blick hervor; ein fonneverbrannte« Gesicht mit einem gewaltigen Schnurrbarts paßte vollkommen zu der fremdartigen Soldatkniracht. DaS Bild ward immer als derCroatcnâhne" be. zeichnet und Mbfi von den Dienstboten mit ein ger Scheu betrachtet.

Vang erfuhren wir Ä nber nicht, welche Bewandtniß es mit diesem «hndtirn habe, bis eines Tags der Christian heulend aus der Schule kam :Mutter, ich habe mit res Schreiners Gottlieb Händel gehabt, da tagte er: es fei kein Wunder, daß wir so wild feien, unser Ur- großvater sei ja auch e-n Croat und ein Menschenfresser und halb wtld gewesen."

Miitter nahm diese Beleidigung nicht hoch auf, und des tibrtitian« Thränen waren bald getrocknet, als sie ihn versicherte: Was aber den S-oaten betrifft, so ist dein Urahnberr allerdings ein croütnwer Hauvtmann gewesen, aber kein Menschenfresser; er ist al« ein guter evangelischer Christ hier auf seinem schönen Hosgut ge. storben; man heißt den Platz heute noch ben Croaienhof. Ruf rin- mal den Fritz und den Heinrich und ben Conrad und rie drei großen .Wabcben die Kleinen brauchen es jetzt noch nicht zu wissen so will Kp eud) erzählen, wie sich's eigentlich mit dem Croatenähne ver- Halten hat."

^16 versammelt, höchst begierig, ben lang« erwunf(t|,n Ausschluß zu erhalten, den die Mutier nun endlich folgen« vermaßen ertheilte:

,?h' ^vißt es, Kinder, von dem Vater und vom Herrn Schul« wr 3 it des dreißigjährigen Krieges unsere Start beson. mitgenommen wurde. Obschon man eine gute Obrigkeit

Nr. 93

Verhâltniffes der Confessionen sowohl untereinander, al« zu den Staatsgewalten und Regie, ringen, ist ganz eigenthümlich, mit derjenige« keines andern Lande- vergleichbar, ein wabre- historisches Unicutn. Als im 16. Jahrhundert der große Riß kuich die europäische Christenheit ging, und die Bevöl' kerungen sich hinüber und herüber warfen oder geworfen wurden, da traten in den verschiedenen Ländern, und nach längeren oder kürzeren Kämpfen und Erschütterungen des inneren und äußeren Lebens, verschiedene Endergebnisse in dem Verhältnisse der Anbänger der alten oder neuen Lehre ein. In Deutschland batte sich die Bevölkerung fast in zwei gleichen Heerlagern , l mit verhältnißmäßig geringem Ueber gewicht des katholischen Antbeils, gegenüber gesckaart und dieß ist der erste Punct der Eigenthümlichkeit welche beiden Hälften nach verschiedenen und endlich dreißigjährigen Kämpfen sich zu vollkommen gleichem RechtSgenusse mit einander vertrugen, und dieß ist der zweite. Aber noch nicht genug. Die Vielheit der deutschen Staatswesen und Regierungen, oder die politische Zertrennung Deutsch. landS neben der religiösen kommt hier gar sehr in Betracht, und wenn sie gleich zur Zeit deS Beginnes der religiösen Wirren bereits angebahnt war, so hat sie sich doch nach der Hand, und zum Tbeil in Folge derselben, völlig vollendet. Dabei ist das Verhältniß doch anders, und das Zusammen­leben der deutschen Geister viel inniger, als z. B. in Italien, ivo eine ähnliche Mehrbeit der Regierungen besteht. Wenn die Kirche im Königreich Sardinien verfolgt wird, so ist da- sehr traurig an sich, und beklagenswerth für die dortigen Katholiken; aber das Königreich Neapel, aber Modena und Toskana, aber das österreichische Italien und vor Allem der Kirchenstaat verspüren nichts davon; und selbst ein scheinbar gelungenes Unternehmen der Einen Regierung wird darum allein noch keine Versuchung zur Nachahmung für die an­dere. Daß die Sachen in Deutschland anders liegen, fühlt Jedermann, und bezeugt das ängstliche Pochen aller katholi­schen Herzen bei der Nachricht von irgend einem Attentate wider die Kirche in einem deutschen Nachbarlande. Und noch eine höchst eigenthümliche und bemerkenswerthe Erschei­nung! Während die Gcsammtbcvölkerung Deutschlands sei­nem Bekenntnisse nach, im Ganzen noch zum Vortheile der Katholiken, sich zweigeteilt hat, ist das Verhältniß der Re­gierungen ein mehr als entgegengesetztes, und zum entschie­denen Nachtheil der Kirche; denn unter sechsunddreißig Re­gierungen gehören nur vier dem katholischen Bekenntnisse an, und darunter ist eigentlich in -SâchlèL-. die Regentenfa- milie, nicht die Regiar ^ralholljck. und die LlchteusteMl,che Mdletcf'uber zwei Quadratmeilen. Fügen wir zu Alle die­sem hinzu, daß seit dem Untergange des deutschen Reiche- mit dem ganzen Reicksrechte auch der westphälische Friede zu den Antiquitäten gerechnet wird, daß die neueren grundgesetzlichen Bestimmungen so unentschieden und allgemein lauten, um jeder beliebigen Deutung der Gewalthaber Raum zu geben, und daß sich die höchste Ampbiktyonie des deut» schen Volkes dem katholischen Rufe um Gerechtigkeit gegen­über als inkompetent erklärt hat so bleibt der höchsten Eigenthümlichkeit, der Verworrenheit, sagen wir der Trost- lesigkeit dieses Zustandes weiter nichts hinzuzusetzen.

Also ein dem Bekenntnisse nach in der Bevölkerung fast gleickgetheiltes Deutschland, der Uebeischuß doch noch auf der katholischen Seite, unter 36 (persönliche oder collective) Herren vertheilt, von welchen 32 protestantisch sind, ohne Grundgesetz, ohne anerkannte Reätsgcwohnhcil oder Ueberlieferung über die Rechte der katholischen Kirche und ihrer Bekenner, ohne allen rechtlichen Anhalt (denn was die Regierungen etwa mit dem heiligen Stuhle vertragen, bindet begreiflich nur ihr

hatte, die es verftank, mit den feindlichen Kriegrfuhrern ein Wort tu reven, so hörten roch Vie Einquartierungen nicht auf, und man war Monter« vor der mitten Mannschaft, die im Dienste der Kaiserlichen kam, niemals seines Lebens und Eigenthums fiwer; dazu wurden die Lebensmittel entsetzlich theuer. Regierender Bürgermeister vier war damals Herr Brenner; der hatte eine einzige Tochter, Magdalene, das schönste Märchen in der ganzen Start. Dazu war sie von hohem .Geiste und sehr verständig, der Vielling res Herrn Pastors, der sie von Jugend an unterrichtet und sich an ihrem frühzeitigen Beftänkniß der heiligen Schrift ergötzt hatte. Man sagt, sie habe eine so schöne, zarte, weiße Haut gehabt, raß man den roihen Wein habe durch ihren Hais fließen seven, und so klare, blaue Augen, daß sie einen Schein von sich gegeben.

Die Magdalene, obwohl recht brav und sittsam, war doch ein keckes, unerschrockenes Mädchen. Als einst die Nachricht kam, daß ein Regiment Cioaten im Anzug sei und in ber Stadt werde emquartiert werden, da schlossen die meisten Bürger ihn Weiter und Töchter in die Keller ein, kaniie ihnen nichts geschehen solle von ren wüsten Soldaten. Aber die Magdalene wollte sich das durchaus nicht ge­fallen lassen: sie lasse sich nicht einsperren wie ein Thieriein, sie wolle selbst seh. ii, wie eS ihrem Vater ergehe; und so ist sie im Hause geblieben.

Beim Bürgermeister wurden ein Hauptmann und zwei Gemeine einquartiert, rie sich ordentlich aufmbrten. Der Hauptmann ist ein schöner stattlicher Mann gewesen, obgleich er etwas wilo auSsah und einen schrecklichen Bart hatte. Er hat von der ersten Stunde an, da er im Hause war, kein Auge von der Magdalene verwend, t. AlS sie das bemerkt, hat sie sich von ihm abgezogen und ihm immer kurzen Bescheid gegeben. Nur als sie am zweiten Tage von des BaierS Knecht hörte, daß einer der Soldaten sich gegen das KriegSgesetz ver­fehlt habe und eine grausame Strafe erhalten feste, ra faßte sie sich ein Herz und sprach den Hauptmann beweglich an, dem armen Bui- schen die Strafe zu schenken, waS er ihr im Augenblick bewilligte.

Am Abend des dritte» Tages, ehe der Hauptmann abzithen mußte, sprach er mit der Magdalene und fragte sie, ob sie als fein Weib mit ihm ziehen wolle? Er fei jetzt auf dem Heimweg begriffen; er sei von gutem Geschlecht und habe babeim ein schönes B'siVtvnm. Magdalene sagte tbin mit kurzen Worten, daß sie keine Lust habe, ihr Batrrlind zu verlassen, und raß sie nimmermehr einen Kroaten und einen Katholiken heirathen werde. Mit dem Zusprechen konnte

Freitag, 21 April

Gewissen oder ihre Ehre), ebne kompetente Bunke-behö de - das ist die betrübte Seltsamkeit deS Zustande-, daS ist: die Lage der Gegenwart. .

Die historischen Vorbedingungen eines so monstruosen < Sachverhaltes sind bekannt. Es kam, was bei diesen Um« j ständen natürlich war. Sollen wir die Geschichte von 38 t Jabren erzählen? Es ist eine trübselige Erinnerung für e beide Seiten; sie ist auch zu neu, um den Gedächtiussen - völl'g entschwunden zu sein; wir möchten endlich jede kräu- kende Auffrischung vergangener Irrungen vermeiden. Wir! meinen die Zukauft. Statt besonderer Geschichten von gestern und ehegestern soll uns allein der allgemeine bisherige uud heutige Zustand Rath für dieselbe leihen. Die neu gewon- i nette Souveränität war allgemein al- eine Loszâhlung der , Gewalt von allen bisherigen rechtlichen, Vertrags- oder ge- : wohnheitsmäßigen Schranke^ verstanden worden. Derjenige, ; welcher sie gewährt hatte, hatte zugleich ein allzu ausgiebige- - und verführerisches Beispiel ausgestellt, wie man sie üben könne. Obwohl Katholik von Bekenntniß , hatte er diese Uebung bis in die innerste Verfassung und den Mittelpunkt der Kirche fortgesetzt. Man freute sich seines Sturze- viel­mehr, al- man sich über die tieferen Gründe desselben zu belehren versucht hätte. Wie seine unjfoimirende Handha­bung der Gewalt in Allem, so wurde sie auch insbesondere im Veihältnisie zur Kirche zum Muster genommen. Außer­ordentliche Schwierigkeiten konnte man sich dabei nicht vor? stellen. Die Kirche batte in den letzten Zeiten so wenig auf­fallende, die Augen der Welt blendende Zeichen ihres LebenS und i^er Stärke gegebeu; sie batte sich eben mit Mühe dem Arme des Dränger- entwunden, und den alten, legitimen Fürsten ihre Rettung mit verdanken wollen; man hatte sie in Deutschland eben wieder, freilich mit einem kleinen Theil des ihr Entrisienen, von Neuem ausgestattet; sie hatte auch dafür Dank gesagt; eS stiegen Gedanken auf, die Fügsame und Geduldige werde auch fernerhin, und unter aller Art Behandlung, als eine solche sich bewähren. Gleichheit be« zu beherrschenden Materials verlangte der Staatsgrundsatz; konnte man auch nicht füglich die unterthänigen Tausende, Hunderttausende oder Millionen von Katboliken alsbald in Protestanten umschaffen, so ging es doch an, die katholischen Kanten abzuschleifen, allzu markante Vorragungen niederzu« quetschen, das gänzlich Unhaudsame zn ignoiiren unv möglichst in Vergessenheit zu bringen, nud so ein gegenseitige-Durch­dringen der Confessionen" undAufgehen" derselben in der höherew- Idee desStaatsbüraertbnin" mehr ^r n:i»d,r bewußt oder deutlich anzubahnen. Die ZeitVerhälniisie lagen zu solchem Unternehmen überaus günstig. Fand sich doch die katholische Kirche nirgend in Europa in ihrer vollkommenen Geltung und Rechtsstellung, und waren die katholischen Mo­narchen seit länger als einem Jabrhundeit mit dem Beispiele der Nichtachtung, Verknechtung oder offenen Befehdung ter- selben vorangegangen. Lagen doch die Generationen blasirt, genußsüchtig, entsittlicht, von hoffärtigen Philosophen belehrt, mit heidnischen Poesien geweidet, vom Ernst religiöser Ge­danken weiter abgekehrt, als je zu einer Zeit der christlichen Geschichte, um das Erbe des Heils ui bekümmert, in tiefsten JndifferentiSmuS versunken! Und die Hände der Bureaukra­ten, der unbelehrbaren und unverbesserlichen, arbeiteten so geschäftig, und grüßten das Handwerk von Norden nach Sü­den und von Westen nach Osten, und hatten so viel schon vor sich gebracht, und getrösteten sich der Zukunft, das Weik in Kürze zu vollenden! Und unsichtbare pände hinter ihnen und neben ihnen langten hervor aus dem Geheimniß und der Finsterniß, und schoben die geeigneten Männer an die geeigneten Plätze, daß die Sichtbaren mit den Unsichtbaren

der Croat wenig umgeben; als er fand, baß et verschmäht sei, fti 9 er in heftigem Zorn feinen schweren Pallasch auf den Boven unv sprach kein einzig Wort mehr.

Am anbtr.i Morgen hüb mußten die Kroaten abzirben; ber Hauptmann hatte sich mit seinem Gaul im Stillen auf ben Sammel­platz begeben unv von keiner Seele iibfibteb genommen. Eine Viertel« fiunbe barauf ritten die Kroaten in bestem Galopp binaue; man bat sie gern geben sehen. Warum aber rie Magda irne Brenn r gemeint hat, sie müsse die Soldaten adzieben fiben , ra« kann ich selbst nicht sagen. Als des Hauptmanns Trupp vorbei'ist, war des Burg-r« meuter« Brenners Haustoür offen, und brinnen auf rem » triften Tritt der Trcpre stand rie Jungfer Magdalene und fdtaute zu. Der Hauptmann batte schon von weitem nach dem Hau e hiigeschielt, unv alS er die Magvalenc im Haute fab, sprang e- wie ter Blitz vom Gaul, hinein in ra« Haus, faßte sie bei ree Hand und wollte sie foriziehen. Magralene weigerte sich und um'dtlang mit ibiem Arm, um sich zu halten, den g-oßen hölzernen Knopf am Trepreng-lanrer. Der Hauptmann, schnell wie das Wetter, mit feinen Sabel heraus, baut ren Knopf rannt ab, ohne der Jungfer ein Leid zu thun, nimmt sie mit sammt dem Tieppenknöpf auf den A>m wie ein Kind, springt aif feinen Gaul und reitet mit ior in gestrecktem Galopp hi en Kameraden nach. Die Treppe mit dem adgedauenen Knopf steht heute noch im HauS, wo jetzt 4er Färber Zoller woont , da konnt ihr sie sehen.

D-r Bürgermeister sah eben zum Fenster dinauS und schrie zäm« merlich auf, als er sein Kind wie im Sturmwind davon fliegen fab. ES waren eine Menge Leute auf ben Straßen uns an ren Fenstern, und da gab es ein entsetzliches Schreien, Laufen nur Rennen. Man wollte nach, aber wie? Wadireit n war eine Kunst, rie guten Gaule hatten sie mit fort uno ihre schlechten dafür kagelaffen. Alles, was Füße hatte, sprang ihnen nach, uno guckie, so weit man ren Staub noch leben konnte, dann kehrten sie um und wußten nicht waS. Der Surgermeifler aber war wie geläomt an Seel und Verb und mußte bald sein Amt abgeben; er fei nur noch wie ein Schatten herum- gegangen. , ,

Nie eS ber Magdalene ergangen ist, die seither ihres Bater« Lieb« ling uub die vornehmste Jungfer der Stadl gewesen , allein > ni r einem Haufen Kroaten, aas einem wilren P-erd , durch Dick uub Dunn, das kann man sich wohl nicht arg genug vorstellen Ta# kann ich euch aber sagen, weil man es nachher von ihr selbst erfahren