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Wiesbaden. 1854.

Nr. 90

Dienstag, 18. April

Zus der zweiten Sommer.

Wiesbaden, 6. April. Bericht über die Berathung der Gesetzvorlage über Cen t ralorganisation in der Sitzung der zweiten Kammer am 1. und 4. d. M. Forts.

Knapp: Der Antrag von Wirth: statteinen Referen­ten für das Schulwesen" zu setzen:zwei Referenten für das Schulwesen, von welchen der eine der evan­gelischen, der andere der katholischen Confession an gehört", sei ihm bedenklich. Waren die Arbeiten für einen Schulreferenten zu groß, so würde die Staatsregierung dieses im Entwurf berücksichtigt haben. Darauf komme es nicht an, ob der Referent katholisch oder evangelisch, sondern nur ob er ein im Schulwesen erfahrener und tüchtiger Mann sei, und hierauf werde die Regierung bei der Anstellung Rück­sicht nehmen. Außerdem seien auch die Kosten zu berück­sichtigen.

Metzler: Trotz des Scheines, als rede er pro domo, wolle er einige Worte sagen. Der Abg. Braun (derselbe hatte beantragt:den technischen Referenten für das Schul­wesen zu streichen" und statt dessen das Referat einem ordent­lichen Mitgliede des Collegiums zu übertragen, welchem nach Bedarf ein technischer Hilfsarbeiter beizugeben wäre) habe hier ein Princip verlassen, was er doch bei den andern Die ferenten festgehalten. Warum? das verstehe er nicht. Solle man das Schulwesen bezüglich der obersten Verwaltung tiefer hinstellen, als andere Fächer? und wolle man die Regierung in die Lage setzen, daß sie sich nicht ganz gut helfen könne? Zu dem Antrag von Wirth auf zwei Schulrefcrenten könne er nicht anders sagen, als daß er denselben nicht für un­zweckmäßig halte, aber nicht aus den Gründen des Antrag- jre&re, fordern Mil er glaube, daß in den letzten Jahren die Arbeiten im Schulreferat so zugenommen haben, daß zwei Referenten erforderlich seien. Das scheine jedoch nicht der Fall zu sein, da die Regierung nur einen verlange; man solle daher nicht 1800 fi. mehr in das Budget aufnehmen. Dem aus dem religiösen Elemente- entnommenen Grunde Wirth's werde zunächst Rechnung getragen durch die Localstellen, welche daS Schulwesen zu beaufsichtigen haben, wie Schulinspectoren, Geistliche als Directoren des Schul­vorstandes. In der letzten Zeit habe man sogar katholische Schulinspectoren für katholische Schulen ernannt rc.: baSjet ganz zweckmäßig und damit auch dem hier erwähnten Bedürf­nisse abgeholfen. Ein weiteres halte er nicht für nöthig, er müßte denn belehrt werden, daß bisher Conflicte in der obern Stelle vorgekommen, daß der Schulreferent einer Confession zu nahe getreten sei: dann würde er für zwei Referenten und zwar von jeder Confession stimmen. In seiner früheren Erfahrung habe er das nicht bestätigt gefunden, sondern nur die humanste Weise der Behandlung beider Confessionen. Ob das später anders geworden, wisse er nicht, aber glaube cs kaum. Wesentlich sei es allerdings, daß der Mann religiös sei. Wüßte er, daß die katholische Kirche einen so großen Werth darauf legte, daß der Schulreferent ihrer Confession angehöre, so würde er eine solche Bestimmung in das Gesetz aufnehmen, denn die protestantische Kirche werde keinen Nach­theil darin finden. Allerdings werde ein solcher Antrag kei­nen Anklang finden.

Braun: Das Schulreferat erfordere keinen besondern, specifischen Techniker, und er wünsche, daß dasselbe einem solchen nicht zugetheilt werde. Darüber habe man sich ge­wundert. Ob das Schulfach eine streng abgeschlossene tech­nische Branche sei, darüber könne man streiten; jedenfalls sei es nicht so streng abgeschlossen, wie das Medicinal-, Berg­wesen rc. Es handle sich dabei um Bildung, ein Gemein-

* Die Blumenausstellung in Biebrich.

Wir haben uns noch mit den reichen Zusendungen der Preisbewer- ber zu beschäftigen. Die rauhe Witterung im März und die gleich­zeitig in Brüssel veranstaltete Blumenausstellung blieben nicht ohne Einfluß auf die Reichhaltigkeit der Beschickungen.' So waren Eriken und Einerarien für welche Pflanzengattuiigen von Sr. Hoheit dem Herzog ebenfalls Preise ausgesetzt waren,' gar nicht »erb eten, und die Betheiligung von Holland und Belgien aus geringer als sie sonst erwartet werden konnte. Auch haben zufällige Ereignisse einige Ein­sendungen vereitelt. Eine für die Ausstellung bestimmte Partie Wo« fen verdarb dem Eigenthümer durch unzeitiges Ausweißen des Ge­wächshauses und die dadurch entwickelten Kalkvämpfe. Eine in fünf Kisten verladene Partie Zwiebelgewächse: Tulpen, Hyacinthen u. s. w. beS Herrn Leopold Faust in Berlin wurde bei dem Transporte

dem Bahnhof auf dem Straßenpflaster zerschmettert, indem ein Rad des Wagens brach. Indessen waren Zusendungen aus Mainz, Frankfurt, Köln, Ulm, Berlin, Nancy, Gent, Harlem rc. einge« trogen, welche ein glänzendes Zeugniß über den hohen Grad der Blu- mencultur abltgen, und durch ihre Reichhaltigkeit die im Programm gestellten Bedingungen zum Theil noch übertreffen. Wir wollen hier die vorzüglichsten Sendungen und die in denselben enthaltenen feite« fârtmplare aufzählen. Die Blumenfreunde werden mit Inter- efie bie ""unenstverthen Fortschritte der Blumenzucht daraus entnehmen.

Herr Fried. Breul ein Blumenliebhaber aus Frankfurt hat 54 vcrfchiedcne Arten von Kulturpflanzen eingesendct, worunter Davie- «a glauca, Boronia serrulata, Eriostemon buxifolium, Bossieea densa, hriostemon intermedium , Leueopogon floribundum , Araucaria und Azalea vittata tn ungewöhnlicher Größe und CulturvoUkommenheit. Diese ausgezeichnete Sammlung erhielt den ersten Preis von 400 fl.

B r, Kunst- »nv Handclsgärtucr zu Mainz hatte Rosen eingcschickt. Seiner Sammlung wurde der Preis von 300 fl. zuerkannt

M^"i<^â'nellien hatten die Herren Gebrüder Mardtner in A \ 2( vcuchlkdene Sorten cingeschickt; darunter: Archiduchesse Amadryas di Cusano, Bijon de la Garza, Congesta Ameri- Borgin, EmiHa Campioni, Jacksoni (Serftaffelt), II venti ter« ^ouxliton, Müller (Rovelli freres), Madame Fet-

' a notiana, Marchi heeser ese dAmbra, Pensylvanica, Tom

gut der Menschheit; das Specifische betreffe nur die Päda­gogik. Ueber seinen Antrag dürfe man sich nicht wundern, da ja die gesammte Aufsicht (Inspektion rc.) Männern über­lassen sei, die kein philologisches Examen gemacht hätten. Wie sich die Regierung nicht solle helfen können, begreife er nicht; er wolle ihr gerade helfen. Es sei besser, im Schul­wesen werde administrirt, es werde nach Grundsätzen der Gesammtadministration behandelt, als daß der Referent sich allzusehr in technische Einzelheiten verliere. Das könne Je­mand nicht Beides zu gleicher Zeit. Für rein technische Fra­gen habe er je nach Bedarf einen Hilfsarbeiter vorgeschlagen, der dann aus den Technikern genommen werden könne. Außerdem habe er technische correspondirende Mitglieder vor- geschlagen. Er weise auf andere Länder hin, wo das Schul­wesen gerade dadurch zur Blüthe gekommen sei, daß Leute, die nicht Techniker waren, an der Spitze gestanden.

Rullmann: Er halte nur einen Referenten für noth­wendig, sei daher aus Finanzrücksichtcn nicht für zwei. Die Rücksichten der Parität würden durch einen Referenten nicht gefährdet, weil die Regierung nur eine Person berufen werde, die hinreichende Erfahrung und Kenntnisse besitze und beide Confessionen gleich behandle.

Rau: Gegen das, was die Herrn Vorredner über den Antrag des Berichterstatters vorgebracht haben, muß ich einige Bemerkungen mir erlauben.

Der Abg. für Limburg ist der Meinung, daß nur ein Schulreferent nöthig sei, weil der Rcgierungsentwurf nicht mehr verlange. Es komme aber nicht darauf an, ob er katholisch oder evangelisch, sondern, daß er ein im Schul­wesen erfahrener und tüchtiger Mann sei. Uebercinsttlnmend mit demselben äußert der Abg. für Herborn, die Regierung dürfe und werde auf die Confession keine Rücksicht nehmen. Aus diesen Ursachen und aus- Rücksicht auf Ersparung wollen beide nur für einen-Referenten stimmen. Durch solche allge­meine Behauptungen werden jedoch die für den Antrag des Berichterstatters angeführten Gründe. keineswegs widerlegt. Der Kostenpunct ist hier um so weniger von Belang, da jeden Falls nach wie vor zwei, Beamten im Schulreferate beschäftigt werden müssen, und da die Kosten in gar keinem Verhältnisse stehen zu der Wichtigkeit der Sache, um die es sich handelt. Der Schulreferent ist nur dann ein tüchtiger Mann in seinem Fache, wenn er auch der betreffenden Con­fession angehört, weil es ihm sonst an der zur Führung sei­nes Amtes nöthigen religiösen Bildung fehlt, wie ausgezeich­net seine übrigen Kenntnisse immerhin sein mögen. Den Grund, daß der RegiermigSeiäurf nur einen Referenten verlange, kann ich nicht gelten lassen. Aus einem solchen Grunde müßten wir den ganzen Gesetzentwurf unverändert, ja ohne alle weitere Prüfung annehmen. Ich kann einen solchen Grund um so weniger billigen, weil ich behaupte, daß die Katholiken bei der bisherigen Leitung des Schulwesens benachtheiligt worden sind.

Der Abg. für Weilburg hält die Anstellung zweier Refe­renten für zweckmäßig.

Auf dieses Urtheil lege ich um so mehr Gewicht, weil bekanntlich der erwähnte Herr Abgeordnete längere Zeit Schul­referent in unserm Lande war. Seitdem sind aber die mit diesem Amte verbundenen Arbeiten durch Vermehrung der Schulen jeden Falls vermehrt worden. Wenn nun derselbe erklärt, daß er dennoch die Anstellung zweier Referenten für nicht nöthig erachte, weil die Regierung nur einen verlangt; so ist dieß eine Schlußfolgerung, deren Unrichtigkeit ich nicht weiter nachzuweisen brauche. Der Herr Abg. ist ferner der Ansicht, daß bei der Leitung des Schulwesens dem religiösen Elemente Rechnung getragen werden müsse; meint aber, daß

Pouce, Tormeiln, Wilderii; Herr Lccomte aus Nancy 143 Sorten darunter: Bona, Bijou de la Garza, Coquette, Dride, Duc de Bre­tagne , Don Miguel, Frostii, Iride, Jardin dhivcr, Torniellii dItalie, Maculala perfecta; Herr Friedrich Brcuel 137 Arten, darunter: Dride, Abate Brazzoni, Jardin dhiver, Maria Theresia, Admiral Kapier (dasfechtende Kärtchen" eristirt in der Blumenwelt vorerst nur als Sämling, und muß sich nöch entwickeln), Archiduchesse Au­gusta, Duc de Chartres, General Lafayette, General Drouot, Gari- baldii. Die Sammlungen der beiden erstgenannten Einsender waren gleich ausgezeichnet, so daß die Preisrichter sich nicht entschließen könn- ten, eine vor der anderen den Vorzug zu geben und beiden Haupt- preise »on 300 ff. zuertannten. Hr. Friedrich Breul erhielt das Accefit von 75 fl.

Indische Azaleen hatten eingcsendet, die Gebr. Mardt- n er aus Mainz, Herr Ad. Scheuermann, Kunstgärtner aus Frankfurt und Hr. Wilh. Scheuer in Heidelberg, und zwar die er- fleren 63 verschiedene Sorten, darunter von besonderer Schönheit: Aurelia, Amarantina, Beauté de I'Europe, Dulcis major, Emilie Metzger, Elegantissima, Febronia, Illustris, Iveryana, Obscur, Prinz von Nassau, Herzog Adolph von Nassau, Adelheid von Nassau, Princesse Hilda von Anhalt Dessau, Princesse Bathilde von Anhalt Dessau, Prinz Friedrich von Anhalt Dessau., Olga (von den letzt­genannten 6 Arten wurden Sämlinge für die Herzog!. Gärten ange­kauft), Antoinette Thelemann ; Hr. Scheuer 14 Sorten, worunter die Azalea Eximia, Prima donna , Thelemanii und H. W. Scheuer 71 verschiedene Sorten. Die Collection der Gebr. Mardtner er- hielt den ersten Preis.

Bon pontischeu Azaleen hat die Sammlung des Hrn. Bo­land, Handelsgärtners in Mainz (93 Sorten) den Preis erhalten.

Rhododendren haben eingcschickt Herr Frierr. Breul aus Frankfurt (36 verschiedene Arten worunter Pardoloton, Atrosangui- ncum, Javanicuin, Aureum Rollissons, Ciliatum (Sikkium), Fol. aurctis Viriegatis und 38 diverse Sämlinge, Herr Boland aus Mainz 36 verschiedene Arten darunter Altaclarense Adiumplians, Alstroemeri- flora, Duc de Brabant , Yellowish, Ciliatum (Sikkium) und 32 hter zum erstenmal blühende Sämlinge) und Hr. Schmelz, Gärtner in Mainz (50 verschiedene Sorten darunter Atrosanguineum, Berma- nense, Elegans novum, Kronbergianum, Rubricatile, Spectabile gran- diflorum, Yellowish superbum), Hr. Friedr. Breul erhielt den Haupt- preis, die beiden letzteren Nebenpreisc.

solches zur Genüge geschehe durch Verwendung der Geistlichen bei den Schulvorständen und Schulinspectionen, und daß sogar durch Anstellung katholischer Schulinspectoren für katholische Schulen jedem Bedürfnisse abgeholfen werde. Fürwahr ein ganz correcter Schluß! Geistliche sind als Mitgliederder Schulvorstände und Schulinspectorcu bürgerliche Beamte unb müssen den Weisungen der bürgerlichen Oberschulbehörde Folge leisten. Welche Nachtheile oder doch welche Conflicte ent­stehen, wenn diese von entgegengesetzten religiösen Grundsätzen oder von Religionsgleichgiltigkeit sich leiten läßt? Daß in neuerer Zeit für katholische Schulen katholische Schülinspec- toren ernannt worden, ist ein Fortschritt; hierin liegt aber keine Consequenz, wenn nicht demselben Princip in der Ober­schulbehörde Rechnung getragen wird. Der Hr. Abg. erklärt, daß er für zwei Referenten'stimmen werde und zwar für einen katholischen und einen evangelischen, wenn er belehrt werde, daß durch die bisherige Leitung des Schulwesens eine Confesston benachtheiligt worden sei. Wohlan, ich bin im Stande, diese Belehrung zu geben. Vor mir liegt eine von einem Geistlichen mir mitgetheilte Uebersicht sämmt­licher Schüler und Lehrer in den Elementarschulen des Her- zogthnms Nassau.

Nach diesem Verzeichnisse zählten Ende 1853 sämmt­liche Elementarschulen 76,842 Kinder. Von diesen sind 39,411 Evangelische, 36,289 Katholiken und 1142 Israeliten. Unter den Erstgenannten find auch die Altlutheraner and Deutsch, katholiken aufgezählt. Die Anzahl der Lebrèr beträgt 981 Von Letztern sind 561 Evangelische und 420 Katholiken. Die Mehrzahl der evangelischen Schulkinder beträgt 3122. Die Mehrzahl der evangelischen Lehrer 141. Rechnet man 80 Schüler auf einen Lehrer, so dürfte die Mehrzahl der evan­gelischen Lehrer kaum 40 betragen. Ich will aber zugeben, daß man nicht genau nach der Seelenzahl das Bedürfniß er­messen kann, daß auch auf Ortsverhälnüsse Rücksicht zu neh­men sei. Rechne ich deßhalb noch 10 zu jenen 40; so wür­den immerhin 91 evangelische Lehrer zu viel angestellt sein. Darf man sich nun noch wundern, wenn behauptet wird, daß die Oberschulbehörde bisher die Evangelischen im Elementar- schulwesen bevorzugt hat, und daß die Katholiken sehr benach- theiligt worden sind? Daß das paritätische Verhältniß beiden höheren Lehranstalten für die Katholiken sich nicht günstiger gestaltet hat, ist in den landständischen Verhandlungen der Jahre 1852 und 1853 nachgewiesen worden. Der Wunsch der Katholiken, daß ein katholischer Referent, der ihrem Ver­trauen entspreche, ihr Schulwesen leite, dürfte denn doch wohl gerechtfertigt erscheinen. Jedenfalls überflüssig ist die Schluß- bemerkung des Herrn Abg. Metzler:Wüßte ich, daß die katholische Kirche so großen Werth darauf legt, daß er ihrer Confession angehöre, so würde ich" rc. Der Hr. Abg. erkennt ja selbst, daß zwei Referenten zweckmäßig seien. Die Katho­liken haben daS Recht, einen Referenten zu verlangen und es unterliegt keinem Zweifel, daß sie auf dieses Recht keineswegs verzichten wollen. UebrigenS verlangen sie auch nicht, daß den Evangelischen ihr ebenso begründetes Recht nur im Mindesten benachtheiligt werde. Deßhalb erklären wir uns für zwei Referenten. Gegen den Hrn. Abg. für Rüdesheim und St. Goarshausen bemerke ich schließlich, daß bei Weitem nicht jeder, der eine allgemeine Bildung erhalten oder Staatswis- senschafteu studirt hat, die für die Leitung der Bildungsan­stalten durchaus erforderlichen Kenntnisse und Eigenschaften besitzt, daß aber der Geistliche diesem Gebiet nicht fremd sein darf, da sein ganzer Beruf ihn auf Unterricht und Erziehung Hinweisen und sein Fachstudium z. B. Pastorat und Päda­gogik zur Erfüllung dieses Berufes ihn befähigt, daß für die Pfarrgeistlichen aber als Jnspectoren der Elementarschulen,

Unter den 14 seltenen Pflanzen, welche Herr Coinmerzicnrath I. Oppenheim in Köln durch seinen Gärtner Masch meier einge« sendet hat, befinden sich: Cattley amossiae, Azalea vittata rosea, Co- noclinium janthinum, Nepenthes Loddigesii.

Herr Oppenheim hat auch Blätter und Blüthen der Victoria regia eingesendct, die, obgleich fic einen Tctalcindruck dieser Riescn- pflanze nicht geben können, dennoch mit großem Interesse betrachtet werden. Hr. Oppenheim läßt fortwährend die Blüthen erneuern, es find bereits fünf derselben nach Biebrich gewandert.

Der reichen preisgekrönten Sammlung von Tulpen, Hyacinthen und Amaryllis res Herrn Stellage in Harlem haben wir bereits erwähnt. Unter den neuen Einführungen des Herrn August van Geerbt aus Gent ist bad Rhododendron Falconerii besonders zu erwähnen. Hr. van Geerbt erhielt dafür die silberne Medaille. Gleiche Auszeichnung wurde den Hyacinthen der Herren Leopold Faust in Berlin, den Aurikeln des H. Kölle in Ulm, den schö­nen C ulturpfla nzen deS Herrn B c ethma nu in Frankfurt,den Zinerarien (34 Sorten) des Herrn Rcndlater in Nancy unb der Frau Vernar in Rüsselsheim.

Aus dieser Aufzählung ergibt fich, welch ein stattliches Kontingent gestellt wurde und wie schwierig es war, dasselbe in Reih und Glied zu bringen. Das allgemeine Urtheil stimmt darin überein , daß die Blumenausstellung in Bezug auf die Beschickung und Anordnung ganz des hohen Standpunktes würdig war, welchenDiebrich als großartiger Mittelpunkt der höheren Gartenkunst und Blumenpflege einnimmt.

Nebst dem günstigen Einfluß, welchen die Ausstellung durch An­regung des Wetteifers und durch den ermöglichten Austausch gemach­ter Erfahrungen auf die Hebung der Blumencultur äußern mußte, hatten die Aussteller auch noch andere materielle Bortheie, indem nicht nur beinahe alle eingefenbeten Partieen verkauft (ein nassauischer StandeSherr hat sämmtliche Camcllien des Herrn Lucomte in Nancy , wie auch die Azaleen deS Herrn W. S ch c u e r in Heidel­berg an fich gebracht), sondern auch bei einzelnen Blumenzüchtern um­fassende Bestellungen gemacht wurden

Die Ausstellung bat somit nicht allein zur Emporbringung der Blumencultur beigetragen, sondern auch eine nachhaltige Belebung des Verkehrs bewirkt. Dem hohen Blumenfreuud , dessen Liberalität die Ausstellung ermöglicht hat, gebührt deßhalb doppelter Dank.