Einzelbild herunterladen
 

lângern Conferenz derbeiderseitigen Bevollmächtigten zu Stande ackommcn. Beide Mächte sichern sich in demselben gegenseitig die Vertheidigung ihres Besitzstandes zu, und wollen sich eben so in der Wahrung ihrer beiderseitigen Interessen unterstützen. Namentlich wird Preußen für den Fall, wo Oesterreich zur Wahrnehmung seiner eigenen wie der deutschen Interessen sich zum Eingreifen in das kriegerische Zerwürfniß genöthigt sehen sollte, mit seiner Streitmacht Stellungen zur Deckung des Kaiserstaates einnehmen. Es soll hiebei besonders eine Deckung der schlesischen, mährischen und böhmischen Besitzungen ins Auge gefaßt sein,

Berlin, 8. April. Der Herr Ministerpräsident v. Man- teuffel eröffnete soeben unserer zweiten Kammer, daß der L prxuß. Bevollmächtigte in Wien am 6. d. angewiesen worden sei, ein von den Vertretern Englands, Frankreichs, Oesterreichs unb' Preußens neuerdings verein­bartes P r o t o c o l l zu unterzeichnen, worin wieder» holt die Fest Haltung am Stand Puncte der Wie« n er Proto colle von den vier Mächten sanctionirt wird.

Se. Hoheit der Herzog Georg von Mecklenburg/Strelitz ist heute früh von Neu-Strelitz wieder hier eingetroffen und im königlichen Schlosse abgestiegen. Der kais. österreichische Oberst v. Ruff ist mit Depeschen des Feldzeugmeisters Frh. v. Heß nach Wien gegangen.

Wien, 5. April. (Lloyd.) Mit heute aus Berlin ein« getroffenen Nachrichten dürfte der Feldzeugmeister Frhr. von Heß in Wien ein treffen. Der preuß. Flügeladjutant, Oberst­lieutenant v. Manteuffel bleibt bis dahin in Wien.

Aus sicherer Quelle verlautet, daß 10 Infanterie, und 6 Cavallerie-Regimenter: von den im Südosten des Reiches zu­sammengezogenen Beobachtn» gscorps Befehl erhalten haben, sich marschbereit zu halten, um dicht an die serbische Grenze zu rücken. Es ist nicht bekannt, ob diese Maßregel durch das Überschreiten der Donau durch die Russen oder durch die Agitationen in Serbien selbst veranlaßt wurde.

Frankreich.

Paris, 7. April. DerMoniteur" veröffentlicht ein von gestern datirtes kaiserliches Decret, durch welches ein von der Commission für die Welt-Judustrie-AuSstellung (vom 1. Mai bis zum 31. October 1855) vorgeschlageneS Reglement genehmigt wird. Das Reglement zählt nicht weniger als 82 Paragraphen. Es enthält ausführliche Bestimmungen über die Zulassung und Classification der Industrie- und Kunst- gegenstände, sowie über die innere Organisation und die Ueber- wachung der Ausstellung, über den Schutz der industriellen Dessins und der Erfindungen, über das Preis-Jury und die zu ertheilenden Belohnungen ü. f. w. Der Offizier, wel­cher sich, weil er seinen Börsenverbindlichkeiteu nicht nachkom­men konnte, in einem Lefe-Cabinete erschossen hat, hieß de LarminaS und war Fregatten - Capitän, so wie Ordonnanz- Offizier des Königs Jerome, dem er schriftlich angezeigt hatte, daß er entehrt nicht leben könne.

Der Brief des Kaisers von Oesterreich an Napoleon HL enthält an sich selbst wenig; das Wichtigste ist durch die mündlichen Erklärungen des österreichischen Gesandten, Herrn v. Hübner hinzugefügt worden. Der Brief enthält eine un­bedingte (?) Billigung der von den verbündeten Mächten befolg­ten Politik und der von ihnen getroffenen Maßregeln, sodann eine Auseinandersetzung der Gründe, die Oesterreich nicht ge­stattet haben, sich wirksamer zu betheiligen, worunter auch die Verschiedenartigkeit der deutschen Interessen, endlich auch die Zusicherung, daß in einer wenig entfernten Zeit Oesterreich eine entschiedene Haltung annehmen wird. Vorstehendes glau­ben wir verbürgen zu können. Gleichzeitig sollen die Er­klärungen des Herrn Hübner im Wesentlichen auf folgendes Programm hinausgelaufen sein: Absolute Neutralität, so lange die Russen aus dem linken Donauufer geblieben wären; Ausstellung einer Beobachtungsarmee bei Serbien und Bos­nien als Folge des Donauübergangs ; active Cooperation Oesterreichs mit Frankreich und England, sobald die Russen den Balkan überschreiten.

Die Königin Christine von Spanien und der Herzog von Alba werden demnächst wieder in Paris ein­

gehörigen aber ganz sicher zu machen, erklärt er, falls ihnen die Reise unangenehm sei, wolle er sic ausgeben, uno um dies zu bekräftigen, zerreißt er ren Paß. Die förmliche Verlobung geht hierauf vor sich. Doch gleich darauf besorgt der Betrüger, auf Grund des wohlweis­lich an sich behaltenen zerrissenen Passes sich einen neuen, setzt sich auf die Eisenbahn und reist fort. Die wartende Braut empfängt nach einigen Tagen einen Brief, worin der Entflohene ihr abschreibt und ihr seine Abreise nach Amerika unter schmählichen Verhöbnungen an­zeigt. Das war der Unglücklichen zu viel. Sie bekämpft zwar ge­waltsam den hervorbrechenden Jammer; 'doch am anderen Tage be­nutzt sie die Abwesenheit ihrer Angehörigen und erhängt sich mit einer Schnur an der Stubenthüre. Als jene nach kurzer Frist zurückkchren, finden sie das junge Mädchen als Leiche.

** Aus Reichenbach in Schlesien meldet man der Neuen Oderzei- tung folgende Schauderthat: In einem der D örfer Bielau oder Pai- lau (aus dem Jargon des niedern Volkes geht eine Verwechselung zwischen beiden Namen leicht hervor) sei eine arme Wittwe , Mutter mehrerer Kinder, von einem in der Nähe wohnenden Müller in men­schenfreundlichster Weise schon lange durch Mittheilung von Lebens­mitteln unterstützt worden. Vor einigen Tagen begehrte die Wittwe wieder Brod für sich und ihre Kinder von der Frau des Müllers, die indessen noch nicht gebacken hatte und daher die Wittwe aus cige. nein Mangel an Brodvorrath auf den nächstfolgenden Tag vertrösten mußte. Bei diesem Vorgänge war der Müller selbst abwesend. Als er später die Bitte der Wittwe erfuhr, habe er sie für den Tag we­nigstens mit Mehl zu unterstützen beschlossen, ja ras ihr zugedachte selbst in die Wohnung der Armen getragen. Dort soll er nun die Kinder der Wittwe bei dem Genusse von gebratenem Fleisch getroffen und auf die Frage, wo das Fleisch her sei, von einem Kinde die Ant­wort erhalten haben:Die Mutter habe das Jüngste geschlachtet." Als der Müller die Frau suchte, fand er sie in einer Kammer erhängt, dort auch den Ueberrest des getödteten Kindes. Traurig wenn man annehmen muß, daß die ganze Sache wohl nicht leere Erfindung sein

Wieviel davon wahr ist, wird hoffentlich eine Untersuchung der Behörde Herausstellen.

- .* W. Heine erzählt in seinen Reiscbiiefen in derAllgemeinen aus Schanghai Folgendes über die außerordentliche Ge- der Chinesen in künstlichen Handarbeiten und deren sabcl-

.°W Preise. Schanghai ist besonders berühmt wegen seiner «chnltzereikn in Elfenbein, Holz, Bambusrohr und selbst Obstkernen.

treffen. Man spricht von einem BermâblungSprojecte^ welches die beiden hohen Häuser vereinigen würde. Man versichert, der junge Graf v. Galva, ein Bruder des Herzogs von Alba, werde sich mit einer der Töchter der Königin-Mutter von Spanien vermählen.

Spanien.

Madrid, 6. April. Am 30. März hatte in Barcelona eine Bewegung unter den Arbeitern statt; sie wurde am fol­genden Tag vollständig unterdrückt. Die Truppen gaben einen neuen Beweis ihrer Treue gegen die Königin. Ueber die Anstifter der Bewegung wurden Strafen verhängt.

Dänemark.

Kopenhagen, 7. April. Nachdem die Entlassung unse­res Kriegsministers angenommen worden, hat das ganze Ca- binet seine Demission eingereicht.

Heute Morgen ist der Admiral Napier nach Frederiks­borg gereist, um dem Königs von Dänemark seine Aufwar, tung zu machen,

Großbritannien.

London, 5. April. Das 88. Regiment bat sich gestern in Liverpool, begleitet von einer ungeheuren Menschenmenge, eingeschifft; das 23. geht heute wahrscheinlich von Southamp­ton aus direct nach der Türkei. Der Cumberland, (70 Kanonen), der von der westindischen Station einberufen würde, soll gestern Abends im Kanal fignalisirt worden sein. Er hat 600 der tüchtigsten Leute an Bord und wird nach kurzem Aufenthalte in Spithead, wo er Proviant einzunehmen hat, zu Napier's Flotte stoßen. Der Cruiser ist von Shields mit wichtigen Depeschen nach der Ostsee abgedampst. Die Prinzess Alice wird in Woolwich seefertig gemacht und ist ebenfalls für die Ostsee designirt.

Wie derGlobe" meldet, sind gestern Abends zwei grvße K r i e g s d a m p fs ch i f f e mit Beschlag belegt worden, die in Northfleeth bei Mr. Pitcher für den Kaiser von Rußland gebaut wurden und beinahe vollendet waren. Heute früh wurden auch die Maschinen und Kessel confiscirt. Pitcher hatte sich die Arbeit stückweise bezahlen lassen, so daß Ruß­land allein den Geldverlust tragen wird.

Wir haben der Wegnahme eines russischen Handelsschiffes bei Waterford gedacht. Die Zollwache von Waterford glaubte schon einen guten Fang gethan zu haben; es stellt sich aber heraus, daß der Capitän des genommenen Schiffes Tags vor­her einem Kaufmann zu Waterford Schiff und Ladung für 3000 Pfd. Sterl, verkauft hatte. Die Sieger müssen jetzt auf ihre Prisengelder verzichten.

AuS London schreibt man, Herr Victor Hugo beab­sichtige mit seiner Familie seinen Aufenthalt in Spanien oder in Portugal zu nehmen.

Londpil, 8. April. Ruffel beantwortete in der gestrigen Sitzung des Unterhauses eine bezügliche Frage Stuarts mit der Erklärung, daß die englische Regierung von der Zasam- meuziehung österreichischer Truppen an der Gränze Serbiens unterrichtet sei. Oesterreich habe der Regierung zwar seine Absichten in Betreff der Türkei mitgethciit; da jedoch die Correspoudenz darüber noch forldauere, so könne-bi? zu deren Schluß keine weitere Mittheilung erfolgen.

JtdlHiX.

Zum pâbstlichen Haudelsminister wurde Mons. Amici ernannt. In Neapel finden sehr thätige Seerüstungen statt. Das in Caftelamare vom Stapel gelaufene LinienschiffMo­naco" wird in Wehrstand gesetzt. Sämmtliche Dampfer und Segelkriegsschiffe werden mit Munition versehen.

Donaufüxstenthümer.

Berichte aus Jbraila vom 27. melden, daß die Festung Tultscha am 26. noch im Befitze der Türken, aber so hart bedrängt gewesen, daß man die Uebergabe stündlich erwartete. Berichte aus Bukarest vom 29. bringen die Mittheilung, es sei am 28. daselbst ein Courier mit der Meldung cingetrof- fen, Tultscha hätte sich am 27. ergeben.

Nach Berichten aus Jbraila vom 26. sind drei Ba­taillons Pionniere nach Matschin abmarschirt, die, wie ver­lautet den Auftrag haben die türkischen Forts, Schanzen und Wälle an der Donau zu schleifen und dem Boden gleich zu

Heine erhandelte um einen Schilling (% Thlr.) ein wunderhübsches Damenarmband, bestehend aus 12 Pfirsichkernen, die in Form von chinesischen Booten geschnitten waren, deren Fenster man öffnen und die darin sitzenden Personen sehen konnte, deren Köpfchen nicht grö­ßer als Hirsekörner waren. Zwischen den Pfirsisckkernen waren Kirsch- ferne gereiht, als Köpfe in grotesker Form geschnitten, und in der Mitte'des Armbandes hing eine kleine wälschc Nuß von zierlich durch- brochener Arbeit, bestimmt, Porfttmerien aufzunehmen. In Europa würde ein derartiges Armband von so bewunvernswerth kunstvoller Arbeit nicht viel geringer als ein goldenes kommen.

** Das Erdbeben vom 29. März ist, außer in Bern, auch in La- chaurdefonds, Lausanne, Neuenburg und Sitten verspürt worden. Ueberall erfolgte es fast gleichzeitig, am Stärksten, wie es scheint, in Lachaupdcfonds , wo Mobilien in Zimmern und Küchen sich bewegten und Pendulen anschlugen, eben so in ten oberen Stockwerken einiger Quartiere und auf dein Mnnstcrthurm zu Bern, und in Sitten, wo die Leute erschreckt aus vcn Häusern flüchteten. Die Richtung ver Be- wegung war verschieden: während in Lachaurdcfonds dieselbe von Ost nach West ging, bemerkte man in Bern und Sitten eine solche von Nord nach Süd und in Lausanne von Süd nach Nord.

** Während im Jahre 1852 aus der Pfalz 8908 Personen mit ei­nem Vermögen von 2024,000 fl. auöqcwandert sind, betrug die Zahl der Ausgewanderten im I. 1853 9497 Köpfe mit einem Vermögen von 1,578,000 fl. Die Zahl der Ausgewanderten hat daher im Jahr 1853 um 589 Personen zugenommen, deren ausgcfübrtes Vermögen jedoch betrug fast eine halbe Million weniger als im Bo jähre. 4294 sind ohne Erlaubniß 1205 vor Erfüllung der Militärpflicht selbststän­dig ausgewandert.

In dem französischen Dorfe Marignö (Dordogne) lebten zwei Ebelcutc, die, beide über 80 Jahre alt und stets durch die musterhaf­teste Eintracht ihren Nachbaren ein Vorbild, nur noch den Wunsch hegten, einander nicht zu überleben. Gegen Ende Februars zu gleicher Zeit erkrankt, starben sie in der nämlichen Minute und fast im näm­lichen Augenblick.

** Bei Gelegenheit der Gerichtsverhandlungen in Sachen Lumley contra Eyc wegen des Gastspieles der Sängerin Wagner bat sich herausgestellt, daß Jenny Lind im Jahre 1847 durch ihr 39mali« gcs Auftreten dem Director Lumley eine Einnahme von 45,924 Pfd. Sterling verschafft hat. Ja, die Schwedische Nachtigall hat ein Cali- fornien in der Kehle.

machen. Viele Hunderte von Tagelöhnern wurden zur Be­schleunigung der Arbeiten angenommen. Die Truppen auS Sebastopol und Odeffa, welche am 23. fünf russ. Dampfer unterhalb der St. Georgs Mündung ausschifften, sind am 25. in Babadagh eingctroffen, und haben die Flanke deS Mustapha Pascha bedroht, so daß er zum schleunigen Rück­züge genöthigt ward. So viel bis jetzt verlautet, sind 45,000 Mann Russen in der Dobrudscha. Die mit Kühnheit und Präcision auSgeführteu Operationen derselben verdienen un­streitig Anerkennung. Die bei Jbraila geschlagene Floßbrücke besteht aus 60 mit Ketten in Verbindung gesetzten Schiffs- theilen. Sie ist für schwerstes Geschütz fahrbar. In dem von General Lüders verlaffenen Rayon zwischen Pruth und Sereth sind Truppen des General O strn-S a k e n' schen Corps eingerückt.

Ueber die Einnahme der Citadelle Hirsowa wird auS Bu­karest folgende verläßliche Mittheilung gemacht: Montag den 20., also drei Tage vor dem Donauübergange bei Jbraila, passirte Oberst Suroff mit einem Detachement von 2000 Mann die Donaufurch zwei deutsche Meilen unterhalb Hirsowa, und setzte sich gegen die zum Schutze Hirsowa's errichteten Schan­zen in Bewegung. Sein rascher Angriff wurde durch das Feuer von Kanonenbooten unterstützt, mußte aber, da die Tür­ken wüthend kämpften, dreimal erneuert werden. Am 21. waren die Schanzen genommen , am 22. begann die Cerni-" rung, am 23. die Belagerung Hirsowa's. Mustapha Pascha, den'am 22. der Uebergang. der Russen bei Jbraila überraschte, sah sich durch den Uebergang bei Hirsowa und durch die aus Odessa herbeigezogenen Landungstruppen in den Flanken be­droht, und konnte Hirsowa nicht retten. Die Belagerung der Citadelle dauerte vom 23. bis 30., an welchem Tage Früh sie mit Sturm genommen wurde, nachdem ein Theil durch das Bombardement ein Raub der Flammen geworden war.

Nach einer te!. Dep. F. Börs. Synd. aus Bukarest vom 4. April hat eine Schlacht am Trajanswall stattgefun­den. Der Ausgang derselben ist noch unbekannt.

Türkei.

Der Text der unter dem 13. März zwischen England, Frankreich und der Pforte abgeschlossenen Conven­tion lautet nach der Nat. -Ztg. wie folgt:

Da Ihre Maj. die Königin der Vereinigten Königreich» Großbritanien und Irland und Se. Maj. der Kaiser der Fran­zosen von Sr. Hoheit dem Sultan Ungeladen worden find, den Angriff zurückschlagen zu helfen, Welcher von Sr. Maj. dem Kaiseraller Reichen gegen daS Gebiet der hohen Pforte gerich­tet worden isteinen Angriff, durch welchen die Integritäten ! deS ottomanischen Reiches und die Unabhängigheit deS Thro­nes des Sultans sich in Gefahr gefegt finden und da Ihre Majestäten vollkommen überzeugt sind, daß die Existenz des ot­tomanischen Reiches in seinen gegenwärtigen Grenzen für daS Gleichgewicht der Macht zwischen den Staaten Europa'S wesent­lich ist, und da sie in Folge dessen zugestimmt haben, Sr. Hoh. dem Sultan den Beistand zu leisten, welchen er zu diesem Zwecke verlangt hat, so hat eS Ihren besagten Majestäten und Sr Hoh. ttffl'^tféiHt »ugEeffen erschienen, einen Vertrag zu schließen, um ihre Absichten dem Vorhergehenden gemäß zu eonstatiren und die Art und Weise festzuftcllea, in welcher Ihr« besagten Majestäten Sr. Hoheit Beistand leisten werden. Zu diesem Zwecke haben Ihre besagten Majestäten und Se. Hoheit der Sultan zu Ihren Bevollmächtigten ernannt (eS folgen die Namen deS Englischen und Französischen Gesandten und deS Türkischen Mi­nisters des Auswärtigen) jo. welche, nachdem sie sich gegen­seitig ihre Vollmachten mitgetheilt, die in richtiger Form befun­den wurden, über folgende Artikel übereingekommen sind:.

Art. 1. Nachdem Ihre Maj. die Königin der Vereinigten Königreiche Großbritanien und Irland und Se. Maj. der Kaiser der Franzosen bereits, auf das Verlangen Sr. Hoheit deS Sultans, starken Abtheilungen Ihrer Streitkräfte zur See be­föhlen haben, sich nach Constantinopel zu begeben, um dem Ge­biete und der Flagge der Hohen ottomanischen Pforte den Schutz zu gewähren, welchen die Umstände gestatten würden, überneh­men Ihre besagten Majestäten durch den gegenwärtigen Vertrag die Verpflichtung, in noch weiterer Ausdehnung mit Sr. Hohei

e* Gelegentlich der Verinählungsfestlichkeiten Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich kommt im f. k. Hofoperntheater in Wien Rossini'S OperDie Krönung zu RbcimS zur Aufführung, zu welchem Ende der Impresario Hr. Mcrelli den Tert neu bearbeitet.

** Die Rieinpc Rotterdam'sche Courant meldet, daß bei dem Musik- feste, welches int Lanke des Sommers zu Rotterdam stattfindet, die Sänger I. Pischck und Karl Formes, sowieDeutschlands erste San- gerin", Jenny Ney, Mitwirken werden.

** Das Wäldchen von Boulogne führt jetzt in den amtlichen Er­lassen den NamenPark von Boulogne."

** Die Budweiö-Linzer Pferde-Eisenbahn wird schon Anfang Mat mit Locomotiven befahren werden.

Literatur.

** Ein interessanter Fund ist in der k. Hofbibliothek zu München gemacht worden. Hofrath Schlichtegroll nämlich hat ein lateinisches Manliscript von Fridrich Barbarossa entdeckt.

** Bon Karl v. Holtet ist ein neuer dreibändiger Roman,Ein Schneider" betitelt, erschienen.

Charivari.

** Als Grundzug des christlich-germanischen Charakters wurde in den Verhandlungen der preußischen zweiten Kammer von einem Red­ner der tiefe Widerwillen gegen alles Jüdische angegeben. Daher die Abneigung zu handeln, meint der Kladderadatsch.

Das genannte Blatt gibt noch folgende ebenso interessante als umfassende Ausschlüsse über die jetzige Lage der Dinge. Müller: Ju'n Tag, Schultze. - Schultze. Ju'n Tag Müller. M. Na was sagst dc nu? Sch. Dobrulscha babadagh czernowodo kostendschah mustapha pascha (tultscha isaktscLa. M. Ja leider I indeß ick benfe: Duc de Wellington iieptun Jean d acre napier Kronstadt Paix- Kladderadatsch. Sch. Da kannst dc och Recht haben.

*« Ein Trinker, dem man nach Tische Weintrauben anbot, ant­wortete, indem er den Teller zurückgab:Ich danke, denn ich bi« nicht gewohnt, meinen Wein in Pillen zu nehmen.