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Seit einiger Zeit wandern eine Menge russischer Orden in die Donaufürstenthümer.

Petersburg, 31. März. Alle Verabschiedeten sind durch allerhöchsten Erlaß des Kaisers zum Wiedereintritt i» den ac> tiven Dienst aufgefordert worden, unter sehr vortheilhaften Versprechungen von Versorgung, Dekorationen und Pensionen.

Berichte aus Odessa, 25. März, auS trefflicher Quelle, melden, daß nicht ein Kriegsschiff in Sebastopol liegt, und daß man glaubt, 'die Russen führen etwas gegen Varna im Schilde. Die Aufregung der Gemüther in Constantinopel beunruhigt die Regierung sehr.

Oonaufürsteuthümer

Die neuesten Berichte aus Bukarest vom 31. melden, daß die russischen Truppen unter General Oukanow vor Ko- stendschi stehen., Mustapha Pascha sammelt seine Truppen in Karaffu und rückt gegen dir Russen in drei Linien gegen den Trajanswall; u. z. von Hirsowa gegen Tschernawoda von Babadagh gegen Karaffu und Kostendschi. Der Besitz des letzteren Hafenortes ist von großer Wichtigkeit. Die Besatzung rüstet sich zum Widerstand.

General Gort sch ak off wird in Kalarasch erwartet. AuS Bukarest und Fokschan werden ebenfalls Truppen herbei, gezogen. Es scheint, daß die Operationen der Russen ein weiteres Ziel haben als die Besetzung der Dobrudscha allein. Der Uebergang bei Silistria würde zwischen dem 1. und 4. März stattfinden.

Die Einnahme von Maschin durch die Russen wird amtlich bestätigt. Außer diesem Platz sind bereits von den­selben besetzt: Jsaktscha, Tultscha, Hirsowa und Babadagh.

Ueber die Operationen des Lüderh'schen ArmeecorpS in der Dobrudscha erfährt man: Am 26. März setzte sich Gen. Engelhard an der von Matschin an der Donau stromaufwärts führenden Straße mit der Avantgarde in Bewegung, besetzte ohne Widerstand die Dorfschaften gegen Hirsowa und stand am 27. mit etwa 18,000 Mann vor Hirsowa sechst. Das feste Schloß bei Hirsowa war von so unzweckmäßig aufge« worfenen Wällen umgeben, daß eine Vertheidigung derselben von der geringen Besatzung nur aus kurze Zeit geführt wer­den konnte, und dessen Einnahme nach achtstündiger lebhafter Beschießung am 28. März Mittans erfolgte. Die Kanonen, welche die Wälle vertheidigen sollten, eine bedeutende Quan­tität Pulver, Kugeln, auch Vorräthe an Lebensmitteln fielen den Russe» in die Hände. Die Besatzung benützte die bei Hirsowa ausgestellten Kähne zum Rückzüge, dürste aber von den Strandbatterien der Ruffen unterhalb Hirsowa am jen­seitigen Ufer an der Weiterfahrt gehindert worden sein. Um 4 Uhr Nachmittags war die Citadelle von den Russen besetzt.

Die ruff. Fahne wurde aufgepflanzt und ein Courier mit den Schlüsseln des Forts nach St. Pe sburg abgeschickt.

Türkei

Constantinopel, 23. März. Die Gerüchte über die immer größere Bedeutsamkeit des Aufstandes der Griechen werden zwar bezweifelt, erhalten aber in den Maßregeln der Regierung eine Art von Bestätigung. Es find vorgestern wieder 4000 Mann, zum Theil Kavallerie, reitende Artillerie und Schützen, von hier ausgeschifft worden, und der Ueber- fluß an Truppen dahier ist schon nicht mehr so fühlbar. Unterdessen fehlen uns hier die neuen Zuzüge von Truppen nicht, namentlich kommen immer neue Cavalleriemassen an. Unter denselben zeichnet sich eine Anführerin von 500 Kurden aus. Sie ist selbst gekleidet wie ihre Soldaten, mit Plump- hosen, sitzt fest im Sattel, hat im Gürtel Pistolen, Säbel und eine Carabine, mit edeln Metallen und Steinen verziert. Die Türken sprechen von ihr wie von einer Kiss (Mädchen), allein dem Ansehen nach kann man ihr wohl 60 Jahre geben. Die Pforte hat in England Maschinen für 2 Schrauben« zweidecker und 943 eiserne Paixhans bestellt."

Constantinopel, 27. März. (A. Z.) Die Flotten sind am 24. März nach dem schwarzen Meere abgegangen; zwei Schiffe sind zurückgeblieben. Die ersten Kricgsoperationen sollen vor Odessa vorgenommen werden. Der Scheich-ül-Js- lam und Rifaat Pascha haben ihre Stellen niedergelegt. (Die­selben sind die Hanptgcgner der Cbristenemancipation.) Arif Effendi ersetzte den ersteren, Schekib Effendi den letztern. Dem Gesandten von Griechenland ist bis 29. d. eine Frist zur Abreise eingeräumt, den übrigen Griechen eine dreiwöchige Abreisezeit bewilligt, von ihnen jedoch der Schutz der West. Mächte aiigesprochen. Bis 29. März werden die Truppender Westmächte in Gallipolis erwartet. Alle Hauptwachen sind heute verdoppelt.

In Adrianopel soll eine Revolution ausgebrochen sein, die Veranlassung dazu hätte die Nachricht der sogenannten Christen - Emancipation gegeben. Es ist dieß übrigens bis jetzt nur ein Gerücht.

. Griechenland.

Athen, 31. März. (A. Z.) Die Regierung hat den Westmächten erklärt, sie könne die Bewaffnungen und Aus­wanderungen nicht verhindern. Die Lebensmittelausfuhr ist verboten. Die Pforte hat auf griechische Schiffe Embargo gelegt. Gerüchtsweise melde ich Ihnen, daß die Pforte be- absichtigt, einen andern Gesandten zur Schlichtung der Dif­ferenz hieher zu schicken. Der Finanzminister und der Justiz- minister hatten ihre Demission eingereicht, letzterer dieselbe wieder zurückgenommeu. Die Zahl der Insurgenten wächst, sie leiden jedoch Mangel an Munition. Einem Gerücht zu­

folge ist das Fort Suli von den Aufständischen genommen. Grivas steht noch vor Janina, Tzavellas in Peta, Zervas durchstreift Albanien. Die Communicatio» zwischen Prevesa und Arta ist frei. Hadschi Petros hat nach dreitägigem Kampf den Zeinel Pascha bei LeutroS zurückgeschlagen. Oberst Papakosta errang einen Sieg bei PlatanoS.

Neueste Nachrichten.

* Wiesbaden, 7. April. Gestern Nachmittag 4 Uhr fand in beiden Kammern öffentliche Sitzung statt. In der ersten Kammer beantwortete der Hr. Reg.-Com. die In­terpellation des Domherrn Diehl wegen der Temporalien. sperre dahin, daß der Gegenstand nicht vor die Stände gehöre. In der zweiten Kammer gab Reg.-Comm. Fa- be r bezüglich der vom Abg. Braun und Genossen gestellten Interpellation wegen der Eröffnungsrede des Hrn. Staats­ministers eine Erklärung ab, wonach die Regierung vom rein objectiven Standpunkte aus über den Fortgang der Geschäfte bis zum Schluffe des 1853t Landtages sich geäußert habe. Hierauf erfolgte in jeder Kammer die' Mittheilung, daß höch. ster Entschließung zufolge die Ständeversammlung im Hinblick auf die bevorstehende» Feiertage bis zum 30. d. Mts. einschließlich vertagt sei. Zufällig werden sicherem Ver­nehmen nach vor Ende des Monats auch die beiden Neu­wahlen zur ersten Kammer stattfinden.

Berlin, 6. April. Se. Hoheit der Herzog Georg von Mecklenburg-Strelitz hat heue Nacht V42 Uhr seine Rück, reise nach St. Petersburg angetreten.

Der Commandant des 5. Armeecorps General v. Tietzen und Hennig wird heute Abend oder morgen früh von Posen hier cintreffe».

DaSCorre.'B." schreibt:Dem Vernehmen nach hat unser Gesandter in London, Ritter Bunsen, Urlaub erhal­ten , um seine angegriffene Gesundheit durch den Gebrauch von Bädern wikderherzustelleu."

Einem Privatschreiben aus St. Petersburg entnimmt dieOstd. P." die Nachricht, daß der kais. russische Hof von St. Petersburg nach Moskau zu übersiedeln gedenke.

Wie aus Constantinopel vom 27. v. Mts. noch nach, träglich gemeldet wird, sollen die Moscheengüterin Staatsgüter verwandelt werden.

Frankfurt, 6. April. Bei der heute hier stattgehabten 8ten Ziehung 6ter Classe der 1 Lösten hiesigen Stadtlotterie ge­wann Nr. 9153 2000 fl., Nr. 17604, 1904 und 19372 jede 1000 fl., Nr. 3280, 22952 und 10481 jede 300 fl.

Verantwortlicher Neoactcur: Dr. I. Aoczek

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Morgen« 7 Uhr. Mittags 12 Uhr.

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57, Lombard.-Venet. (b. R.)

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5/, do. 1851. A.......

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4'/,% Metalliq........

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Papier

71

1001

Geld 79 70'/. 61 61 617. 55 993

Rheingau (Eilwagen.)

Morgen« 7 Uhr 30 Min. Morgens 10 Uhr 35 Min.

Nachm. 3 Uhr 45 Min. Nachm. 5 Uhr 30 Min.

Englis che Post.

Morgen« 10 Uhr. Nachm. 3-4 Uhr, Dienst, ausg.

AbendS 9 Uhr 30 Min. Nachm 4 Uhr 30 Min. Französische Post.

AbendS 9 Uhr 30 Min. Nachm. 4 Uhr 30 Min.

250 fl. Loose...........

500 fl. Loose...........

Preuße», 37,7, Staatsschuldscheine..

Bayern, 3%7, Obligationen.......

Bexbacher Eisenbahn-Actien........

Würtemberg, 37,7, Obligationen ...

[61

83% 99%

647,

32% 857,

86

84

86

IO27,

837,

Abgang und Ankunft der Lifenl

Abgang von Wiesbaden. Il An k u ns t t Morgen«, j Nachmittag«: Morgen« : SU. : 2 U. 15 M. 7 U. 45 M.

8 U. i 5 U. 35 M. 9 U. 35 M

10 ll. 15 M.. 8 U. 25 M H 12 u. 45 M,

>ahn;Sgc.

n Wiesbaden. Nachmittags:

2 U. 55 M.

4U. 15 M.

7 U. 30 M.

m u. M.

47,7o neue Obligationen

Baden, 3'/,"/»Obligationen v 3- 1842 L.-A « 50 ff. b. G. ii. S...... j 35 ff. Loose v. 3- 1845 ...... i Kurhessen, Friedr.-Wilh.-Nordb.-Actien 40 Thlr. L. b. R.........

i Darmstadt, 37,7. Obligationen ....

857,

377, 37% 327,

Frankfurt, 6. April 1854.

Gold und Silber.

Neue Louisv'or.......R. 10 50 kr.

Pistolen........... 9 39-40

Preuß. Friebrichsd'or . . . . 10 7-8 Holl. 10 fl. Stücke..... 9 46-47

Ranbducaten ........ 5 32-33

20 Francsstücke ....... 9 24-25

Engl. Souverains ...... 11 46%-47

Gold al Marco....... 374-376

Preuß. Thaler ....... 1 47-7.

5 Frankenthaler . . . . . . . 2 207,-21

Hochhaltig Silber...... 24 30-32

Darmstadt, 47» Obligationen...... 50 fl. Loose...........

25 fl. Loose...........

Nassau, 57. Obligationen b. Rothschild 40/

U * /0 , ,/ // ,/

// 3 7,7o

25 fl. Loose..............

Frankfurt, 37, Obligationen........

37i% Obligationen v. 1839

3717« Obligationen v. 1846

TaunuS-Eisenbahn-Actien ......... Franksurt-Hanauer-Eisenbahn-Actien .. Holland, 47, Certificate...........

2%7o Integralen.........

Spanien, 37, innere Schuld........

17o Neue..............

Disconto......................

Vereins 10 fl. Loose.............. Darmstädter Bankactien...........

Weimarische Bankactien...........

Papier

91%

257,

847, 93%

93 %

82

327,

77.

214

907,

Geld 93%

27% 997.

96

86

93% 937. 296 81%

54

32% 16%. 1 8/ 0 1 /4 0

212

90

VörkenLourse.

Wien, 6. April. SpCt. Metall. 86. 47iPßt. do. 767,. 5pCt. L.-Ben. 99. - Bankac'ien 1165. 250 fl. Loose 118. K.-F.-Rb. 220%. - W. auf London 13 fl. 30 kr.

Paris, 5. April. 3pEt. R. 62, 25. - 4%p^t R. 8885. - Oester. - -. - Innere Schuld 317, Span, neue Diff. 16.

- 6. April. 3pCt. R. 63, 20. - 3p6L Span. 327,. IpCt. Span. 167,

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