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Transport fl. 35113 für dreimaligen Bau und sonstige Koste»

an Hestweiden rc. . . . fl. 30. kr.

für 35 Karren Dung â fl 2. 30 kr., wenn alle zwei Jahre ge­düngt wird...... fl. 87. 30 fr.

für P sâble .......fl. 5. kr.

für Herbstkosten v. '/, St. fl. 10. 30 kr.

für 1/, Stückfaß.....fl. 12. fr.

fl. 145. fr.

also von circa 8 Morgen in 1 Jahr fl. 1160 und in 10 Jahren............. fl. 11600

bleiben in 10 Jabren........... ft. 24173

' Mithin repräseutire» die circa 8 Morgen ein Capi­tal von circa fl. 48000 ä 5% und der Morgen die­ser unbestreitbar kostbarsten würde demnach nicht höher als fl. 6000 zu veranschlagen sein.

Was soll man nun dazu sagen, wenn für viel schlech­tere Weinberge weit höhere Forderungen und Taxatio­nen gemacht werden? Sollten einsichtsvolle und ein­flußreiche Männer nicht alles ausbitten, ungehörige For­derungen auf ihr richtiges Maas zurückznführen, um ein Unternehmen in einer so schweren Zeit ermöglichen zu helfen, welches außerdem noch Schwierigkeiten genug zu überwinden hat. Oder sollte den Rbeingaucrn eine Eisenbahn auf der linken Rheinseite vielleicht angeneh­mer sein ?! ? Fast sollte man eS glauben.

5 Aus dem Justizamt Hochheim vom 25. März 1854. Kürzlich fand in unserm Amtsbe­zirke ein Selbstmordversuch statt. Ein Mann von Drecken- heim, an dem Bach bei der Ziegelhülte unterhalb Ig­stadt vorbeigehend, sah nämlich dicht an dem Bache einen Korb stehen, wurde dadurch aufmerksam gemacht, und entdeckte nicht weit davon in dem Bache eine Weibs­person, welche auf dem Gesichte in dem eben nickt tiefen Wasser lag. Die Person war ledig und aus dem Dorfe Langenbain. Dieselbe wu de auf einem Karren, dem Anscheine nach ganz leblos, nach dem nahe gelegenen Dorfe Breckenheim gebracht, und kam, nachdem die Wiedcrlebung-vcrsuche durch Reiben u. s. w. gemacht worden waren, wieder zu sich. Die Ur­sachen dieser Tbat sind im Publicum nicht bekannt; da indessen diese Person früher mit einem jungen und armen Burschen verlobt war, welcher nirgends seine Reception erlangen konnte, so liegt die Vermuthung ziemlich nabe, daß der Gram bierwegen die Schuld an diesem traurigen Selbstmordversuch trägt.

Dom Rhein, 25. März. (M. I.) Die in al­len Ländern Europa's verbreiteten Meister der Revo­lution sehen sehnsüchtig dem Augenblicke entgegen, wo die russisch-türkischen Wirren stoß der verschiedenen Mächte: England, Frankreich und Rußland herdeifübren, als Folge dessen sie einen allge­meinen Krieg für unausbleiblich halten. An diese Ereig­nisse knüpfen sie die weitere Hoffnung, daß dann endlich auch die Reihe an sie kommen werde, daß die Radica- len, Rotben und Anarchisten aller Orte sich erheben, die { gegenwärtigen staatlichen und socialen Zustände Umstür­zen und auf den Trümmern alles zur Z.it Bestehenden die Herrschaft des s. g. Volkes, die Anarchie, Gemein­schaft der Güter u. s. w. ins Werk letzen werden. Da­rum überall die Rührigkeit und Thätigkeit aller zur re­volutionären Propaganda Gehörenden. In London, dem eigentlichen Schmelzofen der Revolution, leiten Kossuth, Ledru-RoUin, Willich und wie sie alle heißen die Koryphäen der Umsturzpartei, die Pläne und Un­ternehmungen, welche zum langersehnten, unverrückt ver­folgten Ziele führen sollen. Emissäre nach allen Thei­len der Welt geben von hier ab und kommen hier an, so kürzlich auch Amand G ö g g, der bekannte Finanz­minister Badens während der Revolutionszeit, welcher von America herübergekommen ist, während sein Freund Hecker dort zurückgeblieben ist, aber sein bisheriges ruhiges, stilles Leben aufgegeben bat und von Neuem wieder in politische Thätigkeit getreten ist. Nach Paris, wo der radicalen Elemente und des revolutionären Zündstoffes mehr wie zu viel vor­handen, wo zur Zeit auch der ehemalige badische Gene- rallssimuS MieroSl awSki, Fürst Czartoryski, General Dembinski und viele andere revolutionäre Notabilitäten sich aufbalten, ist Garibaldi, Kinkel und Arnold Ruge mit einem kleinen Anbang poli­tischer Gesinnungsgenossen vor Kurzem von London aus abgegangen. Nach Deutschland, Posen und in die österreichischen Staaten sind theils von Lou­don, theils von Paris auS Emissäre obgesandt worden, auf deren Schlauheit und Thätigkeit, nach den Proben, die sie bereits abgelegt, man sich verlassen zu können glaubt. Tie Schweiz bedarf dergleichen nicht erst, sie ist längst der Spuckuaps, welchem alle Länder Europa'S ihre revolutionären Elemente überweisen. Nach Pie- mont dagegen, um dem übrigen Italien nahe und gleich zur Hand zu sein, hat sich Mazzini mit einem seiner tüchtigsten Agenten, dem Obersten Masi begeben, um die Thätigkeit sowohl seiner Anhänger als seiner zahlreichen Agenten dorten zu überwachen und zu leiten. Wer könnte nach allem Dem der europäischen Revolu tionSpropaganda Rührigkeit und Thätigkeit absprechen? Möchten unsere Regierungen daS Alles wohl beachten 1

j und entsprechende Maßregeln ergreifen, so lange es noch - Zeit ist! (Darunter sind wohl nicht unsere Regierungen am Rhein gemeint, Baden z. B. hat keine Zeit an die rothen Freischärler zu beulen, diesem scheinen dieschwarzen Freischärler" beachtenSwertber.)

Frankfurt, 24. März. Die Bundesversammlung hielt gestern wieder eine Sitzung. Die Angelegenheit der Schiller'sche» Erben wegen Verlängerung ihres VerlagSprivilegiumS, über welche vor sechs Wochen die JustructionSeinholung beschlossen wurde, gelangte zur Behandlung, wurde jedoch nicht abgeschlossen, sondern ging an den Ausschuß zurück. Preußen ertheilte durch den Präsidialgesandten, als Substituten des noch ab­wesenden königl. preuß. BundeStagSgesandten, nachträg­lich dem Beschlusse über die Pensionirung des Contre- ^dmiralS Brommy seine Zustimmung. Eine Be­schwerde der Gesammtlandschast von Anhalt in Verfas- sungsangelegenheiten wurde der anballschen Regierung zur Aeußerung mitgetheilt. Für die BunbeScentralver- waltung wurde eine Matricularumlage beschlossen.

München, 23. März. Die bisherigen Mit­theilungen über die sich kundgebende Betheiligung an unserer Industrieausstellung bezogen sich hauptsächlich auf die deutschen BuudrSstaaten , während von Baiern seihst wenig »eilautet. Nach vorläufigen Mittheilungen läßt sich schon jetzt mit Btstimmihtit annehmen, daß die Zahl der Aussteller aus Bayern sich nahe an 2000 be­laufen wird. Von den verschiedenen Kreisen liefern Mittelfranken das stärkste Contingent, nämlich gegen 600 Aussteller, die großentheils den gewerbreichen Städten Nürnberg und Fürth angehören dürsten. Nach Mittelfranken fällt dir stärkste Betheiligung auf Schwa­ben und Neuburg. Der jung, talentvolle Dichter Paul Heyse, euch als vortrefflicher Uebersetzer proven- calischer und spanischer Lieder bekannt, hat von Sr. Majestät eine jährliche Pension aus der CabinetSeasie wie der Dr. Bodenstedt erhalten und wird demnächst seinen Aufenthalt in München nehmen.

München, 27. März. Die Braut deS Kaisers von Oesterreich verzicbtkle heute feierlichst im Thron- saale auf das ihr zustehende Recht der Erbfolge in Bayern.

Kassel, 27. März. Se. königl. Hoheit hat den von den bochseligen Landgrafen Carl und Friedrich zu H.ssen abstammenden Prinzen und Prinzessinnen zu Hessen daS PiädicatHobelt" verliehen.

Hamburg, 27. März. Eine aus Ny borg hier tingctroffene Privat-Depesche von Morgens 9'/, Uhr meldet, daß die en g lisch e Flotte, 23 Segel zäh­lend, mit Admiral Napier unter den üblichen Salut­schüsse» nach Kiel vorbeiacsegelt sei.

Danzig, 18. März? Nachdem der Eisgang in unserm Sßenrfetarnie glücklich vorübNT' chwffrru- ^ Be­wohner unserer Niederung, daß auch das nachfolgende Hochwasser sich obne Gefahr für sie verlaufen würde, leider ist eS aber anders gekommen. Die Weichsel hat gestern früh bei Rothe Krug, etwa zwei Meilen von hier, den Damm durchbrochen und nachdem eS den angestrengtesten Arbeiten der umliegeudeu Ortschaslen nicht gelungen war, dem schon früher errichteten Fang­damm Haltkraft zu geben, ergüßl sich seit Vormittag der Strom in einer Breite von mehreren Hundert Schritten mit furchtbarer Gewalt in unser Werder. Eine Abtheilung Pionire, welche aus der Stadt requi- riit wurde, arbeitete sofort an zwei Durchstichen nahe bei Neufähr, um daS Wasser von den Ländereien wie­der in die Weichsel zurückzuführen, sobald eS auf dem Lande höher alS im Flußbette steigt. Diese Arbeit wurde noch Abends vollendet, und sie wird etwas Hilfe gewähren, wenn daS Wasser in der Weichsel nicht wei­ter steigt und kein Sturmwind eintritt. So weit das Auge reicht, sind die im Umkreis, von mehreren Mei­len belegenen Ortschaften unter Wasser. Die Verhee­rung ist sehr groß, einzelne in der Nähe des Durch­bruchs belegene Gehöfte sind von der Gewalt des WasserS umgerissen, und die Bewobner konnten bei dem so plötzlichen Eintreten b?r Gefahr nur wenig Vuh und Sachen rette«. Eine solche Katastrophe hat die Bewohner unsers Werders seit 1829 nicht getroffen.

Berlin, 26. März. Die beantragte Erhöhung der Malschsteuer ist von der der ersten Kammer Commission abgelehnt worden. Nach dem heute ausgegebenen, von Herrn v. Meding verfaßten Berichte ist dieser Beschluß gefaßt, ungeachtet von dem Herrn Fiuanzminister eine sehr vollständige Auskunft über die Lage deS Staats­haushaltes gegeben wurde, auf welche das Gouverne­ment die Nothwendigkeit einer baldmöglichsten Vermeh­rung der Einnahmequellen der StaatScasien begründete.

Die Commission der zweiten Kammer, welche mit der Vorbcrathung einer Anleihe-Vorlage beschäftigt ist, hat auch in den letzten Tagen ihre Erörterungen über die RegierungSpolink in der orientalischen Streitsrage fortgesetzt. Die OpposilioiiSNütglieker beharren aus ihrem Verlangen von Bürgichasten dafür, daß die ge­forderten Geldmittel nicht schließlich für den Krieg im Bunde mit Rußland verwendet werden. Die Regie­rung ihrerseits ist fest entschlossen, eine CreditbewiUi- gnug. die ihr bedingungsweise oder unter gewissen Vor­aussetzungen gewährt würde, nicht anzunehmen. Indessen ist, obschon in der Creditcommission der zweiten Kam­mer noch bestimmtere Erklärungen unserer Regierung

verlangt werden und diese Forderung sich sowohl im Commlssionsberichte, als auch später in der Plenar­sitzung geltend machen dürste, doch, wie daSC.-B." glaubhaft vernimmt, ein einstimmiges Votum der Com­mission f ii r die CrcdttbewlUigung zu erwarten.

Wenn zwischen Regierung und Kammern eine Eini­gung über die Anleihe erfolgt, so kommt demnächst die Art und Weise ihrer Effecluirung zur Sprache. Mit auswärtigen Banquiers das Geschäft abzuschließen, hat man wenig Neigung, eben sowenig für Ausgabe von Bankscheinen, und das Wahrscheinlichere ist daS Ein­schlagen deS Weges der Snbscriptiou, d. b. einer frei» willigen Anleihe im Lande. Bis jetzt neigt sich das Urtheil zu Gunsten solcher Maßregel.

tu 3» den Kammer» steht in Pccßsache» eine ärgerliche Scene bevor. Bekanntlich hat die f. sâchs. Regierung derAulhogr. Correspondenz" den Postdebit entzogen. Infolge dessen geschah die Versendung unter Kreuzband. Es sollen nun Beschlagnahmen dieser Untern auf der Post stattgefunden haben, worin man eine Verletzung des BrlrfgrheiMttisseS erblickt. Herr Wentzel wird, wie eS heißt, deshalb interpelliern.

Gestern Morgen kam hier bekanntlich der eng­lische Courier aus St. Petersburg an, welcher befehligt war, die Rückäußerung des Kaisers von Ruß^ land auf das englische Ultimatum in Empfang zu neh­men. Er übergab dieselbe dem hiesige» englischen Ge­sandten, Lo.d Blomfield, der sogleich von hier auS über Hamburg durch eine telegraphische Depesche dem Admiral Napier communichte, daß d er Kriegs­fall ei »getreten sei, und daß derselbe gemäß seiner Verantwortlichkeit die Operationen gegen den Feind beginnen solle. DieNückänßerung" des Czaren besteht, wie bekannt, kann, daß er gar nicht geant­wortet hat.

Wie dasCorr. B." berichtet ist dem englischen Gesandten am hiesigen Hofe vor kurzer Zeit die Weisung geworden, sich der getreuesten Be>ichte>stattung über die hiesigen politischen Fiuctuationen zu befleißigen, indem das englische Cabinct auf die genauesten Berichte über die Verhältnisse an den deutschen Höfen jetzt den größten Werth legen müsse.

Wien, 25. März. DieWien. Ztg." meldet amtlich, laß die Gejammtsumme der Einzeichnnugen auf daS neue Verloosunganlehen 50,141,500 fl. beträgt. Die hiernach zu repartirende Ncduclion wird nur die Subscribent.n von 300 Loosen und darüber treffen.

Oberst Fautz, kaiserlicher Liniensck iffScap'tân, soll sich von hier nach England zur Uebernahme der auf den dortigen Werften im Bau begriffenen und nunmehr ihrer Vollendung nahen zwei österreichischen Kriegsdam- Pfet begeben.

Nach derD. A. Z." sind sämmlick, der italieni- schtn Armee angehörige Trupnenköiper auf den Kriegs­fuß gesetzt worden. ES sind dies nicht weniger als vier volle Alineecorps, daS 5., 6., 7. und 8. AuS Ungar n , 22. März, schreibt man demselben Blatt: Es ist höher« OrtS der Befehl zur Organisirung der Slabsbragoner, SlabSinfantcrie und Boteujäger ringe* tioffen, Truppen, welche nur für OperationSarmeen erriet werden und die Bestimmung zur Deckung be» Hauptquartier- , Ueberbringung von Depeschen rc. be­sitzen. Auch ein Brückentrain mit den nöthigen Pon­tons ist nach Semlin abgegangen.

DemCzas" wird ans Wien vom 21. März be­richtet: In der gestrigen Audienz deS Baron M>yen- dorff bei dem Kaiser überreichte Ersterer eine Note deS Petersburger CabiiiekS, in welcher die Neutralität Oester­reichs in Uebereinstimmung mit Preußen und dem deut­schen Bunde anerkannt wird. Rußland erklärt sich mit dieser Haltung Mittel Europas zufriebengesteUt und hofft, daß die Zukunft die deutschen Negierungen von der auf­richtigen Freundschaft des Petersburger HofeS für sie überzeugen werde. Die eventuelle Besetzung BoSniens und Serbiens durch Oesterreich wird acceplirt und at» der Neutralitätspolitik angemessen erachtet. Hr. v. Fon> ton begibt sich von Bukarest nach Belgrad, um wegen der Angelegenheit der österreichischen Expedition Rück­sprache zu nehmen.

Abweichend von den sonst beinahe übereinstimmen­den Nachrichten wird der Köln. Ztg. auS Wien ge­schrieben: Die Unterhandlungen, welche Preußen eiöff- uet bat, werden nicht ohne große Schwierigkeiten dnrch- geführt werden können, da unsere Negierung dnrch bi* Rücksichtslosigkeit Rußlands in Verwerfung aller öfter# reichlichen Vorschläge in einer höchst gereizten Stim­mung gegen das Petersburger Cabinet sich befindet. Der russische Gesandte von Meyendorff bat zwar die sreuudiichste» Versicherungen von der Welt ertheilt und die Erklärung abgegeben, daß Rnßland bei dem jetzt wahrscheinlich bevorstehenden Uebergange über die Do­nau bei Brailow durchaus nicht die österreichischen In­teressen beeinträchtigen werde; aber diese Erklärungen wurden zu oft schon wiederholt, und die russische Wirth­schaft in den Donau Ländern empört. Neulich hat der­selbe gar Verhandlungen über die Emancipation der Christen in Anregung gebracht. Man sieht, Rußland sucht Oesterreich auf jede Weise von den Weflmächten abzuziehen. ES dürste übrigens hervorzubeben sein, daß in den Preposilionen des Wiener Hokes an Preußen die Anträge in der Convention der West-