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Abtheilung d e r vereinigte u Flott wird ihnen Nachfolgen, um den Sulinaarm wieder frei zu macken. Drei Kriegëdampfer sind nach Athen geschickt worden, um den König Otto a u fz u f o rd er n, die Bildung griechischer Fleisch garen zu ver­hindern.

Schweiz.

Aus der Schweiz, 20. März. Der französische Gesandte bei der Eidgenossenschaft ist nach Paris beru­fen worden und sofort am 15. d. M. dahin gereist. An demselben Tage behandelte der große Rath von Tessin das Budget, das ein Deficit von mehr als 400,000 Fr. zeigt. Die Ultraradikalen im Verein mit der äußersten Rechten machten deßhalb lebhafte Angriffe auf die Regierung, die Mehrheit verschob jedoch die Berathung auf die nächste Sitzung, und ertheilte in* zwischen dem Staatsrath die erforderlichen Vollmachten. Die Verhandlungen im großen Rathe von Genf werden ziemlich scandalös. Die Art, wie neulich Staatsrath Camperio das charakterlose Treiben des JameS Fazy zeichnete, wobei er die Genugthuung hatte, daß sogar der jetzige große Rath den ZerstörungSplä- neu gegen die Akademie keine Folge gab, scheint Fazy aufs äußerste erbittert zu haben. Bei Fortsetzung der Budgetberathung ergab sich ein neuer Anlaß zu Streit; die beiden Brüder Fazy griffen einen begehrten Credit von 5000 Fr. für Eisenbahnstudien an, den Camperio vertheidigte. James Fazy ließ sich nun soweit geben, die italienische Aussprache Camperios Nachznäffen, wofür ihn letzterer als Possenreißer bezeichnete. Die Sitzung mußte wegen dieses Skandals unterbrochen werden, der angegriffene Credit wurde aber bewilligt.

Der Prozeß Contini scheint in ein neues Sta­dium treten zu sollen. Der Untersuchungsrichter, Hr. Labhardt, hatte kein Verbrechen finden können und deß­halb schon vor einigen Wochen die Arten mit dem An­träge abgegeben, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. Anderer Ansicht in Hinsicht der Schuldfrage ist nun aber der Generalanwalt, der mithin die Unter­suchung'wieder ausgenommen, und gleichsam als zweiter außerordentlicher Untersuchungsrichter neue Verböre und die Sammlung neuen UntersuchungSstoffeS veranstaltet hat.

Nelgie«.

Brüssel , 22. März. Die Repräsentanten - Kam­mer beseitigte gestern einen von Hrii. Orban gestellten Antrag bezüglich Unterzeichnung der Journal-Artikelin Erwägung, daß das Land gegenwärtig keine Aenderung der die Presse betreffenden Gesetzgebung verlange", durch die Tagesordnung. Der Justizminister hatte Ramens der Regierung erklärt, die Jubclrachtnahme des Antra­ges nicht unterstützen zu können.

Es ist, wie dieJndepend." berichtet, nickt wahr, daß der Graf von Paris seine militärische Laufbahn in dem weimarischen Militär beginnt.

Niederlande.

Der Jndependauce Beige wird unterm 22. März aus dem Haag geschrieben:Bekanntlich beantragt die Regierung eine Erhöhung des Kriegs-Budgets um 1,7000,000 Gulden. Als Gründe gibt sie zuerst die Tbcucrnlig der Lebensmittel und der Fourage, dann aber auch die Nothwendigkeit an, die Aimee in brauch­baren Zustand zu versetzen und namentlich die Kriegs- Marine aus ihrem Verfalle .emporzubringen.

Dänemark.

Kopenhagen, 19. März. Die englische Flotte ist noch immer nicht hier angelangt. ES stellt sich die Ansicht fester, daß die Hauptstärke der englischen Flotte noch eine kurze Zeit im Kattegat verbleiben, und auf Grund einer an Napier gelangten Ordre aus Englaud nur ein Observationsgcschwadea nach Kiel entsandt wer­den soll. So schreibt dieFlensburger Zeitung." Es verdient bemerkt zu werde», daß für die nächste Ope- ralion jener Flotte Nyeborg am großen Belt als Mit­telstation zwischen Gothenburg (Wingo) und Kiel dcstg- nirt worden, nachdem derHecla" ' dieses Fahrwasser sondirt hatte. WaS den Sund betrifft, so sind merk­würdigerweise biS jetzt noch nicht die üblichenSeezei- cken" zur Sicherung des Curses tiefgehender Schiffe dort auSgclegt, wiewohl das Wasser eisfrei ist, und ge­wohnheitsmäßig jene Seezeichen am 1. März aufgelegt zu werden pflegen.

Schweden.

Stockholm, 17. März. Aus einem vorgestern an den Reichstag gelangten königlichen Schreiben ersteht man, daß der Kaiser von Rußland unterm 7. d. die schwedische Neutralität anerkannt hat. Aftonbladet zu- chlge war diese Anerkennung von einem eigenhändigen Schreiben deS Czaaren an den König Oscar begleitet, in welchem jener in sehr verbindlichen Ausdrücken seine Zufriedenheit mit der Neutralitäts-Erklärung zu erken­nen gibt.

èkagen, 18. März. Eine große Anzahl engli- ^'" ^^ogsschiffe (Segel. und Dampfschiffe) sind gestern und heute hier vorbei nach dem Kattegat passirt, so daß man annehmen kann, die englische Ostsee Flotte befinde sich jetzt im Kattegat. _ (H. N.)

Vroßbiltannte«.

London, 23. März. Lord Palmerston leidet seit einigen Tagen an einem heftigen Gicktaufalle, befindet Uch aber wieder auf dem Wege der Besserung. Für

die von Rothschild negocirte türkische Anleihe werden bereits 2 Procent Agio gezahlt.

Das neue französische Anlehen ist hier auf pari bis/2 über pari zurückgegangen. Russische Pro­ducts sind fortwährend im Steigen begriffen.

Von Seiten der Regierung ist bekannt gemacht wor- den, daß aus neutralen Häfen kommende Schiffe keine U r s p r u u g s c e r t i f i c a t e der Ladung wer­den vorzuzeigen brauchen, da in diesem Falle die Ladung durch die Flagge gedeckt werde.

AuS Preston wird telegraphirt: Cowell, Grims­haw, Lang, Garddiner, Wood und Brockleburst sind vor die Jury in Liverpool gewiesen, aber gegen Bürg­schaft auf freiem Fuß belassen. Die Stadt ist ruhig.

Der Wie ne r Berichterstatter derTimes" schreibt: Sie wissen wohl, daß sich Niemand mehr freuen würde als ick, wenn Oesterreich und England auf gutem Fuße zu einander ständen; aber meine Pflicht gebietet mir, cs offen und klar auszusprechen, daß die jetzige Politik Oesterreichs den Russen weit mehr Vortheil bringt, als den westlichen Mächten. Die russischen Truppen wer­den sich streng.defensiv verhalten, und man hält es für Höchst wahrscheinlich, daß die vereinigten Anstrengungen der Franzosen, Engländer und Türken nicht hinlänglich sein werden, sie aus den Fürstenthümern hinaus zu werfen. Wenn die Heftigkeit des Kampfes beide Theile erschöpft hat, wird Oesterreich vermuthlich wieder als Vermittler auftreten und durch seine Position im Stande sein, den streitenden Mächten die Friedens-Bedingungen beinahe vorzuschreiben. Sollte jedoch das KriegSglück dem Czaren abhold sein und der Erfolg der westlichen Mächte eit genug gehen, um das europäische Gleich- gewicht zu gefährden, dann würden die deutschen Mächte aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Einfluß in die Wag- schale des gebeugten Czaren werfen."

DaS SonntagSblattLeader" macht die Bemerkung: sei geradezu unverschämt, der prrußischen Regierung Vorwürfe wegen ihres Zauberns zu machen und ihr ein Vertrauen zur englischen Politik anzusinnen, welches die meisten denkenden Engländer selbst nicht besitzen.

□tauen.

Neapel, 14. März. Seit einigen Tagen befindet sich Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen hier, der während der strengen Fastenübungeu des Hofes sich mit Ausflügen nach Pompeji, Bajä, Pozzuolo und in die Ruinen unserer Umgegend unterhält. Zwei Offiziere seines Gefolges wurden am vergangenen Doilnerstag bei einem Ausflug nach dem Kloster der Garmellter beraubt.

Palermo, 13. März. Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen wird heute hier von Neapel erwartet.

Nufflauö.

Petersburg, 16. März. Der Kaiser ist gestern von einer Jmpeciwusreisc aus Finnland zurückgekehrt. Die Aufforderung dec beiden Seemächte zur Räumung der Douausürstenthümer, welche schon seit einigen Ta­gen hier cingegangen ist, soll nicht ganz gleich lauten, insofern von der einen Seite der 25., von der" andern der 30. April als letzter Termin zur Räumung gestellt wäre. Dem Vermuthen nach wird die Antwort dahin erfolgen, daß in Paris und London die Gründe deS EinlückenS der Truppen in die Tonaufürstenlhümer und die Bedingungen, unter welchen der Kaiser diesel­ben zurückziehen wolle, bekannt seien. (Bekanntlich hat der Kaiser jede Antwort für überflüssig erachtet.)

DerKöln. Ztg." wird unterm 19. d. geschrieben: AuS zuverläisiger Quelle geht mir so eben die Milthei- lung zu, daß der russische Hof die Neutralität Oester reichs und Preußens vollständig anerkannt habe, um so mehr, da niemals ein anderer Wunsch auSgebrückt wurde, der beide Mächte hätte zu einer anderen Haltung veranlassen können. Die kaiserlich russische Regierung hegt die feste Ueberzeugung, Rußland sei stark genug, um allein allen Eventualitäten begegnen zu können, und hat bis jetzt Hülfe nur geleistet, niemals deren be­ansprucht. Freundschaftliche Winke hat sie allerdings ge­geben, damit die europäischen Staaten die Zukunft be­denken, die Rußland schadlos halten könnte für etwai­gen Undank, womit man seine stets bewiesene Groß- muth vergelten möchte. ... So viel hier bekannt, liegt kein neuer Vcrmitllungövorscklag vor. Nach der peremp­torischen Rückäußerung des hiesigen Hofes auf das letzte Ansinnen der beiden Westmâchte dürfte dergleichen hier keine Berücksichtigung finden. Man triumphirt ohnehin schon über dieFeigheit" der Westmäcktc, immer wie­der, aus baarer Furcht, Beschwörungsformeln auszusuchen. Das Bemühen scheint daher eitel, der Krieg mit Frank­reich und England unvermeidlich. Sähen Sie hier alle die auf den Krieg gegen den Halbmond bezüglichen Dx- monstralionen; hörten Sie daS dumpfe Grollen gegen den Westen und Europa überhaupt: Sie würden, wie wir, fühlen, daß den Fremden eine unheimliche Stim­mung beschleicht, die manchen Franzosen und manchen Engländer und mit ihnen manche Millionen Silberrubel ins Ausland treibt. Ist aber Rußland erst von den ersten empfindlichen Schlägen, die der Krieg mit sich bringen kann, getroffen, so wird (was man jetzt schon hin und wieder annehmen muß) auch Deutschlands Neutralität Gegenstand feindlicher Anschulbigilugen wer­den. Das Wetterglas der Hofpresse hat bereits hier und da verblümt dergleichen angebeutet. Gestern äußerte

ein hochgestellter Russe frei und unumwunden zu mir Stände Deutschland ehrlich zu unS, der Westen würde eS nickt wagen, Krieg mit unS anzufangen!" DaS sagen auch die N. Pr. Ztg. und die A. A. Ztg.Und," fügte er bedeutsam hinzu,verschmähte es Rußland- Politik nicht, so würde es ihr ein Leichtes sein, Eng­land oder Frankreich, eines von beiden, durch einen hin­geworfenen Köder zu gewinnen; ja, ich behaupte, eS liegt noch in Rußlands Hand, das Eine oder daS An- dere mit Hülfe des Alliirten des Einen oder be» An­deren zu vernichten." Nous verrons! Aus Wien ist im auswärtigen Amte hier eine Depesche eiugetroffen, die sofort dem Kaiser nachgesandt wurde, weil sie gute Kunde brachte.

Der englische Konsul in Kronstadt ist veranlaßt wor­den , sich aus diesem Platze zurückzuziehen. Der fran­zösische Consul daselbst befindet sich in Urlaub.

Neval, 17. März. Von dem Befehlshaber der Leuchtthürme ist mitgetherit worden, daß deren Beleuch­tung untersagt und die Zerstörung aller Wahrzeichen atu befohlen worden ist.

Dem General Malinoff ist die Instandsetzung der Flotte im kaspischeu Meer aufgetragen. Die jetzt dar­auf gehenden 4 Kriegsdampfer sollen auf 20 gebracht werden; im Hafen von Baku, der Station der russischen Flotte, soll die größte Rührigkeit herrschen.

Nach einem Briefe der Patrie aus Odessa vom 5. März war der Fürst Woronzow zu Sebastopol an» gekommen, um die Befestigungen zu besickligen.

Ein Theil der in Sebastopol gewesenen russischen Flotte soll den Hafen verlass n haben, um sich muth- maßlich an di cirkassische Küste zu begeben und dort zu kreuzen. Die Befestigungen Sebastopols werden mit ungeheurem Auswa.de fortgesetzt. Ein Dampfer kreuzt ununterbrochen außerhalb des Hafens, um die Aicknnft cilit'ö jeden fremden Sckiffes zu avisiren. In Odessa befindet sich kein KriegStckiff. An Befestigung der Strand- und Hafenwerke wird rastlos und mit größter Anstrengung fortgearbeitet.

Vonaufürttenthümer.

Allgemein heißt es, daß die Russen am 20. März einen Uebergang bei Giurgewo über die Donau unter, nehmen werden. Die mobilen Proviant Colonnen und Pontons werden dahin geschafft. Nach Berichten der Krönst. Ztg." aus dec Walachei vom 11. hatten 120 Stück Positivus - Geschütze , welche für Giurgewo bestimmt sein sollten, Buzeu passirt. Die Türken haben diese Bewegung auffallender Weise für eine Sckeinbe» weguug gehalten nud die in der Stäbe von Malfchin stehenden Truppen weiter donauanfwärts marschiren lassen. Die von den russischen Truppen als Ueber- gaugspunct gewählte wird nur von einer Seite, von einer gegenüberliegenden türkischen Brtierie bestrichen.

Ueber das bereits erwähnte Bombardement türkischer Schiffe bei Nikopol und Sistow durch den General Pawloff erhält Oer Siebenbürger Bote Berichte, wonach der Erfolg dieser Beschießung ziemlich bedeutend ausge­fallen sein soll. Man bediente sich hierbei meisten- glüheuber Kugeln, durch welche zwei große und sieben kleinere Schiffe bei Nikopol, dann zehn größere bei Si» stow in Brand gestickt, viele derselbeu bedeutend be­deutend beschädigt unb einige sogar vollkommen unbrauch­bar gemacht worden sein sollen.

Aus Bukarest, 10. März, wird berichtet, daß am 8. ein türkisches Stceifeorps abermals bei Silistria die Donau passirte, um die russischen Positionen zu re- coguoscireu, du d) eine Escadron des ftlanenregimentS, welches den Brückenkopf besetzt hält, aber angegriffen und ochne daß cs zu einem ernsten Gefechte gekommen wäre, zurückgeschlagen wurde.

In einem Tagesbefehl des Fürsten Gortschakoff vom 1. März wird die russische Donanarmee von der bevor­stehenden Ankunft des Feldmarschaüs Fürsten PaSkewitsch in Kenntniß gesetzt. Fürst Gortschakoff fügt jedoch bei, daß der alte Feldherr eine bloße JnspeclionSreise mache." Der kaiserliche bevollmächtigte Eommiffär General Baron Budberg geht gegen die walachischen Beamten mit großer Strenge vor. Der Getreidevorrath in der Moldau und Walachei ist so groß, daß die russische Armee, wenn auch die Ausfuhr fortdauern würde, keinen Mangel zu befürchten hätte.

DerKronstädter Satellit" hat Nachrichten auS Braila bis zum 4. März. Die Türken hatten nach dem ersten Gefecht bei Matschin ihre Geschütze bis an daS Donauufer vorgeschoben, waS die Russen nicht dul­den wollten. Da die türkischen Geschosse Braila erreich­ten , so suchten die Russen auf der Braila gegenüber liegenden walachischen Insel sich zu befestigen. Sie warfen zuerst Gräben auf, um ihre Kanonen in selbe einzuführen; noch aber batten sie ihre Arbeiten noch nicht vollendet, alS die Türken davon Nachricht bekamen und zum Angriff schritten. Die Batterieen waren nur einen Flintenschuß weit von einander aufgestellt und Mündung auf Mündung so gerichtet, daß die Geschütze zerschmettert wurden. Die Russen gaben ihre Arbeiten auf und zogen sich zurück. Aber am 1. und 2. März haben sie sich revanchirt. Sie griffen bei Piaira Fetei (Mädckenstein) eine halbe Stunde von Braila die da­selbst stehenden türkischen Batterieen an und eS gelang ihnen, sie zu zerstören. Doch sollen dabei die rujsticke Artillerie und die Jäger auch einen empfindlichen Ver-