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lich, im November v. I. gegen seine dahier als Putz­macherin conditionirende und in ihrer Zuneigung er­kaltete Geliebte am Hellen Nachmittage ein Terzerol ab» gefeuert hatte, wurde, da die nachträglich gemachten Er­hebungen für die Annahme einer Geistesstörung durch­aus keinen Halt boten, und da namentlich auch das gerichtsärztliche Gutachten sich für unverkürzte Zurech­nungsfähigkeit aussprach, in der heute stattgehabten SLwurgerichtsverhandlung in Anbetracht vorhandener Milderungsgründe in die Minimalstrafe des Gesetzes, zehn Jahre Zuchthaus verurtheilt.

Aus Baden, 23. März. Die Freiburger Semi­naristen , welche aargauische Staatsbürger sind, haben, nach derBab. Landesztg." von ihrer Regierung die Weisung erhalten, aus dem Seminar zu St. Peter auszutreten, was vor einigen Tagen geschehen ist. Herr C. Jäger, früher Sekretär bei großb. Hofgericht, wird, wie wir vernehmen, den 1. April seine Function als Redacteur derFreiburger Zeitung" antreten. Die Schrift des Geh. Rath Hirscher in Freiburg hat eine Entgegnung hervorgerufen. Sie findet sich in Nr. 31 ff. der in Darmstadt erscheinendenAllg. Kirchcn- zeitung" und hat die Form eines Sendschreibens an denselben. -

Sicherem Benehmen nach werden im Großherzog- thum Baden an Papiergeld die Scheine zu 35 fl. ganz und die zu 2 st. thcüweise eingezogen und dafür 1% Mill. Scheine zu 10 und 100 ft (Letztere sind für den Verkehr besonders gut geeignet!) creirt.

Stuttgart, 24. März. Die württembergische Staatsbahn ist dem mitteldeutschen Eisenbahnverbande beigetreten. In Tübingen wurde gestern Kaufmann Ensinger von Reutlingen wegen Mordes zum Tode verurtheilt.

Erfurt, 22. März. Am 18. d. Mts., Morgens, wurde der Dienstknecht Bornberger, welcher an dem jungen Krakrügge jenen scheußlichen Raubmord be­ging, im hiesigen Criminalgebâude unter Ausschließung der Oeffentiichkeit enthauptet.

Meiningen, 22. März. Heute wurde der hie­sige, zur Lösung der Domänenfrage eiuberufene L a ü d- 1 a g eröffnet.

Coblenz, 23. März. (C. 3) Der Prinz von Preußen wird uns schon am Samstag wieder verlassen, da dessen Anwesenheit in Berlin durch die politischen Berhâltniffe geboten wird.

Köln, 23. März. Der Herr Staatsrath Hospelt hat den Antrag in der heutigen Sitzung des Gemeinde­raths gestellt:Es wolle dem Gemeinderath gefallen, sich gegen die von dem Herrn Finanzminister der 2ten Kammer gemachte Vorlage,die Zinsen und Amortisa­tion der projertirten Anleihe tbeiiweise durch 25vEt. ZUschlag auf dieLchlât^ruch-MaMEr aMubrrn«- gen'^zu' erklären und die städtische Verwaltung ersu­chen, demgemäß eine Petition bei beiden Kammern ein­zureichen." Nachdem Herr Hospelt seinen Antrag mo- tivirt hatte, entschied sich der Gemeinderath einstimmig für denselben und ernannte eine Commission, welche die Petition abfasse und sofort absende.

SieI, 19. März. Die Ankunft der englischen Flotte verzögert sich, nachA. A. Z.", weil man betreffenden Ortes von der Vorstellung ausgegangen, daß die Ostsee dem schwarzen Meer, und das Kattegat dem Mare di Marmara analog sei, so daß das Kattegat noch als ein vollkommen neutrales Meer betrachtet wird, während das Einlaufen in die Ostsee als eine faktische Kriegser­klärung angenommen würde. Demzufolge hat man drei Stationen in Vorschlag gebracht, eine ganz neutrale oder indifferente, eine Uebergangsstation und eine eigent­liche Ostsee- oder KriegSstation. Die erste ist in Go­thenburg in Schoonen, die zweite ist Nyborg im großen Belt, die dritte ist Kiel. Es ist demnach das Erschei­nen der Flotte im Kieler Hafen unter diesen Umständen als ein ganz entscheidender Schritt anzuschen, und die natürliche Folge davon ist, daß man sich in seinen Er­wartungen die englische Flotte bei uns zu sehen, so lange getäuscht finden wird, bis die eisernen Würfel wirklich gefallen sind. (?).

Kiel, 25. März. Gestern Abend und heute früh sind 6 große englische Kriegsschiffe vor unserm Hafen gesehen worden. Aus 9kyborg meldet man vom 25. März, 8 Uhr früh: Die eng­lische Flotte, achtzehn Schiffe zählend, ist im An segeln.

Posen, 20. März. Die angeblichen Spuren einer s weit verbreiteten Verschwörung lassen sich glücklicherweise auf ein Lügengewebe eines vor Kurzem in Kalisch ver­hafteten Gauners zurückführen. Dersebe ein Mann von keckem Wesen und großer Verschmitztheit, hatte inner­halb kurzer Zeit nicht mehr als 17 verschiedene Aus­sagen gemacht und wiederrufen. Er ist am 9. früh un­ter Escorte nach Warschau gebracht worden, und der Fürst Galitzin ihm bald nachgereist. 9kach allen Er­mittelungen ist dieser Schwindler eine und dieselbe Per­son mit einem Couditorlehrling aus Glogau, welcher in Fraustadt mehrere Verbrechen verübte, von dort nach Posen entwischt und auf diese industriöse Weise der ihn verfolgenden Polizei entkommen ist.

Berti»», 25. März. Dem Vernehmen nach haben mehrere der älteren Generale die Entlassung vom stehen­den Heere nachgesucht. Vorläufig werden in dieser Be- !

Blätter, welche von einer (in Paris gedruckten)Re­vision der Karte von Europa" betitelten Brochüre be­richtet haben, scheinen dieser Schrift einen quasi ofst. cicllcn Ursprung beizulegen und möchten in den darin ausgediücktcn Meinungen die Ansichten der Regierung selbst erkennen. Es ist nicht nöthig, zu sagen, wie lächerlich solche Unterstellungen sind. Wir wissen, daß die Regierung, weit davon entfernt, diese Brochüre zu genehmigen, dieselbe bei dem Drucker hat in Beschlag nehmen lassen, und daß kein Exemplar derselben verkauft worden ist."

Die Regierung soll die aus England eingegangenen Unterzeichnungen auf die Anleihe im Gesammtbetrage von 125 Mill. Fr. zurückgewiesen haben, um der Maß­regel ihren nationalen Cbaracler zu belassen. Die Pferde des Prinzen Napoleon sind heute auf der Eisen­bahn nach Marseille abgegaugen. Der türkische Ge­sandte ist aus Belgien wieder hier eingetroffen. Den Mitgliedern des gesetzgebenden Körpers ist ein kaiser­liches Decretüber Ernennniig der Kommissare, die beauftragt sind, bei der Berathung über die gegen den Grafen Montalembert nachgesuchte gerichtliche Verfolgung die Regierung zu vertreten" , mitgetheilt worden, wo­durch zwei hohe Staatsbeamte, Barocke, Präsident des Staatsrathes, und Roiher, Vicepräsident desselben, zu dieser Function berufen worden; ein Beweis, welche Wichtigkeit die Regierung der Lösung dieser Frage bei­legt. Die Nachricht von dem Abschlusse der türk. Anleihe durch das Haus Rothschild in London und die Ernennung des Prinzen von Preußen zum General- Obersten der Infanterie verfehlten gestern Abends ihres Eindrucks auf die kleine Börse nicht. Das Fallen der englischen Course über verursachte heute beinahe einen panischen Schrecken. Nachrichten aus London melden neue Falliments, deren eines an Passivis die Summe von mehreren Millionen übersteigen soll. Wie es ge­stern auf der pariser Börse hieß, belaufen sich die hiesi­gen Fallimente auf 2*/2 Million. Die Banquierhänser, deren Namen gestern mit traurigen Kommentaren er­wähnt wurden, werden mit Rückzahlungs-Forderungen bestürmt, und die Bank hat dem Vernehmen nach die Papiere eines derselben zurückgewiesen. In der stimm kielten Welt sieht es also eben so bewegt aus, wie in der politischen. Die Rente fiel bis auf 63. 60; beim Schluß der Börse hob sie sich ein wenig. Der Po- lizei-Präfeet hat auf Befehl des Ministers des Innern Herrn Manin bedeutet, daß er Frankreich unverzüglich zu verlassen habe.

Die Regierung macht die größten Anstrengungen, um die für die Ostsee bestimmte Flotte auf glei­chen Fuß mit der englischen zu bringen und cs ist^zu diesem Zwecke bereits ein Dutzend Liui«schrffe und Fregatten in dem Hafen von Brest vereinigt. Zu Toulon und Marseille herrscht ebenfalls eine außer­ordentliche Thätigkeit. Die neue Kaisergarde, von der schon mehrfach die Rede war, soll ans drei Kavat» lerieregimentern (Karabiniers, Cuirassiere und Chasseurs) und nur einem Infanterieregimente bestehen. Das Ganze scheint also mehr eine kaiserliche Leibwache, als eine Kaisergarde im altnapolconischen Sinne zu sein.

Wie versichert wird, hatte die Regierung Anfangs die Absicht, die Cavallerie Regimenter ohne Pferde nach der Türkei zu schicken, und sie hatte ihrem Gesandten, dem General Baraguay d'Hilliers den Befehl gegeben, an Ort und Stelle Pferde zu kaufen. Aber der Ge­neral meldete zurück, daß dies bei dem absoluten Pferde- mangel in der Gegend von Konstantinopel gar nicht ausführbar sei.

Der bekannte Feuilletonist Mery ist als Historio­graph nach Konstantinopel abgereist. Er hat so viel über den Orient geschrieben, daß es hohe Zeit für ihn ist, sich den Orient einmal anzuseben.

Wie französische Blätter nach in Marseille ein» geh offenen Mittheilungen melden, haben die Russen die Hanptmündungen der Donau an fünf verschiedenen Stellen gesperrt, indem sie mit Steinen beladene Schiffe, die durch ungeheure Ketten und Balken mit einander verbunden sind, in den Strom gesenkt haben.

DasJournal de l'Empire" läßt sich unterm 12* März aus BcykoS an Bord des LinienschiffesJupi­ter" schreiben:Die Engländer haben gestern Abend um 8 Uhr die schöne DampffregatteRetribution" ab» geben lassen, um eine Estacade zu sprengen, die die Russen auf der Donau angelegt haben und die Han­delsschiffe hindert, den Fluß, den sie ihrer Geschäfte wegen hinaufgefahrcu sind, wieder hinunter zu fahren. Wenn die Russen sich dieser Zerstörung der EStacade widersetzen, so hat dieRetribution" Befehl, Feuer zu gebe». Es ist wahrscheinlich, daß dies der An­fang der Feindseligkeiten sein wird. Die französische DampfcorvetteCalo" ist mit dieser Fregatte abgesegest. In 5 bis 6 Tageir werden wir wissen, was geschehen wird."

Paris, 26. März. (Fr Bl.) DerMoniteur" enthält heute folgende Nachrichten aus Consta n ti- novel vom 1 5. März: Der Vertrag der Tripel­allianz (zwischen England, Frankreich und der Pforte) ist am 12. d. Mts. unterzeichnet worden. Ein britisches und ein französisches Kiiegsdampsschiff sind nach der untern Donau abgegangen, in welcher die Russen eine Verrammelung angelegt haben. Eink

ziehung mit ziemlicher Bestimmtheit genannt: der Com- , mandeur der 7. Division, General-Lieutenant v. Hirsch- s feld II. und der Commandant von Berlin, General- Major v. Borcke.

Man hat mehrfach die Frage aufgeworfen, schreibt man derKass. Ztg.", was eigentlich Oberst v Man­teuffel in Wien thue, da doch zur Führung der Ver Handlungen unsere diesseitige Gesandtschaft in Wien vorhanden sei. Herr v. Manteuffel aber hat nach Ueberreichung des Briefes unseres Königs an den Kaiser von Oesterreich in München von diesem selbst die Auf­forderung erhalten, den Kaiser noch einmal und zwar in Wien zu besuchen, woselbst weitere Besprechungen stattfinden sollten, nachdem der Kaiser mit seinen Räthen Rücksprache über den Gegenstand der Mission des Hrn. v. Manteuffel genommen haben würde. Auf die häufig znm Vorschein kommende Beschuldigung: Preußen erstrebe jetzt, waS es im vorigen Jahre selbst zu rück gewiesen habe, ist zu erwiedern, daß die damals von Preußen zurückgewiesene Neutralität eine solche war, welche entschieden zu Gunsten Ruß­lands gedeutet werden mußte. Ganz Deutschland sollte sich damals zu einer Neutralität verpflichten, durch welche es auf alle Eventualitäten zu einer völligen Unthätig- keit verurtheilt worden wârr. Eine solche Neutralität wäre entschiedene Begünstigung Rußlands, sowie ein unpatriotisches und wenig ehrenvolles Verzichten auf die Freiheit selbstständiger Entschließungen gewesen. Ganz anders stellt sich die von Preußen beantragte Neutralität heraus. Sie weist es entschieden zurück, sich von irgend woher die Hände binden zu lassen und bewahrt sich völlige Freiheit, sobald die Interessen Deutschlands und von wem sie auch bedroht werden mögen, gegen diesen mit den Waffen in der Hand dieselben aufs kräftigste zu schützen.

In der Credit-Commission sucht der Herr Minister- Präsident alle Einwendungen gegen die augenblickliche Regiernugs - Politik damit zu beseitigen, daß die Re­gierung weder im ganzen Verlaufe der Unterhandlungen eine Vorliebe für Rußland zu erkennen gegeben habe, noch auch auf die russische Seite sich drängen lassen werde. Das Kammergericht hat das gegen den Buchhändler Hertz wegen der SchriftBriefe über Staatskunst" ergangene, auf 50 Thaler Geld- event. vie,r Wochen Gefängnißstrafe lautende, Urtheil bestätigt.

DieZeit" berichtigt': Die Nachricht, daß die Rc- constituirung des Staatsraths in kurzer Zeit erfolgen wird, ist ohne allen Grund. Es soll vielmehr nicht in der Absicht liegen, den Staatsrath noch während der diesjährigen Session der Kammern eiiizuberufcn. Dies gilt auch von der Einberufung einer Commission des Staatsrath«.

In Folge der 'Verletzung unter Km welche sich der König am 22 d. M. durch den Stoß an einem hervorragenden Banmast bei dem Spaziergang im hiesigen Schloßgarten zugezogen, hat sich gestern Abend ein Reizfiebcr eingestellt, das zwar heute Morgen gemäßigt erschien, die Aerzte aber doch veranlaßt hat, Sr. Majestät den Ratb zu ertheilen, heute das Bett nicht zu verlassen.

Dresden, 22. März. Die Dresdener Dampf- schifffabrts Compagnie macht unterm 23. März bekannt, daß, sobald die Ankcms.' der englischen Flotte in Kiel erfolgt sein werde, eine Extrafahrt nach Hamburg statt­finden werde, wenn ssich dazu mindestens 100 Theil- uehmer finden würde.

Wien, 24. März. Sicherem Vernehmen nach sol­len die Verhandlungen über ein förmliches Schutz- und Trutzbündniß zwischen Oesterreich und Preußen zur Wahrung der Neutralität Deutschlands bereits zum erwünschten Abschluß gediehen sein. Die nächste Folge dieses günstigen Resultates dürfte eine entsprechende Kundgebung von Seite des Bundestages sein.

Das Programm der Feierlichkeiten, welche zur Ver­mählung Sr. Maj. des Kaisers hier stattfinden sollen, ist erschienen. Die Trauung wird am 24. April, um halb 7 Uhr Abends, in der Hofkirche durch den Fürst. Erzbischof von Wien, unter großer geistlicher Assistenz vollzogen werden. Am nächsten Tag wird ein großes Volksfest stattfinden.

Auch das sechste Armeekorps wird auf Kriegsfuß gesetzt. Wie sehr auch in andern Kronländern die Rü­stungen betrieben werden, erhellt daraus, daß nur allein das dritte, in Gratz liegende Feldartillerieregiment neun Ratterte zu je acht Geschützen und einer Reserveartille- necompagnieu ausgerüstet hat.

Das am 17. d. M. geschlossene Staatsanlehen wurde, so weit das Resultat bis jetzt bekannt, um etwa 10 Millionen Gulden Überschriften.

Der Lloyd theilt heute einen Auszug aus der Flug­schrift:La révision de la earte dEurope, mit, in­dem er dazu bemerkt, daß in Oesterreich niemals ein Vorschlag zu irgend einer Revission der Karte Europa'« Beifall finden wird, welche beabsichtigt, auch nur einen Fuß breit österreichischen Gebietes dem Staate zu ent» remden, heiße der dafür gebotene Ersatz wie immer.

Venedig, 22. März. Prinz LouiS Lucian Bona­parte ist gestern hier angekommen.

Frankreich.

Paris, 24. März. Die ministeriellen Journale enthalten nachfolgende Erklärung:Einige auswärtige