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Nassauische Allgemeine Zeitung

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Mttwich brn 15. März

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Dir ,,Raflauifitir 'ÄUnemrint 3ritunfl" mit 6rm brllrtritltfArn OriblattDer Hüanbrrrt erscheint, Sonntags ausgenommen, lâgliL und betragt betpränumerationSprtiS für iHirSbawn und , nach orni neuenportregulatio nunmrbr aid> ür «eil «anten Umfang beS Zburn» und tariSfcbenHrrroalningSbriirfS ".' 1--<q'^ rM'PoitautfdilaAS 2 fl., für sie âbitgrn dändrr reS beuttdxostrrreidiifcSrn P»ün,rna, nur für daN Ausland 2 ,1. 21 fr. Inserate rortben di» ompolt g< Pftitteik ober beren 'Raum mit 3 tr. berechnet. Brstrllungrn behebe mu.. ml,. . r un« non -»KJ. 3 r i e b r i d>, mnggaiTr 42, aiiSroârtS bei ben näaistgrirgrnrnpoftändern, in maitien.

Amtliche Nachrichten.

Verordnung

Wir Adolph, von Gottes Gnaden Herzog tu Nassau 2C. re., haben in Slnbetracht des Fortgangs, wel­chen die auf Ausstellung der Stockbücher bezüglichen Ar­beiten genommen haben, und in der Absicht , die Zahl der nach dem G s-tze vom 5. Juni 1852 von der Auf- stellung der Stockbücher vorläufig dlSpensirten Gemnr klingen noch Möglichkeit ^u vermindern, beschlossen und verordnen wie folgt: Der durch das Gesetz vom 5. Juni 1852, den Termin des Gintrilts der W>>kiamkell der Gesetze vom 15. Mai 1851 betreffend, auf den 1. Oc­tober 1853 f.st wj.tzte und durch das Edict vom 21. September 1853 auf den 1 vipril 1854 hinausgerückic Tag des (Suimitö der Wirksamkeit des Gesetzes vom 15. Mai 1851, die behufs des Eintrags MJisber N chte an Immobilien zu führenden öffenilichen Bücher betreffend, sowie das G-setz vor» 15. Mai 1851, das Pfandrecht und die Nangorduuug der Gläubiger im Concurfe betreffend, wird auf den 1. Juli 1854, welcher somit an die Stelle des in den Bestimmungen des angeführten Gesetzes vom 5. Juni 1852 bezeichne­ten 1. Oktober 1853 tritt, unter Aufrechthalinug der übrigen Bestimmungen dieses Gesetzes weiter binausge- rückt. So gegeben Wiesbaden den 8. März 1854.

(L. S.) Adolph.

Wittgenstein. Lex. Faber. Habeln. Bollpracht.

rinistnadjridjtcn.

Der provisorische Neaaltehrer MaaS zu Ems ist definitiv zum Reallchrer ernannt worben. L-Hrer Schutz von Laurenburg ist zum Lehrer in Biebrich, Lehrerge hülfe Müller von Birlenbach zum Lehrer in Laureu- burg und der beurlaubte Lehrergeyülfe Reichardt von Wehrheim zum Lehrergehülscn in Birlenbach er­nannt, der nach Heinzenberg versetzte Lehrer Schwarz von Slein-Reukirch auf fein Ansuchen an seiner bis­herigen Stelle belassen, Lehrer Herkersdorf von EaeUroth zum Lehrer in Heinzenberg und der nach Stein-Neukirch bestimmt gewesene Schulvicar Kray von Homberg zum Lehrer in Egenroth ernannt wor­den. Die Schnlcandidaleu Huth zu Obeiuhain, Hain zu Korb und Pfeiffer zu Langenbach sind zu Schulvicaren an ben von ihnen bisher provisorisch versehenen Schulstellen ernannt worden.

Todesfälle. Am 25. Teumber v. I. ist der Lehrer Ebertshäuser zu Biebrich, am 24 Januar der Pfarr er Wanieck zu Schönau und am 23. Febr. der Pfarrer M ö b l e r zu Hochheim mit Tod abgegangen.

Jur Situation.

ES ist das Eigenthümliche der heutigen Weltkrise, daß Jed.rmann sich in falscher Stellung befindet. Ruß laich muß das Schwert ziehen, um das in Frage zu stellen, was cS am sichersten aus friedl chem Wege er­reicht hätte; die Türkei, um möglicher Abhäugigk.il sich zu erwehren ,_ sinkt immer tiefer in die wirkliche hinein, und kämpst sich ihrem Untergang entgegen; Frankreich Hilst Englands entscheidendes Uebcrgewicht begründen und geht damit um die Hilfen zu zerstören, deren eS morgen bedürfen wird; England nöthigt Rußland den Weg nach Indien zu prüfen und dessen Gedanken in diese Richtung zu leiten; Oesterreich steht zwischen dem Anschluß an seine Feinte von Gcst.rn oder an einen Freund, der, wenn er eS umgarnt, morgen sein Feind werden muß; Preußen hat nach rechts und links Frei­heit deS iEulschlusfes, aber eS gewänne am meisten, wenn es gar keiner Wahl genöthigt wäre. Was Wün- der, daß auch Griechenland in falscher Stellung sich be. findet! Die Seemächte haben eS zu der Losreißuug Von der Pforte erzogen, und was gestern von ihnen gepriesen wurde, wird heute von ihnen verdammt. Eng- land insbesondere hat die Dynastie durch alle Mittel in Schwäche erhalten, und heute verlangt eS von ihr, daß sie stark sei. Der Köiiig kann dem von den Seemäch­ten aus gebildeten griechischen Nationalgefühl 'nicht steuern; stemmt er sich dagegen, so drohen ihm innere Stürme; stemmt er sich nicht dagegen, so könnte er den Seemächten erliegen. Eine solche Beiwirrung aller Stellungen ist, Man muß es gestehen, eine Banknolt- Elkiärnug der menschlichen Weisheit und ein neuer Be­leg für die Kraft und Unbesonnenheit der Leidenschaf­ten. Also die Allgemeine Ztg. Es muß weit gekom­men sein, bemerkt daS Ma'nzer Journal, wenn ein Blatt von d e r politischen Bedeutung und Richtung sich

mit so stummer Resignation in dasSchicksal" ergibt. Ja wohl, die sogenannte menschliche Weisheit ist bankerrott und meiklvürbig ge, ug sind es die angeblichen Weisen selbst, welche sich jetzt für sallit erklären, ohne tu bedenken, daß sie sich bannt selbst als cnratelbe- düisllg benunciren! Ist Das das Product des F>. deus, an dem ihr nun schon seit vierzig Jahren gespon­nen Habel?

* Die Beziehungen zwischen Preußen und Oesterreich aiilangeiid eit ârk basE. B " aufs Bestimmteste, daß die politische Stellung Peeußer-s ui>d Oesterreichs in der vrienlalischeu Frage fortwährend von bcm eNbschie heilsten CiNverständniß zeugt, und (fügt das Blatt hin­zu) wir fühlen uns um jo mehr gedrungen, d eses E n- Verständniß zu een stauten und zu betonen, nachdem wir uns nicht länger verhehlen sonnen, daß alle Friedens- Hoffnungen leere Täujchungeu sind. Es ist auch, wie nur Hinz «fügen müff.n außer dem Ultimatnüi der See Mächte zur Herst.unng b<s Friedens int Augenblick keinerlei BethandilinK eröffnet und vorerst auch in der Wirklichkeit keine Aussicht zu weiteren vorhaakcn. An den M.tiheilungen , daß neue Bervandlungen zwischen Rußlaub und beN Westmächlen, ober zwischen R-ißland und her Pforte, oder neue Bermiti.lungen von Seite Oesterreichs Hub Preußens in Petersburg versucht und biS zu einem gew ssen Grade von Erfolg gediehen seien oder verinnlhlich gedeihen würden, ist nichts Wahres. Es scheint übrigens, daß die Schwierigkeit der Lage in Berlin tief Mp'nuden wird, und daß man deßhalb noch zu keinem festen Entschluß g langt ist. Beachtenswert ist, bemerkt dasMainzer Journal", daß die Gothaner auch in Frankiurt, wie uns von dorther gâr leben wird auf den Ministerpräsidenten v. Manl.uffel wieder furchtbar-erbittert sind, und wenn Herr v. Bismarck neulich bemerkte:Bon innern Angelegeuheittn müsse das Haus Gotha fern gehalten werben, in Bezug auf auswärtige Poliiik aber fei es ein sehr brauchbarer Buubesge n osse," so scheint sich der letzte Theil dieser Ansicht des hoch­gestellten Diplomaten wcnrgsterrs im Augenblicke nicht zu bewähren. Di-ß voransgeschickt wird ein Artikel d-r Weserzett ullg" verständlich sein, in welchem es heißt: Seit der neuesten Wendung der p enßijchen Polil.k, welche diePreußische Eorrejponbenz" vergeblich als eine comegnenle Forts.tzung der bisherigen darz««stellen sich bemüht, ist die fluchtige Liaison des Ministeriums mit der Bel hinan» ^ollweg'ichen Fractiou geipieugl. Graf Pc ui la les, der Schwiegersohn des Hrrn v. Bcihlllann Hollweg, der im Aufirage b.s Herrn e. Man- leuff.l in London gewesen ist, dort Herrn Bunsen in seiner l r ü g c r i s ch e n A »sicht über die Ä n nähern n g P renßeus an die W e st m ä ch t e be­festig! und dann im a u s w är! igen A in t e während d.r letzten Woche gearbeitet hatte, hai seine Beziehungen zu buhili Amie es »stellen müssen. Die Herren von jener Fractiou fingen ichou ein wenig zu kominireu an, als die plötzliche Wendung zu der von Rußland g e w ü N s ch l e N 9< eIIlra ! iläl sie aus kein Sonnen­schein der Gnade in den kältesten Schauen stieß."

9nttld)la»h.

5 Wiesbaden, 15. Mäiz. Unter der Rubrik Eingejandl" blliigl die Mtlelrdeinijche Zeilung vom heutigen einen anonymen Artikel, als dessen Bersasser unschwer der bekannte Abgeordneie und Badearzt Bögler aus Emö zu eitniic« sein bürste. Ist dem so, so kann es bei der naiven Unkunbe dieses Abgeordnelen mit ben gewöhnlichsten Formen der Kammervelhanbliingen nicht wundern, wenn auch der Artikeleinseuder einen Unterschied zwischen dem Elubringer und den Unter­stützern eines Antrags nicht zu machen weiß und daher in der 13. Sitzung der Slänbevcrsamnstung den Antrag auf Zuziehung von Stenographenvon Herrn Kraus Hub (Sensor teil (Hepdenrcich und Rau)" gest. Ul werden läßt, während doch Hr. Kraus der alleinize An­tragsteller war. Der Aittk.lschreiber nimmt es aber ritt blos mit der Form wenig genau, sondern eS kommt ihm auch auf absichtliche Entstellung der Wahr- best nicht an. So ezistirl nur in seinem Geh rne die dem Abg. Heydenreich untergeschobene Molivir nng,wie es von großer Wichtigkeit sei, daß die Worte der auf­tretenden Rektrer jederzeit ganz getreu nachgeschricbeu und gedruckt der Mit- und Nachwelt aufbewabit blie­ben." Das soll wahrscheinlich eine geistreiche Persiflage sein. Wer aber die Motive eines andern zumal öffentlich der Kritik unterwerfen will, ist nicht be­rechtigt , solche binch willkürliche Zuthaten bis zur Un­kenntlichkeit zu entstellen. Wenn ferner der Artikel­

schreiber behauptet,daß Herr Heydenreich daS SitzungS- protocoll über die hier besprochene 13. Stänkst Versamm­lung 4 Tage lang vom 7. b. MtS biS zum 11. Nachmittags in seiner Wohnung gehabt und dem Publicum derAllgemeinen^ daraus die Kammerv.r« banblungen exeeipirt habe"; so scheut er sich nicht, dem Publicum seine Bermuthungeii, obwohl sie gänzlich un­begründet sind, dennoch als zweifellose Wahrheit aufzu- tischen. Ist das die Handlungsweise eines wahrheits­liebenden Mauliec? *) Bei dieser Gelegenheit wird in Partttlh.se iuiuiuirt,die Allgeineinheil der Allgemelneu" sei sehr z iammettges i rümpft": gewiß ein witziges Wortspiel, welches jedoch soudeibar genug klingt in dem Munde eines Mannes, bei sich nicht nur in seinem Artikel als eifriger L.ser derN. Ä. Z." be» m kündet, wndern auch anderwâris als solcher bekannt ist. Eine weitere Parenthese besagt, die in den l tzten N»m- m ru der N. A. Z eutbaltenen Kamiuerveihandlungen seienin gehörigem Licht und Schalten , versiert sich" dargestellt. Soll dieses so viel heißen, als es sei jene DarsteUnirg eine nbliebt hd) und tendenziös entstellte, so ist das eine Unwahrheit , wJte man b.m Aiiik.ljchrei- ber freilich nicht hoch anrechncu kann; keiln er selbst begnügt sich zwar vorgeblichdiejenigen Stellen der Re­ben zu euireii , die vielleicht für ein größeres Publicum einiges Interesse haben mögen", c tut aber in d.r That mir, was in sei neu Krain pußt. Oder erblickt der Ar- rifJeuüeiibcr in der fraglichen Kammerverhandluna viel­leicht ein Licht, wo Andere nur Schmutz sehen? u b alterirt es ihn daher, daß dieserlichtvolle" Ui flatb nicht in die N. A. Z. ausgenommen wuibe? Wir müs­sen dieses fast glauben, da er nicht nur die Rede deS Abgechdneten Bögler mit ihrem in einer öffentlichen Sltziittg der Sländeversammliiug und an5 dem Munde eines greisen Badearztes doppelt Maustänblg und schmutzig erschciuenbeu laleiniiche» Schlüsse vollständig bringt, sondern auch im übrigen mit diesem Hi». Abgeordneten eine Borli.be für übelriechende Dinge unverkeunbar theilt. Was die stenographische Aufzeichnung der Kam- meiverhaudlungen je 1 bft betrifft , so kann die Mei- mimt, als tfrnteii solche bloS oder hauptsächlich für die Abgeordneten, wertJeder das, was Er gesagt, für das Geistreichste halten werde", nur einem Manne beikommen, welcher, wie Hr. Abg. Bögler, von der Würde und Bedeulung einer Sländeveiaammiung keinen Begriff zu haben scheint und sic daher bei j der Ge- I legenhetl möglichst zu crniedrigen sucht, während ihm doch die große Nachsicht, welche ihm selbst so oft ge- schenkt wird, ein ganz anderes B-'n-bmen vorschreiben sollte. Das einfache Berhältniß ist, daß dem Polk daS Recht zust.ht, von der Thäligkeit feiner Abgeordii.t. tt ftdS l vollständige ii. getreue Kenntniß zu erhalten, daß es baver ; auch Pflicht der jetzigen Ständeoerfammluug ist gluch- ' viel wie hoch od.r gering sie ihre Wirksamkeit anschla­gen mag, jems Recht bem Volke zu bewahren ober ivüber zu erlangen, und baß die hierdurch herbei» geführte Kostenver Mehrung keinezw.cklose" ist. Wie man hierüber anderwärts denkt, zeigt die erst in diesen Tagen erfolgte Berufung des Stenographen Port zu dem Landtage nach Weimar mit einem Tagsgehalte von 7 fl., statt daß er bei und nur 5 fl. erhielt. Wenn jchlicßlich der Herr Abg. Bögler sagl:Die Hobe Ber- sammlung führe beständig, wenn auch nur illusorisch, das WortErsparung" im Munde"; so nimmt sich daS in der Tbal mehr als komisch auS in dem Munde eines Abgeordnelen, welcher erst noch kürzlich gegen dcu Antrag, die Regierung der Zeit- und Kostenerfparniß wegen um alsbaldige Vorlage der Budgets pro 1854 zu ersuchen, gestimmt hat, welcher außerdem die Zeit der SläiidtvcrsammlUttg durch eben so zwecklose alS un< prak.ijche Anträge (z. B. daS Deficit im Budget aus dem Betriebsfonds der Landesbank zu decken rc.) in An­spruch nimmt, und bissen ganze Erfpalungskuust sich bis j tzt nur in dem Antrag auf einen durchaus unmotivir» teil Generalat-st ich von 20,000 fl. am vorjährigen Budget des Kuegsbepartemenls gezeigt hat Sapienti sat!

Don der Lkab», 9. März. (Kass. Zig.) Mit bcm günstigen ÜMfeuianb der Lahn ist ein neuer Auf­sagung ui unserm bjjenihinbau tiugelreten. L-ider fiub zur Zeit beS Ho.1wass.rs mehrere Unglückställe mit schwer beladenen Schiffen an gefährlichen nullen des FiusseS vorg.kommen, welche noch V'cl zahlreicher geworden sein wurden, wenn die Reg'eruirg in neuerer Zeit nicht strenge Gesetze gegen bas Ueberladen der

*) Die Redaction erklärt, daß der in Nr 59 bis 61 der Nass. Äll». Ata." emyalie-.e Be.iwt über die t^jieir Sitzung ver Stäneeverianimlung den Hrn. Adg. He-venrcich nicht zum Verfasser hat.