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sion begangenen Uebereilungen augenblicklich gefühlt, und würde scheint es gern zürnckgegangen sein. Zwei Gewalten hinderten ihn daran. Erstens die Eng» länder (und Ludwig Napoleon?) welche kaum den be- gangenen gebier erkannt halten, als sie bet russischen Diplomatie auf den Leib sprangen, und Lord Red- cliffe war d a z u eben der rechte Mann! die Beute sich nicht mcbr entschlüpfen ließen. Ging der Lord doch so weit, die entscheidende Wiener Conserenznote dem Sultan vorzuenthalteu, um das glücklich begonnene Friedenswcrk nicht zu stören I I» Rußland aber war eine noch stärkere Gewalt auf einmal lebendig gewor­den ; und diese, mit dem russischen Kreuz voran, konnte sich der Kaiser noch weniger vom Leide halten. Im gegenwärtigen Augenblick ist diese große, mächtige Hel­dengestalt, wie Achilleus vom Strom gefaßt . . . Die allrussische Partei sucht dach'Heft ganz in die Hände zu bekommen und sich der deutschen Kapacitäten möglichst zu entledigen. Nessel: ode, einer der ersten Staats­männer aller Zeiten, wird von jener Partei bereits ge­bandelt wie ein schwach gewordener Greis, und Lie dürft» sich nicht einen Augenblick wundern, wenn Sie baren , daß Mevendorfs gleichfalls von biet abberufen wird, nicht des ausgebrocheiw» Krieges wegen, sondern weil -sein Ansehen daheim in jähem Sturz begriffen ist Auch in die Armee dringt die Geltendmachung des alleinigen allrussischen autonomen Stammes,; da man aber im Herr die..deutschen Generale nickst entbehren kann, so beläßt man sie dort in zweiter Reihe, und vertraut dem alten Gerffchakoff das Commando, statt os dem Fähigsten für diesen Krieg, dem Gen. Lüders, in die Hände zu legen .... Diese Darstellung der Sache wird Ihnen schwerlich -einen Zweifel lassen, daß die österreichischen Hoffnungen auf Neutralität auf schwachen Füßen stehen, wenn nicht Kaiser Nikolaus, der sich in dunkeln unglücklichen Stunden noch stets am größten gezeigt hat, entschlossen und fest die Verwicklun­gen entfernt, welche Oesterreich und Preußen bedenklich machen müssen, und sie den Reihen seiner Gegner näher bringen, als in ihren eigenen Wünschen liegt. Aber die Interessen ihrer Monarchien und Europas, und die Forderungen gleichwägenden Rechtes dürfen sie nie­mand zum Opfer bringen."

Frankreich.

Paris, 1. März. Im nächsten Mai werden fol­gende Eisendahnstrccken dem öffentlichen Verkehr über­geben: Von Ehalons nach Lyon, von Avignon nach Valence, von Bordeaux nach Bayonne und von La Loupe nach Mans, zusammen 556 Kilomelres oder 111% Wegstunden. Fügt man 17 KilometrcS für die Pariser Gürtelbahn hjiM, 17 Kilometers für den Schienenweg von BleSm.es nach St. Dizier, 16 Kilo- metres für die Sutton von St. Dizier nach Joinville, 110 Kilometer für die Bahnstrecke von Lyon nach Va­lence und 18 Kilometer für diejenige von Bordeaux. nach Lanyon, so erlangt man 734 Kilomelres oder 147 Wegstunden Eisenbahnen, welche im Jahre 1854 dem Publicum überlassen werden.

Aus Paris, wo man am 27. d. wissen wollte, der Zweck der Meuterei zu Saragossa sei die Verejni gung Spaniens und Portugals unter dem Scepter- Dom Pedro'S gewesen, für desftu eifriger Anhänger der General Jose de la Concha gilt, wird der Jude» pendance belge unterm 26. Februar geschrieben:Es scheint, daß in Spanien die größte Gährung herrscht und daß es sich um nichts Geringeres handelt, als um den Umsturz 'des Thrones Jsabella's. Die Parteien stehen sich gegenüber. Navarra und BiScayâ scheinen nochmals die Sache des Sohnes vontz Don Carlos vertreten zu wollen. Barcelona zählt sehr rührige und sehr zahlreiche Republikaner, die angeblich mit dem re­publikanischen Comite in Madrid correspondiren, das durch seine Thätigkeit ersetzt, was ihm an Zahl abgeht. Andalusien neigt sich zur Herzogin von Montpeusier und der ganze an Portugal stogcndc Landstrich nebst den beiden Asturien zu dem Renten von Portugal (?) hin. Die Privatbriese aus Spanien betrachten eine Revolution als gewiß. - Espartero und Narvaez sollten sich verbündet haben und die Geschicke Spaniens in ihren Händen sein. Wie verlautet, hat der Souvernenr von Barcelona die Regierung von allem, was seit eini gen Monaten angezettelt wurde, nntcrrichtet und Ver­stärkungen durch sichere Truppen verlangt, um den jeden Augenblick zu erwartenden Ereignissen gewachsen zu sein. Die meisten fremden Gesandten in Madrid sollen, weil sie über das, was vorgeht, sich keiner Täuschung mehr hingebeu können, an ihre Regierungen Couriere abgeschickt und Vechaltungsbefehle verlangt haben.

Velgien

Brüssel, 1. März. Der regierende Herzog von I Sachsen-Coburg-Golba ist gestern in Begleitung seine« Hosmarschall«, Eduard v. Löwensels, und seines Adjii- - taute», Baron v. Tcrkow, hier eingetrofftn.

In Br üssel ist eine Broschüre erschienen, welche j ben Titel trägt:De la politique ang-lo-fnrn<}aise ; dans la question dOrient par un diplomale reliré j du service und in sehr umsassender Weise die Ur- , fa^en würdigt,hauS denen die kriegerische Bewegung, ; ivelebe heute in England die Ueberband zu behalten 1 icheint, hervorgegangen ist. I

Dänemark

Kopenhagen, 27. Febr. Die Zeitungen be­sprechen jetzt die landläufigen Gerüchte über eine be­absichtigte Abdankung des Königs; auf dem Reichstage macht man Hindeutungen auf diesen verhängnißvollen Vorfall. Man glaubt hier allgemein, daß eS sich nur um Feststellung der Apanage handle. Flyveposten wider- sprechen diesem Gerücht. Die älteren Bestimmungen, nach welchen cS fremden inmitten und mit Munition versehenen Kriegsschiffen verboten ist, innerhalb der Batterie Dreikronen Anker zu werfen, ist von Neuem allen Betreffenden znr Nachachtung eingeschärft worden. DaS englische KricgSdampfschiff Hekla, mit den hic- Hcr bestimmten Sailing-mästerS an Bord, wird heute oder morgen hier erwartet.

Nach der 9t Pr. Z. wird das Ministerium in den nächsten Tagen mit einer Geldforberung von 4 Mill. Rthlr. zu den umfassendsten Rüstungen vor den Reichs­tag tretens Dw Herzogthümer sollten 3 Mill. Rthlr. geben. Ich theile Ihnen, schreibt man dem erwähnten Blatt, dies durchaus unglaubliche Gerücht nur mit, weil es in Beziehung zu anderweitig verbreiteten Nach­richten über die Ausrüstung der Flotte steht.

ES ist ein Reichsgesetz erlassen, nach welchem trans­atlantische Schisse und deren Ladungen vom Sund- zoll, sowie Leucht- und Tonnengebühren befreit sind, insofern sie in inländischen Häfen löschen.

Zuverlässigen Privatnachrichlen zufolge, berichtet Dagbladet, ist die russische Flotte zur Zeit damit be­schäftigt, sich aus dem kronstädter Hafen zu eisen, und wird binnen Kurzem in offener See sein können, mög. licher Weise noch früher, als die englische Flotte den Sund passirt bat.

Briefe aus Kopenhagen melden, daß Die .fran» zösisch-ciiglische Ostseestvlle zum 16. März im Sunde erwartet wird , nachdem das Tajo - Geschwader bereits zum Anschluß an die betreffende Saiffsdivision abge- gangen ist.

Grotzbtâuvretr

Lvndm», 28. Febr. Die Vorbereitungen zum Kriege werden in allen betreffenden Regierungs-Depar­tements mit Etscr fvrrbetrieben, und je weniger man davon in der Hauptstadt merkt, desto mehr wirb, aus den Werbe - und Hafenplätzen über das Treiben unb Drängen'von Recruten, Matrosen, Schiffsarbeitern, ProvtaiitUteister» , Maschtuffie» u. s. w. erzählt. Daß Bice - Admiral Sir Charles Napier drrS Ober - Com- mando der Ostsees-Aiotte übevleonnnen hat, ist gewiß. So wie nur Admiral Corry's Flotte in P-orlSmouth angekommen ist, wird Sir Charles Napier seine Flagge auf dem Wellington aufhissen, und mit einer Ablhei-., lung der Flotte zeitig im März nach dem Kattegat aufbrechen und dort die Lösung des Eises in der Ostsee abwarten, die selten vor Ende März eintirtt, so daß er am Thore deS baltischen MeereS stehen wird, roeirn Rußlands Antwort auf das Ultimatum Luropa's tim trifft. Die Times, welche diese Mitchellungen macht, knüpft daran noch folgende Bemerkungen:Es ist wich­tig , daß die drei russischen Flotten-Divisionen (gegen wärtig in Reval, HelfingSfors und Kronstadt) min»* dert werden (und bas ist durch die verschiedene Zeit des Eisganges möglich), sich in Kronstadt zu vereini­gen .. . Das xpedttivuscvrps wird, wenn die russi­sche Antwort zurückkommt, aus dem Wege nach der Türkei sein. Während die englischen Truppen uns Mit­telmeer einfahre», werden sich die ersten zwei sianzösi- jchcn Colonnen von je 8000 Mann in Toulon nnd Algier einschlffen." In Lord Raglan's Abwesenheit werden alle Anstaltcu getroffen, daS zweite Expebitions- CorpS marschfertig zu machen; es sind nach einem Be­richte der United Service Gazette für dasselbe vor der Hand daS 1. Fußregimem, das 7. königliche Füsilier-, daS 19. Fuß-, das 23. Royal Welsh Füsilier-, das 88. und das 95. Fuß , dann das 8. Husaren- und das 17. i Ulanen - Regime« designirt. Im Ganzen fmui man wohl sagen, daß die Kriegspassion dem bisher so ruhi­gen John Bull in den Kopf gestiegen ist; cs kommen in dieser Beziehung erstaunliche Thaksachen vor. ES gehört zur Tagârduuug, daß Lehrenge ihren Meistern hier in London davoiilaufe», um sich als Schiffsjungen auf der Flotte a»werben zu lassen; diese Fälle kommen jetzt täglich zu Dutzenden vor; in Dublin war der Zu- drang von Recruten so groß, daß die Regiernug sich veranlaßt sah, das Körpermaß wieder um einen Zoll hinaufzuschraube», und jetzt haben go«c die Jaivaliden in Greenwich, die über 60 Jahre alt und jeder Dieust- Verpflichtung enthoben find, ein Freicorps gebildet, daS seine 100 Köpfe zählt und im Nothfall gute Dienste leisten wird.

Diesen Angaben terTimcS" haben wir noch Folgendes beizusügen: Freitag um Mitternacht war der königliche Courier Ole Townley hier birect von Petersburg ciugetroffcn, mit der Meldmig, der Czar habe Sir Hamilton Seymour in einer sehr abrupten uneeremoniellen Weise seine Pässe zustellen lassen, bevor er noch seine AbberufnngS-Orbre auS England in Hän­den hatte. Dieser Schritt des Kaisers bezeichnet seine Stimmung gegen England zur Genüge, zumal er den französischen Gesandten vor dessen Abreise ausdrücklich zu sehen wünschte und ihm bei dieser Gelegenheit den erwähnten Orden verlieh. In den beiden Cabinet-Eon-

seilS, die am Samstag und Sonntag stattfanden, kam diese Angelegenheit wiederholt zur Sprache, und eS wurde von mehreren leitenden Führern des CabinctS hervorgehoben, daß der Bruch n «heilbar sei.

General Sir H. Smith hielt vor der Einschiffung des 93. schottischen Regiments der Hochländer zu Ply. mouth eine Anrede an dieselben, worin er sagte;Sol­daten haben freilich nichts mit der Sache zu schaffen, für die sie kämpfe», denn ihre Pflicht Heischi bloß, daß sie kämpfe» ; hier aber habt Ihr für die edelste Sache zu kämpfen: ich meine für d en Schutz des Schwa­chen! Euer Anführer wird Lord Raglan sein, ein Mann , der die rechte Hand des Wellington gewesen. Eins wist ich Euch aber an's Herz legen, nämlich, daß Ihr gute Kameraden unserer tapfern Verbündeten, der Franzosen sein"möget. Ich sage aufrichtigunsere tapfern Verbündeten", denn sie waren einstens unsere Feinde; jetzt kämpft Ihr an ihrer Seite, und ich möchte lieber mit ihnen vereint kämpfen, als mit allen andern Soldaten der Welt, denn sie werden Euch nie im Stiche lassen."

Im Oberhaus erklärte gestern Lord Ellenborough er habe einen wichtigen Gegenstand zur Kenntniß deS Hauses zu bringen. In Petersburg fei die Ausrüstung von 12 Fregatten unb Corvetten angeordrret, die beim Eisbruch aus der Ostsee auslaufen sollten; wenn diese Schiffe bis zum 21. März das Kattegat erreichten, so könnte sie die Rordküste Schottlands und Irlands um­segeln, und ehe 5 Wochen um seien, dürfte man bei Lloyds (ein Assecurauzbureau) die erstaunliche Kunde vernehmen , daß arglose britische Kauffahrer im Canal oder im Norden Irlands gekapert worden sind, und das Publicum würde mit Schrecken hören, daß britische Ar­tillerie, die von uuescortirten Segelschiffen nach dem Mittelmeer befö'.dcrt werden sollte, auf der Fahrt dahin russischen Kreuzern i» die Hand gefallen ist. (Hört! hört!) Jene 12 Fregatten hätten gewiß keine andere Bestimmung, und außer diesen lägen 11 russische Kriegs­schiffe auf verschiedenen auswärtigen Stationen (Hört! hört!): in Manilla eine russische Fregatte und eine Brigg, während England dort nur ein Fahrzeug mit 50 Kanonen habe; in Australien liege eine russische 60 Kanonenfregatte gegenüber einer englischen von nur 26 Kauonen, und selbst diese sei abbeordert; in Rio eine russische 44 Kanonenfrcgatte., die in Portsmouth gast- fn.udlich veparirt uwberi (Gelächter); in Madeira ein schwer bewaffneter russischer Schooner; am 9. Novem­ber sah man am Cap Verde 2 schwer armirte russische Fregatten, die ohne Zweifel Cap Horn passirt haben; in einem österreichischen Hafen des adriatischen Meeres läge« drei russische Fregatten, griechische Aufstände schü­rend (Hört!); und alle diese russische Schiffe seien un­beobachtet und könnten jeden Augenblick britische Kauf- fahrer anfallen (Hört! hört!), denn der Kaiser von Rußland habe ein vollkommenes Recht, die Haltung Eng­lands als eine feindselige zu betrachten, wenn er wolle, und entsprechende Befehle zu geben. Lasse man die erwähnten zwölf Russen aus dem Kattegat heraus, so würden kaum 36 englische hinreichen, um den brittischen Handel gegen sie zu decken. Sofortiges Handeln thue daher Noth; aber er hoffe, dies werde nicht in einer Weisung an jedes im Lauf der nächsten vier Wochen auszusendende Schiff bestchen, daß es jeden Ruffen, der ihn, ans offener See begegnen mag, auffordern soll, in einen russischen Hafen heimzukehren; kein Augenblick dürfe verloren werden, um zu handeln und dem Czaren, wie das Völkerrecht verlangt, den FriedLn zu kündigen. Er frage nun, ob die Regierung Anstalten getroffen habe, um das Auslaufen der zwölf russischen Kriegs­schiffe ans der Ostsee zu verhindern? Lord Aber­deen glaubt, sein edler Freund, der an die Oberleitung großer Kricgsoperatioiren gewöhnt sei, könne unmöglich eine öffentliche Auskunft erwarte», da dieselbe doch nur Rußland von Nutzen sein könnte. (Hört! hört!) Hof­fentlich werde ihin die Versicherung genügen, daß die erwähnten russischen Kriegsschiffe nicht unbeobachtet sind. Im Unterhaus fragt Lord D. Stuart, ob die von Lord Aberdeen im Oberhaus erwähnte Depesche (die sich auf den Vertrag von Adrianopel bezieht) vorgelegt werden wird V Lord I. Russell erklärt die Vor­legung für unstatthaft, unb kündigt darauf an, daß die Regierung einen nachträglichen Armeevoranschlag am Freitag zur Abstimmung bringen will, und daß der Schatz- kanzler das Budget am nächsten Montag vorzulegen denkt. (Hört, hört!) Mr. Gibson wünscht zu wis­sen, ob über die Rechte neutraler Staaten eine Ent­scheidung getroffen worden sei. Vorzugsweise wichtig sei die Frage, ob freie Schiffe freie Ladung hätten, und ob die neutrale Flagge auch die Ladung neutral mache. Die Frage beziehe sich natürlich nicht auf Schießbedarf und Kriegscontrebande. Lord I. Ruffell erwidert, die Regierung sei noch mit Erwägung der Frage be schâftigt, werde aber nach dem Erlaß einer KrietzSecklä« rung ihre Grundsätze in der Behandlung neutraler Flaggen bekannt machen. Sir H. Willoughby bringt wieder die Schlacht bei Siuope zur Sprache, und er* laubt sich an das Ministerium die Frage zu stellen, warum jene beklagenswerthe Katastrophe nicht verhin­dert worden sei? Sir I. Graham erkennt das Recht des ehrttiwerlhen Baronets zur Interpellation gerne an, will ihm aber doch bemerklich machen, daß sie bereits