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französischen Kaiser als ehrenvoll anfgefaßten Vorschläge zu bewegen. Ich habe nur noch hinzuzufügcn, daß die Antwort auf diese Vorschläge noch nicht cingetrof- fen ist."

Donaufürttenthümer

Don der unteren Donau, 16. Febr. Fürst Alexander von Serbien befindet sich aus Besuch beim F.-M.-L. Grafen Coromm in Semlin, in Begleitung des Ministers Simich und dreier Senatoren, dann der vier Commandanten des serbischen Landsturmes. Ser­bien hat sich an die Neutralität Oesterreichs und Preu­ßens amMchlossen und trifft mit der Orgamsirung des Landsturmes durch General. Knicanin Vorsichtsmaßregeln zur Wahrung dieser einverständlich mit den zwei deut­schen Mächten ausgesprochenen Neutralität. Das Schutz- Verhältniß zu Rußland wird aufrecht erhalten, und der bekannte türkische Ferman wird als eine neue formelle Bestätigung der allen serbischen Rechte betrachtet. In dem kleinen Fürstenthume herrscht Ruhe und Ordnung, ebenso in Montenegro. Nachrichten aus Cetligne, der Residenz des montenegrinischen Fürsten Danilo, zufolge, wurde Georg Petrowich zum Präsidenten, und Mirko, jüngerer Bruder des Fürsten, zu Vice-Präsidenten des Senates ernannt. Der österreichische Oberstlieutenant Stratimirowich und der russische Oberstlieutenant Kowa­lewski befinden sich noch dort und beobachten die krie­gerischen Bewegungen und Demonstrationen der Türken in den Gegenden von Moratscha, Droobnjak, Wasor- witsch und Nilsitsch. Was die türkische Regierung mit der Zusammenziehung so großer Streitkräfte am Fuße der für den Halbmond unheilvollen Czerncegora bezweckt, ist noch unbekannt. ES wird übrigens in allen Di- stritten -eifrig' gerüstet. Um die Elemente der Derthei- digung zu vermehren, organisirt der Rabbiner von Adrianopel auch eine israelitische Frcischaar; sie erhält zwei Fahnen; auf der einen werden drei Fische in Gold, auf der anderen der Halbmond in Silber gestickt.

Belgrad, 11. Febr. Die Mission Etem Pascbä's ist nach Angabe derPresse" mißglückt und der kais. türkische Commiffär wird am 13. nach Constantinopel zurückrcisen. Der Senat hat seine Aeußerung über den bekannten Ferman gestern abgegeben, welche dahin lautet, daß die durch die Gnade des Großherrn erfolgte Be­stätigung der Privilegien Serbiens mit Dank ange­nommen werde, der Senat aber nicht unterlassen könne, darauf zu dringen, daß die russisch-türkischen Traktate von Bukarest, Akerman und Adrianopel in voller Gil­tigkeit verbleiben, und daß Serbien stets seine tractat- mäßigen Beziehungen sowohl gegen Rußland als die Türkei aufrecht erhalte. Das bezügliche, von Fürst Alexander unterzeichnete Document wurde durch eine Deputation dem Pfortencommissar Etem Pascha über­reicht, der sehr entrüstet war. Der Befehl, die türki­schen Truppen von der serbischen Grenze zurückzuziehen, welcher, um die serbische Regierung für vie Pforte zu stimmen, bereits gegeben war, ist augenblicklich zurück­genommen worden. In der Zeit vom 1. bis 8. d. M. waren in Belgrad 14 Couriere eingetroffen.

Einen Besuch, welchen der russische General Simiâtin in Begleitung eines Majors in Turn- Severin machte, bringt man mit der Absicht in Ver­bindung das Terrain für einen Donauübergang der Russen zu recoznosciren. Turn-Severin (auch Neu- Tschernetz genannt), ist bekanntlich nur durch die Do- nau vom serbischen Gebiete getrennt. Schon die Rö­mer hatten aus ihren Feldzügen nach Dacien die für einen Uebergang äußerst günstige Strombildung der Donau an dieser Stelle erkannt. Der Kaiser Trajan ließ hier für seine von Illyrien heraufziehenden Legio­nen eine Brücke über den Jsther bauen, von deren Vor­handensein heute noch Mauerreste an beiden Ufern Zeugniß geben. Auf der rechten Seite erhebt sich so­gar, ungefähr 6 Klafter vom Ufer entfernt, ein steiner­ner Pfeiler, der wohl die Höhe dieser Trajansbrücke andeutet.

Bukarest, 4. Februar. Ein Korrespondent des Wanderers" macht auf einen Umstand aufmerksam, der noch immer zu niedrig angeschlagen wird. Er sagt nämlich: ... In jedem Generalstabe wird General- Lieutenant v. Schilder eine hervorragende Kapacität,

aber schwerlich der selbstständige Feldherr in diesem Kriege sein. Man hat, abgesehen davon, so viele Ele­mente heranfbeschworen um den Krieg zu einem, im eigentlichen Sinne des Wortes, nationalen und reli­giösen zu stempeln, daß ich durchaus nicht glaube, daß man mit der obersten Leitung desselben fremdklingende Namen betrauen wird. Sollte Fürst Gortschakoff wirklich abberufcu werden, so wird man gewissermaßen gezwun­gen Namen, die, wie eines Suwarow, Kulussoff, PaSke- witsch ec. klingen, aufznsuchen."

Aus Bukarest sind Berichte vom 10. Febr. hier, welche ununterbrochene Truppenmärsche gegen die Donau melden. In den letzten Tagen war dessen unge­achtet das Gerücht vom Abschluß eines Waffenstillstan­des verbreitet. Man sagte, ein russischer Diplomat (Herr v. Fonton?) werde mit Fuad Effendi in Giur- gevo $u fommentreffen und die Bedingungen wegen Ab­schluß eines Waffenstillstandes vorläufig entwerfen. Doch glaubt Niemand an einen Frieden, da alle Berichte übereinstimmend von fortwährenden Vorbereitungen zu großen Kriegsoperationen sprechen und die Vorbereitungen der Russen zu einem Donauübcrgang nun ernstlich be- trieben werden. Am 8. Februar sind 15 Wagen mit je 12 Pferden bespannt, mit fertigen Pontons, Flößen und andern Requisiten für den Brückenschlag nach Glur- gevo abgegangen. In Fratesti, einem Dorfe zwei Stun­den von Glurgcvo, wurde ein Filialjpttal für 500 Kranke errichtet, die Hälfte desselben ist mit Verwundeten be­reits belegt. In Braila ist eine Schiffswerfte impro« visirt worden. Nach Slabazin sind zwei Batterien schweres Geschütz abgegangen. Um die Uniformirung deö Freiwilligciicorps zu bewerkstelligen, wurde in Bu­karest eine große Schneiderwerkstätte errichtet , 1000 Mann sind schon uniformier. Das ganze Corps, jetzt bei 6000 Mann stark, geht nach Krajowâ. In Bu­karest circulirte das Gerücht, daß der Großfürst-Thron- folger daselbst aukommen werde.

Curhet.

Constantinopel, 9. Febr. (Triest. Ztg.) Ein türkisches Bulletin meldet, daß am 13. Nachmittags vier russische Bataillone und tausend Georgier mit zwei Geschützen abermals einen Angriff auf das Fort von Tschefketil (St. Nicolas) versuchten; allein kaum hatten sie sich gezeigt, als Oberst Ismael Bey mit einer ge­nügenden Tiuppenzahl einen Ausfall machte, und, von den Festungsbatterieen unterstützt, mit den Russen ein mehr als eine Stunde anhaltendes Gefecht aushielt. Der Feind gerieth in Unordnung, und ergriff die Flucht, auf dem Kampfplätze viele Todte zurücklâssend, während die großherrlichen Truppen nur einen geringen Verlust hatten. Die Beziehungen der Türkei zu Persien find andauernd ireuudlich. Das^E de C." mel­det aus Bagdad vom II. 'Sie daselbst eingetroffeue Meldung von der Einnahme Khivas durch die Russen. Die fortwährende Vermehrung der Beycoèflotte so­wohl durch englische als französische Schiffe erscheint unerklärlich, da wohl die Hälfte der hier befindlichen Kriegsschiffe der Wcstmâchte der russischen Seemacht im schwarzen Meer die Spitze bieten könnte. Vier auf dem englischen AdmiralichiffAgamemnon" dienende Mlbshipmen, in einem Alter von 1216 Jahren, wur­den während eines Spazierganges in einem Wäldchen bei Beycos von 7 Makros, n der dort liegenden ägyp­tischen Flotte ergriffen und in der bekannten viehischen Entartung, die in der Levante nur zu sehr grassirt, in der brutalsten Weise mißhandelt. Die vier jungen Engländer find aus vornehmen Familien; zwei von ihnen sind sogar Lorbsjöhne. Als die Midshipmcn ver- zwelflungèvoll in das Kaffeehaus von Beycos kamen, zerstreuten sich sogleich die daselbst befindlichen englischen Offiziere nach allen Richtungen, um der Ucbelthäter habhaft zu werden. Sie wurden auch alle 7 gefangen, auf denAgamemnon" gebracht, und sogleich durch sie­benmaligesKielholen" bestraft. Diese Strafe ist eine der peinlichsten und zieht sehr oft den Tod nach sich. Die sieben Aegyptier sollen zwar die Strafe überstan­den haben, sich jedoch in sehr üblem Zustande befinden.

Dem auf der griechiichen Insel Samos ausge­brochenen Aufstand der Samioten, angeblich gegen den Paimakau Koukmeno gerichtet, legt man hier große Bc-

deutung bei. Die Pforte hat einen Commissär zur nähern Untersuchung nach Samos abgeschickt, und man stellte dort dringend daö Ansuchen, wenigstens 5000 Mann Truppen nach der Insel abzuschicken, um die auf­ständischen Griechen, welche die aus Samos lebenden Türken auszurotten drohen, im Zaume zu halten. Die Regierung hüllt die Vorgänge in ein tiefes Dunkel, da­mit die in anderen Orten lebenden Griechen nicht zur Nachahmung der Vorgänge in Samos angeregt würden. Der in Constantinopel lebende Fürst Vogorides, in welchem man, wenn nicht den Urheber, so doch wenig­stens einen Mitwisser deS Ausstandes auf SamoS ver° mutbet, wurde verhaftet, da aber die Beweise mangel­ten, bald wieder in Freiheit gesetzt.

Hr. Alisson, Secretär und Dolmetscher der englischen Gesandtschaft in Constantinopel, hat sich mit einem tür­kischen Beamten nach der Insel Samos begeben, um den griechischen Aufstand dort auf gütliche Art beizulegen.

Die im schwarzen Meere sich bewegenden Lloyd- dampfer übernehmen nicht mehr den Transport von Truppen und Kricgsmitteln, seit die russ. Regierung derartig befrachtete Schiffe selbst unter neutraler Flagge für gute Prisen erklärte.

Ein Schreiben aus Sophia vom 6. Februar meldet, daß in ganz Bulgarien eine Couscription der vorhandenen Lebensmittelvorrälhe eingeleitet wurde. Man besorgt im Frühjahr einen Mangel an VerpflegSbedürf- Hiffen bei der Armee.

Aus Adrianopel 5. Febr. wird berichtet, daß an Stelle des zum Kapudan Pascha ernannten Me- Hemed Pascha das Gouvernement der Proviz^provi- forisch durch Effendi Tafik geleitet wird. Zur Do^m Armee nach Schumla sind in Adrianopel am 5. d. M. passirt 600 ägyptische Artilleristen mit 18 Feldgeschützen, dann 1500 irregulaire Artilleristen, welche letztere von Marosch in Asien kommen.

Nach den neuesten Berichten aus Persien hat der Schah den Vertretern der fremden Mächte seine Neu- tralitäts - Erklärung für den russisch-türkischen Krieg in ossicieller Weise mitgetheilt.

Griechenland.

Äthen, 2. Februar. Durch ein Extrablatt deS Aeon" wird hier die Nachricht bestätigt, daß an der griechischen Gränze, in Epirus, ein Aufstand der Christen gegen die Türken ausgebrochen ist. Das Blatt enthält die Proclamation der Griechen, unterschrieben von 12 Häuptlingen von Radobitzar, und den Eid, den sich die Theilnehmer am Kampf gegenseitig leisten.

Neueste Nachrichten.

Modena, 16 Febr. Die Eisenbahnarbeiten am linken Ufer der Secchia und am rechten der Enza gegen Reggio zu haben begonnen.

Aus Belgrad vom 12. Febr. meldet man, daß am 11. General Knicanin nach Kragujewaz abgegangen ist, wohin auch Truppen beordert sind. Man fürchtet eine Invasion der Türken und ist die volle Thätigkeit der Regierung auf Kriegsrüstungen gerichtet.

Nach Berichten aus Bukarest vom 11. haben die türkischen Besatzungstruppen von Rustschuk am 10. aber­mals einen fruchtlosen Versuch gemacht, die von den Russen besetzte und armirte Donauinsel Mokan bei Giurgewo zu nehmen.

In Sebastopol wurden die farbigen Tonnen, welche die zahlreichen Sandbänke bezeichnen, am 9. d. einge­zogen. Die Schifffahrt, welche dort stets die größte. Vorsicht forderte, ist nunmehr ohne russische Lootse'n bei­nahe unmöglich.

Das englische Schiff, welches am 30. v. Mts. an einer dieser Sandbänke scheiterte, ist wieder flott ge­macht worden und wird, wie man vernimmt, in Kaffa reparirt.

Zwischen dem Capitanat Chersones, welches das äußerste Ende der südlichen Küste der Krim ist, und Sebastopol wurde ein mechanischer Telegraph hergestellt, der bis Jenikale ausgedehnt werden ioQ.

Die Russischen Garden werden in den nächsten Tagen aus Petersburg ausmarjchire».______________

ÄeranlworlUwer RecacUur Dr AacitN

Wiesbadener tägliche Posten.

Abgang von Wiesbaden. Ankumt in Wresbaben.

Main;, Frankfurt (>»,fenbahn.) Morgens 6, 10 U. Morgens 8, 9 U. 45 M.

Rachm.S, SU. 15M.10U. N-chm. 12 45. 4, 15. 7, 45.

Limburg (Sttwagen).

Morgens 7 U6r. ' Mittags 12 übr.

Nachm. 3 Uhr. Abends 9 Ubr 15 Min.

8 » blenj fSilwagen).

Morgens 10 Uhr. Nachm. 3 bis 4 Uhr.

C »blent cBriefxost)

R-chi« Io Uhr 30 Min. Magens 6 Uhr. Rdeingau (Silwagem)

Morgens 7 Uhr 30 Min. Morgens 10 Uhr 35 MiN.

Nachm. 3 Uhr 45 Min. Nechm. 5 Uhr 8 Min.

Englische Post.

Morgen- 10 Uhr. Nackm. 5-1 Uhr, Dienst.auSg.

Abends S Uhr -0 Mist. Nachm 4 Uhr 30 Mm. Französische P o st.

Atrends 9 Uhr 30 Mi». N-ch n. 4 Uhr 30 Min.

Abgang und Ankunft der Eisrllbahn;Sge

Abgang von Wiesbaden.

Ankunft in Wiesbaden

MorgeuS;

6 U. :

8 U.

10 n.15 M. l

Nachmittags!

2 U. 15 M.

5 U. 35 M.

Morgens:

7 U. 45 M.

9 U. 35 M

12 U. 45 M.

Nachmittags: 2 11. 45 M. 4 U. 15 M. 7 U. 30 M.

Lours der Staatspupiere.

Frankfurt, 20. Februar 1854.

Oesterreich, 5% Met. (b.N.)

1 5°/,L.-B.sb.R.)

57o Metalliques

5% do. 1851. A.

5% ditto 1852.

4'/,% Metalliq.

Bank-Actien ...

250 fl. Loote...

500 fl. voose . ..

Preuße», 37,% Staatssch.

Bayern, 3'./,% Obligation. Berdacher Eisenbabn-Actien : Würtcmbcrg, 37,% Oblig.

47,% neue Ö.

! Baden, 37,% OH. v 1842

1 L.-AÄ50fl.b.G.u.S.

i 35 fl Loose v. J. 1845

i Kurhkfsen, Fr.-W.-N.-Aciicn 40 Thlr. L. b. R.

! Darmstadt, 37,*/o Obligat.

Papier 867, 75 66 % 67 67 59 1110 103 170 87%

111% 87%

7)1%

68 39% 397, 33%

Geld

75 68%

-

1102

897, 109%

101%

89

397, 32%

917,

Darmstadt, 4% Obligation.

50 fl. Loöse .. .

25 fl. Loose . . .

Nassau, 5% Obl. b.Rothsch.

rr )/00 n u

u 37,%

25 fl. Loose......

Frankfurt, 3% Obligationen

3%% O. V. 1839

37,% O. v. 1846 Taunus-Eisendahn-Aetien . . Frankf.-Hanaucr-Eisenb.-Act. Holland, 4% Certisicate. ..

, 27,% Integralen .

Spanien, 3% innere Schuld

1% Neue......

Disconto.............. Vereins 10 fl. Loose..... Darmstäoter Bankactien ... Weimarische Bankactien ...

Papier 98 957,

101%

887,

85 7, 937.

937, 303

88 897, 597, 35 V, 18%%

8% 225

96

Geld

957,

997, 88'/, 27

937, 93' , 301

357, 18%. 2%%

8

223

Gold und Silber.

Neue Louisv'or . ......st. Pistolen............

Preuß. Frievrichsd'or . . . . Holl. 10 fl. Stücke...... Ranvducaten ........

20 FrancSstücke.......

Enal. Souverains...... Gold al Marco........

Preuß. Tdaler ....... 5 Frankenthaler........

Hochhaltig Silber.......

10 50 kr.

9 36' ,-377,

10 1-2

9 43-44

5 34-35

9 22 7,-23 7,

11 43-45

374-376

1 457,-467,

2 20 /,-21

24 30-32

Sörscn-tsoursc.

Wien, 18. Febr. 5pCt. Metall. 89%. - 47,^1. DD. 79-, - 5p5t. L.-Le« 997,. - Vankae len 1297. - 250 fl. Loose H2%. K.-F.-Norvbahn 229. Wechsel auf Lonvon 12 fl. 36 kr.

Paris, 18. Febr. 47,»St. R. 97, 40. - 3pCt. di. 67, 85. Oester. 807,. Span, neue Dlff. 35%. Innere Schuld 18% Darmst. Bankactien 475.

Schnellpressen-Druck und Erpedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden, Langgaffe 42,