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hat das Verschieben einer Pfarrwahl, aus welchem Grund wird nicht gesagt, unbedeutende Demonstrationen her- vorgerufen,' die jedoch ebenfalls zur Absendung einer Abtheilung Scharfschützen nach jener Gemeinde An­laß gaben.

Dänemark.

Kopenhagen, 11. Febr. (Z. f. N.) Truppen­zusammenziehungen finden auf der Insel Seeland im concentrirtesten Maße statt und wird die ge­lammte Flotte ausgerüstet.

Jtnlirn.

DerGazz. Ticinese" wird aus Bologna, 2. d., gemeldet: Man berichtet aus Faenza, daß in Folge der vielen in dieser Stadt vorgefallenen Meuchelmorde in der Nacht vom 29. zum 30. Januar auf Befehl des österreichischen und des päpstlichen CommandoS gegen 70 Personen verschiedenen Standes verhaftet und theils in die Citadelle von Imola, theils in jene von Forli geschafft worden sind, 30 Andere haben sich geflüchtet.

DerParlamente" meidet aus Faenza vom 6. d. M., daß dort neuerlich 40 Personen verhaftet wur­den und eben so viel sich flüchteten. Der Gemeinde­rath habe seine Entlassung eingereicht und viele wohl­habende Familien verlassen die Stadt, wo aus Anlaß der neuerlichen Attentate eine betrübende Stimmung herrscht.

Uußiand.

Kalisch, 11. Febr. (Lloyd) Der Feldmarschall Pastiewitsch hat seinen Adjutanten, den Fürsten Orloff Denisoff, mit wichtigen Befehlen nach der Festung Brest - Litewski geschickt, wo gegenwärtig viel Militär znsammengrzogen ist, und wo mehrere Generale aus Warschau weilen. Graf Karnicki, Sccretär bei der österreichischen Gesandtschaft in Petersburg, ist in die­sen Tagen durch Polen nach Petersburg gereist. Der englische Consul, Herr du Plat, hat Warschau noch nicht verlassen, aber seine Gemahlin ist bereits nach Dresden abgereist. Die Nachricht, daß General­lieutenant Liprandi, der Chef der zwölften Infanterie­division , das Commando über das Cernirungscorps bei Kalasat erhalten haben, erregt in Polen in so fern Interesse, als dieser ausgezeichnete General noch vor anderthalb Jahren mit seiner Division hier stand und sehr gekannt ist. Letzteres ist allerdings mit den mei­sten Generalen von Bedeutung am Donauufer der Fall. Die Ansichten über das Cernirungscorps bei Kalafat find hier in militärischen Kreisen in so fern getheilt, als demselben Einige den Zweck bemessen , die Türken hier durch große Beengung in Unthäligkeit zu halten während andere der Meinung sind, daß eine stabile Cernirung zu große Streitkräfte erfordere und deßhalb der blutige Sturm aus Kalasat dem Donäüübergange vorangehen müsse. Der Chef sämmtlicher der acti­ven Armee beigegebenen Kosakenpulks, Generallicute- nant Kuzniezoff, ist aus der Festung Bresc- Litewski in Warschau angekommen.

Ionische Inseln

Corfu, 3. Febr. Der Lord Obcrcommissâr sandte einen Dampfer nach Cephalonia mit Instructionen zur Verhütung fernerer Unruhen und Milderung der dort herrschenden Hungersnoth.

Türkei

* Die Presse der verschiedenen Länder fängt an, sich ernsthaft mit dem Project einer englisch-französischen Hülfsarmee in der Türkei zu beschäftigen. Betrachten wir zunächst die verschiedenen möglichen Formen, unter denen ein Landkrieg geführt werden kann, so ergibt sich, daß die drei Mächte ihre Truppen entweder unter ein Oberkommando stellen können, oder es können die Tür­ken selbstständig agiren, und nur die beiden Alliirtcn vereint, oder sie können alle drei selbständig auf dem­selben Kriegstheater, oder die Alliirten getrennt, die Franzosen in Europa, die Engländer in Asien, fechten. In einem Artikel der A. A. Z. aus Cönstantinopel werden nun diese Formen einer Prüfung unterworfen. Unter allen Formen,"'sagt der Corr., wäre offenbar noch die vernünftigste, wenn alle drei (Türkei, England, Frankreich) selbstständig und unabhängig von einander auf dem europäischen Kriegstheater operiren. Es ist nämlich eine uralte, sich immer wieder bewährende Er­

fahrung, daß, wenn ein vollkommenes Einverständniß nicht wahrscheinlich ist, einer bloß äußerlichen oder hal­ben Einigung die vollständige Trennung vorzuziehen sei. Daß man die türkische Armee nicht unter christlichen Oberbefehl stellen wird, stellen kann, liegt auf der Hand, denn um die Pforte vollständig zu demüthigen, fehlt eigentlich nur noch, daß man ihr den Ober­befehl über ihre eigenen Truppen, die in ihrer ei­genen Sache fechten, abnimmt; dann ist noch zu berücksichtigen, daß nach den besten Autoritäten nur ein Türke türkische Truppen zn commandiren vermag. Was nun eine Vereinigung französischer und englischer Truppen unter Einem Oberbefehl betrifft, so ist derselbe nicht minder illusorisch. Die Elemente beider Armeen sind bekanntlich ganz verschieden die eine ist eine ge­worbene, die andere eine ausgehobene Armee. Die eine vertritt noch bis auf den heutigen Tag die Linear- taktik, die andere die Massentaktik. In jener gehört dasPrügeln" zu den täglichen Strafen, in diesen würde schon der Gedanke an körperliche Züchtigung die allgemeinste Meuterei herbeiführen. Dazu sind diese beiden Armeen Todfeindes seit undenklichen Zeiten, so im tiefsten Nationalbaß auferzogen daß officwüe Aus­fälle auf die Engländer z. B. in der französischen Armee ganz gewöhnlich sind. Der Kaiser Napoleon ist ein mächtiger, aber keineswegs allmächtiger Herr, er kann vieles, kann selbst die französische Nation in den Au­gen des gesammten Europa'S demüthigen; doch das eine vermag er sicherlich nicht: gegen die instinctiven Leidenschaften der großen Masse anzukämpfen, besonders wenn er selbst diese Leidenschaften theilt. Ich bin, nach einer wie ich glaube ziemlich richtigen Auffassung des Charakters dieses seltsamen Mannes, svgar fest über­zeugt, daß er die Verlegenheiten des englischen Cabi- nets mehr als herzlichgern sieht, und die Theilnahme der französischen Presse für das in Asien bedrohte Eng­land kommt mir gleichwenig aufrichtig vor. Außerdem kann England nicht 50 oder 70,000 Landlruppen wie die Franzoien nach der Türkei senden, aus dem einfachsten Grunde von der Welt weil es sie nicht hat. Auch ist eS thöricht anzunehmen, die engl. Armee könne sich rasch vergrößern, um ebenbürtig auftreten zu können, überall, wo keine Cadres, keine Rahmen zum Ausfüllen vorhanden sind, sehr, sehr schwer ist; doppelt schwer aber in einer geworbenen Armee, von der alle Elemente, wenn sie ausscheiden, sich vollständig trennen, und in keinerlei Verbindung mehr zum Heer bleiben. Wenn man auch Soldaten fände, und das würde äußerst schwer halten, es würde an Führern gebrechen. Diese Fingerzeige werden genügen, um klar zu machen, daß ein gemeinschaftliches Operiren unter französischem Ober- beseht unmöglich ist. Es bleibt also nur ein getrenn­tes Operiren wo die Einigung im gemein­schaftlichen Zweck besteht, und jeder nur die Aufgabe hat, dem Feinde möglichsten Abbruch zu thun. (Und wenn nun, bei der untergeordneten Stärke der Theile, die Russen vereint die Engländer oder die Franzosen einzeln schlügen; glaubt man die andern würden sich darüber sehr grämen?) Am Natürlichsten wäre al[o1 wenn die Engländer von Corfu aus in Albanien, die Franzosen von Constantinopel aus in Rumelien operir- ten. Kann aber Frankreich darauf eingehen? Man vergesse nicht, daß Frankreich für England ein unzuver­lässiger Bundesgenosse ist, daß aber die 70,000 Mann, einmal nach der Türkei gesendet, dann für England ein Bürge des Einvernehmens wären, weil England den Schlüssel zur Rückzugsstraße, daS Mittel­meer in der Hand hat. Englands Truppen fänden dagegen immer eine sichere Zuflucht auf den jonischenJnseln, wenn sie bei ihrerSchwâcheplötzlich zu sehr gedrängt würden, Je mehr ich über alle die Schwierigkeiten nachdenke, welche sich dem Operiren englischer und französischer Truppen in den Weg stellen, desto mehr komme ich zu der Ueberzeugung, daß sie fast unlösbare Conflicte her­beiführen würden; das, was Frankreich will, wird Eng­land nicht eingehen wollen, und die Form, die dieses vorschlägt, wird Frankreich nicht genehm dünken. Jetzt, da die Sachen so weit gediehen, daß der Endverlauf aller menschlichen Berechnung und Leitung entrückt ist, kann man wohl sagen, daß nie von Seilen Englands

eine blindere Politik verfolgt worden ist. Man muß dem gefürchteten Gegner Brücken bauen, aber sie nicht hinter ihm abbrechen. Lord Redcliffe hat dies mit un­begreiflicher Thorheit gethan; jetzt kann der Czar nicht mehr zurück, noch die Türkei ohne sichern Untergang; weder Frankreich noch England obne Schande. Nie­mand hat geglaubt, sich so die Hände zu binden, ge. trieben zu werden, anstatt zu treiben allein so ist der Lauf der Welt! Helfen kann der Türkei weder die eine Macht noch die andere, denn, wenn unter ihrer Mithülfe ein Frieden errungen würde, so ist es wohl unzweifelhaft, daß die Pforte ganz in Abhängigkeit von ihren treuen Bundesgenossen fallen, und ihre Erretter so lange an ihrer Entwickelung herumdoctern würden, s bis der arme Patient das Zeitliche endlich gesegnet hätte. Es gäbe vielleicht ein wirksameres Mittel, mit dem ganzen Staate gründlich auszuräumen, als 50,000 Franzosen nach Constantinopel zur Civilistrung der Stadt zu schicken. General Baraguay'S Recognoscirungen der Umgegend Constantinopels wollen mir daher nicht recht natürlich erscheinen, am wenigsten, wenn es daraus an- kvmmt, ein letztes Bollwerk für die Pforte dort zu er- h richten. Rußland mit seinen großen Kräften, aber sei- f neu weiten Dimensionen, ist ein-Staat, der einer gro­ßen Nachhaltigkeit in seinen Angriffen fähig ist; gerade das Gegentheil ist der Fall bei der Türkei. Das wäre nur ietel Comödie.

Neueste Nachrichten.

* Wiesbaden, 16. Februar. In der heutigen Sitzung der ersten Kammer wurde der Bericht über die Prüfung der dem geistlichen Rath und Domherrn Diehl von dem hochwürdigsten Bischof zu Limbur§ ertheilten Vertretungsvollmacht von dem Abg. Präf. Möller erstattet und der Antrag, die Wahl nicht zu beanstanden, von der Kammer mit allen gegen eine Stimme (Abg. v. Eck) angenommen. Die von dem Abg. v. Eck geltend gemachten Gründe sind blos for­meller Natur und dieselben, welche er bereits im Jahr 1852 in Bezug aus das Recht des Hochw. Bischofes von Limburg, einen Stellvertreter in die erste Kam­mer zu senden, geltend gemacht hat. Dagegen wurde von dem Abg. v. Eck erklärt, daß er, wie er ausdrück­lich bemerken wolle, in der gegen den Herrn Bischof von Limburg und die Mitglieder des dortigen Domca­pitels eingeleiteten Criminaluntersuchung wegen Be­truges und Erpressung, durchaus keinen Grund, die'auf den Geistl. Rath Diehl gefallene Wahl zu beanstanden, zu finden vermöge.

Ein Passus im Ausschußbericht gab zu einigen Er­örterungen Anlaß, worauf die MitgliederLeS Aus- schusseS erklärten, daß derselbe nach ihrer Jntenftvnnür' eine Courtoisie gegen den Herrn Bischof von Limburg und keine Entscheidung oder Meinung über dessen Stel­lung zur Kammer enthalten sollte.

Der betr. Passus lautet: Man glaube die Hoffnung aussprechen zu müssen, daß der Herr Bischof in Zukunft nicht durch Unwohlsein und Berufsgeschäfte verhindert sein möge, seinem Rechte und seiner Verpflichtung, in der Kammer zu erscheinen, nachzukommen.

Die N. P. Z. glaubt, daß falls das kais. russische Cabinet daS sog. Ultimatum der Westmächte überhaupt beantworte, die Erwiderung entschieden ablehnend lau­ten werde.

London, 14. Febr. Im Unterhause erklärt Loft Russell, die Regierung habe weder Nachricht von Angriffen der Russen auf St. Nikolas, noch davon, daß britische Kaufleute in Trebizonde um Schutz nach­gesucht hätten.

Die Wiener Blätter sind heute ausgeblieben.

Darmstadt, 15. Februar. Bei der heute hier statt- gehabten 19ten Verloosung der großherzoglichen 25 fl. Loose sind auf nachstehende Nummern die beigesetzten Hauptpreise gefallen: Nr. 85419 15,000 fl., Nr. 69512 3000 fl., Nr. 78494 2000 fl., Nr. 74508 1000 fl., Nr. 24859 und 78520 jede 400 fl., Nr. 91841 und 53062 jede 200 fl., Nr. 38365 und 18124 jede 100 fl.

Verantwortlicher Redacteur: Dr. A. Aocltk.

Wiesbadener tägliche Posten.

Abgang von Wiesbaden, Ankunft in Wiesbaden. Woinz, Frankfurt (Eisenbahn.)

Morgens 6, 10 U. Morgens 8, 9 U. 45 M. |

Nachm. 2, 5U. M.IV U. Nackm. 12, 15. 4, 15. 7, 45. I Limburg (Estwagen).

Morgens 7 Uhr. ' Mittags 12 Uhr.

Rachm. 3 Uhr. Abends 9 Uhr 15 Min.

_ Sohlen» (Eitwagen).

Morgens 10 Uhr. Nachm. 3 bi« 4 Uhr.

Sohlens (Briefpost) Nachts 10 Uhr 30 Min. Morgens 6 Uhr. Ndeingau (Eitwagen.) Morgens 7 Uhr 30 Min. Morgens 10 Uhr 35 Min. Nachm. r Uhr 4S Min. Nachm. s Uhr LS Min.

Englis che Post.

Morgen» 10 Uhr. Nachm. S-4 Uhr, Dienst. auSa.

Abends 9 Uhr 'S Min. Nachm 4 Uhr 30 Mm.

Französische Post.

Abends 9 Uhr 30 Min. Nachm. 4 Uhr 30 Min.

Tours der Staatspapiere Frankfurt, 15. Februar 1854.

Gold und Silber.

Abgang und Ankunft der Cisenbahmüge.

Abgang von Wiesbaden.

Morgens: Nachmittags:

G U.

8 U.

io U. 15 M

2 ll. 15 M.

I 5 u. 35 M.

Ankunft in Wiesbaden.

Morgens: 7 U. 45 M- 9 U. 35 M 12 U. 45 M.

Nachmittags: 2 11. 45 M.

4 U. 15 M.

7 U. SS M.

Papier

Geld

Oesterreich, 5% Met. (b.R.)

88

//

5«/.L.-V.(b.R.)

76%

5% Metalliqucs

68%

5% do. 1851. A.

68%

5% ditto 1852.

69

68%

4%% Metalliq.

61%

ff

Bank-Actien ...

1148

1140

ff

250 fl. Loose...

104%

ff

500 fl. Loose. ..

173

Preuße»,

3%% Staatssch.

89 %

Bayern,

3 % % Obligation.

88%

Bexbacher

Eisenbabn-Actien

110%

110%

Würtcmberg, 3'/,% Oblig.

874

ff

4'4% neue £).

101%

Baden, 3%70£>bl. v. 1842

89

L.-Aâ50fl.b.G.n.S.

68%

35 fl. Loose V. J. 1845

40

39%

Kurhkssen,

Fr.-W.-N.-Actien

40%

40

ff

40 Thlr. L. b. R.

33

32%

Darmstadt, 3 7,% Obligat.

91%

Papier

Gelb

Darmstadt, 4% Obligation.

98

50 fl. Loose .. .

95%

95%

25 fl. Loose ...

Nassau, 5% Obl. b.Rothsch.

101'4

4 4

994

V 3'4 4

87%

25 fl. Loose......

27'4

Frankfurt, 3% Obligationen

86

3%% O. v. 1839

93'4

3 %% O. V. 1846

93'4

Taunus-Eisenbahn-Actien . .

304

302

Frankf.-Hanauer-Eisenb.-Act.

90

Holland, 4% Certificate. ..

89%

2'4% Integralen.

59%

Spanien, 3% innere Schuld

36

35%

1% Reue......

19'% 6

Disconto............

24%

Vereins 10 fl. Loose .

8%.

Darmstädter Bankactien . . .

226

224

Weimarische Bankactien ...

96%

Reue Louisd'or.......fl: 10 50 kr.

Pistolen........... 9 36'/,-37'/,

Preuß. Friedrichsd'or . . . . 10 1-2 Holl. 10 fl. Stücke..... 9 43-44

Randducaten........ 5 34-35

20 Francsstücke....... 9 22%-23%

Engl. Souverains..... 11 43-45

Gold al Marco....... 374-376

Preuß. Thaler ....... 1 454-46

5 Frankenthaler....... 2 20'4-%

Hochhaltig Silber...... 24 30-32

Vörsen-Lourse.

Wien, 15. Febr. 5pCt. Metall. 89'/,. - 4'/,pCt. do. 79'/,. - 5pCt. L.-Ben. 99'/,. - Bankac ien 1290. 250 fl. Loose 132. K.-F.-Nordbahn 228-, - Wechsel auf London 12 fl. 37 kr.

Paris, 15. Febr. 4'/,pCt. R. 99, 10. - 3pCt. R. 68, 35. Oester. 69-. - Span, neue Diff. 35%. Innere Schuld 18%. Darmst. Bankactien 475.

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