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Eisscholle in die Fluth und schwang sich dann in einen kleinen ihm zur Seite fahrenden Nachen, in welchem er weiter abwärts schwamm.

Hamburg, 5. Febr. DieAlt. Ztg." enthält eine Bekanntmachung, durch welche die in Leipzig er. scheinendenGrânzboten" im Herzogthum Schleswig verboten werden.

Altona, 5. Februar. Zur Verproviantirung der Flottehat die dänische Regierung 11,000 Pferde- kraft Steinkohlen in England ankaufen lassen. (Tele­graphisch wurde bekanntlich aus Hamburg gemeldet, dieser Lieferungsvertrag sei von englischer Seite mit einem Kopenhagener Hause abgeschlossen worden.) Einem Privatschreiben aus Kopenhagen zufolge sollen bk häufigen und langen Conferenzen, welche der Geh.« Rath Tillisch mit dem Könige hatte, sich auf einen Mi. nistcrwechsel beziehen.

Del, 29. Jan. (Allg. Ztg.) . Die schleswmsche Stäiibeversammlnng hat, wie aus einem nachträglichen Berichte derStände Zeitung" erhellt, bei der Schluß­berathung über den Entwurf zu einer Verordnung über die Verhältnisse der Juden folgenden Vor« schlag angenommen: daß Ehen zwischen Juden und Christen erlaubt sein sollen.

Berlin, 6. Febr. DasC.-B." fügt zu der Nach­richt, daß die russische Antwortsnote auf die Vorschläge der Wiener Gesandteneonferenz ihrem Inhalte nach von der Wiener Konferenz für nicht â«nügend erachtet wor­den, Folgendes bei: Die englische und französische Re- gicrung hatten, nachdem die Note der Gesandten-Con­ferenz durch Oesterreichs Vermittelung nach Petersburg expedirt worden war, beide gleichzeitig eine Note nach eben derselben Hauptstadt gesandt, in welcher sie die Conferenzvorschäge als äußerste Grenze, bis zu welcher die Nachgiebigkeit der Verbündeten des Sultans gehen könne, bezeichneten. Die englische Note soll in einem sehr strengen und, wie man sagt, provocirenden Tone abgefaßt sein; sie ist 13 Tage alt. Eine Antwort auf dieselbe kann daher von Petersburg noch nicht erfolgt sein; man kann eS nicht für unwahrscheinlich halten, daß, nachdem die Wiener Note beantwortet ist, auf die Sondernote des Westen- von Rußland zunächst keine Antwort gegeben wird und man es bei der Urlaubs­reife der russischen Gesandten bewenden lassen wird. Zu einem vollständigen Abbruche des diplomatischen Verkehrs zwischen Rußland und den Westmächten wird eS zunächst noch nicht kommen, indem, wie uns von gut unterrichteter Seite mitgethejlt wird, Graf Nessel, rode das einstweilige Verbleiben de- russ. Gesandtschafts. Personals auf seinem Posten durchgesetzt und angeord- net hat. Es ist hierdurch sehr viel gewonnen, indem Rußland damit sein Bestreben zeigt, so lange eS mög- lich mit dem Westen nicht ganz zu brechen. Die oben erwähnte Antwortsnote auf die Vorschläge der Wiener Gesandteneonferenz gibt dem Bestreben Ausdruck, indem Rußland sich bereit erklärt, auch alle weiteren Vermitt- lungSvorschläge zu prüfen und ihnen möglichst entgegen- zukommen, nur könne man ihm als Großmacht nicht zumuthen, sich dem entscheidenden AuSspruche anderer Großmächte zu beugen. Dieß werde eS nie concediren.

Wien, 6. Februar. Die halbosficielle èsterreische Korrespondenz berichtet heute: Bei gleicher Weise freund nach bar lich er V erhäl tu isse z u Ruß. land und der Türkei, fand Oesterreich nicht An. laß zur Aufstellung-eine- Truppcncorps, so lange der Kriegsschauplatz die große Walachei war. Hetzt, wo der Kamps in der kleiuen Walachei stattfindet werden zur Sicherung der Grenze 25,000 Mann in der Wojwod« fchaft sofort ausgestellt.

ES ist Thatsache , schreibt »an der F. P. Z. aus Wien, daß die Verluste, welche die bisherigenPprrhuS- Siege" der russischen Armee mit sich brachten, verbun­den mit den verheerenden Krankheiten, die Dönauarmee beinahe um die Hälfte ihrer Kraft beraubten, und daß man hierorts sowie in Petersburg ganz gut begreift, daß diese Verluste nur als die Vorboten von weit größeren anzusehen sind. ES ist ferner Thatsache, daß daS Wiener Cabinet gesonnen ist, seine Neutralität streng nach den Grundsätzen des Völkerrechts aufrecht zu erhalten und dadurch seine Länder vor unübersehbaren Drangsalen zu bewahren. Diese beiden Faktoren sind für die russische Kriegspartei keineswegs willkommene Erscheinungen, und eS dürfte die Sendung Orloffs, in zweiter Reihe und für den Fall, daß der Friede zur Unmöglichkeit werden sollte, das entschiedene Ziel vor Augen haben, die auS den erwähnten Thatsachen ent­springenden Nachtheile möglichst zu verhindern. DaS L k. Cabinet besitzt allerdings hierzu die großartigsten Mittel; allein eS vermag seiner Stellung getreu alle optativen Aeußerungen der nordischen Politik nur als passiver Zuhörer entgegenzunthmen, und dieS in so lange, als nicht ein Impuls aus Südwesten, wie solcher leider zu befürchten steht, dem österreichifchen Kaiser Nothwen­digkeiten auferlegt, welche mit der Erfüllung der Pflich­ten staatlicher Selbsterhaltung rasch und sorgfältig Hand in Hand gehen. ES sind daher die vielen bisher ganz unmotivirten - Gespräche über den Durchzug russischer Truppen durch die kaiserlich königlichen Staaten, über die Anhäufung österreichischer Heeresmassen an den Grenzen der Walachei, über bedeutende Geldsubsidien, die an den hiesigen KriegScaffen eventuell zur Verfügung

gestellt waren, nur müßige Erfindungen, welche dieGe- müther und den Geldmarkt verwirren, wogegen die Ver- stcherung ausgesprochen werden kann, daß, im Fall die Integrität Oesterreichs bedroht werden sollte, eine groß­artige Entwickelung von Vertheidigungsmitteln vor sich gehen würde. Der Abmarsch deS Regiments Warschau von Wien zum neunten Armeecorps gehört zu jenen geringfügigen Umständen, welche die hiesigen Politiker als Borboten kriegerischer Bewegungen ausbeuten möch­ten, und doch ist es so einfach und begreiflich, daß man jenes Corps in einem Augenblick vervollständigt, wo der Einbruch polnischer und ungarischer Flüchtlinge in die österreichischen Staaten in Folge der Kämpfe an der Donau würdig errcheint. Bezüglich der Rüstun­gen in Piemont und in der Schweiz wird hier behaup- tet, daß, bei etwaigen Einfällen in die Lombardei, man sich Anfangs gegen Verona zurückziehen würde, nachdem die Erfahrung gelehrt, hqß nur von dort aus erfolgreiche Siege errungen werden können.

Uriest, 31. Jan. (Tr. Z.) Immer lauter, immer allgemeiner werden die Klagen über die Schwankungen unserer Wahrung und deren verderbliche Folgen. Da§ Ausland, schadenfroh, kennt kein Maß ia den ungün- stigen Schlüssen die e- daraus auf die Macht Oester­reichs zieht. Das Inland, noch der Ereignisse zu An« sang dieses Jahrhunderts sich erinnernd, überläßt sich zum Theil den schlimmsten Befürchtungen, ohne zu be« denken, daß eben die Furcht und die au- ihr hervorge- henden Handlungen das Uebel mehren. Liegt aber nicht in dieser Erscheinung selbst ein Grund zur Beruhigung? Glaubt man wirklich, daß, im Angesicht solchen Miß­trauens zu unserer Währung, unsere Regierung nicht ahmenden werde, was blos als entfernt möglich geglaubt schon eine solche Wirkung äußert ? Glaubt man im Ernst ste werde sich, wie vor 50 Jahren , in die Nothwendig­keit einer ungemeffenen Papiergeld-Ausgabe versetzen? Traut man einer Regierung, welche so viele Beweise gegeben, daß sie das Wesen he- Geldumlaufs mit Klar- Heft durchschaut, dennoch die Verblendung zu, daß sie wähne, sie könne durch eine solche Papiergeld-AuSgabe sich jetzt, wenn auch nur vorübergehende HülfSquellen verschaffen? Meint man, die Regierung sehe nicht die unendliche Verschiedenheit derUmstände zwischen damals und jetzt? Meint man, sie wisse nicht, daß, wenn da­mals jene Massen Papiergeldes in redlicher Selbsttäu- schung auSgegeben und vom Volke, mit Vertrauen aus ihre endliche Einlösung im vollen Werth, angenommen wurden, jetzt dagegen niemanden mehr die Wahrheit un­bekannt ist, daß, wenn die Papiergeld-Ausgabe die Be- dürfnisie deS Verkehr- bedeutend überschreitet, der Ent- werthung eines solchen Umlaufmittel- kein Ziel gesetzt, und die Regierung, welche dasselbe auSgegeben, mit dem besten Willen den Nehmern niemals mehr gerecht werden kann ? Wir unsererseits haben das festeste Ver­trauen zur Einsicht unserer Regierung, und gewiß hat sie auch die Macht dieser Einsicht zu folgen, geschehe war da wolle. Wir halten daher die Furcht in Bezug auf unsere Währung für eben so unbegründet als sie nach, theilig ist, da gerade durch sie die verderblichen Schwankun­gen entstehen, deren böse Folgen Triest al- Vermittlerin zwischen dem In- und Ausland, zwischen den Krouländern denen eS gelungen, sich die Metaüwâhrung zu erhalten und jenen, die unter dem ZwangScourse leben, am schwersten empfindet. Nichts aber könnte in grellerer Weise der Regierung und den Regierten die Wahrheit vor Augen führen, daß eine ausschließliche Papiergeld. Währung nicht taugt, alS eben die Erscheinungen dieses Monats. Bloße Furcht, und wir glauben, eine ganz unbegründete Furcht, hat alle Wcrthverhâltnisse um 10 bis 15 pEt. schwankend gemacht, also alles Eigenthum erschüttert. Ein kostspielige-, ehrwürdige- Institut, die Gerechtig- keilSpflege- beschäftigt sich damit, jede, auch die kleinste Rechtsverletzung zu verhüten, während ein schwankende- Umlauf-mittel, welches zugleich der Werthmeffer ist, un­gestraft das Mein und Dein von Stunde zu Stunde verändert. Ist die Beseitigung eines solchen Uebelstan­des nicht des größten Opfer- werth? Ist e- nicht Pflicht, um jeden Preis den Metallumlauf wieder her.

zustellen?

Frankreich

Pari-, 5. Februar. Der russische Gesandte, Hr. v. Kisseleff, wird dem Vernehmen nach übermorgen Paris verlassen und sich nach Brüssel begeben. Er wird von dem ersten GesandtschastSsecretär, Herrn von Balabine, begleitet sein. Die übrigen Mitglieder der Legation werden einige Tage später nach Brüssel ab­reifen. Die Fürstin von Lieven wird, wie verlautet, noch einige Zeit in Paris bleiben, obwohl alle hier sich aufhaltenden Russen von Herrn v. Kisseleff angewiesen worden sind, sie hätten sich sofort aus Frankreich zu entfernen. Der Fürsti» von Lieven ist eine specielle Ermächtigung zu längerem Aufenthalte in Paris ertheilt worden.

Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Werke und die Ideen ProudhonS, deren Verbrei­tung keine obrigkeitliche Einsprache beschränkt, im Stil­len sich in das Bewußtsein einer Menge von gebilde­ten Menschen einstricken und zur Grundlage einer po^ titisch-socialen Gesinnung für den Fall künftiger Ereig. niffe sich versteinern. Ich spreche hier von dem nicht was sich in Paris begibt, aber Personen, die aus der

Provinz, namentlich aus dem Osten des Landes, von Zeit zu Zeit hier anlangen oder mit den Departements in genauerem und fortgesetzten Verkehre stehen, können nicht genug von der leisen Propaganda, welche das Lesen von Proudhon'S Schriften dem Gedanken einer Reform des Eigenthumes" selbst in dem höheren Mit­telstände bereite, mir erzählen. ES bestehe sogar an mehr als einem Orte ein heißer und dumpfer Heerd verhaltenen Fanatismus für Proudhon und seine Lehre. Ich habe Ursache, meinen Berichterstattern vollen Glau- ben beizumtsstn und bin ich auch weit entfernt, in die. sen Flammen unter der Asche den Krim eines drohen­den Brandes zu erblicken, so schien eS mir doch, ich dürfte diese Wahrnehmungen als ein Kennzeichen der Gegenwart nicht vernachlässigen.

Soeben ist daS Probeblatt einer neuen Zeitschrift unter dem Titel: Revue dEurope, cours et cabinets erschienen. AlS Mitarbeiter werden genannt: Marimee, Sainte.Beuve, Cormenin, Lagueronniere rc. Zweck die­ser Zeitschrift soll sein, die Geister zur Liebe deS Prin­cips der Autorität zurückzuführen.

Pari-, 6. Febr. DaSPayS" läßt sich schreiben, die Mission deS Grafen Orloff sei, von den deutschen Höfen gewisse Concessionen zu erhalten, welche die Wie­ner Conferenz schwächen und die Westmächte isoliren würden. Er soll ihnen sogar eine Neutralitätserklärung vorgeschlagen haben, die Rußland günstig wäre, und von Oesterreich, Preußen, dem deut chen Bunde und Rußland unterzeichnet würde. Der Constitutionnel versichert, daß drei Truppentransporte nach Asien sollen und jeder derselben würde aus 78000 Mann beste­hen. Es versteht sich von selbst, daß diese Transporte von den vereinigten Flotten eScortirt werden, welche durchaus nicht im Bosporus bleiben, sondern, wie heute die Nachricht verbreitet ist, Befehl erhalten haben, nach Sebastopol auszubrechen. Wir erhalten folgende telegraphische Depesche aus Marseille vom 6. Febr.; Konstanstinopel, 25. Jan. Die vereinigten Flotten, welche momentan vor Beikos liegen, um ihren Provi­ant zu erneuern, haben auf ihrem Wege kein einzige- russisches Schiff gesehen. Die russische Flotte ist noch immer in Kaffa concentrirt. Man bereitet neue Trans­porte von Truppen nach Asien vor. Dieselben werden von den vereinigten Flotten eScortirt werden, welche so­gleich wieder nach dem schwarzen Meere auslaufen werden. Die Irregulären sollen der Armee einverleibt werden.

Börsenbericht vom 6 Febr. Obgleich die Londoner Course fielen, hielt sich die Pariser Börse fest. Die Nachrichten aus Deutschland über die Mission des Für« sten Orloff schienen einen sehr beruhigenden Einfluß auf die Speculation auszuüben. Sie scheinen in Aus­sicht zu stellen, die deutschen Großmächte werden eine strenge Neutralität beobachte«. Diese Interpretation verursachte ziemlich bedeutende Ankäufe. 4'/, pCt. stie­gen um 15 Cent, und schloffen 97. 25; 3 pEt. stie­gen um 65 Cent, und schlossen 69. 45. Nordbahn- Actien 755; Straßburg 730.

Paris, 7. Febr. (F. Bl.) Nach au- L o n d o n hier eingtlaufentn Nachrichten hat Lord Clarendon, der Staat-secretär der auswärtigen Angelegenheiten, gestern Abend im Oberhause dem Marquis v. Clanricarde zunächst dafür gedankt, daß er seine Interpellation, welche die geringe Aussicht, die für die Beilegung der türkisch«russischen Differenz noch geblieben war, hätte vereiteln können, aufgeschoben habe. Erst am Freitag fügt der Minister hinzu, habe er die Ueberzeugung ge­wonnen, daß die Antwort de- Kaiser- von Rußland auf die Wiener Vorschläge ab­lehnend sei, und daß neue Vorschläge nicht nach Constantinopel gesendet würden. Baron v. Brunnow habe ihm eine Note übergeben, in welcher erklärt werde, daß die Antwort der briti­schen Regierung eine Fortsetzungder dip­lomatischen Beziehungen nicht gestatte. In der That sei derselbe gestern (Sonntag, den 5. Febr.) abgereist. Demzufolge seien, fährt Lord Clarendon fort, dem britischen Gesandten in St. Petersburg gleiche (oonkormes) Instruc- tionen zugeschickt worden, wie sie Baron v. Brunnow vom russischen Cabinet erhalten habe. Herr v. Kisseleff hat Pari« gestern verlaßen. Eng­lische und französische Fonds niedriger.

Schweiz.

Bern, 30. Jan. (Allg. Ztg.) Der französische General Canrobert soll demnächst hier eintreffen, um nähere Beziehungen mit der Schweiz anzuknüpfen.

Brigitte.

Brüssel, 7. Febr. Die russischere Gesandten au den HSfen von Pari- und London find nach St. Petersburg abber«f«n.(?) Hr. V. K i s s e l e f f ist bereit- in Brüffel angekommen. x

Schweden

Stockholm, 27. Jan. Vorgestern Mittag kam ein russischer Feldjäger als Courier von St. Peters­burg hier an. Er soll Depeschen in Betreff der Neu­tralität-frage an die russische Gesandtschaft überbracht habe«. Der ruMche Gesandte, Herr Daschkoff, hatte heute eine Audienz beim König.

Vroßbrita»»«ie«.

London, 7. Febr. Die Gesandten EuglandS und