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Italien.

Nachrichten aus Turin vom 27. Jan. zufolge sind die Zinsen der Schatzdons mit einer Fallfrist von 7 dis 12 konnten auf 5 Procent festgestcllt worden. Ne Aushebung der Altersklasse von 1853 soll schon im Monate Mai stattstnden; die Ergänzung der Re- Wenter wird allenthalben beschleunigt. Lamarmora soll in besonderer Sendung nach Paris gehen.

NuÜland.

Ueber den Besuch des englischen Schiffes Rctribu-- tion im Hafen von Sebastopol wird dem Ehrouicle geschrieben!Das Ergebniß der Besichtigung überzeugte Jedermann an Bord von der Uneinnehmbarkeit Seba- stopols von der Secseite. Nicht weniger als 720 bis 700 Stück schweres Geschütz wurde auf den verschiede- neu Forts und Batterien gezählt. Es ist sehr thöricht, wie manche Londoner Blätter thun, von Sebastopol wie von einem chinesischen Erdwalle zu reden. Die Ope­rationen englischer Kriegsschiffe in Indien und Syrien haben in England den Wahn erzeugt, daß gutbediente Strandbatterien vom Wasser aus zu nehmen ein Kinder­spiel sei. Aher selbst die elende Batterie in Sinope hat 2000 Schüsse von der russischen Flotte bekommen, ohne den geringsten Schaden zu leiden oder einen Mann zu verlieren, und wäre sie Von englischen oder franzö­sischen Kanonieren bedient worden, so hätte der russi­sche Admiral keine Lorbern heimgebracht. Admiral Dundas hat auch jetzt bereits eine Commission ernannt, die einen Plan zur besseren Befestigung Sinope's ent- werfen soll."

Die Geschichte der Botschaftsüberlieferung durch die Retribution" ist in derConstantinopler Correspondenz derTimes" also erzählt: DieRetribution" lief im Hasen von Sebastopol mitten im Nebel ein; die Be- dörden, nicht wenig erschreckt, feuerten zwei blindgeladene Kanonen ihr über den Bug, und ein kleiner Dampfer legte sich ihr in den Weg. Capitan Drummond gebot dem Dampfer Platz zu machen, und fuhr, einen passen­den Ankergrund suchend, bis zur Bauwerfte. Die Be­hörden aber weigerten sich, seine Depeschen in Empfang zu nehmen bevor er sich aus 5 engl. Meilen entfernte, da er den Batterien viel zu nahe liege. Er warf an dem bezeichneten Ort Anker, und dann wurden seine De­peschen entgegengenommen; da jedoch kein Offizier zu­gegen war, der die Vollmacht besaß, sie zu öffnen, ver­sprach man. ihm, d'e Antwort nach Constautinopel zu senden, mit dem Bedeuten, daß dieRetribution" wenn sie bliebe, sich einer vierzehntägigen Quarantäne unter­ziehen müßte. Capitân Drummond verließ daher nach etwa 36 Stunden den Hafen, und stieß am 8. wieder zur vereinigten Flotte. In Sewastopol lagen bloß 6 russische Linienschiffe (möglich die Sinope-Schiffe); die andern zehn kreuzten in der Kaffa-Bay auf der Ostseite der Krim.

Ionaufürltenthümer

Von der Donau , 26. Jan. schreibt dieAllg. Ztg." Wir erhallen aus dem russischen, wie aus dem türkischen Hauptquarticr Nachrichten, welche frühere Berichte ergänzen und neue Daten liefern. , Die russi­sche Operationsarmce hat nunmehr jene Stärke, welche Fürst Gorlschakoff zur Ergreifung der Offensive als . nöthig bezeichnete. Alle Truppenmärsche, deren die west­lichen Blätter erwähnen, finden nur im Innern des Knegsthcaters zur Concentrirung der drei Coips statt, deren Hauptquartier sich in Krajowa-Radovan, in Kal­larasch (Silistria gegenüber) mit der Detailcauzlei und in Galacz mit der Donauflotille befinden. Diese Do. nauarmce, mit Ausschluß des unter bem unmittelbaren Bcfchl des General Osten -Sacken stehenden 28,000 Mann starken Corps in Bessarabien, zählt nunmehr 170,000 Mann. Eine sogenannte fliegende Brigade bewegt sich seit dem 31. December selbstständig am li». fen Donauufer bei dem bekannten Dorfe Cetate, mit der Aufgabe, die Operationen der Türken bei Florentin zi beobachten. Omer Pascha theilt nun seine Armee gleichfalls in drei selbstständige Corps. Das erste un­gefähr 45,000 Mann stark, den linken Flügel der Armee bildend, commandirt Ismael Pascha, mit dem Haupt- <sN Nir in Florentin, wo er vom russischen General Bcl- legard beobachtet wird; er lehnt seine Flanken in Wid-

din und Orsova an. Das zweite Corps, ungefähr 48,000 Mann stark, bildet das Centrum der Armee, hat das Hauptquartier in Sistova und steht unter dem Befehl des durch seine Feldherrntalente bekannten Mu­stapha Pascha. Das dritte Corps, die rechte Flanke der Armee, mit dem Hauptquartier in Karassu am Tra- janswall, commandirt der tüchtige Halil Pascha;! es soll nunmehr gegen 46,000 Mann stark fein. Diese Ein- theilung der türkischen Armee in drei selbstständig agi- rende Corps ist die beßte Verfügung, welche der Mu- schir (Omer Pascha) seit dem Beginne der Feindselig­keiten traf. Er ist nunmehr in der Lage, an einem geeigneten Puncte mit concentrirten Kräften die Offen­sive zu ergreifen, was früher in einer Ausdehnung von beiläufig 50 Meilen mit 8 Colonnen, wovon die stärkste kaum 15,000 Mann betrug, ein gewagtes Spiel gewe­sen wäre. Die Erstürmung von Calasat haben die Rnssen, die Vertheidigung bis auss Aeußerste die Tür­ken beschlossen. Ob der eventuelle Sieg den einen ober den andern Theil veranlassen wird, weiter vorzugehen, oder ob der Beginn der Feindseligkeiten im g.ößern Maßstab vor Calafat zugleich das Signal zu einem Hauptschlag an einem andern Ort sein wird, kann noch Niemand voraussagen. In Bukarest und in Widdin glauben Viele, weder Fürst Gorlschakoff noch Omer Pascha dürften vor Monat März an Operationen in Massen denken, weil dieß die Terrainverhältnisse an der Donau in jetziger Jahreszeit duraus nicht gestalten.

Daily News" bringen interessante Original-Cor- respondcnzcn aus Kalafat; die letzte berichtet über den ersten Tag des Kampfes bei Cetate am 6. Es wird darin bestätigt, dag an diesem Tage die Türken gegen Abend zurückgcgangtn sind; aber auch hervorgehoben, daß sie nach der am Nachmittage erfolgten Verstärkung der Russen gegen eine solche Uebcrmacht zu kämpfen hatten, daß eS ein Beweis äußerster Bravour war, daß sie, nachdem sie gegen alle Angriffe Stand gehalten, zuletzt, ohne beunruhigt zu werden, in bester Ordnung und unbesiegt zurückgehen konnten. Der Tapferkeit der russischen Soldaten wird alles Lob gezollt; sic marschi» ten zum Angriffe heran, wie auf den Paradeplatz. Der Verlust der Rnssen au diesem ersten Tage wird auf mindestens 1000 Todte angegeben und war verhältuiß- mäßig so bedeutend, weil die russische Artillerie über alle Beschreibung schlecht geschossen habe, wogegen die Ausstellung und Bedienung der türkischen Artillerie sehr gut und ihre Wirsamkeit außerordentlich gewesen. Ei» furchtbarer Kampf fand im Dorfe um die einzelnen Häuser statt; cS ward Pardon weder erbeten noch ge­geben; die .russischen Offiziere drückten die Czakos tief ins Gefickt rind gim^n bem Tode entgegen. Ismael Pascha entwickelte eine muratgleiche, tobeSverachtende, parabircnde Tapferkeit, zu herausfordernd für den Ober­befehlshaber. Auf einem Schimmel, in einem weißen Pelz, glänzend von Orden und Metall, sprengte er den Truppen voran, den Säbel in der Faust, auf den Feind ein. Er schien unverwundbar: zwei Pferde wa­ren unter ihm gctödtet, als er nur eine Slreiswunde hatte; späterhin aber ward er so getroffen, daß er das Commaudo nicht weiter führen sonnte. Achmed Pascha übernahm es und neben ihm Mustapha. Den ersten Angriff auf die Russen bei Cetate machten türkische Jäger, an ihrer Spitze Berti Bey, ein Steffe Omer Paschas. Sehr schlecht benahm sich der Führer der türkischen Kavallerie; er hatte eine Reboule besetzt, ohne es dem Commaudireudcn zu melden und sich In- fanteriebedeckung zu erbitten. Als die aus Cetate ver- teiebencn Russe» dann in der Redoute Schutz suchten, konnte er sie mit der Kavallerie allein.nicht halten und mußte die Russen sich dort sestsetzen lassen. Nachmit­tag, als eS galt, den Feind mit der Reiterei zu verfol­gen, konnte der Adjutant Achmed Pascha's dieselbe gar nicht finden.

Türkei.

DerJudependance Lelge" wird auS Coustan- tinopel vom 15. Januar geschrieben: In Folge der großen Anzahl von Offizieren, welche fortwährend aus allen Ländern ankommen, um in die Dienste der Pforte zu treten, hat der Kriegs - Minister erklärt, er I werde nur solche Offiziere aufnebmen, welche mit ihren

Patenten versehen und ihm durch die betreffenden Ge­sandten in Constantinopel empfohlen seien." Dem­selben Blatte wird aus Constautinopel unterm 16. Januar geschrieben:Drei der Fregatten, welche zu dem von den vereinigten Flotten escortirten Convoi ge­hörten , sind hierher zurückgekehrt. Es heißt, ein Zu­sammenstoß habe im schwarzen Meere stattgesunden.

Der persische Gesandte in Constautinopel hat, dem Constitutionnel zufolge, neue Instructionen, dem zu Gunsten freundschaftlicher Beziehungen zu der Pforte am Hofe von Teheran eingetretenen Umschwung ent- sprechend, empfangen und hat sich beeilt, dieselben Re- schid Pascha mitzutheilen. DerPresse" zufolge soll Lord Dudley Stuart keine beruhigende Schilderung von dem Zustand der türkischen Armee gemacht haben. Die, Errichtung von Fremdenlegionen ist auf- gegeben. Die Pforte scheut sich vor jedem Acte, der Oesterreich unangenehm berühren könnte, und auch die Diplomatie räth ab.

Aus Smyrna wird berichtet, daß daselbst am 17. d. M. der königl. Commodore Schröder von Cvnstan- tinopel angclaiigt war und die Schiffe Sr. Majestät feßeifertig vorgefunden hatte; der Gesundheitszustand der Mannschaften war, wie bisher, ein vollkommen befriedi­gender. Die Umgegend von Smyrna war in der letzten Zeit wieder vollkommen sicher geworden. Anfälle auf die Christen oder sonstige Excesse haben nirgends stattgefunden und auch von Seeräubereien war nichts bekannt geworden.

Ntuclle Nachrichten.

London , 31. Jan. Im Unterbaust wurde die Antwort-Adresse an die Königin von Castelreagh bean­tragt, und von Hankey unterstützt. Dieselbe wurde nack Bemerkungen Baillies gegen die Einmischung in die türkische Angelegenheit angenommen.

Nach den Berichten vom Kriegsschauplätze an der Donau ist bis zum 26. kein Ereigniß von Bedeutung vorgekommen. Die kleinere» Vorpostengefechte wieder­holen sick fortwährend und sind die Vorposten in der kleinen Walachei bis auf etwa doppelte Schußweite von einander entfernt ausgestellt. Am 20. war der kais. russische General von Schilder mit wichtigen Aufträgen aus St. Petersburg im kais. russischen Hauptquartier cingetroffen. Es heißt, derselbe sei bestimmt, bei der Donauarmee ein Commando zu übernehmen.

Nach Briesen aus Jassy vom 8. Januar werden am 28. Jan. die Einmärsche der bis jetzt in Bessara­bien postirt gewesenen russischen Truppen über Leowa beginnen, und sind wegen Bequartirung derselben bereits die nöthigen Vorkehrungen getroffen rvordeiWM»»-

DieShipping and mercantile Gazette" meldet aus Galatz vom 20. Jan.:Englische Handelsschiffe sind gemiethet, um türkische Truppen nach Batum zu führen. Dieß ist authcntisch." Das Journal bemerkt dazu:Diese Nachricht, wenn sie begründet ist, macht mit einem Male der englischen Neutralität ein Ende." (Omer Pascha erwartet einen Brückentrain, der eben­falls auf englischen Schiffen nach Barua gebracht wer­den soll.)

Nach einer Correspondenz desLloyd" aus Con- stantinopel vom 19. ist dort das Gerücht verbreitet, die englische und französische Flotte befinde sich auf dem Rückwege nach dem Bosporus und werde ihre frühere Stellung bei Beykoö wieder einnehmen. (Eine gestern milgetheille Corr, der Triest. Ztg. aus Smyrna brachte ebenfalls diese Andeutung.) Als Ursache der Rückkehr bezeichnet der Corr.: Mangel an Lebensmitteln und Trinkwaffer. Von einem Zusammenstoß der com- biuir ten Flotten mit der russischen erwähnt die obige Correspondenz nicht d as Geringste.

Es heißt, der französische Gesandte Baraguay d'HillierS werde Rumelien und das dortige türkische Lager bereisen.

Die neuesten Briefe aus Bagdad enthalten die Mittheilung, daß der Commandant von Bagdad, Mu­stapha Reschid Pascha, die vor einiger Zeit gegen Per­sien in Angriff genommenen Vertheidiguug'smaßregeln wieder eingestellt babe.

ÄeiaiilwvrUtwer zKeractiur: Dr. A. Nocitlr.

Wiesbadener tägliche Posten.

Äbnanl^ ooS.esbaden. /inlinut in Wiesbaden.

^' 8rank.7nrr iEueabahn.) LorgenS 6, 10 U. Msr»ee.S S, 0 U. 15 ®. iliitnn.'.', 5 Ui 1^'Dl. 1011. Naâ m. 1' 41. 4, 15. 7, 45. rSUwaae,). i

-Marxens . Uhr. Mua^-r Udr.

Naâim. 3 Uhr.^ Adenrâ s ubr 15 ®in.

Noblen; >!ti>waaen>.

Morgens 10 Uhr., Na-dm. 3 bis 4 Uhr.

Eoblenj (ibritipoft 1

Nachts 10 Uhr 30 Min. Marxens 6 Uhr

Rheingau (<rilwage».>

Morgens 7 Uhr 30 Min. Morgens io uhr 35 Min Nachm. 3 Uhr 45 Min. Na»m. 5 Uhr »

Englis ede Post.

Morgen- 10 Uhr. Nacknn.8-4 Uhr. Dienst.anSa

Abends 9 Uhr v Min. Nackm 4 Uhr 30 Min

Franzos t s <v e P 0 st.

Abends 9 Uhr 30 Min. Nachm. 4 Uhr 30 Min.

Tours der Ataakspupiere.

Oesterreich, 5% Met. (b.R.)

5°/L.-B. (b.R.) 5% Metalliques 5% do. 1851. A. 5% ditto 1852. 47,% Metalliq. Bank-Actien . .. 250 ff. Looke... 500 ff. Loose. ..

Frankfurt, 1. Februar 1854.

Abgang und Ankunft der Lisenbahnzüge.

Ahgang von Wleâbarrn. Morgmâ; 'Tladimittaflg:

6 U.

8 U.

10 U. 1 5 M

21 15 M.

5 U. 35 M.

il n t u n r t in Wirsbgren.

Morgens:

7 B. 15M. fl u. 35 M

12 U. 45 M.

NaSimmags: 2 n. 45 M.

4 U. 15 M.

7 U. 30 M.

Preußen, 37,% Staatösch. Bayern, SV//» Obligation. Berbacher Eisendabn-Actien Würtemberg. 37,7» Odlig.

47,% neue D.

! Baden, 37,7» DbL v 1812

L.-Aâ50fl.d.G.«.S.

" 35 ff Loose v. J. 1845

Kurhkssen, Fr.-W.«N..Actleu ' 40 Thlr. L. b. R.

! Darmstadt, 3y,% Obligat.

Papier

-

Geld 1 8</, (

Darmstakt, 4% Obligation.

Papier 98

Geld

77/,

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50 ff. Looie ...

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25 ff. Loote . ..

337,

32%

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Nassau, 5% Obl. b.Rothsch.

1017,

69%

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907,

1165

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25 ff. Loose......

105%

Frankfurt, 3% Obligationen

857.

84%

37,% O. v. 1839

937.

927.

90

3%% D. v. 1846

937.

92%

88%

TaunuS-Eisenbahn-Aetien . .

305

303

1137,

-

Frankf.-Hanauer-Eisenb.-Act.

917.

88%

Holland, 4% Eertisicate. ..

100%

27i% Integralen .

59'/,

-

88%

Spanien, 3°/0 innere Schuld

36%

357.

.

1% Neue......

18-%,

39

Disconto..............

o°

° 0

42%

Bercius 10 ff. Loose.....

8

33' .

33

Darmstädter Bankactien .. .

226

224

91%

Weimarische Bankactien ...

977,

Golv und Silber.

Reue Louisb'oc .......ff. 10 50 fr.

Pistolen........... 9 377,-38'/,

Preuß. FrievrichSd'or . . . . 9 59-ff. 10 Holl. 10 ff. Stücke...... 9 41-42 Ranvdueaten........ 5 34-35

20 Francostücke....... 9 21-22

Engl. Souvcrains...... 11 43 fr.

Gold al Marco....... 374-376

Preuß. Tdalcr ....... 1 457,-7*

5 Frankenthaler....... 2 20-7,

Hochhaltig Silber....... 24 30-32

VörsenlLourse.

Wien, 1. Febr. 5pCt. Metall. 90-. - 47,vSt. vo. 80-, -5pCt. L.-Ben. 101-. - Bankae icn 1308.250 fl. Loose 1327*. K.-F.-Norvdahn 230. Wechsel auf London 12 fl. 16 fr.

Paris, 31. Jan. 47,»St. R. 97, 50. - 3pCt. R. 68, 40. Oester. 82-. Span, neue Diff. 407,. Innere Schuld 36. Darmst. Bankactien 475.

Druck und Expedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden, Langgasse 42.