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begonnen. Gegen Abend wurde der Anmarsch einer von Matschin kommenden türkischen Recognoscirungs- Abtheilung gemeldet. Bis Abends 8 Uhr war es zu einem Gefechte nicht gekommen. Fünf Bataillone russ. Jäger und Infanterie wurden auf drei im Hafen von Galacz liegenden Dampfern bequartirt, welche auf das erste Aviso bereit sind auf das jenseitige Ufer überzu- gehen. Einem Gerüchte, das am 12. in Galacz circu. lirte, zufolge, sind auch bei Reni russ. Truppen über­gegangen. Das Terrain, auf dem sich diese Operatio­nen der Russen entwickeln, wird die Dobrudscha genannt, eine von Sümpfen und den nördlichen Hügclansläufen des Balkan erfüllte Gegend, in welcher gerade jetzt der Boden so erweicht ist, daß Bewegungen größerer türk. Truppenkörper nicht zu erwarten find. Das bulgarische Gebiet haben die Türken in dieser Gegend nicht sehr befestigt. Malschin, das am 13. von den Russen an­gegriffen wurde, Jsaklscha und Tultscha können den ge­genüber liegenden Festungen Braila, Kilia, Ismail, Reni und Galacz in keiner Weise das Gleichgewicht halten. Im letzten Kriege wurde die Dobrudscha eine leichte Beute der Russen.

Frankreich.

ch* Paris, 23. Jan. Der Moniteur enthält das De­kret, durch welches der Senat und der gesetzge- bende Körper zum 27. Februar ei »berufen werden. Der außerordentliche Abgesandte der Bereinigten Staaten John y Mason, hat gestern dem Kaiser seine Accreditive überreicht. Zu demselben Zweck wurde auch der außerordentliche Gesandte oes Königs der Nieder­lande, Ligbtenvelt, empfangen. Boni 23. Februar hinweg ist der Zinsfuß der Schatzscheine auf 4'/2 pCt. für 3 bis 5 Monate Berfallzeit, auf 5 pCt. für die von 6 bis 11 Monate und auf 5% pCt. für die von einem Jahr durch- den Finanzmiiuster festgestellt. Man hat nicht ohne Erstaunen bemerkt, daß während alle übrigen europäischen Fonds durch die gegenwärtige Krisis bedeutend gedrückt werden, die des Königreichs beider Sicilien keinerlei Beränderung erleiden. Von übermorgen an wird ein Nachtdienst auf der Eisenbahn zwischen hier und Straßburg beginnen, mit dem die nach Süddeutschland bestimmten Briefe rc. befördert werden. Der großbritannische Gesandte, Lord Cow­ley , bewohnt seit dem 20. b. M. das von ihm ge­miethete Schloß Chantilly, von wo er erst in vier Ta­gen hier wieder cintreffen wird. Das atlantische Ge­schwader hat am 20. Januar von Brest ans eine Uebungsfahrt tu offener See gemacht und ist am andern Tag nach ersterem Hafen zurückgekehrt. Der bekannte Dominicaner, Pater Lacordaire, ist am 18. d. in sehr feierlicher Weise zum Mitglied der Academie von Tou­louse ausgenommen worden.

Daß die Politik unserer Regierung immer mehr den Interessen der Nachbarstaaten Sardinien und Schweiz sich nähert, ist schon lange kein Geheimniß mehr, offe­ner hat sich jedoch diese Theilnahme noch nicht ausge­sprochen, als in einem langern Artikel desMoniteur" über die Errichtung einer eidgenössischen Universität. Die Einleitung dieses Aufsatzes enthält eine um so bemcr- kenswcrthere Lobrede aus die neue Verfassung dieses Landes, als verschiedene Symptome früher glauben las­sen konnten, daß in dem hiesigen offtcieUen Regionen andere Gesinnungen vorherrschend seien.

Herr von K i s s e l e f s wird morgen in einer Pri- vat-Andienz vom Kaiser der Franzosen empfangen wer­den. Der russische Gesandte hat diese Audienz nachge- sucht, um Aufklärungen zu erhalten über die Politik, welche die französische Regierung Angesichts der ableh­nenden Antwort d.S Kaisers Nicolaus zu befolgen ge­denkt. Alles berechtigt zu der Annahme, daß t>ie er- ^âhnte Zusammenkunft die Vorläuferin der Abreise des Herrn v. Kisselcff fein wird , welcher ohne Zweifel Sei­tens seiner Regierung die Weisung hat, seine Pässe zu fordern, wenn die Antwort nicht befriedigend ausfällt.

Man erwartet hier die baldige Ankunft des Caval- lerie-Offizters Marsaux, welcher, nachdem er in Con- stanlinopcl den verdienstvollen Capitän vom Genie, Mon- ginvt, im Zweikampf gelobtet hatte, von dem General Baragueyd'Hilliers sofort nach Frankreich zurückgeschickl worden, wo er, dem Vernehmen nach, vor einem Kriegs­gericht sich zu verantworten haben wird.

Man schreibt aus Toulon, daß dort in Folge der vom Marineminister zeitig getroffenen Maßregeln Alles bereit ist. Das Material ist besichtigt und 'in Stand gesetzt. Die Waffenkammer hat die durch die Absen­dung von 40,000 Gewehren für die Türken entstandene Lücke wieder auégefüüt. Es sind für mehr als 50,000 Mann Lebensmittel in den Magazinen. Alle Marine- Backöfen zu Castigneau sind in Thätigkeit. Man bat im Laufe eines halben Jahres für 50,000 Mann Zwie­back in Kisten gepackt.

DerConstitutionnel" bringt ein Schiffsverzeichniß der jetzt im schwarzen Meere befindlichen verbündeten Flotte. Französische Abtheilung: 8 Linienschiffe:Bille de Paris", von 120 K., Flaggenschiff des Admirals Hamelin, Capitän Rigault de Genouilly;Balmy", von 120 K., Capitän Serval, Flaggenschiff des Gegen- admirals Jacquinot;Friedland", von 120 K., Capi- tau Chaigneau;Henri IV.", von 100 K., Capitän ^ehenne;Jena", von 90 K., Capitän Mallet;Bay­ard", von 90 K., Capitän Favre;Charlemagne",

Schraubenschiff, van 90 K., Capitän de Chabannes und Jupiter", von 86 K., Capitän Lugeol. Dampf- und andere Schiffe:Gomer", Flaggenschiff des Gegenad­mirals Barbier de Tinan, Capitân Legras, 450 Pferde- kräfte und 24 K.;Mogador", Capitän Fortm-Nantou, 16 K. und 650 Pferdekräfte;Magellan", Capitän Magre, 14 K. und 450 Pferdekräfte;Sans", Capi­tän Saulnier de Banhello, 14 K. und 450 Pferde­kräfte ;Caton", Capitän Pothnau, 260 Pferdekräfte; Serieuse", Capitän Dalmas de Lapeyouse, 30 K.; Mercure", Capitän Jacquct-Destouches, 18 Kanone». Englische Abtheilung : 11 Linienschiffe :Britannia", von 120 K., Flaggenschiff des Admiral Dundas; Queen", von 120 K., Flaggenschiff des Admirals Sir E. Lyons;Trafalgar", von 120 K.;Agamemnon", von 90 K., Schraubenschiff;Albion",London", Rodney",Bengeance", von je90K.;Bellerophon", von 80 K.;Sans Pareil", von 70 K., Schrauben- schfff;Leander", von 50 K. Dampffrcgattcn:Fire- branb", 6 K.;FuriouS", 16 K.;Fury", 6 K; Niger", 14 K.;Inflexible", 5 K.;Retribution", 20 K.;Sampson", 6 K.;Terrible", 20 K.;Ti­ger" , 16 K. Die mitansgelaufenen Dampfschiffe der türkischen Marine sind:Medschidieh",Fetzi-Bahri", Mahbiri-Snnur" ,Saidi-Schadi" undScheper", je mit 1000 Mann Soldaten an Bord.

Spanien.

Madrid, 17. Januar. Die inneren Zustände gestalten sich von Tag zu Tag bedenklicher und die Be­sorgniß vor einem von der Regierung beabsichtigten Staats- streich wird immer allgemeiner. Ob es sich um Auflö­sung der Cortes und des Senats, oder um Modifici- rung nur des letzteren handeln wird, weiß man noch nicht. Die Herzogin von Montpensier soll kurz vor ihrer Rückkehr nach Sevilla eine vertrauliche Unterre­dung mit der Königin Isabella, ihrer Schwester, ge­habt haben , worin es, dem Vernehmen nach , über ge­wisse zarte Punkte zu Vorstellungen gekommen wäre, welche so sehr mißfallen hätten, daß der Herzogin die Weisung zugegangen sei, nicht anders als bei osstciellen Veranlassungen der Königin zu naben. (?) Nicht zwei, sondern fünf Generale sind aus der Hauptstadt verwiesen, nämlich Don Manuel Concha und O'Don- nel nach den canarischen Inseln, Don Jose Concha nach Majorca, Infante nach Ivica und Don Francisco Ar- mero nach Leon. Man versichert, daß nicht allein der Senat, sondern auch der königliche Rath aufgelöst wer­den soll, durch eine durchgreifende konstitutionelle Re­form in Aussicht stehe, und daß zur Erreichung die­ses Zweckes die constituirenden Cortes einberufen wer­den sollen.

Die indische und überseeische Abtheilung des Tribu­nals ist ausgehoben, ohne daß die Mitglieder desselben eine andere Anstellung erhalten haben.

Niederlande.

Haag, 20 Jan. (K. Z.) Ein für ein Organ unseres Eabinets geltendes Blatt erklärt sich in einem Artikel gegen den Anschluß der Niederlande an die skandinavische Neutralitäts-Allianz. Was die nordischen Staaten von ihrem Slandpuuct, und bei der Jnfluen- zirung von zwei entgegengesetzten Seiten, vielleicht nicht vermeiden konnten, Niederlande dürfe sich glücklich prei­se», nicht dazu genöthigt zu sein; denn von dem Augen­blicke an, wo eS dem Rathe Derer, die einen Anschluß verlangen, nachgäbe, würde es aufhören, neutral zu fein.

Graj-brUaumcn.

London, 20. Jan. In Folge eingelaufener Nach­richten , daß auf mehreren Privatwerflen Kriegsschiffe für Rußland gebaut werden, hat Lord Palmerston in seiner Eigenschaft als Staatssecretär des Innern ein Circular an die Mayors sämmtlicher Städte am Tyne und Wear ergehen lassen, worin sie aufgefordert wer­den, alles was ihnen über diese Sache bekannt ist, der Regierung mitzutheilen. ES hat sich nun herausgestellt, daß in (Sunderland, der großen SchiffSwerkstätte Nord- Englands , kein Fahrzeug für russische Rechnung auf den Werften liegt; dagegen meldet der Mayor von Tynemouth: es werden gegenwärtig in St. Peter's zwei eiserne Schiffe gebaut, die allerdings von russischen Privatfirmen bestellt sind, die jedoch, wie man gute Gründe zu vermuthen hat, einen Platz in der russischen Kriegsflotte einnehmen sollen. Die Maschinen für diese Fahrzeuge werden in den Etablissements von Stephenson und Comp. gebaut. Lord Palmerston wird nun das weitere zu ermitteln haben und dann die erforderlichen Maßregeln ergreifen.

Irland soll, scheint es, von Truppen fast entblößt werden, was dem Gerücht Wahrscheinlichkeit gibt, daß die Regierung dort die Miliz aufzurufen beabsichtigt. Wie das Dublin Journal meldet, hat das 39ste Regi­ment Befehl zur alsbaldigen Kinfcb'ffung nach dem Mit­telmeer, und drei andere Regimenter haben sich bereit zu halten. Die Offiziere sagen ohne Rückhalt: sie glau­ben sich nach Coustantinopel bestimmt. Die Anwerbung von Matrosen, sowohl gedienten als Neulingen, hat nun bereits auch auf aßen Punkten in Irland begon­nen. Mit diesen Land- und ©eerüftungen, welche hier Tag und Nacht betrieben werden, steht der sehr zahme Ton der Berichte aus Constantinopel in sonderbarem Widerspruch.

Von einem der englischen Kriegsschiffe im schwarzen

Meere soll ein Brief angefommen fein, in welchem be bauptct wird, daß man in den Trümmern von Sinop viele 68pfündige Bomben gefunden habe, die mit dem breiten Pfeil", dem Zeichen der Königin von England gezeichnet waren. ES scheint fast unglaublich, daß die Rusten englische Munition zum Bombardement von Si- nope erhalten hätten, aber der Fund sei Thatsache und bedürfe der Aufklärung. Allem Anschein nach wieder ein demokratisches Hetzmittelchen.

Nnßland.

Verläßliche Berichte aus St. Petersburg vom 11. d. bestätigen die Nachricht einer Hinausgabe von 60 Millionen Silberrubel Lankbillets zur Bestreitung der Kriegskosten. Die Organisirung der Reservebatail­lone ist ungeordnet. Berichte auS Warschau melden, daß einem Theile deß erstem unter Paniutin stehenden Jnfanteriecorps am 6. b. der Befehl zugekommen sei, sich in Marschbereitschaft zu halten. Die Stärke der BesatznngS Armee in Polen beläuft sich derzeit auf 43,000 Mann Linien- und 24,000 Mann Garnisons- Truppen.

Laut kaiserlichen Ukas vom 5. Jan. sollen die auf unbestimmte Zeit aus dem Dienste entlassenen, zu den baltischen Häfen gebärenden M a r i n e s o l d a te n nie­dern Ranges sofort wieder e i n berufen werden und bis spätestens den 15. (28.) März in den Kriegshäfen, denen sie ^geschrieben sind, sich einfinden. Zu Sammel­plätzen sind für die verschiedenen Provinzen die Städte Kronstadt, Reval und Sweaborg bestimmt.

DemWanderer" schreibt man aus Odessa vom 12. Jan., das vorläufige Ziel der vereinigten Flotten ist Sinope; hier in Odessa hat man von dieser Flotte nichts wahrgknommen .Wir haben fortwährend Truppen- dnrchmärsche, die aber alle nach Braila und deren Umgebung entsendet werden. Daselbst bereiten sich sehr ernste Dinge vor und man wird bald früh genug er­fahren, daß der Douauübergaug daselbst vor sich gehen werde. Seit mehreren Tagen wird eine so ungeheuere Anzahl von Balken, Faschinen, Geschützen, mit einem Worte von Kriegsbedürfnissen nach jener Richtung zu gesendet, daß cs gar keinem Zweifel mehr unterliegt, daß die wichtigsten Operationen dort werden vorge­nommen werden. Bon Petersburg lauten die Nach­richten dem Frieden nicht günstig, demungeachtet lebt man hier noch immer der Hoffnung, der Krieg werde nicht an Umfang gewinnen, und auf seinen jetzigen Raum beschränkt bleiben. Dagegen ist zur Einstellung der Feindseligkeiten mit der Türkei selbst wenig Hoff­nung, und die commandirenden Generale haben die Ordre erhalten, mit aller Energie vorzugehen. Es gibt jetzt nur eine einzige Möglichkeit , dem Blutvergießen Einhalt zu thun und den Frieden wicderherzustcllen, nämlich: daß die Pforte einen Bevollmächtigten nach Petersburg zur Unterhandlung entsendet. Alle übrigen Hoffnungen zerfallen in Nichts,

Der Oberbefehlshaber des abgesonderten kaukasischen Corpö berichtet unterm 14. (26.) December, daß die russische T eilung an der türkischen Grenze vollkommen consolidirt ist durch die am 6., 14. und 19. November über den Feind errungenen Siege. Die Truppen sind in den Wuiterquartieren untergebracht und rüsten sich, mit vollem Erfolge die Offensive zu ergreifen , sobald solches für möglich erachtet werden wird. Laut 9èach- richten, die in Tiflis eingetroffen sind, wurde das auf den Höhen von Basw-Kadyk-Lara geschlagene Detache­ment nicht vom SeraSkler Abdi - Pascha, sondern von Reiß - Mahomet- Pascha befehligt. Der erstere glaubte, nach der Affaire vom 2. November bei Bajandur, eine entscheidende Schlacht gegen uns vermeiden zu müssen, und da die ihm untergebenen Ptschas sich widerspänstig zeigten, begab er sich nach Kars zurück. Der an seine Stelle getretene Reiß - Mohamet - Pascha dagegen nahm die Schlacht an und führte durch sein Selbstvertrauen die Niederlage der türkischen Truppen am 19. Novbr. (1. Dec.) erbet.

Vouaufürlrenthümer

Von der Donau, 20. Januar.A. A. Ztg." Nebel und Treibeis an der Donau schwinden und schmel­zen , und mit ihnen viele übertriebene, zum Theil fal­sche Gerüchte über die kriegerischen Ereignisse vor Kala- f«t Dem in Widdin am 8. d. eingetroffenen starken Transport von Verwundeten folgten ununterbrochen noch andere blutige Türkenköpfe, und cs verbreitet sich nun­mehr einiges Licht über daS Treffen von C-tate. Die dort eingerückte russische leichte Brigade wurde in der That mit großer Uebermacht angegriffen, und die Tür­ken wurden nicht so sehr von den dieser Brigade zur Hülfe berbeigeeilten russischen Truppen, als vielmehr auch dadurch zum Rückzug veranlaßt, daß sie von vier Uhr früh bis drei Uhr Nachmittags im Kampfe waren, und der die Nachhut commandirende Pascha für die Ver­pflegung deS starken Corps gar keine Vorkehrungen ge­troffen hatte. Vor dem Einbruch der Nacht marschir- teil die in Unordnung gerathenen Truppen hinter die Verschanzungen von Kalafat zu ihren Fletschlöpseu zu­rück, und überließen, als sie von der Annähnuiig ruf- fischer Kavallerie auf dem Scklachtfeld Kenntniß erhiel­ten, die Mehrzahl der schwer Verwundeten ihrem trau­rigen Schicksal. Diese armen Krieger brachten neben ihren erschlagenen Kameraden und Feinden eine Nacht zu, welche nach der Schilderung eines in ägyptischen