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Secretär der Handelskammer in Mainz erhalten und angenommen.

* Aus Baden, 17. Jan. Alle Personen, welche, wie dasFr. I." sich auödiückt, wegen kirchlicher Um­triebe bis jetzt verhaftet waren, sind entlassen worden. Diese Verfügungen hâkgcn augenscheinlich mit der von uns angekündigten Ausgleichung des Kirchenconstmes zusammen.

Von dem Heidelberger Oberamte wurde der auf folgende Blätter gelegte Beschlag gerichtlich bestätigt und die Vernichtung bet folgenden Nummern aller Or- ten, wo sie betreten werden sollten, verfügt: Deutsches Volksblatt Nr. 6, Mainzer Jaurnal Nr. 6 und 7, Deutsche Volkshalle, die Zugabe zu Nr. 189, das katholische Sonntagsblatt für Stadt und Land Nr. 2, der christliche Pilger Nr. 1, Augsburger Postzeitung Nr. 6, 7 und 9. Dagegen wird von derselben Staats- bebördc der gerichtlich bestätigte Beschlag der Einleitung in die Geschichte des 19. Jahrhunderts von Professor Gervinus aufgehoben und die Staatskasse in die Kosten verfällt.

Karlsruhe, 17. Jan. In der heutigen vierten Sitzung der zweiten Kammer legte der Siaatsministcr des größh. Hauses und der auswärtigen Angelegenhei­ten, Freiherr v. Rüdt, einen Gesetzentwurf, Die Abände­rung der Spurweite der badischen Eisenbahn betreffend, und die mit der Schweiz abgeschlossenen Verträge über Fortsetzung der Eisenbahn vor. Der Gesetzentwurf über Forterhebung der Steuer» wird berathen und einstim­mig angenommen. Staatsrath Rcgenauer legte sofort sechs verschiedene Steuergegenstände betreffende Gesetz­entwürfe vor.

München. 16. Jan. Dr. W. H. Riehl, zum Honorar-Professor der Staatswissenschaften an der hiesigen Universität ernannt , ist auch zugleich mit der Leitung der Preßau ..legeuheite» im k. Ministerium des Aus- wärtigen betraut.

Pyrmont , 18. Januar. Die sechste allgemeine deutsche Lehrerversammlung wird in diesiger Stadt in der Pfingstwoche, nämlich den 7 , 8. und 9. Juni statt­finden. Tie von dem betreffenden Comite festgesetzt.' Tagesordnung umfaßt folgende Gegenstände: 1) Nach welchem Plane müssen Die allgemeinen deutschen Lehrcr- versammlungcn arbeiten, um erfreuliche Ergebnisse ihrer Thätigkeit zu erzielen? 2) Der deutsche Sprachunter­richt. 3) Die zweckmäßigste Lehrform für den Religions­unterricht. 4) Collective Thätigkeit Der Lehrercoufereu- zen. 5) Die Schulstatistik. 6) Die. öffentlichen Schul- prüfungeu. 7) Zusammenhang zwischen Schule und

Unterricht ftf dkv-' Glicht« -in. her. -Saults», schule. 9) Gesangunterricht. 10) Das Turnen. 11) Hebung des geistigen und sittlichen Zustandes des Volkes durch die Lehrer außer der Schule.

Coblenz, 16. Jan. Der Umsicht der hiesigen Polizei ist es gelungen, in dem Orte Neuendorf eine Falschmünzer-Werkstâcte mit den dazu nöthigen Appara­ten aufzuheben. Am 14. Januar wurde nämlich in Coblenz ein Mensch wegen Verdachts des Diebstahls verhaftet, bei welchem man, als man seine Kleidungs­stücke aufs genaueste untersuchte, mehrere falsche harte nassauische Ein-Guldenstücke und in dem Futter Der Mütze desselben verschiedene Schuftstücke über Anfer­tigung falscher Münzen vorfand. Dec Verhaftete ist aus Neuendorf und hat wegen Diebstahls schon mehr­mals Zuchthausstrafe erlitten. Bei einer darauf sofort in dessen Wohnung zu Neuendorf vorgenominenen Haus­suchung fanden sich außer den Geräthschajteii noch nas­sauische Gulden- und preußische Ein-Thalerstücke, sowie noch mehrere unvollendete frisch gegossene Gulden und zwei Sorten preußischer Thaler.

Hannover, 17. Jan. Der Steuerdirector C. F. Gt Früh von Göttingen wird als diesseitiger Vereins­bevollmächtigter nach Berlin gehen.

Berlin, 17. Jan. Seit einigen Tagen wird hier das Gerücht verbreitet, Se. Maj. Der Kaiser von Ruß­land habe unter Berufung auf die Erbverträge mit Oldenburg Einspruch gegen Die Erwerbung der Jahde- münduug erhoben. In sonst gut unterrichteten Kreiscu wird diesem Gerücht mit Entschiedenheit widersprochen. Die Nachricht von dem Vertrage kann kaum erst in St. Petersburg angelangt sein, geschweige Denn, daß schon eine Erklärung darüber hier sein könnte. Mehr­fache Anzeichen deuten darauf hin, daß bereits mit dem nächsten Frühling die Arbeiten zur Anlegung des prenß. KriegShafeuö ihren Anfang nehmen werden. Einem Theil der Prcsfe gibt die Reise des Grafen P o u r t a l e s nach London Anlaß zu weitgehenden Vermuth­ungen. Es wird unter Andcrm behauptet, derselbe sei in besonderer Mission nach der britischen Hauptstadt gegangen, um Verhandlungen über eine nähere Stel- lung Preußens zu England in der orientalischen Frage einzuleiten. >^ iese Mittheilung entbehrt jeder Begrün- düng. Graf Pourtales war in Familienangelegenheiten in London. Wenn derselbe dabei vielleicht auch Auf­träge an den preußischen Gesandten beim englischen Hofe gehabt hat, so wüide sich dies aus dem einfachen Um­stände erklären, daß derselbe, als vieljähriger Vertreter Preußens in Konstantinopel, eine besondere Vertrautheit mit den Dingen im Orient besitzt.

Die Angabe eines englischen Blattes, daß Ruß. land die begonnenen öffentlichen Bauten einstelle, um

seine Hülfsmittel auf das Kriegswesen zu conceutnren, erhielt durch folgende Mittheilung der Berlin Voss. Ztg. eine anscheinende Bestätigung:Es waren von der russ. Regierung bei mehreren hiesigen Maschinen­bau-Anstalten schon vor längerer Zeit sehr bedeutende Bestellungen an Locomotivcn und andern Eisenbahn­wagen gemackt worden, wie man sagt im Betrag von ungefähr 2 Mill. Thlrn. Dem Vernehmen nach soll in Betreff aller dieser Bcstclliiiigeii die Anweisung hier­her gelangt sein, sie vorläufig unausgeführt zu lassen." Nach der Neuen Preußischen Zeitung erweist sich jedoch diese Nachricht als unwahr.

DieSpen. Z." gibt folgenden, als osstciös signa- liflrtcn Artikel: 'Mit Beginn dieses Jahres darf in den hiesigen öffentlichen Localen, in denen Bier ober andere Getränke feilgeboten werden, mit Ausnahme der Conditoreien, keine weibliche Bedienung mebr für die Gäste gehalten werden. Den Inhabern dieser Locale, die auf weibliche Bedienung bestehen, wird die Conces­sion oder die Verlängerung derselben vom Polizei- Präsidium versagt werden. Diese Maßregel könnte im ersten Augenblicke hart erscheinen, aber sie ist geradezu durch die Nothwendigkeit geboten. Es hat sich näm­lich ergeben, daß in den meisten Localen dieser Art Schankmäbchen nur angenommen worden sind, um Gäste anzulocken, und es sind zu diesem Zwecke nur zu häufig hübsch - gestaltete, sittlich verfallene Frauens- pcrsoncn geradezu von answä ts herbeigeholt worden." Die dem Herrn Assessor Wagener zu Theil gewor­dene Begnadigung wurde demselben nur unter der Be­dingung zügewendet, daß er alle diejenigen sörmlich um Verzeihung bitten sollte, die er beleidigt hatte. Der Antrag, den Wagener wegen Beschränkung der allge­meinen WèKselfähigkcit gestellt hat, wird von der linken Seite der Kammer, sp wie von dem Centrum bekämpft werden.

Berlin, 18. Jan. Vom Kriegsschauplätze in den Donausürstenthümern ist die Nachricht hier cingegangcn, daß die Russen am 12. d. M. den Versuch ge M a ch t haben, bei G a l a cz die D o n a u zu überschreiten. Derselben Mittheilung zufolge be­haupteten sich die Türken bis dahin in ihrer Stellung bei Kalafat.

Wien, 15. Jan. Man behauptete in Wien vor eini­gen Tagen, die Antwort auf die vorläufige Mittheilung der Note sei bereits von Petersburg eingetroffen, und sie sei eine definitiv abschlägUche. Das Gerücht in diplo­matischen Kreisen zu Wien geht nach derNat. Ztg." noch weiter. Es präcisirt sogar bereits den Inhalt der Arilwort,'. Das P-terLburaer Cabinet recapitulirt hier-

indcm es sagt, Rußland habe den Krieg nicht angefan­gen, es wolle keine Eroberungen machen; seine Forde- derungen seien gerecht gewesen, sie seien es noch; und Europa habe dieselben in der ersten Wiener Note als solche anerkannt; indem die Pforte bösen Rathschlägen folgte, habe sie die Angelegenheit verwickelt, deren end­liche Beilegung nur durch unmittelbare Verstän­digung zwischen ihr und Rußland herbeigeführt werden könne. Schließlich folge daraus, daß Rußland den Vor­schlag eines, europäischen Congresses zurückweise und der Pforte nur den Weg dir ec ter U u t e r h a n d n- g e ii übrig lasse.

Wien, 16. Jan. Der türkische Cabinetscourier Herr Achmet Effendi, ist gestern aus Constanti- nvpcl hier augekommen und nach einem Aufenthalte von wenigen Stunden wieder zurückgereist.

Die neuesten Beschlüsse des Divans lauten: Die Pforte ist geneigt zuerklären", die Privilegien aller nicht muselmännischen Glaubensgenos- seuschastcn auf der Grundlage der Gleichberechtigung fest aufxcchthallkn zu wolle». Die Räumung der Do- naufürstenthümer fordere die Pforte nur insoweit, daß dieselbe den Gegenstand diplomatischer Unterhandlungen der vier Großmächte bilde. Wenn das russische Ca- binet dazauf eingehe, so sei die Pforte bereit, einen Waffenstillstand abzuschließen. Der Vertrag von 1841 soll erneuert werden. Dieß sind die Vorschläge, welche nach Petersburg abgesendet wurden. Wenn wir recht unterrichtet sind (schreibt man derA. A. Ztg."), so möchte die Beantwortung derselben nach Maßgabe des Eindrucks, welchen das nicht klar motivirle Einlaufen der vereinten Flotten ins schwarze Meer auf das Ca- binet von St. Petersburg gemacht haben dürfte, nicht im Sinn der Friedensfreunde ausfallen. Die Protec­tion, welche man den Türken und den Tscherkessen im schwarzen Meer angedeihen lassen will, bildet eine Be­leidigung für den Czaren, der das Pfand seiner mili­tärischen und politischen Ehre eingesetzt und erklärt hat: er verlange nur Recht und keine andern Vortheile. Und der Ezar wird sich nicht einschüchtern lassen, darauf muß man gefaßt sein.

DemMorning-Chrouicle" wird aus Wien, Mon­tag 16. Januar, Mittags, telegraphirt:Nach Berich­ten aus St. Petersburg vom 8. Jauuar waren dort Vor-Anzeichcn eines Bruches mit England und Frank­reich und einer Abberufung der russischen Gesandten von Paris und London zu bemerken. Dieses ist au- theistisch."

Wien, 17. Jan. Ueber die Kämpfe, welche am 6., 7., 8., und 10. Januar in der kleinen Walachei

stattgefunden haben, sind noch immer keine officiellen Berichte hier eingetroffen. Am 7. d. ist in Bukarest ein Bulletin erschienen über ein Vorpostengefecht, das tn einem Dorfe in der Umgebung von Krajova vorge» fallen ist; es wird darin gesagt, daß die Türken nach einem mehrstündigem Gefechte znm Rückzug gedrängt wurden und 35 Todte und 25 Blessirte auf dem Platze ließen, während auf Seite der Russen ein Mann ver­wundet wurde. Die Berichte, welche bis jetzt süber dett am 6. d. Mts. bei Csitate stattgcfundenen Kampf hier­her gelangt sind, melden übereinstimmend, daß er äußerst blutig gewesen sei, und daß er sich nur mit der Schlacht von Oltenitza vergleichen lasse. In den nächsten Ta­gen wurde der Kampf wieder ausgenommen und soll namentlich bei Pojana , welches Gut Eigenthum des Fürsten Milosch ist, sehr heftig gewesen fein.1 Ein be­deutenderes Resultat scheinen alle diese Gefechte bis jetzt nicht gehabt zu haben, da man aus Orsova vom 12. meldet, daß beide feindliche Heere am 11. d. Mts. in ihren frühern Positionen standen. Sehr wahrscheinlich sind diese Gefechte nur das Vorspiel einer Reihe von Schlachten, welche sich nun um den Besitz von Kalafat entspinnen werden, und die, nach den Vorbereitungen zu schließen, welche sowohl von türkischer als auch von russischer Seite getroffen wurden, jedenfalls sehr blutig sein werden. Von dem Armcecorps des Generals Osten-Sacken sind bereits (5. Januar) zwei Regimen­ter in Krajova eingerückt und dürften in diesem Augen­blick wohl schon drei weitere Regimenter daselbst ange­langt sein. Aus Rusch de Wede sind ebenfalls alle Truppen nach Krajova dirigirt worden. Oberst So-' lomon hat den Auftrag erhalten, gegen die räuberischen Dobranzen aufzubrechen und hat sich an der Spitze von 4 Compagnien Russen gegen die Stadt Severin ge­wendet, in deren nächster Umgebung diese räuberische Schaar sehr arg gehaust haben soll. Daß der kais. russische General Simonis verwundet worden ist, wird in directen Briefen aus Krajova und Orsova bestätigt, cs scheint jedoch die Verwundung nicht gefährlich zu sein. Von Den türkischen Generalen soll Ismael Pascha am Kopfe verwundet worden sein. D i e Antwort des k. russ. Cabinetö auf die Notification über das Einlaufen der vereinigten Flotten ist gestern noch hier eingetroffen; cs soll dieselbe eben nicht g e- eignet sein, den Hoffnungen auf Erhal­tung des Friedens neue Nahrung zu ge­ben. (Nach demLloyd" wurde dieselbe erst am 18. erwartet.) Die Gesandtenconferenz hat heute wieder die erste Sitzung seit dem 8. Januar abgehalten, und es bildete, wie man vernimmt, die Antwort Rußlands

Die hier zuletzt eingetroffenen Anträge der Türkei sollen, sicherem Ver­nehmen nach, nicht für geeignet erklärt worden sein, dem kais. russischen Cabinet zur Annahme empfohlen zu werden.

In Montenegro drohen.die Zwistigkeiten .unter den angesehensten Familien ernster zu werden. Heute begibt sich der k. k. Stabsoffizier Stratimirowitsch mit einer Spccialmission an den Fürsten Daniel nach Ce- tiiije, um eine Ausgleichung anzubahnen.

/ran kreid).

t* Paris, 18. Jan. Ei» Decret im heutigen Moniteur gestattet den fremden Schiffen Getreide aus einem Hafen in Den andern an der franz. Küste unter Befreiung aller Abgaben und Gebühren transportiren zu können. Ma» will hier immer noch an der Echt­heit deS Briefes der Herzogin von Orleans zweifeln. Man führt dafür, nach der K. Z., au, daß General Trezel, Gouverneur des Grafen von Paris, der sich augenblicklich in Paris befindet, gesagt, habe, die Her­zogin befinde sich in Verlegenheit, wie sie sich der Fusion gegenüber benehmen müsse, sei jedoch über den Schritt ihrer Schwäger erfreut.

Eine heute eingetroffene telegraphische Depesche aus Marseille meldet: DerTancrede", welcher am 6. Coiistautinopel verlassen hat, bringt uns folgende Nach­richten: Die Flotten sind durch einen widrigen Wind gezwungen worden, am Eingänge des schwarzen Meeres zu ankern. Sie setzten jedoch am 4. ihren Weg unter dem Ober-Commando des Admirals Dundas fort; sie waren von 20 Transportschiffen und 5 türkischen Fre­gatten begleitet, die wahrscheinlich für Datum bestimmt sind. Man besorgte, daß die ganze russische Flotte von 540 Kriegsschiffen, wovon die Hälfte Dreidecker sind, aus Sebastopol ausgelaufen ist. Deßhalb wollte auch nicht der Admiral Dundas die Flotten trennen, wie es früher hieß. Die Niederlagen der Türken in Asien ha­ben sich bestätigt. Der türkische General hat sich nach Erzcrum zurückgezogen. Es war das Gerücht verbrei­tet, der Czar wolle von keinen Unterhandlungen wissen.

Der auf nächsten Mittwoch angesagte Ball in den Tuilerieen ist aus den Montag verlegt worden, angeb­lich wegen einer Unpäßlichkeit des Kaisers. Es scheint dies jedoch nicht der wahre Grund zu sein, da Louis Napoleon noch gestern einer Vorstellung in der Oper beiwohnte. Als eigentliche Ursache wird in politischen Kreisen die Verlegenheit angeführt, in der man sich Herrn v. Kisseleff gegenüber befinde, welcher schon zum letzten Balle nicht eingeladen wurde. Am nächsten Mon­tag, den 23. Jan., hingegen wird man die Antwort des Kaisers von Rußland kennen und gute Gründe