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Nassauische Allgemeine Zeitung.

^ y. Montag den 9. Januar iss4.

Bestellungen auf die Nassauische Allgemeine Zeitung für das 1. Quartal l. I. werden baldigst erbeten.

Dte ,,Nassauische Allgemeine Zeitung" mit dem belletristischen BeiblattDer Wanderer" erscheint, Sonntags ausgenommen, täglich und beträgt der PrqnumeraM'nspreiA mr ^üirsbaden und , nach dem ivurr Poss regulativ npnmehx auch für den ganzen Umfang des Tburn- und TariS'schen Verwaltungsbezirks mit Jnbrgrist des Postausschlags 2 fl., «ur die übiigen Vander des deutsch-dsserreichifchen Postvereins, wie für das Ausland 2 st. 24 fr. Inserate werden die verspätt ge Petittelle oder deren Naum mit 3 kr. berechnet. Bestellungen beliebe man in der Buchhandlung von W. F r«edr i ch, Langgasse 42, auswärts bei den nächstgelegenen Postämtern, zu macken.

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Veutschland

Aus Nassau, 8. Jan. Der Bischof von Lim- bürg ist vor einigen Tagen jur Besetzung von acht er- ledigten Pfarreien geschritten, und hat demgemäß die Pfarreien. Neudorf, Filsen, Heiligenroth, NouterShausen, Nieberbreche», Lau^ciisel. ten, Schwickershausen-Do mbach und Seck an die Priester Giesen, Dick, Staehler, Dr. Schieler, Dill­mann, Weber, Zimmerman» und Kuch verliehen. Wie dieMittelrheinische Zeitung" in officiöser Weise mel­det , ist von Seiten des Herzog!. Ministerius auf diese vom Bischof von Limburgeinseitig" vvrgenommcne Besetzung der erwähnten Pfarreien folgender Beschluß gefaßt und sofort in Vollzug gesetzt worden: Die Re- gierung kann die Ernannten natürlich nicht als Pfarrer anerkennen, weil nach der bereits seit einem halben Jahrhundert bestehenden vereinbarten Gesetzgebung ein solches Recht dem Bischöfe nicht zusteht. Die für die er- ledigten Pfarreien ansg,setzten Besoldungen stießen so­fort, als Jutercalargefälle, dem katholischen Centralkir^ chtnfond zu, dessen Ober-Verwaltung der Regierung gesetzlich zusteht. Damit indessen die geistlichen Ver­richtungen und der Gottesdienst in den betreffenden Ge­meinden keine Störung erleiden, hat die Regierung aus besonderer Rücksicht für die religiösen Interessen der katholischen Bevölkerung sich dazu entschlossen, die vom Bischof ernannten Geistlichen als Pfarr Verwalter in den betreffenden Gemeinden zu belassen, als welche sie die ihnen als solche znstehenden mäßigen Gebühren {circa 300 fl.) beziehen. Dieser Tage sind, wie das genannte Blatt in gleicher Weise meldet, durch Ver­fügung der Herzogs/ Mmisterialabtheilnng deS Innern die Kreisämler angewiesen worden, b:c Auslieferung der Pfarrfonds zu erwirken. Zugleich sei den Justizämtern ausgegeben worden, die Landoberschultheißen zu bedeu­ten, den Requisttioneu der KreiSämter Folge zu leisten.

A Schloss - Schaumburg, 5. Jan. In der Nassauischen Allgemeinen Zeitung vom 4. Januar 1854, Nr. 3, wird in einem ArtikelJ1 Limburg, 1. Jaguar" unter Anderem erwähnt:Heute Voimittag ist Herr KreiSamtmann v, Langen durch einen Ezp> essen zu Sr. kaiserlich'iglichen Hoheit dem Erzherzog« Stephan nach Schaumburg beschieden worden." Zur Steuer der Wahrheit muß hieraus bcmcrkt werden, daß diese Vor­aussetzung irrig ist und der Herr KreiSamtmaun aus freiem Wnhkbe nach Schaumburg gekommen sei, um in gewohnter freundlicher Weise seine Neujahrswünsche per« sönlich darzubringeu.

Frankfurt, st. Jan. Die Eröffnung der Frank­furter Bank soll nicht so bald erfolgen, als man nach jüngsten Zeilungsangaben auumehmen berechtigt war. Der hohe Preis des Haaren Geldes und der ungünstig» c^tand der Börsen Papiere soll es als räthlich gebo­ten haben, mit der Eröffnung bis aus Weiteres zuzu- warten.

Aus Vubeu, 2. Jan. Der Fihr. v. Andlaw Hot 1111 Redaction derDeutschen Bvlkshalir" M ivlst'â Schreiben gerichtetVeikhitesle, Herr Redac­teur! Ich erlabn s» eben, daß in Ihrem geschätzten Blatte ein AclikZ steht, welcher mir die AnlvZchait sie »" klein,», in Woben erschienen Druckschrist ;c end' schreib,» an Herrn Mobibiuum Burger" zuschreibt. Wurde ich saisch berichtet, so entschuldigen meinen Irrthum mit der Art von Belagerungszustand, in w,l. wem wir Katholik,» uns hin seit einigen Wochen hr« Huben. Ich kenne weder H"cn Burger, noch den In, halt der s,»glichen Schltst, höre sedoch, daß dieselbe ge- ,en meinen hochveeehrtkn Obni'irlen gerichtet sei. Nach ifin der Hachwiudlgste Herr E>zbsich"s von Feeibuig in einer erhabenen Stellung nur hub verlangt , Ulll$ i^ eit zwanzig Jahren in meinem engbegrenzten ö||fnlli. cheu Leben all das Recht und die nalürltchi Freiheit der ktithnllscheu Kirche veilhetdigte, so mürbe ich e|je Sir, Hungen meines Lehen» perlängneu, wollt, ich in die »utgeaeicgesetzle llstagichal, das, wenn auch noch s» leichte, Gewicht «reines SOimeni stgeu. Dies ist mein, Weise nicht, Dieser Fall bemeist neuerdingS, zu ivel« chri! 'Ritteln man greist, um in bir w,sthlstortsrhrn ssrage, deren Großartigkeit allerdings nicht zu dem Kör- vermass, Badens paßt, di, öss.ntiiche Meinnug irre zu leiten und an eine Spaltnnß nnlki Snleben glaudkn zu Macht», urelcheu die katholisch» Kirch» mein ist, all ein (ener Schall Hochach,»u«o»llst H»i»>ich v. Andlaw. MMim, 22 penibel )H5J.* Es sind b,rM »ll« bis setzt lekauntin Prt»si»z, wtich« gegeM bin An­

ordnungen des hochwürdigsten Herrn Erzbischofs sich re- riitent zeigten, fuSpcnbirt; darunter Decan Hairry und Decan , Minlsterialrath Eschbach : im Ganzen sechs an der Zahl, unter circa 900 Priestern. So hat der Klc- rnS in Baden sich nnzwcifclhaft feinem Oberhirten an« geschlossen, wie eS daS erzbischöfliche Domcapitel trotz des Haiz'schen Abfalles gethan hat. Die vom hochwür­digsten Herrn Erzbischof, statt der renitenten ncucinge- setztcn Decane sind jetzt 6)cgenstand bclonderer Vcrfol- glilig. Dem Decan des Eapilcls OlterSwcicr wurden von der weltlichen Gewalt (Stadtdirccior v. Hciinin) alle DccanatSacten abgenvmmcn, er wegen Erfüllung seiner DecanatSpflichten um 150 fl. gestraft; ein Bote, welcher die DecanatSacten von dem abgesetzlcu Decane abholen sollte, arrctirt. Ebenso wurde der neue Decan Fra uz von Schlingen, ein bewährlir Conservalivcr, in hohe Geldbuße verfallt. Die Aemter strasen sogar, wenn die Pfarrämter sich nicht:Großherzvgliche", sondern: Erzbischöfliche" ncnr.cn. Hr. Pouzeicommissär Ben­zinger in Heidelberg erklärt eS imSchwäb. M." für grundlos, baß man bei ihm irgend, verbotene Flugschrif­ten gefunden habe. Zum KatholiciSmnö sei er allerdings aber schon vor nahezu 0 Jahren überfetteten und fünf Jahre nachher als Pvlizeiconimissär angestellt worden. Die Adressen und Snbseriptionc» zu Gunsten des Erzblschosö von Freiburg dauern in Frankreich fort. Das Univcrs allein hat 13,000 ac#- zusammengebracht. Der Cardinal Erzbischos Dupont von BonrgeS setzt sich in Bereitschast, die angebotenen 10,000 Fcs. abziischickcn, da es scheint, daß sich Bedürfnisse fühlbar machen.

Freiburg, 6. Januar. Oberst Schuler, glü- geladjutant Sr k. Hoh. deS Regenten, weilte gestern in unserer Stadt und verließ dieselbe nach einem Besuch bei dem Erzbischof und den höherrn Beamten alSbald wieder. ~* Mit den vom Erzbischof aug»ordn,t,n Pr»- digtcu soll am Sonntag begonnen woben. Stire mmi vernimmt, werben von den Pfarrern Häberlein (St. Martin) und Orbin (Münster) die ersten abg, halten

Es heißt, daß die unsere Verhältnisse berühreud» Stelle der päpstlichen Allocntion von den Katczeln be» fr tonnt gemacht werden solle. - Gegen die Verbreiter der FlngschristKatholiken, paßt ans!" ist eine nm- jassend» llcclecinchnccg ctngeleilct, und full man bem ober den Versassein auf der Spur fein.

Der Wortlaut der von den Mitgliedern bei Frei- burger DomcapitrlS abgegebenen in nnjerem letzten Blcctte erivähiiten Erklärung ist soigenderl

In Nr. 91)9 derKarlsruher Zig." vom 91. D»- eeinber IH53 wild gesagt: Hr. ^wmcapiinlar Hatz habe dem erzlitsihöflichen Ordtiiartul mündlich und sihiiillich er« flirt! er sönne di« Gewallmasuegel» mit Venen g-g-icic âr ilfl gegen die Anordnungen der grccsiherzvalichen Regteruttg Vorgtfabren werde nicht billtgen, nab er enstchlage sich jeder wettern lheitaahme Hiera» > worauf er durch ein Schreiben deS Hin. Erzbischof» aller ferneren amlliche« Gkschüsi» vor der Haicd eiiiboben iuoiVrn sei.

Jn Nr. HOö >elGchwltblschttt Merkur»" wird lin« leim Lll Dr», v 1 hiiizngeicigi el wero,»vib einer und ber andere der Aini»arii»ssen »e» Hrn. Domcaplinlai Haiz eine gleiche Erklärung abgebrn.

Wir, die lliikneltbnelen , sehen na» hierdnech griiâ- Ihtgl zu erklären wir folgt t

I ) Hr Dvmenpitulai Dr. Haiz hat in der k ihnng vom V. d. »Ui» zu dem hochivüidtgsten Hru, Eizdischof zu fiepen wnnrcNch sich auf da» nniliM iHtliibiie erflitl, und lutüopin In brr Sttzaag bei bowraptlet» vom mim« Hilten t 'ge die E>gebenhett»adreffe riefel Eoilegtuin» an HpihdtnsOhim mit beraihen, veifelben beig«Uim«>t iinv fit nnterfchriebeg. Er hat mithin »a» eine iinv da» unone geihan , luiipvtm ui hvitiwüidtgit« Hi EizbliMaf bereits leit langem In »er AnsiMnnbcne der tiichllchrn Grrerhtsaitt» ka,tisch vrrgrfahren war. E« l|l ionach nnionh», da» Hr. Domkapitular Hatz von den Qrdtn«i>n>»g-sc<>âit«n in Folge einer Elnspiach» gegen dl» sogenannte» Wmhilt» Moßregeln delhvchwnidtgsien Hi«.Eizblichos» anSgeschlrs- stil lUMIMII ftl.

9) E« ist unwahr, »ast Hr. Donitavltular Dr. Halz fir dem l, Der dem »rzttichösiiche« Ordinariat mihiv« , lim um Hbnnh.b erklärt hub» fr sinnt Bit Gewalt- w"R'»»I», mit »enen gegenwärtig gegen die Anerdnnn- »,» der gioßhrrzaglichen Regterreng voigesah«»« wer er olcht billigen. H>f|feilt Hut Ihi G»g«i>theil een Brschlüs vn bei Qi dtniii tat», nach wo ste das sarttiM» Huifiibi tu hitliftn , brißritininii , selbst solche Wschlnst» »»»iripilt, läsondrr, Itntw Erlaß vom Hl. Nommtzer » lahr»

an daS großherzogliche StaatSminlstcriiim, worin daS faciische Vorfahren gerechtferligt wurde, feine Velstimmung ertheilt.

In der That bestand auch über die kirchlich» Loyali­tät desselben kein Zweifel, bis er auf eine an unS ge­langte Kunde von einer hinter dem Rücken bei erzbischöf­lichen Ordinariats an den Hrn. Stadtvirector Sutflet da­hier eingereichccn Erklärung in einer domcapitel seyen Sitz­ung vom 4. V. MtS. über diese Erklärung zub Red» ge­stellt und solche vorzulegen genöthigt wurde.

2» dieser bereits vom 11. Nov. vatirten Erklärung spricht sich Hr. Doincapltular Hai; allerdings dahin auS, daß er einer Umgehung bet selbst die Kirche verletzenden StaalSgesetze nimmer daS Wort reden könne, indem ihm die traurigen Zustände, welche sie nothwendig zur Folge haben würde, zu klar vorschwcben um nicht dag«gen war­nen zu sollen.

Dieses war die erste Kenntniß von der abweichenden Ansicht deS Herrn DomcapitularS Dr. Hast/ und wie ersichtlich keineswegs von freien Stücken an unS gebracht.

3) Es ist unwahr, daß Hr. Domcapitular Haix sich in Folge feiner Mißbilligung deS factischeit bischöflichen Vorgehens freiwillig ber Theilnahme an dem Ordinariat entschlageu hab»; vielmehr ist wahr, daß er von dem hoch- würdigsten Hrn. Erzs'ischaf, unterm 15. d. M., btt Ve- chellignug an den Geschäften genannte* Stille unter weih länstgir Angabe der EntscheidUngSgrüirve * bereu Vor­lage unter Umstânven nicht vorenihalteii werden widd -^ entpoben wurde.

4) ES ist unwahr, daß her eine ober der andtre btr AmtSgenosseii deS Hrn. DomcapitularS Dr. Hast je da­ran gedacht hat, eine gleiche Erklärung WO bkffr nbch- geben ) vielmehr erneuern wir hier ausdrücklich wt»S wir in unserer unterm 3. v. M. an den hochwüMgstW' HM. EczMschos ,ing,r«ichten ErgebkuhellSabrepc nccSgtjprechjN haben.

Freiburg, 99. De». 1853.

Dr. Johann Baptist Hirscher, Dsindtkän.

Dr. Ludwig Bnchegger, GinersIvicar.

Dr. Franz An ton Siaudenmaier, Domcapitular. Johann Baptist Oibi», Dvmeaplticlar.

Franz Sale» Schmidt, Domcapitular.

Martin @ theil , Dvmcapitnlai.

Al'dffrl , 7. Ja». Die eilige HaiitzlUug, welche bis zweite Kammer vor bet Attflöjüng les LättWiß» npd) »vrgeustwmeii hat. besteht baiiü, daß sie an ~seife her ausgtichlvfsucen Dipiitliseit Pressel Hub Weinzierl bir fithell Zujct lag mit Bi nick' H nletu in t 24 PtDn» men in bie svg. ständische Eommisflo». welch« bie Berl- f off 11 iifl zu übklivacheii hat, wähitd, j le H, crc cc ^chef- fer, Piäsibcnt, und ber Abg Bauntunn ballen Nttgs- nchtet aller Ansttcuguug die Zahl der für sie ftlmmcn« den Kammktlnitäiisbsr nur auf 15 und 11 brcttsstn föiiiifll. Ihn||ffielII des Abends 0 Uhr entspcäust der wegen des Gvlbmü» cnditbiiahis gefangen» Muse- ttmSintpeltvl Appel aus dem Gesängnisic' Iiitd gelängte ohne Anstoß, durch eine verändrite Kleidiriig, kitt schwär z>s lud) um das eine Ange nnd eine Bulle nntcicut- Heb, in die zweite Wagevklasie des gegen 7 11bi nach Brbtä «ibssbrends» Babnzitgs. Dieser Zug ivmde zwei Stunden laug wegen terrain Hiitdeinilß bei c^eiilers« Hausen »Asgkhalte» und sv ecreig len teiegcavl'ische c^ leck» btlcfe den Entflvbe»»» in RvIhenbUlg, wo Ibn berAhiiib» rath mit einer Anzahl GetiSd'acnien in UtnpsaNg nahm.

aiei lin , 4 Jan, im .znstiz'niiilsteriutn ist ein GZktzeniwnrs, betreffend die Eompetcusj der Gttlchte KG U»t»»sukßuiig nnd AbpIthStlitNg hu pttlitischen ttnd der mittels der Picll« miiibltn Bergehen, liebst bin Maki« vfII »»sgearbeitel worden, 4 hselbe wicd in fliter der nächsten Oitzuusikü M köiitgl. Glaatsministeiiittn» tür BerathllUg gelaiige». I'n gedacl'tc (.MDffnitmiiil hw zweck«, in Wein ff dec politisch»«» »>id Pußaeigehk» jede» Ziveiset darüber zu beseitigt», daß sm ihce AbuUhess hl na die chchwilrgtlichte nicht Nicht cvmpcleiit sind.

Vorkktt > T. Januar. Wie dieR. 'p. Z " hört, gab uunmkbr such die c r ii t n 1 11 c ii Unit r 0 a n b I n II fl e n wegen Veilängeruug dös AbdistonasÜlOiciu kämmens vom Februar IM52 zwischrir dem Zvstdnkin nnd Belgit» a h g e b r o ch e n woibc g.

Bei der g.stci» in zweiter Kammec etfolihn Bnhk bei |i* eilt ii 'fl i et p I if I i b e ii I e ii miifih dreimal gewählt wirbtii, wo denn sublim V. Grtzer 'cbivGpen* bürg I IE, V Brkdmaun Hollioeg abt> 104 ?tiUimkii von 22H Gstkmnkndrn tiplth. Bei biefh Wahl H»r