Die Köln. Jk]. erhält so eben zuverlässige Auskunft über daS Duells daS in Madrid zwischen dem franz. Gesandten und dem Herrn Sonlé, dem Gesandten der Vereiliigteii Staaten Nordamerica's, stattgefunden hat. Der französische Gesandte hat am Namenstage unserer Kaiserin einen großen BaU gegeben, an welchem die Gemahlin deS Herrn Souls in einem noch nicht gesehenen Putz anftrat, einem schwarzen seidenen Gewände, unten mit einer 18 Zoll beeilen goldenen, mit Edel- gesteineu besetzten Borte, und einem goldenen, mit Diamanten und anderen Juwelen garuirtcn Diadem auf dem Haupte. Diese Tracht erregte Aufmerksamkeit und einige Bemerkungen Seitens deö Herzogs von Alba, des Schwagers des Kaisers, die der Sohn des Herrn Souls mit auhörtb. Von diesem erhielt der Herzog Tags darauf eine Herausforderung, die schriftlich, in einem sehr pikanten Style gegeben ward. Der Herzog behandelte die ganze Sacke als eine Poffe, gab alte möglichen Erklärungen, daß er Niemandem habe zu nahe treten wollen u. s. w. Aber nachdem er den erhaltenen Brief einigen Freunden mitgcthellt hatte, waren diese der Meinung, die ungehobelte Sprache mache einen Zweikampf unvermeidlich, und das Duell, auf den Degen, fand statt. Eine leichte Verwundung machte der Sache einstweilen ein Ende. Ab/r Herr Souls, der Vater, äußerte sich, sobald er davon hörte, in barschen Ausdrücken über die Unhöflichkeit deS franz. Ministers, der ihm seine Aufwartung hatte machen und sein Be. dauern über den Vorfall ausjprechcn sollen, und entschloß sich zuletzt, nach einigen Hin- und Herrcdcn. Genugthuung zu verlangen. Die Forderung ward augcnom- men. Man schlug sich auf Pistolen und der französische Gesandte erhielt eine Kugel in daS rechte Knie. (S. u. Madrid.)
Den letzten Nachrichten auS Madrid vom 18. zufolge hat das Teeret der Königin, welches die Erhebung der noch nickt von den Lories votiiten Steuern autorisirt, ein bedeutendes Aussehen erregt, man nennt es einen Staatsstreich, da eS in der That die Haupt- bedingung der konstitutionellen Verfassung umstößt.
Es sind heute hier Nachrichten von Constantinopel vom 12. angekommen, welche das Nicht-Einlaufen der Flotten bestätigen. Die Bildung der christlichen Fremdenlegion schreitet rasch vorwärts, sie wird, so wie die cirkassische Legion von dem ehemaligen Tscheibessin Nehezed Pascha commandirt werden. Die neu organi- sirten Kosaken, unter denen sich viele Poleu befinden sollen; haben ihre neue Uniform erhalten. Am Neu- jahrstage soll Mchemed Sakjk. Pascha (Czaikowski) mit der ersten Abtheilung zur Verstärkung von Omer Pascha abmarschiren.
Paris, 24. Dec. DaS Schweigen des Moniteur hob di«-3prvc. Rente bis 74 Fr. 55 C., das Sinken der Fonds in Loudon aber und die Befürchtungen in Betreff der Flotten drückten den Komé bis 74 Fr. 20 G.; auf die Besserung in London hob er sich jedoch wieder bis 74 Fr. 40 C. und die Börse schloß fest.
Dem telegraphischen Börsenberichte der Jndependance Beige aus London vom 33. Dec. ist die Bemerkung augèhängt: „Das Falle» der Course hat seinen Grund in dem Gerüchte, daß der russische Gesandte sich an- schicke, London zu verlaffen." [Gin paar Zeilen darauf liest man in demselben Blatte unter Wien, 23. Dec.: „Börse fest auf das Gerücht bin, daß Depeschen aus St. Petersburg eine friedliche Lösung als wahrscheinlich darstellen.")
Spanien.
Madrid, 17. December. Wir erwähnten kürzlich einer unangenehmen Scene, die sich auf einem von dem französischen Gesandten gegebenen Bälle zwischen dem jungen Souls (Sohn des amcricanischen Gesandten) und dem -Herzoge von Alba zntiug. Die Sache hat (nach der „Köln. Ztg.") einen Zweikampf zar Folge gehabt, in welchem der Herzog der herausfordernde Theil war. Souls hatte als Waffe Anfangs den Säbel gewählt, entschied sich aber in der Stunde des Kampfes fürs Fleuret, worauf er sich den gangen vorigen Abend eingeübt hatte. Der Herzog Alba, der mit allen Waffen umzugehcn weiß, hatte gegen den Stoßdegen nichts einzuwenden, und die beiden Gegner gingen mit einan- herzlos. Nach Verlauf von fünf Minuten ließ Souls der? Arm sinken und erklärte, er sei müde, er werde sich
[ die Freundschaft des Herzogs von Alba zur Ehre an- ' rechnen x. Die Zeugen des Herzogs jedoch (General Concha und der Hcrzog von Punonrostro) zwangen ihn, weiter zu fechten, oder die von ihm schriftlich (unter Anderem im Morning Chronicle) ausgestreuten Verleumdungen zu widerrufen. Danach griff SoulS wieder zum Degen, läßt aber bald den Arm wieder sinken, ruft auS: „Ich kaun nicht mehr!" und verspricht, brieflich alle gegen den Herzog von Alba ausgestoßenen Verleumdungen zu widerrufen. Der Herzog war edelmüthig genug, seinen Gegner nicht zu verwunden. Der Vater Sou- ié’ë von den Zeugen daran verhindert, dem Zweikampfe beizuwohnen, wartete, eine Viertelstunde vom Kampfplätze entfernt, auf seinen Sohn. Der americanische Gesandte spricht sick, wie es heißt, ziemlich unehrerbietig über den Kaiser der Franzosen aus, welchen er einen Tyrannen und Despoten schilt. Der Canzler der fran- zösisckcn Gesaiidtsckast hat sich entschlossen, Hrn. Souls zu fordern, wenn derselbe sich in seinen Ausdrücken nicht mäßigt.
Der oben erwähnte Zweikampf zwischen dem französischen Gesandten, Marquis de Turgot, und dem ame- ricauischen Gesandten, Hru. Souls, fand am 17. Dec. Statt. Für den folgenden Tag war eine ähnliche Zusammenkunft zwischen Hrn. Perry, Gesandtsckafls-Secre» tär der Vereinigten Staaten, und dem französischen Co», sul zu Santander verabredet. Letzterer befand sich bei Hru. von Turgot, als Perry diesem die Herausforderung von Seiten seines Vorgesetzten überbrachte, und sprach sick über das Benehmen Souls's in sehr lebhaften Ausdrücken aus. Daher dieser neue Streit. Die Zeugen Turgot's waren Lord Howden, der englische Gesandte, und der französiscke General Callis, Mitglied der Commission zur Feststellung der Glänzen. Es fiel auf, daß Souls aller Sitte zuwider den Kampfplatz verließ, ohne seinem verwundeten Gegner und Landsmann (bekanntlich ist Souls ein in den Vereinigten Staaten natura» lisirter Franzose) irgendwie ein Zeichen der Versöhnung oder Theilnahme zu geben.
Donaufürftenthümer.
Ein Schreiben aus Galacz vom 12. meldet, daß sich General LüderS mit zahlreichem Generalstabe noch daselbst befindet. Zwiscken Galacz, Braila und Reni, welche Ortschaften je zwei Stunden von einander ent- feint sind, liegen etwa 12,000 Mann Russen, die Mann- schafte» auf den Schiffen ntcht gerechnet. An der zwischen Galacz und Reul liegenden Pruthmünduug haben die Russen ein starkes, durch zwei Batterien gesckützles Fort erbaut. Die russ. Schöffe machen täglich Recog- nosclrugsfahlten, die sich bet günstiger Witterung zuweilen biS gegen Hirsowa eistrccken.
AuS G a lacz 2. b. Mis. ist folgender Cousular- bericht eingcgaugcn: Vom 10. bis 16. November b. I. sind in Sulina 17 Schiffe, als: 1 französisches, 5 englische und 2 Holländische cingclaufen, und 1 türkisches ausgelaufen. Am 15. v. Mts. stieß der Dampfer „Persia" im Schlepp des Dampfschiffes „Dannbio" eiuigemale an die Bank, gelaugte aber, 'ohue Schaden erlitten zu haben, glücklich ins Meer. An demselben Tage wollte die griechische Brigantine „San Giovanni" von 4000 Konstantinopler Kilo, aus Constantinopel kommend, in die Donau einlaufen, verlor aber in den stürmischen Wellen das Steuerruder, und gerieth auf ein Sckiffsgcripp bei dem Leuckithurme, so daß sie un terging. Von dem Schiffe, das nach der Aussage des Capitäns Georg N. Gerems nickt assecurirt ist, sind nur die Flaggen, ein Theil der Segel und andere Ge- räthe gerettet worden. Der Wasscrstand von BackS- micz Cavacsiuli beträgt 12 Venet. Fuß, von Gergovo 12'/,, Monodendro 13, Argagin 10%, Ciattali San Georgio 13 und an der Sulinamündung 7% venet. Fuß.
Türkei.
Berichten aus Konstantinopel vom 12. d. zufolge, haben nach der Schlacht bei Sinope drei Couseilsbe- rathungen stattgefunden, welche jedesmal die ganze Nacht ■ währten. Namik Pafcha's Berichte über die Effectui- rung eines Anleibens lauteten so ziemlich hoffnungslos. Die in Scutari errichtete Fremdenlegion ist nach Kleinasien abgegangen. Die vereinten Flotten liegen wieder vollzählig im Bosporus. Die Hoffnung, dieselben in daS schwarze Meer auslaufen zu sehen, welche die Kriegspartei hegte, hat sich somit bis jetzt nicht gerechtfertigt.
„Retribution" und „Magador" ankern auf ihren frühern Plätzen. Die Verwundeten, welche sie aus Si« nope mitbrachten, deren Zahl bei 150 beträgt, sind in den Spitälern untergebracht. — Die Friedenspartei ist unablässig bemüht, Halil Pascha in dasMinisterium zu bringen. Trotzdem, daß alle Großwürden träger Sr den Krieg sich erklärt haben und Versprechungen machten, bemerkt man doch jetzt schon, daß manche eine friedliche Lösung herbeiwünschen. Die kreuzenden russischen Schiffe erscheinen täglich an der Mündung des Bosporus. Im Pöbel zeigt sich ein großer Ingrimm gegen England, da man sicher auf Hülfeleistung im schwarzen Meere rechnete. Mehrere französische Aerzte sind ein» getroffen und zur Balkanarmee abgegaugen. Aus Jta^ licn und England erwartet man auch Aerzte. — Die Stadt ist ruhig; am 11. wurde das Gebutsfest des Propheten gefeiert. Die Abreise des persischen Gesandten »ach Bagdad war für den 20. festgesetzt.
Berichten der „Triester Ztg." aus Constantinopel vom 13. d. entnehmen wir noch Folgendes: Das schreckliche Ereigniß von Siuope wird'durch die zuverlässigen Nachrickten, welche die am 9. zurückgekom- menen zwei Dampfer der englisch-französischen Flotten noch viel ausgedehnter geschildert, als man Anfangs geglaubt hatte. Die tü-kische Escadre ist bis auf die letzte Barke vernichtet. Sämmtlicke 11 Schiffe sind in Flammen aufgegangen und durch Explosion der Pulverkammer in die Luft geflogen. Das zwölfte Schiff der Escadre, der „Tais", ist beim Beginn der Schiacht entflohen und hier angekommen. Von der aus 5000 Mann bestehenden Schiffsequipage haben 3500 das Leben verloren, darunter Coutre-Ädmiral Hussein Pascha der in den Fluthen den Tod fand, als er an'S Land schwimmen wollte. Der Commandant der Escadre,. Osman Pascha , befindet sich mit 200 Offizieren und Gemeinen in Gefangenschaft auf der russischen Flotte. Die Behörden von Siuope waren sämmtlich entflohen. Der kaiserl. österr. Consular - Agent Pyrjansk war der einzige Functionâr am Platze, an den sich auch der russische Vice-Admiral Nachimoff wandte, um ihm zu melden , daß er die Stadt nicht zu besetzen beabsichtige, sondern nur die türkische Flotte züchtigen wollte, weil sie nach Tscherkessien Munition gebracht, um die russischen Unttilhanen zur Empörung'zu verleiten. Die russische Flotte verließ Siuope am 2. December, die Sä lacht hatte am 30. November Statt gefunden. —• Constantinopel ist vollkommen ruhig, die Theuerung außerordentlich groß, das Brod stieg im Preise um das Dreifache. Am Tage der Verbreitung der Nackricht von dem Unglücke in Siuope zogen Abends bei 30 Griechen mit großem Lärm durch das granfenviertel, laut rufend: „Es lebe hoch unser Kaiser Nicolaus!" deunock blieben die dort ziemlich zahlreich sich aufhalteuden Türken ruhig. — Der englische und französiscke Gesandte erklärten, daß das Ereigniß in Siuope für sie kein casus belli sei und sie nur dann die Flotten in's schwarze Meer einlaufen lassen, wenn die Russen irgendwo auf türkischem Boden Soldaten ausschiffen sollten.
Als Ersatzmann des Kapudan Pascha wird Chalyl Pascka, der seit seiner Aiikunft von Brussa bisher in Disponibilität verblieben , genannt. Man spricht auch von einer ministeriellen Krise und einem argen Zerwürfnisse zwischen dem SeraSkier und Reschid Pascha.
Privatmittheilungen aus Constantinopel melden , daß die russischen Gefangenen, welche einstweilen in den Kasernen von Scutari untergebracht sind, gleich de» tükischen Soldaten verpflegt und sogar mit etwa fehlenden Kleidungsstücken versehen werden. Es wird als eine besonders bemerkenswerthe Thatsache dervorge- hoben, daß die Gefangenen nicht, wie es sonst im Kriege der Bruch zu sein pflegte, der türkischen Bevölkerung vorgeführt worden sind; vielmehr werden sie gar nicht nach Constantinopel gebracht, sondern bleiben in Scutari , bis sie ohne Aufsehen in das Innere des Landes befördert werden können.
Aegypten.
Aus Kairo vom 15. December wird gemeldet, daß die Abysfinische Bergbevölkerung die türkischen Bewohner aus Massava und Hinkiko vertrieben habe. ______________________________________ BeranlworUlmer Rccacicur: Dr # poeuk.
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Abgang von Wieâbaeen. .ntunrt in WieSraven.
Main,, Frankknrt (Eirendah .) Morgens 6, 10 U Morgen« 8, 9 U. 45 M.
Nachm. 2, LU. ILM. ISN. Nawm. 12 4,5. 4, 15. 7, 45 Limburg iSiIwaqen).
Morgens 7 Uhr. Mittag« 12 Ubr.
Rachm. 3 Uhr. Llbenr« 9 Udr 15 Miu.
Soblenz iSiiwageni.
Morgen« 10 Uhr. Nachm. 3 b.« 4 Uhr.
3 oblen j lBriespon ) Nacht« 10 Uhr 30 M:n. Morgens 6 Uhr. Rheingau (Eilwagen.) Morgen« 7 Uhr 30 Min Morgen« 10 Uhr 35 Min.
Nachm. 3 Uhr 45 Min. Rachm. 5 Uhr 0 Min.
Snglische Post.
Morgen« 10 Uhr. Rachm. -4 Uhr, Dienst.ausg.
Abend« 9 Uhr 0 Min. Aben« 8 Uhr.
Franjösische P v st.
AbendS S Uhr SV Mi». Abend« 8 Uhr.
Abgang u»- ^nköuft der Lisenbahnzüge.
Abgang von gBittbaVm. Morgens: , Nachmittags:
6 u.
8 u.
10 U. ! 5 M.
2 n. 15 M. i U. Sâ M.
21 n f u nr t fn W>-Sbadtn.
Morgen«:
7 U. 45 M.
9 U. 35 M,
12 U. 45 M.
Nachmittags: 2 U. 45 M.
4 U. ’ 5 M.
7 ü. 30 M.
Tours der Stautspopiere. Frankfurt, 24. December 1853.
Oesterreich, 5% Met. (b.R.) ; „ 5%«..«.(b,9l)
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Nassau, 5%> Obl. b.Rothsch.
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Frankfurt, 3% Obligationen
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„ 37,% O. v. 1846 Taunus-Eiscnbahn-Actien . . Franks.-Hanauer-Eisenb.-Act. Holland, 4% Certisicate. ..
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Spanien, 3% innere Schuld
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Papier 98% 103
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Geld
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Neue Louisd'or . . . . Pirolen ........ Preuß. Frievrichsd'or . Holl. 10 fl. Stücke . . Randducaten..... 20 Francsstücke . . . . Engl. Souvcrains . . Gold al Marco . . . . Preuß. Tdaler . . . . 5 Frankenthaler . . . . Hochhaltig Silber. . .
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Wien, 23. Dec. 5pCt. Metall. 93%. - 47,pGt. vo. 83.--5pCt. L.-Ven. 100?,. - Bankac ien 1388-, 250 fL Loose 1367»- — K.-F.-Norvbahn 237%. — Wechsel auf London 11 «. 14 kr.
Paris, 24. Dee. 47ML R. 101, 25. - 3pCt. R. 74,40. — Oester.--. — Span, neue Diff.---. Innere Schuld---. Darmst. Bankactien--.
Druck nnd Erpeditivn von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden, Langgafle 42.