und nachdem sich diese durch das herbeigeeilte Aufgebot verstärkt hatten, geschlagen und eine Strecke weit über die Grenze verfolgt. Das Gefecht dauerte zwei Stunden. Die Türken sollen 50 Todte verloren haben. Seitdem wird die Grenze von den Serben mit Schärfe bewacht, und die Türken haben einen zweiten Streifzug nicht wieder gewagt. — Wohl unterrichtete und uiipar- leiische Berichterstatter glauben, daß sich die Pforte mit der Neutralitätserklärung Serbiens nur daun zufrieden geben werde, wenn die Negierung noch erklärt, jede fremde Invasion mit den Waffen zurückzuweisen bereit zu sein. Auch sollen dießfällige Anfragen schon borge, kommen sein, denen gegenüber die Regierung jede Verpflichtung, die mit den bestehenden Verträgen nicht zu- jammeuhäugt, zurückweiset.
Aus verläßlicher Quelle erfährt die „A. A. Ztg.", daß ter zum russischen Generaleonsul für Serbien er- «annte Herr v. Muschin, der bald nach seiner Ankunft in Belgrad auf die Aufforderung Izzet Pâscha's seinen Posten zu verlassen veranlaßt war, vor seiner Abreise von Belgrad ein Schreiben an Izzet Pascha gerichtet hat, in welchem der russische Generaleonsul seine temporäre Entfernung aus Belgrad dadurch motivirt, daß er der serbischen Regierung Verlegenheiten ersparen wolle. Zugleich enthält aber Las Schreiben eine präventive Protestatio» gegen jeden möglichen Eingriff in die der serbischen Nation von Rußland garaulirten Immunitäten, sowie gegen jede Verletzung der Rechte Serbiens die man sich in Abwesenheit eines russischen Agenten erlauben würde.
. Nach den neuesten auS Jassy eingetroffenen Nachrichten werden die Spitzen des Osten-Sackcn'chen Corps am 1. d. M. daselbst eingetroffen sein.
Nach einer sonst zuverlässigen Korrespondenz aus dem türkischen Lager scheint Proviantmangel den Operationen der Türken int Wege zu sein. Die Zufuhren ungeheurer Vorräthe haben, nachdem die Wege in Folge der eingetretenen Kälte sich besserten, von allen Seiten stattgefunden, und eine großartige Aufstapelung von Lebensmitteln hat in Varna begonnen. In Drista und Labender werden Filial - Proviant - Magazine angelegt.
Conservirtes Fleisch, Zwieback und Bäckerei stammen beinahe durchgehends aus England. Der Corrcspou- dent der „Mebicinischen Wochenschrift", ein in türkischen Diensten stehender Arzt, gesteht, daß nach einer annähernden Schätzung die türkische Armee seit Beginn des Feldzuges 4000 Mann verloren habe, darunter 1300 auf dem Kampfplatze. — Nach einem Privatschreiben vom Kriegsschauplätze befindet sich das Hauptquartier Omer Pascha's seit 15. v. M. in Rasgrad (oberhalb Schumla). Aus Varna sind Truppenverstärkungen im Hauptquartier eingetroffen und wurden ohne Aufenthalt nach Widdin abgesandt. In Varna selbst kommen beinahe wöchentlich frische Truppen, darunter sehr viele Fremde als (Engländer, Franzosen, Italiener und Polen) an.
Türkei
Der „A A. Z." berichtet man aus Constantiuopel vom 21. Außer den Siegesuachrichten des „Journal de Constantinople hat man hier noch von manchem andern Kenntniß, was dieß Blatt seinen Lesern, wie es scheint, nicht mitzutheilen für gut findet. So ist der russische Dampfer, den das Journal de Constautiuople bei dem Versuch der Beschießung des Forts Nicolas von den Batterien dieses Forts sehr übel zurichten und darauf an einem Felsen scheitern ließ, demungeachtet — allerdings an einem Rad und einem Mast beschädigt — im Hafen von Sokumkale angelangt. Dagegen wird nun schon seit mehreren Tagen der türkische Kriegödampfcr „Medari - Tidscharct" vermißt. Er war vor dem „Schekper" von Trapezünt bieder ab- gegaugeu. Der Schepker kam vor drei Tagen hier an, der Mebari-Tidsch.net nicht. Der Capitän des Schek- per jedoch, der bekanntlich von einer russischen Flottille verfolgt worden war, aber nöch in den Hasen von Inc- boli entfliehen konnte, bemerkte auf seiner späteren Hie- herfahrt dieselbe russische Flotille wieder. Sie steuerte nordwärts, ward aber sonderbarer Weise nun um ein Schiff vermehrt, und zwar einen Dampfer — wahrscheinlich den gekaperten Medari - Tidscharcd. Eine russische Flottille war kürzlich auch vor Varna er- schienen. Die Offiziere untersuchten die Meerestie
fe, und besichtigten mit ihren Fernrohren die Befestigungen. Ein dort anwesender hannoverscher Offizier rieth dem dortigen Gouverneur Abdullah Pascha, auf die Schiffe feuern zu lassen. Der Pascha hielt dies aber nicht für räthlich, sondern ließ die Schiffe in Ruhe. Er wurde dafür abgesetzt, und vorgestern in Ketten hierher gebracht. Die Truppensendungen dauern noch immer fort. Die Pforte hat den Legationen an- gezeigt, daß von nun an fremden Schiffen nächtlicherweile die Einfahrt in die verschiedenen türkischen Häfen des schwarzen Meeres untersagt sei. Die französische Regierung hat die Dampffregatte „Sans" an die Dardanellen beordert, um Schiffen aller Nationen, die ii französische Hafen befrachtet sind und an den Dardanellen durch widrige Winde zurückgehalten werden, durch den Canal zu schleppen.
Der A. Z. theile man einiges über das türkische Kosakenregiment und die Fremdenlegion mit. DaS erstere, von polnischen Offizieren befehligt, bekommt als Uniform Kolpak oder Husarenmütze von amarantrothem Tuch mit schwarzem Pelz, dunkelblauen Rock, kurzen Kaftan von amarantenem Tuch, Gürtel von demselben Tuch und hellblaue Hosen mit rothen Streifen. Die Bewaffnung ist ein türkischer Säbel, ein Pistol auf der linken Seite, Patrontasche und Lanze. Das Commando ist in ruthenischer (?) Sprache. Bereits haben die Kosaken der Dobrudscha 200 Reiter, die des Kuban 100 angeboten, die sie auf ihre Kosten mit Waffen und Pferden versehen wollen. Die Anwerbung für die Frcnideulegiou geschieht in Scutari. Sie wird ans drei Kategorien bestehen: Polen, Ungarn und Jtalie- n e r u. In Kars sollen die Cadres dann vereinigt werden. Bis jetzt hat man blos Polen genommen. Die Flüchtlinge und die kriegslustigen Türken finden, daß der Divan zn langsam sei, auch wollen jene als Bundesgenossen, nicht als Miethlinge angesehen werden. Die Pforte, die sich um Rußland widerstehen zu können genöthigt sieht eben alle Mittel zu ergreifen, hat, nachdem sie sich zum ersten Schritt entschlossen, nun doch schon einen zweiten gethan, e_______
geraum orilttuer yteracrrur: Dr. K Aocikk.
Vekunntmachnngen.
Benachrichtigung.
3256] Da die Posthalterei zu Limburg an der Lahn mit dem 1. April 1854 anderweit an einen hierzu geeigneten uud das erforderliche Vermögen besitzenden Herzog!. Nassauischen Staatsangehörigen vergeben werden soll, so werden Lusttragende hierdurch eingeladen, sich mit ihren Bewerbungen an das unterzeichnete Oberpostamt zu wenden, bei welchem auch Einsicht von den Bedingungen der Uebertragung dieses Dienstes genommen werden kann.
Es wird hier noch bemerkt, daß zur Versetzung des Limburger Posthalterei- Dienstes ein Pferdestand von 28 bis 30 Stück erforderlich ist.
Frankfurt a./M., den 6. December 1853.
Herzoglich Nassauisches Ober-Post amt
Vrints.
Lieferung von Spinnmaterial.
Die Zuchthausfabrik in Diez bedarf pro 1854
1000 Pfd. Flachs (Hechelkern) und
7000 „ Hanf.
Lieferungslustige wollen Proben mit genauester Preisangabe pro Pfund 32 Loth franco Diez schriftlich und verschlossen unter der Aufschrift:
„Submission auf Lieferung von Spinnmaterialien"
bis längstens den 28. December d. I. Vormittags um 9 Uhr an die unterzeichnete Stelle um so gewiffer einsenden, als spätere Offerten nicht berücksichtigt werden.
Die Eröffnung der Submiffion geschieht um die bemerkte Zeit in der Schreibstube des Zuchthaus-Caffirers, woselbst auch die Bedingungen täglich eingesehen werden können
Diez, den 5. December 1853.
Herzoglich Aass Zuchthausdirection
3257] Vietor.
Theater-Anzeige»
Donnerstag, den 8 December. viel Lärm um Nichts. Lustspiel in 5 Acten von Shakespeare.
Bekanntmachung-
Frankfurt — Wiesbaden — Cöln. Herzogl. Nassauische eone. WikLblldkiler ElWahn - Gesellschaft.
Laut Beschluß des Verwaltungsraths vom 3. December 1853 ist die zweite Einzahlung von L. 2 Stg. oder 24 fL im fl. 24 Fuß per Actie auf den 1O» Januar 18541 festgesetzt und ist solche bei den Banquiers der Gesellschaft:
Herren Glyn Mills H Eomp- in London,
„ Gebr. v. Rothschild in Paris,
// M A. v. Rothschild & Söhne in Frankfurt a. M.,
Herrn Carl Kalb Sohn in Wiesbaden bis zu obigem Termin zu leisten.
Wiesbaden, den 6. December 1853.
In Auftrag des Verwaltungsraths:
Edward A. Aloriarty,
3258] General-Bevollmächtigter.
Zngekommcne ^remdc. Wiesbaden, den 6. December.
Ädler Hr. Münster, Hüttenb. v. d. Hohcnheimer-Hütte. Hr. Hausenr m. Fam, Part. a. Berviers. Hr. Stern, Äf in a. Offenbach. Hr. Wiesche, Äfm. a. Frankfurt. Hr. v. Baur, Kfm. a. Köln. — 4 Jahreszeiten und Hotel Jais. Ihre Durchl. die Fürstin v. Lubomirska m. 3 Prinzess. u. Drfchft.a. Warschau. — Reichsapfel. Hr. May, P»rt. «.Frankfurt
Wittbadcuer tägliche Posten.
Abgang yon W>eSbarca. iinluntt in WttSbabra. -
W atm, 8 rank' nr < I^ifeabah ,.)
Moraes a, l0 u Morqens 8, 4 U. 1» M. , i
Sicdim. V, 5 U. ts SM. 1011. Naäm. 12 45.4,15.7,40.
Limburg rSUmaqrn).
Morgen« 7 Uhr. Mittag« 12 Uhr.
Nardm. 3 Uhr. Abears 9 Utr «5 Min.
ä e 6 1 < «1 'EUwaara).
M»r^enS 10 Ubr Na>dm. 3 biS 4 Uhr.
SabIe » z (Lnefpsst ) j
N-ckls 10 Uhr SO Min. Morgens 6 Uhr.
9t b 11 i ß a u (ßilntagenj
Mora'N« 7 Ubr So Mrn. Morktnb W Uhr 35 Min.
Rardrn. 3 Uhr 45 Min. RaLm. 5 Uhr 'O Min.
Englis <be -oft. !
Morgens 10 Ubr. Nockm. ?»1 Uhr, Dienst. -uSg.
Wnt« 9 Ubr 0 Min. ästen« 8 Uhr.
Rrnnjb(ifd>e Poft.
NbendS 9 Uhr 30 Min. Üben« 8 Uhr.
^bgaig nub A-Kuest der EifelldâhuzSge.
Abgang von Wiesbaden.
Morgen«! «Rachmittagsi : 6 U. H. H W.
8 U. 5 «. 85 ®.
io u. >s M
an t u nf t in Wiesbaden.
Morgens:
7 U. 45 M.
» U. S5 R, 12 U. 45 M.
Ra »mittags:
2 U. 45 M.
4 U. 15 «Dl.
7 «. M M.
Cours der Staatspapiere. Frankfurt, 6. December 1853.
Oesterreich, 5% Met. sb.R.) '
Papier
Geld
Papier
Geld
—~
94
Darmstadt, 4% Obligation.
987,
987.
„ 57,L..B.,b.R)
—
86’/,
„ 50 fl. Sooft .. .
103 7,
103
„ 5*4 Metalliques
797,
797.
„ 25 fl. Sooft . . .
SP/,
„ 5’/, do. 1851. A. '
797,
797,
Nassau, 57, Obl. b.Rothsch.
1017.
—
1/ 5% ditto 1852.
797,
797,
// 1 / 0 // ,/ ,/
100
—
</ 47,% Metalliq.
70’/,
707,
1/ 3 7i% „ „ ,/
92
917.
r/ Bank-Actien . ..
1355
1350
„ 25 fl. Sooft......
297,
297, 86
„ 250 fl. goote ...
1177,
117
Frankfurt, 3% Obligationen
867i
„ 500 fl. Loose. ..
201
„ 37,7, O. V. 1839
94-/,
Preußen, 37,*/, Staatssch.
—
917,
„ 3%% O. V. 1846
947,
Bayern, 3'/,°/» Obligation.
91
907,
Taunus-Eisenbahu-Actien . .
306
303
Berbacher Eiseiibabn-Actien
—
1217,
Frankf.-Hanauer-Eisenb.-Act.
98
977,
Würtemberg, 37,7. Oblig.
9 •
Holland, 4°/, Certisicate. . .
927,
„ 4'/, 7, neue O.
Baden, 37-°/» Obl. v 1842
1027,
102' , 897,
„ 27-7« Integralen .
Spanien, 37» innere Schuld
4171
61
417,
„ L.-As50fl.b.G.u.S.
—
697,
„ 17, Neue......
217,
„ 35 fl Loose v. I. 1845
40
39’/, 52'/,
Disconto..............
41/,
Kurheffen, Fr.-W.-N.-Aclien
Vereins 10 fl. Sooft.....
—
77.
„ 40 Thlr. L. b. R.
37
36’/,
Darmstädter Bankactien . . .
235
Darmstadt, 37,% Obligat.
—
91
Weimarischc Bankactien . ..
1037,
—
Gold und Silber.
Reue Louisd'or.......ff. 10 57 fr.
Pistolen........... 9 37-38
Preuß. Friekrichsd'or . . . . „ 9 567,-57'/, Holl. 10 fl. Stücke.....„ 9 44-45 Randducaten ...... . . „ 5 34 7,-35 7, 20 Francsstücke....... 9 22 7,-23 7,
Eu«l. Souvcrains.....„ 11 45 fr.
Gold al Marco....... 378-380
Preuß. Tdalcr ....... l 45-7,
5 Frankenthaler....... 2 207,- /,
Hochhaltig Silber....... 24 30-32
Vörfen-Tourfe.
Wien, 6. Dec. 5vCt. Metall. 937,. — 47,v^t. DO. 827,. — 5pCt.L.-Vcn. 997,. - Bankactien 1363. — 250 fl. Loose 136'/,. — K.-F.-Nordbahn 232'/,. — Wechsel auf London 11 fl. 19 fr.
Paris, 5. Dec. 47,vCt. R. 100, 50. - ZpCt. R. 74,85. — Oester.--. — Span, neue Diff. - —. Innere Schuld —.— —
Darmst. Bankactien -.
Druck und Dtpedidion von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden, Langgafle 42.