von der Küustlergenosseuschast anSgehcn und geleitet werden, und sich ausschließlich auf die deutsche Kunst beschränken.
Altenburg, 1. Dec. Die Landschaft hat heute gegen nur eine Stimme den Vorswag auf Aushebung der landständischcn Initiative zugestimmt. Eine längere Verhandlung veranlaßt der Bericht über die Ausschließung der Beamten von der Wählbarkeit. Die Commission stellt den Antrag auf Ablehnung der Regierungsvorlage, wogegen nur ein Mitglied (Abg. Jese) für die Vorlage der Regierung gestimmt hat. Für Herstellung der grundgesetzlichen Bestimmung (wonach die Beamten wenigstens des Urlaubs bedürfen) hat sich in der Conr Mission eine Minorität von 4 Stimmen erhöhen. Bei der Abstimmung wird die Regierungsvorlage mit 26 gegen 4 Stimmen abgeworfen. Als letzte: Gegenstand der Tagesordnung wird ein Bericht vorgetragen, der in Veranlassung der neuen Strasproceßordnung die Vorfrage: ob Schwurgerichte oder nicht? zur Entscheidung der Landschaft bringt. Für den Antrag der Commission (Beibehaltung der Schwurgerichte) ergeben bei namentlicher Abstimmung sich 14 Stimmen, dagegen 16 Stimmen. Die Schwurgerichte sind demnach a b g e l c b n t.
Koblenz, 30. Nov. (N. P. 3 ) Seine königl. Hoheit der Prinz von Preußen ist über Wetzlar und Gießen gestern wieder hier eingctroffcn. — Der gegenwärtig so niedrige Wafferstand lähmt den Verkehr sehr; unser Rheinwerft ist mir dort aufgespeichertc» Waaren überfüllt, die der Versendung harren; dicSchiff- fahrt ist ganz unregelmäßig: bald fährt ein Schiff fest, bald bekommt eins einen Leck, dann bleibt eins ans u. s. w. Es werden deßhalb begreiflicher Weife auch' die schlechtesten Dampfbote jetzt zum Dienst benutzt, der Wassermangel ist so groß, daß bereits mehre Brun- neu unserer Stadt versiegt sind.
Hannover, 1. December. Gestern fand vor mehreren Bäckerläden der Stadt ein Crawall statt, der angeblich durch daS Gedränge von Brod-Käufern veranlaßt wurde, welche vor dem heutigen Tage, der eine neue Brod-Taxe bringt, noch ihre Brod-Einkäufe machen wollten.
Hamburg, 2. Dec. Das „T. C.-B." berichtet: Das Hamburger Schraubenschiff „Marschall" mit 34 Auswanderern total verloren, von der „Humber" über* segelt.
Bremerhafen, 1. Dec. Vorgestern wurde zu Geestemünde die Verauctivuirung der deutschen Marine mit dem Verkauf eines Sarges geschlossen. Es war ein leerer Sarg; der Seemann, für den er bestimmt war, bat längst eine bessere Ruhestätte gefunden.
Berlin, 2. Dec. Zn Bezug auf das Budget schreibt die officiöse „Preuß. Corr.": Wir glauben, daß die Regierung keine anderen Steuer - Vorlagen vor die Kammern zu bringen beabsichtigt, als die aus die Maischstcuer bezügliche. Soviel uns bekannt, ist die Finanzlage des Staates eine so befriedigende, daß eine Belastung des Landes durch neue Steuern gegenwärtig n-cht geboten erscheint. Es ist vielmehr wahrscheinlich, daß die Einnahmen des StaatShausbaltes für das Zahr 1854 die des laufenden Jabrcs ansehnlich übersteigen und dadurch alle Mehrausgaben decken werden, welche durch die TheuerungSverhältiusse und durch die immer steigenden Anforderungen an alle Theile der Staals- vcrwaliung veranlaßt werden könnten." — Die nunmehr beendete Constituirung der zweiten Kammer hat auch in der Wahl der Schriftführer gezeigt, daß die gemäßigten Fractionen der rechten Seite des HauseS ein entscheidendes Uebergewicbt in der gegenwärtigen Zusammensetzung der Kammer bilden. — Man erzählt, daß Hrn. Hassenpflug in Folge des bekannten von dem Grafen Isenburg hcrbeigeführten Vorfalls von benachbarten Höfen und von einigen seiner deutschen College» Condolenzbriefe zugegangen.
Die Diplomatie ist durch eine neue Note beschäftigt. Diese ist aus dem Cabinct von Kurhcssen unter Androhung der Aushebung deS freundschaftlichen Ver- Hältnisses an die preußische Regierung gerichtet. Gegenstand ist der „Kladderadatsch". Die kurh. Regierung findet durch die Behandlung, welche ihr durch jenes Blatt zu Theil wird, ihre Autorität untergraben.
In Betreff der nunmehr mit Belgien, wegen Abschluß eines Handelsvertrages einzul-itenden Verhandlungen, von denen wir gestern Mittheilung machten, schreibt man der Börsenhalle: Es sei vor mehreren Tagen eine Denkschrist der belgischen Regierung an die preußische zur Mittheilung an die übrigen Zollvereins staaten gelangt. Dieselbe enthalte die Forderungen Belgiens, die indeß der Art sein sollen, daß wohl eine lange Verhandlung ersorderlich sein werde, ehe der Zollverein darüber zum Schluß gelangen könne, und daß es nicht gut möglich scheine, vor dem Ende des Jahres die Grundlagen für den neuen Vertrag zu gewinnen. Aus diese Weise werde cs gerade wegen des so wichtigen CartellvertragcS doch wahrscheinlich dazu kommen, daß der belgische Vertrag von 1844 auf ein Jahr verlängert wird. Schon der bloßen äußeren Form der Behandlung nach könne die Sache auf dem Cor. respondeuzwege nicht wohl binnen vier Wochen erledigt werden, da die belgische Denkschrist, wie gesagt, erst feit einigen Tagen übergeben worben sei.
Leipzig, 29. Nov. (S. M.) Die Gesellschaft in Preußen, welche die Genehmigung zum Bau einer Eisenbahn von Wittenberg nach Bitterfeld erhalten, hat sich mit einer Eingabe an das sächsische Staalsmini- flerium gewendet, (in der sie um die Gestaltung der Ausführung einer Zweigbahn von Bitterfeld nach Leipzig nachsucht.
Wien, 1. Dcc. Die heutige „Wiener Zeitung" bringt eine Allerhöchste Anordnung, wonach für weiland Ihre Majestät Maria II. da Gloria, Königin von Por. tugal die Hoftrauer von heute angefangen durch sieben Wochen mit einer Abwechslung u. z. die ersten drei Wochen die tiefe, die letzten vier Wochen aber bis einschließlich 18. Januar die mindere Trauer getragen werden wird. Wenn die Verewigte, bemerkt die „Oc. Corr.", im Laufe ihrer Regierung mit großen Schwie- rigkeiten zu kämpfen hatte, so wird ihr doch eine unparteiische Geschichte nimmermehr das Zeugniß versagen können, daß sie ihrer hohen Aufgabe mit Eifer, Hingebung und dem Bestreben, ihrem Reiche conjolidirle Zustände zu verschaffen, sich unterzog, so wie auch ihre persönlichen Tugenden von der Welt und ihren, ihr in aufrichtiger Liebe ergebenen Unterthanen jederzeit mit unbedingter Achtung anerkannt wurden. Die Bande der Verwandtschaft, welche Sie mit den Mitgliedern unseres allerdurchlauchtigsten Kaiserhauses verknüpften, lassen ihr rasches Hinschcideu in der schönsten Epoche des Lebens in den Augen jedes vaterländisch gesinnten Oesterreichers doppelt baklagenswerth erscheinen und verleihen der ac.- geordneten Trauer das Gepräge deS aufrichtigsten Mitgefühls.
Der N. P. Z. wird aus Paris mitgetheilt, daß bei der Zusammenkunft in Frohsdors kein politischer Act in Bezug aus die gegenwärtigen Zustände in Frankreich stattgefunden, da die Oesterreichischc Regierung von vornherein erklärte, daß sie Alles, was einer politischen Agitation ähnlich sehen könne, unmöglich zugeben werde. Die Rücksicht, welche sie einem befreundeten Staate schuldig sei, und die sie ihrerseits wieder von jenem erwarte, sowie die bestehende Gesetze ständen jedem Versuche einer politischen Agitation, sie möge von welcher Partei immer ausgehrn, entgegen. Der Französischen Regierung ist dieß auf diplomerlischem Wege mitgetheilt worden.
Der „Lloyd" schreibt über die Fusion: Man will die Welt glauben machen, daß große Höfe in jenem Ereigniß einen politischen Hebel erkennen. Wir, welche die Verhältnisse kennen, die andere zu kennen vorgeben, können mit Bestimmtheit diesen leeren Erfindungen ein Dementi geben. Man betrachtet hier die Ruhe und Woblsahrt Frankreichs als ein kostbares Gut des ge* lammten Europa, mit dem man wahrscheinlich nicht gesonnen ist, ein Spiel zu treiben. Die europäische Welt und die europäischen Cabiuette sind aller Erschütterungen müde und sehen es mit Freude, wenn irgend ein bestehender Zustand sich befestigt und die Aussicht auf lange Dauer blicken läßt. Es ist gewiß, daß etwaige Plane, welche gegen eine bestehende Regierung ge- richtet wären, in diesem Lande weder Vorschub noch Duldung finden würden. Ein sicheres Asyl wird eS dem geachteten Unglück bieten , aber der Hafen der Ruhe darf nie ein Rüstplatz werden zur Störung der Ruhe.
Nach einem Berichte ans Zara vom 19. d. M. leitet der türkische Ingenieur Esriff Effendi, welcher sich derzeit in Sarajewo aushält, in Trcblgne und Nicksifch Befestigungsbauten in größerem Maßstabe. Die beiden Gouverneure von Bosnien und der Herzegowina haben in der ersten Hälfte November zu Coguizze zweimal Zusammenkünfte gehalten, um sich über die Verlheilung der zur Vertheidigung dieser Provinzen bestimmten Truppen zu berathen.
Wien, 2. Dec. Das Verbot der Ausfuhr von Waffen und Munition aus Oesterreich, welches bereits gegenüber von Serbien besteht, ist nunmehr auch auf Bosnien und die übrigen türkischen Provinzen ausgedehnt worden.
Wien, 2. Dcc. (T. C.-B.) Nach den hier ein- getroffenen Nachrichten befindet sich die Türkffch-Aegyp- lische Flotte im Bosporus. — Nachrichten aus Bukarest vom 29. November zufolge legen die Russen bei Giurgevo Verschanzungen an.
Triest, 2. Dcc. Seit mehreren Tagen wüthet hier eine gewallige Bora, übrigenë außer unbedeutenden Havaneen ohne Schaden für die im Hafen ankernden Schiffe.
Frankreich.
Paris, 2. December. Der Kaiser wohnte gestern Abend der Vorstellung in der italienischen Oper bei. Er wird Dem Vei nehmen nach in den nächsten Wochen sämmtliche große Theater besuchen, um sich dem Publicum zu zeigen und durch sein Erscheinen die Gerüchte zu widerlegen, welche man über seinen Gesundheitszustand zu verbreiten gesucht hat. — Heute Abend werden zahlreiche Bankette zur Feier des 2. Decbr. 1851 und des 38. Jahrestags der Schlacht bei Austerlitz gehalten. — Die Eizbildsäule des Marschalls Ney, von Rude, ist gestern m Der großen Allee Der Sternwarte auf ihrem Sockel befestigt worden. Sie stellt den tap- sern Krieger mit dem Säbel in der Faust dar. Man glaubt, sagt das „Pays", seinen gewöhnlichen Ruf „vorwärts!" zu vernehmen. Die Bildsäule wird am
Todestage des Marschalls (7. Dec.) enthüllt. — Der Director der ministeriellen „Patrie" , Hr. Delamarre zeigt an, daß er nie an der Börse speculirt habe, und daß er alle die Angestellten seines Blattes, welche die Börse besuchten, um Speculationen zu machen, entlassen habe. — An der Feier des Jahrestages der polnischen ‘ Revolution (29. November) nahmen etwa 3l)0 Polen Antheil. Fürst Czartoryski hielt eine Anreoe an die Versammlung.
Die „Hofmäntel", welche die bei Hof erscheinenden Damen vom 1. Januar an zu tragen haben, werden genau dieselbe Form haben und aus ähnlichem Stoff aiigefertigt sein, wie unter Ludwig XIV. Zu diesem Zweck war Die kaiserliche Bibliothek in der Richelien- straße heute von Klcidcrmacherinncn, welche genaue Zeichnungen jener Mäntel nach alten Bildern und Kupferstichen entwerfen ließen, überfüllt.
Die Assemblee Nationale erwähnt heute in vier Zeilen der Zusammenkunft zu Froschdorf, ohne jedoch irgend eine Bemerkung über dieses Ereigniß zu machen^ während das Journal des Dcbatö und Die Union bisher das tiefste Schweigen über die Sache beobachtet haben.
Paris, 3. Dec. Der heutige Moniteur enthält die vom General Baraguay d'Hilliers bei seiner Ankunft zu Constantinopel an den Sultan gerichtete An- svrache. Frankreich — heißt es in Derselben — ist der älteste, der uneigennützigste Verbündete der Türkei. Frankreich fürchtet nicht den Krieg, es will den Frieden, will ihn aber dauernd, loyal, ehrenvoll für sich und seine Verbündeten. In dieser Absicht hat der Kaiser Napoleon im Einverständniß mit England Die Flotte nach dem Orient gesandt. Vertrauend auf Die wiederholt ausgedrückten Versicherungen deS Petersburger Ca- binets, hegt der Kaiser noch Die Hoffnung, daß der Zwist zwischen der hohen Pforte und Rußland sich auS« gleichen könne, daß diese vorübergehende Störung, indem sie die Frage wegen Der Integrität der Türkei in's Reine bringt, Deren für Europa und Den Frieden der Welt so nöthige Unabhängigkeit befestigen wird. Der Kaiser Napoleon , dcr das Gefühl der Würde Frankreichs so wohl versteht, wird Dein Sultan seine Unterstützung leihen. Die Antwort dcs Sultans theilt der Moniteur nicht mit, was Die feinfühlende Börse nicht wenig beunruhigte. (Der Sultan erwiderter!„Wie immer, so werde ich auch in der gegenwärtigen Krisis auf die moralische und materielle Stütze meiner alten Bundesgenossen, Frankreich und England, rechnen. Frankreich eben so wie das übrige Europa hat Recht, den Frieden zu wollen. Ich meinerseits will ihn auch, jedoch nur in so weit, als derselbe auf keine Weise weder meine Oberhauptörechte noch die Unabhängigkeit der Tüikti berührt. Für heute ist eine Verständigung, ohne gänzliche Verzichtung auf die durch Rußland gestellten Forderungen, ohne vollkommene und unmittelbare Räumung Der Donaufürstcnthümcr, Die integrirenden Theile meines Reiches sind, unannehmbar.") Dèr Wortlaut der Rede Baraguay d'Hilliers' in Constantinopel hob die 3proc. Rente bis auf 74 Fr. 90 C., das Gerücht aber, der Sultan habe in kriegerischem Sinne geantwortet , drückte den Cours wieder auf 74 Fr. 65 C.; die Stimmung Der Börse war gegen den Schluß eine ziemlich feste. Die Reute schloß mit 74. 75, — Gestern sind drei französische Kriegsschiffe vom Stapel gelassen worden
Eine Privatcorrespondenz aus Malta vom 28. Nov. zeigt an, daß der englische Contreadmiral Sir Edmund Lyons in Constantinopel angckommen ist. — Die spanische Flottille, welche aus 5 Kriegsschiffen besteht, und für den Orient bestimmt ist, hat am 25. am PiräuS Anker geworfen.
Spanien.
Madrid, 29. Nov. Das Ministerium hat den Cortcs das Budget vorgelegt und verlangt alsbaldige Ermächtigung zur Erhebung der Steuern. — Eine Commission der Abgeordnetenkammer hat ren Journalen gestattet, über die Sitzungen Der Kammer wieder wie früher eigene Berichte zu liefern, anstatt an Die Veröffentlichung bloß deS officielltn Berichtes gebunden zu sein, wie von einem Der letzten Cabinctte «»geordnet worden war. — Die Madrider Zeitung enthält Die officielle Anzeige, daß Die Königin Isabelle in den neunten Monat ihrer Schwangerschaft eingetreten ist. — Das Tagesgespräch bildet hier ein Vorfall, welcher sich am 15. D. M. auf dem Balle beim französischen Gesandten zugetragen hat. Der Sohn des aincricanischen Gesandten, Hrn. Soule, nämlich glaubte zu bemerken, daß der Herzog von Alba sich in Der Unterhaltung mit einem Freunde über seine (beiläufig gesagt, in der That sehr geschmacklos gekleidete) Mutter lustig machte. und verlangte deßhalb von dem Herzoge von Alba Genug- thuung. Dieser Der es unter seiner Würde hielt, auf Die Herausforderung ei cs jungen Menschen von 22 Jahren einzugehen, begnügte sich Damit, ihm zu erklären daß es ihm gar nicht in den Sinn gekommen sei, über seine Mutter z» spotten. Am folgenden Tage schrieb Herr Soule Vater einen sehr groben Brief an den Herzog, in welchem er ihm unter Anderem sagte, ein Sohn auS dem Volke habe einem spanischen Granden eine Lection gebe» müssen. Die spanischen Granden seien sämmtlich Leute ohne Erziehung, der Herzog von