auf sie hören werde. Preußen könne aber nichts All' dereS vermitteln wollen, als den Frieden, und wenn es je in die Nothwendigkeit kommen werde, sich „kriegerisch zu entwickeln", so sei eS eben, um seiner Frie- deuSstimme mehr Nachdruck zu geben.
Telegraphische Depeschen der Franks. P. Z. aus Wien vom 13. Oct. melden: Die „Oesterreichische Korrespondenz" stellt in Aussicht, daß sich Oesterreich bei dem bevorstehenden rnssisck-tüikiscke» Kriege n e utr al verhalten w e r d e. — Eine sofortige bedeutende Armeercd ncrion ist durch großartige Beurlaubungen allerhöchst angcorduct.
Deutschlrnrd
□ Bad Ems, 12. Oct. Heute Morgen, als die Kubbeerde über die Schiffbrücke ging, stürzte bei dem letzten Transport plötzlich die Brücke ein, wodurch eine Menge Vieh in die Lahn fiel; eine Kuh, die eines armen Mannes, wurde todt berausgezogen. Indem ich Ihnen dieß mittheile, will ich namentlich vor einer Verwechslung warnen, wenn allenfalls das Gerücht von der neuen Gitter-Brücke sprechen sollte. Diese steht vielmehr fest; sic wird in ganz kurzer Zeit vollendet sein und eine Zierde unserer ganzen Gegend bilden. — Als Merkwürdigkeit noch die j hatsache, daß die sonst zu 80 fl. verpachtete Jagd bei der letzten Verpachtung über 400 fl. kostete.
N^ainz 12. Oct. (M. I.) Unsere Stadt, wenigstens unsere Vorstadt Kastel, wird ganz in der Kürze endlich auch in das, man kann sagen über ganz Europa ausgedehnte T e l e g r a p b e n n e tz eintreten. Die Verwaltung der Taunusbahn wird nämlich für Beförderung von Privat-Depeschen eine besondere Leitung neben der jetzigen Herstellen, durch welche auf den Stationen Wiesbaden, Biebrich, Kastel und Frankfurt die Versendung telegraphischer Depeschen geschieht.
Künftigen Sonntag wird der Mainzer Verein für Kirchenmusik Händels großartiges Tonwerk, das Al exa nd e r f e st , zur Aufführung bringen. Die Leitung des Koncertes hat Herr Musikdirector Messer aus Frankfurt übernommen. Dasselbe findet Vormittags um halb 11 Uhr im Akademiesaale des ehemals kurfürstlichen Schlosses statt; der Ertrag wird zum Besten der durch den Mainzer Vincenz- und Elisabeth- Verein unterstützten Armen verwendet.
Speyer, 11. Oct. (Pf. Z.) Se. Maj. der König bat, sicherm Vernehmen nach, genehmigt, daß sich ein Verein zur Wiederherstellung der Vorderseite des Doms in Speyer bilde; die beiden Thürme an der Vorder- feife dieses Toms werden von Sr. Maj. dem Könige Ludwig hergestellt.
Mannheim, 12. Oct. (Fr. I.) Die erträglich warme und trockene Witterung der letzten Zeit hat die bereits herabgestimmten Hoffnungen auf eine gute Weinlese wieder sehr gekräftigt, und es laufen in diesem Betreff namentlich aus den guten Weinlagen, wie Deidesheim, Forst, Wachtnheim u. s. w. die günstigsten Berichte ein. Der Wasserstand ist fortdauernd so gering, daß die Schifffahrt dadurch behindert ist und tiefer gehende Schiffe bei Bingen lickten müssen; nichts desto weniger ist der Verkehr von Gütern lebhaft und wird in Bälde noch einen größeren Aufschwung nehmen; die Tbalfrackten bestehen zumeist aus Banmwollenwaaren und Rohseide, die Bcrgfracktcn ans Rohbaumwolle und Colonialwaaren. Der Wasserstand hält sich dauernd zwischen 4' 3" und 4' 4" unter Mittel.
Freiburg, 11. Oct. ES geht hier das Gerückt, die Regierung werde, durch dringende Berichte verau- laßt, ein Ausfuhrverbot erlassen.
Stuttgart, 11. Oct. (Karlsr. Z.) Ueber das Befinden des Grafen v. Neippert sind aus Hohen- eins neuere Nachrichten eingctroffen, die jedoch noch immer nicht Gewißheit darüber geben, ob das verletzte Aüge erhalten werden kann oder nicht. Sonst soll sich jedoch der Zustand des Grafen gebessert haben.
Die Wiederherstellung I. kais. Hoh. der Kronprin- ! zessin Olga von dem Unwohlsein, von welchem sie auf ihrer Rückreise aus England ergriffen wurde, ist in ; nächster Zeit zu erwarten. I. kais. Hoh wird, sobald ihre Reconvalescenz vollendet ist, in Begleitung ihres ; erlauchten Gemahles nach St. Petersburg abreisen, wo dieselben den nächsten Winter über zu bleiben be- , absicktigen.
I München, 11. Oct. Die Ankunft Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich dahier erfolgte heute Nachmittag kurz vor 4 Uhr. Se. Maj. der König Max, in der Uniform seines österreichischen Dra- I goner-RegimentS, war dem Kaiser bis zur ersten Poststation entgegkugefahren. Beide Monarchen saßen neben- einander im Wagen des Königs. Der Kaiser, welcher ( für heute die Gemächer in der k. Residenz, in welcher das große Cortege zum Empfang versammelt war, ; dankend ablehnte, stieg im Hotel seines Gesandten ab, , vor welchem eine Kompagnie Infanterie mit der Fahne und Musik, welche die österreichische Nationalhymne spielte, als Ehrenwache ausgestellt war. — Der Kaiser ' der die Uniform seines bayerischen Infanterie-Regiments trug, musterte allsoglcich die ausgestellten Soldaten. Bei dem Zurückgehen in den Pallast traten unter der Pforte
König Ludwig, Prinz Karl in ihren österreichischen Obcrsten-Uniformcn und Prinz Luitpold, welche unterdessen in glänzenden Gallawagen vorgefahren waren, dem Kaiser entgegen und wurden Angesichts der zahlreich versammelten Menge von dem jugendlichen Kaiser auf's Herzlichste umarmt und geküßt. Der Kaiser begab sich bald hierauf unter Hochrufen in die kgl. Residenz und in den WiltclSbachcr Pallast, um beiden Königen den Gegenbesuch abzustattcu und die Königinnen Marie und Therese zu begrüßen, und kehrte nach kurzem Aufenthalt wieder in den Gesandtschaftspallast zurück, wo schon beim Empfange der kaiserliche Schwiegervater Herzog Max anwesend war. Hier wurde nun das Diner eingenommen, nach welchem der Kaiser sich sofort nach Possenhofen begeben will. Im Schlosse Berg, wo König Max und Königin Marie das morgige Namensfest im stillen Familienkreise begehen wollen, wurden ebenfalls Vorkehrungen zum Empfang des Kaisers getroffen, welcher wahrscheinlich morgen daselbst speisen wird. Es heißt, der Kaiser werde drei Tage in Possenhofen verweilen. Wie heute verlautet, wird der Kaiser erst Montag wieder nach seinen Staaten zurückkehren. — Der jugendliche Monarch wurde von der Bevölkerung Münchens, so oft er sich zeigte, mit lauten Hochrufen begrüßt. Unter dem kaiserlichen Gefolge bemerkte man auch den Generaladjutanten Graf O'Donncl. Der Kaiser erfreut sich des blühendsten Aussehens, nur finden in die Münchener stark von der Sonne gebräunt, was wohl Folge seiner militärischen Thätigkeit sein mag. Heute noch oder morgen früh wird aus Bayreuth das 13. Infanterieregiment „Kaiser Franz Joseph" dahier eintreffen.
Die Fürst Wrede'sche Angelegenheit kam gestern Abends nochmals vor das hiesige Kreis- und Stadtgericht. Der Herr Fürst ist bekanntlich wegen Amtsehrcnhelcidignng zu zwei Monaten Festungsarrest verurtheilt und zwar in contumaciam. Derselbe hat hiergegen Einspruch erhoben und dieser sollte gestern Abends zur Verhandlung kommen. Da er aber wieder nicht erschien, so mußte einfach erkannt werden, daß es beim früheren Urtheil sein Verbleiben hat. Nunmehr steht dem Fürsten das Recht der Berufung zu, die derselbe auch bei dem frühern , in der bekannten Duellgeschichte erlassenen Urtheil zu 6 Monaten Festungsarrest ergriffen hatte. — Der Armeebefehl hat bereits die allerh. Genehmigung erhalten und befindet sich in der Presse; er soll morgen Abend ausgegeben werden.
Die kgl. Regierung von Schwaben und Neuburg hat in Betreff der Errichtung deS znr Zeit der Jesui- tenmission in Anregung gebrachten katholischen Gesellen- BildungS - Vereines in Augsburg ein Rescript erlassen, wonach die Errichtung des erwähnten Vereines bei gegenwärtiger Theuerung für nicht zweckmäßig anerkannt und einer besseren Zeit, in welcher die Lebensmittel nicht allen Verdienst der Gesellen in Anspruch nehmen, vorbehalten wird.
Halle, 10. October. Gestern ist die Sonntags- Versammlung der hiesigen freien Gemeinde polizeilich aufgelöst worden. — Die Frau und die 8 Kinder des vormaligen Vorstehers der hiesigen freien Gemeinde, Wislicenus, sind in der vorigen Woche nach London gereist, um sich von dort mit Wislicenus nach Nord- america zu begeben.
Weimar, 6. Oct. (D. A. Z.) Das Ministe- rium hat dem Landtage ein Teeret zugehen lassen, worin beantragt wird, der Staatsregierung für die nächste Fi- nauzpcriode die Ermächtigung zu ertheilen, für den Fall eines Krieges oder dock größerer Truppenbewegungen behufs der Vergütung der Militärlasten nach Bedürfniß K r i c g s st e u e r n bis zur Höhe von 100,000 Thlrn. ausschreiben zu dürfen. Man bat dabei die Möglichkeit vor Augen, daß in Kriegszeile» die Berufung des Landtages zur Bewilligung der nöthigen Mittel leicht große Schwierigkeiten haben, durch eine Verzögerung der Vergütung aber mitunter die erheblichsten Nachtheile eintre« teu könnten.
Kassel, 12. Oct. (K Z.) Im Laufe dieses Vormittags sollen der Finanz-, wie der Rechtspflege- Ausschuß zweiter Kammer Sitzungen halten. Eine Plenarsitzung ist noch nicht anberaumt worden.
Hamburg, 6. Oct. Das „Portfolio" meldet: Uns vorliegende Briefe ans England sprechen die ernsteste Bcsorgniß in Betreff einer heranziehenden industriellen Krisis auS, welche, wie man befürchtet, ohne Gleichen hl der Geschichte analoger Unglücksperioden dastehen wird. — Die schwunghafte Ausdehnung des überseeischen Handels in den drei letzten Semestern hat nicht nur eine beispiellose Steigerung der Production in allen Zweigen der einheimischen Fabriks- und gewerblichen Thätigkeit hervorgcrufen, sondern eS haben Spe- culanten in der Hast, die günstige Conjnnctnr in umfangreichster Weise auszubeuten, , sich bccifert, großartige Bestellungen aus dem Kontinente zu machen, für welche sich die Absatzwege nachgerade zu verstopfen beginnen. Man will ausgerechnet haben, daß die in London, Liverpool und andern Exporthäfen angehäuftcii Waa- renvorrâthe für die nächstfolgenden fünf Jahre vollkommen ausreichen, um jeden Mann, jedes Weib und jedes Kind mit allen möglichen Erzeugnissen der europäischen Industrie in' Baumwolle, Wolle, Stahl, Eisen
uub Seide zu versehen. — Unter den Consumtionslân« der» ist namentlich Australien mit allen Waarengattun- gen so sehr überführt, daß selbst unter der günstigen Voranssetzung eines sich gleichmäßig steigernden Verbrauches die dortigen Stoâ zur Decküng eines vierjährigen Bedarfes hinreichen. Da wird unter Auderm der Branntwcinvorralh für so colossal angegeben, daß man damit glaubt, ein Bassin anfülle» z» können, welches groß genug wäre, die gesammte englische Flotte auszunehmen. Deutsche Producenten und Fabricanten mögen die aus diese» verläßlichen Mittheilungen sich ergebende Warnung rechtzeitig wahrnehmen, um sich von den Eventualitäten einer, früher oder später unab- weislich eintretende» Katastrophe sicher zu stellen. — Der Staats Telegraph von Hamburg bis Kopenhagen soll am 1. Nov. eröffnet werden.
Magdeburg, 7. Oct. (M. C.) Der freien Gemeinde ist die Änffordervug zugegangen, die Aufstellung und Einrichtung eines genauen und vollständi- gen Verzeichnisses ihrer Mitglieder nach Name», Alter, Stand und Wohnung, zu welchem sie der §. 2 des Gesetzes vom 11. März 1850 verpflichtet, zu bewerkstelligen, sich aber bis dahin, daß.dies geschehen, nicht wieder zu versammeln.
Berlin, 11. Octbr. In Folge der Verwerfung des preußischen Antrages auf Ermäßigung der Eisenzölle durch die Zollconferenz hat unsere Regierung, schreibt man der „K.-Z." ihre Vorschläge auf Ermäßigung der Getreidezölle zurückgezogen. Ueber den Schluß der Con- ferenz läßt sich wohl noch nichts Sicheres sagen, da nach . der Berathung des Waarentaviss noch eine Menge Geschäfte , wie die Abrechnungen, unabhängig von den eigentlichen Verhandlungen, erledigt werden müssen.
Bei Pfeffer in Halle ist so eben von dem Director der städtischen Provinzial-Irren-Heil- und Pflege- Anstalt bei Halle, Professor Damerow, ein Werk unter dem Titel: „Sefeloge, eine Wahnsinnsstudie," erschienen. Die Veröffentlichung des Werkes geschah mit der Allerhöchsten Genehmigung Sr. Majestät des Königs.
SB erlitt, 12. Oct. Se. Majestät der Kaiser von Rußland ist am 10. d. um halb 6 Uhr in Königsberg eingetroffen und um 6S/4 Uhr in der Richtung über Bumbinne» und Stallupöhnen per Post weiter gereist. Se. Majestät geruhten Sich über die prompte präcise Beförderung auf der königlichen Ostbahn in sehr huldvoller Weise zu äußern. — Der kaiserl. russ. Gesandte am hiesigen Hofe, Baron v. .Budberg Excellenz ist in der vergangenen Nacht aus der Provinz Preußen , bis wohin derselbe Sr. Maj. dem Kaiser gefolgt war; hierher zurückgekehrt. Schon am frühen Vormittage hatte Herr v. Budberg eine längere Unterredung miPbem Ministerpräsidenten Frhr. v. Manteuffel.
In der Nacht vom Sonntag auf den Montag ist es der Criminal- Polizei gelungen, eine Falschmünzerbande auf der Sckönhauser Allee aufzuheben. Unter den Verhafteten befindet sich auch ein Schreiber/ der bei'm hiesigen Stadtgericht beschäftigt war.
Die Kammern werden wahrscheinlich erst gegcu Ende des nächsten Monats einberufen werden, da die nöthi« gen Vorarbeiten eine frühere Einberufung nicht gestatten. Uebrigens soll die Regierung in dieser Session vorerst keine anderen Vorlagen zu machen beabsichtigen, als die in Betreff der Gemeinde-, Kreis- und Provinzialordnung und der, Fragen der inneren Organisation, ja überhaupt bestrebt sein, die dießjährige Session ab*" zukürzen.
Leipzig, 10. Oct. (D. A 3 ) Hiesigen Hand- lungshänser» ist aus Wien vom 9. October von der Direction der Donau-Dampfschiff-Gesellschaft telegraphisch die Nachricht zugegangen, daß der Transport von Waaren io. auf der Donau wegen niedrige,« Wasserstandes nicht ferner stattfinden könne.
Wien, 8. Oct. Der kaiserl. österr. Gesandte am königl. serdinischen Höfe, Graf Rudolf v. Apponyi, ist gestern Abends aus Turin hier angenommen. — D«r kaiserl. russische Gesandte am hiesigen Hofe, Herr Baron v. Meyendorff, welcher Se. Majestät den Kaiser von Rußland von Warschau nach Berlin begleitete, ist. gestern Früh hier angenommen. — Wie die „Tyroler Schützenzeitung" schreibt, sind in de» Notizenbüchern der kürzlich in Tirol verhafteten vier Mazziuischen Emissäre allerlei Adressen gefunden worden, welche die Verhaftung besonders wichtig machen, und leider! einen Beweis geben, daß sich die Revolution auch in die Berge Südtirols wagte.
Der Umstand, daß unser Kaiser nach München, und der Kaiser von Rußland nach Petersburg gereist ist, wird allgemein als ein Zeichen betrachtet, daß eine unmittelbare Kriegsgefahr nicht zu fürchten ist. — Der Ba«us von Kroatien F.-Z.-M. Freiherr v. Jxlacic ist heute früh nach Güus abgereist, um der Einweihung deö Monumentes, welches den daselbst im Jahre 1849 ermordete» Grenzsoldaten und Kroaten gesetzt wird, beizuwohnen. — Die Wiener Korrespondenz des „Schw. Merkur" erklärt die Nachricht von der Uebernahme eines neuen Staatsanlehens im Betrage von 30 Mill. Gulden durch ,das Haus RothschUd für grundlos. Noch sei die Entscheidung der Finanzvcrwaltung nicht erfolgt, auf welchem Wege und durch welche Mittel man die