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fruchtbaren Boden gefallen sein und feine Verwirklichung zu gewärtigen haben.

Frankfurt, 19. Aug.M(Fr. I.) Der eben ein- treffende telegraphische CourSbericht auS Wien von heute bringt die Nachricht aus C o n st a n t i n op e l, 13. d. M., daß die Pforte die vereinigten Vermittelungs-Vorschläge angenommen habe.

In Zweibrücken ist am 17. August der ehe­malige Redacteur der eingegangenen Speyerer Zeitung, Bürger Kolb, wegen Beleidigung öffentlicher Stellen und Behörden durch Beimessung verächtlicher Handlun­gen von dem Assisengerichte auf Grund deS Art. 26. des Preßgesetzes in contumaciam zu einer Gefängniß­strafe von sechs Monaten, zu 100 fl. Geldbuße und in die Kosten deS Verfahrens verurthcilt, sowie auch die Publication des ergangenen Urtheils durch das könig­liche Amts- und Jntclliaenzblatt der Pfalz verordnet worden.

W Freiburg, 17. Aug. (Bad. Bl.) Gestern kam der Bundespräfibialgesandte Frhr. v. P r o k e s ch mit seiner Familie hier an und wird sich morgen nach Ba­denweiler begeben, wo er einige Zeit zu verweilen ge­denkt. (Der Prinz - Regent von Baden ist schon vor einigen Tagen von dort nach Karlsruhe zurückgekehrt.)

München, 14. August. (R. Pr. Ztg.) Herr v. Wendland, Bayerns Gesandter zu Paris, ist im Auftrage Seiner Majestät des regierenden Königs nach Leopoldskron bei Salzburg, dem gegenwärtigen Aufent­haltsorte Sr. Majestät des Königs Ludwig, abgereist, um über ein bevorstehendes freudiges Familieuereigniß Meldung zu erstatten. Die im vorigen Jahre beabsich­tigte, aber wieder aufgegebene Reise nach Spanien soll St. Maj. der König Max kommenden Herbst auszufüh- reu Willens sei.

Gegen das von dem Stadtgericht München wider den Fürsten v. Wrede jüngst erlassene Contumacial- Erkenntniß hat der Staatsanwalt die Berufung ange- meldet, jedoch nur insoweit, als dasselbe die AmtS- ehrenbeleidigung an den Gerichtsmitglredern und dem Staatsanwalt Wolff betrifft. Bekanntlich hatte der Staatsanwalt für diese beiden Anschuldigungen einen vlermonatlichen Festungsarrest beantragt, während der Gerichtshof nur auf zwei Monate erkannte.

Jena, 14. August. Für das nächste Semester ist Hofrath Dr. Siebert zum Prorector erwählt worden.

Koblenz, 17. August. DieKoblenzer Zeitung" wurde gestern polizeilich in der Druckerei mit Beschlag belegt wegen des Abdruckes einer von dem Pfarrclerus zu Trier an Bischof Arnoldi erlassenen Adresse über die gemischten Ehen.

Schleswig, 15. Aug. Den hiesigen Advocaten Hansen und Schultz, denen früher ihre Bestallung ent­zogen worden war, ist die Besugniß zur Praxis wieder ertheilt worden, doch müssen sie nach Flensburg übersiedeln.

Berlin, 18. Aug. S e. Maj. der König wer­den nach den bisher getroffenen Vorbereitungen Putbus am 27. d. M. früh verlassen und an demselben Tage Allerhöchstsich über Stettin und Berlin (Verbindungs­bahn) nach Breslau begeben.

DieN. Pr. Z." ist sehr ungehalten über die Ver­werfung der beantragten Herabsetzung der Eisenzölle. Sie beruft sich aus die Ansprüche der Laiidwirthjchaft und der Schiffsrheder. Sie kann sich mit unsern Wein­bauern trösten, die auch in Zukunft ihre Uebcrgaiigs« steuer zahlen sollen.

Die Rativnalzeituug will wissen: daß im September die Wiederberufung des StaatSrathes erfolgen dürfte. Dieß Ereigniß dürfte jedoch nicht so nahe bevor stehend sein.

Breslau, 17. Aug. Die Anwesenheit Sr. Maj. des Königs darf nunmehr bei der auf den 28. d.M. in Kricblowitz zu veranstaltenden Blücher- Feier mit Bestimmtheit erwartet werden. Die geistli- chcn Functionen wird dem Vernehmen nach der Feld- propst Bollert leiten.

Wien, 16. August. (K. Z.) Zwischen heute und morgen wird hier die Rückantwort der H. Pforte auf den ihr zugesendeten Wiener AusgleichungSentwurs er­wartet, welche der Welt die seit fünf langen Monaten geraubte Ruhe und Sicherheit zurückgedèn soll: denn sie wird wahrscheinlich Diele in ihren Erwartungen täu­schen, die durch nichts gerechtfertigt sind. Ohne über die Räumung der Fürstenthümer sich nur im Mindesten ausgesprochen zu haben, hat Rußland erklärt, erst nach der Annahme deS Wiener Projektes durch die Pforte einen Gesandten derselben in Petersburg zu empfangen; die Pforte hingegen hat die Absendung eines Gesand­ten dahin erst nach der Räumung der Fürstenthümer durch die Russen in Aussicht gestellt. Nimmt auch die Pforte den Wiener Entwurf, der im Grunde nichts An­deres als ein Collectiv-Ultimatum , oder besser gesagt, ein Collectiv-Protectorat über alle nicht muhamcdanischen Unterthanen der Türkei ist, pur et simple an, so sind doch neuerdings Thatsachen vorgefallen, die Alles eher als eine schnelle Beendigung des Conflictes vermuthen lasten, der momentan von Constantinopel weg auf ein anderes Terrain verlegt worden zu sein scheint. Wie im vergangenen Monat Februar der Sendung Leiningen's nach der Türkei die Sendung Menczikoff's auf dem Fuße folgte, so ist jetzt nach der Sendung des öfter-

reichischen Generals Maverhoffer an den Fürsten von Serbien die unmittelbare Sendung des hier accreditir» ten russischen Botschaftsrathes Herrn von Fonton nach Serbien erfolgt; mit dem einzigen Unterschiede jedoch, daß in Constantinopel der Rücktritt eines Rußland miß­liebigen Ministers, Fuad Effeiidi'S, nach der Ankunft Menczikoff's, und in Serbien vor der Ankunft Fon- ton's die Entlastung Garafchaiiin'S Statt fand. Dies sind Symptome der Zeit, die eben so wenig übersehen werden dürfen, als die gestern erfolgte Absendung des F.-M.-L. Fürsten Jablonowsky mit einigen Offizieren in das Lager von Satory, kie jedenfalls einen ganz anderen Zweck als bloße Courtoiste gegen den Kaiser Napoleon haben dürfte, und das um so mehr, als die dem F.-Z.-M. Grafen Gyulai anvertraute Mission offi- eiel auch nur aus einen bloßen Lagerbesuch zurückge­führt wurde. Der Herzog von Nemours, der fich mit seiner Gemahlin noch immer in der Umgebung von Wien aufhält, ist auf die Güter seines Schwagers, des Herzogs von Coburg-Kohary, nach Ungarn abgereift. Baron Kulmer, früher Minister ohne Portefeuille und vorzüglich mit den Angelegenheiten Croatiens und Dal­matiens beschäftigt, in letzter Zeit Reichsrath, mußte vor einigen Tagen unter ärztliche Aufsicht gebracht wer­den, um seinen tieft erschütterten Gemüthszustand Herzu- stellen. Uebermorgen (Donnerstag) trifft der Eil­dampfer aus Galacz hier ein. Am Bord desselben be- findet sich nach bereits telegraphisch erfolgtem Aviso rein Courier aus Constantinopel. Samstags erwartet man aber Depeschen von dort, die muthmaßlich ent­scheidenden Inhaltes sein dürsten.

Se. Maj. der Kaiser hat die Reise nach Ischl in der bewunderungswürdig kurzen Zeit von 15 Stunden zurückgelegt und' dadurch Ihre k. k. Hoheit Frau Erz. Herzogin Sophie um so mehr überrascht, als der An­kunft des Monarchen erst am heutigen Tage entgegen- gesehen wurde. Der f. preußische Gesandte am hie­sigen Hose, Graf von Arnim, ist in Ischl eingetroffen, wird daselbst auf die Dauer des Aufenthaltes Ihrer ,M. der Königin von Preußen verweilen und erst im Octo­ber nach Wien kommen. Herr von Canitz wird bis da­hin die Gesandtschaftsgeschäfte führen.

Die feste Haltung der Wiener Börse in letzter Zeit wird in derA. Ä. Ztg." dem Umstand zugeschrieben, daß eines der ersten Häuser im Auftrag eines St. Pe­tersburger Hauses seit einiger Zeit namhafte Käufe in österreichischen Metalliques cffectuirte und dafür Devisen aus London abgab, wodurch der Cours gehalten wurde. Sicherm Vernehmen nach soll der erwähnte Ankans in österreichischen Fonds für Rechnung einer Großfürstin von Rußland stattgefunden haben, welche ein paar Mil­lionen in diesen Effecten anzulegen beschlossen hat. Der neuernannte Statthalter in der Lombardei, Ritter v. Burger, ist von hier nach Gratz abgereist, um sich von dort an den Ort seiner Bestimmung zu begeben. Der Kaiser wird bis Anfangs September in Ischl verweilen, um welche Zeit er sich nach Olmütz zur 3«' spicirung des dortigen Lagers begeben wird. Gerücht­weise verlautet, daß bei dieser Gelegenheit die Reise Sr. Majestät bis nach Warschau ausgedehnt werden soll. Die ganze disponible baare Summe, welche bis Ende Juli im Kaiserstaate zum Bau einer Kirche aus Anlaß der glücklichen Rettung Sr. Majestät eilige» kommen war, beläuft sich auf 1,015,386 fl.; außerdem war noch an Staats- und Privatschuldpapieren die Summe von 31,002 fl. eingegangen und an noch ein* zukassirendcu Beiträgen die Summe von 148,165 fl. gezeichnet worden. Die Bewohner von Gratz beab­sichtigen, dem verstorbenen Feldzeugmeister Frhrn. von Weiden, in dankbarer Erinnerung an seine erfolgreichen Bestrebungen für die Verschönerung ihrer Stadt, auf dem Scbloßberge, der unter persönlicher Leitung des verblichenen Natur- und Kunstfreundes zu einem der reizendsten Parks umgestaltet ward, ein Monument zu errichten.

Die Wiener Zeitung veröffentlicht heute die bereits von derOest. Corr." angedeutete Verordnung, nach welcher vom 1. September d. I. angejängen!, der Be­lagerungszustand in Wien, Prag und in den böhmischen Festungen Königgrätz, Theresienstadt und Josephstadt ausgehoben wird.

DieOesterreichische Correspondenz" bringt eine längere Darstellung der Affaire Koszta vom völ- kerrechtlichen Standpuncte aus.

Frankreich.

Paris, 17. Aug. DerMoniteur" bringt aber­mals eine Menge von Ernennungen und Beförderun­gen in der Ehrenlegion. Der erste Secretär unserer Gesandtschaft in Petersburg, Graf Reiset, ist mit De- Peschen für den Minister des Auswärtigen hier einge- troffen. Vorgestern wurden 50 Arbeiter nach Dieppe abgeschickt, um die Zimmer des Stadthauses für die Aufnahme des kaiserlichen Paares einzurichten, und ge- stern gingen 600 Jäger zu Fuß und 100 Guiden mit 60 Pferden dahin ab. Auch an einer kleinen, jedoch unblutigen Emeute hat es dem vorgestrigen Feste nicht gefehlt; dieselbe galt den Verkäufern von Wein, Bier und Eßwaaren im Freien, welche auf den Appetit der Menge durch gar zu hohe Preise speculirten. Die vor dem Feste verbreiteten Gerüchte von zu erwartenden zahlreichen politischen Begnadigungen haben sich bisher

nicht bewährt, da derMoniteur" keinen einzigen Gna­denact dieser Art gebracht hat. Der Minister deS Auswärtigen hat mit dem neapolitanischen Gesandten einen Vertrag zur gegenseitigen Auslieferung desertirter Matrosen abgeschlossen. Eine telegraphische Depesche meldet, daß das Linienschiff Jena von Toulon abgefegelt ist, um sich dem Geschwader in der Besica-Bucht anzu- schließen. Aus Algier wird gemeldet, daß nach dort aus allen Theilen der Regentschaft eingetroffenen Be­richten die Lage überall eine befriedigende war. Man ist hier höchsten OrtS jetzt ganz friedlich gesinnt. Der schlechte Zustand der französischen Marinearsenale scheint übrigens nicht wenig zur Beruhigung der Tuile- rieii beigetragen zu haben. Es soll dort an Allem feh­len. Die KriegSvorräthe sollen sich fast auf nichts re* duciren. Das Verschleuderungssystem, das in den See­häfen unter Ludwig Philipp herrschte, dauert zum Theil immer noch fort, und dann hat man auch noch nicht Alles wieder gut machen können, was eine 18jährige Fahrlässigkeit verschuldet hat. Das Gerücht vom Rück- lritt des Hrn. Drouin de l'Huys erhält sich immer noch. Der amtliche Theil desMoniteur" bringt die An­zeige, daß aus Anlaß des NamenSfestes deS KaiserS die Königin von Spanien zehn in Barcelona seßhaften Franzosen die vierjährige Haft erlassen, zu welcher sie den spanischen Gesetzen zufolge, als Mitglieder einer Freimaurerloge waren verurtheilt worden.

Spanier».

Madrid, 13. August. Die Puerta del Sol und die dort mündenden Straßen trifft ein harter Schlag. Niemand soll fürder dort mehr stehen bleiben und i schwatzen, wie dies seit ewigen Zeiten der Fall gewesen ist. Der Corregidor von Madrid hat eS für gut bc* funden, ein solches Verbot zu erlassen, weil die Men­schenmenge, die dort von fünf Uhr Morgens bis Abend­spät sich aufhält, den Verkehr hindert. Der Puerta del Sol, bisher das Stelldichein der Müßiggänger/ der CesanteS, der auf Wartegeld und zur Disposition ge­stellten Militärs, der Granden und der Fabricanten von politischen Neuigkeiten, soll mit Einem Male ein Privi­legium genommen werden, wodurch sie einen eigenthüm­lichen Charakter erhält und das ihr in der ganzen Welt, eine Berühmtheit verschafft hat. Das Volk ist wegen, dieses Verbotes äußerst aufgebracht und läßt feinem Un* muth in Spott unb Witz freien Lauf. Mit diesem Ver­bote reißt man Madrid so zu sagen daS Herz aus Bens Leibe, denn ohne eine Puerta del Sol ist kein Le­ben in Madrid. Von den angesehensten Bewohnern der Stadt unterzeichnete Gesuche an die Königin circu# liren in diesem Augenblicke, um die Monarchin zu wegen, daS die Puerta del Sol betreffende Verbot rück­gängig zu machen. Man zweifelt aber sehr, daß sie ihren Zweck erreichen werden; denn das Verkok gehl eigentlich von der Regierung aus, ist mithin von der Königin gutgeheißen worden. Um dem Verbote aber Kraft und Wirkung zu geben, muß Wochen lang ein Bataillon Soldaten und ein ganzer Troß Polizeidiener aufgestellt bleiben, um gegen die Widerspenstigen mit Strenge zu verfahren. Schon Bravo Murillo hatte die Absicht, der Puerta del Sol den eigenthümlichen Character zu nehmen; der damalige Gouverneur von Madrid, Herr Ordoncz, ricth ihm jedoch davon ab. In dem Kloster Sar Pasqual zu Aranjuez sind die Franziscaner bereits wieder eingezogen und haben auch dort ein Noviciat eröffnet. Der Zudrang der Jugend, um in dasselbe ausgenommen zu werden, ist so groß, daß aus Mangel an Raum vorerst keine Novicen arch, genommen werden können. Die Franciskaner sollen gleichwie die Dominicaner zu Ocana verwendet werden. Aus La Granja ist keine Neuigkeit von Belang hier eingetroffen. Die Königin befindet sich noch immer wohl und hat noch vorgestern, trotz ihres interessanten Zustandes, tüchtig getanzt.

Velgie«.

Brüssel, 17. Augnst. Der königlich belgische Gesandte am Wiener Hofe, Graf O'Sullivan de Graß, ist gestern hier angekommen und hat heute eine Audienz bei Seiner Majestät dem König gehabt. DaS Publicum und die Presse beschäftigen sich seit einigen Tagen vielfach mit denEnthüllungen, welche die Pariser Correspondenz des Observateur die- . ser Tage brachte. Nach diesen sonderbaren Enthüllun­gen wäre die Pariser Polizei (?!) bemüht, durch ihre hie­sigen Agenten, die sie zu dem Zwecke bedeutend ver­mehrte, für den 22. d. eine kleine Emeute der ärmeren Classe zu organisiren, um dadurch den Glanz der an diesem Tage stattfindendcn Verlobungsfeierlichkeiten ein wenig zu trüben. Veranlassung zu diesen so unwahr­scheinlichen Enthüllungen mag gewesen sein, was hier öffentliches Geheimniß ist, daß im Laufe der letzten Woche an den Bürgermeister wie an die Schöffen und mehrere Rathsglieder Brüssels anonyme Briefe gelangt sind, in welchen mit einer solchen Meuterei gedroht und als Grund derselben angegeben wird, daß daS Brod täglich theuerer werde, während die Stadt, anstatt die Armen zu unterstützen, Tausende in Festen vergeude. Wer, wie Referent, die Verhältnisse und die Stimmung der hiesigen arbeitenden Classe näher kennt, kann dreist versichern, daß diese Briefe nicht von ihr auSgrhen. Denn erstens ist, wiewohl allerdings die Drodpreise be« I deutend gestiegen, von einer eigentlichen Noth kein«