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'sie haben loskaufen lassen, in >der christlichen Religion erzogen und später vielleicht als Missionärinnen verwen­det werden sollen. Die Wett- und Kirchthurmrennen, welche der hiesige Jockeyclubb bei Dieppe veranstaltet hat, sind heute ausführlich in den Zeitungen beschrieben, und zwar wegen Mangel an politischen Nachrichten von Belang.

Straßburg, 6. Aug. (KarlSr. Z.) Nachdem während mehrerer Tage sowohl hier, als auch in Loth­ringen die Getreidepreise sehr fest waren und fortwâh. rend stiegen, ist nun wirklich eine Flauheit ringetreten, die am deutlichsten beweist, daß die Resultate der Ernte weit besser sind, als man erwartet hatte. Der größte Theil derselben ist bereits heimgebracht. In Bezug auf den Stand der Kartoffeln lauten die Meldungen eben­falls von allen Seiten sehr günstig. Die Krankheit, welche sich in einigen sumpfigen Gegenden zeigte, hat glücklicher Weise im Elsaß keine Fortschritte gemacht. Anders verhält es sich dagegen im südlichen Frankreich, wo selbst nach Angabe wohlunterrichteter und gediegener Blätter die Kartoffelkrankhcit große Fortschritte macht. Nach den vor uns liegenden Handelsberichten aus Mar­seille, Toulon und Lyon war das Getreidegeschäft im mittäglichen Frankreich in den letzten Tagen voriger Woche von großem Belang, ohne daß jedoch die Preise in die Höhe getrieben wurden, wie dies im Jahr 1846 der Fall war. Zahlreiche Ladungen befinden sich nach Straßburg unterwegs. Beträchtliche Lieferungsvertrâge sind für de» Herbst dieses und den Frühling kommenden Jahres abgeschlossen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir im Stande sein werden, selbst nach Deutschland Getreide auszuführen.

Schweiz

Zürich, 5. Aug. Aus den Verhandlungen des Nationalraths kann ich Ihnen wenig mehr berichten, denn in den letzten Tagen drehte cs sich hauptsächlich um dieVertagung" der Versammlung, die auch be­liebt wurde, so daß in einigen Tagen dieselbe auseinan­der gehen wird. Drei der wichtigsten Fragen: die Grütlianer" undBerner Pießgeschichte", die eidgen. Hochschule" werden bis zum Januar des nächsten Jah­res verschoben werden, wahrscheinlich wird bis dorthin eine vierte Verlegenheit kommen, nämlich Freiburg aufs Neue. Der Nationalräth beschäftigt sich eben noch mit der Sonderbundsrechnung, die ebenfalls ein förm­licher Wirrwarr von unbekannten Ausgaben ist und deßhalb bis jetzt zu Gunsten des radic. eidgen. Zahl­meisters immer auf die Seite geschoben wurde. Man thut sich in gewissen gerühmten Kreisen zu Bern nicht gerne wehe!

Auf eine Bemerkung, welche Herr RegierungSrath Schwarz in der Stäuderathssitzung vom 26. bei Anlaß des Militärbudgets machte, hat Hr. Artiüerieoberst Denz. ler sofort seine Stelle als Oberinstructor niedergelegt. Herr Schwarz bediente sich folgender Ausdrücke:Mehr als zehn Artillerieoffiziere, alle über Hauptmannsrang stehend, hätten ihm gesagt, daß die Artillerieschule in wissenschaftlicher Beziehung nicht das Erforderliche ge­leistet; es werde fortwährend nur das ABC des Mili- tärwcsens gelernt, man sei stets nur in den Elementen und repetire immer; dies hätten Leute gesagt, die je­nen Curs nicht nur mitgemacht, sondern au der Lei- tung Theil genommen." Es ist das, wieOberst" Ochsenbein meint, die beste Artillerie in Europa.

Belgien.

Lüttich, 8. August. Das erste Aufgebot zu der Heirath des Herzogs von Brabant mit der jungen österreichischen Erzherzogin Maria Henrica wurde heute durch den Bürgermeister im vsficiellen Costume von M Löwentreppe des Stadthauses in Brüssel ausgerufen. Dieselbe Formalität wird am künftigen Sonntag in ab len Kirchen der Hauptstadt vor sich gehen.

Dänemark.

Kopenhagen, 5. Aug. Die Cholera ist nicht nur im Abnehmen begriffen, sondern der Charakter der­selben ist auch weit milder geworden. Der König reist nicht nach Fühnen. In AarhunS waren bis zum 2. August 42 Kranke augemeldet und 23 gestorben.

Großbritannien.

London, 5. August. Wie das katholische Blatt Tablet" meldet, sind dem Dr. Newmaun von seinem durch Beisteuern aus katholischen Ländern, besonders aus Frankreich, zusammengebrachtenVcrthcidigungs- Fonds" in Bezug auf seinen Proceß mit Dr. Achilli, nach Zahlung der Gerichtskosten, nicht weniger als 3600 Pf. St. übrig geblieben, die er jetzt dcr neu zu gründenden römisch - katholischen Universität in Irland geschenkt hat, mit Ausnahme von ein paar hundert Pfund, die einem religiösen Institut zu Gute kommen. Die Dutches of Hamilton, geb. Prinzessin von Baden, hat jetzt das Gerücht von ihrem Uebcrtritt zur römischen Kirche selbst öffentlich bestätigt.

Im Ost-Ende Londons herrscht Besorgniß vor Ruhestörungen, da die Arbeiter der meisten Docks das Beispiel der Fiaker nachgcahmt haben. Doch ist die Arbeitseinstellung nicht so allgemein wie der Cab- strike war.

London, 9. August. (Fr. Bl.) In der gestrigen Sitzung des Unterhauses erklärte Lord John Russell, daß zufriedenstellende Depeschen auS Wien ein^etroffen seien, daß es aber der Zeit nach noch nicht

möglich gewesen, auf die Wiener Vorschläge vom 31. Juli eine Rückantwort des St. Petersburger Cabinets (am 7. oder 8. August in Wien) zu haben. Im Oberhause erklärte Lord Clarendon, die Unterhandlungen wegen der orientalischen Frage neigten sich einemzufriedenstellenden Schluffe" zu. Die groß- blitauische Regierung werde jedoch einem Ab­schlusse nur dann ihre Zustimmung geben, wenn der von Wien aus gemachte Vorschlag, die so­fortige gänzliche Räumung der beiden D o n a u f nrstent h ü m er einschlicße.

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Mailand, 1. Ang. 43 des Hochverraths beschul- digte Individuen werden in derG. di Milano" bin­nen 90 Tagen zur Gestellung vor die Militärbehörde aufgefordert, da sonst in contumaciam verfahren wer­den würde. Unter diesen dreiundvierzig Personen sind fünf der Theilnahme an der am 25. Juni 1851 stattgehab- ten Ermordung des Dr. Alessandro Vaudoni, und zwei des an einem Polizeibeamten verübten Meuchelmordes «»geklagt.

Turin, 7. Aug. (Tel. Dep.) Der König von Sachsen ist hier angekommen.

Die Ansfuhr von Getreide, Mehl und Gebackenem ist im lo mbardisch-vene tia n i- s ch e n Königreich verboten worden.

Genua, 28. Juli. (N. Pr. Ztg.) Es ist Ihnen vielleicht interessant, zu vernehmen, daß die Verwicke­lungen im Orient dem Großherzoge von Toscana eine schwere Stunde erspart haben. Es ist hier kein Ge­heimniß mehr, daß die britische EScarde unter Admiral Dundas bereits Befehl hatte, sich in die Gewässer von Livorno zu begeben; das englische Konsulat daselbst machte schon Ankäufe von Lebensmittel u. f. w. für die Flotte. England wollte, wie es Griechenland in der Pacifico-Frage, wie es Neapel in der Schwefel- frage durch Anwendung nackter Gewalt zu seinem Wil­len gezwungen, nun die Crawford'sche Angelegen­heit benutzen, um Toscana zu demüthigen. Admiral Dnndas sollte sich der Insel Elba bemächtigen und die­selbe als Pfand behalten, bis sich Toscana den Forde­rungen Englands gefügt. Da kam die vrieutcklische Frage, und Admiral Dundas muß nun die bescheidenste Rolle in der Besika-Bai spielen, denn sein Geschwader ist dort nichts als ein Anhängsel der französischen Flotte. Die hiesigen Engländer sehen mit unverstellter Angst nach Kon­stantinopel, dort kann ihnen die Herrschaft entrissen werden, die sie bis jetzt über das Mittelmer geübt haben; das Mittelmeer kann jetzt wirklich einFranzösischer See" werden, denn Rußlands Flotte ist der natürliche Bun­desgenosse der englischen Flotte im Mittelmeer gegen Frankreichs Uebermacht. Darum athmet das stolze England jetzt nichts als Frieden, , denn unter den gegen­wärtigen Umständen wäre es gezwungen, die Franzosen zu unterstützen gegen den natürlichen russischen Bundes­genossen , und ein Englisch - Französischer Seesieg über die russische Flotte wäre vielmehr einunloward event (unerwartetes Ereigniß), als der durch die großmüthige Aufwallung bei Navarin herbeigeführte.

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Von der polnischen Gränze, 5. Aug. (A.

A. Z.) Der neue Chef des gegen den Pruth rücken­den 3ten Infanterie-Corps, General-Adjutant Baron von der Osten-Sacken, ist so eben nach Warschau ge­kommen, um sich s dem Feldmarschall Paskewitsch vorzu­stellen, und um von demselben persönlich Befehle ent- gcgcuzunchmen. Osten-Sacken kam dircct aus Elisabeth­grad im südlichen Rußland, wo derselbe die dort stehende Reserve-Kavallerie befehligte. Das Lager bei Warschau wird mit Ende dieses Monats aufgehoben, und ein Theil der Truppen geht nach Wolhynien, um die Lü­cken der in die Moldau cingerückten Division Li- prandi ausznfüllen. Der Festungs - Kommandant von Brzesc - Litewski, General - Lieutenant Bartolomejeff, weilt gegenwärtig in Warschau, während der Ches der Ingenieure, General - Lieutenant Schilder, nach jener Festung gereist ist, aus welcher viel Kriegs­material zum Daunenberg'schen Corps abging. Da die Stärke der russischen Divisionsarmee sehr verschieden an­gegeben worden ist, führen wir dieselbe zur leichtesten Schätzung und Uebersicht mit der Anzahl ihrer Regi­menter nach der zuverlässigsten Quelle an. Ueber'Le- owa rückten in die Moldau ein: die Husaren Regimen­ter Achtirka und Alexander, und die Uhlaneu-Regimen- ter Bug und Odessa, also vier Kavallerie- Regimenter von' einer Stärke von je 1000 bis 1200 Mann, welche vier Regimenter die 4te leichte Cavallerie-Division bil­den; ferner zwei Uhlauen- und zweiHmaren- 9iegimeu­ter der vierten leichten Cavallerie-Division, zusammen ebenfalls von einer Stärke von 4000 bis 4800 Mann; die Don'schen Kosaken-Pulks Nro. 34 und 37 von je 600 Mann ; an Infanterie : die Jäger-Regimenter Lub­lin und Zamosc unter dem General!. Marin, die Muske­tier-Regimenter Nro. 19 und 20, mit der dazu gehören­den Artillerie. Ein Infanterie Regiment zählt 3000 bis 3600 Mann. Ueber Skuleni in die Moldau: 4 Musketier- und 6Jäger-Regimenter mit Artillerie, dem Don'schen Kosaken-Pulk Nr. 25 und der Don'schen rei­tenden Artillerie-Batterie Nr. 9. Unter diesen Truppen sind die Regimenter Asow, Dniepr, Odessa und Ukraina, welche im vorigen Jahr noch in Polen standen. Es

sind also die über Leowa in die Moldau eingerückten russischen Truppen 25,000 Mann stark, während das über Skuleni gezogene Heer, welches, wie bereits er­wähnt, fast ausschließlich aus Infanterie und der 4ten Artillerie-Division bestehend, mit noch 2 beigegebenen Sappeur - und 1 Scharfschützen - Bataillon höchstens 45,000 Mann zahlt. Außer diesen Truppen sind, so weit die Nachrichten reichen, keine andern in die Do- naufürstenthümer eingerückt, und es ist daher die Zahl der Husaren- und Kosaken-Regimenter, sowie das'Oc- cupationsheer überhaupt viel zu hoch angegeben worden.

Türkei.

Aus C o n st a n t i n o p e l vom 25. Juli wird mitgetheilt, daß am 22. alle Paschas bei dem Großvezir versam­melt waren, um über die Frage von der neuen Bank und von den Finanzen zu berathen. Die Directoren der Bank hatten angezeigt, daß die britischen Capita- listen ihr kein Geld ohne Garantie der ottomanischen Regierung verschießen wollten; das Anlehen würde dem­nach noch lästiger werden, als das im vorigen Jahr zurückgewiesene. Mau hatte nicht einmal die 45 Mill. Piaster (11 Mill. Frs.) herbeischaffen können, welche der erste Direktor der Bank bei den armenischen Ban­quiers aufzutreiben sich anheischig gemacht hatte. Alle diese Schwierigkeiten schienen geeignet, die Justallirung der neuen Bank zu verhindern und werden die Pforte wahrscheinlich nöthigen, andere Maßregeln zu ergreifen, um den Wechselcours wieder zu heben und der Enk- werthung des Papiergeldes Einhalt zn thun, welche dem Staat und dem Handelsstande so großen Schaden bereitet.

DerWanderer" bringt noch nachträglich ein Schrei­ben aus Konstantinopel vom 21. Juli, dem wir nur entnehmen, daß der französische Gesandte die An­nahme des russischen Ultimatums gegen eine Note an* gerathen habe, in welcher Rußland nur versichern sollte, die ihm zugestandenen Rechte nicht mißbrauchen zu wol­len. Dieser Vorschlag wurde verworfen, dagegen ließ man sich dazu herbei, daß der Divan ein Schreiben an den Grafen Neffelrode, und ein anderes an den Czaren selbst richten solle, in welchem Rußland der Bau eines Hospitals und einer Kirche in Jerusalem zugestanden wird. Zugleich sollten die die Immunitäten und Pri­vilegien der Christen bestätigenden Fermans dem Kaiser unterbreitet und deren gewissenhafte Befolgung schrift­lich zugesichert werden. Diese Depeschen sollten durch Vermittelung der russischen Gesandtschaft in Wien nach Petersburg gehen.

DerGazctta di Venezia" wird aus Konstan­tinopel, 25. unter Anderm gemeldet, daß die ägyptische Flotte bereits sichtbar war, aber wegen Gegenwindes nicht einlaufen konnte. Die Flüchtlinge entsendeten dem amcricanischen Bevollmächtigten eine Deputation, um ihm eine Adresse für Koßta zu überreichen. Derselbe Korrespondent glaubt versichern zu können, daß Lord Redcliffe heimlich alle Mittel anwendet, um gegen den ausdrücklichen Willen seiner Regierung den Krieg her­vorzurufen, obgleich er in Gegenwart der Minister vom Geiste der Versöhnung und des Friedens beseelt zu sein scheint. (?)

AuS den Dardanellen vom 26. wird uns die Ankunft des ägyptischen DampfersZeilan Bahri", mit Tavil Hassan Pascha an Bord, angezeigt.

America.

New-Iork, 23. Juli. Mit unserer Ausstellung will es noch immer nicht rasch vorwärts. Im Innern ist noch immer die Konfusion Meister des Platzes, und der Arbeiter gibt es beinahe eben so viele wie der Gäste. Die Einnahme ist viel geringer, als die Unternehmer erwartet hatten, und auf die Eröffnungsfeier ist eine trostlose Apathie gefolgt, die für die Freunde des Un­ternehmens sehr entmuthigend sein muß. Doch darf man wohl hoffen, daß in einigen Wochen, wenn die Anordnungen vollendet sind, auch das Interesse des Pub- licums sich einstellen wird. Jedenfalls war die lange Verzögerung von unberechenbarem Schaden nach jeder Richtung hin. Schon denkt man daran, dem Publicum als Reizmittel ein neues Schauspiel zum Besten zu ge­ben, da die Eröffnungsfeier durch den Präsidenten nicht nachhaltig genug wirkte; man will eine Arbeiterinaugu« ratiou (?!) vornehmen, eine Ceremonie, wo die Arbeit als abstracter Begriff gefeiert werden soll, oder doch et­was Aehnlichcs. Wie die Sachen jetzt stehen, wird daS Gebäude für die Zahl der eingesandten Gegenstände wahrscheinlich zu groß sein. Die Eintheilung ist mit geringer Abweichung dieselbe wie auf der Londoner Aus­stellung: in Rohstoffe, Maschinen, Fabrikate rc. Am interessantesten erscheinen bis jetzt zwei AnSstellungSge- gcustäude in der Maschinenausstellung. Sie gehören beide America an. Das eine ist eine Drehmaschine, die mit vier Pferdckrast, in einem Tage 1000 bis 2000 Büschel Getreide aller Art (mit Ausnahme von Mais) vollkommen rein ausdrescheu kann. Der zweite Gegen­stand ist eine Druckerpresse, welche 30,000 Abdrücke per Stunde liefert, zugleich das Papier, welches sich von einem Cylinder abwickelt, schneider und regelmäßig fal­tet. Diese Maschine druckt gleichzeitig auf beiden Sei­ten, und 30,000 per Stunde ist sehr gering geschätzt, da überhaupt so schnell gedruckt werden kann, als daS Papier sich vom Cylinder abrollen läßt. _

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