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Der zum Minister - Residenten in Athen ernannte frühere interist. Geschäftsträger in Coustantiiiopkl, Hr. Eduard v. Klczl, trifft zwischen heute und morgen auS Lonstantinopel hier ein.

Frankreich.

Paris, 31. Juli. Ein kais. Decret verfügt die Anweisung von 230,000 Fr. zu den Arbeiten der Aus­schmückung deS Grabmales von Napoleon I. und son­stigen auf dasselbe bezüglichen Einrichtungen. Gestern war Diner zu St Cloud, welchem Christine und Munoz, die Prinzessin Mathilde, Prinz Jerome und sein Sohn beiwohnten. Später begaben sich der Kaiser und die Kaiserin, vom Hofstaate begleitet mit ihren Gästen ins Theater des Palastes, wo die Schauspieler des Theater FrauyaiS denGemahl auf dem Lande" anfführten. DaS diplomatische Corps, die Minister und viele Se­natoren, Deputirte, Staatsräthe, hohe Offiziere rc. waren anwesend. Der Staatörath beschäftigt sich gegen­wärtig mit der Prüfung eines zur Vorlegung an den gesetzgebenden Körper bestimmten Decrcts-Eiitwurf, wel­cher die Bewilligung von 6 Mill. Fr. bezweckt, die zur Schadloshaltung eines Theiles jener Personen, und namentlich der noch lebenden Soldaten von Elba, ver' wendet werden sollen, welchen die im Testamente Na­poleon'- ihnen zugetheilteu Vermächtnisse ausgezahlt wurden. Au den Küsten der Provence haben die Zoll­beamten Fässer mit Pulver, so wie Waffen weggenom­men, die ein Schiff, das angeblich toskanische Flagge führte und von Livorno kam, dort gelandet hatte. Zur Verhinderung weiterer Zufuhren dieser Art wird die strengste Wachsamkeit geübt. Nach der Patric hat der Kaiser die Strafe des zur Deportation verurtheilten ksngomarins, der sich in der Straf-Colonic von Oce- amen befindet, in zehnjährige Verbannung umgewandelt. Demselben Blatte zufolge war die Lage der Straf- Kolonie von Cayenne nach den letzten Berichten zu­friedenstellend; die Arbeit ging ordentlich vor sich und lieferte schon ans mehreren Puncten sehr gute Ergeb­nisse. In der Armee nnd namentlich im Lager von Sartory herrscht große Mißstimmung. Dieselbe war besonders bei der letzten Revue auffallend, welcher die Königin Marie Christine beiwohnte. Ganze Bataillone und Schwadronen waren vollständig stumm und ließen auch nicht einen einzigen Begrüßungsruf erschallen. Mor­gen wird sich der Kriegsminister ins Lager begeben, unter dem Vorwande, daS Kommando bei den Manö­vern zu führen, in Wirklichkeit aber, um sich selbst über die Stimmung der Truppen zu unterrichten. Der Prinz Napoleon hat einen sehr schlechten Eindruck auf die Truppen gemacht und einen nicht schmeichelhaften Spitz­namen erhalten. Charakteristisch für die Stimmung ist, daß neulich bei einem Festmahle ein höherer Offizier folgenden Toast ausbrachte:Meine Herren, lassen Sie uns auf die Hausse des Crédit mobilier trinken!" Arago ist, noch immer bedeutend krank, in Paris an­gekommen. Man spricht von Duellen im Lager zu Sartory, die zwischen ergebenen Offizieren und An- bäugern der verbannten Generale stattgefunden hätten. Daß in der untern Soldatenwelt wechselweise die Be­nennungen Afrikaner und Corsicaner Vorkommen, ist schon längere Zeit bekannt.

. DiePatrie" berichtet ebenfalls, daß die von dem österreichischen Jntcrnuntius vorgeschlagenen Arrange- mentsbedingungen nicht die Zustimmung der Höfe von Frankreich und England, auch nicht des österreichischen HofeS erhalten haben. Das ministerielle Blatt fügt hinzu:Andere Vcrgleichungsentwürfe werden in diesem Augenblicke in Wien zwischen den Repräsentanten der Großmächte ausgearbeitet. Wir wünschen, daß sie die vorige Räumung der Donaufürstenthümer, welche die delikate und schwierige Seite der gr^c ist, zur Grund­lage hätten."

Die gestrigen Londoner Blätter thuen wieder sehr ungtbcrdig und wollen wissen, daß Frankreich und Eng­land ein Ultimatum an das russische Cabinet richten werden, .um Dasselbe zu einer kategorischen Erklärung über die Räumung der Donaufürstenlhümer zu veran­lassen. Möglich, daß, um die öffentliche Meinung in Frankreich und England zu befriedigen, eine solche Note noch vom Stapel gelassen wird und daß darin die ge­naue Prüfung besteht, welcher, wie derCoustitutionnel" sagt, der von Constantinopel herübergekommene Ver» mittelungsvorschlag von dem englischen und französischen Kabinette nach unterworfen werden soll. In dem Al­lem liegt jedoch nicht viel Ernst und dasJournal des DebatS" hat wohl Recht, wenn eS sagt:Wir wissen nicht, ob und inwieweit die obige Nachricht gegründet ist; aber, wäre sie auch wahr, fie würde in Nichts unser Vertrauen auf eine baldliche und friedliche Lösung der orientalischen Frage erschüttern.

DerSiècle" verlangt im Namen der durch die fortdauernde Unentschiedenheit so schwer gedrückten Ge­werbe und der Handels- und Finanzunternehmungen uut Ungestüm eine Lösung d. h. definitiven Frieden oder offene^ Krieg und schlägt den durch die Entwerthung aller ^SpeculanonSpapiere in Frankreich schon verursach- ten Schaden auf 10 Millionen an, die Stockung in Fabrikation und Handel gar nicht zu rechnen, während selbst der Krieg Frankreich jährlich nur 500 Millionen sotten würde. Als einen Beleg, wie sehr schon das

»«gelangen habe sich dem Verkehre zu entziehen

und in den Bankanstalten eine Zuflucht zu suchen, führt das Blatt an, daß die Mobilar-Creditgesellschaft wegen des bei ihr angehäuften Baarvorrathes schon ihre 3pro- centigen ^Obligationen kzurückzieben und 2'/rProcentige Obligationen ausgeben wolle.

Es ist nunmehr officiell, daß der Kaiser und die Kaiserin sich in diesem Jahre nicht nach den Pyrenäen begeben werden, und daß dieß Reiseproject wegen des interessanten Zustandes, in dem sich die Kaiserin befin­det, wieder aufgegeben worden. Man liest imMe­morial deS Pyrenees" vom 30. Juli:Im Schlosse vom Pau ist der Befehl eingetroffen, die Vorbereitun­gen wieder einzustcllen, welche für den Empfang Ihrer Majestät unternommen worden waren, deren Reise nach den Pyrenäen nun ganz bestimmt in diesem Jahre nicht stattfinden wird." Der Kaiserin Eugenie ist schon seit etwa einem Monate von den Aerzten das Reisen strengstens untersagt worden.

Ein kürzlich begnadigter Decembercompromittirter, der sich der Gnade deS Kaisers nicht würdig gezeigt hat, ist nach Korsika verbannt und dort internirt wor­den. Im Dronic - Departement haben die an der dortigen Eisenbahn beschäftigten Arbeiter ihre Arbeiten eingestellt. Zwei Arbeiter, die in Folge dieser Umtriebe von GtnSdarmtn verhaftet wurden, wurden von ihren Kameraden befreit, worauf Militär requirirt und fünf Arbeiter verhaftet wurden. Die Ruhe wurde nicht weiter gestört. In Havre wurden sechszehn Arbeiter beim Sprengen einer Mine unter einem Erdwall begra­ben. Vier wurden nur gerettet; die übrigen sind alle umgekommen.

Schweiz

Bern, 1. Aug. Vorestern Abend ist die Königin von Holland mit sehr zahlreichem Gefolge hier ange- kommcn. Heute setzte sie ihre Reise nach Interlaken fort, wo sie einige Tage zu verweilen gedenkt.

Nach einer dem Nationalrath in der heutigen ge- Heimen Sitzung von dem Bundespräsidenten gemachte» Mittheilung haben Frankreich und England durch ihre Minister die Vermittlung in dem Conflict mit Oesterreich angeboten.

Nach Berichten der Regierung von Tessin vom 22 , 25. und 26. soll in dem Bezirke Mendrisio einige Aufregung wegen wirklicher oder angeblicher Verdienstlo- figkeit herrschen. Seidenspinneriunen namentlich bekla­gen sich. Um nun allfälligen Ruhestörungen begegnen zu können, hat die Regierung eine Compagnie Solda­ten aufgeboten. Auch Oberst Bourgeois erachtete es für nöthig, sich an Ort und Stelle zu begeben. Darauf scheint sich die von einigen Blättern gebrachte Nachricht über eine Revlution zurückführen zu lassen.

Bei der schweizerischen Predigerversammlung in Glarus nahm Herr Archinard aus dem Waadtlande den Socialismus in Schutz, während Herr Schenkel aus Schaffhausen im Socialismus das Thier aus der Offenbarung und den leibhaftigen Antichrist erkennt.

Italien

Rom, 23. Juli. Die Traubenfäule greift wider alles Erwarten in demselben Grade mehr um sich, in welchem die Hitze höher steigt. Noch schlimmer steht es in unseren Gegenden um die Olivenfrucht; an man­chen Orten wird sie gar nicht eingesammelt werken können.

Urrssland.

Bon der polnischen Grenze, 30. Juli. (A. Allg. Z.) Der Feldmarschall Paèkewitsch hat so eben seinen Adjutanten, den Fürsten Orlov-Denisow, mit Dispositionsbefehlen nach Schitomir geschickt, in welcher Stadt in diesen Tagen das Hauptquartier des aus dem mittleren Rußland sich nach'dem Süden wälzenden 3ten JnfanteriecorpS eingezogen ist. Dieses CorpS wird nach dem Einmarsch deS 4ten JnfanteriecorpS in die Donau­fürstenthümer alle verlassenen Stellungen in Podolien und Bolhynien beziehen, und eS ist außer Zweifel, daß das 3te JnfanteriecorpS imv Falle eines blutigen Con­flictes mit der Türkei sofort den Weg nach den Donau­fürstenthümern nehmen wird. Es hat auch dieses CorpS an die Stelle deS kränklichen GenerallieutenantS von Offenberg den ehemaligen Führer deS vierten CorpS, Generallieutenant von der Osten-Sacken, zum Oberbe­fehlshaber erhalten, und diesem neuen Chef, sowie dem Com- mandlrenden der 3. Cavaüeriedivisiou, Gen. v. Grotenhelm, find mehrere tüchtige Offiziere und Adjutanten zur Ver­fügung gestellt worden. Auch die Reiterei deS 3. Jn­fanteriecorpS , bestehend auS den Uhlanen-Rcgimenttrn Erzherzog Albert und Constantin-Nikolajewitsch, so wie anS den Husaren-Regimentern Radetzky und Hessen^Kas­sel, hat seine Cantonirungen in den Gouvernements Minsk und Mohilev verlassen, und ist schon an der moldauischen Grenze angelangt. Die orientalische Frage ist nun zur Ehrenfrage sür die Russen geworden, und nur in diesem Sinne kann dieselbe um jeden Preis ge- | löst werden. So wenigstens hat sich ein russischer ®r neral bei Gelegenheit einer Feier zu Ehren des Na- i mensfesteS deS Großfürsten Wladimir Alezandrowitfch am 27. d. in Warschau ausgesprochen, und es steht mit Gewißheit zu erwarten, daß bei der in Rußland gegen­wärtig herrschenden Begeisterung die friedliche Lösung der türkischen Frage Rußlands Ebre auch nicht dem An­schein nach berühren darf.

Donaufürstenthümer.

Äaffh, 14. Juli. Se. Excellenz der Wirkliche Staatörath Herr v. Kotzebue, welcher die diplomatische Kanzlei her Occupations-Armee dirigirt, hat gestern früh Jassy verlassen, um dem Hauptquartiere zu folgen.

Griechenland.

Athen, 22. Juli. AuS Kreta sind Nachrichten eingegangen, daß die griechischen Zeitungen, welche mit dem französischen und österreichischen Postdampfer regel­mäßig dorthin gesendet werden, vom englischen Konsul weggenommen und der türkischen Localbehörde überge­ben wurden, welche, nachdem sie vom Dragoman durch­gesehen waren, einige Blätter derathenischen Minerva" freigab, die übrigen aber vernichtete. Direkte Nachrich­ten, durch einen specifischen Schnellsegler hierher ge­bracht, bestätigen das Zuströmen von Truppen, beson­ders aber des Landsturmes nach Konstantinopel, wo sie eingekleidet und gedrillt werden sollen. Der Zustand der dort zusammengetriebenen Armee, sowie auch der im Bosporus liegenden Marine-Mannschaft, sei aber kläglich. Von den Laudsoldaten sterben täglich übet hundert au Typbus, Entbehrungen und Heimwehe; auf den Schiffen fehlt es an Zwieback, und die Matrosen find darauf angewiesen, jeden Morgen ihre Maiskuchen von Konstantinopel zu erwarten.

Türkei.

Aus Konstantinopel, 18. Juli wird der Wiener Presse geschrieben:Die große Masse der Türken ist nicht zufrieden mit den sich verbreitenden Friedensge- rüchten. Omer Pascha soll sich vor seinen eigenen Leu­ten zu fürchten anfangen. Hier in Konstantinopel hört man dasGiaur" sehr häufig den Christen zurufen, doch stets mit dem moSkowitischen Epitheton. Man er­zählte mir, daß gestern sogar eine vor der hohen Pforte stehende Schildwache dem Beamten einer auswärtigen Gesandtschaft, der in Geschäftsangelegenheiten auS dem türkischen Palast kam, dieses beliebte Schimpfwort nach- gerufen habe. Die türkische Regierung hat jedoch die strengsten Befehle zur Niederhaltung fanatischer Aus­brüche gegeben; so ist unter andern die Ausstellung des von einem heiligen Derwisch hinterlassenen HemdeS ver­boten worden. Freilich, wenn Rußland es aufs äu­ßerste ankommen läßt, dann wird dieses Hemd und die Fahne deS Propheten doch mitwirken, und dann kann dieses Hemd gar leicht für viele Hälse zum Strick wer­den. Leider entwickeln unter den Griechen selbst hier und in der Provinz eine Menge Agenten durch Aus­streuung von Gerüchten und auf andere Weise eine ge­fährliche Thätigkeit, die leicht verhängnißvoll werden kann. So ist z. B. vorige Woche des Nachts eine Weltkugel mit dem griechischen Kreuz darüber plötzlich über dem Portal des russischen Gesandtschaftspalastes sichtbar geworden."

Der turiner lithographirten Korrespondenz wird au« Konstantinopel gemeldet, daß die Mörder des Barons Hackelberg, zwei Italiener, Bizarr« und Pita- gallo mit den Redifs auf der türkischen FregatteMed- schidsche" sich nach Gallipoli begeben und dort auSge- schjfft haben; wohin sie ihre Richtung dann genommen, wußte man nicht. Der Ungar Bassitz habe sich in die Gebirge von Anatolien gepflüchtet: er kenne das Land, spreche türkisch und Schekib Effendi dürfte schwerlich seiner habhaft werden.

DerWanderer" meldet:Am 16. Juli fand zwischen dem französischen und englischen Flottencom- Mandanten, dann einem türkischen Marineoffizier eine Verhandlung an Bord des englischen AdmiralschiffeS statt, in der eS sich darum handelte, einen geeig­neteren Ankerplatz als die Bai auszu­mitteln. Wenn die Verhandlung ein Resultat hatte, so dürfte in Kürze eine Schiffsbewegung erfolgen, die von jeder politischen Beziehung entfernt ist." Ein Bericht aus Malta enthält Nachrichten, nach welchen das englische Geschwader in der Besika-Bai eine neue Verstärkung von drei Schiffen erhalten werde, die vorerst in Malta ein treffen, um zu dem Geschwader abzugehen. In Rumelien ist das Aussiibrverbot für Lebensmittel jeder Art erflossen, da sich Proviantmangel bereits fühl­bar macht. Die in Konstantinopel nach dem Vor­bilde der französischen Armee organifirten zwei Jäger- Bataillone find zur Armee in Rumelien gestoßen und werden zum Gebirgsdienst benützt.

Karlsruhe, 1. August. In der heute stattgefunde­nen 25. Ziebung der badischen 50 ff. Loose wurden nach­stehende 7 Serien gezogen, alS: 90, 141 , 253, 412, 602, 870, 933. Diese 7 Serien, sowie die am 1. Fe­bruar 1853 schon herausgekommenen 6 Serien, alS: 5, 105, 137, 381 , 776, 780 spielen in der am 1. Sep­tember 1853 stattfindenden großen Gewinnziehung mit

Verantwortlicher Redacteur: Dr. A. Janek.

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Donner flog, den 4. August. Tannhäuser und her Säugerkries ans Wortkarg. Große romantische Oper in

3 Arten von Richard Wagner.... ,

Wer Tert der Vesänge ist * 12 tr. in der Selbelm

Friedrich'schen Buchhandlung, kanggaste 42, jn paam