Einzelbild herunterladen
 

Vorschläge (daS Ultimatum) angenommen und die Ge> sandten der Großmächte hätten der Pforte gegenüber sich verpflichtet, von Rußland eine Gegenerklärung zu erwirken, in welcher letztere Macht die Versicherung gibt, daß 1^ die Souveränetät des Sultans nicht auzulasten gedenke.

Triest, 26. Juli. (T. 3) Dem Vernehmen nach wird im Laufe dieser Tage eine auS dem Herrn Mi nistcrial-Sccrctär des Finanzministeriums Dr. Maresch und zwei höheren k. prcußisaen Zollbeamten bestehende Commission hier eüitrcffen, um die hiesigen Zolleiurich- tuugen mit jenen des Zollvereins in angemessene Ueber­einstimmung zu bringen und ein diesem Zwecke enlspre- chendeS Verfahren vorläufig auf ein Jahr probeweise in Wirksamkeit zu setzen.

Triest, 29. Juli. Die Frau Herzogin von Berry ist von Venedig hier angekommen, und nach Brunnsce abgereist.

Der Fürst von Montenegro wird im Laufe d. Mts auf kurze Zeit in Triest cintreffen.

Frankreich.

Paris, 31. Juli. AuS dem im Moniteur ver­öffentlichten Bericht des Scincpräfecten über den Finanz- stand von Paris ergibt sich, daß nach Abzug sämmt­licher Ausgaben von den Einnahmen für daS Jahr 1853 sich ein Ueberschuß von 1,249,499 Fr. für den Dienst dieses Jahres gestellt. Die Königin Christine gab vorgestern Abend in Malmaison ein großes Fest. Der Kaiser scheint die Königin Christine in jeder Weise auS- zeichnen zu wollen. So berichtet denn auch das intime Blatt Patrie ausführlich und über daSihr zu Ehren" veranstaltete Manöver im Lager von Satory, bei wel­chem der Kaiser persönlich befehligte, und daS mit dem Defiliren sämmtlicher Truppen schloß, die dem Kaiser und der Kaiserin Vivats riefen und am Abend mit einer doppelten Ration Wein bedacht wurden. DaS hiesige geschichtliche Diorama ist nun ans Befehl des Kaisers nach dem Lager von Satory geschafft um dort den Truppen unentgeltlich gezeigt zu werden. In St. Cloud war ebenfalls zu Ehren der Königin Chri­stine eine Theatervorstellung, zu welcher das diploma­tische Corps eingeladen worden war, Zwischen dem nach St. Cloud führenden Thore und dieser Residenz ist seit dem Complott der komischen Oper ein besonde­rer Sicherheitsdienst eingerichtet worden. Der Mi­nister der Auswärtigen lud nach Beendigung eines in St. Cloud gehaltenen CabinetSraths den türkischen Gesandten zur Entgegennahme einer wichtigen Mittheil- ung ein.Als nahe bevorstehend wird die Verlobung des Prinzen Napoleon mit einer Tochter der Königin Chri­stine bezeichnet. Die Einwilligung des Königs Jerome ist bereits erfolgt, die des Kaisers, wiewohl noch nicht gegeben, ist in Aussicht gestellt, jedoch noch an einige Bedingungen geknüpft.

Seit zwei Tagen spricht man von einer beabsichtig­ten Reise des Kaisers und der Kaiserin nach der Insel Whigt, zum Besuche bei der dort jetzt weilenden Köni­gin Victoria.

Man liest imJournal de NenncS" vom 29. Juli: Am Dienstag Abend, etwa eine Stunde nach der Sitzung der Gesellschaft des St. Vincent de Paul, suchten zwei GcnSd'armeu Hrn. von FaUonx bei einem seiner Verwandten, und am Morgen darauf fand sich ein Stadtsergeant zu demselben Zwecke bei Hrn. v. Ser« ein, im Augenblicke, wo der berühmte Redner aufs Land abgereist war. Der Grund dieser Maßregel ist un­bekannt.

Ein Pariser Korrespondent derA. A. Z." schreibt: In Marseille ist am 27. d. wirklich derCaradoc" aus Constantinopel angekommen. Bin ich gut unterrichtet, so bringt dieser Dampfer Depeschen von Lord Strat­ford de Redcliffe, worin de.selbe erklärt, daß er seine Stellung in Constantinopel nicht länger mit der Ehre verträglich halte, wenn er nicht zur Einfahrt der ver­einigten Flotten in die Dardanellen ermächtigt würde, daher er, im Falle die Regierung der Königin feine Ansicht nicht theile, um die Entlassung von seinem Po- steu bitte (?).

Daß die von demCaradoc" nach Marseille ge­brachten Nachrichten wohlbegründet sind, geht aus fol­gender wunderlichen Mittheilung des ministeriellenCon. stitutionuel" hervor, der sich also vernehmen läßt:Wir- glauben versichern zu können, daß die von dem Caradoc überbrachten Bedingungen zu einem neuen Arrangement weder von dem Pariser, noch von dèm Londoner, ja selbst nicht von dem Wiener Cabinele genehmigt sind." ES ergibt sich daraus, daß derCaradoc" wirklich einen Vermittelungsvorschlag überbracht hat, der von Ruß- laiib provisorisch, von der Türkei aber und den Re­präsentanten Englands, Frankreichs und Oesterreichs in Constantinopel definitiv angenommen worden ist. Daß dieser Vorschlag von den betreffenden Regierungen noch nicht genehmigt worden, wie derConstitutionel" be­merkt, versteht sich wohl von selbst; es ist indessen nicht zu erwarten, daß England, Frankreich und Oesterreich das Werk ihrer Gesandten deSavouiren werden und so ist an der Ratification wohl nicht zu zweifeln. Wie rexlgutet hat Herr v. K i f s e l e f f, Graf Hatzfeldt und andere hiesige Diplomaten Urlaub begehrt und werden im Kurzen Badereisen antreten.

Dänemark.

DaSItzehoer Wochenblatt" läßt sich unterm 22. Juli von Kopenhagen schreiben: Die Unruhe unter den Bewohnern ist hier noch immer sehr groß und ver­mehrt sich in eben dem Maße, als die wohlhabenderen Einwohner nach und nach sich ans Reisen begeben. Die sonst von eleganten Spaziergängern bevölkerten Stra­ßen sind ziemlich verödet, und man behauptet, daß an 30,000 Menschen die Stadt verlassen haben. Manche behelfen sich mit elenden Wohnungen auf dem Lande in der Nähe der Stadt und kommen dann auf Stun- den herein, um ihre Geschäfte zu besorgen. Ein Gang durch die Stadt überzeugt Jeden gleich von der trau­rigen Veränderung, welche mit ihr vorgegangen ist. Man begegnet sehr vielen in Trauer Gekleideten , sieht Särge zur Stelle schaffen, sicht große, zu Leichenwagen umgeschaffte Omnibusse, worin ein Sarg auf dem an­dern bis hoch oben steht, langsam, ohne Gefolge, durch die sonst so lebhaften Straßen fahren, und wenn Einem Droschken in sausendem Galopp begegnen, so sind eS nicht etwa lustige Matrosen oder saumselige Reisende, sondern Kranke, die in die Hospitäler geschafft werden. Es ist eine sehr trübe Zeit, und eine sehr ernste Stim­mung fängt an, sich aller Gemüther zu bemächtigen. Handel und Wandel liegt darnieder, die Häfen werden leer, denn alle Schiffer suchen das Weite. In einzel­nen Straßen sicht man alle Fensterscheiben in einzelnen Häusern inwendig mit Kalk bestrichen, welches anzeigt, daß sämmtliche Bewohner abwesend sind. Die Pfört- nerfamilkn sind meist allein zurückgeblieben. Tas nied­rigst gelegene Quartier, welches noch dazu auf Sumpf- grund gebaut ist, scheint am Stärksten angegriffen zu sein. Die Hoffnung, daß die Epidemie im Ab nehmen begriffen, hat sich nicht erfüllt, jedoch sind die Aerzte der Meinung, daß die Kcaukbeit jetzt weniger tödtlich sei, indem die meisten der in den letzten Tagen einge- trctencn CholcrafäUe dcr Art sind, daß die Betreffenden dem Anscheine nach bald wieder hcrgestcüt sein werden. Dagegen, schreibtFacdrelandet", hat der Krankheits­district sich etwas erweitert und ist mehr nach dem Centrum der Stadt verpflanzt. Die am Sonnabend vom Könige gehaltene außerordentliche Staatsrathssitz­ung, in welcher der König sich ein ausführliches Refe­rat über Alles vortragen lassen wollte, was bis jetzt in Anlaß der Cholera veranstaltet worden, so wie um mit dem Ministerium zu berathen, welche fernere Maßregeln zu ergreifen seien, ist dem genannten Blatt zufolge ganz resultatlos geblieben. Es mißt die ganze Schuld, daß nichts beschlossen worden, den Ministern zu.

Kopenhagen, 28. Juli. Vom 26. bis zum 27. Mittags wurden neu angemeldet 279 Cho'eraerkrank- ungS- und 150 Todesfälle. Die Gesammtzahl der Er- krankten beläuft sich bis jetzt auf 4413, von denen 2324 gestorben sind. Die laufenden Ausgaben in Ver­anlassung der Epidemie betragen circa 3000 Rbthlr. täglich. Bei dem Centralcomite sind bis jetzt 28,754 Rbthlr. eingekommen. Bemerkenswerth ist der Umstand, daß auf der einen Seite der Breedengaden (Breiten- straße) kein Haus von ber Cholera verschont geblieben, während auf der anderen Seite nicht ein Choleranfall vorgekommen ist. Aus Christianshafen, einem Theile der Stadt, welcher auf einer Insel liegt, sind an 50 Familien ausgezogen, und wohnen im Freien in Zelten, die vom Kriegsministerium geliefert sind. Man will in alten jütischen Schriften die Nachricht gefunden haben, daß die Cholera bereits vor 300 Jahren die südlichen Gegenden heimgesucht habe und damals mit denselben Symptomen ausgetreten sei, wie jetzt.

Großbritannien.

London, 26. Juli. DerN. Pr. Ztg." wird von ihrem bekannten Flüchtlingscorrespondenten geschric- ben: Die Hoffnungen Kossuth's, bei Gelegenheit der orientalischen Wirren eine profitable revolutionäre Spe­kulation zu machen, sind nun, wie vorauszujchcu, zu Wasser geworden, indem die türkische Regierung alle Anträge des Magyaren zur Errichtung von Freicorps und dergleichen zurückgewiesen hat. Diesen definitiven Entschluß jenes Gouvernements hat dem Agitator ein gereifter Balogh überbracht, der sich in letzterer Zeit im Auftrage Kossuths in Malta aufgchalteu haben soll, und dort einem revolutionären Corrcspoudenz-Burcau vorstand. So türkeusrcundlich nun hübet Kossuth und sein Anhang gewesen, eben so erbittert sprechen jetzt diese Leute von denentnervten Asiaten", die keines energischen Aufschwunges" mehr fähig feien und daher kein anderes Schicksalals ihren Untergang verdienen. Kossuth war' indessen der Annahme seiner Vorschläge schon so gewiß, daß er Listen zur Einzeichnung der Freiwilligen auflegen und seinemagyarischen Lands­leute" durch Jhazy und Consorten zu einem zahlreichen Beitritte cinladcn ließ. Auch spricht man allgemein da­von, daß er die Waffen und Monturen, die seiner Zeit der Ex Herzog Carl von Braunschweig in seinerDeut­schen Londoncr Zeitung" zum Kaufe auSgeboten hat, au sich brachte und in Betreff der Bezahlung unter der Garantie eines Londoner HauseS mit dem Herzoge einen Vertrag schloß. Jenervolksfreundliche" Vorrath be­steht auS 6000 Stück Gewehren, einer gleichen Zahl blauer Waffenröcke, rother Pantalons, Mäntel, Tornister, CzakoS u. dgl. , welche Sorten sämmtlich neu in einem Magazin der City seit Jahren in Verwahrung liegen.

In Betreff des Halc'schen Raketenprocesses, der, wie bekannt, von der Regierung fallen gelassen wurde, er­fahre ich nachträglich so eben eine neue Version. Jene Raketen sollen nach dem System eines gewissen Lukaszy eines früheren österr. Feuerwerkers, der später in der ungari­schen Artillerie diente angefenigt worden sein, beim über die plausible Version der Thatsache, daß jenes Laboratorium hiebt Kossuth, sondern Mr. Hale gehört habe, lacht hier jedes Kind. Kossuth heißt eS wei­ter babe LukaSzy für sein Geheimniß in verschiede­nen Terminen 4000 Gulden oder 400 Pfund Sterling bezahlt, nachdem der Letztere sich in Hinsicht eines Ver­kaufes feiner Erfindung vergebens an die französische, belgische und schweizerische Regierung gewendet hatte. In Beziehung der letzter» wird man sich erinnern, wie ungefähr vor einem Jahre in schweizerischen Blättern wirklich davon die Rede war, daß Lukaszy seinGe­heimniß" der Schweizer Regierung zum Kaufe angetra- geu habe, und deßhalb mit del selben in Unterhandlung stehe. Die Verbesserung bei diesen Raketen soll beson­ders in der Sicherheit des Treffens der in Brand zu steckenden Objecte bestehen, welche mit einer genügende» Garantie festzustelleu bekanntlich bisher nicht ganz ge­lingen wollte. Mazzini scheint wieder aus seinem Verstecke einige Flugschriften vom Stapel gelassen und die Demokraten durch seine so verrückten Tiraden in Alarm gebracht zu haben, für die das Geschmiere die­ses welschen Feldherrn zum unfehlbaren Leitfaden ihrer verbrecherischen, schlechten Handlungen und Tendenzen geworden ist.

London, 30. Juli. Gestern Abends hätte Eng­land beinahe seinen Premier verloren. Lord Aberdeen kam eben aus dem Oberhanse und war im Begriffe, an der Canning - Statue vorbei über den Fahrweg zu gehen, als ein Cab ohne Nummer, der mit rasender Schnelligkeit daherjagte, den edle» Lord streifte und um ein Haar unter die Räder geworfen hätte. Mr. Muntz und andere Unterhausniitglieder sahen ihn taumeln und eilten zu seiner Hilfe herbei. Der edle Lord kam glück- tichelweife mit dem bloscn Schrecken davon.

Vom Cap der guten Hoffnung sind Nachrichten vom 21. Juni angelangt. Die ber Colonie ertheilte Ver­fassung ist von der Bevölkerung mit großer Befriedigung ausgenommen worden.

Wie verlautet, wird die Königin Victoria auf zwei Tage nach London kommen, um die Session des Par- lameuts zu schließen. Der Hof wird sich sodann, wie man versichert, nach Balmoral verfügen, wo Ende des nächsten Monates Alles zu feinem Empfange bereit sein. DieShipping and mercantile Gazette" hält eS jetzt für gewiß, daß das Parlament werde prorogirt werden, bevor eine Regelung der orientalisch«, Fr»qe eingetreten sein könne.

Italien.

9<pm, 20. Juli. Dem jetzigen Chef des Polizei­wesens, Moustgnor Matteuci, behagen energische Maß« rgecin, so hat er unter Anderin befohlen, daß die Po­lizei jedem Dieb, der nach überstandener Strafzeit auS dem Zuchthaus entlassen wird, das Haupthaar abrasirèn lassen sollte. Schon jetzt laufen mehrere so gezeichnete durch die Straßen. Diese Tonsur muß jeden Monat wiederholt werden, wie lange? hängt von der morali­schen Haltung des Kahlkopfs ab. Findet er sich zu diesem Zweck gehörigen OrtS am bestimmten Tag nicht ein, so erwarten ihn für die erste VersäumtM^25 Stockschläge, das Doppelte in Fällen der WiederholWA.

Nach einer Bekanntmachung des k. k. FestuMscom-" Mandos in Ancona wurde ein Landmann aus der Pro­vinz Urbino, mit Namen Augustin Salciarini, vorgestern in Ancona in Folge standrechtlichen Unheils erschoffen. Fünfundfünfzig Jahre alt war er "achtzchnnial in Unter­suchung gewesen und achtmal wegen Diebstahls zu öf­fentlicher Zwangsarbeit verurteilt worden. DK letzte Mal im Jahr 1840 wegen Rands zu lebenSwieriger Galeerenstrafe. Indessen hat er sich vor seiner Abfüh­rung nach ber Strafanstalt durch Flucht aus dem Cn- miualgcfängniß zn Urbino zu retten gewußt , und sich dann dem Straßenraub gänzlich ergeben. Eine Menge von Einbrüchen, Räubereien mit bewaffneter nige Verwundungen und auch ein Todtschlag fallen seit jener Zeit ihm zur Last, bis er endlich von der päpst­lichen Zollwache als Schmuggler, mit geladenem Dop­pelgewehr , mit Doppelpistoleu und mit Dolch bewaff­net, verhaftet wurde, und eben dieser seiner unerlaubten Bewaffnung halber der raschen und energischen österr. Militärjustiz übergeben werden mußte. Undegrèsflich scheint cs indessen, wie ein solcher Verbrecher bei drci- zchn Jahre sein Unwesen hat treiben können, vynè^ver päpstlichen GenSd'armcrie in die Hände zu fallen.

Die zu Anfang dieses Monatcs in Bologna, Forli, St. Arcangelo, Cento und anderen Orten der Romagna entdeckten politischen Geheimbündeleic»; deren geflüchtete Mitglieder, wie gemeldet worden, den besseren Classen ängchörcu, haben weitere Nachforschungen veranlaßt. Jetzt hat sich ergeben, daß der eigentliche Austister des ganzen Getriebes Herr Aurelio Saffi, der bekanntlich in der Republik mit Mazzini und Armellini das Trium­virat bildete, und zwar nicht etwa aus der weiten Ferne, sondern an Ort und Stelle gewesen. Man schüttelt in Rom den Kopf über die Keckheit deS Mannes, dessen Physiognomie doch eine allbekannte sei, und wundert