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Nassauische Allgemeine Zeitung.

TVt 19G. Freitag Den 29. Juli 1833«

DU,,Naffamschk Slllftemeint Zel«««-^ mi! dem bdletrifiifdien BeiblattDer Wanderer" erscheint, SonntaqS ausgenommen, täglich und beträgt der PräMMerationSpreiS für Wiesbaden und , nach dem neuen PPiregulariv nunmehr auch für den ganzen Umfang deS Lburn- und TariS'schen BerwaltungSbezirk» mit Inbegriff deS Postaufschlag« 2 ff., für die übrigen Länder de« deutsch.österreichischen Postuerein«, wie für da« Ausland 2 st. 24 kr. Inserate werden die uiersxaltij Petitietle oder deren Raum mit 3 kr. berechnet. Bestellungen beliebe man in der Buchhandlung von âst. Friedrich, banggaffe 42, auSwäri« bei 'bei, nächstgelegeneu Postämtern, zu machen.

Amtlicher Theil.

Gesetz.

Wir Adolph, von Gottes Gnaden Herzog zu Nassau rc. rc. haben auf Anstehen der Gemeinde SeS- penrod, Justizamts Wallmerod, und in Berücksichtigung der obwaltenden örtlichen besonders ungünstigen Ber- hâltnisse derselben mit Zustimmung Unserer Landstände beschlossen, Den Gemeindeverband von Sespeurod aufzu­lösen und die Gemarkung mit derjenigen von Heilber­scheid zu vereinigen.

So gegeben Biebrich, den 18. Juni 1853.

(L. S.) Adolph.

Wittgenstein. Lex. Faber. Hadeln. Bollpracht.

Verordn»»!;

(Die Rtvifion und den Abschluß der Bergwerksrechnungen beireffenv.)

Nachdem zufolge Höchster Entschließung bereits durch die Resolution des Staatsmisteriums vom 14. März 1836 bestimmt worden ist:

daß die Herzogliche Rechnungskammer von der Revision und dem Abschlusse der Bergwerksrech­nungen mit Ausnahme der Jahresrechnung über das für kranke und verunglückte Bergleute und deren hinterlassene Wittwen und Waisen errichtete KnappschaftSinstitul entbunden und dieses Geschäft mit den 1834t Rechnungen anfangend den Her. zoglichen Bergmeistcrcicn nach deren Bezirke über­tragen werde, daß jedoch der Herzoglichen Rech- nungskammer als obersten Rechnungsbehörde in allen Fällen, wo gegen die Beschlüsse der Berg- meistcreien von einem der Betheiligten der Rccurö ergriffen wird, die Entscheidung in zweiter In- , stanz Vorbehalten bleibe, ohne daß hierdurch, wie sich von selbst verstehe, die weitere Berufung an Herzogliches Oberappellationsgericht, sofern der in Frage stehende Betrag die festgesetzte Appel- lationssumme erreiche, ausgeschlossen sei,"

so wird dies hiermit zur Darnachachlung zur allgemei­nen Kenntniß gebracht.

Wiesbaden, den 6. Juli 1853.

Herzoglich Nassauisches Staatsministerium. Wittgenstein.

vdt. Grimm.

Bekanntmachung.

(Den zwischen Nassau im mehreren anderen deutschen Regierungen wegen gegenseitiger Verpflichtung zur Ueber­nahme der Auszuweisenven abgeschlossenen Vertrag betr.)

Unter Bezugnahme auf die Verordnung vom 9. December 1851, den zwischen Nassau und mehreren anderen deutschen Regierungen wegen gegenseitiger Ver­pflichtung zur Uebernahme - der Auszuweiseuden abge­schlossenen Vertrag betreffend, wird hiermit zur allge­meinen Kenntniß gebracht, daß nunmehr auch die freie Stadt Frankfurt mittelst Erklärung vom 31. Mai d. J. und zwar vom 1. Juli d. J. an und die Königlich Württembergische Regierung unter dem 15. Juni d. J. dem unter dem 15. Juli 1851 zu Gotha abgeschlossenen Verträge beigetreten sind.

Wiesbaden, den 9. Juli 1853.

Herzoglich Nassauisches Staatsministerium. Wittgenstein.

vdt. Grimm.

B è e n 6 n a ch r i ch t e ti.

Seine Hoheit d e r Herzog haben den Justiz- amtsaccessisten Bauer zu Idstein an das Kreisamt daselbst zu versetzen geruht.

Der Seminarhülfslebrcr Zitzer zu Usingen ist zum Seminarlehrer daselbst und der Reitlehrer Hartmann von Limburg zu Seminarlehrer in Montabaur ernannt worden.

Anton Joseph Lill von RüdeSheim, Andreas Höl­ze n that von Montabaur, Franz Berg von Nicdcr- lahustcin, Johann H o r z von MolSberg und Sebastian Schurienz von Niederwalluf sind nach bestandener Prüfung in die Zahl der Kandidaten der katholischen Theologie ausgenommen worden.

Todesfälle.

Am 2. Juli ist der Oberlieutenant Aller vom 6. Bataillon und am 5 ejusd. der Pfarrer Reusch zu Niederbrechen mit Tod abgegangen.

(Verordnungsblatt Nr. 20 vom 28. Juli 1853.)

Nichtamtlicher Theil.

Zur o rientatisch en Frage.

DerAugsb. Allg. Ztg." wild aus Con stau li­tt op el vom 14. Juli geschrieben: Die Kliffen sind gegen 160,000 Mann stark in die Donanfürstenthümer eingerückt, 15,000 Mann bleiben in der Moldau, und 140,000 Mann sind in k r Walachei. Die Pforte soll beschlossen haben, gegen den Einmarsch der Russen zu protestiren. Reschid Pascha hatte gerathen, lieber^Ruß- land nachzugeben und zu bem Zweck einen außerordent­lichen Gesandten nach St. Petersburg zu schicken. Die­ser Rath mißfiel dem Divan aber so sehr, daß man beim Großherrn auf dessen Absetzung drang und ihn sogar als LandcSverräthcr erklären wollte. Das Volk erzählt sich: Reschid Pascha sei durch eine mit russischen Diamanten gefüllte Wassermelone bestochen worden. Und doch ist der Rath Reschid Pascha's, wie jetzt die Dinge liegen, eigentlich allein vernünftig. Was kann die Pforte denn Anderes machen? Ihr Protest könnte nur was helfen, wenn die vier europäischen Großmächte auf ih­rer Seite stünden. Aber Oesterreich und Preußen ver­halten sich neutral, und auf die Einsprache von Eng­land und Frankreich allein wird Rußland nicht achten. Die Russen werden daher aller Proteste ungeachtet blei­ben, wo sie sind. Die Pforte muß daher den Russen gegenüber entweder gerüstet stehen bleiben und das kann sie nicht, der leere Schatz macht dies in Kurzem zu einer Unmöglichkeit oder sie muß versuchen, die Russen hinauszuschlagen. Daß die Türken es vermöch­ten, daran zweifeln sie zwar nicht im Mindesten, desto mehr aber alle einsichtigen Militärs, welche die türki­sche Armee kennen. Um nur Einiges anzuführen, so können zum Beispiel die türkischen Cavalleristen weder reiten noch ihren ohnehin zu kurzen Säbel führen. Die Pferde sind ungeübt und die Sättel so schlecht, daß in ein paar Tagen alle Pferde gedrückt sind. Die Artillerie schießt zwar gut, und die Artilleriepserbe sind auch nicht zur Artilleriebespannung untauglich; aber sie sind au warme Stallung gewöhnt und müssen im Feld, da der Gebrauch der Kotzen nicht cingeführt ist, in kurzem erkranken. Die einberufene Landwehr besteht kreilig aus schon gedienten Leuten; sie hat aber so gut wie keine Offiziere, da man nur Die alleruubrauchbarsten Offiziere in der Armee ausgesucht und zur Landwehr versetzt hat, und die Mehrzahl der Offiziere der türki­schen Armee taugt ohnehin schon wenig genug. Auch wurden unbegreiflichcrwcise die einberufcncn Landwehr- männer ganz wiltkührlich in Die verschiedenen Waffengat­tungen cingereiht, ohne alle Rücksicht auf Die Waffe, in Der sie früher Dienten , so daß z. B. gut geschulte Ar­tilleristen nun zur Infanterie versetzt sind und Leute, die gar kein Geschütz bedient haben, an der Kanone stehen. Derlei Virkehrtheiten werden hier überhaupt so viel gemacht, daß man oft versucht ist zu glauben, der ganze Divan habe russische Wassermelonen verspeist. Wie soll, unter solchen Verhältnissen, Die ohnehin dem russi- sischen Heere wahrscheinlich auch an Zahl nachstehende türkische Armee im Stande sein, Die Russen über den Pruth zurückzntreiben? Da wird aller türkische Fana­tismus nichts helfen. Man wird endlich doch den ruf' fischen Forderungen sich fügen müssen, da Rußland selbst zu weit gegangen ist, als daß cs noch von ihnen abstehen könnte, und, wenn Oesterreich neutral bleibt, weder von der Türkei noch von England und Frankreich gezwungen werden kann Die Donau-Fürsten thu iner wieder zu räumen , ehe Die Pforte alle Forderungen bewilligt hat. Die Pforte aber verliert um jo m^v, je länger sie zögert.

Aus Jassy vom 17. Juli schreibt man der A. A. Ztg.: Wer noch in dem Uebergang des Pruths durch Die russischen Truppeumassen eine bloße Demonstration sieht um künftigen Negociationcu mehr Nachdruck zu ge­ben, und es nicht auf ein bedeutenderes Resultat ab­gesehen glaubt, dürfte durch die allmählige Entwickelung großartiger Kriegsvorbereitungen , Die bei uns vorüber« ziehen, bald eines Bessern belehrt werdco. Das 4te und 5tc Armeekorps unter den Befehlen der Generale Dannenberg und Lüders haben nun vollständig Den Pruth überschritten; sind 24 Regimenter Infanterie, 12 Regimenter Husaren und domsche Kosaken zu­sammen an 110,000 Mann mit 32. Batterien, zum Theil schweren Belagerungsgeschützes in den Für- stenthümeru bereits in raschen Marschen gegen die Do­nau begriffen. Das 3. Corps soll auch zum Ucbertritt bereit stehen,' und dieser nur durch Die gefährliche Erkrankung seines Commandanten in Kiew verzögert worden sein

Ungeheure Borkehrmngeu , augenscheinlich für einen län­geren Feldzug berechnet, Licfernngs - Contracte, Deren Termine bis ins künftige Jahr reichen, benehmen uns wenigstens allen Zweifel, daß es sich dießmal um eine Heerfahrt von welthistorischer Bedeutung handle. Die ganze Armee ist fanatisirt, und w,euu gleich hier und da ernste Und verzweifelte Kämpfe mit nicht unwürdigen Gegnern erwartend und auf Verluste vorbereitet, ist sie nichtsdestoweniger mit ganz Rußland überzeugt, daß der Kaiser Nicolaus es dem Ruhm seines Namens und seines Volkes schuldig sei, durch Die Auspflanzung deS KreuzeS auf Sancta Sophia Den Schlüssel des Hauses zu erobern, und durch Die Erfüllung längst gehegter russischer Plane seiner 28jährigen ereignißvollen Re­gierung eine glänzende Krone aufzusetzen. Kommt es zu einem Uebergang Der Donau, wor an hier nie­mand mehr zweifelt, so wird von den uothdürftig bewaffneten türkischen Festungen blos das von Natur befestigte Schumla crwähuuugswerth sein, welches aber Die Truppen nicht anfhalteu nsird, da sie mit Zurück­lassung einer Belagerungsabtheilung weiter vorrücken können; von dem ganzen Weg über den Balkan sehen die Russen, selbst bei ernsterem Widerstaiid der Türken, einen sich in vielfältigen Krümmungen windenden Bergström mit steilen Ufern als ein wichtigeres Hinderniß an. Während russischerseitS alle Einzelheiten dieses den Moskowitischen Fahnen wohlbekannten Marsches voraus berechnet, Die türkischen Streitkräfte genau erwogen, über­all Einverständnisse mit Den Ortsbewohnern angeknüpft sind, scheint Man im Westen noch immer sich mit aller­lei Illusionen hernmzutragen, Die Widerstandsfähigkeit Der Türken zu überschätzen und Die theure Zeit un­wiederbringlich verstreichen zu lassen, wo ihnen vielleicht hätte geholfen werden können.

DieTriester Zeitung" vom 25. D. schreibt: Die neueste Landpost aus C o n st a n t i n o pel meldet wenig Erhebliches. Es wird erwähnt, daß Die MiuisterkrisiS hauptsächlich, Dank Dem "unermüdeten Eifer des k. k. JuternuntiuS, beseitigt worden fei' General Kotzebue soll Herrn v. Diroff nach Constantinopel begleiten, um Die diplomatischen Verbindungen mit Der Pforte wieder st -zuknüpfen.

Der am 1 8. von Constantinopel abgegangene DampferCaradoc" soll (s. u. Paris) Die Nachricht nach Marseille überbracht haben, Rußland habe Den österreichischen Vermittlungsvorschlag mit unbe­deutenden Modifikationen angenommen und diese hätten die Zii st i mm un g der Pforte und vorbe­hältlich der Genehmigung Die des englifchen und französischen G e s a n d be u erhalten. Wir verweisen noch aus Die Aeußerungen DerShipping and merkantile Gazette" und desStandard", Die wir unter London mittheilen.

Beutschlnttd.

* Wiesbaden , 29. Juli. Das Verordnungs­blatt Nr. 20. vom 28. Juli, Dem wir Die oben stehen­den Erlässe entnehmen, enthält u. A. auch das neue Gesetz über Die Beschränkung der Kompetenz der Schwur­gerichte. Wir werden den Wortlaut desselben morgen bringen.

* Wiesbaden, 29. Juli. Ueber Die Feier des Geburtsfestcs Sr. H. des Herzogs gehen uns nach­trägliche Berichte aus Limburg und Hachenburg zu. In Limburg wurde am Vorabend des Festes auf der kleinen Lahninsel dem Waltherschen Garten gegen­über ein Feuerwerk gdgebrannt. Am Festtage wurde ein feierlicher Gottesdienst im Dom abgehalten, ferner fand ein Festessen im Waltherschen Hanse, Abends ein Concert des MusikvereinS im Hillsttien Garten und ein Ball statt. Um Die Feier hatte sich der Gemeinderath als Vertreter Der Bürgerschaft besonders verdient ge- I maä't. In Hachenburg wurde das GeburtSfest Sr. H. ; ebenfalls in folcnncr Weise begangen. An Der auf den Nachmittag arrangirten Waldparthie mit Musik bet hei­ligten sich Die CasinogcscUschast, daS Schützeucorps und ein Theil der Burger. Der von Dem Schützenhaupk- mann H. Steuer- Kommissär Achenbach auf das Wohl 1 Sr. Hoh. des Herzogs auSgebrachte Toast fand allge­meinen Anklang. Abends war Ball im Casinofaal.

< Biebrich, 28. Juli. Gestern Mittag um 12 Uhr trafen Ihre Mas. Die Königi n der Nieder­lande von Mainz kommend, mit Gefolge hier ein, , um Sr. Hoh. dem Herzoge, Höchstwelcher gegen» d

wärtig noch auf Der Platte verweilt, gestern jedoch da­hier thi getroffen war, einen Besuch zu machen. Nach genommenem Frühstücke fuhren Ihre Maj. die Kö­nigin ni einem Herz. Sechsspänner nach ^chlai«-