nug bezahlen lasse. Ruhm also Dem, der ohne den Krieg zu fürchten, wenn er von Frankreichs^Würde geboten wäre, die fruchtbaren Wohllhaten des Friedens zu erhalten wisse! — Die Wiedereinführung der Pagen ist vom Kaiser entschieden verneint worden , indem er beifügte, daß seine Hofhaltung ohnehin schon viel zu kostspielig sei und vereinfacht werden müsse. Ein Theil der untern Dienerschaft ist auch wirklich schon entlassen worden, und den Höbern Hofangcstellten stehen ebenfalls Ausmerzungen bevor. So soll z. B. die Stelle einer Voriesen» bei der Kaiserin wegfalle». — Im Gut« »vrfe des Budgets der Stadt Paris für 1854 sind djx Octroi Einnahmen zu 35'/, Mill. Fr. veranschlagt. _ Binnen Kurzem wird ein neuer politischer Proceß dahier verhandelt werden; 22 Personen, wovon 11 verhaftet und 11 flüchtig oder provisorisch in Freiheit gesetzt, sind dabei betheiligt. Sie sind angeklagt: 1) der Theilnahme an einer geheimen Gesellschaft; 2) der Einführung verbotener Journale des Auslandes; 3) des Besitzes von Waffen und Kriegsmunition; 4) der Ausstellung von Bildern ohne Ermächtigung; 5) der Verteilung von Drucksachen ohne Ermächtigung. — Einer Bekanntmachung des Seine - Prâfecten zufolge wird das Schloß Neuilly, der LiebliugSaufenthalt Louis Philipps, am 17. August parzcllenweise versteigert werden.
DaS von einigen Departementszeitungen verbreitete Gerücht, der Kaiser und die Kaiserin hätten auf der Eiseubah-l von hier bis Bordeaux im strengsten Jncog- nito cruen Ausflug nach letzterer Stadt und von da nach Pau gemacht, wird in officiöser Weise als ein durchaus uiigegründetes bezeichnet, da der Kaiser an demselben
wo man ihn in Bordeaux gesehen haben wollte, deu General Do» Manuel Blanco Eucelada, außerordentlichen Gesandte» uud bevollmächtigten Minister von Chile, in feierlicher Audienz empfangen hatte, um dessen Beglaubigungsschreiben entgezenzunehmen. — Tie Anwerbungen für die Bemannung der Marine sind bis auf weiteren Befehl ei »gest eilt werden. — Das Stilb des Ministers des öffeuttiche» Unterrichts, bei welchem der Kaiser und die Kaiserin Pathenstelle vertreten, ist gestern gestorben. — Herr Arago ist von seiner schweren Krankheit so weit bcrgestellt, daß er bereits feine Rüâeise aus Perpignan nach Paris hat antteten können. — Man versichert heute, der Kaiser werde im nächsten September das Lager von St. Cmer besuchen.
Unter dem Titel: „Geschichte und Politik des Hau- ftS Orleans", ist der längst anzekündigle Briefwechsel zwffchtn der Baronin von Feucheres, und der Familie Orleans endlich erschienen, aber die Briefe selbst spielen eine untergeordnete Rolle darin, insofern als diejenigen, deren Existenz man bisher blos unterstellt hat, durch ihre Abwesenheit glänzen.
Seigie»
Brüssel, 25. Juli. Der Oberst des dritten Jägerregimentes Daron de Dicq de Cumptich und der Regimentsarzt Dr. Bultynck stad wegen ihres beispiellos nachlässigen Benehmens an dem bekannten Unglücks- tage mit Dienstentlassung bestraft worden. — Dou dem bekannten in London residirenden Comitë der französischen „Commune révolulionaire“ wuiden vor einigen Tagen zwei, von Pyat, Causfidiere und Boichot gezeichnete Manifeste verbreitet. Das eine ist an die Schweiz gerichtet, welche an ihre alten Freiheitskämpfe erinnert und zu deren Erneuerung, resp, zum „energischen Wkdelstsnde" und z»m Ergreifen der Offensive gegen Oesterreich aüsgcfordert wird: Für den Anfang wird ihr ein HilfSheer von 50—60,000 (T) Mann, aus den Flüchtlingen aller Länder bestehend, angeboten. DaS Manifest zeichnet sich namentlich durch eine über alles Maß heftige Sprache gegen Oesterreich aus, welches in einer endlosen Litanei mit Beleidigungen überschüttet wird. Das zweite Manifest ist an die Ameiicaner gerichtet und der Inhalt desselben ist vollkommen in dem oft wiederkchrcndcn Aufruf: Jntervcnirt! zufam- mengefaßt.
Niederlande.
Haag, 22. Juli. Es sind aus allen Theilen des Laubes Massen von Petitionen gegen das neue Cultus- gesetz eingelaufen. Ueber den Zweck der Unterhandlungen,' welche Minister Lichtenfeld zu Rom ankiiüpfcn soll, weiß man nichts ^Gewisses. Alle Wahrscheinlich- feit spricht dafür, daß er eine ^Abänderung deS Eides bezwecken will, den die katholischen Prälaten zu leisten haben. Fast die gesawutte Einwohnerschaft von Mastricht hat die Petition gegen den Cultusgesetz-Entwurf unterzeichnet. Der Bürgermeister von Mastricht fand sich auch veranlaßt, eine persönliche Vorstellung dawider an den König zu richten.
Großbritannien.
London, 23. Juli. Die angekündigte Aushebung der Korn - Einfuhrsteuer in Frankreich hat ihren großen Einfluß auf unserem Kornmarkte fühlbar gemacht. Die Preise wären auch ohne fremde Einflüsse in die Höhe gegangen; denn die Vorräthe in England schmelzen all- mählig, uud die Aussichten aus die nächste Erudte find dis jetzt nichts weniger als gesichert. Der Oekonomist äußert sich folgendermaßen: „Daß die 200,000 Quarters Waizen, die hier für französische Rechnung genommen wurden, für die französische Regierung bestimmt sind, unterliegt kaum einem Zweifel. LouiS Napoleon
wurde zu dieser Maßregel veranlaßt, weil er sich wohl erinnern mag, daß die Revolution von 1848 auf das Hungerjahr 1847 folgte, und daß dasselbe von 1830 und auch von der großen französischen Revolution gilt."
Italien
Rom, 17. Juli. (Aug. Allg. Ztg.) Schon wieder wird ein Sacrilegium schlimmster Art angezeigt. Im Vicolo delle Bolletle nahe bei Fontane di Trevi warb ein mit goldener Krone, Perlen und Brillanten reich geschmücktes an der Facade eines Hauses eingerahmtes Marienbild bei nächtlicher Weile all seines Schmuckes beraubt. Dock ist es bereits wieder seit Sonntag, mit mehr Kostbarkeiten als zuvor angethan, in seine frühere Rische unter großem Festgepränge zurückgebracht. Auch der Papst trug zu der neuen Ausschmückung bei.
Ju S. Marino ist (wie kürzlich in Faenza) am 14, ein mörderisches Attentat aus eine der angesehensten Personen, Hrn. G. Bonelli, erfolgt. Der mit einem Pistolenschuß Hingrmordete endete nach einigen Stunden sein Leben. Die Bevölkerung in St. Manno war über das Verbrechen im höchsten Grade entrüstet.
Griechenland.
Athen, 15. Juli. Die officicllen Berichte, welche auS den verschiedenen Theilen der Türkei hierher gelange», stimmen alle überein in der Darstellung der Leidenschaftlichkeit und bet, entfesselten Wuth der türkischen Bevölkerung gegen die christliche. — In Makedonien sind nach gewissenhaft gehaltenem Katalog seit sechs Monaten 942 Christen Hheils meuchlerisch, theils in Kampf und Streit von den Türken ermordet worden. So wurden erst,in der verflogenen Woche lOMâuner, welche von den beiden Kaufleuten Salonichis, Ninga, griechischem Unterthan , und Tbeognou Charisa, österreichischem Unterthan, mit reichlichem Geld versehen, auszesendet worden waren nm Coccons zu kaufen, von 25 Türken angegriffen und vier von ihnen ermordet — die übrigen sechs retteten ihr geben durch die Flucht in die Wälder.
Ein Brief aus der Maina meldet, daß der Geistliche, welcher iw vorigen Jahr um diese Zeit den fanatischen Mönch Chriâcpboros Pavuiaki in seiner Höhle ausgesucht und den Militärbehörden überliefert hatte, von einem jungen Menschen vor wenigen Tagen ermordet worden sei. —• Aus Ke phalonien sind Nachrichten hier eingetreffen, daß die errgliiche Reg eruag Kanonen- und Lchießbedarr aus dieser Insel nach Corfn bringen lafie, und eben so hier die Vereinigung aller auf den übrigen Juselu zerstreuten Militärmacht beabsichtige.
Türkei.
Wie man der „Ä. A. 3 " (aus Athen vom 15. Juli) berichtet, ist die Insel Kreta in einem beunruhigenden Zustand. Kaum hatte man dort von dem Ultimatum Rußlands Kunde erhalten, so versuchten die in den verschiedenen herrlichen Thälern der Insel zer- streut lebenden türkischen Gutsbesitzer mit ihren Fami- I lien und Hab und Gut aufzubrechen, um sich in die i befestigten Plätze der Jnscl zu begeben. Diese Bewe- I gung führten die Türke» jedesmal ans, wenn sie von * den ihnen an Zahl weit überlegenen Christen Gefahr i für ihre Sicherheit witterten. Die nächste Folge davon aber ist immer, daß dann das türkische Elem-nt in den befestigten Städten das überwiegende wird, und Grausamkeiten jeder Art an den wehrlosen Griechen verübt, ohne daß die christlichen Genossen ihneu zu H.lfe kommen sonnen. Aus diesem Grund verhindert die griechische Landbevölkerung den Abzug der türkischen Familien. Der türkische Gouverneur Kreta's, der von diesem Einschreiten der Griechen Nachricht erhielt, ließ in alle Eparchien den strenge» Befehl ergehen, daß sein Türke sich flüchten solle, und diejenigen, welche es bereits gethan hätte», sollten sich sogleich wieder mit b. n Ihrigen auf's Land begeben. Bis zur Stunde ist die Ruhe der Insel nicht gestört worden, aber die Gemüther find in großer Bewegung.
Smyrna, 13. Juli. Ali Pascha erhielt vor einigen Tagen eine, von bei angesehensten der hiesigen tu» ropâischen Kaufleute unterzeichnete Dankadreffe für seine Thätigkeit uud Umsicht, worin man zugleich das lebhafteste Bedauern aussprach, ihn zu verlieren. Der Pascha ist gestern nach seinem Bestimmungsorte Constantinopel gereist, und erhielt kurz vor seiner Abreise eine zweite von den hier niedergelasieneu griechischen Kaufleuten verfaßte Dankadresse; er reiste voll Freude nach der Hauptstadt, um seinen neuen Posten als Minister der auswärtigen Angelegenheiten zu übernehmen.
Aus Constantinopel liegt jetzt die Correspondenz über die Affaire Koßta zwischen Herrn v. Bruck und dem amerikanischen Geschäftsträger Herrn Brown vor. Es stnd drei Briefe; im ersten ersucht Herr Brown den österreichischen JnternuntiuS, den gefangenen Koßta frei zu geben, da derselbe sich in Amerika habe natnralisiren lasten und Oesterreich abgeschworeu habe. „Es scheint mir — so schließt der Brief, daß, im Falle seine Anwesenheit in Smyrna dem österreichischen Consul ungelegen war, Letzterer im äußersten Falle sich an die Localbehörden wegen seiner Entfernung hätte wenden müssen, statt durch ein so beleidigendes und inhumanes Verfahren den Unwillen der Bewohner von Smyrna und, wie ich nicht zweifle, auch des Volkes der vereinigten Staaten zu erregen. Gestatten Sie mir bem«
‘na^, mich bei Ew. Excellenz für Herrn Koßta zu ver. wenden und zu fragen, ob es, wenn schon nicht aus schuldiger Achtung für die Regierung deS Sultans, dessen Gebiet durch das Benehmen deS österreichischen Consols in Smyrna so gröblich verletzt wurde, doch auS Rücksicht für die Regierung, der Herr Koßta Treue gelobt hat, Ew. Excellenz gefällig wäre, dem Commandanten des HuSzar zu befehlen, daß er auf freien Fuß gesetzt werde, sodaß er nach Amerika zurückkehren könne." Daraus antworteie Herr v. Brück am 27.: „In Ihrem Geehrten vom heutigen Datum verlangen Sie die Frei- lapung eines gewissen Martin Koßta, der am 22. auf Befehl deS österreichischen Generaicensnl- in Smvrna verhaftet wurde. Ich kann Ihre Einmischung in diese Angelegenheit nur einem Mißverständnifie von Ihrer Seite zuschreiben, da das fragliche Individuum in Un* gatn geboren ist und nie aufgehört hat, österreichischer Unterthan $u fein, wie aus seiner in Gegenwart bei amerikanischen ConsulS in Smyrna gemachten Erklärung c:hellt. Seine Verhaftung geschah somit kraft der Verträge, die meiner Regierung volle und unbeschränkte Jurisdiction über alle ihre Unterthanen in der Türkei zu- fichert Siewerden, Herr Geschäftsträger, einsehen, wie ganz unmöglich es ist, Jbrer Forderung nachzukommen. Ich bin rc." Auf diesen Brief kam folgendes Schreiben des" Ame- ricanerS vom 29.: „Ich habe so eben Ihren vom 27. datirten Brief über den am 21. vom österreichischen Con- sul in Smyrna verhafteten Martin Koßra erhalten. Ich bin vollkommen überzeugt, daß das Verfahren, welches der österr«chische Consul bei der Verhaftung dieses Individuums eingeschlagen hat, Ihre Billigung', mein Herr, nicht verdienen kann; ich fühle mich auch weiter nicht berufen, über das von Ihnen angeführte Recht Ihrer Regierung über alle Ihre eigenen Untertanen in der Türkei eine Meinung auszusprechen. Doch kann ick mir die Ehre nicht vcrsageu , mich nochmals au Ew. Excel, zu wenden, um die ofneiefle Vermittlung zu ©unsren jener Person, die ich pflichtschuldigst schon eingelegt habe hiermit zu erneuern; und um Ew. Excellenz m den ^taud zu setzen, die Begründung meiner Forderung bester würdigen zu können, habe ich die Ebre, Ihnen (beigeschloffen) die Erklärung zu bebändigen, die Herr Koß-a am 31 Juli 1852 in New-Derk abgegeben bat, worin er seiner Uoterthanenverbindlichkeil gegen den Kaiser von Oesterreich entsagt und bafür der R : giern N) bei Vereinigten Staaten von America den Untenhän'ial;its- Eid leistet. Das Recht der Expatriation und Naturalisation ist, wie ich glaube, von der österreichischen wie von allen übrigen Regierungen anerkannt; unb es scheint mir, daß die Verhaftung diesesKoßta (ohne wieder auf die Art, wie dieselbe geschah, zurückkommen zu wollen) auf dem neutralen Gebiete der Türkei und nach seinem geleisteten Bürgereide von der Regierung der Vereinigten Staaten nicht allein als eine sehr bebaut rate ,ii: ; Verletzung des Naturalifirunzsrechtes, sondern nach meiner eingelegten Vermittelung,"auch als ein Mangel an Achtung und Rücksicht gegen meine Regierung angesehen , und daß dieser Eindruck nur schwer entfernt werden dürste. Ich möchte Ew. Excellenz über diese Thatsachen nickt iu Unkenntniß la,feu, sondern mich durch deren Mittheilung jeder Verantwortlichkeit enthebe», die durch die Verhaftung von Koßta und durch die möglicherweise daraus entstehenden Folgen bei meiner Regierung unb meinen Landsleuten zurückbleiben könnte. " Erst" nach Vorzeigung dieser (bcigeschlosteucn) Erklärung bei dem Consulate der vereinigten Staaten von Amenca in Smyrna und bei hiesiger Gesandtschaft wurde Herrn Koßta ein Tezkerct nach Constantinopel und zurück nach Smyrna, von wo er sich wieder nach New-Dork einschiffen wollte, ausgestellt. Seit seiner Ankunft in Smyrna hat er sich in der Türkei unter dem Schutze meiner Regierung aufgebalten; und es gereicht mir zum Vergnügen, bezeugen zu können, daß sein. Betragen immer vorwurfsfrei gewesen ist. Seine Anhänglichkeit an sein Geburtsland — das einzige Verbrechen, dessen er angeklagt ist — veranlaßt ihn, sich immer als einen Ungarn auszugeben und zu sagen, daß er auch als Ungar sterben wolle. (!) Ew. Excellenz werden verzeihen, daß ich meine Verwendung für ihn erneuere. Ich bitte Ew. Excellenz , ihn gefälligst den Localbehörden von Smyrna übergeben zu lassen, damit er wieder nach den Vereinigten Staaten geschickt werde. Dieses Verfahren wird, wie ich überzeugt bin, vom Präsidenten der Vereinigten Staaten mit Befriedigung ausgenommen werden und verhindern, daß die traurige und außerordentliche Nachricht von der Verhaftung nicht von Neuem Veranlastung zur Unterbrechung jener freundlichen Beziehungen zwischen unsern respectiven Ländern werde, deren Pflege und Ausdehnung mir aufrichtig am Herzen liegt. Ich bin rc."
Eine Correspondenz der „A. A. Z." aus Athen vom 15. d. bringt die auffallende Nachricht, daß Herr v. W e ck b e ck e r der österreichische Gencralconsul in Smyrna seiner Stelle enthoben wurde unb mit Herrn v. Kletzel, dem uach Athen bestimmten österreichischen Gesandten (der nach frühere» Mittheilungen vor Uebernahme seines GesandtschaftSpostenS in Wien erwartet wurde) in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli an Bord deS „Custozza" im PiräruS eingetroffen ist. , —
Lcraarwortluper 2Ket>«i«r: Dr. A -ane».