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Herstellung der Kapitulation. Freiburg hat seine Be­theiligung an der Berathung abgelehnt.

Der Betrag der Ehrengaben für das eidgenössische Freischießen inLuzern stieg auf 38,138 Francs.

Dänemark'

Copenhagen, 26. Juni. Seit mehr als zwei Jahren ist unter dem Militär unserer Garnison eine contagiöse Attgenkrankheit heimisch geworden, über die schon öfters auch von einzelnen Garnisonen M deut­schen Festlandes Klage geführt wurde. Wegen der be­denklichen Zunahme der Ansteckung ist durch eine vom Kriegsminister »iedergesetzte Commission der Vorschlag gemacht, alle Soldaten eines jeden Bataillons (und jedes zählt bereits mehr als 50 Augcnkrankc) bei denen die Kraukheitssymptome ersichtlich würden, sofort zu cerniren. Seit dem 12, d, Mts. gingen in der Stadt dunkele Gerüchte über einzelne Fälle der Cholera-Epi­demie und amtliche Nachforschungen bestätigen es leider, daß die große Trockenheit und Hitze der letztvergangenen Wochen namentlich in den an der See gelegenen Stadt­theilen mehrere Erkrankungen dieser Art verursachte. Die ersten Fälle der asiatischen Cholera kamen am 12. in den Ny nb oder, wo die Marinemannschaften wohnen, vor; bis zum 25. kamen gegen 24 Fälle zur öffent­lichen Kenntniß, davon die meisten aus dem Seehofpital. Die Hälfte der Erkrankungen endigte mit dem Tode. An geeigneten Vorsichtsmaßregeln lassen eS die Behör­den nicht fehlen. Durch eine öffentliche Bekanntmachung werden diejenigen Aerzte und Studenten der Medicin in Copenhagen, welche während der Cholera-Epidemie dem Staate Dienste zu leisten geneigt sind, aufgefordert, sich unverzüglich beim Stadtphysikus zu melden. Auch von schwedischer Seite wendet man bereits diesen zwar noch isolirleu Vorboten der in Europa heimisch gewor- dsgen Epidemie Aufmerksamkeit zu. So wurde daS zwischen Helsingör und Helsingborg fahrende Dampf­schiffOphelia" am schwedischen Ufer abgewiesen und mußte mit der Post und den Passagieren nach Hel- singör zurßckkehren. Wegen günstigen Wechsels der Witterung glaubt man hier an keine weitere Verbreitung der Krankheit.

Großbritannien.

London, 29- Juni. Die Taufe des jüngsten kö­niglichen Prinzen fand gestern Abend um 7 Uhr in der Privatcapelle des königlichen Palastes statt, die zu die­sem Zwecke prachtvoll decorirt und beleuchtet war. In Fplge eines Meetings, das die Bewohner des Bil­lingsgate-Viertels am 23. hielten, begab sich am Mon­tag eine Deputation von City-Wählern zu Baron Rothschild und ersuchte ihn, sein Mandat für die City niederzulegen, da er doch keinen Gebrauch davon machen könne und somit nur die Vertretung des wichtige sten Theiles von London schwäche. Der Baron empfing hie Herren zwar sehr zuvorkommend, gab ihnen aber den schriftlichen Bescheid, daß er dem in der Billings- Me-Resolution ausgesprochenen Wunsche nicht willfah­ren könne. Er habe seine Sache der liberalen Partei in die Hand gegeben und von den Häuptern dieser Par­tei den Rath erhalten, seinen Sitz im Parlamente um keinen Preis aufzugeben. Auf der Londoner Börse herrschte heute dieselbe Gedrücktheit wie gestern, obgleich Niemand an die Möglichkeit eines Krieges glauben will.

St. Königl. Hoheit der Prinz Albert brachte die Nacht vom Freitag zum Sonnabend im Lager zu Chob- Ham zu, und derjenige Theil des Londoner Publicums, der dies vorher wußte, erwartete, daß eine nächtliche Alarmirmig des Lagers stattfinden würde zur Prüfung der Truppen in diesem Punkt, und manche Schaulustige begaben sich daher Nachts in lie Nähe des Lagers; aber sie hatten sich ohne allen Grund nur um ihren eigenen Schlaf gebracht, während der der Truppen durch­aus nicht gestört wurde.

Bekanntlich hat der jetzige Machthaber Frankreichs erklärt: die Verträge von 1815 überhaupt nicht mehr als bindend für Frankreich ^betrachten, sondern sich an­derwärts entschädigen zu wollen, sobald Rußland Ge- bietsvergrößeruugcn in der Türkei suche. Ein Theil der englische» Presse tritt jetzt mit ähnlicher Drohung auf. So sggt der Spectator:Wenn andere Staaten Staa­ten Rußland gegen die Türkei beitreten, so muß Eng­land sich als von den Staatsverträgen des Jahrs 1815 emancipirr betrachten, und sann sofort nach eigener Wahl eine neue Bahn einschlagen." Als praktisches Vock, araumentirt das Blakt weiter, dürfe dann aber England bei der neuen politischen Anordnung Europa's, nicht

< uneigennützig (?) handeln, wie bei dem Frie» benéfdilnß von 1815, sondern müsse sich gegenüber dem/ Feltland in eine so positive Stellung versetzen, daß je­der Continentalstaat es wohl der Mühe werth finden solle, mit der brittischen Regierung in gutem Einver- neunen zu bleiben. Die ganze nichtgouvernementale Presse dringt offen darauf: England müsse das Ein­rücken eines russischen HeerS in die Donaufürstenthümer als casus belli betrachten. Die ministeriellen Journale äußern sich mit Zurückhaltung über diesen Punkt; viel­leicht daß die Regierung btt der bevorstehenden An­frage Lord Clanricarde'S im Oberhaus eine Erklärung darüber gibt. Die Geldleute der City aber sind über, zeugt, daß jener Einmarsch keinen europäischen Krieg nach sich ziehen werde; und so darf die Meldung der Kölnischen Zeitung" anS London: das englische Mi­

nisterium habe sich im letzten Cabinetsrath mit 17 gegen 11 Stimmen für die Ansicht Lord Palmerstons (d. h. für den Krieg entschieden), als eitles Gerücht angese­hen werden.

Jlalten.

Turin, 26. Juni, Der "Opinioue" zufolge haben die Bischöfe der Kircheuproviiiz Turin eine Petition an den Senat gerichtet, in welcher sie um Befreiung der Geistlichkeit vom Militärdienste bitten. Bekanntlich war ein dahin gehender Antrag in der DepulirtemKammer nach einer lebhaften Debatte durchgefallen, als das neue Recrutirungsgcsetz daselbst erörtert wurde.

Briefe aus Mailand vom 25. Juni berichten, daß die Differenzen zwischen Oesterreich und Sardinien noch in keiner Weise einer Ausgleichung sich nähern und daß Oesterreich auf allen feinen Forderungen beharrt. Das Turiner Cabinet hat deshalb ^wieder eineNote" nach Paris und London geschickt.

Ein Brief aus Florenz vom 26. Juni meldet, daß die Richter in der Angelegenheit Guerrazzi's ge­theilter Ansicht sind. Die Einen wollen ihn zu lebens­länglicher Gefangenschaft in Eisen verurtheilen, die An­deren ihn freigesprochen wissen. Wohlunterrichtete Per­sonen versichern, daß im Falle einer Verurtheilung die­selbe wahrscheinlich werde in Verbannung verwandelt werden.

Rußland.

Petersburg, 22. Juni. (H. N.) Die kriege- rische Stimmung hat in den letzten Tagen hier um Vieles zugenommen. Es soll entschieden sein, daß die abschlägige Antwort der Pforte den unmittelba­ren Einmars ch der Tuffen in die Donau- fürstenthümer znr Folge haben wird. Russische Quartiermeister haben daselbst bereits Proviantlieferung ausgeschrieben. Das Einlaufen fremder Flotten in die Dardanellen würde unfehlbar die Russen auch über' die Donau führen. Es wird versichert, daß die letzte Note, die der russische Bevollmächtigte Fürst Menczikoff in Constantinopel überreichte, in einer milderen Form, als die ihm vorgeschriebene, abgefaßt war. Die Proteste und Drohungen des englischen und französischen Ge­sandten, sowie die Annäherung der englischen und fran­zösischen Flotten hinderten nicht, daß Herr Balabin abermals das Ultimatum des Fürsten Menczikoff der Pforte behändigte. Er hatte zugleich Befehl erhalten, auf eine unbedingte AntwortI a" oderN e i n* bis zum 16. zu warten.

Griechenland.

Piräeus, 19. Juni. Das von Constantinopel hier eingetroffene französische Dampfboot bringt nebst der Nachricht von der Verwerfung des russischen Ulti­matums auch die weitere, daß die Bevölkerung von Constantinopel sich in großer Bewegung befand. Dort wie in Abrianopel und andern Binuenstädten schrie daS türkische Volk laut nach Krieg, und verwünschte die Ge­sandten der Giaurs, die den Kampf hindern wollten. Auf der andern Seite wird berichtet, daß von den zum Heer gepreßten und eingefangenen jungen Leuten unter­wegs ganze Haufen ausrissen und sich im .Lande zer­streuten. An Räuberbanden und allen Gräueln der Anarchie werde es da nicht fehlen.

Sürkei.

Von der Narenta, 23. Juni. In Montene­gro herrscht jetzt vollkommene Ruhe, das Militär ist aus der ganzen Herzegowina abgezogen und hat sich in die nördlichen und inneren Districte Bosniens begeben; die Grenzen des Bergländchens werden von Arnauten gehütet und selbst in Scutari, dem wichtigsten Puncte gegen die Cernagora befindet sich außer einem Tabor NizamS keine Garnison. Dieser Tage fand eine sehr erhebende Feier statt, die keineswegs eines tieferen hi­storischen Momentes entbehrt. Am 16. d. M. nämlich begab sich eine gemischte Commission nach dem Kloster Podmaini in Dalmatien , um die Gebeine des verstor­benen Vladyken Daniel zu übernehmen und nach Cet- linje zu schaffen. Sie bestand von Seiten Oesterreichs auS einem politischen Beamten, einem Arzte und Orts- vorstande, monteuegrinischerseits aus einem Regierungs- commissär und Erzpriester. Seit anderthalb Jahrhun­derten lagen die Gebeine des Metropoliten Daniel Pe- troriy in jenem griechischen Kloster, als der jetzige Fürst der Cernagora den Beschluß faßte, sie nach seinem Lande zu übertragen. Daniel Petroviy ist eigentlich der Gründer des theokratischen Regime und der jetzigen Dy­nastie in Montenegro, sowie der Befreier desselben aus türkischer Botmäßigkeit gewesen. 1735 verstarb er in Podmaini, wo er einfach begraben wurde. Kein Mo­nument kündet seine Ruhestätte außerhalb des so zu sa­gen unterirdischen Kirchleins an, das im Jahre 1837 von Montenegro sammt Kloster und Umgebung an Oe­sterreich verkauft wurde. Das Kloster liegt in einer rei­zenden Gegend und der Moment der Hebung der Ge­beine des Todten war ein erhebender, tief ergreifender. Die ernsten Gestaltender griechischen Priester, ihre Trau­ergesäuge, das von Nah und Fern herbeigeströmte Volk; daS Alles gab ein Bild, wie man nur hier in die­sem fernen stillen Winkel der Erde zu sehen gewohnt ist. Unter hundertfachem Fackelglanz ging die AuSgra- bung vor sich. Die reiche Kleidung des Metropoliten hatte die feuchte Erde in 150 Jahren gänzlich aufge­zehrt. Wie Spinnengewebe zerfielen die Ueberreste der­

selben an der Luft. Ein Stück, man konnte nicht i terscheiden, ob es Holz oder Metall war, schien i Bestandtheil eines Kreuzes gewesen zu sein. Ein m scher Elfenbeinapfel , der eine Metropoliten-Jnsignie wesen sein muß, lag noch im Grabe. Nach den kir lieben Feierlichkeiten und nachdem der montenegrinij Commissär die vorgefundenen Ueberreste für die des 2 tropoliten "anerkannt hatte, nahm die österreichische Cc Mission ein entsprechendes Protocoll auf, welches in Abschriften ausgefertigt wurde. Die Priester hoben Reliquien des Verewigten in einen sammlbedeckteu Sa der eine Stunde laug im Kirchlein ausgestellt bli Hierauf nahmen ihn die Montenegriner in Besitz i führten den Sarg in feierlicher Procession nach ih Heimath unter Flintenschüssen und dem Jnbel des V kes. So wurden die Ueberreste eines Mannes, der Montenegro Epoche gemacht, nach dem Vaterlaude rückgeführt.

DasJournal de Smyrue" vom 17. d. euch nachstehende Mittheilung über die Antwort des Dim auf das russische Ultimatissimum:Der Sultan gewâ aus eigenem Antriebe seinen christlichen Unterthanen für die Aufrechthaltuvg ihrer kirchlichen Freiheiten i Privilegien wünscheuswerthen Garantien, wie seine lauchten Vorfahren cs gethan. Aber Se. Maj. fön dieß nicht zum Gegeustaicde eines Vertrags mit ei auswärtigen Macht machen. Die Pforte bether neuerdings ihre friedlichen Absichten und ihre hohe 2 tung für daS Cabinet Rußlands. Diese Antwort ist stern Abend Hru. Balabine mitgetheilt worden und Caradoc", welcher am Abend mit Depeschen des Lo Stratford de Redcliffe abgiug, hat eine Copie dic Documeuts mitgenommen."

Die englische und französische Flotte in der Beschi bucht haben zusammen 2616 Feuerschlünde. Beide stehen aus 15 Linienschiffen, wovon 5 Dreidecker, i 12 Dampfschiffe (ohne den Gomer, dessen Eiutrcj am 17. d. M. erfolgte). Admiral Dundas stattete

15. Vormittags, begleitet von allen seinen Capitän dem Admiral La Susse einen Besuch ab, und lud i nebst allen commandirendeii Offizieren deö französisc Geschwaders, zum 20. zu einem großen Diner Drei österreichische Kriegsschiffe, unter dem Befehl ( kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Ferdinand Maximili Bruder Sr. Maj. des Kaisers Franz Joseph, wa ebenfalls in der Beschikabucht angelangt, sollten eil Tage in derselben verweilen, und sich sodann nach Ui begeben. Das Eintreffen der vereinigten Flotte hat Muth der Türken sehr gehoben. Im schwar Meer hatte die russische Fregatte Misidria, von Od. kommend, den Artilleriegeneral Reinberg an Bord. T selbe war mit der Jnspectiou sämmtlicher russis. Küfl batterien beauftragt.

Die letzten Nachrichten aus Alexandrien reic bis zum 12. Juni. Es herrschte eine große Thätig im Arsenal, und man war mit der Ausrüstung mehr« Kriegsschiffe beschäftigt. Der Sultan hat die sofort Absendung von 10,000 Mann, von 24 Mill. Fran Geld und einer großen Menge Getreide nach jConst tinopel verlangt.

Zsien

*Jn derOverland China Mail" sucht die Ma schuparlei die Mingleute den Fremden zu verdächtig die Maudschu's seien den Fremden und dem Verk mit denselben stets geneigter gewesen, als die Min und wenn man die so sehr gewünschte Maßregel, den Vertretern der westlichen Staaten der bauen Aufenthalt in der Hauptstadt gestattet würde, durchscj wolle, so könne man nichts Besseres thun, als den Jt serlichen in diesem Augenblick jeden von ihnen verla teil Beistand leisten.(!) Was die Führer des Aufstau! betreffe, so seien sie meistens Leute von anrüchigst Charakter. T'ien-tih sei im April 1852 bei einem Ai falle auS Dung - ngnan - fu in Kwangst, wo die Ins geuten den provisorischen Hofhalt aufgeschlagen, Mun geprägt und einen Kalender hcrausgegebeu, gefam und im Juni 1852 in Peking hingerichtet worden. I werde von den Rebellen nur ein leerer Thronsessel H umgeführt und sie seien thatsächlich ohne Oberhau Was endlich die letzten kriegerischen Bewegungen I Insurgenten betrifft, so verließen sie am 8. Fcbr. 18 Wuchang , um den Jangtsekiang hinzufahren, nahir dann Kiau-kiangffu, am südlichen Ufer dieses Flusses der Provinz Kwangfl, die Hauptstadt der Prov Nganhwui und einige andere Städte von geringe, Bedeutung, und eroberten zuletzt am 21. März die a Hauptstadt des Reiches, Nanking, nachdem sic auf soll Art, mittelst der schnellen Strömung des Jang tsekiar binnen kaum sechs Wochen über 300 Meilen zurücke legt hatten. Ihre Erfolge seien deshalb, bemerkt schlic lich derkonservative" , hauptsächlich ihrer Raschh, zuzuschrciben.

Karlsruhe, 30. Juni. Bei der heute hier sta- gehabten 30. Gewinnziehung der großh. bad. fl. 35 Loi sind auf j'de der nachstehenden 15 Nummern fl. 10< gefallen: Nr. 38,942, 52,537, 115,326, 119,83 213,909, 235,899, 251,109, 259,564, 259,59 315,366, 374,757, 374,792, 375,013, 375,0.-: 390,022. I