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öden; diese edictmäßige Zahl habe man aber überschrei- ten müssen, weil inzwischen die Zahl der Scbulstellcn von circa 550 bis zu fast 1000 gestiegen, also auch erèine viel größere Zahl Schulcandidaten nöthig gewesen rDie Ucberfüllung der Klassen habe die Einrichtung von ^Parallelklassen nöthig gemacht; eine solche Einrichtung scei aber sehr nachtheilig. Die Trennung des Seminars uLn Idstein in zwei Anstalten sei hiernach Bedürfniß gc- ia pesen, also vollkommen gerechtfertigt. Bei Schullehrer' diveminarien müsse aber auch besondere Rücksicht auf die l religiöse Ausbildung genommen werden, darin sei pon- aessionelle Trennung geboten. Da dies im Gesctzcnt- âehurs nicht ausgesprochen sei, so beantrage der Ausschuß Mitten Zusatzparagraphen, der die confesstonelle Trennung f mèspreche. Die confessioncllc Trennung bestehe bei al- aven Seminarien in Deutschland und könne auch in Nas- r u nicht umgangen werden. (Fons. folgt.)

an *f Wiesbaden, 2. Juli. (Sitzung der zweiten -ltkammer.) Tagesordnung: 1) Verlesung der drei letzten indjrotocoüe über die GemeindeverPaltung. 2) Aus- chlhußbericht über den Gesetzentwurf, die Pensioniruug n.«r leiteten der Offiziere und Militärbeamten betr. iccbcr Antrag, diesen Gesctzentwnrf der Regierung znr i inneren Erwägung zurückzugcbc», wird einstimmig an« rdenommeu.s

r \ Präsidium liest ein Urlaubsgesuch des Abg. Vogler ichpr. Diesem Gesuche 'wurde nicht willfahrt.

erj In den Ausschuß znr Berichterstattung über den unsutrag deS Abg. Eigner, die Gebühren der Gerichts- gcspllzieher zu revidiren, wurden gewählt: Braun, nffschellenberg und Sebastian.

'crj * Wiesbaden, 2. Juli. Ministerialrath B er- ^iram ist gestern von Berlin wohin er sich vor Kurzem m bermals in einer die E i s e n b a h » a iig c l e g e n hcit lOktr. Sendung begeben hatte, wieder hier eingetroffen, tri I Badems Auch hier wie an anderen Curorten erfs Hcrzogthuius Nassau vernimmt man die allgemeine Ldcschwerde der diese segensreichen Heilquellen besuchenden Ostreichen Fremden wie der Gastgeber über den Man- 3«fI an Wildpret aus den Tafeln und über das, auf leèiiselbcn täglich wiederkehrende Hammel- und daS uii- "eise Kalbfleisch, was sicherlich nicht zur Annehmlichkeit As Aufenthaltes an diesen Orten beitragen kann, ge- Äweige, daß dem wirklich Leidenden das Bedürfniß an richt verdaulichen Fleischspeisen, wozu doch jedenfalls 'aS Wildpret vorzugsweise zu rechnen ist, bei dem be- fen Willen und großen Opfern der Gastgeber nicht ,efriedigt werden kann. Warum dieser längst allgemein .ekannte Mißstand bis jetzt nicht beseitigt worden ist, W um so weniger einleuchten, als längst anderwärts rie Regierungen schon aus polizeilichen Rücksichten be­müht waren, dem sittlich verderblichen Jagdunfuge durch veckdienliche Anordnungen ein Ende zu machen und hne Rücksicht auf Gemarkungsgrenzen solche Jagdreviere

1 bilden, wodurch die Möglichkeit der Erhaltung eines lässigen Wildstandes gegeben ist und die Pachtungen i angemessenen Zeiträumen oder besser auf Lebenszeit es Pachters und an solche Lusttragende zu überlassen, Kelche durch die Ausübung der Jagd in ihren Er- ?erbsverbältnissen nicht gestört werden.

Möchten doch die langgehegten Erwartungen aller Trennte der Ordnung recht bald in Erfüllung gehen icnb dem noch versammelten Landtage ein Gesetzentwurf vergeben werden, wodurch den besonderen Verhältnissen Aiseres Landes vollständig Rechnung getragen wird, h)e und bevor die letzten, der Vertilgungssucht und der ^gestörten Raublust der Wilderer kaum noch entgange- -cn, Reste des heimischen Wildes gänzlich verschwunden 5 in werben.

' -+ Obertiefenbach, 29. Juni. Heute hatte irser schönes großes Dorf zweimal die Freude, unsern stiebten Landesvater Adolph durchfahren und etwas chatten zu sehen. Bei der Rückkehr von Weilburg lachmittags 1 Uhr brachte während des Umspannens -r Pferde Herr Pfarrer Vogt in einer kürzeren An- :de dem Landesherrn seine Huldigung dar im Namen es Volkes hiesiger Gegend, welches wie seine Berge st und unerschütterlich dastehe in der Anhänglichkeit nd Liebe zu seinem Fürsten und dessen Regierung, ieselbe in guten wie in schlimmeren Tagen stets bethch gen werde, indem diese Treue gegründet auf das Christenthum, welches allein der feste Kitt sei, welcher allen staatlichen Gebäuden Halt und Dauer ver­sitze. Daß deßhalb der Himmel auf Se. Hoheit, sine Familie und das ganze Land für die edle kräftige lnterstützung des Christenthums die Fülle seines Sc- ens zum spätesten Lebensziele herabstivmeu lassen löge. Se. Hoheit geruhten Sich hieraus auf daS nädigste zu äußern über das allerdings gute und treue 3plf des Westerwaldes rc., und fuhren sichtlich erfreut on dannen.

Baden, 29. Juni. Nach länger als fünfwöcheut- ichem Aufenthalt verließ mit einem Eztrazuge Se. Raj. der König von Württemberg heute früh m 6 Uhr unsern Kurort wieder und kehrte in Be- leitung Sr. kaiserlichen Hoheit deS Prinzen Petxr on Oldenburg nach Stuttgart zurück.

Stuttgart, 29. Juni. Die Ungunst der Witte, ung in voriger Woche hatte ein Anziehen der Frucht, weise auf den Schrannen und dieses ein rasch hinter inander folgendes Aufschlagen des Brodes zur Folge.

Da bei hohen Preisen dieses unentbehrlichen Lebens­mittels augenblicklich in den ärmeren VolkSclassen Miß­trauen erwacht, so wurden nach Angabe eines hiesigen Blattes, die Vorsteher der Bäckerzunft zum Minister des Innern beschieden, der sich persönlich Auskunft über den Stand der Dinge ertheilen ließ und erst, nachdem Dies geschehen, ertheilte die Stadtdirection die Erlaub­niß zu einer eben damals beantragten Erhöhung. Diese muß also begründet erfunden worden sein, sonst wäre sie sicher nicht erfolgt. Darüber mag aber die gewöhn­liche Frist zwischen dem Anfrage und der Erhöhung verstrichen sein, und mehrere Bäcker machten cs, wie man es längst hier gewohnt war, indem sie wenig oder fast gar kein Brod backten. Dies veranlaßte bei einem Bäcker, wo gewöhnlich viele Arbeiter ihr- Brod holen, einen kleinen Tumult, weil sie das Verlangte nicht be­kommen konnten. Seitdem wird von der Polizei sehr scharf controlirt, ob jeder Bäcker das für den Bedarf seiner Kunden nothwendige Quantum Brod erzeugt; auch wird die Qualität schärfer überwacht und selbst Nachts nachvisitirt und die Masse naß abgewogen. Es sind deßhalb schon mehrfache Confiscationen vorgekom- meu , wo die Laibe zu leicht erfunden wurden. Um eine etwaige Krawallust im Keime zu ersticken, sind die nächtlichen Patrouillen von Polizei und Militär verstärkt worden.

Coblenz, 28. Juni. (Cobl. Z.) Der Erzherzog Stephan ist, von Oldenburg zurückkehrend, gestern Nachmittag hier durch nach seinem Schlpsse Schaumburg an der Lahn abgereist.

Hannover, 30. Juni. Die zweite Kammer unserer Stände wurde heute ausgelöst die erste vertagt. Aus die Kunde, daß Preußen, abweichend von dem mit Hannover abgeschlossenen Vertrage die Fortführung der tzannover'schen Westbahn vom Rheine nach Münster, statt direct, auf einem die diesseitigen Interessen gefähr­denden Umwege vornehmen, auch die etwa anzulegcude Verbindungs - Bahn nach den Niederlanden nicht durch die hannover'sche Grafschaft Bentheim leiten wolle, haben beide Kammern die Regierung zur Wahrung der ver­tragsmäßig gesicherten Interessen unseres Landes aufge- fordert. Die Minister erklärten sich einverstanden und fügten hinzu, daß sie sofort auf die Kunde von der drohenden Gefahr eine im Sinne jener Aufforderung abgefaßte Note nach Berlin abgesandt hätten und die vertragsmäßigen Ansprüche kräftig schützen würden.

Berlin, 29. Juni. Se. Waj. der König beab­sichtigen in der nächsten Woche die kirchlichen Berathun­gen, welche jüngst stattgefunden haben, zu wiederholen. Bis jetzt ist in der Festsetzung M Termins für die Eröffnung der ZollvercinScoufcrenzen keine Abände­rung erfolgt. Die Eröffnung bleibt auf den 5. Juli anberaumt und wird die Begrüßung der andern Bel- voümächtigtcn durch den preußischen ordentlichen Com- missariuS, geh. Rath Henning, erfolgen.

General v. R a d o w i tz leidet seit einiger Zeit an einem Augenübel, zu deffcn Hebung von den Aerzten eine Veränderung des Aufenthalts eingeritten sein soll. Gegenwärtig ist Hr. v. Radowitz wegen dieses Lefhens an das Zimmer gefesselt. Es bestätigt sich, daß die Berufung des Prof. Olshausen für hen Lehrstuhl der orientalischen Sprachen und als Oberbibliothekar an die Universität Königsberg die Bestätigung Sr. Maj. des Königs erhalten hat. Hr. Olshausen ist heute hier angekommen, um sich nach seinem neuen Bestimmungs­ort zu begeben.

Der Herzog von Genua, der am 25. d. eine Auf dienz bei Sr. Maj. dem Könige und eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten v. Manteuffel gehabt hat, ist aus dem Landwege (über Königsberg) nach Peters­burg abgerelst. Damit hat der Fürst seine Rundreise vollendet, die ibn an den Hof sämmtlicher europäischen Großmächte führte. Nach der Schloß Ztg. reist der Graf Karuicki vorläufig in ein österreichisches Bad und dürste sobald noch nicht auf seinen Posten in der Schweiz zurückkehren.

Wie»», 29. Juni. Die Nationalbank wird die Summen, welche ihr ans dem Erlöse der Reserveactien znfließcn, ohne Verzug dem Umlaufe wieder zuwenden, und eS sind dieselben bestimmt, theils die Ausdehnung deS EScompte- und Vorschußgeschäftes, wie es heißt mit 20 Millionen Gulden, theils die Verstärkung des Silberfonds durch Ankäufe im Ausland zu bewirken.

DiePresse" bedauert, daß die Form unter welcher die Pforte das Ultimatum Rußlands abgelehnt eine so herbe und daß diese Ablehnung nicht einmal eine moti- virte war. Die Pforte hätte dadurch weiteren Ver­mittlungsversuchen noch immer, wenn auch keine offene breite Heerstraße, doch einen schmalen Seitenpfad offen gelassen. Dies ist nun aber nicht geschehen, und da­durch ist den officivsen wie den officicllen Vermittlungs- organen ihr Werk in ungleich höherem Maße erschwert worden.

Der Herr Militär- und Eivilgouverneur-Stellvertre- ter von Dalmatien, General von Mamula, wird Sonn­tag die Rückreise nach Dalmatien autreten, nachdem er beinahe zwei Monate in Wien verweilt hatte.

Wien, 1. Juli. (F. Bl.) Feldzeugmeister G i u l a y begibt sich in außerordentlicher Sendung, zur Vermit, telung des türkisch-russischen Streites durch Oesterreich, nach St. Petersburg.

Frankreich.

Paris, 30. Juni. Gestern brachte der Moniteur an der Spitze seines halbamtlichen Theiles den Schluß des Artikels der Morning Post, worin der Wortlaut des Antrages von Lord Clanricarde mitgetheUt wird und der mit folgenden Worten schließt:Es hat nie« mals der geringste Zweifel über das Mitwirken Frank­reichs in dieser Angelegenheit geherrscht, und MS sich auch ereignen mag, wir werden. Dank dem vereinigten Handeln i der zwei großen Mächte deS Westens! daS gute Recht siegen sehen." Dasselbe Blatt veröffentlicht heute das Gesetz, welches den Bau der Eisenbahn von Lyon bis an die Genfer Gränze gestattet. Es dürfen bekanntlich die Actien dieser Eisenbahn so lange nicht an der Börse abgesetzt werden, bis die zweite Einzah­lung stallgcfunden hat. Hr. v. Persigny soll den zu einer anßerordenrlichen Besprechung eingelabenen Re­dacteurs der Pariser Blätter folgendes eröffnxt haben: Der Rücktritt des Herrn v. Maupas stellt neue Be­ziehungen zwischen der Regierung und der Presse her. Ich ließ Sie in mein Cabiuet bitten, um Ihnen zu er­kennen zu gebe», daß die Regierung bezüglich der Presse die wohlwollendsten Absichten' hegt. Die Zeit der Strenge ist vorüber." Dann sagte Herr v. Persigny, daß die Regierung der Freiheit der Ueberzeugungen und einer gründlichen Kritik nie ein Hinderniß in den Weg stellen werde, daß sie aber keine Gehässigkeiten (taquineries), keine Persönlichkeiten und Angriffe auf die Regierungâ- form dulden werde.Wir sind die Stärkeren kraft ei­nes magischen Namens, welcher das Reich der Cäsaren restaurirt und für Jahrhunderte feftgeftedt hat."i Schließlich machte der Minister des Innern, die Rcprä- sentanten der Presse darauf aufmerksam, daß die Regie-« rung Alles thue, um die bösen Folgen einer Mißerndts gefahrlos zu machen. Er sagte offen, die Regierung mache ungeheure Koriiaiikäiife für die Tage der Noth^ und er wünsche, daß die Presse nicht durch falsche Nach­richten über die Erndte die Kornpreise in die Höhe treibe. Letzteres könnte jedoch geschehen, wenn die Bau- cru durch schlimme Nachrichten bewogen würden, ihr Korn für sich zu behalten, um es später zu hohen Prei­sen loszuschlagen. Endlich sagte der Minister jedem der Redacteurs, daß sie, falls sie sich im Zweifel befänden, oder falls sie irgendwie eines Rathcs bedürften, sich ti« rcct an ihn wenden mögen, er werde jedesmal ihnen bereitwilligst entgegenkommen. Durch kaiserliches De­cket ist der Viccatmiral H a m e i i n zum Commandan­ten des Evolntionsgeschwaders im mittelländischen Meer (der Dardanellenflotte) ernannt worden. Der seitherige Commandant dersselben, Viccadmiral in Suffe, ist znrückberufeu und tritt in die Reserve des Stabes der Marine ein. W

DerSiecle", welcher Mittheilungen von dem hie­sigen türkischen Gesandten Vely Pascha erhält, wieder­holt, daß die Pforte den Einmarsch der Russen in die Donaufürstentbümer als eine Ermächtigung betrachten werde den verbündeten Flotten die Dardanellen zu öffnen.

H'chwei).

Bern, 29, Juni. DasFrankfurter Journal" bringt unter vorstehendem Datum folgendes: Der Wahlcandidat in Bulle beschäftigt die Presse und die öffentliche Meinung sehr. Nach übereinstimmenden, wenngleich meist conservatioen Berichten, scheint sich tzje radicase Masse abscheulich benommen zu haben. Herr Charles soll sich nicht die geringste Provokation erlaubt haben, sondern erst, als er von pprüberzichenden Radi­kalen fortwährend Fußtritte erhielt, drohte er, sich bei den officivsen eidgenössischen Coutmissären zu beschwerest. Nun fielen die Radicalen mit Stöcken, Gewehrkolben rc. über ihn her, schlugen ihn blutig, verhöhnten ihn mit den gemeinsten Schimpfwörtern und einer ging so­gar so weit, einen Dolchstich gegen ihn zu führen, Nach Allem, was bis jetzt bekannt ist, muß ein sörmlichxs Mordattcntat gegen Herrn Charles im Plan gewesen sein. Hätte Hr. Prqfect Perrier den der Wuth dsr Masse Preisgegebenen nicht mit seinem Leibe gebest, er wäre zerrissen worden. Als Hr. Charles in eine nahe Apotheke gebracht wurde, fielen Schüsse in dass Haus. Präfect Frölichcr nahm an dem Lager heK schwer Verwundeten ein Protocoll auf und ließ ihst dann unter militärischer Bedeckung in seine Gemeinde begleiten. Die Geschichte vom Zerreißen eines Stimm­zettels oder irgend einer andern Provocation des Hrn. Charles wird für unwahr erklärt. Die Nachricht, daß die Regierung von Freiburg vom Bundesrath einetz eid­genössischen Commissär verlangt habe, soll ebenfalls nicht wahr sein. Wie von anderer Seite aus Bern berichtet wird, ist Nationalrath Charles, der sein Leben dem aufopfern­den Muthe des Präfectcn Perrier verdankt, dort eingetroffen. Mit Entrüstung weist er den von d»N Radicalen ihm gemachten Vorwurf zurück, daß er eb^ Stimmkarte zerrissen und so Veranlaffung zu den; gegen ihn gerichteten Mordatteiitate gegeben.

Während der nächsten Bundesversammlung soll eine Conferenz der Kantone, welche eine Militärcapitulatipu mit Neapel haben, stattfinden. Bern, als einladender Kanton, sieht nur zwei Auswege: entweder vollständiger Bruch der neapolitanischen Capitulation unser eibg. Ver­antwortlichkeit für die Rechtsansprüche der Rkgimeyjes, oder aufrichtige Hnltnug der eingegaugenen Berträgk und