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nicht, daß die Regierung ihren Vorschlägen zur Verfas­sungsänderung durch eine Intervention des Bundes Geltung verschaffen werde.

Braunschweig, 25. Juni. Heute wurde in Folge eines tingDingenen Rescriptes der siebente ordentliche Landtag geschlossen, . .

Königsberg, 25. Juni. Der von dem irvingistl- schen Emissär v. Pockchammer in Kneiphofe, in der Nähe 5er Domkirche eingerichtete Betsaal ist polizeilich ge­schlossen worden.

Berlin, 28. Juni. Auf den Zollvereins-Con- ferenzen wirb Hannover durch den Steuer - Director Albrecht vertreten sein. Württemberg wird sich dieses- mal den Ober-Steuerrath Ewald, Kurhessen durch den Geh. Finanzrath v. Duysing vertreten lassen. Für Preußen verbleiben die früheren Bevollmächtigten, Ge- ncralsteuerdirector v. Pommer-Esche, Geh. NegierungS- rath Delbrück und Geh. Legationsrath Philippsborn. Bayern behält seinen frühern Repräsentanten in dem Ministcrialrath Meixner, Sachsen in dem Geheimrath von Schrimpfs, und Braunschweig in dem Finanzrath v. Thon. Ueber die Ernennung der Bevollmächtigten für Oldenburg und Baden verlautet noch nichts Be­stimmtes. DaS früher so viel gerühmte Kriegsdgmpf- schiff Barbarossa (von der deutschen Flotte) ist von Preußen zwar billig erkauft worden, kommt aber nach­träglich sehr theuer zu stehen. DaS Schiff ist alt und bedarf sehr bedeutender und langwieriger Ausbesserungen, um in see- und kriegsfähigen Stand gesetzt zu werden. Sind diese Arbeiten vollendet, was schwerlich noch in diesem Jahre der Fall sein kann, dann ist allerdings die preußische Marine um ein achtunggebietendes Schiff verstärkt. Das zweite größere Kriegsdampsschiff, Dan zig, welches jetzt nach England segelt, wird alö ein sehr gelungener Bau bezeichnet. DaS Schiff hat440 Pfeide- kraft. Auf den Marinewerften von Neufabrwasser, dem Hafen von Danzig, ist außerdem ein neuer Kriegs- schooner (Segelschiff) in Bau; ein anderer, fast ganz aus den Beiträgen von Frauen (27,000 Thlr.) in Stralsund erbaut (das Schiff wird auch den Namen Frauengabc" führen), ist dem Kriegsministeriuin zur Ausrüstung übergeben. Mit beiden Schoonerschiffen und dem ebenfalls kriegsmäßig gebauten ui.b bewaffneten Marinetransportschiff Merkur wird Preußen 5 Segel­schiffe haben, denen sich außer mehreren kleineren KriegS- dampschiffen die oben genannten Danzig Barbarossa an- schließen. Prinz Friedrich der Niederlande ist mit seiner Gemahlin und seiner Tochter heute Vormittag über Stettin nach Stockholm abgereis't von wo er sich »später nach Petersburg zu begeben beabsichtigt.

* Ueber den Bau der stehenden Brücke über der Rhein wird in Köln noch immer viel verhandelt; entschieden ist noch nichts.

Wien, 27. Juni. Die für die erste Hälfte des Monats August angekündigte Vermählung Sr. kvnigl. Hoheit des Herzogs von Brabant mit Ihrer k. k. Hoh. der Erzherzogin Marie Henriette, dürfte nach der A. A. Ztg." um einige Tage später statlsindcn. Der Tag an welchem die neuvermählte Herzogin von Bra­bant in Brüssel eintreffen wird, ist auf den 23. August bestimmt, an welchem Ihre k. Hoheit zugleich ihren Ge­burtstag feiert und ihr 17tes Jahr vollendet. Wie dieK. Z." wissen will, wird die Vermählung in Wien durch Procuration Statt finden und würde nicht der Erzherzog Albrecht, wie früher gemeldet, sondern der belgische Gesandte, Gräf O'Sullivan de Graß und Seovaud als Bevollmächtigter des köiuglkchen Bräuti­gams fungiren. Se. Excellenz erwartet die nöthigen Vollmachten und seine Ernennung zum außerordentlichen Botschafter beim kaiserlichen Hofstaate. Die eigentliche Trauung wird in Brüssel durch den Cardinal Erzbischof von Mecheln gefeiert werden. Die Vermahlung des Fürsten Milos ObrenovitS junior mit der Contesse Hnnyady wird im August in Wien gefeiert werden. In Folge ebn er Eröffnung der k. k. östcrr. Regierung über den österr.-baierischen Donauschifffahrtsvertrag hat die türkische Regierung mittelst einer officiellen Note er­öffnet, daß Se. Maj. der Sultan in Berücksichtigung der zwischen der k. L österreichischen und der großhcrr- lichen Negierung bestehenden Frenudschaftsbezichungen genehmigt habe, daß den baierischen und Württemberg!« scheu Schiffen und Waaren in den zum ottomanischen Reiche gehörigen Ländern des Stromgebietes der Do­nau dieselben Begünstigungen und die gleiche Behand­lung gewährt werden solle, welche tractatmäßig gegen die österreichische Schiffe geübt werden.

Gegen eine schon vor einigen Monaten entdeckte hochverräterische Verbindung stèht binnen Kurzem der Urtheilsspruch zu gewärtigen. DaS Complot bestand aus 17 jungen Leuten, meistens Schülern des hiesigen polytechnischen Instituts. Allem Anscheine nach war dasselbe mit der revolutionären Propaganda in Verbin­dung, und man vernimmt, daß ein Mitglied desselben wegen Aeußerungen verhaftet worden, welche selbst auf das ruchlose Attentat auf den Monarchen Bezug hatten. Einer der Genossen war Schriftsetzer, welcher aufrühre­rische Proklamationen ohne Wissen seines Principals anfertigen wollte, dessen Vorhaben jedoch von einem Buchdruckerlehrlinge verrathen worden ist.

Die Frcmdeniisten bringen fortwährend die Namen reicher Bojaren, welche die Donaufürstenthümer verlas­

sen haben, um in Wien oder in deutschen Bädern die kommenden Ereignisse abzuwarten.

Triest, 25. Juni. Der griechische Kriegsdampfer Otto ist hier angetommen, um die Königin Amalie bei ihrer Rückkehr nach Griechenland auszunehmen.

Frankreich.

Paris, 29. Juni. Ein kaiserliches Decret verfügt, daß nach vorhcrgegangencm Gutachten der betreffenden Bischöfe, der Kultusminister bejahrten oder dienstunfähig gewordenen Priestern, welche seit 30 Jahren wenigstens im Amt gestanden, verhältnißmäßige Pensionen zuge- stehcn könne. Pays sucht heute zu beweisen, das Mittelmeer, einst aus Nationalstolz ein französischer See genannt, sei ein europäischer See und dürfe als interna­tionale Secstraße nicht das .Eigenthum nur einer Na­tion werden. Univers meint, die friedliche Sprache der Pariser Blätter in den letzten Tagen sei nur durch ihren Wunsch zu erklären, sich selbst Beruhigung ein­zureden.

Vorgestern ' hatte in der Notre-Dame-Kirche feier­licher Gottesdienst zur Erinnerung an den in derJuni- Nevolutlo» gemordeten Erzbischof Affre statt. Der Erz­bischof von Paris las die Tranermesse und fast der ganze Clcrus der Diöccse wohnte dem feierlichen Acte bei.

Das letzte Packetboot, welches aus den Vereinigten Staaten eingetroffen, hat Nachrichten auS Papeiti bis zum 15. März überbracht. Der Zustand der franzö­sischen Niederlassungen im oceanischen Archipel, sowie der Strafcolonie von Nukahiva war sehr befriedigend. Das erste Dampfboot der Linie von San Francisco nach Sidney hatte am 12. März zu Papeiti ange- legt; eS hatte eine sehr große Anzahl von Personen an Bord, die aus Kalifornien nach Australien aus- wandern.

Durch Beschluß des akademischen Rathes vom 19. December 1852 wurden zwölf Schullehrer , welche die evangelische Gesellschaft Frankreichs" in ihren Schulen angrstellt hatte, von ihren Stellen auf sechs Monate snspendirt, weil in den genannten Anstalten keine der vier vom Staate anerkannten Religionen gelehrt wurde. Zwei Geistliche dieser Sekte veröffentlichten nun heute in den DcbatS eine Protestatio» gegen diese Maßregel. Gestern Abends ist ein diplomatischer Agent, der Sohn des Fürsten Woronzoff, in Paris auf der rnssi- schen Gesandtschaft angelangt, als Ueberbringer wichti­ger Depeschen. Er ist diesen Morgen wieder abgereist. Diese Depeschen sind, wie man glaubt, sehr beunruhi­gender Natur unb^ siebten den Krieg in sichere Aussicht zu stellen. Ein Russe sagte, der Czaar schicke sich an, den zehnten Mann in seinem Reiche als Recruten aus­zuheben. Diese Nachrichten, die wohl alle übertrieben sind, liefen auf der Börse ein und brachten die Papiere zum Sinken.

Niederlande.

Haag, 28. Juni. Die Adresse der zweiten Kam­mer sowohl, wie die Haltung der Kammer bei der Be­rathung hat, mit Ausnahme der Groen'schen Partei, im Allgemeinen befriedigt, und wird auch von den Blättern, die sich am heftigsten über die Auflösung der Kammer und den Ausfall der Wahlen ausgelassen ha­ben, günstig beurtheilt. So sagt z. B. die R. Rotterd. Courant, ein Organ des abgetretenen Ministeriums : Der RedactionsauSschuß erklärte, daß er im Auge be­halten habe, wie die Kammer daS ganze niederländische Volk vertritt, und nicht bloß die Tausende, welche nach der Thronrede in ihrem nationalen Gefühle verletzt worden sind; daß er sich bestrebt habe, zwischen den Extremen die richtige Mitte zu halten, und daß seiner Ansicht nach die Kammer bei ihrem ersten Auftreten zeigen müsse, daß sie die Wichtigkeit ihres Berufes ein« steht und daher nicht die kurze jetzt eröffnete Sitzung im Auge behalten müsse, sondern den ganzen Umfang ihres Wirkungskreises, dessen Mittelpunkt das Grund gesetz sein müsse, zur Entwickelung der nationalen Kraft. Diese allgemeine Tendenz wurde mit großer Majorität genehmigt. Nur in diesem Sinne kann man also die Adresse auffassen, und dann erhält sie, eben so wie die­jenige der ersten Kammer , diese Bedeutung: weder Billigung noch Mißbilligung eines Ministeriums , wel­ches man noch nicht kennt, dessen Handlungen man noch nicht Gelegenheit hatte, zu beurtheilen; weder Billigung noch Mißbilligung eines noch nicht vorgetrageucn Ge­setzes, dessen Inhalt man noch nicht prüfen kann; keine Parteilichkeit, weder für noch gegen Tausende, von de­ren Forderungen man nicht weiß, ob man sie mit ge­höriger Berücksichtigung des Grundgesetzes wird befrie­digen können..." Die Antwort des Königs an die Commission, welche ihm die Antwort-Adresse der zweiten Kammer überreichte, lautet: Meine Herren! Ich sehe mit Befriedigung , daß die zweite Kammer den Beweg­gründen meiner Handlungen und meiner Sorgfalt für die Freiheiten und die Rechte aller meiner Unterthanen Gerechtigkeit widerfahren läßt. Mit Recht ist sie der Ansicht, daß die Kraft unserer Staats - Einrichtung in dem gegenseitigen Vertrauen der Regierung und der Nationalvertretung beruhe, und gern empfange ich ihre Versicherung, daß sie mitzuwirken wünscht zur Verstär­kung dieser Kraft und der Bande, welche Niederland und Oralsten verknüpfe». Wenn diese Gesinnung stets die gesetzgebende Macht beseelt, so wird daS Vaterland, unter des Himmels Segen, davon gute Früchte ärnten.

Dänemark.

Kopenhagen, 27. Juni. In der vorgestrige Sitzung des Volksthings brachte Lindberg seinen Gesej Vorschlag dafür ein, daß dänische Soldaten nicht i: deutschen Kontingent sollen dienen dürfen. In de letzten Tagen sind hier einige Fälle der asiatischen Chi lera vorgekommen.

Großbritannien.

London, 28. Juni. Das Circular des Graff Nessclrode wird hier, ganz im Gegensatze zu der Au sassung auf dem Cvnlinente, in kriegerischem Sinne g deutet. DerGlobe" will sogar wissen, das London und Pariser Cabinet hätten zu St. Petersburg Erkl rilligen verlangt, dievollständiger und klarer" seie als das von dem russischen Reichskanzler unterzeichne Acten stück.

Das Unterhaus beschäftigt fteß" gestern wiederho mit der indischen Bill. Die Debate kam jedoch wied nicht zum Beschluß und wurde vertagt. Der Ma qms v. Clanricarde verschiebt seine Motion, dierussisc türkischen Wirren betreffend, auf Freitag 8. Juli.

Italien.

' Ein gewisser Basilio Rcbotti in Genua hat si am 22. Juni unsterblich machen wollen. Eine rot Fahne entfaltend, lief er durch die Straßen mit bi Rufe:ES lebe die Republik! Nieder mit Vier Emanuel! Tod den Reactionären!" Ein Schwai Gassenbuben verfolgte ihn unter Geschrei und Lärm, mußte sich in einen Kaufladen flüchten; endlich wa ihm die Fahne entrissen und der Griff derselben zi brachen. Ein neuer Fluchtversuch wäre ihm durch i erbitterten Gamins schlecht bekommen, wenn sich im die Karabiniers ins Mittel gelegt und ihn verhaf hätten.

Wie der Patrie aus Rom gemeldet wird, h der Pabst den bekannten Obersten Calandrelli l gnadigt.

Nttßlnttd.

St. Petersburg, 21. Juni. (H. N.) Auf T fehl des Kaisers ist vom Etat des im Jahr 1814 b 18. Aiijsust gegründeten Comites zur Verwaltung d JnvakidenfondS , dessen Defict vor Kurzem zu der mef erwähnten kriegsgerichtlichen Untersuchung Veranlassu' gegeben hat, die Stelle des Hülfscassirers gestrichen u die Beaufsichtigung der Fonds der speciellen kaiserlich Kontrolle übertragen worden. In Moskau hat 1 Cholera zu grassiren aufgehört. Nach dieser Sta sind in den letzten Tagen viele höhere Militär- und G vilbeamte abgegangen.

Der gestern erwähnte Correspondent der N. Pr. aus Odessa kann in dem letzten großherrlichen F man kein Zugeständniß der Pforte an Seine Majefl den Kaiser Nikolaus erblicken. Er nennt es vielme das bei Weitem feindseligste Actenstück, das die Pfw gegen Rußland erlassen. Sie natürlich, schreibt der Co können in Berlin wohl Damit zufrieden sein, daß t Großherr Ihren Glaubensgenossen im Orient dieselb Freiheiten gibt, die bisher Vorrechte der Mitglieder I griechischen Kirche waren, aber was diese Kirche sei und ihre Mitglieder angeht, so haben sie nicht n nickts erhalten, sondern sie sind allen Andern gleiche stellt und cs ist ihnen durch den Ferman auch ein n sentlicher Schaden durch die Gleichberechtigung der Scct zugefügt. Während also Seine Majestät der Kaij Nikolaus will, daß sich die Pforte durch ein bindend Versprechen anheischig mache, die griechische Kirche allen ihren Vorrechten zu schützen, verhängt der Sulti einen gegen sie geradezu feindseligen Act. Diese Ar fassung ist nicht ganz richtig, durch den erwähnten gro herrlichen Ferman wurden nicht die einzelnen Sect einander gleichgestellt, sondern die Privilegien der eii feinen bestätigt.

Donaufärstettthümer.

Jassy, 20. Juni. (8. Juni a. St.) Bis Heu haben die Russen ihre Standquartiere jenseits des Pru nicht verlassen. Die Rüstungen von russischer und ebi so von türkischer Seite nehmen ununterbrochen ihrl Fortgang, in kolossalen Dimensionen. Die Pforte b harrt auf ihrer Weigerung, trotz dem, daß ihr von S Petersburg ein zweites Ultimatum zugestellt ist, das ei Feldjäger, der hier am vergangenen Sonnabend burd passirte, überbrachte. Heute setzte ein unerwartetes E eigniß die ganze Stadt in bange Erwartung. Zu Heu Abend um 5 Uhr ist die Ankunft des in Bukarest n fibfrenben russischen Generalkonsuls Halcinski angesag Von Seiten deS Fürsten ist ihm der Jspravnik (Prc fect) von Jassy, Oberst Raueti, cntgegengeschickt. Sein Wohnung wird er bei dem Minister des Innern, Con stantin Stourdza, nehmen. Man besorgt, der General consul habe Bukarest verlassen, um in Jassy vor einer plötzlichen brüsken Ueberfall der Türken mehr in Si cherheit zu feim(?)

Türkei.

Als ein Zeichen von der freudigsten Aufnahme de österreichischen Gesandtschaft betrachtet man es, daß bi Audienz des k. k. Jnternuntius beim Sultan schon zwe Tage nach der Ankunft stattgefunden hat, und daß de k. k. JieternuntinS bei der Audienz durch eine besonder freundliche Antwort des Großhcrr» auf seine Anred ausgezeichnet wurde. Die Vorstellung fand durch bei Minister deS Auswärtigen, Refchid Pascha, statt. -3