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Nassauische Allgemeine ZeitunUZ

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tVr /SS. Freilag de« 1. Mi iSS?

Bestellungen auf das mit dem 1. Juli beginnende dritte Quartal der Nassauischen Allgemeinen Zeitung werden baldigst erbeten.

Dir,,Naffamschk Allgemeine Z«ui»g- mit dem belkmrtifdirn iBtiblattDer Wanderer" ertornu, Sonntawd >iuS^enon>me», täfliiS wt berraql der KränumcraiiouSpreis für Wiesbaden und , nach dem neuen poftrrßülatir nunmebi Nr den ganzen Umfang deS Zkurn* und Taktischen Verwaltungsbezirks mit Inbegriff des PostaUfschlags 2 fl., für die übrigen Länder deS deursch-öfterreicbifchen Poftvererns, wie für daS Ausland 2 fl. 24 kr,* Anferate werden die Steiss

Petitheile oder deren Naum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in der Buchhandlung von W. Friedri ch, Langgaise 42, auswärts bei den nächstgelegenen Postämtern, zu machen. *

wird ein Aufstand der deutschen Kolonisten auf der Plantage des Hrn. Valle de Gama gemeldet, eine- der fünf großen Grundbesitzer Brasiliens", welche im v. Jahre deutsche Auswanderer anwerben ließen, um aus ihren Planlagen die bisherige Sclavenarbeil zu verrichten. Der eigentliche Sachverhalt ist noch nicht aufgeklärt, da bis jetzt nur einseitige Berichte vorliegen. Aber selbst auS diesen geht hervor, daß daS bisher gerühmte gute Eiiiver- nehmen zwischen den Kolonisten undihre»Herren" nicht mehr besteht, daß die Kolonisten unzufrieden sind, über zu harte Arbeit klagen, baß man beabsichtigt mit größerer Strenge gegen die Kolonisten zu verfahren. Die Haupt- opponenten sind in daS Gefängniß von Valenza gebracht worden, wo sie im größten Elend schmachten, weil Nie« sich mit der Verpflegung und Bekleidung der dor­tigen Gefangenen befaßt, und die hungernden unb ent­blößte» Unglücklichen lediglich auf das öffentliche Mit- leiden angewiesen sind! ! Dabei wird geklagt, baß die europäischen Werbeagenten nicht gewissenhaft bei An» Werbung der Auswanderer verfahren seien. So fan­gen denn schon jetzt die Varhersagungen des Central- VereinS an, sich zu erfüllen, der von Anfang an gegen dieses Werbesystem gewarnt und daS Contraktsverhält- », welches die sogenanntengroßen Grundbesitzer" mit den angeworbenen Kolonisten eingegange», als eben so verderblich für die Kolonisten, als unpraktisch für die Grundbesitzer erachtet hat. Theoretisch ließe sich ein solches Verttagsverbältniß allenfalls so constr irren, daß vom Standpunkte des Rechts und der Billigkeit nichlS dagegen zu erinnern sein möchte, allein praktisch kann es, so wie die Verhältnisse in Brasilien einmal sind, unbedingt nicht ausgesührt werde», da die Kolonisten immer den schreiendsten Ungerechtigkeiten bloß Erstellt sein werden. Dagegen sind aus der Kolonie San Leo­poldo gute Nachrichten ei «gegangen. Der neue Gou­verneur der Provinz nimmt sich der Deutschen kräftig an; er hat den Direktor der Kolonie Santa Cruz, für welche ein gewisser Kleudgen in Hamburg zu werben sucht, wegen grober Pflichtwidrigkeiten gegen die deut­schen Kolonisten ins Gefängniß setzen lassen, und meh- rcre in Porto-Allegro eingetroffene Kolonisten ganz in der Nähe von San Leopolde sehr gut untergebracht. Es ist nur zu wünschen, daß diese Stimmung an- halte. Ebenso lauten die Berichte aus den Kolonien Blumenau und Dona Francisca günstig.

Deutschland

*+ Wiesbaden, 27 Juni. (Sitzung der ver. einigten Kanimeiu vom 17. Lzuu. Schluß Itr Dis» Vision über C. X. Lehran rMtcnJ Abg. Heydenreich fährt fort: Die Behauptung, für die Aerzte solle das Real­gymnasium die geeignetste Vorschule bilden, stützt sich zunächst darauf, daß dasselbe auf die Naturwissen­schaften ein besonderes Gewicht lege, das hierin Kr« I rungene aber nach möglichst vielen Seiten hin zu ver­werthen sei für die, deren Beruf vorzugsweise auf dem Studium der Natu>wisse»schaflen ruhe oder vielleicht ganz darin lebe uud webe (Progr. von 1847, S. 7.) wie dies eben bei den Aerzten Der Fall sei. Weiter wird dafür geltend gemacht: die große, ohne naturwissenschaftliche Vorstubien nicht grüudlich und dauernd zu übciwältigenbc Masse der propädeutischen Studien, welche gleich* im ersten Universität-jahr auf den Mcdiciner hcreii>stürmen (S. 9); der bleibend wissenschaftliche Grundcharakter des medicinischen Stu­diums (S. 10.), welches sich weit naturgemäßer gestal­ten würde, wenn Jahre lang vorher eine ernste Br. schäftigung mit jenen Gegenständen stattgefunden habe (12); die Ruhe und minder getheilte Kraft, womit sich dann der mebicinifcbe Acabemiker auf seine eigenen Stubien werfen könne (13). Eublich werben zur U». terstützung dieser Bewelsgründe noch einige Einwürfe widerlegt, nämlich: daß die für den historischen Entwickelungsgang allerdings wichtigen griechischen Koryphäen in der Medicin, zwar schon aus Mangel an Zeit von den wenigsten ausübenden Aerzten gelesen würden, dieses aber auch gar keine Sünde sei, da e- sich bei einer exacten Wissenschaft nicht sowohl um die Darstellung als um die Sache handle: denn sonst müßte ja mit demselben Rechte fünftig in den Gymna Ren das Arabische getrieben werden, weil das Stu­dium der älteren arabischen Aerzte für die Geschichte der Medicin von nicht geringerer Wichtigkeit sei (!? S. 17), . und daß durch die vorzugsweise griechische 'Termi - i

Ueber Auswanderung.

Berlin, im Juni. Die öffentliche Sitzung des C e n t r a l - L e r e i » s für die Deutsche Auswande- rungs- und Colonisations-Angelegenheit vom 25. Mai wurde von dem Borsitzenden, Reg.-Rath Dr. Gaebler, mit dem gewöhnlichen Geschäftsberichte über den letzten Monat eröffnet. Hiernach stellt sich die Auswanderung im Allgemeinen nicht so stark als im vergangenen Jahre heraus. Viele scheinen den eindringlichen Warnungen vor übereiltet Auswanderung Gehör zu geben; auch lau­ten die Briefe , welche die Ausgewanderten nach ihrer alten Heimath schreiben, nicht immer sehr erfreulich. Zu den deutschen Regierungen, welche Verordnungen zur Regelung des AuSwandernngSwesenS ihren Ständen vorgelegt resp. bereits erlassen haben, ist auch Olden- denburg und Lippe getreten. Auch die Zahl der AuS- kunfts-Büreauö für Auswanderer hat sich vermehrt, in­dem in Köln und Braunschweig dergleichen eingerichtet worden sind. Der eingesaudte Rechenschaftsbericht des Vereins zum Schutz der Auswanderer zuFrankiurt weist einen sehr erfreulichen Aufschwung der Thätigkeit dieses Vereins nach. Von den königl. Ministerien der aus­wärtigen Angelegenheiten und des Innern sind dem Cen­tral-Vereine die offictcllcn Berichte über daS öffentliche geilbieten der verlockten deutschen Auswanderer in Rio be Janeiro mitgetbeilt worden , wodurch die früheren Angaben über Diese empörende Angelegenheit bestätigt werden. Die kräftige Jutercession des preuß. Minister- Residenten ist leider dadurch illusorisch gemacht worden, daß man die Auswanderer schleunig auf ein Schiff zu bringen gewußt hatte, welches sie sofort auS dem Ha­fen entführte- und von den nachgesandten Kanonenkugeln des Forts nicht nicht erreicht wurde. Was die ein­zelnen Einwanderungs-Staaten anbetrifit, so erscheint für Nord - America das vom Staate New-Jork erlas­sene neue Gesetz von Bedcntung, wonach die Emigran, tenschiffe künftig nur an öffentlichen Ausladestellen ihre MsttNgiere ausschiffen dürfen unb diejenigen Sätze für die Eijenbahnen angegeben werden, deren Uebel fd>nüunfl bei dem Billetveikauf bestraft werden soll. Leider scheint dies Gesetz viel eher geeignet, die Auswanderer noch sicherer den betrügerischen RnnncrS in die Hände zu liefern, als sie vor den Gefahren derselben zu bewahren. Empörend ist ein Gesetz, welches, den Zeitungen zufolge, der Staat Illinois erlassen hat. Hiernach darf kein freier Farbiger (d. h. ein solcher, welcher den 4. Theil Negerblut in sich hat) sich im Staate Illinois mebcrlaffm. Hält sich ein solcher Farbiger mit der Ab­sicht, sich Mkdetzulassen, 10 Tage im Staate auf, so hat er eine Strafe von 50 Dollars verwirkt. Kann er dieselbe nicht bezahlen, so soll er in'S und nach öffentlicher Ausbietung an denjenigen als Sclave verkauft werden, welcher Strafe und Kosten für ihn zahlt, und ihn so lange in der Sclavcrei halten kann, bis er diesen Vorschuß abverdient hat!! Wird der Farbige endlich wieder frei und verläßt nicht binnen 10 Tagen den Staat, so wirb die Strafe verdoppelt, das drittemal verdreifacht u. s. w. Jeder, welcher einen solchen Farbig.n in den Staat Illinois bringt, hat Geldstrafe von 100 bis 500 Dollars oder Gefängniß bis zur Zahlung dieser Geldbuße und der Kosten ver wirkt!! Solche Gesetze werden in demfreien Ame­rica", und zwar in einem S aale, der nicht zu den Eclavenstaaten gehört, erlassen !!! In Venezuela wacht das gelbe Fieber keine weiteren Fortschritte, und man hofft auf das baldige gänzliche Aufbören der Krank­heit. In Suri n a m ist die deutsche Commission tingetroffcn, welche unterbieten soll, ob dieses Land sich zu deutschen Ansiedelungen eigne. Bolivi a macht große Anstrengungen, europäische Einwanderer ins Land zu ziehen, und bat zu dem Ende einzelnen Unternehmern großarti.e Concessionen ertheilt. Uruguay wendet der Colonisation große Aufmerksamkeit zu. Die Re- , gierung von Uruguay hat sich durch ihren General- Konsul für Preußen an den Centralverein gewendet und dessen Unterstützung in Anspruch genommen. Lei der großen Wichtigkeit der La Plata-Länder für den deut­schen Handel und deren günstigen Verhältnissen für An­siedelungen ist ihr diese Unterstützung unter der Bedingung zugesagt worden, daß vorher die erforderlichen Vorbe­reitung-arbeiten nachgewiesen und Garantien für die Möglichkeit einer gedeihlichen Entwickelung künftiger deutscher Colonieen gegeben werden. AuS Brasilien

I uologie der Medicin für die Schüler des Realg! , nasiumS zwar daS Behallcn erschwert werde (18), c hier doch nur die Entscheidung übrig bleibe, ob man i Namen die Sache, oder der Sache den Namen züMO bringen müsse (19); daß cs bei der Promotion l darauf aukomme, eine lateinische Abhandlung zu schreit sondern über die erlangten medicinischen Kennt, einen Beweis zu liefern (20); daß eS unter auf i Realgymuasiien herangebildeten Aerzten auch an ki k e tt d e il nicht fehlen werde (22), da dieHumane A bildung, die in der harmonischen Entwickelung deS geudiichen Geistes nach allcn Seiten hin bestehe (1 auf dem Realgymnasium vollkommen gegeben we (24.30) und daß die Besorgniß vor Verdrängung Gelehrtcngymnasicii auS ihren bisherigen Territo durch den erweiterten Wirkungskreis der Realgymno denen man zur freien Enlwickeluug ihrer vollen D kraft und mit vollen unzugehaltenen Händen geben dl unbegründet sei. (33)

Diese letztere Besorgniß, wenn sie ja wirklich stirte, hat sich allerdings mchr als überflüssig erwie indem das Realgymnasium, obgleich man ihm gewiß vollen unzugehaltenen Händen hinlänglich gab, doch GelehrtengAuinäsieu nicht nur nicht beeinträchtigte, dern vielmehr selbst von Jahr zu Jahr an Schüler abnahm; hierin ganz unähnlich unsern alten Schn die sich bei kärglicher Unterstützung nur durch die M des ächten Geistes und des wahren Bedürfnisses zu rem Ruhme und stets wachsender Ausdehnung eu schwangen. Es kann übrigens die Absicht nicht fein, alle jene in einem ganzen Programm (von 1847) , gesprochenen Gründe unv Erwägungen, weide von ner wahrhaft mütterlichen) Besorgniß für die fünft Aerzte -eingegeben zu fein schienen und welche gleicht meines Wissens noch nicht Einen Mediciner zum such deS Realgymnasium- verführt haben, hier eb ausführlich einzugehen.

Sie lassen sich auch in Kürze auf ihren wa Werth zurücksühren: ich folge dabei der Anordnung welcher sie oben gemäß dem Program des Realgyo fiums voM Jahr 1847 angegeben worden sind.

Das Realgymnasium legt ein besonderes Ger auf die cxacteu Wissenschaften und möchte sie gerne: vielfach verwerthen, und dazu scheinen ihm die fünft Aerzte besonders geeignet.

Allerdings sind bei diesen die Naturwissenschck die ich wahrlich nicht verachte, ein unentbehrliche« 3 studium^s doch braucht man solche der Aerzte wegen feinem Gymnasium zu betreiben, viel weniger si einem in allen möglichen Zweigen und bis in Specielle verfolgten Hauptgegenstaud zu erheben. ! da will, kann immer die Naturwissenschaft auf Gymnasium zu einem schönen und nützlichen Pri studium machen, und auch ohne solches wird den 2 teil auf der Universität zu einem ruhigen und gri licheii Studium derselbe» Zeit genug bleiben, wenn nur hen Aufenthalt auf der Universität selbst nicht zusehr verkürzen, und dafür etwa, wie jetzt leibet üb nur 3 bis höchstens 4 Jahre statt der sonstigen 5 verwenden.

Aerzte der Vorzeit, von so großem praktischem nie, wie sie. die bünkelvolle Gegenwart, ungeachtet i ancrkcmiungSwerthen, aber auch die Kräfte vielfach splitternden Fortschritte im Einzelnen und namentlid den exacten Wissenschaften, kaum mehr aufzuweisen ein Boerhaave, G. E. Stahl, Fried, Hoffmann, Haller u. A. m., haben sich auch den Naturwissenschaften, und zwar ohne Vorbildung einem Realgymnasium, so ausgezeichnet, daß sie bi nicht nur als Lehrer auftraten, sondern dieselben ft mächtig fördern und deren jetzige Höhe vorbereiten I feil. Uebrigens sind die Naturwiffenschaften für praktischen Arzt ste.s nur Hülfswissenschaften, die blos in den für seinen Hauptweck unerläßlichen Grec kennen lernen muß, aber nie alle in ihrem ganzen l fange und so fiubtren kann, daß er sich auch in seit praktischen Berufe stet- auf ihrer Höhe zu crhal rermöchte.

Ja, obgleich sich daS ganze Leben des Arztes Erforschung der Natur beschäftigt, so braucht doch rade der Arzt ein Gegengewicht gegen den allzu üb wiegenden Einfluß der exacten Wissenschaften, wenn nicht Gefahr laufen soll, entweder in eine mit den tz setzen deS Lebens unvereinbare einseitige Anwendung d